Feeds
Artikel
Kommentare

Irak: Reisewarnung

Irak

Irak: Reisewarnung

Stand 23.05.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 23.05.2017)

Letzte √Ąnderungen:
Aktuelle Hinweise ‚Äď Ausreiseaufruf
Landesspezifische Sicherheitshinweise ‚Äď Reisewarnung
Redaktionelle √Ąnderungen

Aktuelle Hinweise¬†‚Äď Ausreiseaufruf

Das Auswärtige Amt ruft angesichts der aktuellen Lage weiterhin zur sofortigen Ausreise aus folgenden Landesteilen des Irak auf:

Provinz Ninewa (Provinzhauptstadt Mossul)
Provinz Anbar (Provinzhauptstadt Ramadi)
Provinz Salah Al-Din (Provinzhauptstadt Tikrit)
Provinz Ta’mim (Provinzhauptstadt Kirkuk)

Auch f√ľr den Gro√üraum Bagdad und den Norden der Provinz Babel wird eine vor√ľbergehende Ausreise dringend empfohlen.

Die terroristische Organisation IS konnte zwar zuletzt zur√ľckgedr√§ngt werden, kontrolliert aber weiterhin¬†Teile der Provinzen Ninewa, Salah Al-Din und Anbar. Es muss dort weiterhin mit schweren Anschl√§gen und offenen bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen IS-Verb√ľndeten und den irakischen Sicherheitskr√§ften, regional-kurdischen Peschmerga, Milizen und auch mit US-Luftschl√§gen gerechnet werden. Seit Anfang August 2014 ist davon vor allem der Gro√üraum Mossul betroffen. In der Provinz Ta‚Äômim kommt es regelm√§√üig zu K√§mpfen zwischen terroristischen Gruppen und kurdischen Peschmerga.

Hinweis f√ľr die Region Kurdistan-Irak:
Wegen der weiter bestehenden Gefahr von Terroranschlägen wird von nicht notwendigen Reisen in die Region abgeraten.
 



Landesspezifische Sicherheitshinweise¬†‚Äď Reisewarnung

Vor Reisen nach Irak wird gewarnt. Dies gilt mit Einschr√§nkungen auch f√ľr die Region Kurdistan-Irak (Provinzen Dohuk, Erbil und Sulaymaniyah/Halabja).

Besonders gefährlich sind Reisen in die Provinzen Ninewa (Mossul, Grenze zu Syrien), Anbar, Salah Al-Din und Ta’mim, in den Großraum Bagdad sowie in den Norden der Provinz Babel.

In den von der terroristischen Organisation IS kontrollierten Teilen der Provinzen Ninewa und Salah Al-Din muss weiterhin mit schweren Anschl√§gen und offenen bewaffneten Auseinandersetzungen gerechnet werden. Diese Gef√§hrdungslage gilt ebenfalls f√ľr die Provinz Anbar und die Provinz Ta‚Äômim sowie auch f√ľr die Provinz Diyala. Auch in Bagdad ist weiterhin mit schweren Anschl√§gen insbesondere auf irakische Sicherheitsinstitutionen und deren Angeh√∂rige, auf Ministerien, Hotels, √∂ffentliche Pl√§tze und religi√∂se Einrichtungen zu rechnen.¬†Es besteht ein hohes Risiko von Entf√ľhrungen, auch f√ľr Ausl√§nder und die sie begleitenden Personen. Einzelne Abschnitte der Hauptstadt Bagdad werden von irakischen Sicherheitskr√§ften in besonderem Ma√üe gesichert, dazu z√§hlen die sogenannte Internationale Zone (ehemals Green Zone) und der Flughafen Bagdad International Airport, Anschl√§ge k√∂nnen aber auch dort nicht ausgeschlossen werden.

In der Provinz Basra im S√ľden des Landes kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu gewaltt√§tigen Auseinandersetzungen bewaffneter Gruppierungen. In Basra und den angrenzenden Provinzen besteht ebenfalls das Risiko von Entf√ľhrungen.

Grundlage jeder Reise, die entgegen dieser Reisewarnung durchgef√ľhrt wird, sollte ein tragf√§higes professionelles Sicherheitskonzept sein. Elemente eines professionellen Sicherheitskonzepts k√∂nnen insbesondere die Verwendung sondergesch√ľtzter Fahrzeuge, der Einsatz einer angemessenen Anzahl von Sicherheitskr√§ften sowie die fachliche Beratung durch Sicherheitspersonal nach Voraufkl√§rung und Planung der Fahrtrouten sein.

Es wird bei solchen Reisen nach Irak empfohlen, möglichst schon vor Abreise mit dem Auswärtigen Amt bzw. unmittelbar mit der Deutschen Botschaft Bagdad oder dem Deutschen Generalkonsulat Erbil Kontakt aufzunehmen und sich mit den geplanten Reisedaten in die Krisenvorsorgeliste einzutragen.

Die Region Kurdistan-Irak (Provinzen Dohuk, Erbil und Sulaymaniyah/Halabja) ist derzeit von den K√§mpfen in den westlichen und s√ľdlichen Nachbarprovinzen nicht unmittelbar betroffen, die Sicherheitslage ist aber aufgrund der N√§he zum IS-kontrollierten Gebiet auch hier weiter angespannt. Wegen der anhaltend erh√∂hten Gefahr von Terroranschl√§gen wird von nicht notwendigen Reisen in die Region abgeraten.

Aufenthalte k√∂nnen in dieser Region nur nach sorgf√§ltiger Pr√ľfung der aktuellen √∂rtlichen Sicherheitslage und mit den dann jeweils notwendigen Sicherheitsma√ünahmen in Betracht gezogen werden. Zu Art und Umfang solcher Sicherheitsma√ünahmen k√∂nnen in der Regel der √∂rtliche Gastgeber oder einschl√§gige Beh√∂rden und Unternehmen praktische Hinweise geben.

Bei illegalem Grenz√ľbertritt zwischen der Region Kurdistan-Irak und den Nachbarstaaten, insbesondere Syrien, ist in der Region Kurdistan-Irak mit hohen Haftstrafen zu rechnen. F√ľr das √úberschreiten der erlaubten Aufenthaltsdauer in der Region Kurdistan-Irak werden hohe Geldstrafen erhoben.

Die deutschen Auslandsvertretungen können derzeit nur in äußerst begrenztem Rahmen konsularische Hilfe leisten. Auch die staatlichen Sicherheitsorgane können im Einzelfall keinen ausreichenden Schutz garantieren oder Hilfe leisten.

