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The tiny amphibians, which live in India’s diverse Western Ghats, proved tricky to track down.

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Pakistan

Pakistan: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)

Stand 17.02.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 17.02.2017)

Letzte √Ąnderung:¬†¬†
Aktuelle Hinweise
Redaktionelle √Ąnderungen

 

 Aktuelle Hinweise

Am 16. Februar 2017 kam es zu einem schweren Anschlag auf den Lal Shahbaz Qalandar-Schrein in der s√ľdpakistanischen Stadt Sehwan, der jede Woche Tausende Gl√§ubige anzieht. Es kam dabei zu zahlreichen Todesopfern und Verletzten.
Zuvor kam es am 13. Februar 2017 in Lahore im Norden des Landes zu einer Bombenexplosion, die ebenfalls Todesopfer forderte.
Es besteht weiterhin landesweit eine erh√∂hte Gefahr f√ľr terroristische Anschl√§ge insbesondere auf Ziele von religi√∂s-symbolischer Bedeutung.

Die pakistanischen Sicherheitskräfte haben ihr Vorgehen gegen terroristische und extremistische Kräfte im Land deutlich verschärft. Insbesondere die Operationen gegen Terroristen und Extremisten in Nord-Wasiristan halten an. Da vor diesem Hintergrund mit Racheanschlägen terroristischer Elemente im ganzen Land zu rechnen ist, sollte bei der Planung von Reisen nach Pakistan Sicherheitsaspekten besondere Beachtung geschenkt werden.



Landesspezifische Sicherheitshinweise / Teilreisewarnung

Vor Reisen nach Khyber-Pakhtunkhwa (ehemals Nordwestgrenzprovinz, NWFP), in die Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan (die sog. Federally Administered Tribal Areas, FATA) und nach Belutschistan wird gewarnt.

Landesweit besteht eine Gef√§hrdung durch politisch-religi√∂s motivierte Gewalttaten. Reisende sollten vor und w√§hrend der Reise nach Pakistan ortskundigen Rat zur Sicherheitslage am Reiseziel einholen. Au√üerdem sollte bei den pakistanischen Beh√∂rden oder Reiseb√ľros nachgefragt werden, welche Gegenden f√ľr Touristen gesperrt sind. Reisende m√ľssen im √úbrigen mit regelm√§√üigen Kontrollen, gelegentlich auch mit kurzfristig verf√ľgten Reisebeschr√§nkungen rechnen.

Grunds√§tzlich sollten Reisende sich von¬† gr√∂√üeren Menschenansammlungen, politischen Demonstrationen,¬† und ‚Äď insbesondere freitags und an hohen islamischen Feiertagen ‚Äď von religi√∂sen St√§tten, Prozessionen und Feierlichkeiten fernhalten. Gleiches gilt f√ľr Einrichtungen von Armee und Sicherheitskr√§ften. Beim Besuch von Einrichtungen mit internationalem Publikumsverkehr und bekannten Treffpunkten von Ausl√§ndern wird zu besonderer Vorsicht geraten.

Entf√ľhrungen

In Belutschistan, Khyber-Pakhtunkhwa und FATA besteht ein erh√∂htes Entf√ľhrungsrisiko.
Zuletzt wurden im Mai 2014 ein chinesischer Fahrradtourist in Khyber-Pakhtunkhwa und im M√§rz 2013 in Belutschistan zwei tschechische Touristinnen, die von Iran auf dem Landweg nach Pakistan eingereist waren, entf√ľhrt. Auch in anderen Landesteilen (Lahore, S√ľd-Punjab) ist es vor l√§ngerer Zeit zu Entf√ľhrungen von Ausl√§ndern gekommen.

Terrorismus

Die Gefährdung durch terroristische Anschläge seitens der Pakistanischen Taliban und mit den Taliban verbundener Gruppen, insbesondere Sprengstoffanschläge und Selbstmordattentate, bleibt in Pakistan hoch.

Daneben besteht weiterhin die Gefahr religiös motivierter Terroranschläge durch radikale Gruppierungen, die sich vor allem gegen Streitkräfte, Sicherheitsdienste und Polizei sowie gegen religiöse Stätten richten. Der regionale Schwerpunkt terroristischer Anschläge mit den meisten Opfern liegt in Khyber-Pakhtunkhwa, den Stammesgebieten FATA und in Belutschistan.

In den vergangenen Jahren kamen bei mehreren Anschlägen auf schiitische Verehrungsstätten und auf christliche Kirchen sowie auf Angehörige der religiösen Minderheit der Ismailiten zahlreiche Menschen ums Leben.

Ebenso gab es Anschl√§ge auf M√§rkte, Infrastruktureinrichtungen und √∂ffentliche Geb√§ude mit Todesopfern unter der Zivilbev√∂lkerung, u.a. in¬†Islamabad und Rawalpindi, am indisch-pakistanischen Grenz√ľbergang Wagah bei Lahore sowie in Peshawar.

Karachi

In Karachi kommt es  zu innenpolitisch, religiös, ethnisch oder kriminell motivierten Anschlägen und zu Auseinandersetzungen terroristischer oder krimineller Gruppen mit Sicherheitskräften.

Gesch√§ftsreisen nach Karachi sollten mit Betreuung bzw. Begleitung ortskundiger lokaler Partner durchgef√ľhrt werden. Entsprechend sollten z. B. Kurzaufenthalte von Wissenschaftlern und K√ľnstler von lokalen Universit√§ten, Forschungseinrichtungen oder dem Goethe-Institut betreut werden.

Vom Besuch abgelegener Stadtbezirke sollte abgesehen werden. Generell empfiehlt sich f√ľr Besucher eine enge Abstimmung ihrer Reisepl√§ne mit den Partnern vor Ort oder mit dem deutschen Generalkonsulat in Karachi. Auch im inneren Sindh besteht eine Gef√§hrdung durch hohe Kriminalit√§t.

Reisen √ľber Land

Vor Reisen nach Khyber-Pakhtunkhwa (ehemals Nordwestgrenzprovinz NWFP), insbesondere nach Peshawar und in das Swat-Tal, sowie in die Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan (Federally Administered Tribal Areas, FATA), wird gewarnt.

Insbesondere in FATA kommt es weiter zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen dem Milit√§r und militanten Gruppen sowie gezielten Milit√§rschl√§gen gegen Unterschlupfe, Waffenlager, Trainingscenter und andere Einrichtungen militanter Gruppen. Weite Teile dieser Gebiete sind f√ľr Ausl√§nder gesperrt.

2014 wurden mehrmals Flugzeuge beim Landeanflug auf den Flughafen Peshawar von Unbekannten beschossen. Dabei kam eine Person ums Leben, zwei weitere wurden verletzt.
Es wird deshalb ausdr√ľcklich davor gewarnt, auf dem Luftweg nach Peshawar zu reisen.

In Gilgit-Baltistan, den fr√ľheren Northern Areas, f√ľhren Konflikte zwischen Schiiten und Sunniten gelegentlich zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Ausl√§nder waren bislang nicht Ziel dieser Gruppen, sie k√∂nnen aber bei Ausschreitungen gef√§hrdet werden.

Im Juni 2013 wurden in einem Basiscamp, das zum Nanga Parbat f√ľhrt, zehn ausl√§ndische Bergsteiger sowie ein pakistanischer Begleiter durch Terroristen ermordet. Seither wurden die Sicherheitsma√ünahmen der pakistanischen Regierung zum Schutz ausl√§ndischer Touristen in der Region um den Nanga Parbat und in anderen Teilen von Gilgit-Baltistan deutlich verst√§rkt. Das Ausw√§rtige Amt r√§t dazu, sich vor Reisen nach Gilgit-Baltistan bei den pakistanischen Reiseveranstaltern und Beh√∂rden umfassend √ľber die aktuelle Sicherheitslage zu informieren.

Reisen in den gebirgigen Norden Pakistans sollten aus Sicherheitsgr√ľnden bevorzugt auf dem Luftweg (Flugh√§fen Gilgit und Skardu) durchgef√ľhrt werden; allerdings k√∂nnen die Flugverbindungen kurzfristig wetterbedingt, z. T. √ľber mehrere Tage, ausfallen.

Vor Reisen nach Belutschistan wird gewarnt.
Aufst√§ndische und separatistische Kr√§fte greifen¬†Infrastruktureinrichtungen und Armeekr√§fte an und ver√ľben Sprengstoffanschl√§ge. Armee und Luftwaffe gehen gegen die Aufst√§ndischen vor. Im Grenzgebiet zu Iran operieren sunnitische anti-iranische Aufst√§ndische. Auch Aktivit√§ten afghanischer und pakistanischer Taliban werden in Belutschistan beobachtet. Daneben kommt es zu religi√∂s motivierten Anschl√§gen, denen v. a. Schiiten zum Opfer fallen. In Quetta richten sich die Anschl√§ge vielfach gegen die Volksgruppe der Hazaras.

Die Grenzgebiete zu Afghanistan, Iran und Indien sind nicht oder nur mit offizieller Genehmigung zug√§nglich. Dies gilt auch f√ľr den von Pakistan verwalteten Teil Kaschmirs (Azad Jammu and Kashmir) entlang der Waffenstillstandslinie (Line of Control, LoC) und f√ľr weitere Regionen das Landes. √úber Land Reisende sollten sich vorab bei den pakistanischen Beh√∂rden dar√ľber informieren, ob sie f√ľr ihre Reiseroute oder ihr Reiseziel eine offizielle Genehmigung (Non-Objection-Certificate) beantragen m√ľssen. In der j√ľngeren Vergangenheit wurden Reisende, die sich ohne Genehmigung in solchen Gebieten aufhielten, wiederholt f√ľr mehrere Tage in Haft genommen.

F√ľr Afghanistan besteht eine Reisewarnung des Ausw√§rtigen Amts.

Vor Ein- und Ausreisen √ľber die pakistanische Landgrenze mit Iran wird wegen der Entf√ľhrungsgefahr im iranisch-pakistanischen Grenzgebiet und wegen der bestehenden Reisewarnung f√ľr die Provinz Belutschistan ausdr√ľcklich gewarnt.

Die Deutsche Botschaft Islamabad stellt keine Empfehlungsschreiben im Zusammenhang mit der Einholung von Visa f√ľr die vorgenannten L√§nder aus. Entsprechende Visa sollten vor Reiseantritt bei den Auslandsvertretungen dieser L√§nder in Deutschland beschafft werden.

Der Grenz√ľbergang nach Indien (Wagah/Atari zwischen Lahore und Amritsar) ist offen, ebenso wie die direkte Transitstrecke dorthin. Die Mitnahme eines Kfz bei der Grenz√ľberquerung erfordert meist eine gesonderte Genehmigung.

F√ľr weitere Informationen stehen die Deutsche Botschaft Islamabad und das Deutsche Generalkonsulat Karachi zur Verf√ľgung.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Es wird auf die schwierige Sicherheitslage in Pakistan aufmerksam gemacht. Näheres dazu und zu bestehenden Reisebeschränkungen können Sie den Sicherheitshinweisen entnehmen.

In den meisten Großstädten Pakistans gibt es Hotels, die hohe Sicherheitsstandards einhalten.

Hinsichtlich der Kleidung (z. B. keine Shorts und schulterfreie Kleidung) und des allgemeinen Verhaltens sollte auf √∂rtliche Sitten und Gebr√§uche geachtet werden. W√§hrend in den Gro√üst√§dten mitunter eine gegen√ľber ausl√§ndischen Gepflogenheiten tolerantere Haltung zu beobachten ist, muss insbesondere bei Reisen √ľber Land unbedingt auf angemessene Kleidung und angemessenes Auftreten geachtet werden, um der vielfach religi√∂s-konservativen Grundeinstellung in der Bev√∂lkerung Rechnung zu tragen.

Der islamische Fastenmonat Ramadan wird in weiten Teilen Pakistans streng eingehalten, was erhebliche Auswirkungen auf das √∂ffentliche Leben hat.¬†Im Ramadan sollte w√§hrend der Stunden des Tages, in denen die Bev√∂lkerung das Fastengebot einh√§lt, unbedingt auf den Genuss von Speisen und Getr√§nken und auf das Rauchen in der √Ėffentlichkeit verzichtet werden.

Beim Umgang der Beh√∂rden mit ausl√§ndischen Besuchern ist in letzter Zeit aus Misstrauen, aber auch zum Schutz der Reisenden, eine eher restriktive Auslegung und Anwendung der Regeln zu Aufenthalt und Bewegungsfreiheit im Land festzustellen. In solchen F√§llen k√∂nnen die deutschen Auslandsvertretungen nur sehr begrenzt auf die jeweils zust√§ndigen pakistanischen Beh√∂rden Einfluss nehmen. Sind berechtigte Sicherheitsbedenken der Beh√∂rden f√ľr deren Haltung ausschlaggebend, so sollte dies generell respektiert werden



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente

Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen: Schwierigkeiten wegen israelischer Einreisestempel im Reisepass sind in letzter Zeit nicht mehr gemeldet worden.
Kindereintr√§ge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr g√ľltig. Jedes Kind ben√∂tigt ein eigenes Ausweisdokument.

Visum

Deutsche Reisende ben√∂tigen grunds√§tzlich ein pakistanisches Einreisevisum. Reisende, die kein Visum haben, werden an den Flugh√§fen/Grenzen zur√ľckgewiesen. Ausnahmen bestehen allerdings f√ľr Gesch√§ftsleute mit Empfehlungsschreiben und Touristen, die ihre Reise bei bestimmten pakistanischen Reiseveranstaltern gebucht haben. Die genauen Voraussetzungen f√ľr beide Ausnahmef√§lle sind auf der Internetseite des pakistanischen Innenministeriums.

F√ľr die Visaerteilung zust√§ndig ist die Botschaft der Islamischen Republik Pakistan in Berlin.

Visaantr√§ge aus den Bundesl√§ndern Hessen, Baden-W√ľrttemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Th√ľringen bearbeitet das pakistanische Generalkonsulat in Frankfurt.

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes



Besondere Zollvorschriften

Dem Auswärtigen Amt liegen keine Hinweise auf besondere Zollvorschriften vor.

Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie direkt bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zoll www.zoll.de¬†ansehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Pakistan ist ein islamisches Land.¬†Allerdings sind bisher keine F√§lle bekannt, in denen EU-B√ľrger nach der Schariatsgesetzgebung (z.B. zu K√∂rperstrafen) verurteilt worden sind. Straftaten wie Blasphemie (Gottesl√§sterung), Ehebruch und Drogendelikte werden mit hohen Gef√§ngnisstrafen, unter Umst√§nden mit der Todesstrafe, geahndet.

Seit Aufhebung des Todesstrafenmoratoriums im Dezember 2014 f√ľr Terrorismus-Straftatbest√§nde und im M√§rz 2015 f√ľr alle mit der Todesstrafe bewehrten Straftatbest√§nde, gab es bereits zahlreiche Hinrichtungen.

Die f√ľr das Verh√§ltnis zwischen Mann und Frau geltenden Gesetze und Regeln sind unbedingt zu beachten. √úber das im allt√§glichen Umgang √úbliche hinausgehende Kontakte zwischen Nichtverheirateten k√∂nnen geahndet werden.

Homosexualit√§t gilt nach dem pakistanischen Strafgesetzbuch als ‚Äěwidernat√ľrliche Handlung‚Äú und ist strafbar. Das Strafma√ü betr√§gt im Regelfall zwei bis zehn Jahre, in besonders schweren F√§llen bis zu lebenslanger Freiheitsstrafe. Es sind nur wenige Verurteilungen bekannt geworden, gesellschaftlich ist Homosexualit√§t in Pakistan jedoch nicht akzeptiert.
Der Genuss alkoholischer Getr√§nke in der √Ėffentlichkeit ist verboten. Es werden vermehrt Stra√üenkontrollen durchgef√ľhrt.

Fotografieren von √∂ffentlichen Einrichtungen, Milit√§rgel√§nden, Flugh√§fen und H√§fen, Sicherheits- und Regierungsfahrzeugen etc. ist verboten, kann als Straftatbestand der Spionage gewertet und mit entsprechend langen Freiheitsstrafen belegt werden. Besonders f√ľr Individualreisende besteht das Risiko, auch durch auff√§lliges Verhalten oder den Gebrauch von technisch h√∂her entwickeltem Ger√§t, wie GPS-Ger√§ten, unter Spionageverdacht zu geraten. In diesem Zusammenhang wird bei Aufenthalten in der N√§he von Sicherheitsobjekten besondere Zur√ľckhaltung empfohlen.



Medizinische Hinweise

Aktueller Hinweis zu Poliomyelitis (Kinderlähmung)

Die WHO hat am 05. Mai 2014 Pakistan aufgefordert sicherzustellen, dass alle Reisenden, die das Land verlassen, √ľber ein g√ľltiges internationales Impfzertifikat mit einer dokumentierten Poliomyelitis (Kinderl√§hmung)-Impfung verf√ľgen. Die Impfpflicht bleibt nach den j√ľngsten Revisionen vom November 2014 und M√§rz 2015 weiter in Kraft. Sie gilt f√ľr alle, die sich l√§nger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben. Die Impfung darf f√ľr diese Bescheinigung nicht √§lter als 1 Jahr sein und soll sp√§testens 4 Wochen vor Ausreise erfolgt sein. Bei kurzfristiger Ausreise reicht auch der Nachweis einer aktuell durchgef√ľhrten Impfung. Die Polio-Schutzimpfungen sollen m√∂glichst mit einem oralen Impfstoff (OPV) erfolgen, der jedoch in Deutschland nicht mehr verf√ľgbar ist. Bei der Ausreise von Ausl√§ndern werden Impfungen mit injizierbarem Impfstoff (IPV) akzeptiert. Wird die Impfung in Pakistan durchgef√ľhrt, ist darauf zu achten, dass sie von einer staatlich autorisierten Stelle vorgenommen wird. Sie soll im internationalen Impfzertifikat (ggf. unter der Gelbfieberimpfung) als separate Impfung (auch bei Verwendung von Kombinationsimpfstoffen) und somit f√ľr das Flughafenpersonal erkennbar in dem vorgesehen Feld eingetragen werden.

Die Pflichtimpfung bei Ausreise soll den Poliovirus-Export aus Pakistan in Drittländer verhindern. Aber auch innerhalb Pakistans ist der Polio-Impfschutz dringend zu empfehlen. Auffrischimpfungen gegen Polio sind regulär 10 Jahre wirksam.

Impfschutz

Eine g√ľltige Impfung gegen Gelbfieber wird nur f√ľr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (siehe www.who.int). Bei direkter Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.

Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt die Standardimpfungen gem√§√ü dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene (siehe: www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls zu vervollst√§ndigen. Dazu geh√∂ren f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderl√§hmung), ggf. auch gegen Masern, Mumps und R√∂teln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.

Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gef√§hrdung auch gegen Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Meningokokken-Meningitis ACWY und ‚Äď bei Aufenthalten in der s√ľdlichen Provinz Sindh ‚Äď auch gegen Japanische Enzephalitis empfohlen.

Dengue Fieber

Dengue Fieber wird durch den Stich tagaktiver M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein Hautausschlag kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. In Einzelf√§llen k√∂nnen schwere Verl√§ufe mit ernsthaften Gesundheitssch√§den oder Todesfolge auftreten. Es gibt keine Impfung gegen die Dengue-Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe tags√ľber, wie unten f√ľr Malaria beschrieben, ist die beste Schutzma√ünahme. Dengue-Fieber kommt landesweit, besonders an den K√ľsten und in den gro√üen Zentren des Landes, w√§hrend und in den Monaten nach der Regenzeit bis in H√∂hen von circa 2.000 Metern vor. Davon sind die gro√üen St√§dte nicht ausgenommen. Auch in Islamabad und Lahore waren in den letzten Jahren Ausbr√ľche zu verzeichnen.

Malaria

Unterhalb einer H√∂he von 2.000 Metern besteht in Pakistan ganzj√§hrig ein mittleres √úbertragungsrisiko f√ľr Malaria mit saisonalen Schwankungen. Besonders w√§hrend und nach der Regenzeit steigen die Fallzahlen. Das Risiko nimmt von Norden nach S√ľden zu und ist in der Indus-Tiefebene und im Sindh, ¬†am h√∂chsten. In circa einem Drittel der F√§lle handelt es sich um die potentiell lebensbedrohliche Malaria tropica.

Die √úbertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles M√ľcken.

Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate (insbesondere Malaria tertiana) nach dem Aufenthalt ausbrechen. Je nach Reiseprofil wird¬† neben der immer notwendigen Expositionsprophylaxe eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) empfohlen. Verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Malarone¬ģ, Doxycyclin, Lariam¬ģ) sollten aus Deutschland mitgebracht werden.

Aufgrund der m√ľckengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:

‚Äst¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† k√∂rperbedeckende helle, ggf. impr√§gnierte Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
‚Äst¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† tags√ľber (Dengue, Chikungunya), in den Abendstunden und nachts (Malaria) Insektenschutzmittel auf alle freien K√∂rperstellen wiederholt aufzutragen,
‚Äst¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† unter einem impr√§gnierten Moskitonetz zu schlafen.

HIV/AIDS/Geschlechtskrankheiten

Durch sexuelle Kontakte, bei intraven√∂sem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen), durch T√§towierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion.

Durchfall- und Darmerkrankungen

Leitungswasser kann mit f√§kalen Keimen¬† kontaminiert sein. Durchfallerkrankungen sind √ľberall im Land ganzj√§hrig h√§ufig. Leitungswasser, auch in den St√§dten, hat keine Trinkwasserqualit√§t. Es wird empfohlen, nur originalverpackte Getr√§nke in Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss gr√ľndlich abzukochen, zu filtern oder chemisch zu desinfizieren. Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungesch√§lter Produkte sollte verzichtet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut durchgebraten worden sein. Allgemeine Hygienema√ünahmen wie regelm√§√üiges H√§ndewaschen oder H√§ndedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln k√∂nnen die Gefahr einer Infektion vermindern.

Cholera tritt in Pakistan, vor allem nach √úberschwemmungen auf, ist aber in aller Regel f√ľr Reisende kein Problem. Eine Impfung gegen Cholera steht zur Verf√ľgung, wird aber nicht generell empfohlen.

Polio (Kinderlähmung)

Pakistan gehört zu den wenigen Ländern weltweit, in denen immer noch regelmäßig Erkrankungen durch Polioviren gemeldet werden. Die Übertragung erfolgt durch fäkal verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Ein ausreichender Impfschutz wird dringend empfohlen (siehe aktuellen Hinweis).

Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde. . Affen k√∂nnen ebenfalls Tollwut √ľbertragen und sollten niemals gef√ľttert werden. Die notwendigen medizinischen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen von Ungeimpften sind in Pakistan au√üerhalb der Gro√üst√§dte, z.B. auch auf den Trekkingrouten im Karakorum Gebirge, nicht immer m√∂glich. Zuverl√§ssigen Schutz¬† bietet nur die Impfung vor einem Biss. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung f√ľr Reisen nach Pakistan eine besondere Bedeutung zu. Die Impfserie sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen sein.

Leishmaniasis

Insbesondere die Haut-Leishmaniasis (eine von Sandfliegen √ľbertragene, parasit√§re Erkrankung mit Hautver√§nderungen, die meist erst Wochen bis Monate nach dem Stich auftreten und lange persistieren) ist in l√§ndlichen Gegenden verbreitet. Ma√ünahmen f√ľr einen zuverl√§ssigen Insektenschutz tags√ľber sollte deshalb dringend beachtet werden. Bei nicht heilenden Hautgeschw√ľren nach einem Pakistan Aufenthalt muss an die M√∂glichkeit einer Haut-Leishmaniasis gedacht werden. Bei anhaltenden, unklaren Fiebersch√ľben und Milzvergr√∂√üerung kann auch die gef√§hrliche, generalisierte (sog. ‚Äěviszerale‚Äú) Form vorliegen, die dann in einer tropenmedizinisch erfahrenen Klinik behandelt werden muss.

Tuberkulose

Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich h√§ufiger als in Mitteleuropa vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger.

Chikungunya

Chikungunya wird durch den Stich tagaktiver M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Chikungunya-Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe tags√ľber, wie oben f√ľr Malaria beschrieben, ist die einzige m√∂gliche Schutzma√ünahme. Chikungunya kommt zunehmend w√§hrend und unmittelbar nach der Regenzeit in der bev√∂lkerungsreichen K√ľstenregion um Karachi vor.

Japanische Enzephalitis

Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entz√ľndung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechm√ľcken √ľbertragen. Vor allem Schweine und Wasserv√∂gel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selbst krank zu werden. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber h√§ufig schwer und hinterlassen bleibende Sch√§den oder enden t√∂dlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb sind ein sorgf√§ltiger M√ľckenschutz und gegebenenfalls eine vorbeugende Schutzimpfung besonders wichtig. Ein geringes √úbertragungsrisiko f√ľr JE besteht in Pakistan im Indusdelta und der Provinz Sindh, im S√ľdosten des Landes.

Grippe (Saisonale Influenza)

Saisonale Influenzaviren, einschlie√ülich der Influenza A/H1N1 (‚ÄěSchweinegrippe‚Äú), zirkulieren in Pakistan vor allem in den Wintermonaten. Ein Impfschutz empfiehlt sich bei den vom Robert-Koch-Institut angesprochenen Risikogruppen (siehe: www.rki.de). Pers√∂nliche Hygienema√ünahmen (H√§ndewaschen oder -desinfektion, Einmalhandt√ľcher in √∂ffentlichen Einrichtungen u .s. w.) und die vorbeugende Grippeschutzimpfung sind wichtige Ma√ünahmen zur Verh√ľtung einer Infektion.

Geographisch bedingte Erkrankungen

Nordpakistan ist derzeit ein eher seltenes Reiseziel f√ľr Trekkingtouristen. Bei Aufenthalten √ľber 2.300 Meter H√∂he kann es vereinzelt und besonders bei Missachtung h√∂hentaktischer Grunds√§tze, zu Anpassungsst√∂rungen und zu den verschiedenen Formen der H√∂henkrankheit kommen.

Die H√∂henkrankheit ist eine potentiell sehr gef√§hrliche Funktionsst√∂rung von Lunge und Gehirn. Erkranken k√∂nnen besonders auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, auch solche, die bereits fr√ľher gro√üe H√∂hen und rasche Aufstiege ohne Probleme bew√§ltigt haben. Zu Todesf√§llen kommt es, wenn Fr√ľhsymptome falsch gedeutet und Medikamente unvern√ľnftig eingesetzt werden. Bestimmte Erkrankungen von Herz und Lungen erh√∂hen ebenfalls das Risiko, eine H√∂henkrankheit zu erleiden.

Beschwerden, die Hinweise auf eine beginnende H√∂henkrankheit geben k√∂nnen, sind Kopfschmerzen, M√ľdigkeit, Desinteresse und Leistungsabfall. In diesem Fall ist Rast und Ruhe bis zur Beschwerdefreiheit geboten, ein weiterer Aufstieg verbietet sich. Treten u. a. Schlaflosigkeit, Sehst√∂rungen, Schwindel, Gangunsicherheit, Atemnot oder Erbrechen auf, sollte unverz√ľglich mit dem Abstieg begonnen werden ‚Äď nie alleine, sondern immer in Begleitung. Das ist auch dann der Fall, wenn Fr√ľhsymptome innerhalb von 24-36 Stunden nicht vollst√§ndig verschwinden.

Vor Reisen in gro√üe H√∂hen (√ľber 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endg√ľltigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen h√∂henmedizinisch erfahrenen Arzt. Von der Einnahme von Medikamenten zur Vorbeugung oder Behandlung der H√∂henkrankheit ohne Anweisung eines Arztes oder eines erfahrenen Bergf√ľhrers wird¬† abgeraten. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergungsrisiko (z.B. eine Hubschrauber-Evakuierung) mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme K√§lte und unwegsames oder unbekanntes Gel√§nde bergen weitere Risiken f√ľr den Reisenden in gro√üer H√∂he. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschl√§ge kann es an gef√§hrdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Bergh√§ngen kommen.

F√ľr die Hubschrauberrettung aus Bergnot gibt es in Pakistan nach Kenntnis der Botschaft keine zivilen Luftrettungsunternehmen, sondern lediglich die M√∂glichkeit einer Evakuierung durch das pakistanische Milit√§r, die sich sehr b√ľrokratisch und zeitaufw√§ndig gestaltet. Die Alarmierung kann sich je nach Unfallort sehr verz√∂gern.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist weiten Landesteilen unzureichend und entspricht medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch meist nicht europ√§ischem Standard. Sprachbarrieren k√∂nnen gerade auf dem Land die Kommunikation erheblich erschweren. In Islamabad und Karachi ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem hohen Niveau und damit auch teuer. Ein ausreichender und g√ľltiger Krankenversicherungsschutz einschlie√ülich einer Reiser√ľckholversicherung ist dringend notwendig. Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird empfohlen (www.dtg.org oder www.frm-web.de). Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Pakistan bewusst sein.