Die Sicherheitslage im gesamten Irak bleibt volatil. Die Zahl der terroristischen Anschläge vor allem im Nord- und Zentralirak ist seit Langem sehr hoch. Personen, die sich im Irak aufhalten, sollten Medienberichte aufmerksam verfolgen und alle Vorkehrungen treffen, um erforderlichenfalls kurzfristig ausreisen zu können.  Internationale Flugverbindungen sind derzeit gewährleistet.
Menschenansammlungen sind im ganzen Land unbedingt zu meiden.

Die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Bagdad ist grunds√§tzlich nur nach Terminvereinbarung f√ľr den Publikumsverkehr ge√∂ffnet. Die Botschaft befindet sich nicht in der sogenannten¬†Internationalen Zone. Aufgrund der Sicherheitslage und der eingeschr√§nkten Bewegungs- und Kommunikationsm√∂glichkeiten ist es schwierig und gegebenenfalls unm√∂glich, konsularische Hilfe zu leisten.

Auch das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Erbil kann nur eingeschränkt konsularische Hilfe leisten. Termine werden ebenfalls nur nach Vereinbarung wahrgenommen.

Die Botschaften der Bundesrepublik Deutschland in den Nachbarstaaten Iraks k√∂nnen Deutschen, die in Irak in eine Notlage geraten, erst ab dem jeweiligen Grenz√ľbergang konsularische Hilfe leisten.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

 



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Vor Reisen nach Irak wird gewarnt.

F√ľr Reisen nach Irak besteht Visumspflicht. Visa m√ľssen vor der Einreise bei einer irakischen Auslandsvertretung beantragt werden. Die Visumspflicht gilt f√ľr das gesamte irakische Staatsgebiet, also auch f√ľr die¬†Region Kurdistan-Irak.

N√§here Ausk√ľnfte erteilt die Botschaft der Republik Irak in Berlin.

Bei Einreise in die Region Kurdistan-Irak mit einem ausl√§ndischen Kfz ist es g√§ngige Praxis der kurdischen Beh√∂rden, den ausl√§ndischen Reisepass beim Zollamt des Grenz√ľbergangs einzubehalten und dar√ľber eine Bescheinigung auszuh√§ndigen. Diese Bescheinigung berechtigt nicht zum Aufenthalt in anderen Teilen Iraks. Bei Zuwiderhandlung ist mit einer Festnahme durch die irakischen Beh√∂rden zu rechnen. Der Pass wird erst bei der Wiederausfuhr des Kfz zur√ľckgegeben.



Medizinische Hinweise

Vor Reisen nach Irak wird gewarnt.

Impfschutz

Eine Gelbfieberimpfung ist bei Einreise aus Infektionsgebieten vorgeschrieben. Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Gelbfieberimpfung notwendig.

Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gem√§√ü aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und zu vervollst√§ndigen, siehe www.rki.de

Dazu geh√∂ren auch f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggfs.¬†auch gegen Polio (Kinderl√§hmung), Mumps, Masern, R√∂teln (MMR), Influenza und¬†Pneumokokken.

Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch die Impfung gegen Hepatitis B, Tollwut und Typhus empfohlen. 

Malaria und andere durch Insekten √ľbertragbare Erkrankungen

Seit einigen Jahren ist es nicht mehr zu autochtonen √úbertragungen von Malaria im Irak gekommen. Die sehr geringe Anzahl von gemeldeten Infektionen (ausschlie√ülich durch Plasmodium vivax) wurde durch Reisende aus Pakistan und Indien eingef√ľhrt Da aber die √ľbertragende Malariam√ľcke im Irak weiterhin vorkommt, besteht grunds√§tzlich die Gefahr der erneuten Einschleppung und Etablierung. In jedem Fall sollten, auch im Hinblick auf andere durch M√ľcken oder andere Insekten √ľbertragene Erkrankungen (z.B. Leishmaniose, Phlebotomus Fieber, Krim-Kongo-Haemorrhagisches Fieber) die allgemeinen Schutzma√ünahmen beachtet werden (z. B. Repellentien, Moskitonetz, lang√§rmlige Kleidung). Eine medikament√∂se Malariaprophylaxe sowie Stand-by-Medikation ist aktuell nicht notwendig.

HIV/ Aids

Die Pr√§valenz von HIV in der Bev√∂lkerung ist sehr gering . Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen) und Bluttransfusionen besteht trotzdem ein grunds√§tzliches Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.

Cholera und andere Durchfallerkrankungen

Cholera ist im Irak endemisch. Im Rahmen von Ausbr√ľchen kommt es mitunter zu mehreren tausend Erkrankungen, der letzte Ausbruch ereignete sich im Sommer 2015 (Umgebung Bagdad). Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene l√§sst sich das Risiko f√ľr die meisten Durchfallerkrankungen, auch Cholera, minimieren. Eine Impfung gegen Cholera wird daher nur in Ausnahmef√§llen notwendig sein! Auch viele andere Durchfallerreger treten vergleichsweise geh√§uft auf.

Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera vermeiden. Wenn Sie Ihre Gesundheit w√§hrend Ihres Aufenthaltes nicht gef√§hrden wollen, dann beachten Sie folgende grundlegende Hinweise: Ausschlie√ülich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser mit Kohlens√§ure, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes und abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrsp√ľlen und Z√§hneputzen wo m√∂glich Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: Kochen oder selber Sch√§len. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie m√∂glich mit Seife die H√§nde immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. H√§ndedesinfektion, wo angebracht, durchf√ľhren, ggf. Einmalhandt√ľcher verwenden.

Weitere Infektionskrankheiten

Bilharziose ist in einigen Regionen endemisch, dort S√ľ√üwasserkontakt meiden!
Hepatitis A, B, C, Echinokokkose und Tollwut können landesweit vorkommen. Zum Schutz vor cutaner Leishmaniose und des Krim-Kongo Haemorrhagisches Fieber sollten Maßnahmen zum Insektenschutz angewendet werden.

Neues Coronavirus (MERS-CoV)

Seit dem Sommer 2012 kommt es in L√§ndern der arabischen Halbinsel vereinzelt zu schweren Infektionen der Atemwege durch ein neues Coronavirus (MERS-CoV, die Abk√ľrzung f√ľr Middle East Respiratory Syndrome Corona Virus). Die meisten Erkrankungen wurden aus Saudi-Arabien bekannt. Wo genau und wie sich Menschen in verschiedenen L√§ndern anstecken k√∂nnen, ist noch unklar. Es gibt Hinweise, dass Kamele an der √úbertragung beteiligt sein k√∂nnten. Reisende sollten unn√∂tige Kontakte mit Tieren meiden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass es bei sehr engem Kontakt zu Erkrankten auch zu einer √úbertragung von Mensch zu Mensch kommen kann. Es gibt nach wie vor aber keinen Nachweis einer kontinuierlichen Mensch-zu-Mensch-√úbertragung.
Eine aktuelle Risikobewertung des Robert-Koch-Instituts (RKI) findet sich f√ľr Deutschland unter http://www.rki.de/ .

Medizinische Versorgung

Das Versorgungsniveau ist in weiten Landesteilen zurzeit weder technisch noch personell ausreichend. In der Hauptstadt Bagdad steht den diplomatischen Vertretungen das privat betreute Diplomatic Support Hospital zu Verf√ľgung (ehemaliges amerikanisches Milit√§rkrankenhaus). Zur Nutzung ist allerdings ein vorheriger Vertragsabschluss erforderlich. Als bestes privates einheimisches Krankenhaus kann das St. Raphael Krankenhaus genannt werden. Im Irak sind nicht alle Medikamente immer erh√§ltlich. Dauermedikationen daher in ausreichender Menge mitf√ľhren. Eine Ausnahme bilden die kurdischen Autonomiegebiete im Norden. Dort ist eine vergleichsweise bessere Versorgung gew√§hrleistet. Westeurop√§ischer Standard wird aber auch dort oft nicht erreicht. Eine Auslandskrankenversicherung mit R√ľckholoption im Notfall wird dringend empfohlen.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Auslandsreiseerfahrung haben; siehe auch www.dtg.org oder www.frm-web.de

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2qLzkYk

Pakistan

Pakistan: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)

Stand 22.05.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 22.05.2017)

Letzte √Ąnderung:¬†¬†
Landesspezifische Sicherheitshinweise ‚Äď Teilreisewarnung
Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige (Visum)

 

 Aktuelle Hinweise

Hinsichtlich einer Versch√§rfung der pakistanischen Visabestimmungen und des Erfordernisses einer Unbedenklichkeitsbescheinigung f√ľr Reisen nach Gilgit-Baltistan, werden Reisende um Beachtung der Visabestimmungen im Kapitel ‚ÄěEinreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige‚Äú gebeten.

Es besteht weiterhin landesweit eine erh√∂hte Gefahr f√ľr terroristische Anschl√§ge, insbesondere auf Ziele von religi√∂ser Bedeutung (z.B. Sufi-Schreine, Moscheen) oder von hohem, sonstigem Symbolwert (insbesondere √∂ffentliche Geb√§ude und Einrichtungen).
Am 16. Februar 2017 kam es zu einem schweren Anschlag auf den Lal Shahbaz Qalandar-Schrein in der s√ľdpakistanischen Stadt Sehwan, der jede Woche Tausende Gl√§ubige anzieht. Es kam dabei zu zahlreichen Todesopfern und Verletzten. Zuvor kam es am 13. Februar 2017 in Lahore, im Norden des Landes, zu einer Bombenexplosion, die ebenfalls Todesopfer forderte.

Die pakistanischen Sicherheitskräfte haben ihr Vorgehen gegen terroristische und extremistische Kräfte im Land deutlich verschärft. Insbesondere die Operationen gegen Terroristen und Extremisten in Nord-Wasiristan halten an. Da vor diesem Hintergrund mit Racheanschlägen terroristischer Elemente im ganzen Land zu rechnen ist, sollte bei der Planung von Reisen nach Pakistan Sicherheitsaspekten besondere Beachtung geschenkt werden.



Landesspezifische Sicherheitshinweise / Teilreisewarnung

Vor Reisen nach Khyber-Pakhtunkhwa (ehemals Nordwestgrenzprovinz, NWFP), in die Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan (die sog. Federally Administered Tribal Areas, FATA) und nach Belutschistan wird gewarnt.

Landesweit besteht eine Gef√§hrdung durch politisch-religi√∂s motivierte Gewalttaten. Reisende sollten vor und w√§hrend der Reise nach Pakistan ortskundigen Rat zur Sicherheitslage am Reiseziel einholen. Au√üerdem sollte bei den pakistanischen Beh√∂rden oder Reiseb√ľros nachgefragt werden, welche Gegenden f√ľr Touristen gesperrt sind. Reisende m√ľssen im √úbrigen mit regelm√§√üigen Kontrollen, gelegentlich auch mit kurzfristig verf√ľgten Reisebeschr√§nkungen rechnen.

Grunds√§tzlich sollten Reisende sich von¬† gr√∂√üeren Menschenansammlungen, politischen Demonstrationen,¬† und ‚Äď insbesondere freitags und an hohen islamischen Feiertagen ‚Äď von religi√∂sen St√§tten, Prozessionen und Feierlichkeiten fernhalten. Gleiches gilt f√ľr Einrichtungen von Armee und Sicherheitskr√§ften. Beim Besuch von Einrichtungen mit internationalem Publikumsverkehr und bekannten Treffpunkten von Ausl√§ndern wird zu besonderer Vorsicht geraten.

Entf√ľhrungen

In Belutschistan, Khyber-Pakhtunkhwa und FATA besteht ein erh√∂htes Entf√ľhrungsrisiko.
Zuletzt wurden im Mai 2014 ein chinesischer Fahrradtourist in Khyber-Pakhtunkhwa und im M√§rz 2013 in Belutschistan zwei tschechische Touristinnen, die von Iran auf dem Landweg nach Pakistan eingereist waren, entf√ľhrt. Auch in anderen Landesteilen (Lahore, S√ľd-Punjab) ist es vor l√§ngerer Zeit zu Entf√ľhrungen von Ausl√§ndern gekommen.

Terrorismus

Die Gefährdung durch terroristische Anschläge seitens der Pakistanischen Taliban und mit den Taliban verbundener Gruppen, insbesondere Sprengstoffanschläge und Selbstmordattentate, bleibt in Pakistan hoch.

Daneben besteht weiterhin die Gefahr religiös motivierter Terroranschläge durch radikale Gruppierungen, die sich vor allem gegen Streitkräfte, Sicherheitsdienste und Polizei sowie gegen religiöse Stätten richten. Der regionale Schwerpunkt terroristischer Anschläge mit den meisten Opfern liegt in Khyber-Pakhtunkhwa, den Stammesgebieten FATA und in Belutschistan.