Die Versorgung mit zuverl√§ssigen Medikamenten und eine ununterbrochene K√ľhlkette sind nicht √ľberall gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch gef√§lschte Produkte verkauft werden. Reisende sollten regelm√§√üig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Pakistan mitbringen und sich f√ľr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Apotheken der gro√üen Privatkliniken bieten ein breites Spektrum zuverl√§ssiger Medikamente an.

Die Deutsche Botschaft in Islamabad und das Generalkonsulat in Karachi verf√ľgen f√ľr den Notfall √ľber eine Adressenliste von √Ąrzten und Krankenh√§usern in der jeweiligen Stadt.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden, wichtigen Hinweis:

¬†Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr ihre Gesundheit bleiben sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • Zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbesondere bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige, eingehende, medizinische Beratung durch einen Reisemediziner/Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz kurz m√∂gliche Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2kF9y1J

Indien

Indien: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 14.02.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 14.02.2017)

Letzte √Ąnderungen:¬†
Aktuelle Hinweise

Aktuelle Hinweise

Im s√ľdindischen Bundesstaat Tamil Nadu ist es aufgrund aktueller regionalpolitischer Entwicklungen nicht auszuschlie√üen, dass es zu Auseinandersetzungen in Chennai oder anderen St√§dten des Bundesstaats kommt. Es wird empfohlen, die weiteren Entwicklungen in den Medien aufmerksam zu verfolgen und Menschenansammlungen zu meiden.

Die indische Regierung hat im November 2016 die bisherigen 500- und 1.000 Rupien-Geldscheine aus dem Umlauf genommen. Neue Geldscheine wurden seitdem sukzessive in Umlauf gebracht. Da es an Geldautomaten und in Wechselstuben noch zu Engp√§ssen kommen kann, wird nachdr√ľcklich empfohlen, eine oder mehrere Kreditkarten mitzuf√ľhren.

Seit mehreren Monaten kommt es in Kaschmir bei Demonstrationen und Generalstreiks immer wieder zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften mit Todesopfern und Verletzten. Teilweise wurden Ausgangssperren verhängt.

Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen in den Landesteil Kaschmir, einschließlich Srinagar, wird derzeit abgeraten.

Reisenden wird empfohlen, sich von Menschenansammlungen fernzuhalten, besondere Vorsicht walten zu lassen und sich unmittelbar vor und w√§hrend der Reise laufend √ľber die aktuelle Lage zu informieren und Hinweisen lokaler Beh√∂rden, auch bei Stra√üensperren, Folge zu leisten.
 



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Terrorismus
Die Sicherheitslage in Indien bleibt vor dem Hintergrund zahlreicher schwerer Terroranschläge in den letzten Jahren angespannt. Angesichts der terroristischen Gefahren wird landesweit zu besonderer Wachsamkeit geraten, insbesondere beim Besuch von Märkten und öffentlichen Plätzen, bei großen Menschenansammlungen sowie in der Nähe von Regierungsgebäuden und nationalen Wahrzeichen. Dies gilt insbesondere im zeitlichen Umfeld staatlicher und religiöser Feiertage sowie von Großereignissen. Es muss davon ausgegangen werden, dass insbesondere New Delhi und andere Metropolen des Landes im Fokus terroristischer Aktivitäten stehen. Die Anschläge der letzten Jahre bestätigen die Tendenz, dass auch touristisch frequentierte Orte zunehmend ins Visier der Terroristen geraten.

Allgemeine Kriminalität

Das Risiko, dem ausl√§ndische Reisende durch Gewaltkriminalit√§t ausgesetzt sind, ist in den touristisch erschlossenen Gebieten Indiens eher gering. Reisende sollten sich dennoch stets von Vorsicht leiten lassen. Situationsangemessenes und kulturbewusstes Verhalten empfiehlt sich vor dem Hintergrund der Berichte √ľber sexuelle √úbergriffe vor allem auch f√ľr alleinreisende Frauen.

Touristen in New Delhi und anderen indischen St√§dten werden gelegentlich von √∂rtlichen Reiseveranstaltern (vornehmlich im Stadtzentrum von New Delhi¬†‚ÄěConnaught Place‚Äú) mit aggressiven Verkaufsmethoden zum Kauf √ľberteuerter Reisen gen√∂tigt. Diese B√ľros geben sich regelm√§√üig als ‚Äěstaatlich anerkannt‚Äú aus, um besondere Qualit√§t und Reputation vorzugeben. √Ėrtliche Taxifahrer arbeiten mitunter mit diesen Veranstaltern zusammen und fahren Touristen gezielt dorthin, insbesondere direkt nach Ankunft am Flughafen in Delhi. Reisende sollten bei Reisebuchungen in indischen Reiseb√ľros besonders wachsam sein. Reisende, die in Bedr√§ngnis geraten, sollte auf unverz√ľgliche Kontaktaufnahme mit der lokalen Polizei (in Delhi die spezielle 24 Stunden operierende ‚ÄěTourist Police‚Äú, Notruf 100) bestehen.

Es wird darauf hingewiesen, dass¬†Touristen ‚Äď besonders in Rajasthan und Goa ‚Äď wiederholt Opfer¬†gut organisierter Trickbetr√ľger geworden sind, u. a. √ľber das Angebot lukrativer Juwelengesch√§fte.

Bundesstaat Jammu und Kaschmir (siehe auch aktuelle Hinweise)
Seit September 2016 kommt es wieder verst√§rkt zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen indischen und pakistanischen Truppen wie auch mit verschiedenen Separatistengruppen entlang der internationalen Grenze und der Waffenstillstandslinie (LoC) in Jammu und Kaschmir. Es wird empfohlen, vor Reisen in die Region aktuelle Informationen √ľber die Sicherheitslage einzuholen und den Anweisungen der lokalen Beh√∂rden Folge zu leisten.

Unbedingt erforderliche Reisen nach Srinagar sollten auf dem Luftweg erfolgen. Wegen der Gefahr terroristischer Gewalttaten und unvorhersehbaren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei bzw. Armee wird jedoch stets zu besonderer Vorsicht geraten. Unmittelbar vor und w√§hrend der Reise in den Landesteil Kaschmir sollten aktuelle Informationen √ľber die Sicherheits- und Infrastrukturlage eingeholt werden.¬†¬†

Der Kaschmirkonflikt hat in den vergangenen Jahrzehnten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskr√§ften und zu zahlreichen Bombenanschl√§gen mit vielen Todesopfern gef√ľhrt. Gegen Ausl√§nder gerichtete Einzelaktionen (auch Entf√ľhrungen) k√∂nnen in der gesamten Region nicht ausgeschlossen werden.

Landesteil Jammu
In Jammu ist die Sicherheitslage grundsätzlich stabil. Allerdings kann es auch hier zu unvorhersehbaren gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften kommen, sodass unmittelbar vor einer Reise nach Jammu aktuelle Informationen eingeholt und vor Ort größere Menschenansammlungen vermieden werden sollten.

Landesteil Ladakh
Trekkern wird dringend geraten, sich hinsichtlich der Auswahl der Trekkingrouten vor Ort von vertrauensw√ľrdigen und ortskundigen F√ľhrern beraten zu lassen. Generell wird dringend abgeraten, allein oder mit einem nicht ausgewiesenen F√ľhrer durch diese Gegenden zu trekken, per Autostopp zu reisen oder an einsamen Pl√§tzen zu zelten.
Wegen erheblicher Sicherheitsrisiken sollten in Ladakh die Grenzgebiete gemieden werden. In diesem Zusammenhang wird auf die Genehmigungspflicht von Reisen in grenznahe Gebiete durch die indischen Behörden verwiesen.

Nordosten
In den nord√∂stlichen¬† Bundesstaaten¬† Indiens ‚Äď (Arunachal Pradesh, Assam, Nagaland, Manipur, Meghalaya, Mizoram und Tripura) ‚Äst sind in einigen Regionen noch militante politische Gruppen und auch kriminelle Banden aktiv. Touristen sind zumindest bisher nicht Ziel¬†von Anschl√§gen und Entf√ľhrungen, k√∂nnen aber dennoch leicht in Gefahr geraten.

Bei Reisen in den Nordosten Indiens sollten sich Reisende daher auf sicherheitsbewusste, zuverl√§ssige lokale Partner (Reiseveranstalter, Hotels/Ressorts, Gesch√§ftspartner) verlassen und sich situationsgerecht verhalten. F√ľr einige Gebiete sind zus√§tzlich zum Visum Einreisegenehmigungen erforderlich. Es wird empfohlen, zur aktuellen Sicherheitslage und zu eventuellen besonderen Genehmigungserfordernissen kurz vor einer Reise in den Nordosten Indiens aktuelle Informationen, z. B. von lokalen Reiseveranstaltern, einzuholen.

Andere Regionen
Die Bundesstaaten Bihar, Jharkand, Chhattisgarh, der √§u√üerste S√ľdwesten von Orissa, der √§u√üerste Norden von Andhra Pradesh und der √§u√üerste Osten von Maharashtra verzeichnen ‚Äď insbesondere in l√§ndlichen Gebieten ‚Äď bewaffnete Aktivit√§ten einer militant-sozialrevolution√§ren maoistischen Bewegung, die in einzelnen Distrikten bis hin zur Aus√ľbung quasistaatlicher Gewalt gehen. Die Aktivit√§ten richteten sich bislang nicht gegen Ausl√§nder, in 2012 ist es jedoch zu einem Entf√ľhrungsfall gekommen. Auch Sabotageakte und Anschl√§ge auf das √∂ffentliche Eisenbahnnetz wurden in der Vergangenheit ver√ľbt. Generell wird dringend geraten, vor Reisen in die genannten Gebiete Informationen √ľber die Sicherheitslage einzuholen und touristische Aktivit√§ten nicht ohne ortskundige einheimische Begleitung durchzuf√ľhren.

Besondere Reisegenehmigungen werden u. a. f√ľr Teile von Sikkim, Arunachal Pradesh und f√ľr die Lakkadiven (Lakshadweep Islands) ben√∂tigt. Die Genehmigungen m√ľssen in Indien vor der Einreise in die genannten Staaten eingeholt werden. Die Genehmigungspflicht f√ľr Reisen nach Nagaland, Mizoram und die Andamanen wurde aufgehoben. Eine Registrierung nach Ankunft ist erforderlich. Die Inselgruppe der Nicobaren (Nicobar Islands) ist nach wie vor f√ľr Touristen nicht zug√§nglich. Informationen zu Reisegenehmigungen k√∂nnen bei den indischen Auslandsvertretungen in Deutschland eingeholt werden.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Die Lekt√ľre einschl√§giger Reisef√ľhrer mit spezifischen Verhaltensempfehlungen und der Sicherheitshinweise des Ausw√§rtigen Amts zu m√∂glichen Risiken f√ľr Reisende wird empfohlen.

Es wird darauf hingewiesen, dass in Indien keine professionelle, private Infrastruktur f√ľr Nothilfe ‚Äď insbesondere f√ľr Such- und Bergungsaktionen bei Unf√§llen im Hochgebirge ‚Äď zur Verf√ľgung steht. Hilfsma√ünahmen m√ľssen b√ľrokratisch und zeitintensiv √ľber das Au√üenministerium und die milit√§rischen Einrichtungen eingeleitet werden.¬†

Leihmutterschaft

Wer erw√§gt, in Indien ein Kind durch eine Leihmutter austragen zu lassen, sollte folgende Hinweise beachten: Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Ein von einer verheirateten indischen Leihmutter geborenes biologisches Kind eines deutschen Staatsangeh√∂rigen hat keinen Anspruch auf einen deutschen Reisepass. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden (Aktenzeichen VG 23 L 79.11). Indien erteilt zudem keine Visa mehr an Ausl√§nder, die zur Durchf√ľhrung einer Leihmutterschaft einreisen wollen. Weitere Informationen sind unter folgendem Link erh√§ltlich: http://ift.tt/1kRMWsx.



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente

Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja, mit Foto

Anmerkungen: Kindereintr√§ge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr g√ľltig. Jedes Kind ben√∂tigt ein eigenes Ausweisdokument.

Visum

Deutsche Staatsangeh√∂rige ben√∂tigen f√ľr die Einreise nach Indien grunds√§tzlich ein Visum. Inhaber deutscher Reisep√§sse k√∂nnen seit November 2014 unter bestimmten Voraussetzungen ein elektronisches Touristenvisum (e-Tourist Visa ‚Äď e-TV) erhalten. Das e-TV muss bis sp√§testens vier Tage vor dem geplanten Einreisedatum beantragt werden und berechtigt zur einmaligen Einreise f√ľr einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen.

Auf der Homepage http://ift.tt/1z0NpMR¬†sind die Voraussetzungen f√ľr ein elektronisches Touristenvisum aufgef√ľhrt. Dort kann das e-TV beantragt werden. In Einzelf√§llen soll es bei der Online-Bezahlung der e-TV zu Schwierigkeiten gekommen sein. Es wird deshalb empfohlen, sicherzustellen, dass die Zahlung tats√§chlich erfolgt ist. Reisende sind verpflichtet einen Ausdruck des e-TV mit sich zu f√ľhren.

Eine 24/7-Hotline f√ľr elektronische Touristenvisa ist telefonisch unter +91-11-2430 0666 oder per E-Mail √ľber indiatvoa@gov.in¬†eingerichtet.

Das e-TV wurde zus√§tzlich zu allen bereits bestehenden Visumskategorien eingef√ľhrt. Alle anderen Visa sind wie bisher bei der zust√§ndigen indischen Auslandsvertretung zu beantragen, Antragstellungen an der Grenze oder am Flughafen sind nicht m√∂glich.

Regul√§re Touristenvisa werden grunds√§tzlich mit einer G√ľltigkeitsdauer von¬†sechs Monaten ab dem Tag des Ausstellungsdatums ausgestellt, wobei in der Regel mehrmalige Einreisen m√∂glich sind (multiple entry visa).

Eine Verl√§ngerung der G√ľltigkeit des Touristenvisums in Indien selbst durch das zust√§ndige √∂rtliche Foreigners‚Äô Regional Registration Office (FRRO) erfolgt nur in begr√ľndeten Ausnahmef√§llen, wie z. B. ernsthafte Erkrankung am Urlaubsort u. √§.

Bei einer beabsichtigten Gesamtaufenthaltsdauer von mehr als 6 Monaten oder sofern eine solche Auflage im indischen Visum (z. B. Arbeitsvisum) aufgef√ľhrt ist, besteht ‚Äď unabh√§ngig von der beabsichtigten Dauer des einzelnen Aufenthalts ‚Äď eine Registrierungspflicht beim √∂rtlich zust√§ndigen District Foreigners‚Äė Registration Office (FRO) bzw. beim Foreigners‚Äė Regional Registration Office (FRRO). Diese muss innerhalb von 14 Tagen nach der Ankunft wahrgenommen werden. Nichtregistrierung f√ľhrt regelm√§√üig dazu, dass der/die Betroffene am indischen Flughafen an der Ausreise gehindert wird und dann beim √∂rtlich zust√§ndigen FRRO eine gesonderte Ausreiseerlaubnis einholen muss, was zwangsl√§ufig eine mehrt√§gige Ausreiseverz√∂gerung mit sich bringt und bei geplanter Ausreise, z. B. von New Delhi, eine R√ľckreise an den letzten Aufenthaltsort erforderlich macht. Diese Formalit√§ten sind zudem sehr umst√§ndlich und f√ľhren regelm√§√üig zu substanziellen Problemen. Eine Einflussnahme der zust√§ndigen deutschen Auslandsvertretung ist in derartigen F√§llen erfahrungsgem√§√ü nicht m√∂glich. Bei Aufenthalt von mehr als 180 Tagen mit Business oder Employment Visa empfiehlt es sich, bei Abreise eine Steuerbescheinigung (Tax Clearance Certificate) mit sich zu f√ľhren, die erfahrungsgem√§√ü oft noch verlangt wird, obgleich dies nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben ist.

Auf der Website des indischen Innenministeriums sind nähere Angaben zum Thema Touristen- und Arbeitsvisa (FAQ Tourist Visa und FAQ Employment Visa) zu finden, siehe www.mha.nic.in und www.boi.gov.in.

Reisende, die nicht innerhalb der G√ľltigkeit des Visums ausreisen, m√ľssen mit einer Haftstrafe und mehrj√§hrigem Einreiseverbot rechnen.

Es kommt immer wieder vor, dass Pässe bei der Einreise von den Grenzbehörden nicht gestempelt werden. Bitte achten Sie unbedingt darauf, dass Sie einen Einreisestempel erhalten und verwahren Sie Ihren Reisepass sicher! Ohne Einreisestempel kommt es bei der Ausreise zu erheblichen Schwierigkeiten. Mehrtägige Verzögerungen durch Erwerb einer Ausreiseerlaubnis beim FRO und Ministry of Home Affairs (nur in Delhi) sind die Regel. Dies gilt auch im Fall eines Passverlustes während des Indienaufenthalts und der erforderlichen Erteilung eines Ersatzdokuments durch die zuständige deutsche Auslandsvertretung.

Immer wieder kommt es vor, dass Reisende ausgewiesen werden, weil ihre Aktivit√§ten in Indien (oft NGO-Arbeit) nach Auffassung der indischen Beh√∂rden nicht mit dem Status eines Touristenvisums vereinbar sind. Es wird empfohlen, konkret anlassbezogene Visa zu beantragen, z. B. Konferenzvisa oder Business/Employment/Entry (X) Visa f√ľr Freiwilligenarbeit.¬†

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.



Besondere Zollvorschriften

Devisen ab einem Betrag von 5000,- US-$ (bar oder Reiseschecks) sind bei der Einreise zu deklarieren. Auch andere hochwertige Gegenst√§nde (z. B. Videokameras) m√ľssen deklariert werden.

Die Einfuhr von Goldm√ľnzen und -barren sowie von Waffen ist streng verboten. Ausl√§nder indischer Abstammung (NIO) k√∂nnen bis zu 10 kg Gold einf√ľhren, H√∂he der Zollabgaben 250,- INR per Gramm. Voraussetzung ist ein Mindestaufenthalt im Ausland von sechs Monaten.

Die Ein- und Ausfuhr der indischen Währung ist verboten. Grundsätzlich ist jedoch in Indien ansässigen Personen die Ein- und Ausfuhr von max. 5000,- INR gestattet.

Die Einfuhr pornografischen Materials ist verboten.

Die Ausfuhr von gesch√ľtzten Tierh√§uten und Pflanzen ist verboten; Verst√∂√üe werden mit hohen Geld- und Haftstrafen geahndet.

Bei einem Verstoß gegen Zollvorschriften droht Verhaftung bei der Ausreise.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Der Besitz ‚Äď selbst kleinster Mengen ‚Äď Drogen ist verboten und wird mit hohen Haftstrafen geahndet. Dies gilt ebenso f√ľr die Ausfuhr von gesch√ľtzten Tierh√§uten und Pflanzen.

In den einzelnen indischen Bundesstaaten gelten unterschiedliche Vorschriften zu Alkoholkauf und -verzehr. So schwankt das Mindestalter f√ľr Alkoholverzehr z.B. zwischen 18 und 25 Jahren. Einige indische Bundesstaaten gestatten Alkohol ausschlie√ülich f√ľr medizinische Zwecke, in anderen ist eine spezielle Erlaubnis f√ľr den Kauf, Transport oder Verzehr von Alkohol erforderlich. Die Strafen bei Versto√ü gegen die jeweiligen Regelungen k√∂nnen teilweise sehr streng sein. Reisenden wird empfohlen, sich in den jeweiligen Bundesstaaten √ľber die geltenden Regelungen zu Alkoholkauf und -verzehr zu informieren.

Auch der illegale Aufenthalt in Indien ‚Äď ohne g√ľltigen Pass und /oder Aufenthaltserlaubnis, dazu z√§hlt auch die √úberschreitung des G√ľltigkeitszeitraums des Visums und die Verletzung der Registrierungspflicht (vgl. unter Einreisebestimmungen), ‚Äď kann mit langen Haftstrafen oder Geldstrafen geahndet werden. Ebenso ist der Aufenthalt ohne Genehmigung in Gebieten mit Genehmigungspflicht (protected and restricted areas) eine Straftat, die mit Haft geahndet wird. Dies gilt auch f√ľr einige touristisch interessante Gegenden u.a. in Ladakh und Sikkim oder auf den Andamanen.

Gem. ¬ß 377 des indischen Strafgesetzbuches ist homosexueller Geschlechtsverkehr strafbar (Urteil des Supreme Court vom 11.12.2013), die H√∂chststrafe betr√§gt lebenslange Freiheitsstrafe. Gleichgeschlechtliche Lebenspartner sollten in der √Ėffentlichkeit diskret und zur√ľckhaltend auftreten.¬†

Der Besitz und die Nutzung von Satellitentelefonen sind in Indien verboten und wird ebenfalls strafrechtlich geahndet. 



Medizinische Hinweise 

Impfschutz

Ab 1. M√§rz 2014 wird bei Einreise aus L√§ndern mit gemeldeten Polio Erkrankungen (Afghanistan, Nigeria und Pakistan; Stand 05.02.2014) und L√§ndern, in denen nachgewiesen wurde, dass dort Polioviren zirkulieren (√Ąthiopien, Kenia, Somalia und Syrien; Stand 05.02.2014) der Nachweis einer oralen Polioimpfung (fr√ľher: Schluckimpfung, heute: OPV), die nicht j√ľnger als sechs Wochen und nicht √§lter als ein Jahr sein darf, gefordert. Bei wiederholten Reisen ist die orale Polio Impfung ggf. j√§hrlich zu wiederholen. Ein Impfnachweis nach WHO-Standard ist mitzuf√ľhren.

Das indische Gesundheitsministerium f√ľhrte dazu kl√§rend aus, dass der Impfnachweis f√ľr Ausl√§nder, z. B. deutsche Staatsb√ľrger, die in den sieben polio-infizierten L√§ndern leben¬† und nach Indien reisen, nicht erforderlich ist. Genauso ist der Impfnachweis nicht erforderlich f√ľr Ausl√§nder, z. B. deutsche Staatsb√ľrger, die in Indien leben und in polio-infizierte L√§nder reisen (http://mohfw.nic.in/).

Eine g√ľltige Impfung gegen Gelbfieber wird nur f√ľr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (siehe www.who.int). Impfzeugnisse, die eine Impfung in den letzten zehn Jahren vor der Einreise bescheinigen, werden anerkannt. Bei direkter Einreise aus z. B. Deutschland besteht keine Impfnotwendigkeit gegen Gelbfieber.

Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gem√§√ü aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene (siehe www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls zu vervollst√§ndigen.¬†Dazu geh√∂ren auch f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderl√§hmung), ggf. auch Masern, Mumps, R√∂teln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.

Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis ACWY und Japanische Encephalitis empfohlen.   

Durchfall- und Darmerkrankungen

Durchfallerkrankungen sind √ľberall im Land ganzj√§hrig h√§ufig. Leitungswasser hat auch in St√§dten oft keine Trinkwasserqualit√§t. Es wird empfohlen, nur originalverpackte Getr√§nke in Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss antibakteriell zu filtern oder zu kochen. F√ľr das Waschen von Obst und Gem√ľse oder zum Z√§hneputzen sollte ebenfalls nur Trinkwasser verwendet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart sein.

Das Infektionsrisiko f√ľr Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Am√∂ben, Lamblien und Wurmerkrankungen, Hepatitis A und E besteht landesweit. Allgemeine Hygienema√ünahmen wie regelm√§√üiges H√§ndewaschen oder H√§ndedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln k√∂nnen die Gefahr einer Infektion vermindern.

Cholera

Cholera tritt in Indien immer wieder auf, ist in aller Regel und bei Beachtung der √ľblichen Hygieneregeln aber f√ľr Touristen keine Bedrohung. Eine Impfung gegen Cholera steht zur Verf√ľgung, wird aber nicht generell empfohlen.

Malaria

Die √úbertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles- M√ľcken. Unbehandelt verl√§uft insbesondere die gef√§hrliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen Europ√§ern h√§ufig t√∂dlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen nach dem Aufenthalt in Endemiegebieten ausbrechen. Die Beschwerden bei einer Malaria (Fieber, Sch√ľttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, u. a.) sind meist uncharakteristisch und von einer Grippe oder einer √§hnlichen Erkrankung nicht zu unterscheiden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung kann auch die Malaria tropica zuverl√§ssig behandelt werden, ohne dass es zu bleibenden Sch√§den oder Beschwerden kommt.

Au√üer in H√∂henlagen √ľber ca. 1500 Meter besteht in Indien ganzj√§hrig ein mittleres √úbertragungsrisiko f√ľr Malariaerkrankungen mit saisonalen Schwankungen: besonders in den Monaten w√§hrend und nach der Regenzeit steigen die Fallzahlen an. In Indien sind die gro√üen St√§dte davon nicht ausgenommen. Insbesondere in Mumbai und in Delhi waren in den letzten Jahren zunehmende Malaria Erkrankungen zu verzeichnen.

Das Risiko ist im Tiefland im Nordosten und im Bundesstaat Orissa am h√∂chsten und nimmt vom Norden und den zentralen Landesteilen nach S√ľden hin ab. Dabei handelt es sich landesweit in √ľber der H√§lfte der F√§lle um die potentiell lebensbedrohliche, durch Plasmodium falciparum verursachte, Malaria tropica.¬†

Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malariaerkrankung. Ein ausreichender Schutz vor Stechm√ľcken (Expositionsprophylaxe), insbesondere w√§hrend der D√§mmerung und nachts, ist der wichtigste Schutz vor einer Malariaerkrankung.¬†
· Das Tragen langer, heller und gegen Insekten imprägnierter Bekleidung im Freien,
· Das konsequente Einreiben aller Hautflächen mit einem geeigneten Repellent und
· Das Benutzen imprägnierter Moskitonetze während der Nacht oder
¬∑¬†Der Aufenthalt in M√ľcken-gesch√ľtzten R√§umen (Fliegengitter, Klimaanlagen)vermindern das Risiko einer √úbertragung deutlich und sch√ľtzen auch vor anderen stechm√ľcken√ľbertragenen Erkrankungen wie Dengue Fieber, Chikungunya und Japanischer Enzephalitis. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird nicht generell empfohlen (www.dtg.org) und ist nur in Ausnahmef√§llen zu erw√§gen. Aufgrund des Risikos in Indien, gef√§lschte Medikamente zu erwerben, ist das Mitf√ľhren eines verschreibungspflichtigen Malariamittels zur so genannten Notfalltherapie angeraten. Die individuelle Auswahl des Medikaments und m√∂gliche Nebenwirkungen, beziehungsweise Unvertr√§glichkeiten mit anderen Medikamenten, m√ľssen entsprechend dem Reiseverlauf und pers√∂nlichen Umst√§nden mit einem Tropen- oder Reisemediziner vor Ausreise besprochen werden. Beim Auftreten von Fieber nach einem Aufenthalt in Indien ist eine umgehende Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet immer notwendig.

Dengue Fieber

Dengue Fieber wird durch tagaktive M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein Hautausschlag kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. In Einzelf√§llen k√∂nnen schwere Verl√§ufe mit ernsthaften Gesundheitssch√§den oder Todesfolge auftreten. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Dengue Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe, wie oben f√ľr Malaria beschrieben, ist die einzige m√∂gliche Schutzma√ünahme.

Dengue Fieber kommt landesweit, besonders an den K√ľsten, aber auch in St√§dten und in H√∂henlagen bis ca. 1.500 Metern vor. W√§hrend und nach dem Monsun steigen die Fallzahlen. 2015 ist der Ausbruch in der Hauptstadt New Delhi deutlich st√§rker als in den Vorjahren.

Chikungunya

Chikungunya wird durch den Stich tagaktiver M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Chikungunya Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe, wie oben f√ľr Malaria beschrieben, ist die einzige m√∂gliche Schutzma√ünahme. Chikungunya kommt zunehmend w√§hrend und unmittelbar nach der Regenzeit und besonders in den bev√∂lkerungsreichen K√ľstengebieten und den gro√üen Metropolen vor.

Japanische Encephalitis

Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entz√ľndung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechm√ľcken √ľbertragen. Vor allem Schweine und Wasserv√∂gel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selbst krank zu werden. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber h√§ufig schwer und hinterlassen bleibende Sch√§den oder enden t√∂dlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb sind ein sorgf√§ltiger M√ľckenschutz und gegebenenfalls eine vorbeugende Schutzimpfung besonders wichtig. Ein geringes √úbertragungsrisiko f√ľr JE besteht in Indien landesweit, besonders auf dem Land. In den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Bihar kommt es immer wieder zum geh√§uften Auftreten von Enzephalitiden und Hirnhautentz√ľndungen, deren Ursache nicht immer eindeutig gekl√§rt werden kann und die verschiedenen Erregern zugeschrieben werden. 2011 kam es auch in New Delhi zu einem kleinen Ausbruch von JE, der mit Beginn des Winters abgeflaut ist.

Grippe (Saisonale Influenza)

Die saisonalen Influenzaviren, einschlie√ülich der neuen Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe), zirkulieren in Nordindien in den Wintermonaten. Im S√ľden sind Grippeviren in deutlich geringerer H√§ufigkeit ganzj√§hrig nachweisbar. 2010/2011 und 2014/2015 kam es zu einer H√§ufung von Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe) F√§llen, vor allem in Delhi und in den Bundesstaaten Haryana, Maharashtra, Andhra Pradesh, Gujarat und Rajastan.

Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde. Affen k√∂nnen ebenfalls Tollwut √ľbertragen und sollten niemals gef√ľttert werden. Die notwendigen, medizinischen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen bei Ungeimpften sind in Indien au√üerhalb der Gro√üst√§dte, z. B. auch auf den Trekkingrouten im Norden, nicht immer m√∂glich, eine ununterbrochene K√ľhlkette der Impfstoffe ist nicht √ľberall gew√§hrleistet. Zuverl√§ssigen Schutz vor Tollwut bietet die vorbeugende Impfung. Sie ist f√ľr Indienreisende besonders wichtig.

Tuberkulose

Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich h√§ufiger als in Mitteleuropa vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger.

HIV/ AIDS/Geschlechtskrankheiten

Durch sexuelle Kontakte, bei intraven√∂sem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen) durch T√§towierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex dringend empfohlen. In Indien ist in den letzten Jahren die Zahl der Infektionen haupts√§chlich durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr sprunghaft angestiegen.

Geographisch bedingte Erkrankungen

Nordindien ist ein beliebtes Reiseziel f√ľr Trekkingtouristen, die in gro√üe H√∂hen aufsteigen. Oft reicht die Zeit nicht f√ľr eine stufenweise H√∂henanpassung. Verschiedene Formen von akuter H√∂henkrankheit sind m√∂glich.

H√∂henkrankheit tritt besonders bei raschem Aufstieg auf √ľber 2.300 m auf. Sie kann zu potentiell sehr gef√§hrlichen Funktionsst√∂rung von Lunge und Gehirn f√ľhren. Erkranken k√∂nnen auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, selbst wenn sie fr√ľher gro√üe H√∂hen und rasche Aufstiege ohne Probleme bew√§ltigt haben. Todesf√§lle sind m√∂glich.

Beschwerden, die auf eine beginnende H√∂henkrankheit hinweisen k√∂nnen, sind: Kopfschmerzen, M√ľdigkeit, Desinteresse und Leistungsabfall. In diesem Fall ist Rast und Ruhe bis zur Beschwerdefreiheit geboten, ein weiterer Aufstieg verbietet sich. Treten u. a. Schlaflosigkeit, Sehst√∂rungen, Schwindel, Gangunsicherheit, Atemnot oder Erbrechen auf, sollte unverz√ľglich mit dem Abstieg begonnen werden ‚Äď nie alleine, sondern immer in Begleitung. Das ist auch dann der Fall, wenn Fr√ľhsymptome innerhalb von 24-36 Stunden nicht vollst√§ndig verschwinden.

Vor Reisen in gro√üe H√∂hen (√ľber 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endg√ľltigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen h√∂henmedizinisch erfahrenen Arzt, der vielleicht auch ein Medikament zur Vorbeugung verordnet. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergerisiko (z. B. eine Hubschrauber-Evakuierung) mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme K√§lte und unwegsames oder unbekanntes Gel√§nde bergen weitere Risiken f√ľr den Reisenden in gro√üer H√∂he. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschl√§ge kann es an gef√§hrdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Bergh√§ngen kommen.

F√ľr die Hubschrauberrettung aus Bergnot gibt es in Indien nach Kenntnis der deutschen Botschaft keine zivilen Luftrettungsunternehmen, sondern lediglich die M√∂glichkeit einer Evakuierung durch das indische Milit√§r, die sich sehr b√ľrokratisch und zeitaufw√§ndig gestaltet. Die Alarmierung kann je nach Unfallort oft nur sehr verz√∂gert erfolgen, die Benutzung von Satellitentelefonen ist in Indien strikt verboten. Es k√∂nnen trotz gro√üem Zeitdruck aufgrund einzuholender Genehmigungen diverser staatlicher Stellen vor allem am Wochenende mitunter mehrere Tage vergehen, bis ein Suchtrupp oder ein Helikopter dann einsatzbereit sind. Witterungsbedingt sind die Flugger√§te nicht immer einsatzbereit und k√∂nnen meist nur in einem sehr engen Zeitfenster fr√ľhmorgens starten. Die Kosten√ľbernahme einer Rettung muss in jedem Fall vor dem Start der Rettungsaktion gekl√§rt sein und ist in der Regel zun√§chst vom Verungl√ľckten selbst zu tragen. Eine individuell angepasste Reiseapotheke ist nach R√ľcksprache mit einem Reisemediziner beim Trekking immer mitzuf√ľhren.

Im S√ľden des Landes ist die Sonneneinstrahlung wegen der √Ąquatorn√§he besonders intensiv. ¬†Unangenehme und langfristig gef√§hrliche Sonnenbr√§nde sind h√§ufig. Auf einen guten Sonnenschutz und eine ausreichende Fl√ľssigkeitsaufnahme muss insbesondere bei Kindern und √§lteren Personen geachtet werden.

Gef√§hrliche Str√∂mungen f√ľhren an den K√ľsten immer wieder zu Badeunf√§llen. Warnungen an den Str√§nden sind unbedingt zu beachten. Kinder sollten an Str√§nden niemals unbeaufsichtigt spielen. Durch Tierkot verunreinigte Str√§nde bergen ein Infektionsrisiko f√ľr parasit√§re Hauterkrankungen (Larva migrans cutanea).

Weitere Gesundheitsgefahren

Technische √úberwachungen der Fahrzeuge, wie in Mitteleuropa √ľblich, werden in Indien nicht durchgef√ľhrt. Verkehrsregeln werden von der gro√üen Mehrheit der Fahrer missachtet. Schwere Verkehrsunf√§lle sind insbesondere bei √úberlandfahrten h√§ufig. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notf√§llen oder Unf√§llen, kann in weiten Landesteilen nicht gew√§hrleistet werden, ein zuverl√§ssig funktionierendes Rettungswesen ist auch in den St√§dten nicht √ľberall existent. Gehwege existieren h√§ufig nicht ¬†oder bergen erhebliche Unfallgefahren wie unerwartete Stolperfallen oder nicht gesicherte oder gekennzeichnete Baugruben.

Die Luftverschmutzung in den St√§dten hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. In Delhi und Kalkutta kommt es in den Wintermonaten au√üerdem zu einer hohen Belastung der Luft durch Verbrennungsr√ľckst√§nde und Qualm. Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD k√∂nnen sich dadurch erheblich verschlechtern.

Patienten mit psychischen Erkrankungen wird dringend geraten, ihre Medikamente vor und w√§hrend einer Indienreise nicht abzusetzen. Eine psychiatrische und deutschsprachige Versorgung wie im Heimatland kann meist nicht gew√§hrleistet werden. Zudem versichern viele Reisekrankenversicherungen medizinische Leistungen bei psychischen Erkrankungen nicht! In solchen F√§llen ist oft auch ein spontaner Heimflug ausgeschlossen, da zahlreiche kommerzielle Fluglinien die Mitnahme labiler Patienten mit psychischen Erkrankungen ohne psychiatrische Begleitung ablehnen. Bitte besprechen Sie ggf. Ihre Reisepl√§ne ausf√ľhrlich mit ihrem behandelnden Arzt.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend und entspricht medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch meist nicht europ√§ischem Standard. Sprachbarrieren k√∂nnen gerade auf dem Land die Kommunikation erheblich erschweren. In den gro√üen St√§dten ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem hohen und sehr hohen Niveau und damit auch deutlich teurer. Zahlreiche Patienten aus der ganzen Welt kommen zu planbaren Behandlungen und Operationen ins Land. Bei schweren Erkrankungen muss deshalb ggf. eine medizinische Evakuierung in eine der gro√üen urbanen Kliniken erwogen werden. Dort ist es √ľblich, vor Behandlungsbeginn eine erhebliche Anzahlung zu leisten, was das Budget eines Reisenden bei schweren Erkrankungen und intensivpflichtigen Behandlungen oft sprengt. Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner pers√∂nlich¬† beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe Kontaktadressen z.B.: http://www.dtg.org/ oder http://www.frm-web.de/). Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Indien bewusst sein.

Die Versorgung mit zuverl√§ssigen Medikamenten und eine ununterbrochene K√ľhlkette sind nicht √ľberall gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch gef√§lschte Produkte statt richtiger Medikamente verkauft werden. Reisende sollten regelm√§√üig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Indien mitbringen und sich f√ľr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Apotheken der gro√üen Privatkliniken bieten ein breites Spektrum zuverl√§ssiger Medikamente an. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegen√ľber h√§ufig eingesetzten Antibiotika auf.

Die deutsche Botschaft in Neu Delhi und die Generalkonsulate in Bangalore, Chennai, Kalkutta und Mumbai verf√ľgen f√ľr den Notfall √ľber eine Adressenliste von √Ąrzten und Krankenh√§usern in der jeweiligen Stadt.

Bitte beachten Sie neben unseren generellen Haftungsausschluss den folgenden Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

Stand 14.02.2017

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2lfJ3Ee

Das Arri-Kino zeigt die ausgezeichneten Werke des Menschenrechts-Filmpreises. Die Geschichten f√ľhren nach Mexiko, Indien, Zentralafrika und Deutschland

from Kultur ‚Äď SZ.de mehr auf http://ift.tt/2lccuHP

Bhutan

Bhutan: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 01.02.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 01.02.2017)

Letzte √Ąnderung:
Medizinische Hinweise

Landesspezifischer Sicherheitshinweis

F√ľr Bhutan besteht derzeit kein landesspezifischer Sicherheitshinweis.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Allgemeine Reiseinformationen

Die Regierung Bhutans verfolgt eine sehr spezielle Visapolitik. Die Einreise ist grunds√§tzlich nur als Tourist (Gruppe und Einzelreisender) oder als Gast der Regierung m√∂glich. Zu buchen sind Reisen ausschlie√ülich √ľber eines der registrierten Reiseunternehmen Bhutans (siehe auch Einreisebestimmungen). N√§here Ausk√ľnfte erteilt ‚ÄěBhutan Tourism‚Äú, die touristische Repr√§sentanz Bhutans f√ľr die deutschsprachigen L√§nder,¬†Karl-Marx-Allee 91 A, 10243 Berlin,
Tel.: +49 30 42 08 49 43, E-Mail: info@bhutantourism.de.

In Bhutan gibt es keine deutsche Auslandsvertretung. Die f√ľr Bhutan zust√§ndige Vertretung ist die deutsche Botschaft in New Delhi, Indien:
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
New Delhi No. 6/50G
Santi Path
Chanakyapuri
New Delhi 110021
Tel.: +91 11 44 19 91 99
Fax +91 11 26 87 31 17
Internet: http://ift.tt/2hB5SR3
Email: info@new-delhi.diplo.de  

Alle Reisenden haben die M√∂glichkeit, sich im elektronischen Meldesystem des Ausw√§rtigen Amts (http://ift.tt/1dde4ZL) anzumelden. Hier√ľber werden im Bedarfsfall Sicherheitshinweise versandt. Insbesondere Reisenden, die nicht Teil einer Pauschalreisegruppe sind wird geraten, von dieser M√∂glichkeit Gebrauch zu machen. Pauschalreisende werden ggfs. √ľber die Reiseveranstalter √ľber die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Ein- und Ausreise

Grenz√ľbergangspunkte sind der Flughafen in Paro bei Thimphu oder bei der Anreise mit dem Auto in Phuentsholing im S√ľden des Landes.

Flugverbindungen

Die nationale Fluglinie Druk Air unterhält Flugverbindungen in folgende Länder bzw. Städte: Indien (Delhi, Kalkutta, Mumbai, Bagdogra, Gaya und Guwahati), Thailand (Bangkok), Nepal (Kathmandu), Bangladesh (Dhaka), Singapur.

Die private Fluglinie Bhutan Airlines hat Flugverbindungen nach Indien (Delhi, Kalkutta), Nepal (Kathmandu) und Thailand (Bangkok).

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente

Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente m√ľssen noch mindestens sechs Monate g√ľltig sein.
Kindereintr√§ge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr g√ľltig. Jedes Kind ben√∂tigt ein eigenes Ausweisdokument.

Visum

Die Einreise kann nur mit einem Visum erfolgen, das √ľber den Reiseveranstalter einzuholen ist.

Bei der Einreise werden laut der Internetseite der bhutanischen Tourismus-Organisation (‚ÄěTourism Council of Bhutan‚Äú) www.tourism.gov.bt ¬†40,- US-$ Einreisegeb√ľhr erhoben. Informationen kann u. U. auch die Botschaft des K√∂nigreichs Bhutan in Br√ľssel (Avenue Jules Cesar 70, 1150 Bruxelles, Tel. + 32 2 761 9570) erteilen.

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Besondere Zollvorschriften

Hochwertige Gegenst√§nde (z.B. elektronische Ger√§te) sind in der Zollerkl√§rung zu erw√§hnen. In Bhutan verkaufte oder verschenkte Gegenst√§nde m√ľssen verzollt werden. Die Ausfuhr von alten/benutzten Gegenst√§nden ist nur mit einem Zertifikat erlaubt, das best√§tigt, dass es sich nicht um Antiquit√§ten handelt ‚Äď dieses ist beim Department of Culture erh√§ltlich. In sog. ‚ÄěHandicraft‚Äú-L√§den sind die entsprechenden Produkte in der Regel bereits mit einem Siegel versehen, welches die Ware zur Ausfuhr berechtigt.

Die Ein- und Ausfuhr von Waffen, Drogen und Tierprodukten ist verboten. Bei Verstoß gegen Zoll- oder Einreisevorschriften droht Festnahme.

Kauf und Verkauf von Tabak und Tabakwaren ist in Bhutan verboten. Auch der Import von Tabakwaren ist mit hohen Z√∂llen belegt und wird,¬†√ľber bestimmte Einfuhrmengen f√ľr den privaten Konsum hinaus, mit Geldstrafen geahndet.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.

Besondere strafrechtliche Vorschriften

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden bereits beim Besitz kleiner Drogenmengen (auch Haschisch) mit schweren Haftstrafen geahndet.

Hochwertige Gegenst√§nde m√ľssen bei der Einreise in der Zollerkl√§rung aufgef√ľhrt werden. Bei Versto√ü gegen Zoll- oder Einreisevorschriften droht Festnahme bei der Ausreise.

Medizinische Hinweise

Impfschutz

Der Nachweis einer g√ľltigen Impfung gegen Gelbfieber wird f√ľr die Einreise aus oder bei Transit durch ein Land mit einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (www.who.int). F√ľr die Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.
Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt jedoch, die Standardimpfungen gem√§√ü dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene (www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls zu vervollst√§ndigen.
Dazu geh√∂ren f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und ggf. auch gegen Polio (Kinderl√§hmung),Masern Mumps und R√∂teln (MMR),Influenza (Grippe) und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Tollwut und Japanische Enzephalitis empfohlen.

Dengue Fieber

Dengue Fieber wird durch den Stich tagaktiver M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein Hautausschlag kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. In Einzelf√§llen k√∂nnen schwere Verl√§ufe mit ernsthaften Gesundheitssch√§den oder Todesfolge auftreten. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Dengue Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe, wie unten f√ľr Malaria beschrieben, ist die einzig m√∂gliche Schutzma√ünahme. Dengue Fieber kommt besonders im S√ľdwesten des Landes, w√§hrend und unmittelbar nach der Regenzeit auch in den mittleren Landesteilen bis in H√∂hen von circa 2000 Metern vor.

Durchfall- und Darmerkrankungen

Oberfl√§chengew√§sser k√∂nnen mit f√§kalen Keimen und ggf. mit chemischen Schadstoffen kontaminiert sein, auch wenn sie in der landwirtschaftlichen Produktion verwendet werden. Durchfallerkrankungen sind √ľberall im Land ganzj√§hrig h√§ufig. Leitungswasser, auch in den St√§dten, hat keine Trinkwasserqualit√§t. Es wird empfohlen, nur originalverpackte, m√∂glichst kohlens√§urehaltige Getr√§nke in Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss gr√ľndlich abzukochen, zu filtern oder chemisch zu desinfizieren. F√ľr das Waschen von Obst und Gem√ľse oder zum Z√§hneputzen sollte ebenfalls nur Trinkwasser verwendet werden. Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungesch√§lter Produkte sollte verzichtet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut durchgebraten worden sein. Das Infektionsrisiko f√ľr Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Am√∂ben, Lamblien und Wurmerkrankungen, Hepatitis A und E besteht landesweit. Allgemeine Hygienema√ünahmen wie regelm√§√üiges H√§ndewaschen oder H√§ndedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln k√∂nnen die Gefahr einer Infektion vermindern.

Malaria

Die √úbertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles M√ľcken. Unbehandelt verl√§uft insbesondere die gef√§hrliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen¬†Personen h√§ufig t√∂dlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen nach dem Aufenthalt in Endemiegebieten ausbrechen. Die Beschwerden bei einer Malaria (Fieber, Sch√ľttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, u. a.) sind meist uncharakteristisch und von einer Grippe oder einer √§hnlichen Erkrankung nicht zu unterscheiden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung kann auch die Malaria tropica zuverl√§ssig behandelt werden, ohne dass es zu bleibenden Sch√§den oder Beschwerden kommt.

In Bhutan besteht in Lagen unter 1700 Metern ganzj√§hrig ein geringes bis mittleres √úbertragungsrisiko f√ľr Malariaerkrankungen, besonders in den Sommermonaten von Mai bis Oktober. Das Risiko ist im s√ľdlichen Tiefland am h√∂chsten und nimmt nach Norden mit zunehmender H√∂he ab. Die Distrikte Bumthang, Gaza, Haa, Paro und Thimphu gelten als malariafrei. Bei zirka 70 % der registrierten Malariaf√§lle handelt es sich um Malaria tropica. Resistenzen gegen Chloroquin kommen vor.

Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malariaerkrankung. Ein ausreichender Schutz vor Stechm√ľcken (Expositionsprophylaxe), insbesondere w√§hrend der D√§mmerung und nachts, ist der wichtigste Schutz vor einer Malariaerkrankung.

  • Das Tragen langer, heller und gegen Insekten impr√§gnierter Bekleidung im Freien,
  • das konsequente Einreiben aller Hautfl√§chen mit einem geeigneten Repellent und
  • das Benutzen impr√§gnierter Moskitonetze w√§hrend der Nacht oder
  • der Aufenthalt in M√ľckengesch√ľtzten R√§umen (Fliegengitter, Klimaanlagen)

vermindern das Risiko einer √úbertragung deutlich und sch√ľtzen auch vor anderen von Stechm√ľcken √ľbertragenen Erkrankungen wie Dengue Fieber und Japanischer Enzephalitis. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird nicht empfohlen (www.dtg.org) und ist nur in Ausnahmef√§llen zu erw√§gen.

HIV/AIDS/Geschlechtskrankheiten

Durch sexuelle Kontakte, bei intraven√∂sem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen), durch T√§towierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex dringend empfohlen und kann auch vor anderen sexuell √ľbertragbaren Krankheiten (Gonorrhoe, Syphilis, Hepatitis B, u. a.) sch√ľtzen.

Japanische Enzephalitis

Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entz√ľndung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechm√ľcken √ľbertragen. Vor allem Schweine und Wasserv√∂gel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selbst krank zu werden. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber h√§ufig schwer und hinterlassen bleibende Sch√§den oder enden t√∂dlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb sind ein sorgf√§ltiger M√ľckenschutz und gegebenenfalls eine vorbeugende Schutzimpfung besonders wichtig. Ein √úbertragungsrisiko f√ľr JE besteht in Bhutan in den s√ľdlichen Landesteilen.

Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelm√§√üig t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und √úbertragung einer Tollwut. Die notwendigen, medizinischen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in Bhutan nicht immer m√∂glich. Einen zuverl√§ssigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung vor einem Biss. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung f√ľr Reisen nach Bhutan eine besondere Bedeutung zu. Sie sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen sein. Die auch nach einem Biss notwendige, unverz√ľgliche ‚ÄěAuffrischung‚Äú kann dann ggf. in Thimphu oder im Nachbarland Indien erfolgen.

Tuberkulose

Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich h√§ufiger als in Mitteleuropa vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen gibt es m√∂glicherweise resistente Tuberkuloseerreger auch in Bhutan. Das Tragen eines chirurgischen Mundschutzes sch√ľtzt nicht vor einer Ansteckung!

Geographisch bedingte Erkrankungen

Die H√∂henkrankheit ist eine durch taktische Fehler bei der notwendigen H√∂henanpassung √ľber 2.300 m (z. B. durch zu raschen Aufstieg und √úberanstrengung) ausgel√∂ste, potentiell sehr gef√§hrliche Funktionsst√∂rung von Lunge und Gehirn. Erkranken k√∂nnen besonders auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, auch solche, die bereits fr√ľher gro√üe H√∂hen und rasche Aufstiege ohne Probleme bew√§ltigt haben. Zu Todesf√§llen kommt es nicht selten, weil grundlegende Regeln missachtet, Fr√ľhsymptome falsch gedeutet und Medikamente unvern√ľnftig eingesetzt werden. Bestimmte Erkrankungen von Herz und Lungen erh√∂hen ebenfalls das Risiko, eine H√∂henkrankheit zu erleiden.

Beschwerden, die Hinweise auf eine beginnende H√∂henkrankheit geben k√∂nnen, sind: Kopfschmerzen, M√ľdigkeit, Desinteresse und Leistungsabfall. In diesem Fall ist Rast und Ruhe bis zur Beschwerdefreiheit geboten, ein weiterer Aufstieg verbietet sich. Treten u. a. Schlaflosigkeit, Sehst√∂rungen, Schwindel, Gangunsicherheit, Atemnot oder Erbrechen auf, sollte unverz√ľglich mit dem Abstieg begonnen werden ‚Äď nie alleine, sondern immer in Begleitung. Das ist auch dann der Fall, wenn Fr√ľhsymptome innerhalb von 24-36 Stunden nicht vollst√§ndig verschwinden.

Vor Reisen in gro√üe H√∂hen (√ľber 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endg√ľltigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen h√∂henmedizinisch erfahrenen Arzt. Vor der Einnahme von Medikamenten zur Vorbeugung oder Behandlung der H√∂henkrankheit ohne Anweisung eines Arztes oder eines erfahrenen Bergf√ľhrers wird dringend gewarnt. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergerisiko mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme K√§lte und unwegsames oder unbekanntes Gel√§nde bergen weitere Risiken f√ľr den Reisenden in gro√üer H√∂he. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschl√§ge kann es an gef√§hrdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Bergh√§ngen kommen.

Eine zuverl√§ssige Rettung aus Bergnot ist in Bhutan nicht gew√§hrleistet. Eine individuell angepasste Reiseapotheke ist nach R√ľcksprache mit einem Reisemediziner beim Trekking mitzuf√ľhren.

Weitere Gesundheitsgefahren

Technische √úberwachungen der Fahrzeuge, wie in Mitteleuropa √ľblich, werden in Bhutan nicht regelm√§√üig durchgef√ľhrt. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notf√§llen oder Unf√§llen, kann im weiteren Landesteilen nicht sicher gew√§hrleistet werden, ein zuverl√§ssig funktionierendes Rettungswesen ist nicht √ľberall existent. Bei der Wahl der Transportmittel und der Route sind Reisende daher gehalten, eine kritische Auswahl zu treffen und den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Defensives und vorausschauendes Fahren, angemessene Geschwindigkeit und gute Kenntnisse in der Ersten Hilfe k√∂nnen das Risiko eines schweren Unfalls mit bleibenden Gesundheitssch√§den reduzieren.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend und entspricht medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch meist nicht europ√§ischem Standard. Sprachbarrieren k√∂nnen gerade auf dem Land die Kommunikation erheblich erschweren. Eine ausreichende Grundversorgung besteht in Thimphu. Bei schweren Erkrankungen muss eine medizinische Evakuierung, zum Beispiel nach New Delhi, Kalkutta oder Bangkok erwogen werden. Ein ausreichender und g√ľltiger Krankenversicherungsschutz einschlie√ülich einer Reiser√ľckholversicherung ist dringend notwendig. Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird dringend empfohlen (www.dtg.org oder www.frm-web.de). Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Bhutan bewusst sein.

Die Versorgung mit zuverl√§ssigen Medikamenten und eine ununterbrochene K√ľhlkette sind nicht immer gesichert. Reisende sollten regelm√§√üig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Bhutan mitbringen und sich f√ľr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegen√ľber h√§ufig eingesetzten Antibiotika auf.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

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T√ľrkei

T√ľrkei: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 26.01.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 26.01.2017)

Letzte √Ąnderungen:¬†
Aktuelle Hinweise

Aktuelle Hinweise

Am 05.01.2017 ist es in Izmir zu einem Bombenanschlag auf das Justizgeb√§ude in Bayrakli gekommen. Am 01.01.2017 ereignete sich ein Terroranschlag auf den Nachtclub ‚ÄěReina‚Äú in Istanbul. Bei beiden Anschl√§gen gab es Tote und Verletzte.

In der T√ľrkei ist es, insbesondere seit Mitte 2015, wiederholt zu terroristischen Anschl√§gen gekommen. Es ist nicht auszuschlie√üen, dass terroristische Gruppierungen auch weiterhin versuchen werden, Anschl√§ge, insbesondere in den gro√üen Metropolen, durchzuf√ľhren. Diese k√∂nnen sich gezielt auch gegen Ausl√§nder richten. Reisende sollten besonders aufmerksam sein und Menschenansammlungen und Orte, an denen sich regelm√§√üig viele Ausl√§nder aufhalten, m√∂glichst meiden.

Am 15. Juli 2016 kam es in der T√ľrkei zu einem gewaltsamen Putschversuch. Die t√ľrkische Regierung hat daraufhin in allen 81 Provinzen der T√ľrkei den Notstand nach Art. 119 und 120 der t√ľrkischen Verfassung und des Notstandgesetzes von 1983 ausgerufen. Dieser wurde am 4. Januar 2017 erneut um drei Monate bis zum 19. April 2017 verl√§ngert. Hiermit k√∂nnen u. a. Ausgangssperren kurzfristig verh√§ngt, Durchsuchungen vorgenommen und allgemeine Personenkontrollen jederzeit durchgef√ľhrt werden. Personen, gegen die t√ľrkische Beh√∂rden strafrechtlich vorgehen (etwa im Nachgang des Putschversuchs oder bei Verdacht auf Verbindungen zur sogenannten G√ľlen-Bewegung), kann die Ausreise untersagt werden. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass unbeachtlich des gesetzlichen Anspruchs deutscher Staatsangeh√∂riger auf konsularischen Rat und Beistand, konsularischer Schutz gegen√ľber hoheitlichen Ma√ünahmen der t√ľrkischen Regierung und ihrer Beh√∂rden nicht in jedem Fall gew√§hrt werden kann, wenn der oder die Betroffene auch die t√ľrkische Staatsangeh√∂rigkeit besitzt.

Reisenden wird zu besonderer Wachsamkeit und Vorsicht geraten und¬†empfohlen, sich¬†√ľber die Medien und diese Reise- und Sicherheitshinweise zur weiteren Lageentwicklung informiert zu halten sowie engen Kontakt mit ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Fluglinie zu halten.
Im Reiseverkehr kann es weiterhin zu Beeinträchtigungen und insbesondere zu verstärkten Sicherheitskontrollen an den Flughäfen kommen.

Landesweit ist weiter mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschl√§gen zu rechnen. Im S√ľdosten der T√ľrkei ver√ľbt die ¬†als terroristische Vereinigung gelistete ‚ÄěKurdische Arbeiterpartei‚Äú (PKK) seit Mitte 2015 regelm√§√üig Anschl√§ge. Im August 2016 hat sie landesweite Anschl√§ge angek√ľndigt.

Auch bei Reisen √ľber Land wird zu besonderer Vorsicht geraten.

Das t√ľrkische Milit√§r hat am 24. August 2016 mit milit√§rischen Aktionen in Syrien begonnen und dazu die Stadt Karkamis an der t√ľrkisch-syrischen Grenze evakuiert.

Von Reisen in das Grenzgebiet der T√ľrkei zu Syrien und Irak, insbesondere in die St√§dte DiyarbakńĪr, Cizre, Silopi, Idil, Y√ľksekova und Nusaybin sowie generell in die Provinzen Mardin, ŇěńĪrnak und Hakk√Ęri wird dringend abgeraten.¬†

 



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Terrorismus

Seit Ende 2015 waren unter anderem der internationale Flughafen Istanbul Atat√ľrk¬†sowie wiederholt die Innenst√§dte von Istanbul und Ankara Ziele von Anschl√§gen mit hohen Opferzahlen. Aus den touristischen Reisezielen entlang der Mittelmeerk√ľste wurden bislang keine sicherheitsrelevanten Ereignisse gemeldet, bei denen ausl√§ndische Touristen zu Schaden gekommen sind.