In den vergangenen Jahren kamen bei mehreren Anschlägen auf schiitische Verehrungsstätten und auf christliche Kirchen sowie auf Angehörige der religiösen Minderheit der Ismailiten zahlreiche Menschen ums Leben.

Ebenso gab es Anschl√§ge auf M√§rkte, Infrastruktureinrichtungen und √∂ffentliche Geb√§ude mit Todesopfern unter der Zivilbev√∂lkerung, u.a. in¬†Islamabad und Rawalpindi, am indisch-pakistanischen Grenz√ľbergang Wagah bei Lahore sowie in Peshawar.

Karachi

In Karachi kommt es  zu innenpolitisch, religiös, ethnisch oder kriminell motivierten Anschlägen und zu Auseinandersetzungen terroristischer oder krimineller Gruppen mit Sicherheitskräften.

Gesch√§ftsreisen nach Karachi sollten mit Betreuung bzw. Begleitung ortskundiger lokaler Partner durchgef√ľhrt werden. Entsprechend sollten z. B. Kurzaufenthalte von Wissenschaftlern und K√ľnstler von lokalen Universit√§ten, Forschungseinrichtungen oder dem Goethe-Institut betreut werden.

Vom Besuch abgelegener Stadtbezirke sollte abgesehen werden. Generell empfiehlt sich f√ľr Besucher eine enge Abstimmung ihrer Reisepl√§ne mit den Partnern vor Ort oder mit dem deutschen Generalkonsulat in Karachi. Auch im inneren Sindh besteht eine Gef√§hrdung durch hohe Kriminalit√§t.

Reisen √ľber Land

Vor Reisen nach Khyber-Pakhtunkhwa (ehemals Nordwestgrenzprovinz NWFP), insbesondere nach Peshawar und in das Swat-Tal, sowie in die Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan (Federally Administered Tribal Areas, FATA), wird gewarnt.

Insbesondere in FATA kommt es weiter zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen dem Milit√§r und militanten Gruppen sowie gezielten Milit√§rschl√§gen gegen Unterschlupfe, Waffenlager, Trainingscenter und andere Einrichtungen militanter Gruppen. Weite Teile dieser Gebiete sind f√ľr Ausl√§nder gesperrt.

2014 wurden mehrmals Flugzeuge beim Landeanflug auf den Flughafen Peshawar von Unbekannten beschossen. Dabei kam eine Person ums Leben, zwei weitere wurden verletzt.
Es wird deshalb ausdr√ľcklich davor gewarnt, auf dem Luftweg nach Peshawar zu reisen.

In Gilgit-Baltistan, den fr√ľheren Northern Areas, f√ľhren Konflikte zwischen Schiiten und Sunniten gelegentlich zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Ausl√§nder waren bislang nicht Ziel dieser Gruppen, sie k√∂nnen aber bei Ausschreitungen gef√§hrdet werden.

Im Juni 2013 wurden in einem Basiscamp, das zum Nanga Parbat f√ľhrt, zehn ausl√§ndische Bergsteiger sowie ein pakistanischer Begleiter durch Terroristen ermordet. Seither wurden die Sicherheitsma√ünahmen der pakistanischen Regierung zum Schutz ausl√§ndischer Touristen in der Region um den Nanga Parbat und in anderen Teilen von Gilgit-Baltistan deutlich verst√§rkt. Das Ausw√§rtige Amt r√§t dazu, sich vor Reisen nach Gilgit-Baltistan bei den pakistanischen Reiseveranstaltern und Beh√∂rden umfassend √ľber die aktuelle Sicherheitslage zu informieren.

Reisen in den gebirgigen Norden Pakistans sollten aus Sicherheitsgr√ľnden bevorzugt auf dem Luftweg (Flugh√§fen Gilgit und Skardu) durchgef√ľhrt werden; allerdings k√∂nnen die Flugverbindungen kurzfristig wetterbedingt, z. T. √ľber mehrere Tage, ausfallen.

Vor Reisen nach Belutschistan wird gewarnt.
Aufst√§ndische und separatistische Kr√§fte greifen¬†Infrastruktureinrichtungen und Armeekr√§fte an und ver√ľben Sprengstoffanschl√§ge. Armee und Luftwaffe gehen gegen die Aufst√§ndischen vor. Im Grenzgebiet zu Iran operieren sunnitische anti-iranische Aufst√§ndische. Auch Aktivit√§ten afghanischer und pakistanischer Taliban werden in Belutschistan beobachtet. Daneben kommt es zu religi√∂s motivierten Anschl√§gen, denen v. a. Schiiten zum Opfer fallen. In Quetta richten sich die Anschl√§ge vielfach gegen die Volksgruppe der Hazaras.

Die Grenzgebiete zu Afghanistan, Iran und Indien sind nicht oder nur mit offizieller Genehmigung zug√§nglich. Dies gilt auch f√ľr den von Pakistan verwalteten Teil Kaschmirs (Azad Jammu and Kashmir) entlang der Waffenstillstandslinie (Line of Control, LoC) und f√ľr weitere Regionen das Landes. √úber Land Reisende sollten sich vorab bei den pakistanischen Beh√∂rden dar√ľber informieren, ob sie f√ľr ihre Reiseroute oder ihr Reiseziel eine offizielle Genehmigung (Non-Objection-Certificate) beantragen m√ľssen. In der j√ľngeren Vergangenheit wurden Reisende, die sich ohne Genehmigung in solchen Gebieten aufhielten, wiederholt f√ľr mehrere Tage in Haft genommen.

F√ľr Afghanistan besteht eine Reisewarnung des Ausw√§rtigen Amts.

Vor Ein- und Ausreisen √ľber die pakistanische Landgrenze mit Iran wird wegen der Entf√ľhrungsgefahr im iranisch-pakistanischen Grenzgebiet und wegen der bestehenden Reisewarnung f√ľr die Provinz Belutschistan ausdr√ľcklich gewarnt.

Die Deutsche Botschaft Islamabad stellt keine Empfehlungsschreiben im Zusammenhang mit der Einholung von Visa f√ľr die vorgenannten L√§nder aus. Entsprechende Visa sollten vor Reiseantritt bei den Auslandsvertretungen dieser L√§nder in Deutschland beschafft werden.