Die Sicherheitsvorkehrungen befinden sich landesweit auf hohem Niveau. Angesichts von Anschl√§gen terroristischer Gruppierungen auch gegen nicht-milit√§rische Ziele muss aber in allen Teilen der T√ľrkei grunds√§tzlich von einer terroristischen Gef√§hrdung ausgegangen werden.

Deshalb wird Deutschen, die sich in der T√ľrkei aufhalten oder dorthin reisen m√∂chten, generell empfohlen, sich zur Sicherheitslage laufend mittels dieser Reise- und Sicherheitshinweise sowie der Medienberichterstattung informiert zu halten. Menschenansammlungen, auch auf √∂ffentlichen Pl√§tzen und vor touristischen Attraktionen sowie der Aufenthalt nahe Regierungs- und Milit√§reinrichtungen sollten gemieden werden. In Folge des gescheiterten gewaltsamen Putschversuchs soll es vereinzelt zu aggressiven √úbergriffen von Anh√§ngern politischer Lager gegen vermeintlich Andersdenkende kommen. Es wird dringend geraten, auf solche Eskalationen zu achten und sich umgehend zu entfernen und einen sicheren Ort aufzusuchen. Zudem sollte die Nutzung von Verkehrsmitteln des √∂ffentlichen Personennah- und Fernverkehrs auf das erforderliche Ma√ü eingeschr√§nkt werden. Vorsicht ist auch geboten bei Zufallsbekanntschaften in Bars oder Restaurants.

Deutschen, die sich längerfristig bzw. dauerhaft im Land aufhalten, wird empfohlen, sich elektronisch in der Deutschenliste der deutschen Auslandsvertretung zu registrieren (unter: http://elefand.diplo.de ) und die dort hinterlegten Kontaktdaten auf dem aktuellen Stand zu halten.
Auch bei kurzfristigen Aufenthalten in den Provinzen DiyarbakńĪr, Mardin, Batman, Bitlis, Bing√∂l, Siirt, MuŇü, Tunceli, ŇěńĪrnak, Hakk√Ęri und Van wird eine Registrierung nahe gelegt.
Generell wird geraten, den Anweisungen der t√ľrkischen Sicherheitskr√§fte Folge zu leisten.

Seit Juli 2015 kommt es wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen t√ľrkischen Sicherheitskr√§ften und der als terroristische Vereinigung gelisteten PKK und ihrer Splitterorganisationen. Seit Mitte Dezember 2015 haben die t√ľrkischen Sicherheitskr√§fte Operationen gegen die PKK verst√§rkt. Insbesondere in grenznahen Regionen und St√§dten im S√ľdosten des Landes muss mit l√§ngeren Ausgangssperren und bewaffneten Auseinandersetzungen gerechnet werden.

Reisen √ľber Land

Von Reisen in das Grenzgebiet zu Syrien und Irak wird dringend abgeraten.

Die milit√§rischen Auseinandersetzungen zwischen den t√ľrkischen Sicherheitskr√§ften und der PKK¬†haben sich seit Mitte Dezember versch√§rft. In den Provinzen Hatay, Kilis, Gaziantep, ŇěanlńĪurfa, DiyarbakńĪr, Mardin, Batman, Bitlis, Bing√∂l, Siirt, MuŇü, Tunceli, ŇěńĪrnak, Hakk√Ęri und Van besteht ein erh√∂htes Risiko f√ľr Reisende. Alle nicht zwingend erforderlichen Reisen in diese Gebiete sollten vermieden werden (ansonsten s. unter ‚ÄěAktuelle Hinweise‚Äú). Es wird weiterhin zu gr√∂√üter Vorsicht geraten. Die aktuelle Berichterstattung in den Medien sollte aufmerksam verfolgt werden.

In den letzten Monaten wurden mehrfach ‚Äězeitweilige Sicherheitszonen‚Äú eingerichtet und Ausgangssperren verh√§ngt, darunter in Cizre, Silopi, Nusaybin, in Stadtteilen von¬†DiyarbakńĪr und in Silvan. Sicherheitszonen und Ausgangssperren werden streng kontrolliert, das Betreten der Sicherheitszonen ist strikt verboten, eine Verletzung der Ausgangssperren kann im Falle von Kampfhandlungen lebensgef√§hrlich sein. Zur Einrichtung von Sicherheitszonen und Verh√§ngung von Ausgangssperren kam es bisher insbesondere im Gebiet s√ľd√∂stlich von Hakk√Ęri entlang der Grenze zum Irak sowie in DiyarbakńĪr und Umgebung sowie s√ľd√∂stlich der Ortschaft Cizre (Dreil√§ndereck T√ľrkei ‚Äď Syrien ‚Äď Irak), aber auch in den Provinzen Gaziantep, Kilis, Urfa, Hakk√Ęri, Batman und A«ßrńĪ.

Die t√ľrkischen Beh√∂rden erteilen aus Sicherheitsgr√ľnden keine Erlaubnis mehr, den Berg Ararat zu besteigen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Die T√ľrkei ist ein beliebtes Reiseland, das Touristen grunds√§tzlich herzlich und offen empf√§ngt. Wie auch in anderen Urlaubsl√§ndern gibt es jedoch einige wichtige Punkte, die beachtet werden sollten, um einen sorglosen Aufenthalt verbringen zu k√∂nnen.

Militärische Sperrgebiete, Sicherheitszonen und -einrichtungen
Milit√§rsperrgebiete sind nicht immer eindeutig gekennzeichnet und unterliegen Anpassungen. F√ľr solche Bezirke gilt ein absolutes Verbot f√ľr das Betreten und Fotografieren. Reisenden, die beabsichtigen, die entsprechenden Provinzen, in denen Sicherheitszonen und Sperrgebiete ausgewiesen sind, zu bereisen, wird geraten, vor Reiseantritt das f√ľr ihren Wohnort zust√§ndige t√ľrkische Generalkonsulat oder die t√ľrkische Botschaft in Berlin zu kontaktieren, um dort nach der genauen, aktuellen Lage von Sperrgebieten und Sicherheitszonen in der bereisten Region zu fragen. Au√üerdem ist es empfehlenswert, sich w√§hrend der Reise tagesaktuell bei der √∂rtlichen Jandarma oder der Polizei nach der Lage dieser Gebiete zu erkundigen. Von Reisen in bestimmte Gebiete im S√ľdosten des Landes wird dringend abgeraten (s. Sicherheitshinweise).

Zu beachten ist grunds√§tzlich, dass bez√ľglich milit√§rischer oder anderer der Sicherheit dienender Einrichtungen regelm√§√üig ein Fotografier- bzw. Filmverbot besteht. Das gilt insbesondere f√ľr Grenzanlagen. Auch wenn ein solches nicht ausdr√ľcklich kenntlich gemacht ist, sollte im Zweifel eher von Foto- oder Filmaufnahmen absehen werden. Ganz besonders gilt dies in Grenzgebieten. Dort wird zu besonderer Vorsicht geraten.
Weisungen t√ľrkischer Sicherheitskr√§fte ist unbedingt Folge zu leisten.

Umgang mit sexuellen Minderheiten
Homosexualit√§t ist in der T√ľrkei nicht strafbar. An der j√§hrlich stattfindenden Pride Parade in Istanbul nahmen bis 2014 mehrere zehntausend Menschen teil. 2015 und 2016 ist die Parade von den t√ľrkischen Beh√∂rden jedoch untersagt worden.Es wird ¬†auf Vorf√§lle von Gewalt nicht-staatlicher Seite hingewiesen, bei denen es zu √úbergriffen auf LGBTI Personen gekommen ist. Mit z.T. starken Vorurteilen gegen√ľber dieser Personengruppe in der t√ľrkischen Gesellschaft sollte deshalb gerechnet werden.

Zahlungsmittel
In vielen Gebieten der T√ľrkei, selbst in gr√∂√üeren St√§dten, ist es problematisch Reiseschecks einzul√∂sen. Allerdings l√§sst sich mit einer deutschen EC-Karte in Verbindung mit der PIN an Geldautomaten problemlos Geld abheben (wenn beide mit dem Symbol ‚ÄěMaestro‚Äú versehen sind).

Auch Kreditkarten werden als Zahlungsmittel akzeptiert. In den meisten Fällen muss man dazu zusätzlich den Reisepass oder Personalausweis vorlegen. Unter Angabe der PIN kann man mit der Kreditkarte außerdem Geld bei Banken oder an entsprechend gekennzeichneten Automaten Bargeld abheben.

Taxi
Grunds√§tzlich bestimmt bei Taxifahrten der Taxameter den Preis, bei l√§ngeren Fahrten ist Handeln durchaus erlaubt. Bei viel Gep√§ck wird z. T. ein Aufschlag verlangt. Besonders in Istanbul sollte man sich vorher √ľber den ungef√§hren Fahrpreis informieren, damit Taxifahrten nicht ungewollt zu kostspieligen Stadtrundfahrten werden. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass der Taxameter bei Fahrtantritt eingeschaltet wird. Die Hotels dienen hierbei als eine sichere Informationsquelle.

Straßenverkehr
Der t√ľrkische Stra√üenverkehr, vor allen Dingen in den St√§dten, ist meist sehr lebhaft und dicht. Die Regeln der Stra√üenverkehrsordnung werden oft nicht eingehalten. Man sollte sich defensiv verhalten und sich nicht auf Auseinandersetzungen einlassen, da bei vermeintlichen oder tats√§chlichen Verkehrsverst√∂√üen aggressive Reaktionen anderer Autofahrer drohen k√∂nnen.¬†

Autofahrten nach Einbruch der Dunkelheit, auch auf gr√∂√üeren Verbindungsstra√üen, sind mit erh√∂hten Gefahren verbunden, gerade auch im Hinblick auf die fehlende Beleuchtung, und sollten vermieden werden. Wer im Auto √ľbernachten m√∂chte, sollte dazu einen bewachten Parkplatz oder Campingplatz aufsuchen.

Bei angebotenen Jeepsafaris sollten Anbieterfirmen und technischer Zustand der Fahrzeuge kritisch gepr√ľft werden, vor allem wenn die Reiseveranstalter keine Gew√§hr √ľbernehmen. Die Jeeps sollten nur Personen fahren, die √ľber Erfahrung mit derartigen Fahrzeugtypen und Fahren auf off-road-Strecken verf√ľgen.¬†¬†

Bahnreisen
Die k√ľrzlich er√∂ffnete Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ankara und Istanbul wurde trotz Warnungen von Experten bereits f√ľr den Zugverkehr ge√∂ffnet, ist jedoch bisher nicht v√∂llig fertiggestellt. Deswegen besteht auf dieser Strecke derzeit noch ein erh√∂htes Risiko von Zugausf√§llen und Unf√§llen.

Hinweise f√ľr Menschen mit Behinderungen:
In der T√ľrkei gibt es nur an wenigen Orten eine behindertengerechte Infrastruktur. Dies gilt auch f√ľr √∂ffentliche Einrichtungen. Der teilweise schlechte Zustand der Gehwege auch in Gro√üst√§dten kann die Mobilit√§t von gehbehinderten Menschen deutlich einschr√§nken.

Ausfl√ľge
Bei angebotenen Ausfl√ľgen mit Werksbesichtigung und Kaufgelegenheiten sollten sich Reisende vorher erkundigen, wie lange diese Besuche dauern. Es besteht kein Kaufzwang. Gegen die m√∂gliche Aus√ľbung von Druck durch Mitarbeiter der Unternehmen oder Reiseleiter sollten sich Reisende verwahren und ggf. sp√§ter auch bei den Reiseveranstaltern beschweren.

Alkohol
Die t√ľrkische Regulierungsbeh√∂rde f√ľr Tabakwaren und Alkoholika (TAPDK) macht auf die Gefahr durch den Verzehr von gepanschtem Alkohol aufmerksam und empfiehlt, beim Kauf von Alkohol auf die Originalverpackung und Lizenzierung (TAPDK-Logo auf dem Flaschendeckel, unbesch√§digte, blau-t√ľrkisfarbene Banderole) zu achten.

Kriminalität
Die T√ľrkei zeichnet sich bislang als ein Land mit vergleichsweise gering ausgepr√§gter Gewaltkriminalit√§t aus. In letzter Zeit waren jedoch auch Reisende Opfer von Gewaltverbrechen. Es wird deshalb besonders bei einem Aufenthalt an einsamen Orten und gemeinsamen Unternehmungen mit wenig bekannten Personen zu Vorsicht geraten.

Vorsicht vor Taschendieben ist besonders in der Gro√üstadt Istanbul angezeigt. Die Zahl von Stra√üendiebst√§hlen, besonders in belebten Zonen, ist in Istanbul weiterhin hoch. Allgemein gilt, dass auf Taschen und Geldb√∂rsen √ľberall da, wo Menschenmengen sind, besonders geachtet werden sollte. Vor allem im Stadtteil Beyońülu wurden vermehrt Betrugsf√§lle bekannt, in denen Touristen unter einem Vorwand in einer Bar eingeladen und anschlie√üend gezwungen wurden, zur Begleichung der extrem √ľberh√∂hten Rechnung eine gr√∂√üere Summe Bargeld von einem Geldautomaten abzuheben.

In Istanbul kommt es immer wieder zu Passdiebst√§hlen. Reisende sollten P√§sse bzw. Personalausweise aufgrund des Ausnahmezustands stets mit sich f√ľhren und Kopien anfertigen.

Bei Zahlung mit Bank- oder Kreditkarten ist Vorsicht vor Betr√ľgern geboten, die versuchen, unbemerkt die Bankkarte des Reisenden zu kopieren und den zugeh√∂rigen PIN-Code auszusp√§hen, um dann mit gef√§lschten Karten an Geldautomaten Geld abzuheben. Reisenden wird daher geraten, bei Zahlung ihre Bankkarte stets im Auge zu behalten und die Geheimnummer nur verdeckt einzugeben. Bei Benutzung von Bank- und Kreditkarten mit PIN-Code in Wechselstuben wird zu Vorsicht geraten.

Informationen der deutschen Botschaft Ankara zufolge sind deutsche T√ľrkei-Urlauber nach ihrer R√ľckkehr in das Bundesgebiet in letzter Zeit Opfer von Betrugsf√§llen geworden. Unter dem Vorwand einer f√§lligen Steuerr√ľckzahlung oder einer Geb√ľhr f√ľr einen Lotteriegewinn werden die Urlauber telefonisch zu einer Geld√ľberweisung per Western Union Transfer in die T√ľrkei veranlasst. Diese Aufforderungen entbehren jeglicher rechtlicher Grundlage. Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, sich in solchen F√§llen vorab an die zust√§nden Polizeibeh√∂rden in Deutschland zu wenden.



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente

Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Ja

Vorläufiger Personalausweis: grundsätzlich ja, Einschränkungen s. u.

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Nicht m√∂glich ist die Einreise in die T√ľrkei mit einem von der Bundespolizei f√ľr Notf√§lle ausgestellten Reiseausweis als Passersatz.
Kindereintr√§ge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr g√ľltig. Jedes Kind ben√∂tigt ein eigenes Ausweisdokument.

Empfehlungen
Die T√ľrkei ist Vertragspartei des Europ√§ischen √úbereinkommens √ľber die Regelung des Personenverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten des Europarates vom 13.12.1957.

Bei der Einreise kann der Reisepass, der vorläufige Reisepass, der Personalausweis oder der Kinderreisepass auch seit höchstens einem Jahr abgelaufen sein, nicht jedoch der vorläufige Personalausweis.
Dies gilt f√ľr die folgenden Grenz√ľberg√§nge:
‚Äď am griechisch-t√ľrkischen Grenz√ľbergang
‚Äď an den Grenz√ľberg√§ngen in Istanbul, Izmir, √áanakkale, Muńüla, Antalya, Mersin, Iskenderun und AydńĪn
‚Äď an den Flugh√§fen YeŇüilk√∂y (Istanbul) und Esenbońüa (Ankara).

Es kann jedoch bei der Ausreise aus der T√ľrkei mit abgelaufenen Ausweisdokumenten, insbesondere an den Landgrenzen in Edirne und Ipsala, zu Problemen kommen. Reisenden wird empfohlen, sich bereits vor der Reise in die T√ľrkei um g√ľltige Ausweisdokumente zu k√ľmmern.
Bei der Einreise mit dem vorläufigen Personalausweis hat es in der Vergangenheit ebenfalls Probleme gegeben, so dass die Einreise damit nicht weiter empfohlen werden kann.
Bei Einreise mit einem Reisepass muss dieses Dokument noch mindestens √ľber eine leere Seite verf√ľgen.

In der Vergangenheit kam es zu Zur√ľckweisungen an der Grenze, weil Eltern ohne g√ľltige Einreisedokumente f√ľr ihre Kinder einreisen wollten. In solchen F√§llen k√∂nnen auch die deutschen Auslandsvertretungen in der T√ľrkei keine Abhilfe schaffen.
Reisenden wird empfohlen, sich stets ausweisen zu können.

Visum
Als Tourist kann man sich bis zu 90 Tage in einem Zeitraum von 180 Tagen visumfrei im Land aufhalten. K√ľrzere, in diesen Zeitraum fallende Aufenthalte werden addiert. Damit soll die Rechtslage in der T√ľrkei grunds√§tzlich der in Deutschland geltenden angepasst werden.
Die bisherige Praxis, nach einer eint√§gigen Ausreise einen erneuten Aufenthalt von 90 Tagen zu begr√ľnden, ist seit dem 1. Februar 2012 nicht mehr m√∂glich.

Personen, die sich bereits in der T√ľrkei aufhalten und einen l√§ngeren Aufenthalt planen, k√∂nnen innerhalb von 90 Tagen nach Einreise vor Ort eine Aufenthaltserlaubnis beantragen. Dazu muss der Reisepass noch 90 Tage √ľber den beabsichtigten Aufenthalt hinaus g√ľltig sein. Ist bereits vor Einreise ein Aufenthalt von mehr als 90 Tagen geplant, sollte bei einer t√ľrkischen Auslandsvertretung ein entsprechendes Visum beantragt werden.¬†Reisenden wird empfohlen, sich in Zweifelsfragen an die t√ľrkischen Beh√∂rden, Konsulate oder Rechtsanw√§lte zu wenden, insbesondere dann wenn h√§ufigere langfristige Aufenthalte in der T√ľrkei beabsichtigt sind.

Deutsche Staatsangeh√∂rige, die in der Vergangenheit ein Visum zur Besteigung des Ararat eingeholt haben, ben√∂tigen f√ľr einen dar√ľber hinausgehenden Aufenthalt in der T√ľrkei eine Erlaubnis, die umgehend nach Ende der Bergtour bei¬†der Ausl√§nderpolizei der Sicherheitsdirektion der Provinz (Il Emniyet M√ľd√ľrl√ľńü√ľ) einzuholen ist.

Von Deutschland ausgestellte Reisedokumente oder Reiseausweise f√ľr Ausl√§nder anderer Nationalit√§ten werden von der T√ľrkei anerkannt. F√ľr die Einreise in die T√ľrkei wird jedoch ausnahmslos ein Visum ben√∂tigt, das vorab bei einem t√ľrkischen Generalkonsulat einzuholen ist. T√ľrkische Staatsangeh√∂rige sollten grunds√§tzlich mit einem t√ľrkischen Pass reisen. Eine Einreise ist zwar m√∂glich, die Ausreise aus der T√ľrkei mit einem von deutschen Beh√∂rden ausgestellten Pass dagegen nicht immer.

Bei der Reise in die T√ľrkei auf dem Landweg m√ľssen auch die Einreisebestimmungen der Transitl√§nder beachtet werden. In Serbien sind seit dem 12.06.2010 eine Einreise und ein Aufenthalt bis zu 90 Tagen mit dem Bundespersonalausweis m√∂glich.

Hinweise zur Einreise von Minderjährigen
Besondere Vorschriften f√ľr allein reisende Minderj√§hrige oder bei Reise mit nur einem sorgeberechtigten Elternteil gibt es nicht, solange ihre Ausreise aus Deutschland legal erfolgte.

Kinder t√ľrkischer Eltern, die sowohl die deutsche als auch die t√ľrkische Staatsangeh√∂rigkeit besitzen, ben√∂tigen zur Wiedereinreise nach Deutschland einen deutschen¬†Kinderreisepass, Reisepass oder Personalausweis, der vor Abreise bei der zust√§ndigen deutschen Beh√∂rde beantragt werden muss.

Weiterreise in Drittländer
Grunds√§tzlich ist das notwendige Visum f√ľr eine Weiterreise in die Nachbarstaaten bereits vor der Abreise aus Deutschland bei den entsprechenden Auslandsvertretungen in Deutschland einzuholen. Eine Antragstellung bei den Konsulaten in der T√ľrkei ist in der Regel nicht m√∂glich.

F√ľr Reisende, die √ľber die T√ľrkei nach Afghanistan, Indien, Pakistan, Nigeria oder Tadschikistan reisen m√∂chten, teilte das Gesundheitsministeriums der T√ľrkei im Juli 2011 mit, dass aufgrund der hohen Anzahl an Polioerkrankungen (= Kinderl√§hmung) in den entsprechenden L√§ndern der o. g. Personenkreis eine Dosis Schluckimpfung (zwei Tropfen) gegen Polio bei der Ausreise erhalten soll, sofern nicht bescheinigt werden kann, dass innerhalb des letzten Monats vor Reisebeginn eine solche Impfung bereits vorgenommen wurde. Wenn die Impfung abgelehnt wird, ist eine schriftliche Erkl√§rung abzugeben. Eine Ablehnung der Impfung kann die Verweigerung der (Wieder)Einreise zur Folge haben.

Weiterreise nach Georgien
Die Reise von der T√ľrkei nach Georgien ist nur mit einem g√ľltigen Reisepass m√∂glich.

Weiterreise in den Irak
Die Ausreise aus der T√ľrkei in den Irak ist seit dem 01.07.2004 nur f√ľr Inhaber eines f√ľr Irak g√ľltigen Visums m√∂glich. In diesem Zusammenhang wird auf die Reisewarnung des Ausw√§rtigen Amts f√ľr Irak hingewiesen. Deutsche Staatsangeh√∂rige sind seit dem 01.07.2004 visumspflichtig.

Weiterreise nach Syrien
Anl√§sslich der aktuellen Situation in Syrien warnt das Ausw√§rtige Amt ausdr√ľcklich vor Reisen in dieses Land.¬†Es wird auf die Reisewarnung des Ausw√§rtigen Amts f√ľr Syrien¬†hingewiesen. Aktuellen Nachrichten zufolge hat die syrische Regierung im Grenzgebiet zwischen der T√ľrkei und Syrien verst√§rkt Minen ausgelegt, um syrische Staatsangeh√∂rige an der Flucht in die T√ľrkei zu hindern.

Es wird darauf hingewiesen, dass gerade im Grenzgebiet zwischen der T√ľrkei und Syrien das Fotografieren strengstens verboten ist. Dies gilt auch f√ľr vermeintlich harmlose Landschaftsaufnahmen.

Einreise in die T√ľrkei aus L√§ndern, die nicht Mitgliedstaaten des Europarates sind
Die Einreise in die T√ľrkei ist aus L√§ndern, die nicht Mitgliedstaaten des Europarats (wie z. B. Irak) sind, nur mit dem Reisepass m√∂glich.¬†

Einreise mit dem PKW
Bei der Einreise in die T√ľrkei mit dem Pkw ist die Vorlage eines Reisepasses nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Es wird aber dringend dazu geraten, den Reisepass mitzuf√ľhren, um bei eventueller Unkenntnis der Neuregelung vor Ort Probleme bei der Einreise zu vermeiden.

Der t√ľrkische Zoll stellt ein Formular aus, in dem das Datum der sp√§testen Wiederausfuhr festgelegt wird. Ein √úberschreiten dieser individuell festgelegten Frist auch um nur einen Tag muss unbedingt vermieden werden, da anderenfalls erhebliche Geldstrafen, die den Wert des Fahrzeugs um ein Vielfaches √ľbersteigen k√∂nnen, und ein Strafverfahren drohen. Als Frist werden in der Regel 30 Tage eingetragen, auf Antrag auch bis zu 90 Tage.

Bitte beachten Sie, dass die gr√ľne Versicherungskarte nur im europ√§ischen Teil der T√ľrkei anerkannt wird. Beabsichtigen Sie mit dem Fahrzeug auch den asiatischen Teil zu bereisen, kann eine Versicherung an der Grenze f√ľr die Dauer von mindestens 30 Tagen abgeschlossen werden. Die Kosten variieren je nach Versicherungsdauer und Fahrzeugtyp. Sinnvoll ist auch, sich bereits vor Antritt der Reise mit dem eigenen Versicherungsunternehmen in Verbindung zu setzen und pr√ľfen zu lassen, ob die Reise in den asiatischen Teil der T√ľrkei nicht bereits in der eigenen Kfz-Versicherung enthalten ist oder gegen Aufpreis f√ľr den Zeitraum inkludiert werden kann.

Falls der Halter des Fahrzeugs nicht identisch ist mit dem Reisenden, muss der Reisende/Fahrer √ľber eine Vollmacht des Eigent√ľmers verf√ľgen, die bei einer t√ľrkischen Auslandsvertretung in Deutschland ausgestellt oder beglaubigt sein sollte. Einzelheiten zum Verfahren kl√§ren Sie bitte vor Abreise, um mehrt√§gige Wartezeiten an der Grenze zu vermeiden.

In der T√ľrkei gilt f√ľr Auto- und Motorradfahrer eine 0,5 Promillegrenze. F√ľr das F√ľhren von Lastkraftwagen, PKW mit Anh√§nger und Bussen (Fahrzeuge zur Personenbef√∂rderung) gilt eine 0,0 Promillegrenze. Die Strafen bei Verkehrsdelikten wurden in j√ľngster Zeit drastisch erh√∂ht.

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.



Besondere Zollvorschriften

F√ľr Touristen gelten folgende Regeln: Die Einfuhr von Devisen in die T√ľrkei ist unbegrenzt gestattet. Devisenausfuhr aus der T√ľrkei ist bis zu einem Gesamtbetrag von 5.000,- US Dollar (US-$) oder Gegenwert in TL gestattet. Die beim Geldumtausch in der T√ľrkei ausgeh√§ndigte Quittung sollte unbedingt aufbewahrt werden, da sie bei einem R√ľckumtausch von TL in eine ausl√§ndische W√§hrung bei der Ausreise vorgelegt werden muss.

Reisende d√ľrfen pers√∂nlichen Schmuck bis zu einem Gesamtwert von 15.000 US-$ ein- und ausf√ľhren. Bei einem h√∂heren Wert muss dieser bei der Einreise deklariert werden. Beim Kauf in der T√ľrkei sind Nachweise bei der Ausfuhr erforderlich.

Im √úbrigen d√ľrfen folgende Waren bei Einreise in die T√ľrkei pro Person mitgef√ľhrt werden (gilt nicht f√ľr Transitreisende):

Persönliche Habe
Gegenst√§nde des pers√∂nlichen Gebrauchs inkl. medizinischer Artikel und Medikamente sowie Geschenkartikel bis zu einem Gesamtwert von 300,- Euro (‚ā¨) d√ľrfen zollfrei in die T√ľrkei eingef√ľhrt werden.

Reisemitbringsel
400 St√ľck Zigaretten, 100 St√ľck Zigarillos (max. 3 g/St√ľck) oder 50 St√ľck Zigarren, 250 g Zigarettentabak (inkl. 200 St√ľck Zigarettenpapier), 250 g Pfeifentabak oder 200g Kautabak oder 200g blauer Tabak oder 50g Schnupftabak, 1 Liter Getr√§nke, die einen Alkoholgehalt √ľber 22% Alkohol enthalten, 1 Liter Getr√§nke, die einen Alkoholgehalt bis zu 22% Alkohol enthalten
(Reisende unter 18 Jahren d√ľrfen die oben genannten Gegenst√§nde nicht einf√ľhren)

Eau de Cologne, K√∂lnisch Wasser, Lavendelwasser, Parf√ľm, Essenz oder Lotionen (h√∂chstens 600 ml Gesamtmenge) sowie f√ľnf St√ľcke Hautpflegemittel und Toilettenartikel, 1 kg Kaffee, 1 kg l√∂slicher Kaffee, 1kg Tee, 1 kg Schokolade, 1 kg S√ľ√üigkeiten

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei dem Zollamt Ihres Ziellandes, z. B.¬†www.gtb.gov.tr. Anfragen k√∂nnen in englischer oder franz√∂sischer Sprache gestellt werden. Weiterhin besteht die M√∂glichkeit, die t√ľrkische Botschaft oder eines der t√ľrkischen Generalkonsulate in Deutschland zu kontaktieren. Nur dort k√∂nnen Ihnen¬†rechtsverbindliche Ausk√ľnfte gegeben werden.

Die oben genannten Angaben gelten f√ľr die Einfuhr von Waren in die T√ľrkei. Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.

Informationen zu Hilfstransporten in die T√ľrkei bzw. im Transitverkehr durch die T√ľrkei in Drittl√§nder finden Sie unter Zollvorschriften.