Der Grenz√ľbergang nach Indien (Wagah/Atari zwischen Lahore und Amritsar) ist offen, ebenso wie die direkte Transitstrecke dorthin. Die Mitnahme eines Kfz bei der Grenz√ľberquerung erfordert meist eine gesonderte Genehmigung.¬†

Deutsche Staatsangehörige werden gebeten, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Es wird auf die schwierige Sicherheitslage in Pakistan aufmerksam gemacht. Näheres dazu und zu bestehenden Reisebeschränkungen können Sie den Sicherheitshinweisen entnehmen.

In den meisten Großstädten Pakistans gibt es Hotels, die hohe Sicherheitsstandards einhalten.

Hinsichtlich der Kleidung (z. B. keine Shorts und schulterfreie Kleidung) und des allgemeinen Verhaltens sollte auf √∂rtliche Sitten und Gebr√§uche geachtet werden. W√§hrend in den Gro√üst√§dten mitunter eine gegen√ľber ausl√§ndischen Gepflogenheiten tolerantere Haltung zu beobachten ist, muss insbesondere bei Reisen √ľber Land unbedingt auf angemessene Kleidung und angemessenes Auftreten geachtet werden, um der vielfach religi√∂s-konservativen Grundeinstellung in der Bev√∂lkerung Rechnung zu tragen.

Der islamische Fastenmonat Ramadan wird in weiten Teilen Pakistans streng eingehalten, was erhebliche Auswirkungen auf das √∂ffentliche Leben hat.¬†Im Ramadan sollte w√§hrend der Stunden des Tages, in denen die Bev√∂lkerung das Fastengebot einh√§lt, unbedingt auf den Genuss von Speisen und Getr√§nken und auf das Rauchen in der √Ėffentlichkeit verzichtet werden.

Beim Umgang der Beh√∂rden mit ausl√§ndischen Besuchern ist in letzter Zeit aus Misstrauen, aber auch zum Schutz der Reisenden, eine eher restriktive Auslegung und Anwendung der Regeln zu Aufenthalt und Bewegungsfreiheit im Land festzustellen. In solchen F√§llen k√∂nnen die deutschen Auslandsvertretungen nur sehr begrenzt auf die jeweils zust√§ndigen pakistanischen Beh√∂rden Einfluss nehmen. Sind berechtigte Sicherheitsbedenken der Beh√∂rden f√ľr deren Haltung ausschlaggebend, so sollte dies generell respektiert werden



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente

Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen: Schwierigkeiten wegen israelischer Einreisestempel im Reisepass sind in letzter Zeit nicht mehr gemeldet worden.
Kindereintr√§ge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr g√ľltig. Jedes Kind ben√∂tigt ein eigenes Ausweisdokument.

Visum
Deutsche Reisende ben√∂tigen grunds√§tzlich ein pakistanisches Einreisevisum. Reisende, die kein Visum haben, werden an den Flugh√§fen/Grenzen zur√ľckgewiesen.
Ausnahmen (Visa on Arrival) f√ľr Gesch√§ftsleute mit Empfehlungsschreiben und Touristen, die ihre Reise bei bestimmten pakistanischen Reiseveranstaltern gebucht haben, sind weggefallen.

Einreisevisa f√ľr Pakistan m√ľssen in jedem Fall vor Reiseantritt bei der Botschaft der Islamischen Republik Pakistan in Berlin bzw. dem pakistanischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main beantragt werden. Informationen zur Verl√§ngerung von Visa in Pakistan sind erh√§ltlich beimpakistanischen Innenministerium.

Bisher unbest√§tigten Pressemeldungen zufolge plant die pakistanische Regierung in K√ľrze die Einf√ľhrung ¬†einer Unbedenklichkeitsbescheinigung (sog. No-Objection-Certfificate) f√ľr ausl√§ndische Touristen f√ľr Aufenthalte in Gilgit-Baltistan. Verl√§ssliche Informationen hierzu, insbesondere¬† zum genauen Zeitpunkt des Inkrafttretens und zum Antragsverfahren, sind noch nicht bekannt. Reisenden in diese Gegenden wird empfohlen, diesen Punkt unmittelbar im Zusammenhang mit der Beantragung des pakistanischen Visums und ggf. mit dem eingeschalteten Reiseveranstalter zu kl√§ren.

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.



Besondere Zollvorschriften

Dem Auswärtigen Amt liegen keine Hinweise auf besondere Zollvorschriften vor.

Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie direkt bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zoll www.zoll.de¬†ansehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Pakistan ist ein islamisches Land.¬†Allerdings sind bisher keine F√§lle bekannt, in denen EU-B√ľrger nach der Schariatsgesetzgebung (z.B. zu K√∂rperstrafen) verurteilt worden sind. Straftaten wie Blasphemie (Gottesl√§sterung), Ehebruch und Drogendelikte werden mit hohen Gef√§ngnisstrafen, unter Umst√§nden mit der Todesstrafe, geahndet.

Seit Aufhebung des Todesstrafenmoratoriums im Dezember 2014 f√ľr Terrorismus-Straftatbest√§nde und im M√§rz 2015 f√ľr alle mit der Todesstrafe bewehrten Straftatbest√§nde, gab es bereits zahlreiche Hinrichtungen.

Die f√ľr das Verh√§ltnis zwischen Mann und Frau geltenden Gesetze und Regeln sind unbedingt zu beachten. √úber das im allt√§glichen Umgang √úbliche hinausgehende Kontakte zwischen Nichtverheirateten k√∂nnen geahndet werden.

Homosexualit√§t gilt nach dem pakistanischen Strafgesetzbuch als ‚Äěwidernat√ľrliche Handlung‚Äú und ist strafbar. Das Strafma√ü betr√§gt im Regelfall zwei bis zehn Jahre, in besonders schweren F√§llen bis zu lebenslanger Freiheitsstrafe. Es sind nur wenige Verurteilungen bekannt geworden, gesellschaftlich ist Homosexualit√§t in Pakistan jedoch nicht akzeptiert.
Der Genuss alkoholischer Getr√§nke in der √Ėffentlichkeit ist verboten. Es werden vermehrt Stra√üenkontrollen durchgef√ľhrt.

Fotografieren von √∂ffentlichen Einrichtungen, Milit√§rgel√§nden, Flugh√§fen und H√§fen, Sicherheits- und Regierungsfahrzeugen etc. ist verboten, kann als Straftatbestand der Spionage gewertet und mit entsprechend langen Freiheitsstrafen belegt werden. Besonders f√ľr Individualreisende besteht das Risiko, auch durch auff√§lliges Verhalten oder den Gebrauch von technisch h√∂her entwickeltem Ger√§t, wie GPS-Ger√§ten, unter Spionageverdacht zu geraten. In diesem Zusammenhang wird bei Aufenthalten in der N√§he von Sicherheitsobjekten besondere Zur√ľckhaltung empfohlen.