Besondere strafrechtliche Vorschriften

Als allgemeiner Grundsatz gilt, dass in der T√ľrkei unter Strafe steht, was auch in Deutschland verboten ist.

In der T√ľrkei werden Drogendelikte besonders hart bestraft (10 ‚Äď 20 Jahre Gef√§ngnis f√ľr Einfuhr, 6 ‚Äď 12 Jahre Gef√§ngnis f√ľr Ausfuhr).

Ebenfalls hart geahndet (Gef√§ngnisstrafe bis zu 10 Jahren) wird der Erwerb, Besitz und die Ausfuhr von ‚ÄěKultur- und Naturg√ľtern‚Äú, da diese als staatliches Eigentum gelten. Bei Verst√∂√üen sind auch f√ľr Touristen mehrere Monate Untersuchungshaft und hohe Kautionszahlungen (z. Zt. ca. 9.000,- ‚ā¨) g√§ngige Praxis, auch wenn es sich um Antiquit√§ten bzw. alt aussehende Gegenst√§nde von vermeintlich geringem Wert handelt. In Einzelf√§llen wurden Haftstrafen verh√§ngt. Es wird daher nachdr√ľcklich davor gewarnt, von H√§ndlern z. B. Antiquit√§ten, alte M√ľnzen, Fossilien etc. anzukaufen oder selbst mitzunehmen. Polizei und Zollbeh√∂rden legen den Begriff ‚ÄúAntiquit√§ten‚ÄĚ weit aus. Jeder bearbeitete Stein kann darunter fallen. Da es f√ľr Reisende praktisch unm√∂glich ist, selbst zu erkennen, ob ein solcher Gegenstand als Antiquit√§t gesch√ľtzt ist, sollten Reisende, die √ľber keine entsprechende Genehmigung der zust√§ndigen t√ľrkischen Beh√∂rden verf√ľgen, generell Steine, M√ľnzen, Fossilien und alt aussehende Gegenst√§nde nicht in ihrem Reisegep√§ck auszuf√ľhren versuchen. Grunds√§tzlich besteht jedoch die M√∂glichkeit, bei den dem t√ľrkischen Kulturministerium unterstehenden Museen und an einigen Zollstellen eine Ausfuhrgenehmigung einzuholen.

Die Einfuhr von Waffen und Schneidwerkzeug (auch Camping-Messer) ist ohne besondere Erlaubnis verboten.

Es wird dringend davon abgeraten, in der √Ėffentlichkeit politische √Ąu√üerungen gegen den t√ľrkischen Staat zu machen bzw. Sympathie mit terroristischen Organisationen zu bekunden.



Medizinische Hinweise

Impfschutz
Es sind keine Impfungen bei Einreise vorgeschrieben.
Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gem√§√ü aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes www.rki.de f√ľr Kinder und Erwachsene anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und zu vervollst√§ndigen. Dazu geh√∂ren auch f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderl√§hmung), Mumps, Masern R√∂teln (MMR), Influenza und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut und Typhus empfohlen. 

Malaria
Die T√ľrkei ist nahezu malariafrei, vor allem die touristischen Regionen im S√ľden und Westen des Landes. Nur in den Grenzregionen zu Syrien und Irak ist ein¬†minimales Malariarisiko (Plasmodium vivax) von Mai bis Oktober nicht sicher auszuschlie√üen.

Die √úbertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-M√ľcken. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis an den behandelnden Arzt auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig.

Krim-Kongo-Hämorrhagisches Fieber
Besonders in l√§ndlichen Gebieten treten gelegentlich F√§lle von Krim-Kongo-H√§morrhagischem Fieber auf, eine von Zecken √ľbertragene Viruserkrankung, die t√∂dlich verlaufen kann.

Aufgrund der insektengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden in die Risikogebiete empfohlen:
‚Äď k√∂rperbedeckende Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
‚Äď in den Abendstunden und nachts Insektenschutzmittel auf alle freien K√∂rperstellen wiederholt aufzutragen,
‚Äď ggf. unter einem Moskitonetz zu schlafen.

HIV / AIDS
Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen) und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich ein Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen. Die HIV Inzidenz ist in der T√ľrkei allerdings sehr gering (< 0,01 % der Bev√∂lkerung).

Durchfallerkrankungen und Cholera
Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera vermeiden.  Wenn Sie Ihre Gesundheit während Ihres Aufenthaltes nicht gefährden wollen, dann beachten Sie folgende grundlegende Hinweise:
Ausschlie√ülich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z. B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: kochen, sch√§len oder desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie m√∂glich mit Seife die H√§nde, immer aber nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. H√§ndedesinfektion, wo angebracht, durchf√ľhren, ggfs. Einmalhandt√ľcher verwenden.

Medizinische Versorgung
Die √§rztlichen Behandlungsm√∂glichkeiten in den Gro√üst√§dten des Landes sowie in den touristischen Regionen sind in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Insbesondere die gro√üe Anzahl privater Krankenh√§user¬† bieten ein ann√§hernd europ√§isches Niveau. Die medizinische Versorgung in l√§ndlichen Gebieten ist vielfach mit Westeuropa nicht zu vergleichen und kann technisch, apparativ und hygienisch problematisch sein. Ein evtl. vorhandener g√ľltiger Krankenversicherungsschutz (Auslandskrankenschein) ist oft nicht ausreichend. Es wird daher dringend angeraten, eine private Reisekrankenversicherung und eine zuverl√§ssige Reiser√ľckholversicherung abzuschlie√üen. Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs vor den hei√üen Temperaturen entsprechend gesch√ľtzt werden. Auch hierzu ist eine individuelle Beratung durch einen Tropenarzt bzw. Reisemediziner sinnvoll.

Bei Einf√ľhrung von verschreibungspflichtigen Medikamenten f√ľr den eigenen Bedarf ist es ratsam, eine Bescheinigung des verschreibenden Arztes mit sich zu f√ľhren, die die medizinische Notwendigkeit best√§tigt.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe z.B.: http://www.dtg.org/ oder http://www.frm-web.de/)

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

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Usbekistan

Usbekistan: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 24.01.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 24.01.2017)

Letzte √Ąnderungen:
Allgemeine Reiseinformationen

 

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Reisen √ľber Land / Terrorismus

Die Lage in Usbekistan ist ruhig. Allerdings ist weiterhin von einer latenten Gefährdung durch islamistisch orientierte extremistische Gruppen auszugehen, die in Teilen Zentralasiens operieren. Die Bedrohung richtet sich bislang nicht gegen den Tourismus im Lande. Es wird dennoch empfohlen, sich bei Reisen in Usbekistan umsichtig zu verhalten.

Die usbekischen Beh√∂rden haben ihre intensiven Sicherheitsvorkehrungen (check-points, Personenkontrollen) beibehalten. Die Kontrollen betreffen vermehrt auch Ausl√§nder bei der Ausreise aus Usbekistan insbesondere im Hinblick auf Verst√∂√üe gegen die Registrierungspflicht und die Devisenbestimmungen (s. auch Allgemeine Reiseinformationen). Auch nach unseren Begriffen geringf√ľgige Verst√∂√üe werden regelm√§√üig mit hohen Geldstrafen geahndet und f√ľhren zu mehrt√§gigen Ausreiseverz√∂gerungen.

Die Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen durch Sicherheitskräfte im Ferghanatal sind weiterhin stark. Die Pass-Straße ins Ferghanatal ist im Sommer geöffnet, im Zeitraum Oktober bis April abhängig von den Wetterbedingungen. Jeder Reisende muss sich bei den Kontrollpunkten mit seinem Pass ausweisen.

Auch die als international ausgewiesenen Grenz√ľberg√§nge sind nur w√§hrend der Tageszeit ge√∂ffnet. Erfahrungsgem√§√ü k√∂nnen diese ad hoc geschlossen, f√ľr die Durchreise mit dem Pkw oder f√ľr Ausl√§nder gesperrt werden.

Eine verl√§ssliche Auskunft kann hierzu nicht gegeben werden, da die Grenz√∂ffnungen oder Schlie√üungen nicht mit Vorlaufzeit bekanntgegeben werden. Bei Reisen ins Ferghanatal ist erh√∂hte Vorsicht angeraten, von Reisen in das Grenzgebiet mit Ausnahme der offiziellen Grenz√ľberg√§nge wird abgeraten.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Registrierung

Innerhalb von drei Tagen m√ľssen sich Ausl√§nder (ausgenommen Diplomaten) beim UVViOG (Verwaltung f√ľr Ein-/Ausreise und Staatsb√ľrgerschaft, ehemals OViR) des jeweiligen Stadtbezirks anmelden. Bei einem Hotelaufenthalt √ľbernimmt das Hotel die Registrierung. Bitte beachten Sie, dass bei Einreise mit einem Touristenvisum eine Registrierung nur √ľber Hotels erfolgen kann. Sofern Sie anderweitig, z.B. bei Familienangeh√∂rigen oder Bekannten unterkommen m√∂chten, muss Ihr Gastgeber vor der Visabeantragung seine Einladung beim UVViOG zur Beglaubigung vorlegen. Der Einlader muss anschlie√üend die Einladung bei der Konsularabteilung des usbekischen Au√üenministeriums vorlegen. Das usbekische Au√üenministerium vergibt daraufhin eine Telexnummer, die der usbekischen Auslandsvertretung √ľbermittelt wird, bei der das Visum beantragt wird. Wird keine diesen Vorschriften entsprechende Einladung bei Visabeantragung vorgelegt, erteilen die usbekischen Vertretungen erfahrungsgem√§√ü touristische Visa, mit denen jedoch keine Registrierung bei einem Privataufenthalt m√∂glich ist.

Es wird dringend empfohlen, den visierten Pass hinsichtlich der korrekten Visakategorie zu √ľberpr√ľfen, da es nicht m√∂glich ist, die Visumskategorie nachtr√§glich in Usbekistan zu √§ndern. In diesen F√§llen bleibt allenfalls die M√∂glichkeit, eine Hotelunterkunft zu buchen, die die Formalit√§ten der Registrierung √ľbernimmt. Es wird ausdr√ľcklich davon abgeraten, Registrierungsbelege durch Dritte beschaffen zu lassen, da anderenfalls Schwierigkeiten bei der Ausreise auftreten k√∂nnen.

Im August 2012 wurden die Bestimmungen √ľber Einreise und Aufenthalt dahingehend versch√§rft, dass ein Ausl√§nder bei Verletzung der Aufenthaltsbestimmungen abgeschoben werden kann mit der Folge einer Einreiseverweigerung von einem bis drei Jahren. Als Verletzung des Aufenthaltsrechts gelten hierbei ein Aufenthalt ohne bzw. mit ung√ľltig gewordener Aufenthaltserlaubnis sowie die Nichteinhaltung der Bestimmungen √ľber die Registrierung bei vor√ľbergehenden oder l√§ngerfristigen Aufenthalten.

Einzelreisende, die sich ohne hinreichende Orts- und Sprachkenntnisse (russisch/ usbekisch) nach Usbekistan begeben und mit einem Touristenvisum einreisen oder ihren Aufenthalt vor Ort verl√§ngern m√∂chten, m√ľssen aufgrund der strikten Vorschriften f√ľr die Einreise und den Aufenthalt des √Ėfteren mit Schwierigkeiten rechnen, bei denen der Botschaft nur sehr eingeschr√§nkte M√∂glichkeiten der konsularischen Hilfe zur Verf√ľgung stehen. Konsularische Hilfeleistungen wie z.B. Bescheinigungen und deren √úbersetzung, dolmetschen im Fall von Problemen mit √∂rtlichen Beh√∂rden etc. sind kostenpflichtig nach dem Auslandskostengesetz.

Bereits minimale √úberschreitungen g√ľltiger Visa ohne rechtzeitige Verl√§ngerung in Form eines ‚Äěexit visa‚Äú, was erfahrungsgem√§√ü nur in Taschkent m√∂glich ist, f√ľhren zur Einbehaltung des Reisepasses unter erheblichen Einschr√§nkungen der Bewegungsfreiheit und zur Ausweisung. Im Regelfall wird eine hohe Verwaltungsstrafe verh√§ngt, und es muss mit einem Verbot der erneuten Einreise gerechnet werden.

Da ein Touristenvisum nicht innerhalb Usbekistans in ein Besuchsvisum ge√§ndert werden kann, riskieren Reisende, die mit einem Touristenvisum einreisen und f√ľr ihren Aufenthalt keinen Hotelaufenthalt vorgesehen haben, dass sie aufgrund der neuen Regelungen abgeschoben werden und eine Einreiseverweigerung gegen sie verh√§ngt wird.

Der Registrierungsbeleg ist Voraussetzung f√ľr die Buchung von Fl√ľgen bzw. Fahrkarten f√ľr Reisen im Landesinneren und muss bei der Ausreise vorgelegt werden. Die Einhaltung der melderechtlichen Vorschriften wird von den zust√§ndigen usbekischen Beh√∂rden erfahrungsgem√§√ü genauestens √ľberpr√ľft. Die Mindeststrafe bei Missachtung der Vorschriften betr√§gt ca. 700,- ‚ā¨. F√ľr eine Anmeldung f√ľr einen Zeitraum von bis zu einem Monat betr√§gt die Anmeldegeb√ľhr 20,- US $.

F√ľr organisierte Reisen mit einem im Ausland zugelassenen Bus werden Fahrtgenehmigungen f√ľr den Personenverkehr verlangt. Ohne eine solche Fahrtgenehmigung ist die Einreise des Busses nach Usbekistan nicht m√∂glich.¬†Reiseveranstalter sind daher gehalten, sich in jedem Einzelfall an das Bundesamt f√ľr G√ľterverkehr, Werderstra√üe 34, Referat 13, Rufnummer +49 221 57 76 1322, E-Mail:¬†¬†Referat13@bag.bund.de, Internet: www.bag.bund.de ¬†zu wenden, um Auskunft √ľber die Voraussetzungen zur Einreise mit einem Reisebus mit ausl√§ndischer Zulassung und die entsprechende Einzelgenehmigung f√ľr Usbekistan zu erhalten.

Geld/Ein- und Ausfuhr von Devisen
Die usbekische W√§hrung ist der Sum. Bei der Mitnahme von Bargeld sind US-Dollar- oder Euro-Banknoten neueren Datums in bestem √§u√üerem Zustand zu empfehlen. Der Umtausch sollte ausschlie√ülich in Banken und zugelassenen Wechselstuben erfolgen. Illegaler Devisentausch wird mit hohen Geldstrafen und Einbehaltung des eingetauschten Betrags bestraft. R√ľckumtausch von Sum in US-Dollar ist bei Vorlage von entsprechenden Umtauschbelegen √ľber vorangegangenen Dollarverkauf grunds√§tzlich m√∂glich. Ein R√ľcktausch in Euro ist nicht m√∂glich. Reiseschecks und Kreditkarten sind un√ľblich. Gr√∂√üere internationale Hotels verf√ľgen meist √ľber Geldautomaten, an denen mit Kreditkarte und PIN-Nummer US-Dollar abgehoben werden k√∂nnen; allerdings sind die Geldautomaten nicht immer best√ľckt.¬†
Seit Anfang 2017 besteht in Hotels in Usbekistan f√ľr Ausl√§nder die Pflicht, die Rechnung f√ľr die Hotel√ľbernachtung in US-Dollar zu bezahlen.

Die Einfuhr von Devisen nach Usbekistan ist in unbeschr√§nkter H√∂he m√∂glich. √úber die Deviseneinfuhr muss bei der Einreise eine Zollerkl√§rung in zweifacher Ausfertigung ausgef√ľllt werden. Das Formular ‚ÄěZollerkl√§rung‚Äú gibt es neben der russischen Version auch in englischer Sprache, bisweilen allerdings nur auf besondere Nachfrage. Bei der Einreisekontrolle sollten Reisende darauf achten, eines der beiden ausgef√ľllten Zollerkl√§rungsformulare abgestempelt wieder zur√ľck zu erhalten. Dieses Exemplar muss bei der Ausreise auf Verlangen vorgezeigt werden, anderenfalls muss mit Problemen bei der Ausreise gerechnet werden.

In der Zollerkl√§rung bei Ein- und Ausreise m√ľssen s√§mtliche mitgef√ľhrten Devisen (auch Travellerschecks) angegeben werden. Bei Ausreise ist eine √úberschreitung der Summe der bei Einreise eingef√ľhrten Devisen nur unter Vorlage einer Best√§tigung der Zentralbank der Republik Usbekistan oder einer bevollm√§chtigten Bank m√∂glich. Falsche Angaben werden in der Regel mit Geldstrafe geahndet. In Einzelf√§llen ist es zu einer Verz√∂gerung der Ausreise, auch um mehrere Tage, gekommen. Ohne Vorlage der Einreise-Zollerkl√§rung ist bei Ausreise ein Mitf√ľhren von Devisen nicht gestattet. Bewahren Sie daher die Einreise-Zollerkl√§rung gut auf.

Verhaltensempfehlungen
Als Verhaltensma√ünahme empfiehlt es sich, nach Einbruch der Dunkelheit nicht alleine und nicht zu Fu√ü in abgelegeneren Stadtteilen oder wenig frequentierten Orten wie¬†z.B. Unterf√ľhrungen unterwegs zu sein. Beim Besuch von Orten, an denen sich viele Menschen aufhalten, wie z.B. Basaren, sollten die √ľblichen Vorsichtsma√ünahmen bez√ľglich der sicheren Aufbewahrung von Ausweisdokumenten und Bargeld beachtet werden, da auch hier potentiell die Gefahr von Taschendiebst√§hlen besteht.¬†Wandertouren in unbekanntem Gel√§nde sollten nur in ortskundiger Begleitung durchgef√ľhrt werden.

W√§hrend des Aufenthaltes in Usbekistan sollten Reisende f√ľr den Fall von Ausweiskontrollen durch die usbekische Polizei stets Kopien ihres Reisepasses und ihrer Aufenthaltserlaubnis/Anmeldung mit sich f√ľhren. In seltenen F√§llen werden Kopien dieser Dokumente nicht akzeptiert, so dass eine nachtr√§gliche Vorlage des Originals erforderlich wird. F√ľr Inhaber von Gruppenvisa wird angeraten, stets auch eine Kopie des Gruppenvisums bei sich zu tragen.

Es wird empfohlen, den Pass nur wenn unbedingt erforderlich aus den H√§nden zu geben, keinesfalls jedoch f√ľr einen l√§ngeren Zeitraum und ohne entsprechende Begr√ľndung, zu welchem Zweck der Pass einbehalten wird.

Nutzung von SIM-Karten usbekischer Mobiltelefongesellschaften
Nach der Einreise und Erhalt der Registrierung können auch Personen ohne gewöhnlichen Aufenthalt in Usbekistan eine lokale SIM-Karte erwerben. Zurzeit wird dieser Service nur von der Gesellschaft Ucell angeboten. Erhältilch sind die SIM-Karten unter Vorlage des Passes mit Registrierungsnachweis bei allen Ucell-Verkaufsstellen.

Hinweise f√ľr Autoreisende
Usbekistan ist f√ľr den Individualtourismus, gerade auch f√ľr Reisende, die mit dem Auto unterwegs sind, noch wenig erschlossen.

√úberlandreisen k√∂nnen wegen des teilweise schlechten Zustands der Stra√üen und Fahrzeuge schwierig und gef√§hrlich sein. Dies gilt auch f√ľr vielbefahrene Strecken wie zum Beispiel die Strecke von Buchara nach Samarkand oder von Samarkand nach Taschkent. Von √úberlandfahrten bei Nacht wird abgeraten.

Die Tankstellendichte ist gering, Rastst√§tten mit sanit√§rer Infrastruktur sind unbekannt. Diesel ist nach derzeit geltenden Regelungen f√ľr Privatpersonen nicht erh√§ltlich. Benzin ist mit den Oktanzahlen 80, 91 (nicht immer) und 95 (sehr selten) erh√§ltlich; au√üerhalb von Taschkent ist die Benzinversorgung generell schwieriger als in der Hauptstadt. Die Benzinqualit√§t l√§sst zu w√ľnschen √ľbrig, was zu technischen Problemen (Benzinfilter) f√ľhren.

Durch die oft nicht regelkonforme Fahrweise anderer Verkehrsteilnehmer ist ein nicht an den √∂rtlichen Fahrstil gew√∂hnter Autofahrer einer erh√∂hten Unfallgefahr ausgesetzt. Bei Beteiligung an einem Verkehrsunfall kann es zu einer mehrw√∂chigen Stilllegung des Fahrzeugs kommen, bis alle Untersuchungen zum Unfallhergang abgeschlossen sind. Im Fall einer Reparatur ist zu beachten, dass Autoersatzteile, abh√§ngig davon, ob die jeweilige Marke in Usbekistan verbreitet ist, mitunter schwer erh√§ltlich sind oder importiert werden m√ľssen. Bei Verkehrs√ľbertretungen wird √ľblicherweise das Bu√ügeld sofort durch die allseits pr√§senten Verkehrspolizisten verlangt, wobei sich die H√∂he des Bu√ügelds nicht notwendigerweise an einem festgelegten Bu√ügeldkatalog orientiert.

F√ľr die Einreise mit dem Wohnmobil ist eine besondere Genehmigung erforderlich, die sp√§testens sechs Wochen vor Reiseantritt bei ‚ÄěUzbektourismus‚Äú mit einem Originalschreiben mit konkreten Angaben (Ein-und Ausreisedaten, Programm (Tourenplan), Zahl der G√§ste, Partner in Usbekistan (Einladender bzw. Reiseb√ľro), Kennzeichen des Fahrzeugs und ggf. des Anh√§ngers) beantragt werden muss. Sofern die Reise √ľber ein Reiseb√ľro organisiert wurde, das u. a. mit der Einholung des Einreisevisums befasst war, sollte dieses auch mit der erforderlichen Genehmigung f√ľr die Einreise mit einem Wohnmobil beauftragt werden.¬†

Sofern der Reisende bei der Einreise nicht √ľber die notwendige Genehmigung verf√ľgt, wird eine Einreise derzeit nur im Wege einer Ausnahmeregelung gegen Zahlung einer Geb√ľhr in H√∂he von 400,- US-Dollar gestattet. Wie lange diese vor√ľbergehende Regelung gilt, ist nicht abzusehen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Regelung ohne vorherige Bekanntmachung bei Einreise nach Usbekistan bereits ge√§ndert oder aufgehoben wurde. Es wird daher dringend empfohlen, die Genehmigung vor Reiseantritt auf dem √ľblichen Weg einzuholen. Dem Ausw√§rtigen Amt stehen keine Mittel und Wege zur Verf√ľgung, sich f√ľr Reisende, die den vorgesehen Genehmigungsweg nicht eingehalten haben, aber nicht zur Zahlung der Geb√ľhr bei Einreise bereit sind, gegen√ľber den usbekischen Beh√∂rden zu verwenden.

Hinweise f√ľr Flugreisende
Ausl√§nder m√ľssen alle in Usbekistan beschafften Flugtickets f√ľr Reisen innerhalb Usbekistans und ins Ausland in US $¬†bezahlen, auch Flugtickets der usbekischen Fluggesellschaft Uzbekistan Airways.

Sofern Kinder allein aus Usbekistan ausreisen sollen, wird dringend geraten, sich bei der Fluggesellschaft nach besonderen Vorschriften f√ľr alleinreisende Kinder zu erkundigen. So verlangt z.B. Uzbekistan Airways eine notarielle Einverst√§ndniserkl√§rung beider Elternteile, die bei der Abreise des Kindes vorgelegt werden muss.



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente

Die Einreise f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige ist mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente m√ľssen¬†drei Monate √ľber Ablauf des usbekischen Visums hinaus g√ľltig sein.
Kindereintr√§ge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr g√ľltig. Jedes Kind ben√∂tigt ein eigenes Ausweisdokument.

Visum
Derzeit ist die Einreise nach Usbekistan nur mit einem g√ľltigen Visum m√∂glich, das vor Reiseantritt durch die Auslandsvertretungen der Republik Usbekistan in Deutschland f√ľr einen genau umrissenen Zeitraum und Reisezweck erteilt wird. Die usbekische Regierung hatte Ende 2016 angek√ľndigt, ab April 2017 die Visumpflicht f√ľr touristische Aufenthalte, unter anderem f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige, f√ľr einen Aufenthaltszeitraum von bis zu 30 Tagen aufzuheben. Diese Regelung soll nun erst ab dem 01.01.2021 gelten.

F√ľr Touristen werden Visa mit einer Aufenthaltsdauer von bis zu einem Monat (Kategorie ‚ÄěT‚Äú) ausgestellt.
F√ľr Dienst ‚Äď oder Gesch√§ftsreisende stellen die Vertretungen der Republik Usbekistan innerhalb von drei Werktagen Visa mit einer G√ľltigkeitsdauer bis zu einem Jahr ohne Einladung und ohne nachgewiesene Hotelbuchung aus. F√ľr Visa mit dar√ľber hinaus gehender G√ľltigkeit werden weitere Unterlagen verlangt.

Vereinzelt wird dennoch eine Einladung verlangt; es empfiehlt sich, in diesen Fällen auf die obigen Regelungen zu verweisen.

Wichtiger Hinweis: Falls zeitweilige Aufenthalte in Nachbarstaaten mit anschlie√üender R√ľckkehr nach Usbekistan beabsichtigt sind, muss unbedingt ein Visum mit mehrfacher Einreisem√∂glichkeit beantragt werden. Nachtr√§gliche √Ąnderungen sind erfahrungsgem√§√ü nicht m√∂glich.

Eine Visumserteilung am Flughafen Taschkent ist bei der Einreise nur im Ausnahmefall bei denjenigen Reisenden möglich, die ihren Wohnsitz in einem Land haben, in dem Usbekistan keine Auslandsvertretung unterhält.

Jeglicher visumsfreie Transitaufenthalt in Usbekistan ist untersagt, ausgenommen ein Aufenthalt im Transitraum des Flughafens Taschkent.

√Ėffnungszeiten der Grenz√ľberg√§nge

Ein Grenz√ľbertritt auf dem Landweg f√ľr Personen, Transportmittel, Waren und sonstiges Eigentum ist im Regelfall von 09.00 Uhr morgens bis 18.00 Uhr m√∂glich, sofern der Grenz√ľbergang ge√∂ffnet ist. Abweichende √Ėffnungszeiten sind m√∂glich. W√§hrend der Nachtstunden erfolgt keine Grenzabfertigung, die Grenz√ľberg√§nge bleiben geschlossen. Im Luft- und Eisenbahnverkehr wird die Grenzkontrolle uneingeschr√§nkt 24 Stunden lang durchgef√ľhrt. Insbesondere einige Tage vor und nach usbekischen Feiertagen k√∂nnen die Grenz√ľberg√§nge auf dem Landweg geschlossen sein, eine verl√§ssliche Aussage √ľber die √Ėffnung der Grenzen ist erfahrungsgem√§√ü nicht m√∂glich, da die Ma√ünahmen ad hoc und ohne vorherige Ank√ľndigung getroffen werden.

Grenzregionen

Reisende in die Region Surhandariya (Grenzgebiet Afghanistan/Tadschikistan) werden gesondert registriert. Bei Versch√§rfung der Sicherheitslage ist mit Einschr√§nkungen der Bewegungsfreiheit zu rechnen. Generell wird in allen usbekischen Grenzgebieten zu erh√∂hter Aufmerksamkeit geraten, nicht notwendige Reisen in Grenzn√§he mit Ausnahme der offiziellen Grenz√ľberg√§nge sollten unterbleiben.

Auch bei einem versehentlichen √úberschreiten der gr√ľnen Grenze aus den Nachbarstaaten nach Usbekistan oder einem Betreten eines nicht immer kenntlich gemachten Sperrgebiets ist mit konsequenter Strafverfolgung durch die Beh√∂rden zu rechnen. Es ist nicht ratsam, sich ohne ortskundige Begleitung zu Fu√ü in unbekanntem Gel√§nde zu bewegen.

Einige schmale Grenzabschnitte zu Kirgisistan und Tadschikistan sind weiterhin vermint.

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.



Besondere Zollvorschriften

Es bestehen die international √ľblichen Ein- bzw. Ausfuhrverbote (Drogen, Waffen) sowie die international √ľbliche Begrenzung der Einfuhr von Tabak und Alkohol. Die Ausfuhr von Antiquit√§ten (√§lter als 75 Jahre) ist verboten.