Medizinische Hinweise

Aktueller Hinweis zu Poliomyelitis (Kinderlähmung)

Die WHO hat am 05. Mai 2014 Pakistan aufgefordert sicherzustellen, dass alle Reisenden, die das Land verlassen, √ľber ein g√ľltiges internationales Impfzertifikat mit einer dokumentierten Poliomyelitis (Kinderl√§hmung)-Impfung verf√ľgen. Die Impfpflicht bleibt nach den j√ľngsten Revisionen vom November 2014 und M√§rz 2015 weiter in Kraft. Sie gilt f√ľr alle, die sich l√§nger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben. Die Impfung darf f√ľr diese Bescheinigung nicht √§lter als 1 Jahr sein und soll sp√§testens 4 Wochen vor Ausreise erfolgt sein. Bei kurzfristiger Ausreise reicht auch der Nachweis einer aktuell durchgef√ľhrten Impfung. Die Polio-Schutzimpfungen sollen m√∂glichst mit einem oralen Impfstoff (OPV) erfolgen, der jedoch in Deutschland nicht mehr verf√ľgbar ist. Bei der Ausreise von Ausl√§ndern werden Impfungen mit injizierbarem Impfstoff (IPV) akzeptiert. Wird die Impfung in Pakistan durchgef√ľhrt, ist darauf zu achten, dass sie von einer staatlich autorisierten Stelle vorgenommen wird. Sie soll im internationalen Impfzertifikat (ggf. unter der Gelbfieberimpfung) als separate Impfung (auch bei Verwendung von Kombinationsimpfstoffen) und somit f√ľr das Flughafenpersonal erkennbar in dem vorgesehen Feld eingetragen werden.

Die Pflichtimpfung bei Ausreise soll den Poliovirus-Export aus Pakistan in Drittländer verhindern. Aber auch innerhalb Pakistans ist der Polio-Impfschutz dringend zu empfehlen. Auffrischimpfungen gegen Polio sind regulär 10 Jahre wirksam.

Impfschutz

Eine g√ľltige Impfung gegen Gelbfieber wird nur f√ľr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (siehe www.who.int). Bei direkter Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.

Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt die Standardimpfungen gem√§√ü dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene (siehe: www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls zu vervollst√§ndigen. Dazu geh√∂ren f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderl√§hmung), ggf. auch gegen Masern, Mumps und R√∂teln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.

Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gef√§hrdung auch gegen Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Meningokokken-Meningitis ACWY und ‚Äď bei Aufenthalten in der s√ľdlichen Provinz Sindh ‚Äď auch gegen Japanische Enzephalitis empfohlen.

Dengue Fieber

Dengue Fieber wird durch den Stich tagaktiver M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein Hautausschlag kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. In Einzelf√§llen k√∂nnen schwere Verl√§ufe mit ernsthaften Gesundheitssch√§den oder Todesfolge auftreten. Es gibt keine Impfung gegen die Dengue-Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe tags√ľber, wie unten f√ľr Malaria beschrieben, ist die beste Schutzma√ünahme. Dengue-Fieber kommt landesweit, besonders an den K√ľsten und in den gro√üen Zentren des Landes, w√§hrend und in den Monaten nach der Regenzeit bis in H√∂hen von circa 2.000 Metern vor. Davon sind die gro√üen St√§dte nicht ausgenommen. Auch in Islamabad und Lahore waren in den letzten Jahren Ausbr√ľche zu verzeichnen.

Malaria

Unterhalb einer H√∂he von 2.000 Metern besteht in Pakistan ganzj√§hrig ein mittleres √úbertragungsrisiko f√ľr Malaria mit saisonalen Schwankungen. Besonders w√§hrend und nach der Regenzeit steigen die Fallzahlen. Das Risiko nimmt von Norden nach S√ľden zu und ist in der Indus-Tiefebene und im Sindh, ¬†am h√∂chsten. In circa einem Drittel der F√§lle handelt es sich um die potentiell lebensbedrohliche Malaria tropica.

Die √úbertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles M√ľcken.

Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate (insbesondere Malaria tertiana) nach dem Aufenthalt ausbrechen. Je nach Reiseprofil wird¬† neben der immer notwendigen Expositionsprophylaxe eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) empfohlen. Verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Malarone¬ģ, Doxycyclin, Lariam¬ģ) sollten aus Deutschland mitgebracht werden.

Aufgrund der m√ľckengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:

‚Äst¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† k√∂rperbedeckende helle, ggf. impr√§gnierte Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
‚Äst¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† tags√ľber (Dengue, Chikungunya), in den Abendstunden und nachts (Malaria) Insektenschutzmittel auf alle freien K√∂rperstellen wiederholt aufzutragen,
‚Äst¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† unter einem impr√§gnierten Moskitonetz zu schlafen.

HIV/AIDS/Geschlechtskrankheiten

Durch sexuelle Kontakte, bei intraven√∂sem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen), durch T√§towierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion.

Durchfall- und Darmerkrankungen

Leitungswasser kann mit f√§kalen Keimen¬† kontaminiert sein. Durchfallerkrankungen sind √ľberall im Land ganzj√§hrig h√§ufig. Leitungswasser, auch in den St√§dten, hat keine Trinkwasserqualit√§t. Es wird empfohlen, nur originalverpackte Getr√§nke in Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss gr√ľndlich abzukochen, zu filtern oder chemisch zu desinfizieren. Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungesch√§lter Produkte sollte verzichtet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut durchgebraten worden sein. Allgemeine Hygienema√ünahmen wie regelm√§√üiges H√§ndewaschen oder H√§ndedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln k√∂nnen die Gefahr einer Infektion vermindern.

Cholera tritt in Pakistan, vor allem nach √úberschwemmungen auf, ist aber in aller Regel f√ľr Reisende kein Problem. Eine Impfung gegen Cholera steht zur Verf√ľgung, wird aber nicht generell empfohlen.

Polio (Kinderlähmung)

Pakistan gehört zu den wenigen Ländern weltweit, in denen immer noch regelmäßig Erkrankungen durch Polioviren gemeldet werden. Die Übertragung erfolgt durch fäkal verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Ein ausreichender Impfschutz wird dringend empfohlen (siehe aktuellen Hinweis).

Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde. . Affen k√∂nnen ebenfalls Tollwut √ľbertragen und sollten niemals gef√ľttert werden. Die notwendigen medizinischen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen von Ungeimpften sind in Pakistan au√üerhalb der Gro√üst√§dte, z.B. auch auf den Trekkingrouten im Karakorum Gebirge, nicht immer m√∂glich. Zuverl√§ssigen Schutz¬† bietet nur die Impfung vor einem Biss. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung f√ľr Reisen nach Pakistan eine besondere Bedeutung zu. Die Impfserie sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen sein.

Leishmaniasis

Insbesondere die Haut-Leishmaniasis (eine von Sandfliegen √ľbertragene, parasit√§re Erkrankung mit Hautver√§nderungen, die meist erst Wochen bis Monate nach dem Stich auftreten und lange persistieren) ist in l√§ndlichen Gegenden verbreitet. Ma√ünahmen f√ľr einen zuverl√§ssigen Insektenschutz tags√ľber sollte deshalb dringend beachtet werden. Bei nicht heilenden Hautgeschw√ľren nach einem Pakistan Aufenthalt muss an die M√∂glichkeit einer Haut-Leishmaniasis gedacht werden. Bei anhaltenden, unklaren Fiebersch√ľben und Milzvergr√∂√üerung kann auch die gef√§hrliche, generalisierte (sog. ‚Äěviszerale‚Äú) Form vorliegen, die dann in einer tropenmedizinisch erfahrenen Klinik behandelt werden muss.

Tuberkulose

Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich h√§ufiger als in Mitteleuropa vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger.

Chikungunya

Chikungunya wird durch den Stich tagaktiver M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Chikungunya-Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe tags√ľber, wie oben f√ľr Malaria beschrieben, ist die einzige m√∂gliche Schutzma√ünahme. Chikungunya kommt zunehmend w√§hrend und unmittelbar nach der Regenzeit in der bev√∂lkerungsreichen K√ľstenregion um Karachi vor.

Japanische Enzephalitis

Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entz√ľndung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechm√ľcken √ľbertragen. Vor allem Schweine und Wasserv√∂gel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selbst krank zu werden. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber h√§ufig schwer und hinterlassen bleibende Sch√§den oder enden t√∂dlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb sind ein sorgf√§ltiger M√ľckenschutz und gegebenenfalls eine vorbeugende Schutzimpfung besonders wichtig. Ein geringes √úbertragungsrisiko f√ľr JE besteht in Pakistan im Indusdelta und der Provinz Sindh, im S√ľdosten des Landes.

Grippe (Saisonale Influenza)

Saisonale Influenzaviren, einschlie√ülich der Influenza A/H1N1 (‚ÄěSchweinegrippe‚Äú), zirkulieren in Pakistan vor allem in den Wintermonaten. Ein Impfschutz empfiehlt sich bei den vom Robert-Koch-Institut angesprochenen Risikogruppen (siehe: www.rki.de). Pers√∂nliche Hygienema√ünahmen (H√§ndewaschen oder -desinfektion, Einmalhandt√ľcher in √∂ffentlichen Einrichtungen u .s. w.) und die vorbeugende Grippeschutzimpfung sind wichtige Ma√ünahmen zur Verh√ľtung einer Infektion.

Geographisch bedingte Erkrankungen

Nordpakistan ist derzeit ein eher seltenes Reiseziel f√ľr Trekkingtouristen. Bei Aufenthalten √ľber 2.300 Meter H√∂he kann es vereinzelt und besonders bei Missachtung h√∂hentaktischer Grunds√§tze, zu Anpassungsst√∂rungen und zu den verschiedenen Formen der H√∂henkrankheit kommen.

Die H√∂henkrankheit ist eine potentiell sehr gef√§hrliche Funktionsst√∂rung von Lunge und Gehirn. Erkranken k√∂nnen besonders auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, auch solche, die bereits fr√ľher gro√üe H√∂hen und rasche Aufstiege ohne Probleme bew√§ltigt haben. Zu Todesf√§llen kommt es, wenn Fr√ľhsymptome falsch gedeutet und Medikamente unvern√ľnftig eingesetzt werden. Bestimmte Erkrankungen von Herz und Lungen erh√∂hen ebenfalls das Risiko, eine H√∂henkrankheit zu erleiden.

Beschwerden, die Hinweise auf eine beginnende H√∂henkrankheit geben k√∂nnen, sind Kopfschmerzen, M√ľdigkeit, Desinteresse und Leistungsabfall. In diesem Fall ist Rast und Ruhe bis zur Beschwerdefreiheit geboten, ein weiterer Aufstieg verbietet sich. Treten u. a. Schlaflosigkeit, Sehst√∂rungen, Schwindel, Gangunsicherheit, Atemnot oder Erbrechen auf, sollte unverz√ľglich mit dem Abstieg begonnen werden ‚Äď nie alleine, sondern immer in Begleitung. Das ist auch dann der Fall, wenn Fr√ľhsymptome innerhalb von 24-36 Stunden nicht vollst√§ndig verschwinden.

Vor Reisen in gro√üe H√∂hen (√ľber 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endg√ľltigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen h√∂henmedizinisch erfahrenen Arzt. Von der Einnahme von Medikamenten zur Vorbeugung oder Behandlung der H√∂henkrankheit ohne Anweisung eines Arztes oder eines erfahrenen Bergf√ľhrers wird¬† abgeraten. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergungsrisiko (z.B. eine Hubschrauber-Evakuierung) mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme K√§lte und unwegsames oder unbekanntes Gel√§nde bergen weitere Risiken f√ľr den Reisenden in gro√üer H√∂he. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschl√§ge kann es an gef√§hrdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Bergh√§ngen kommen.

F√ľr die Hubschrauberrettung aus Bergnot gibt es in Pakistan nach Kenntnis der Botschaft keine zivilen Luftrettungsunternehmen, sondern lediglich die M√∂glichkeit einer Evakuierung durch das pakistanische Milit√§r, die sich sehr b√ľrokratisch und zeitaufw√§ndig gestaltet. Die Alarmierung kann sich je nach Unfallort sehr verz√∂gern.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist weiten Landesteilen unzureichend und entspricht medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch meist nicht europ√§ischem Standard. Sprachbarrieren k√∂nnen gerade auf dem Land die Kommunikation erheblich erschweren. In Islamabad und Karachi ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem hohen Niveau und damit auch teuer. Ein ausreichender und g√ľltiger Krankenversicherungsschutz einschlie√ülich einer Reiser√ľckholversicherung ist dringend notwendig. Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird empfohlen (www.dtg.org oder www.frm-web.de). Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Pakistan bewusst sein.