Es ist vorgeschrieben und wird unbedingt empfohlen, Medikamente in der Zollerkl√§rung, die jeder Reisende bei der Ein- und Ausreise vorlegen muss, genau aufzuf√ľhren (siehe auch unter ‚ÄěMedizinische Hinweise‚Äú). Die vom usbekischen Zoll abgestempelte Einfuhrdeklaration ist wichtig als Nachweis der legalen Einfuhr. Es kommt regelm√§√üig vor, dass usbekische Stellen (z.B. bei der Grenzkontrolle bei der Ausreise) Reisende anhalten, weil sie Medikamente bei sich haben, die in Usbekistan (per se oder ab einer bestimmten Menge) als Droge betrachtet werden und bei der Einfuhr nicht deklariert wurden. Folge sind erfahrungsgem√§√ü mehrt√§gige Laboruntersuchungen der Medikamente und Blutproben (d.h. auch Reiseunterbrechung) und hohe Geldstrafen. Da dieses Vorgehen usbekischem Recht entspricht, sind die Unterst√ľtzungsm√∂glichkeiten der Deutschen Botschaft eingeschr√§nkt.¬†Weitere Informationen finden Sie in unserem Merkblatt: Usbekistan-Merkblatt.pdf

Bitte beachten Sie auch die Hinweise zur Ein- und Ausfuhr von Devisen in den ‚ÄěAllgemeinen Reiseinformationen‚Äú.¬†

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de ¬†einsehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Usbekische Behörden ahnden auch kleinere Verstöße unnachsichtig und mit sehr hohen Geldstrafen. Auch kommt es zu Verzögerungen der Ausreise von mehreren Tagen.

Bei als strategisch wichtig geltenden Einrichtungen besteht Fotografierverbot. Hierzu z√§hlen die U-Bahn in Taschkent, Flugh√§fen, Bahnh√∂fe, Tunnels, Br√ľcken sowie andere √∂ffentliche Geb√§ude. Grenzanlagen und Grenzbefestigungen fallen ebenfalls unter das Fotografierverbot.

Homosexuelle Handlungen von Männern sind strafrechtlich verboten und werden laut Strafgesetzbuch mit Freiheitsstrafe ab drei Jahren geahndet, in der Praxis aber selten vor Gericht gebracht. Das usbekische Strafrecht enthält keine Vorschriften zu sexuellen Handlungen unter Frauen.

Prostitution ist strafbar und wird mit Geldstrafe geahndet, wird aber gleichfalls nur selten gerichtlich verfolgt.

Drogen sind illegal und ihr Besitz, Verbrauch, ihre Ein- und Ausfuhr sowie der Handel sind strafbewehrt. Es gibt in Usbekistan keine Unterscheidung zwischen ‚Äěharten‚Äú und ‚Äěweichen‚Äú Drogen.

  



Medizinische Hinweise

Impfschutz

Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gem√§√ü dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene
(siehe: www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls zu vervollst√§ndigen.
Dazu geh√∂ren f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderl√§hmung), ggf. auch gegen Masern, Mumps und R√∂teln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Typhus, Hepatitis B, und Tollwut empfohlen. 

Malaria

Die √úbertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles M√ľcken. Die Erkrankung kann auch noch Wochen nach dem Aufenthalt in Endemiegebieten ausbrechen. Die Beschwerden bei einer Malaria (Fieber, Sch√ľttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, u. a.) sind meist uncharakteristisch und von einer Grippe oder einer √§hnlichen Erkrankung nicht zu unterscheiden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung kann die Malaria zuverl√§ssig behandelt werden, ohne dass es zu bleibenden Sch√§den oder Beschwerden kommt.

In den Monaten von Juni bis Oktober besteht in den s√ľdlichen Landesteilen, au√üer in H√∂henlagen √ľber ca. 2000 Meter, ein √úbertragungsrisiko f√ľr Malariaerkrankungen. Dabei handelt es sich ausschlie√ülich um die im Allgemeinen nicht lebensbedrohliche, durch Plasmodium vivax verursachte, Malaria tertiana.

Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malariaerkrankung. Ein ausreichender Schutz vor Stechm√ľcken (Expositionsprophylaxe), insbesondere w√§hrend der D√§mmerung und nachts, ist der wichtigste Schutz vor einer Malariaerkrankung.

  • Das Tragen langer, heller und gegen Insekten impr√§gnierter Bekleidung im Freien,
  • das konsequente Einreiben aller Hautfl√§chen mit einem geeigneten Repellent und
  • das Benutzen impr√§gnierter Moskitonetze w√§hrend der Nacht oder
  • der Aufenthalt in M√ľcken-gesch√ľtzen R√§umen (Fliegengitter, Klimaanlagen)

vermindern das Risiko einer √úbertragung deutlich und sch√ľtzen auch vor seltenen Erkrankungen wie Phlebotomen-Fieber, (durch Stechm√ľcken √ľbertragen), Krim-Kongo-H√§morrhagischem Fieber und anderen durch Zecken √ľbertragen Erkrankungen. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird nicht empfohlen (www.dtg.org). Beim Auftreten von Fieber nach einem Aufenthalt in Usbekistan ist eine umgehende Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet immer notwendig.

HIV/AIDS/Geschlechtskrankheiten

Durch sexuelle Kontakte, bei intraven√∂sem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen), durch T√§towierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex dringend empfohlen.¬†

Durchfall- und Darmerkrankungen

Oberfl√§chengew√§sser k√∂nnen mit f√§kalen Keimen und chemischen Schadstoffen kontaminiert sein, auch wenn sie in der landwirtschaftlichen Produktion verwendet werden. Durchfallerkrankungen sind √ľberall im Land ganzj√§hrig m√∂glich. Leitungswasser, auch in den St√§dten, hat keine Trinkwasserqualit√§t. Es wird empfohlen, nur originalverpacktes und m√∂glichst kohlens√§urehaltiges Trinkwasser in Flaschen zu konsumieren. F√ľr das Waschen von Obst und Gem√ľse oder zum Z√§hneputzen sollte ebenfalls nur Trinkwasser verwendet werden, da nicht im ganzen Land von gleichbleibender Qualit√§t des Leitungswassers ausgegangen werden kann. Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungesch√§lter Produkte sollte verzichtet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr gut durchgebraten worden sein. Das Infektionsrisiko f√ľr Hepatitis A und E, Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Am√∂ben, Lamblien und Wurmerkrankungen besteht landesweit. Allgemeine Hygienema√ünahmen wie regelm√§√üiges H√§ndewaschen oder H√§ndedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen, und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln, k√∂nnen die Gefahr einer Infektion verhindern.

Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelm√§√üig t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und √úbertragung einer Tollwut. Die notwendigen, medizinischen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in der Regel in Usbekistan nicht m√∂glich. Einen zuverl√§ssigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung vor einem Biss. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung f√ľr Reisen nach Usbekistan eine besondere Bedeutung zu. Sie sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen sein. Die auch nach einem Biss notwendige, unverz√ľgliche ‚ÄěAuffrischung‚Äú kann in Taschkent erfolgen.

Tuberkulose

Die Tuberkulose kommt landesweit h√§ufiger als in Mitteleuropa vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen ist die Gefahr einer resistenten Tuberkulose gegeben. Das Tragen eines chirurgischen Mundschutzes sch√ľtzt nicht vor einer Ansteckung!

Grippe (Saisonale Influenza)

Die saisonalen Influenzaviren, einschlie√ülich der neuen Influenza A/H1N1 (‚ÄěSchweinegrippe‚Äú), zirkulieren in Usbekistan in den Wintermonaten. Ein Impfschutz empfiehlt sich bei den vom Robert-Koch-Institut angesprochenen Risikogruppen (siehe: www.rki.de).

Vogelgrippe (Influenza A H5N1)

Bisher wurden in Usbekistan weder bei Tieren noch bei Menschen Fälle von Vogelgrippe nachgewiesen. 

Geographisch und klimatisch bedingte Erkrankungen

In den Sommermonaten kann es zu einer hohen Belastung der Luft durch Staub kommen. Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD können sich dadurch erheblich verschlechtern.

Die H√∂henkrankheit ist eine durch taktische Fehler bei der notwendigen H√∂henanpassung √ľber 2.300 m (z.B. durch zu raschen Aufstieg und √úberanstrengung) ausgel√∂ste, potentiell sehr gef√§hrliche Funktionsst√∂rung von Lunge und Gehirn. Erkranken k√∂nnen besonders auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, auch solche, die bereits fr√ľher gro√üe H√∂hen und rasche Aufstiege ohne Probleme bew√§ltigt haben. Zu Todesf√§llen kommt es nicht selten, weil grundlegende Regeln missachtet-, Fr√ľhsymptome falsch gedeutet- und Medikamente unvern√ľnftig eingesetzt werden. Bestimmte Erkrankungen von Herz und Lungen erh√∂hen ebenfalls das Risiko, eine H√∂henkrankheit zu erleiden.

Vor Reisen in gro√üe H√∂hen (√ľber 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endg√ľltigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen h√∂henmedizinisch erfahrenen Arzt. Vor der Einnahme von Medikamenten zur Vorbeugung oder Behandlung der H√∂henkrankheit ohne Anweisung durch einen Arzt oder erfahrenen Bergf√ľhrer wird dringend gewarnt. Zivile Luftrettungsunternehmen f√ľr die Rettung aus Bergnot gibt es in Usbekistan nicht.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme K√§lte und unwegsames oder unbekanntes Gel√§nde bergen weitere Risiken f√ľr den Reisenden in gro√üer H√∂he. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschl√§ge kann es an gef√§hrdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Bergh√§ngen kommen.

Weitere Gesundheitsgefahren

Technische √úberwachungen der Fahrzeuge, wie in Mitteleuropa √ľblich, sind in Usbekistan nicht √ľblich, die allgemein verbindlichen Verkehrsregeln werden nicht immer beachtet. Schwere Verkehrsunf√§lle sind insbesondere bei √úberlandfahrten h√§ufig. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notf√§llen oder Unf√§llen, kann in weiteren Landesteilen nicht gew√§hrleistet werden, ein zuverl√§ssig funktionierendes Rettungswesen ist auch in den St√§dten nicht √ľberall existent. Im √úbrigen gelten die ‚ÄěHinweise f√ľr Autoreisende‚Äú im allgemeinen Teil dieser Hinweise. Defensives und vorausschauendes Fahren, angemessene Geschwindigkeit und gute Kenntnisse in der Ersten Hilfe k√∂nnen das Risiko eines schweren Unfalls mit bleibenden Gesundheitssch√§den reduzieren.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend. Auch in Taschkent und Samarkand entspricht die medizinische Versorgung vielfach nicht europ√§ischem Standard. √Ąrzte fordern f√ľr die medizinischen Behandlungen von Ausl√§ndern h√§ufig eine Barzahlung in US Dollar oder Euro. Bei schweren Erkrankungen oder Verletzungen muss eine medizinische Evakuierung, zum Beispiel nach Indien, Dubai oder Europa, erwogen werden. Ein ausreichender und g√ľltiger Krankenversicherungsschutz einschlie√ülich einer Reiser√ľckholversicherung ist zwingend notwendig, kann aber die unzureichende medizinische Infrastruktur vor Ort nicht ersetzen. Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird dringend empfohlen
(www.dtg.org oder www.frm-web.de).

Reisende sollten regelm√§√üig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Usbekistan mitbringen und sich f√ľr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Es ist vorgeschrieben und wird unbedingt empfohlen, Medikamente in der usbekischen Zollerkl√§rung, die jeder Reisende bei der Ein- und Ausreise vorlegen muss, genau aufzuf√ľhren (siehe auch unter ‚ÄěBesondere Zollvorschriften‚Äú). Eine individuell angepasste Reiseapotheke ist nach R√ľcksprache mit einem Reisemediziner mitzuf√ľhren. Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Usbekistan bewusst sein.

Die Deutsche Botschaft in Taschkent verf√ľgt f√ľr den Notfall √ľber eine Adressenliste von √Ąrzten und Krankenh√§usern in der Stadt.¬†¬†

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden, wichtigen Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • Zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbesondere bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige, eingehende, medizinische Beratung durch einen Reisemediziner/Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.


Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2jXc3jK

Indien

Indien: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 24.01.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 24.01.2017)

Letzte √Ąnderungen:¬†
Aktuelle Hinweise

Aktuelle Hinweise

Die indische Regierung hat mit Wirkung vom 9. November 2016 500- und 1.000 Rupien-Geldscheine aus dem Umlauf genommen. Neue Geldscheine werden nur sukzessive in Umlauf gebracht. Es kommt auf absehbare Zeit zu erheblichen Engpässen bei der Bargeldversorgung. An Geldautomaten können nur kleinere Beträge abgehoben werden, was häufig mit langen Wartezeiten verbunden ist.

Alte Geldscheine können nicht mehr gegen neue umgetauscht und seit dem 30. Dezember 2016 auch nicht mehr auf Bankkonten eingezahlt werden. 

Die Engpässe betreffen auch den Umtausch von Euro- oder Dollarnoten in (neue) Rupien.

Reisende werden gebeten, dies bei ihren Planungen unbedingt zu beachten. Bargeldloser Zahlungsverkehr,  z.B. mit internationalen Kreditkarten, ist nach bisherigen Erfahrungen weiterhin uneingeschränkt möglich.

Seit Anfang Juli kommt es in Kaschmir bei Demonstrationen und Generalstreiks immer wieder zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften mit Todesopfern und Verletzten. Teilweise wurden Ausgangssperren verhängt.

Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen in den Landesteil Kaschmir, einschließlich Srinagar, wird derzeit abgeraten.

Reisenden wird empfohlen, sich von Menschenansammlungen fernzuhalten, besondere Vorsicht walten zu lassen und sich unmittelbar vor und w√§hrend der Reise laufend √ľber die aktuelle Lage zu informieren und Hinweisen lokaler Beh√∂rden, auch bei Stra√üensperren, Folge zu leisten.
 



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Terrorismus
Die Sicherheitslage in Indien bleibt vor dem Hintergrund zahlreicher schwerer Terroranschläge in den letzten Jahren angespannt. Angesichts der terroristischen Gefahren wird landesweit zu besonderer Wachsamkeit geraten, insbesondere beim Besuch von Märkten und öffentlichen Plätzen, bei großen Menschenansammlungen sowie in der Nähe von Regierungsgebäuden und nationalen Wahrzeichen. Dies gilt insbesondere im zeitlichen Umfeld staatlicher und religiöser Feiertage sowie von Großereignissen. Es muss davon ausgegangen werden, dass insbesondere New Delhi und andere Metropolen des Landes im Fokus terroristischer Aktivitäten stehen. Die Anschläge der letzten Jahre bestätigen die Tendenz, dass auch touristisch frequentierte Orte zunehmend ins Visier der Terroristen geraten.

Allgemeine Kriminalität

Das Risiko, dem ausl√§ndische Reisende durch Gewaltkriminalit√§t ausgesetzt sind, ist in den touristisch erschlossenen Gebieten Indiens eher gering. Reisende sollten sich dennoch stets von Vorsicht leiten lassen. Situationsangemessenes und kulturbewusstes Verhalten empfiehlt sich vor dem Hintergrund der Berichte √ľber sexuelle √úbergriffe vor allem auch f√ľr alleinreisende Frauen.

Touristen in New Delhi und anderen indischen St√§dten werden gelegentlich von √∂rtlichen Reiseveranstaltern (vornehmlich im Stadtzentrum von New Delhi¬†‚ÄěConnaught Place‚Äú) mit aggressiven Verkaufsmethoden zum Kauf √ľberteuerter Reisen gen√∂tigt. Diese B√ľros geben sich regelm√§√üig als ‚Äěstaatlich anerkannt‚Äú aus, um besondere Qualit√§t und Reputation vorzugeben. √Ėrtliche Taxifahrer arbeiten mitunter mit diesen Veranstaltern zusammen und fahren Touristen gezielt dorthin, insbesondere direkt nach Ankunft am Flughafen in Delhi. Reisende sollten bei Reisebuchungen in indischen Reiseb√ľros besonders wachsam sein. Reisende, die in Bedr√§ngnis geraten, sollte auf unverz√ľgliche Kontaktaufnahme mit der lokalen Polizei (in Delhi die spezielle 24 Stunden operierende ‚ÄěTourist Police‚Äú, Notruf 100) bestehen.

Es wird darauf hingewiesen, dass¬†Touristen ‚Äď besonders in Rajasthan und Goa ‚Äď wiederholt Opfer¬†gut organisierter Trickbetr√ľger geworden sind, u. a. √ľber das Angebot lukrativer Juwelengesch√§fte.

Bundesstaat Jammu und Kaschmir (siehe auch aktuelle Hinweise)
Seit September 2016 kommt es wieder verst√§rkt zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen indischen und pakistanischen Truppen wie auch mit verschiedenen Separatistengruppen entlang der internationalen Grenze und der Waffenstillstandslinie (LoC) in Jammu und Kaschmir. Es wird empfohlen, vor Reisen in die Region aktuelle Informationen √ľber die Sicherheitslage einzuholen und den Anweisungen der lokalen Beh√∂rden Folge zu leisten.

Unbedingt erforderliche Reisen nach Srinagar sollten auf dem Luftweg erfolgen. Wegen der Gefahr terroristischer Gewalttaten und unvorhersehbaren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei bzw. Armee wird jedoch stets zu besonderer Vorsicht geraten. Unmittelbar vor und w√§hrend der Reise in den Landesteil Kaschmir sollten aktuelle Informationen √ľber die Sicherheits- und Infrastrukturlage eingeholt werden.¬†¬†

Der Kaschmirkonflikt hat in den vergangenen Jahrzehnten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskr√§ften und zu zahlreichen Bombenanschl√§gen mit vielen Todesopfern gef√ľhrt. Gegen Ausl√§nder gerichtete Einzelaktionen (auch Entf√ľhrungen) k√∂nnen in der gesamten Region nicht ausgeschlossen werden.

Landesteil Jammu
In Jammu ist die Sicherheitslage grundsätzlich stabil. Allerdings kann es auch hier zu unvorhersehbaren gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften kommen, sodass unmittelbar vor einer Reise nach Jammu aktuelle Informationen eingeholt und vor Ort größere Menschenansammlungen vermieden werden sollten.

Landesteil Ladakh
Trekkern wird dringend geraten, sich hinsichtlich der Auswahl der Trekkingrouten vor Ort von vertrauensw√ľrdigen und ortskundigen F√ľhrern beraten zu lassen. Generell wird dringend abgeraten, allein oder mit einem nicht ausgewiesenen F√ľhrer durch diese Gegenden zu trekken, per Autostopp zu reisen oder an einsamen Pl√§tzen zu zelten.
Wegen erheblicher Sicherheitsrisiken sollten in Ladakh die Grenzgebiete gemieden werden. In diesem Zusammenhang wird auf die Genehmigungspflicht von Reisen in grenznahe Gebiete durch die indischen Behörden verwiesen.

Nordosten
In den nord√∂stlichen¬† Bundesstaaten¬† Indiens ‚Äď (Arunachal Pradesh, Assam, Nagaland, Manipur, Meghalaya, Mizoram und Tripura) ‚Äst sind in einigen Regionen noch militante politische Gruppen und auch kriminelle Banden aktiv. Touristen sind zumindest bisher nicht Ziel¬†von Anschl√§gen und Entf√ľhrungen, k√∂nnen aber dennoch leicht in Gefahr geraten.

Bei Reisen in den Nordosten Indiens sollten sich Reisende daher auf sicherheitsbewusste, zuverl√§ssige lokale Partner (Reiseveranstalter, Hotels/Ressorts, Gesch√§ftspartner) verlassen und sich situationsgerecht verhalten. F√ľr einige Gebiete sind zus√§tzlich zum Visum Einreisegenehmigungen erforderlich. Es wird empfohlen, zur aktuellen Sicherheitslage und zu eventuellen besonderen Genehmigungserfordernissen kurz vor einer Reise in den Nordosten Indiens aktuelle Informationen, z. B. von lokalen Reiseveranstaltern, einzuholen.

Andere Regionen
Die Bundesstaaten Bihar, Jharkand, Chhattisgarh, der √§u√üerste S√ľdwesten von Orissa, der √§u√üerste Norden von Andhra Pradesh und der √§u√üerste Osten von Maharashtra verzeichnen ‚Äď insbesondere in l√§ndlichen Gebieten ‚Äď bewaffnete Aktivit√§ten einer militant-sozialrevolution√§ren maoistischen Bewegung, die in einzelnen Distrikten bis hin zur Aus√ľbung quasistaatlicher Gewalt gehen. Die Aktivit√§ten richteten sich bislang nicht gegen Ausl√§nder, in 2012 ist es jedoch zu einem Entf√ľhrungsfall gekommen. Auch Sabotageakte und Anschl√§ge auf das √∂ffentliche Eisenbahnnetz wurden in der Vergangenheit ver√ľbt. Generell wird dringend geraten, vor Reisen in die genannten Gebiete Informationen √ľber die Sicherheitslage einzuholen und touristische Aktivit√§ten nicht ohne ortskundige einheimische Begleitung durchzuf√ľhren.

Besondere Reisegenehmigungen werden u. a. f√ľr Teile von Sikkim, Arunachal Pradesh und f√ľr die Lakkadiven (Lakshadweep Islands) ben√∂tigt. Die Genehmigungen m√ľssen in Indien vor der Einreise in die genannten Staaten eingeholt werden. Die Genehmigungspflicht f√ľr Reisen nach Nagaland, Mizoram und die Andamanen wurde aufgehoben. Eine Registrierung nach Ankunft ist erforderlich. Die Inselgruppe der Nicobaren (Nicobar Islands) ist nach wie vor f√ľr Touristen nicht zug√§nglich. Informationen zu Reisegenehmigungen k√∂nnen bei den indischen Auslandsvertretungen in Deutschland eingeholt werden.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Die Lekt√ľre einschl√§giger Reisef√ľhrer mit spezifischen Verhaltensempfehlungen und der Sicherheitshinweise des Ausw√§rtigen Amts zu m√∂glichen Risiken f√ľr Reisende wird empfohlen.

Es wird darauf hingewiesen, dass in Indien keine professionelle, private Infrastruktur f√ľr Nothilfe ‚Äď insbesondere f√ľr Such- und Bergungsaktionen bei Unf√§llen im Hochgebirge ‚Äď zur Verf√ľgung steht. Hilfsma√ünahmen m√ľssen b√ľrokratisch und zeitintensiv √ľber das Au√üenministerium und die milit√§rischen Einrichtungen eingeleitet werden.¬†

Leihmutterschaft

Wer erw√§gt, in Indien ein Kind durch eine Leihmutter austragen zu lassen, sollte folgende Hinweise beachten: Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Ein von einer verheirateten indischen Leihmutter geborenes biologisches Kind eines deutschen Staatsangeh√∂rigen hat keinen Anspruch auf einen deutschen Reisepass. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden (Aktenzeichen VG 23 L 79.11). Indien erteilt zudem keine Visa mehr an Ausl√§nder, die zur Durchf√ľhrung einer Leihmutterschaft einreisen wollen. Weitere Informationen sind unter folgendem Link erh√§ltlich: http://ift.tt/1kRMWsx.



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente

Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja, mit Foto

Anmerkungen: Kindereintr√§ge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr g√ľltig. Jedes Kind ben√∂tigt ein eigenes Ausweisdokument.

Visum

Deutsche Staatsangeh√∂rige ben√∂tigen f√ľr die Einreise nach Indien grunds√§tzlich ein Visum. Inhaber deutscher Reisep√§sse k√∂nnen seit November 2014 unter bestimmten Voraussetzungen ein elektronisches Touristenvisum (e-Tourist Visa ‚Äď e-TV) erhalten. Das e-TV muss bis sp√§testens vier Tage vor dem geplanten Einreisedatum beantragt werden und berechtigt zur einmaligen Einreise f√ľr einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen.

Auf der Homepage http://ift.tt/1z0NpMR¬†sind die Voraussetzungen f√ľr ein elektronisches Touristenvisum aufgef√ľhrt. Dort kann das e-TV beantragt werden. In Einzelf√§llen soll es bei der Online-Bezahlung der e-TV zu Schwierigkeiten gekommen sein. Es wird deshalb empfohlen, sicherzustellen, dass die Zahlung tats√§chlich erfolgt ist. Reisende sind verpflichtet einen Ausdruck des e-TV mit sich zu f√ľhren.

Eine 24/7-Hotline f√ľr elektronische Touristenvisa ist telefonisch unter +91-11-2430 0666 oder per E-Mail √ľber indiatvoa@gov.in¬†eingerichtet.

Das e-TV wurde zus√§tzlich zu allen bereits bestehenden Visumskategorien eingef√ľhrt. Alle anderen Visa sind wie bisher bei der zust√§ndigen indischen Auslandsvertretung zu beantragen, Antragstellungen an der Grenze oder am Flughafen sind nicht m√∂glich.

Regul√§re Touristenvisa werden grunds√§tzlich mit einer G√ľltigkeitsdauer von¬†sechs Monaten ab dem Tag des Ausstellungsdatums ausgestellt, wobei in der Regel mehrmalige Einreisen m√∂glich sind (multiple entry visa).

Eine Verl√§ngerung der G√ľltigkeit des Touristenvisums in Indien selbst durch das zust√§ndige √∂rtliche Foreigners‚Äô Regional Registration Office (FRRO) erfolgt nur in begr√ľndeten Ausnahmef√§llen, wie z. B. ernsthafte Erkrankung am Urlaubsort u. √§.

Bei einer beabsichtigten Gesamtaufenthaltsdauer von mehr als 6 Monaten oder sofern eine solche Auflage im indischen Visum (z. B. Arbeitsvisum) aufgef√ľhrt ist, besteht ‚Äď unabh√§ngig von der beabsichtigten Dauer des einzelnen Aufenthalts ‚Äď eine Registrierungspflicht beim √∂rtlich zust√§ndigen District Foreigners‚Äė Registration Office (FRO) bzw. beim Foreigners‚Äė Regional Registration Office (FRRO). Diese muss innerhalb von 14 Tagen nach der Ankunft wahrgenommen werden. Nichtregistrierung f√ľhrt regelm√§√üig dazu, dass der/die Betroffene am indischen Flughafen an der Ausreise gehindert wird und dann beim √∂rtlich zust√§ndigen FRRO eine gesonderte Ausreiseerlaubnis einholen muss, was zwangsl√§ufig eine mehrt√§gige Ausreiseverz√∂gerung mit sich bringt und bei geplanter Ausreise, z. B. von New Delhi, eine R√ľckreise an den letzten Aufenthaltsort erforderlich macht. Diese Formalit√§ten sind zudem sehr umst√§ndlich und f√ľhren regelm√§√üig zu substanziellen Problemen. Eine Einflussnahme der zust√§ndigen deutschen Auslandsvertretung ist in derartigen F√§llen erfahrungsgem√§√ü nicht m√∂glich. Bei Aufenthalt von mehr als 180 Tagen mit Business oder Employment Visa empfiehlt es sich, bei Abreise eine Steuerbescheinigung (Tax Clearance Certificate) mit sich zu f√ľhren, die erfahrungsgem√§√ü oft noch verlangt wird, obgleich dies nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben ist.

Auf der Website des indischen Innenministeriums sind nähere Angaben zum Thema Touristen- und Arbeitsvisa (FAQ Tourist Visa und FAQ Employment Visa) zu finden, siehe www.mha.nic.in und www.boi.gov.in.

Reisende, die nicht innerhalb der G√ľltigkeit des Visums ausreisen, m√ľssen mit einer Haftstrafe und mehrj√§hrigem Einreiseverbot rechnen.

Es kommt immer wieder vor, dass Pässe bei der Einreise von den Grenzbehörden nicht gestempelt werden. Bitte achten Sie unbedingt darauf, dass Sie einen Einreisestempel erhalten und verwahren Sie Ihren Reisepass sicher! Ohne Einreisestempel kommt es bei der Ausreise zu erheblichen Schwierigkeiten. Mehrtägige Verzögerungen durch Erwerb einer Ausreiseerlaubnis beim FRO und Ministry of Home Affairs (nur in Delhi) sind die Regel. Dies gilt auch im Fall eines Passverlustes während des Indienaufenthalts und der erforderlichen Erteilung eines Ersatzdokuments durch die zuständige deutsche Auslandsvertretung.

Immer wieder kommt es vor, dass Reisende ausgewiesen werden, weil ihre Aktivit√§ten in Indien (oft NGO-Arbeit) nach Auffassung der indischen Beh√∂rden nicht mit dem Status eines Touristenvisums vereinbar sind. Es wird empfohlen, konkret anlassbezogene Visa zu beantragen, z. B. Konferenzvisa oder Business/Employment/Entry (X) Visa f√ľr Freiwilligenarbeit.¬†

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.



Besondere Zollvorschriften

Devisen ab einem Betrag von 5000,- US-$ (bar oder Reiseschecks) sind bei der Einreise zu deklarieren. Auch andere hochwertige Gegenst√§nde (z. B. Videokameras) m√ľssen deklariert werden.

Die Einfuhr von Goldm√ľnzen und -barren sowie von Waffen ist streng verboten. Ausl√§nder indischer Abstammung (NIO) k√∂nnen bis zu 10 kg Gold einf√ľhren, H√∂he der Zollabgaben 250,- INR per Gramm. Voraussetzung ist ein Mindestaufenthalt im Ausland von sechs Monaten.

Die Ein- und Ausfuhr der indischen Währung ist verboten. Grundsätzlich ist jedoch in Indien ansässigen Personen die Ein- und Ausfuhr von max. 5000,- INR gestattet.

Die Einfuhr pornografischen Materials ist verboten.

Die Ausfuhr von gesch√ľtzten Tierh√§uten und Pflanzen ist verboten; Verst√∂√üe werden mit hohen Geld- und Haftstrafen geahndet.

Bei einem Verstoß gegen Zollvorschriften droht Verhaftung bei der Ausreise.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Der Besitz ‚Äď selbst kleinster Mengen ‚Äď Drogen ist verboten und wird mit hohen Haftstrafen geahndet. Dies gilt ebenso f√ľr die Ausfuhr von gesch√ľtzten Tierh√§uten und Pflanzen.

In den einzelnen indischen Bundesstaaten gelten unterschiedliche Vorschriften zu Alkoholkauf und -verzehr. So schwankt das Mindestalter f√ľr Alkoholverzehr z.B. zwischen 18 und 25 Jahren. Einige indische Bundesstaaten gestatten Alkohol ausschlie√ülich f√ľr medizinische Zwecke, in anderen ist eine spezielle Erlaubnis f√ľr den Kauf, Transport oder Verzehr von Alkohol erforderlich. Die Strafen bei Versto√ü gegen die jeweiligen Regelungen k√∂nnen teilweise sehr streng sein. Reisenden wird empfohlen, sich in den jeweiligen Bundesstaaten √ľber die geltenden Regelungen zu Alkoholkauf und -verzehr zu informieren.

Auch der illegale Aufenthalt in Indien ‚Äď ohne g√ľltigen Pass und /oder Aufenthaltserlaubnis, dazu z√§hlt auch die √úberschreitung des G√ľltigkeitszeitraums des Visums und die Verletzung der Registrierungspflicht (vgl. unter Einreisebestimmungen), ‚Äď kann mit langen Haftstrafen oder Geldstrafen geahndet werden. Ebenso ist der Aufenthalt ohne Genehmigung in Gebieten mit Genehmigungspflicht (protected and restricted areas) eine Straftat, die mit Haft geahndet wird. Dies gilt auch f√ľr einige touristisch interessante Gegenden u.a. in Ladakh und Sikkim oder auf den Andamanen.

Gem. ¬ß 377 des indischen Strafgesetzbuches ist homosexueller Geschlechtsverkehr strafbar (Urteil des Supreme Court vom 11.12.2013), die H√∂chststrafe betr√§gt lebenslange Freiheitsstrafe. Gleichgeschlechtliche Lebenspartner sollten in der √Ėffentlichkeit diskret und zur√ľckhaltend auftreten.¬†

Der Besitz und die Nutzung von Satellitentelefonen sind in Indien verboten und wird ebenfalls strafrechtlich geahndet. 



Medizinische Hinweise 

Impfschutz

Ab 1. M√§rz 2014 wird bei Einreise aus L√§ndern mit gemeldeten Polio Erkrankungen (Afghanistan, Nigeria und Pakistan; Stand 05.02.2014) und L√§ndern, in denen nachgewiesen wurde, dass dort Polioviren zirkulieren (√Ąthiopien, Kenia, Somalia und Syrien; Stand 05.02.2014) der Nachweis einer oralen Polioimpfung (fr√ľher: Schluckimpfung, heute: OPV), die nicht j√ľnger als sechs Wochen und nicht √§lter als ein Jahr sein darf, gefordert. Bei wiederholten Reisen ist die orale Polio Impfung ggf. j√§hrlich zu wiederholen. Ein Impfnachweis nach WHO-Standard ist mitzuf√ľhren.

Das indische Gesundheitsministerium f√ľhrte dazu kl√§rend aus, dass der Impfnachweis f√ľr Ausl√§nder, z. B. deutsche Staatsb√ľrger, die in den sieben polio-infizierten L√§ndern leben¬† und nach Indien reisen, nicht erforderlich ist. Genauso ist der Impfnachweis nicht erforderlich f√ľr Ausl√§nder, z. B. deutsche Staatsb√ľrger, die in Indien leben und in polio-infizierte L√§nder reisen (http://mohfw.nic.in/).

Eine g√ľltige Impfung gegen Gelbfieber wird nur f√ľr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (siehe www.who.int). Impfzeugnisse, die eine Impfung in den letzten zehn Jahren vor der Einreise bescheinigen, werden anerkannt. Bei direkter Einreise aus z. B. Deutschland besteht keine Impfnotwendigkeit gegen Gelbfieber.

Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gem√§√ü aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene (siehe www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls zu vervollst√§ndigen.¬†Dazu geh√∂ren auch f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderl√§hmung), ggf. auch Masern, Mumps, R√∂teln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.

Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis ACWY und Japanische Encephalitis empfohlen.   

Durchfall- und Darmerkrankungen

Durchfallerkrankungen sind √ľberall im Land ganzj√§hrig h√§ufig. Leitungswasser hat auch in St√§dten oft keine Trinkwasserqualit√§t. Es wird empfohlen, nur originalverpackte Getr√§nke in Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss antibakteriell zu filtern oder zu kochen. F√ľr das Waschen von Obst und Gem√ľse oder zum Z√§hneputzen sollte ebenfalls nur Trinkwasser verwendet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart sein.

Das Infektionsrisiko f√ľr Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Am√∂ben, Lamblien und Wurmerkrankungen, Hepatitis A und E besteht landesweit. Allgemeine Hygienema√ünahmen wie regelm√§√üiges H√§ndewaschen oder H√§ndedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln k√∂nnen die Gefahr einer Infektion vermindern.

Cholera

Cholera tritt in Indien immer wieder auf, ist in aller Regel und bei Beachtung der √ľblichen Hygieneregeln aber f√ľr Touristen keine Bedrohung. Eine Impfung gegen Cholera steht zur Verf√ľgung, wird aber nicht generell empfohlen.

Malaria

Die √úbertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles- M√ľcken. Unbehandelt verl√§uft insbesondere die gef√§hrliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen Europ√§ern h√§ufig t√∂dlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen nach dem Aufenthalt in Endemiegebieten ausbrechen. Die Beschwerden bei einer Malaria (Fieber, Sch√ľttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, u. a.) sind meist uncharakteristisch und von einer Grippe oder einer √§hnlichen Erkrankung nicht zu unterscheiden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung kann auch die Malaria tropica zuverl√§ssig behandelt werden, ohne dass es zu bleibenden Sch√§den oder Beschwerden kommt.

Au√üer in H√∂henlagen √ľber ca. 1500 Meter besteht in Indien ganzj√§hrig ein mittleres √úbertragungsrisiko f√ľr Malariaerkrankungen mit saisonalen Schwankungen: besonders in den Monaten w√§hrend und nach der Regenzeit steigen die Fallzahlen an. In Indien sind die gro√üen St√§dte davon nicht ausgenommen. Insbesondere in Mumbai und in Delhi waren in den letzten Jahren zunehmende Malaria Erkrankungen zu verzeichnen.

Das Risiko ist im Tiefland im Nordosten und im Bundesstaat Orissa am h√∂chsten und nimmt vom Norden und den zentralen Landesteilen nach S√ľden hin ab. Dabei handelt es sich landesweit in √ľber der H√§lfte der F√§lle um die potentiell lebensbedrohliche, durch Plasmodium falciparum verursachte, Malaria tropica.¬†

Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malariaerkrankung. Ein ausreichender Schutz vor Stechm√ľcken (Expositionsprophylaxe), insbesondere w√§hrend der D√§mmerung und nachts, ist der wichtigste Schutz vor einer Malariaerkrankung.¬†
· Das Tragen langer, heller und gegen Insekten imprägnierter Bekleidung im Freien,
· Das konsequente Einreiben aller Hautflächen mit einem geeigneten Repellent und
· Das Benutzen imprägnierter Moskitonetze während der Nacht oder
¬∑¬†Der Aufenthalt in M√ľcken-gesch√ľtzten R√§umen (Fliegengitter, Klimaanlagen)vermindern das Risiko einer √úbertragung deutlich und sch√ľtzen auch vor anderen stechm√ľcken√ľbertragenen Erkrankungen wie Dengue Fieber, Chikungunya und Japanischer Enzephalitis. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird nicht generell empfohlen (www.dtg.org) und ist nur in Ausnahmef√§llen zu erw√§gen. Aufgrund des Risikos in Indien, gef√§lschte Medikamente zu erwerben, ist das Mitf√ľhren eines verschreibungspflichtigen Malariamittels zur so genannten Notfalltherapie angeraten. Die individuelle Auswahl des Medikaments und m√∂gliche Nebenwirkungen, beziehungsweise Unvertr√§glichkeiten mit anderen Medikamenten, m√ľssen entsprechend dem Reiseverlauf und pers√∂nlichen Umst√§nden mit einem Tropen- oder Reisemediziner vor Ausreise besprochen werden. Beim Auftreten von Fieber nach einem Aufenthalt in Indien ist eine umgehende Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet immer notwendig.

Dengue Fieber

Dengue Fieber wird durch tagaktive M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein Hautausschlag kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. In Einzelf√§llen k√∂nnen schwere Verl√§ufe mit ernsthaften Gesundheitssch√§den oder Todesfolge auftreten. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Dengue Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe, wie oben f√ľr Malaria beschrieben, ist die einzige m√∂gliche Schutzma√ünahme.

Dengue Fieber kommt landesweit, besonders an den K√ľsten, aber auch in St√§dten und in H√∂henlagen bis ca. 1.500 Metern vor. W√§hrend und nach dem Monsun steigen die Fallzahlen. 2015 ist der Ausbruch in der Hauptstadt New Delhi deutlich st√§rker als in den Vorjahren.

Chikungunya

Chikungunya wird durch den Stich tagaktiver M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Chikungunya Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe, wie oben f√ľr Malaria beschrieben, ist die einzige m√∂gliche Schutzma√ünahme. Chikungunya kommt zunehmend w√§hrend und unmittelbar nach der Regenzeit und besonders in den bev√∂lkerungsreichen K√ľstengebieten und den gro√üen Metropolen vor.

Japanische Encephalitis

Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entz√ľndung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechm√ľcken √ľbertragen. Vor allem Schweine und Wasserv√∂gel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selbst krank zu werden. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber h√§ufig schwer und hinterlassen bleibende Sch√§den oder enden t√∂dlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb sind ein sorgf√§ltiger M√ľckenschutz und gegebenenfalls eine vorbeugende Schutzimpfung besonders wichtig. Ein geringes √úbertragungsrisiko f√ľr JE besteht in Indien landesweit, besonders auf dem Land. In den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Bihar kommt es immer wieder zum geh√§uften Auftreten von Enzephalitiden und Hirnhautentz√ľndungen, deren Ursache nicht immer eindeutig gekl√§rt werden kann und die verschiedenen Erregern zugeschrieben werden. 2011 kam es auch in New Delhi zu einem kleinen Ausbruch von JE, der mit Beginn des Winters abgeflaut ist.

Grippe (Saisonale Influenza)

Die saisonalen Influenzaviren, einschlie√ülich der neuen Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe), zirkulieren in Nordindien in den Wintermonaten. Im S√ľden sind Grippeviren in deutlich geringerer H√§ufigkeit ganzj√§hrig nachweisbar. 2010/2011 und 2014/2015 kam es zu einer H√§ufung von Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe) F√§llen, vor allem in Delhi und in den Bundesstaaten Haryana, Maharashtra, Andhra Pradesh, Gujarat und Rajastan.

Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde. Affen k√∂nnen ebenfalls Tollwut √ľbertragen und sollten niemals gef√ľttert werden. Die notwendigen, medizinischen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen bei Ungeimpften sind in Indien au√üerhalb der Gro√üst√§dte, z. B. auch auf den Trekkingrouten im Norden, nicht immer m√∂glich, eine ununterbrochene K√ľhlkette der Impfstoffe ist nicht √ľberall gew√§hrleistet. Zuverl√§ssigen Schutz vor Tollwut bietet die vorbeugende Impfung. Sie ist f√ľr Indienreisende besonders wichtig.

Tuberkulose

Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich h√§ufiger als in Mitteleuropa vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger.

HIV/ AIDS/Geschlechtskrankheiten

Durch sexuelle Kontakte, bei intraven√∂sem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen) durch T√§towierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex dringend empfohlen. In Indien ist in den letzten Jahren die Zahl der Infektionen haupts√§chlich durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr sprunghaft angestiegen.

Geographisch bedingte Erkrankungen

Nordindien ist ein beliebtes Reiseziel f√ľr Trekkingtouristen, die in gro√üe H√∂hen aufsteigen. Oft reicht die Zeit nicht f√ľr eine stufenweise H√∂henanpassung. Verschiedene Formen von akuter H√∂henkrankheit sind m√∂glich.

H√∂henkrankheit tritt besonders bei raschem Aufstieg auf √ľber 2.300 m auf. Sie kann zu potentiell sehr gef√§hrlichen Funktionsst√∂rung von Lunge und Gehirn f√ľhren. Erkranken k√∂nnen auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, selbst wenn sie fr√ľher gro√üe H√∂hen und rasche Aufstiege ohne Probleme bew√§ltigt haben. Todesf√§lle sind m√∂glich.

Beschwerden, die auf eine beginnende H√∂henkrankheit hinweisen k√∂nnen, sind: Kopfschmerzen, M√ľdigkeit, Desinteresse und Leistungsabfall. In diesem Fall ist Rast und Ruhe bis zur Beschwerdefreiheit geboten, ein weiterer Aufstieg verbietet sich. Treten u. a. Schlaflosigkeit, Sehst√∂rungen, Schwindel, Gangunsicherheit, Atemnot oder Erbrechen auf, sollte unverz√ľglich mit dem Abstieg begonnen werden ‚Äď nie alleine, sondern immer in Begleitung. Das ist auch dann der Fall, wenn Fr√ľhsymptome innerhalb von 24-36 Stunden nicht vollst√§ndig verschwinden.

Vor Reisen in gro√üe H√∂hen (√ľber 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endg√ľltigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen h√∂henmedizinisch erfahrenen Arzt, der vielleicht auch ein Medikament zur Vorbeugung verordnet. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergerisiko (z. B. eine Hubschrauber-Evakuierung) mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme K√§lte und unwegsames oder unbekanntes Gel√§nde bergen weitere Risiken f√ľr den Reisenden in gro√üer H√∂he. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschl√§ge kann es an gef√§hrdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Bergh√§ngen kommen.

F√ľr die Hubschrauberrettung aus Bergnot gibt es in Indien nach Kenntnis der deutschen Botschaft keine zivilen Luftrettungsunternehmen, sondern lediglich die M√∂glichkeit einer Evakuierung durch das indische Milit√§r, die sich sehr b√ľrokratisch und zeitaufw√§ndig gestaltet. Die Alarmierung kann je nach Unfallort oft nur sehr verz√∂gert erfolgen, die Benutzung von Satellitentelefonen ist in Indien strikt verboten. Es k√∂nnen trotz gro√üem Zeitdruck aufgrund einzuholender Genehmigungen diverser staatlicher Stellen vor allem am Wochenende mitunter mehrere Tage vergehen, bis ein Suchtrupp oder ein Helikopter dann einsatzbereit sind. Witterungsbedingt sind die Flugger√§te nicht immer einsatzbereit und k√∂nnen meist nur in einem sehr engen Zeitfenster fr√ľhmorgens starten. Die Kosten√ľbernahme einer Rettung muss in jedem Fall vor dem Start der Rettungsaktion gekl√§rt sein und ist in der Regel zun√§chst vom Verungl√ľckten selbst zu tragen. Eine individuell angepasste Reiseapotheke ist nach R√ľcksprache mit einem Reisemediziner beim Trekking immer mitzuf√ľhren.

Im S√ľden des Landes ist die Sonneneinstrahlung wegen der √Ąquatorn√§he besonders intensiv. ¬†Unangenehme und langfristig gef√§hrliche Sonnenbr√§nde sind h√§ufig. Auf einen guten Sonnenschutz und eine ausreichende Fl√ľssigkeitsaufnahme muss insbesondere bei Kindern und √§lteren Personen geachtet werden.

Gef√§hrliche Str√∂mungen f√ľhren an den K√ľsten immer wieder zu Badeunf√§llen. Warnungen an den Str√§nden sind unbedingt zu beachten. Kinder sollten an Str√§nden niemals unbeaufsichtigt spielen. Durch Tierkot verunreinigte Str√§nde bergen ein Infektionsrisiko f√ľr parasit√§re Hauterkrankungen (Larva migrans cutanea).

Weitere Gesundheitsgefahren

Technische √úberwachungen der Fahrzeuge, wie in Mitteleuropa √ľblich, werden in Indien nicht durchgef√ľhrt. Verkehrsregeln werden von der gro√üen Mehrheit der Fahrer missachtet. Schwere Verkehrsunf√§lle sind insbesondere bei √úberlandfahrten h√§ufig. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notf√§llen oder Unf√§llen, kann in weiten Landesteilen nicht gew√§hrleistet werden, ein zuverl√§ssig funktionierendes Rettungswesen ist auch in den St√§dten nicht √ľberall existent. Gehwege existieren h√§ufig nicht ¬†oder bergen erhebliche Unfallgefahren wie unerwartete Stolperfallen oder nicht gesicherte oder gekennzeichnete Baugruben.

Die Luftverschmutzung in den St√§dten hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. In Delhi und Kalkutta kommt es in den Wintermonaten au√üerdem zu einer hohen Belastung der Luft durch Verbrennungsr√ľckst√§nde und Qualm. Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD k√∂nnen sich dadurch erheblich verschlechtern.

Patienten mit psychischen Erkrankungen wird dringend geraten, ihre Medikamente vor und w√§hrend einer Indienreise nicht abzusetzen. Eine psychiatrische und deutschsprachige Versorgung wie im Heimatland kann meist nicht gew√§hrleistet werden. Zudem versichern viele Reisekrankenversicherungen medizinische Leistungen bei psychischen Erkrankungen nicht! In solchen F√§llen ist oft auch ein spontaner Heimflug ausgeschlossen, da zahlreiche kommerzielle Fluglinien die Mitnahme labiler Patienten mit psychischen Erkrankungen ohne psychiatrische Begleitung ablehnen. Bitte besprechen Sie ggf. Ihre Reisepl√§ne ausf√ľhrlich mit ihrem behandelnden Arzt.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend und entspricht medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch meist nicht europ√§ischem Standard. Sprachbarrieren k√∂nnen gerade auf dem Land die Kommunikation erheblich erschweren. In den gro√üen St√§dten ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem hohen und sehr hohen Niveau und damit auch deutlich teurer. Zahlreiche Patienten aus der ganzen Welt kommen zu planbaren Behandlungen und Operationen ins Land. Bei schweren Erkrankungen muss deshalb ggf. eine medizinische Evakuierung in eine der gro√üen urbanen Kliniken erwogen werden. Dort ist es √ľblich, vor Behandlungsbeginn eine erhebliche Anzahlung zu leisten, was das Budget eines Reisenden bei schweren Erkrankungen und intensivpflichtigen Behandlungen oft sprengt. Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner pers√∂nlich¬† beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe Kontaktadressen z.B.: http://www.dtg.org/ oder http://www.frm-web.de/). Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Indien bewusst sein.

Die Versorgung mit zuverl√§ssigen Medikamenten und eine ununterbrochene K√ľhlkette sind nicht √ľberall gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch gef√§lschte Produkte statt richtiger Medikamente verkauft werden. Reisende sollten regelm√§√üig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Indien mitbringen und sich f√ľr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Apotheken der gro√üen Privatkliniken bieten ein breites Spektrum zuverl√§ssiger Medikamente an. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegen√ľber h√§ufig eingesetzten Antibiotika auf.

Die deutsche Botschaft in Neu Delhi und die Generalkonsulate in Bangalore, Chennai, Kalkutta und Mumbai verf√ľgen f√ľr den Notfall √ľber eine Adressenliste von √Ąrzten und Krankenh√§usern in der jeweiligen Stadt.

Bitte beachten Sie neben unseren generellen Haftungsausschluss den folgenden Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

Stand 24.01.2017

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2jXhqPX

Indien

Indien: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 23.01.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 23.01.2017)

Letzte √Ąnderungen:¬†
Aktuelle Hinweise

Aktuelle Hinweise

Nach Aufl√∂sung der anhaltenden Proteste in Tamil Nadu, zur Wiedereinf√ľhrung des traditionellen Bullenrennens Jallikattu, kommt es in Chennai und in anderen St√§dten Tamil Nadus zu gewaltt√§tigen Protesten und Auseinandersetzungen mit der Polizei. In der Stadt Chennai sind diverse Stadtteile und Stra√üenverbindungen betroffen und abgesperrt. Es ist mit anhaltenden St√∂rungen des √∂ffentlichen Lebens zu rechnen.¬†¬†

Reisenden wird daher dringend geraten, sich von Menschenmengen fernzuhalten und die weitere Entwicklung in den Medien aufmerksam zu verfolgen.

Die indische Regierung hat mit Wirkung vom 9. November 2016 500- und 1.000 Rupien-Geldscheine aus dem Umlauf genommen. Neue Geldscheine werden nur sukzessive in Umlauf gebracht. Es kommt auf absehbare Zeit zu erheblichen Engpässen bei der Bargeldversorgung. An Geldautomaten können nur kleinere Beträge abgehoben werden, was häufig mit langen Wartezeiten verbunden ist.

Alte Geldscheine können nicht mehr gegen neue umgetauscht und seit dem 30. Dezember 2016 auch nicht mehr auf Bankkonten eingezahlt werden. 

Die Engpässe betreffen auch den Umtausch von Euro- oder Dollarnoten in (neue) Rupien.

Reisende werden gebeten, dies bei ihren Planungen unbedingt zu beachten. Bargeldloser Zahlungsverkehr,  z.B. mit internationalen Kreditkarten, ist nach bisherigen Erfahrungen weiterhin uneingeschränkt möglich.

Seit Anfang Juli kommt es in Kaschmir bei Demonstrationen und Generalstreiks immer wieder zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften mit Todesopfern und Verletzten. Teilweise wurden Ausgangssperren verhängt.

Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen in den Landesteil Kaschmir, einschließlich Srinagar, wird derzeit abgeraten.

Reisenden wird empfohlen, sich von Menschenansammlungen fernzuhalten, besondere Vorsicht walten zu lassen und sich unmittelbar vor und w√§hrend der Reise laufend √ľber die aktuelle Lage zu informieren und Hinweisen lokaler Beh√∂rden, auch bei Stra√üensperren, Folge zu leisten.
 



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Terrorismus
Die Sicherheitslage in Indien bleibt vor dem Hintergrund zahlreicher schwerer Terroranschläge in den letzten Jahren angespannt. Angesichts der terroristischen Gefahren wird landesweit zu besonderer Wachsamkeit geraten, insbesondere beim Besuch von Märkten und öffentlichen Plätzen, bei großen Menschenansammlungen sowie in der Nähe von Regierungsgebäuden und nationalen Wahrzeichen. Dies gilt insbesondere im zeitlichen Umfeld staatlicher und religiöser Feiertage sowie von Großereignissen. Es muss davon ausgegangen werden, dass insbesondere New Delhi und andere Metropolen des Landes im Fokus terroristischer Aktivitäten stehen. Die Anschläge der letzten Jahre bestätigen die Tendenz, dass auch touristisch frequentierte Orte zunehmend ins Visier der Terroristen geraten.

Allgemeine Kriminalität

Das Risiko, dem ausl√§ndische Reisende durch Gewaltkriminalit√§t ausgesetzt sind, ist in den touristisch erschlossenen Gebieten Indiens eher gering. Reisende sollten sich dennoch stets von Vorsicht leiten lassen. Situationsangemessenes und kulturbewusstes Verhalten empfiehlt sich vor dem Hintergrund der Berichte √ľber sexuelle √úbergriffe vor allem auch f√ľr alleinreisende Frauen.

Touristen in New Delhi und anderen indischen St√§dten werden gelegentlich von √∂rtlichen Reiseveranstaltern (vornehmlich im Stadtzentrum von New Delhi¬†‚ÄěConnaught Place‚Äú) mit aggressiven Verkaufsmethoden zum Kauf √ľberteuerter Reisen gen√∂tigt. Diese B√ľros geben sich regelm√§√üig als ‚Äěstaatlich anerkannt‚Äú aus, um besondere Qualit√§t und Reputation vorzugeben. √Ėrtliche Taxifahrer arbeiten mitunter mit diesen Veranstaltern zusammen und fahren Touristen gezielt dorthin, insbesondere direkt nach Ankunft am Flughafen in Delhi. Reisende sollten bei Reisebuchungen in indischen Reiseb√ľros besonders wachsam sein. Reisende, die in Bedr√§ngnis geraten, sollte auf unverz√ľgliche Kontaktaufnahme mit der lokalen Polizei (in Delhi die spezielle 24 Stunden operierende ‚ÄěTourist Police‚Äú, Notruf 100) bestehen.

Es wird darauf hingewiesen, dass¬†Touristen ‚Äď besonders in Rajasthan und Goa ‚Äď wiederholt Opfer¬†gut organisierter Trickbetr√ľger geworden sind, u. a. √ľber das Angebot lukrativer Juwelengesch√§fte.

Bundesstaat Jammu und Kaschmir (siehe auch aktuelle Hinweise)
Seit September 2016 kommt es wieder verst√§rkt zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen indischen und pakistanischen Truppen wie auch mit verschiedenen Separatistengruppen entlang der internationalen Grenze und der Waffenstillstandslinie (LoC) in Jammu und Kaschmir. Es wird empfohlen, vor Reisen in die Region aktuelle Informationen √ľber die Sicherheitslage einzuholen und den Anweisungen der lokalen Beh√∂rden Folge zu leisten.

Unbedingt erforderliche Reisen nach Srinagar sollten auf dem Luftweg erfolgen. Wegen der Gefahr terroristischer Gewalttaten und unvorhersehbaren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei bzw. Armee wird jedoch stets zu besonderer Vorsicht geraten. Unmittelbar vor und w√§hrend der Reise in den Landesteil Kaschmir sollten aktuelle Informationen √ľber die Sicherheits- und Infrastrukturlage eingeholt werden.¬†¬†

Der Kaschmirkonflikt hat in den vergangenen Jahrzehnten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskr√§ften und zu zahlreichen Bombenanschl√§gen mit vielen Todesopfern gef√ľhrt. Gegen Ausl√§nder gerichtete Einzelaktionen (auch Entf√ľhrungen) k√∂nnen in der gesamten Region nicht ausgeschlossen werden.

Landesteil Jammu
In Jammu ist die Sicherheitslage grundsätzlich stabil. Allerdings kann es auch hier zu unvorhersehbaren gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften kommen, sodass unmittelbar vor einer Reise nach Jammu aktuelle Informationen eingeholt und vor Ort größere Menschenansammlungen vermieden werden sollten.

Landesteil Ladakh
Trekkern wird dringend geraten, sich hinsichtlich der Auswahl der Trekkingrouten vor Ort von vertrauensw√ľrdigen und ortskundigen F√ľhrern beraten zu lassen. Generell wird dringend abgeraten, allein oder mit einem nicht ausgewiesenen F√ľhrer durch diese Gegenden zu trekken, per Autostopp zu reisen oder an einsamen Pl√§tzen zu zelten.
Wegen erheblicher Sicherheitsrisiken sollten in Ladakh die Grenzgebiete gemieden werden. In diesem Zusammenhang wird auf die Genehmigungspflicht von Reisen in grenznahe Gebiete durch die indischen Behörden verwiesen.

Nordosten
In den nord√∂stlichen¬† Bundesstaaten¬† Indiens ‚Äď (Arunachal Pradesh, Assam, Nagaland, Manipur, Meghalaya, Mizoram und Tripura) ‚Äst sind in einigen Regionen noch militante politische Gruppen und auch kriminelle Banden aktiv. Touristen sind zumindest bisher nicht Ziel¬†von Anschl√§gen und Entf√ľhrungen, k√∂nnen aber dennoch leicht in Gefahr geraten.

Bei Reisen in den Nordosten Indiens sollten sich Reisende daher auf sicherheitsbewusste, zuverl√§ssige lokale Partner (Reiseveranstalter, Hotels/Ressorts, Gesch√§ftspartner) verlassen und sich situationsgerecht verhalten. F√ľr einige Gebiete sind zus√§tzlich zum Visum Einreisegenehmigungen erforderlich. Es wird empfohlen, zur aktuellen Sicherheitslage und zu eventuellen besonderen Genehmigungserfordernissen kurz vor einer Reise in den Nordosten Indiens aktuelle Informationen, z. B. von lokalen Reiseveranstaltern, einzuholen.

Andere Regionen
Die Bundesstaaten Bihar, Jharkand, Chhattisgarh, der √§u√üerste S√ľdwesten von Orissa, der √§u√üerste Norden von Andhra Pradesh und der √§u√üerste Osten von Maharashtra verzeichnen ‚Äď insbesondere in l√§ndlichen Gebieten ‚Äď bewaffnete Aktivit√§ten einer militant-sozialrevolution√§ren maoistischen Bewegung, die in einzelnen Distrikten bis hin zur Aus√ľbung quasistaatlicher Gewalt gehen. Die Aktivit√§ten richteten sich bislang nicht gegen Ausl√§nder, in 2012 ist es jedoch zu einem Entf√ľhrungsfall gekommen. Auch Sabotageakte und Anschl√§ge auf das √∂ffentliche Eisenbahnnetz wurden in der Vergangenheit ver√ľbt. Generell wird dringend geraten, vor Reisen in die genannten Gebiete Informationen √ľber die Sicherheitslage einzuholen und touristische Aktivit√§ten nicht ohne ortskundige einheimische Begleitung durchzuf√ľhren.

Besondere Reisegenehmigungen werden u. a. f√ľr Teile von Sikkim, Arunachal Pradesh und f√ľr die Lakkadiven (Lakshadweep Islands) ben√∂tigt. Die Genehmigungen m√ľssen in Indien vor der Einreise in die genannten Staaten eingeholt werden. Die Genehmigungspflicht f√ľr Reisen nach Nagaland, Mizoram und die Andamanen wurde aufgehoben. Eine Registrierung nach Ankunft ist erforderlich. Die Inselgruppe der Nicobaren (Nicobar Islands) ist nach wie vor f√ľr Touristen nicht zug√§nglich. Informationen zu Reisegenehmigungen k√∂nnen bei den indischen Auslandsvertretungen in Deutschland eingeholt werden.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Die Lekt√ľre einschl√§giger Reisef√ľhrer mit spezifischen Verhaltensempfehlungen und der Sicherheitshinweise des Ausw√§rtigen Amts zu m√∂glichen Risiken f√ľr Reisende wird empfohlen.

Es wird darauf hingewiesen, dass in Indien keine professionelle, private Infrastruktur f√ľr Nothilfe ‚Äď insbesondere f√ľr Such- und Bergungsaktionen bei Unf√§llen im Hochgebirge ‚Äď zur Verf√ľgung steht. Hilfsma√ünahmen m√ľssen b√ľrokratisch und zeitintensiv √ľber das Au√üenministerium und die milit√§rischen Einrichtungen eingeleitet werden.¬†

Leihmutterschaft

Wer erw√§gt, in Indien ein Kind durch eine Leihmutter austragen zu lassen, sollte folgende Hinweise beachten: Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Ein von einer verheirateten indischen Leihmutter geborenes biologisches Kind eines deutschen Staatsangeh√∂rigen hat keinen Anspruch auf einen deutschen Reisepass. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden (Aktenzeichen VG 23 L 79.11). Indien erteilt zudem keine Visa mehr an Ausl√§nder, die zur Durchf√ľhrung einer Leihmutterschaft einreisen wollen. Weitere Informationen sind unter folgendem Link erh√§ltlich: http://ift.tt/1kRMWsx.



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente

Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja, mit Foto

Anmerkungen: Kindereintr√§ge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr g√ľltig. Jedes Kind ben√∂tigt ein eigenes Ausweisdokument.

Visum

Deutsche Staatsangeh√∂rige ben√∂tigen f√ľr die Einreise nach Indien grunds√§tzlich ein Visum. Inhaber deutscher Reisep√§sse k√∂nnen seit November 2014 unter bestimmten Voraussetzungen ein elektronisches Touristenvisum (e-Tourist Visa ‚Äď e-TV) erhalten. Das e-TV muss bis sp√§testens vier Tage vor dem geplanten Einreisedatum beantragt werden und berechtigt zur einmaligen Einreise f√ľr einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen.

Auf der Homepage http://ift.tt/1z0NpMR¬†sind die Voraussetzungen f√ľr ein elektronisches Touristenvisum aufgef√ľhrt. Dort kann das e-TV beantragt werden. In Einzelf√§llen soll es bei der Online-Bezahlung der e-TV zu Schwierigkeiten gekommen sein. Es wird deshalb empfohlen, sicherzustellen, dass die Zahlung tats√§chlich erfolgt ist. Reisende sind verpflichtet einen Ausdruck des e-TV mit sich zu f√ľhren.

Eine 24/7-Hotline f√ľr elektronische Touristenvisa ist telefonisch unter +91-11-2430 0666 oder per E-Mail √ľber indiatvoa@gov.in¬†eingerichtet.

Das e-TV wurde zus√§tzlich zu allen bereits bestehenden Visumskategorien eingef√ľhrt. Alle anderen Visa sind wie bisher bei der zust√§ndigen indischen Auslandsvertretung zu beantragen, Antragstellungen an der Grenze oder am Flughafen sind nicht m√∂glich.

Regul√§re Touristenvisa werden grunds√§tzlich mit einer G√ľltigkeitsdauer von¬†sechs Monaten ab dem Tag des Ausstellungsdatums ausgestellt, wobei in der Regel mehrmalige Einreisen m√∂glich sind (multiple entry visa).

Eine Verl√§ngerung der G√ľltigkeit des Touristenvisums in Indien selbst durch das zust√§ndige √∂rtliche Foreigners‚Äô Regional Registration Office (FRRO) erfolgt nur in begr√ľndeten Ausnahmef√§llen, wie z. B. ernsthafte Erkrankung am Urlaubsort u. √§.

Bei einer beabsichtigten Gesamtaufenthaltsdauer von mehr als 6 Monaten oder sofern eine solche Auflage im indischen Visum (z. B. Arbeitsvisum) aufgef√ľhrt ist, besteht ‚Äď unabh√§ngig von der beabsichtigten Dauer des einzelnen Aufenthalts ‚Äď eine Registrierungspflicht beim √∂rtlich zust√§ndigen District Foreigners‚Äė Registration Office (FRO) bzw. beim Foreigners‚Äė Regional Registration Office (FRRO). Diese muss innerhalb von 14 Tagen nach der Ankunft wahrgenommen werden. Nichtregistrierung f√ľhrt regelm√§√üig dazu, dass der/die Betroffene am indischen Flughafen an der Ausreise gehindert wird und dann beim √∂rtlich zust√§ndigen FRRO eine gesonderte Ausreiseerlaubnis einholen muss, was zwangsl√§ufig eine mehrt√§gige Ausreiseverz√∂gerung mit sich bringt und bei geplanter Ausreise, z. B. von New Delhi, eine R√ľckreise an den letzten Aufenthaltsort erforderlich macht. Diese Formalit√§ten sind zudem sehr umst√§ndlich und f√ľhren regelm√§√üig zu substanziellen Problemen. Eine Einflussnahme der zust√§ndigen deutschen Auslandsvertretung ist in derartigen F√§llen erfahrungsgem√§√ü nicht m√∂glich. Bei Aufenthalt von mehr als 180 Tagen mit Business oder Employment Visa empfiehlt es sich, bei Abreise eine Steuerbescheinigung (Tax Clearance Certificate) mit sich zu f√ľhren, die erfahrungsgem√§√ü oft noch verlangt wird, obgleich dies nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben ist.

Auf der Website des indischen Innenministeriums sind nähere Angaben zum Thema Touristen- und Arbeitsvisa (FAQ Tourist Visa und FAQ Employment Visa) zu finden, siehe www.mha.nic.in und www.boi.gov.in.

Reisende, die nicht innerhalb der G√ľltigkeit des Visums ausreisen, m√ľssen mit einer Haftstrafe und mehrj√§hrigem Einreiseverbot rechnen.

Es kommt immer wieder vor, dass Pässe bei der Einreise von den Grenzbehörden nicht gestempelt werden. Bitte achten Sie unbedingt darauf, dass Sie einen Einreisestempel erhalten und verwahren Sie Ihren Reisepass sicher! Ohne Einreisestempel kommt es bei der Ausreise zu erheblichen Schwierigkeiten. Mehrtägige Verzögerungen durch Erwerb einer Ausreiseerlaubnis beim FRO und Ministry of Home Affairs (nur in Delhi) sind die Regel. Dies gilt auch im Fall eines Passverlustes während des Indienaufenthalts und der erforderlichen Erteilung eines Ersatzdokuments durch die zuständige deutsche Auslandsvertretung.

Immer wieder kommt es vor, dass Reisende ausgewiesen werden, weil ihre Aktivit√§ten in Indien (oft NGO-Arbeit) nach Auffassung der indischen Beh√∂rden nicht mit dem Status eines Touristenvisums vereinbar sind. Es wird empfohlen, konkret anlassbezogene Visa zu beantragen, z. B. Konferenzvisa oder Business/Employment/Entry (X) Visa f√ľr Freiwilligenarbeit.¬†

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.



Besondere Zollvorschriften

Devisen ab einem Betrag von 5000,- US-$ (bar oder Reiseschecks) sind bei der Einreise zu deklarieren. Auch andere hochwertige Gegenst√§nde (z. B. Videokameras) m√ľssen deklariert werden.

Die Einfuhr von Goldm√ľnzen und -barren sowie von Waffen ist streng verboten. Ausl√§nder indischer Abstammung (NIO) k√∂nnen bis zu 10 kg Gold einf√ľhren, H√∂he der Zollabgaben 250,- INR per Gramm. Voraussetzung ist ein Mindestaufenthalt im Ausland von sechs Monaten.

Die Ein- und Ausfuhr der indischen Währung ist verboten. Grundsätzlich ist jedoch in Indien ansässigen Personen die Ein- und Ausfuhr von max. 5000,- INR gestattet.

Die Einfuhr pornografischen Materials ist verboten.

Die Ausfuhr von gesch√ľtzten Tierh√§uten und Pflanzen ist verboten; Verst√∂√üe werden mit hohen Geld- und Haftstrafen geahndet.

Bei einem Verstoß gegen Zollvorschriften droht Verhaftung bei der Ausreise.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Der Besitz ‚Äď selbst kleinster Mengen ‚Äď Drogen ist verboten und wird mit hohen Haftstrafen geahndet. Dies gilt ebenso f√ľr die Ausfuhr von gesch√ľtzten Tierh√§uten und Pflanzen.

In den einzelnen indischen Bundesstaaten gelten unterschiedliche Vorschriften zu Alkoholkauf und -verzehr. So schwankt das Mindestalter f√ľr Alkoholverzehr z.B. zwischen 18 und 25 Jahren. Einige indische Bundesstaaten gestatten Alkohol ausschlie√ülich f√ľr medizinische Zwecke, in anderen ist eine spezielle Erlaubnis f√ľr den Kauf, Transport oder Verzehr von Alkohol erforderlich. Die Strafen bei Versto√ü gegen die jeweiligen Regelungen k√∂nnen teilweise sehr streng sein. Reisenden wird empfohlen, sich in den jeweiligen Bundesstaaten √ľber die geltenden Regelungen zu Alkoholkauf und -verzehr zu informieren.

Auch der illegale Aufenthalt in Indien ‚Äď ohne g√ľltigen Pass und /oder Aufenthaltserlaubnis, dazu z√§hlt auch die √úberschreitung des G√ľltigkeitszeitraums des Visums und die Verletzung der Registrierungspflicht (vgl. unter Einreisebestimmungen), ‚Äď kann mit langen Haftstrafen oder Geldstrafen geahndet werden. Ebenso ist der Aufenthalt ohne Genehmigung in Gebieten mit Genehmigungspflicht (protected and restricted areas) eine Straftat, die mit Haft geahndet wird. Dies gilt auch f√ľr einige touristisch interessante Gegenden u.a. in Ladakh und Sikkim oder auf den Andamanen.

Gem. ¬ß 377 des indischen Strafgesetzbuches ist homosexueller Geschlechtsverkehr strafbar (Urteil des Supreme Court vom 11.12.2013), die H√∂chststrafe betr√§gt lebenslange Freiheitsstrafe. Gleichgeschlechtliche Lebenspartner sollten in der √Ėffentlichkeit diskret und zur√ľckhaltend auftreten.¬†

Der Besitz und die Nutzung von Satellitentelefonen sind in Indien verboten und wird ebenfalls strafrechtlich geahndet. 



Medizinische Hinweise 

Impfschutz

Ab 1. M√§rz 2014 wird bei Einreise aus L√§ndern mit gemeldeten Polio Erkrankungen (Afghanistan, Nigeria und Pakistan; Stand 05.02.2014) und L√§ndern, in denen nachgewiesen wurde, dass dort Polioviren zirkulieren (√Ąthiopien, Kenia, Somalia und Syrien; Stand 05.02.2014) der Nachweis einer oralen Polioimpfung (fr√ľher: Schluckimpfung, heute: OPV), die nicht j√ľnger als sechs Wochen und nicht √§lter als ein Jahr sein darf, gefordert. Bei wiederholten Reisen ist die orale Polio Impfung ggf. j√§hrlich zu wiederholen. Ein Impfnachweis nach WHO-Standard ist mitzuf√ľhren.

Das indische Gesundheitsministerium f√ľhrte dazu kl√§rend aus, dass der Impfnachweis f√ľr Ausl√§nder, z. B. deutsche Staatsb√ľrger, die in den sieben polio-infizierten L√§ndern leben¬† und nach Indien reisen, nicht erforderlich ist. Genauso ist der Impfnachweis nicht erforderlich f√ľr Ausl√§nder, z. B. deutsche Staatsb√ľrger, die in Indien leben und in polio-infizierte L√§nder reisen (http://mohfw.nic.in/).

Eine g√ľltige Impfung gegen Gelbfieber wird nur f√ľr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (siehe www.who.int). Impfzeugnisse, die eine Impfung in den letzten zehn Jahren vor der Einreise bescheinigen, werden anerkannt. Bei direkter Einreise aus z. B. Deutschland besteht keine Impfnotwendigkeit gegen Gelbfieber.

Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gem√§√ü aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene (siehe www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls zu vervollst√§ndigen.¬†Dazu geh√∂ren auch f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderl√§hmung), ggf. auch Masern, Mumps, R√∂teln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.

Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis ACWY und Japanische Encephalitis empfohlen.   

Durchfall- und Darmerkrankungen

Durchfallerkrankungen sind √ľberall im Land ganzj√§hrig h√§ufig. Leitungswasser hat auch in St√§dten oft keine Trinkwasserqualit√§t. Es wird empfohlen, nur originalverpackte Getr√§nke in Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss antibakteriell zu filtern oder zu kochen. F√ľr das Waschen von Obst und Gem√ľse oder zum Z√§hneputzen sollte ebenfalls nur Trinkwasser verwendet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart sein.

Das Infektionsrisiko f√ľr Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Am√∂ben, Lamblien und Wurmerkrankungen, Hepatitis A und E besteht landesweit. Allgemeine Hygienema√ünahmen wie regelm√§√üiges H√§ndewaschen oder H√§ndedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln k√∂nnen die Gefahr einer Infektion vermindern.

Cholera

Cholera tritt in Indien immer wieder auf, ist in aller Regel und bei Beachtung der √ľblichen Hygieneregeln aber f√ľr Touristen keine Bedrohung. Eine Impfung gegen Cholera steht zur Verf√ľgung, wird aber nicht generell empfohlen.

Malaria

Die √úbertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles- M√ľcken. Unbehandelt verl√§uft insbesondere die gef√§hrliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen Europ√§ern h√§ufig t√∂dlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen nach dem Aufenthalt in Endemiegebieten ausbrechen. Die Beschwerden bei einer Malaria (Fieber, Sch√ľttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, u. a.) sind meist uncharakteristisch und von einer Grippe oder einer √§hnlichen Erkrankung nicht zu unterscheiden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung kann auch die Malaria tropica zuverl√§ssig behandelt werden, ohne dass es zu bleibenden Sch√§den oder Beschwerden kommt.

Au√üer in H√∂henlagen √ľber ca. 1500 Meter besteht in Indien ganzj√§hrig ein mittleres √úbertragungsrisiko f√ľr Malariaerkrankungen mit saisonalen Schwankungen: besonders in den Monaten w√§hrend und nach der Regenzeit steigen die Fallzahlen an. In Indien sind die gro√üen St√§dte davon nicht ausgenommen. Insbesondere in Mumbai und in Delhi waren in den letzten Jahren zunehmende Malaria Erkrankungen zu verzeichnen.

Das Risiko ist im Tiefland im Nordosten und im Bundesstaat Orissa am h√∂chsten und nimmt vom Norden und den zentralen Landesteilen nach S√ľden hin ab. Dabei handelt es sich landesweit in √ľber der H√§lfte der F√§lle um die potentiell lebensbedrohliche, durch Plasmodium falciparum verursachte, Malaria tropica.¬†

Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malariaerkrankung. Ein ausreichender Schutz vor Stechm√ľcken (Expositionsprophylaxe), insbesondere w√§hrend der D√§mmerung und nachts, ist der wichtigste Schutz vor einer Malariaerkrankung.¬†
· Das Tragen langer, heller und gegen Insekten imprägnierter Bekleidung im Freien,
· Das konsequente Einreiben aller Hautflächen mit einem geeigneten Repellent und
· Das Benutzen imprägnierter Moskitonetze während der Nacht oder
¬∑¬†Der Aufenthalt in M√ľcken-gesch√ľtzten R√§umen (Fliegengitter, Klimaanlagen)vermindern das Risiko einer √úbertragung deutlich und sch√ľtzen auch vor anderen stechm√ľcken√ľbertragenen Erkrankungen wie Dengue Fieber, Chikungunya und Japanischer Enzephalitis. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird nicht generell empfohlen (www.dtg.org) und ist nur in Ausnahmef√§llen zu erw√§gen. Aufgrund des Risikos in Indien, gef√§lschte Medikamente zu erwerben, ist das Mitf√ľhren eines verschreibungspflichtigen Malariamittels zur so genannten Notfalltherapie angeraten. Die individuelle Auswahl des Medikaments und m√∂gliche Nebenwirkungen, beziehungsweise Unvertr√§glichkeiten mit anderen Medikamenten, m√ľssen entsprechend dem Reiseverlauf und pers√∂nlichen Umst√§nden mit einem Tropen- oder Reisemediziner vor Ausreise besprochen werden. Beim Auftreten von Fieber nach einem Aufenthalt in Indien ist eine umgehende Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet immer notwendig.

Dengue Fieber

Dengue Fieber wird durch tagaktive M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein Hautausschlag kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. In Einzelf√§llen k√∂nnen schwere Verl√§ufe mit ernsthaften Gesundheitssch√§den oder Todesfolge auftreten. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Dengue Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe, wie oben f√ľr Malaria beschrieben, ist die einzige m√∂gliche Schutzma√ünahme.

Dengue Fieber kommt landesweit, besonders an den K√ľsten, aber auch in St√§dten und in H√∂henlagen bis ca. 1.500 Metern vor. W√§hrend und nach dem Monsun steigen die Fallzahlen. 2015 ist der Ausbruch in der Hauptstadt New Delhi deutlich st√§rker als in den Vorjahren.

Chikungunya

Chikungunya wird durch den Stich tagaktiver M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Chikungunya Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe, wie oben f√ľr Malaria beschrieben, ist die einzige m√∂gliche Schutzma√ünahme. Chikungunya kommt zunehmend w√§hrend und unmittelbar nach der Regenzeit und besonders in den bev√∂lkerungsreichen K√ľstengebieten und den gro√üen Metropolen vor.

Japanische Encephalitis

Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entz√ľndung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechm√ľcken √ľbertragen. Vor allem Schweine und Wasserv√∂gel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selbst krank zu werden. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber h√§ufig schwer und hinterlassen bleibende Sch√§den oder enden t√∂dlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb sind ein sorgf√§ltiger M√ľckenschutz und gegebenenfalls eine vorbeugende Schutzimpfung besonders wichtig. Ein geringes √úbertragungsrisiko f√ľr JE besteht in Indien landesweit, besonders auf dem Land. In den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Bihar kommt es immer wieder zum geh√§uften Auftreten von Enzephalitiden und Hirnhautentz√ľndungen, deren Ursache nicht immer eindeutig gekl√§rt werden kann und die verschiedenen Erregern zugeschrieben werden. 2011 kam es auch in New Delhi zu einem kleinen Ausbruch von JE, der mit Beginn des Winters abgeflaut ist.

Grippe (Saisonale Influenza)

Die saisonalen Influenzaviren, einschlie√ülich der neuen Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe), zirkulieren in Nordindien in den Wintermonaten. Im S√ľden sind Grippeviren in deutlich geringerer H√§ufigkeit ganzj√§hrig nachweisbar. 2010/2011 und 2014/2015 kam es zu einer H√§ufung von Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe) F√§llen, vor allem in Delhi und in den Bundesstaaten Haryana, Maharashtra, Andhra Pradesh, Gujarat und Rajastan.

Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde. Affen k√∂nnen ebenfalls Tollwut √ľbertragen und sollten niemals gef√ľttert werden. Die notwendigen, medizinischen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen bei Ungeimpften sind in Indien au√üerhalb der Gro√üst√§dte, z. B. auch auf den Trekkingrouten im Norden, nicht immer m√∂glich, eine ununterbrochene K√ľhlkette der Impfstoffe ist nicht √ľberall gew√§hrleistet. Zuverl√§ssigen Schutz vor Tollwut bietet die vorbeugende Impfung. Sie ist f√ľr Indienreisende besonders wichtig.

Tuberkulose

Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich h√§ufiger als in Mitteleuropa vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger.

HIV/ AIDS/Geschlechtskrankheiten

Durch sexuelle Kontakte, bei intraven√∂sem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen) durch T√§towierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex dringend empfohlen. In Indien ist in den letzten Jahren die Zahl der Infektionen haupts√§chlich durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr sprunghaft angestiegen.

Geographisch bedingte Erkrankungen

Nordindien ist ein beliebtes Reiseziel f√ľr Trekkingtouristen, die in gro√üe H√∂hen aufsteigen. Oft reicht die Zeit nicht f√ľr eine stufenweise H√∂henanpassung. Verschiedene Formen von akuter H√∂henkrankheit sind m√∂glich.

H√∂henkrankheit tritt besonders bei raschem Aufstieg auf √ľber 2.300 m auf. Sie kann zu potentiell sehr gef√§hrlichen Funktionsst√∂rung von Lunge und Gehirn f√ľhren. Erkranken k√∂nnen auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, selbst wenn sie fr√ľher gro√üe H√∂hen und rasche Aufstiege ohne Probleme bew√§ltigt haben. Todesf√§lle sind m√∂glich.

Beschwerden, die auf eine beginnende H√∂henkrankheit hinweisen k√∂nnen, sind: Kopfschmerzen, M√ľdigkeit, Desinteresse und Leistungsabfall. In diesem Fall ist Rast und Ruhe bis zur Beschwerdefreiheit geboten, ein weiterer Aufstieg verbietet sich. Treten u. a. Schlaflosigkeit, Sehst√∂rungen, Schwindel, Gangunsicherheit, Atemnot oder Erbrechen auf, sollte unverz√ľglich mit dem Abstieg begonnen werden ‚Äď nie alleine, sondern immer in Begleitung. Das ist auch dann der Fall, wenn Fr√ľhsymptome innerhalb von 24-36 Stunden nicht vollst√§ndig verschwinden.

Vor Reisen in gro√üe H√∂hen (√ľber 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endg√ľltigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen h√∂henmedizinisch erfahrenen Arzt, der vielleicht auch ein Medikament zur Vorbeugung verordnet. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergerisiko (z. B. eine Hubschrauber-Evakuierung) mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme K√§lte und unwegsames oder unbekanntes Gel√§nde bergen weitere Risiken f√ľr den Reisenden in gro√üer H√∂he. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschl√§ge kann es an gef√§hrdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Bergh√§ngen kommen.

F√ľr die Hubschrauberrettung aus Bergnot gibt es in Indien nach Kenntnis der deutschen Botschaft keine zivilen Luftrettungsunternehmen, sondern lediglich die M√∂glichkeit einer Evakuierung durch das indische Milit√§r, die sich sehr b√ľrokratisch und zeitaufw√§ndig gestaltet. Die Alarmierung kann je nach Unfallort oft nur sehr verz√∂gert erfolgen, die Benutzung von Satellitentelefonen ist in Indien strikt verboten. Es k√∂nnen trotz gro√üem Zeitdruck aufgrund einzuholender Genehmigungen diverser staatlicher Stellen vor allem am Wochenende mitunter mehrere Tage vergehen, bis ein Suchtrupp oder ein Helikopter dann einsatzbereit sind. Witterungsbedingt sind die Flugger√§te nicht immer einsatzbereit und k√∂nnen meist nur in einem sehr engen Zeitfenster fr√ľhmorgens starten. Die Kosten√ľbernahme einer Rettung muss in jedem Fall vor dem Start der Rettungsaktion gekl√§rt sein und ist in der Regel zun√§chst vom Verungl√ľckten selbst zu tragen. Eine individuell angepasste Reiseapotheke ist nach R√ľcksprache mit einem Reisemediziner beim Trekking immer mitzuf√ľhren.

Im S√ľden des Landes ist die Sonneneinstrahlung wegen der √Ąquatorn√§he besonders intensiv. ¬†Unangenehme und langfristig gef√§hrliche Sonnenbr√§nde sind h√§ufig. Auf einen guten Sonnenschutz und eine ausreichende Fl√ľssigkeitsaufnahme muss insbesondere bei Kindern und √§lteren Personen geachtet werden.

Gef√§hrliche Str√∂mungen f√ľhren an den K√ľsten immer wieder zu Badeunf√§llen. Warnungen an den Str√§nden sind unbedingt zu beachten. Kinder sollten an Str√§nden niemals unbeaufsichtigt spielen. Durch Tierkot verunreinigte Str√§nde bergen ein Infektionsrisiko f√ľr parasit√§re Hauterkrankungen (Larva migrans cutanea).

Weitere Gesundheitsgefahren

Technische √úberwachungen der Fahrzeuge, wie in Mitteleuropa √ľblich, werden in Indien nicht durchgef√ľhrt. Verkehrsregeln werden von der gro√üen Mehrheit der Fahrer missachtet. Schwere Verkehrsunf√§lle sind insbesondere bei √úberlandfahrten h√§ufig. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notf√§llen oder Unf√§llen, kann in weiten Landesteilen nicht gew√§hrleistet werden, ein zuverl√§ssig funktionierendes Rettungswesen ist auch in den St√§dten nicht √ľberall existent. Gehwege existieren h√§ufig nicht ¬†oder bergen erhebliche Unfallgefahren wie unerwartete Stolperfallen oder nicht gesicherte oder gekennzeichnete Baugruben.

Die Luftverschmutzung in den St√§dten hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. In Delhi und Kalkutta kommt es in den Wintermonaten au√üerdem zu einer hohen Belastung der Luft durch Verbrennungsr√ľckst√§nde und Qualm. Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD k√∂nnen sich dadurch erheblich verschlechtern.

Patienten mit psychischen Erkrankungen wird dringend geraten, ihre Medikamente vor und w√§hrend einer Indienreise nicht abzusetzen. Eine psychiatrische und deutschsprachige Versorgung wie im Heimatland kann meist nicht gew√§hrleistet werden. Zudem versichern viele Reisekrankenversicherungen medizinische Leistungen bei psychischen Erkrankungen nicht! In solchen F√§llen ist oft auch ein spontaner Heimflug ausgeschlossen, da zahlreiche kommerzielle Fluglinien die Mitnahme labiler Patienten mit psychischen Erkrankungen ohne psychiatrische Begleitung ablehnen. Bitte besprechen Sie ggf. Ihre Reisepl√§ne ausf√ľhrlich mit ihrem behandelnden Arzt.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend und entspricht medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch meist nicht europ√§ischem Standard. Sprachbarrieren k√∂nnen gerade auf dem Land die Kommunikation erheblich erschweren. In den gro√üen St√§dten ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem hohen und sehr hohen Niveau und damit auch deutlich teurer. Zahlreiche Patienten aus der ganzen Welt kommen zu planbaren Behandlungen und Operationen ins Land. Bei schweren Erkrankungen muss deshalb ggf. eine medizinische Evakuierung in eine der gro√üen urbanen Kliniken erwogen werden. Dort ist es √ľblich, vor Behandlungsbeginn eine erhebliche Anzahlung zu leisten, was das Budget eines Reisenden bei schweren Erkrankungen und intensivpflichtigen Behandlungen oft sprengt. Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner pers√∂nlich¬† beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe Kontaktadressen z.B.: http://www.dtg.org/ oder http://www.frm-web.de/). Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Indien bewusst sein.

Die Versorgung mit zuverl√§ssigen Medikamenten und eine ununterbrochene K√ľhlkette sind nicht √ľberall gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch gef√§lschte Produkte statt richtiger Medikamente verkauft werden. Reisende sollten regelm√§√üig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Indien mitbringen und sich f√ľr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Apotheken der gro√üen Privatkliniken bieten ein breites Spektrum zuverl√§ssiger Medikamente an. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegen√ľber h√§ufig eingesetzten Antibiotika auf.

Die deutsche Botschaft in Neu Delhi und die Generalkonsulate in Bangalore, Chennai, Kalkutta und Mumbai verf√ľgen f√ľr den Notfall √ľber eine Adressenliste von √Ąrzten und Krankenh√§usern in der jeweiligen Stadt.

Bitte beachten Sie neben unseren generellen Haftungsausschluss den folgenden Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

Stand 23.01.2017

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