Die Versorgung mit zuverl√§ssigen Medikamenten und eine ununterbrochene K√ľhlkette sind nicht √ľberall gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch gef√§lschte Produkte verkauft werden. Reisende sollten regelm√§√üig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Pakistan mitbringen und sich f√ľr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Apotheken der gro√üen Privatkliniken bieten ein breites Spektrum zuverl√§ssiger Medikamente an.

Die Deutsche Botschaft in Islamabad und das Generalkonsulat in Karachi verf√ľgen f√ľr den Notfall √ľber eine Adressenliste von √Ąrzten und Krankenh√§usern in der jeweiligen Stadt.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden, wichtigen Hinweis:

¬†Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr ihre Gesundheit bleiben sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • Zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbesondere bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige, eingehende, medizinische Beratung durch einen Reisemediziner/Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz kurz m√∂gliche Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2qNkeC6

Afghanistan

Afghanistan: Reisewarnung

Stand 22.05.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 22.05.2017)

 

Letzte √Ąnderungen:
Aktuelle Hinweise 


 

Aktuelle Hinweise 

Bombenanschl√§ge, bewaffnete √úberf√§lle und Entf√ľhrungen geh√∂ren seit Jahren in allen Teilen von Afghanistan zum Angriffsspektrum der regierungsfeindlichen Kr√§fte. Sie richten sich auch gegen die Verb√ľndeten der afghanischen Regierung, darunter Deutschland, und deren Staatsangeh√∂rige. So fanden auch in den letzten Monaten mehrere schwere Anschl√§ge mit zahlreichen Opfern statt, darunter ein Anschlag auf eine Nicht-Regierungsorganisation, dem eine deutsche Staatsangeh√∂rige zum Opfer fiel. Das deutsche Generalkonsulat in Masar-e-Scharif, im Norden Afghanistans, wurde bei einem Angriff im November 2016 weitgehend zerst√∂rt. Dieser Anschlag kostete mindestens sechs Afghanen das Leben, √ľber 120 Menschen im Umfeld des Generalkonsulats wurden verletzt.



Landesspezifische Sicherheitshinweise ‚Äď Reisewarnung

Vor Reisen nach Afghanistan wird gewarnt.

Wer dennoch reist, muss sich der Gef√§hrdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte einschlie√ülich Entf√ľhrungen bewusst sein. Auch bei von professionellen Reiseveranstaltern organisierte Einzel- oder Gruppenreisen besteht unverminderte Gefahr, Opfer einer Gewalttat oder einer Entf√ľhrung zu werden.

F√ľr zwingend notwendige Reisen nach Afghanistan gilt: Der Aufenthalt in weiten Teilen des Landes bleibt gef√§hrlich. Jeder l√§ngerfristige Aufenthalt ist mit zus√§tzlichen Risiken behaftet. Bereits bei der Planung des Aufenthaltes sollten die Sicherheitslage und die daraus resultierenden Bewegungseinschr√§nkungen beachtet werden. Zudem sollte der Aufenthalt auf der Basis eines tragf√§higen professionellen Sicherheitskonzepts durchgef√ľhrt werden.

Es wird dringend dazu geraten, sich bei Reisen nach Afghanistan schon vor Abreise in die Krisenvorsorgeliste einzutragen.

Sicherheitslage
Wegen immer wieder und in vielen Landesteilen aufflammender K√§mpfe zwischen afghanischen Sicherheitskr√§ften und vor allem den Taliban, aber auch dem regionalen Ableger des sogenannten Islamischen Staats, ist die Sicherheitslage in gro√üen Teilen des Landes un√ľbersichtlich und nicht vorhersehbar. Reisende k√∂nnen daher jederzeit und ohne selbst beteiligt zu sein in lebensbedrohende Situationen geraten. Au√üerdem kann es landesweit zu Attentaten, √úberf√§llen, Entf√ľhrungen und anderen Gewaltverbrechen kommen.

Entf√ľhrungen
Immer wieder kommt es in Afghanistan zu Entf√ľhrungen ausl√§ndischer Staatsangeh√∂riger. Auch deutsche Staatsangeh√∂rige waren bereits betroffen. In ganz Afghanistan, auch in den St√§dten sowie in der Hauptstadt Kabul, besteht f√ľr Deutsche ein hohes Risiko, Opfer einer Entf√ľhrung oder eines Gewaltverbrechens zu werden. Allen Deutschen vor Ort wird zu gr√∂√ütm√∂glicher Vorsicht geraten. Es wird insbesondere davor gewarnt, an ungesicherten Orten zu √ľbernachten.

√úberlandfahrten
Von √úberlandfahrten wird dringend abgeraten. Wo solche zwingend stattfinden m√ľssen, sollten sie auch in vergleichsweise ruhigeren Landesteilen nur im Konvoi, nach M√∂glichkeit bewacht und mit professioneller Begleitung durchgef√ľhrt werden. Die Sicherheitslage auf der Strecke muss zeitnah zur Fahrt sorgf√§ltig abgekl√§rt werden.

Minengefahr
Afghanistan ist seit vielen Jahren Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen und gilt als eines der Länder mit hoher Gefährdung durch Landminen. Wanderungen und Überlandfahrten, insbesondere abseits befestigter Straßen, können daher lebensgefährlich sein und sollten dringend unterbleiben.
 

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt.

Konsularische Unterst√ľtzung f√ľr Deutsche kann nur in begrenztem Rahmen sowie ausschlie√ülich in der Hauptstadt Kabul durch die deutsche Botschaft geleistet werden. Im Regelfall ist eine Terminvereinbarung erforderlich.
Aufgrund der Sicherheitslage und der eingeschr√§nkten Bewegungs- und Kommunikationsm√∂glichkeiten ist es schwierig und gegebenenfalls unm√∂glich, vor Ort Hilfe f√ľr Deutsche in Not zu leisten.
 



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt.

F√ľr Reisen nach Afghanistan wird ein Reisepass ben√∂tigt und es besteht Visumpflicht. Visa m√ľssen vor der Einreise bei einer afghanischen Auslandsvertretung wie der Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan beantragt werden.

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan.



Besondere Zollvorschriften

Dem Ausw√§rtigen Amt liegen keine Hinweise auf besondere Zollvorschriften vor. Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie direkt bei der Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden. Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Bestimmungen

Die afghanischen Rechtsvorschriften gelten f√ľr alle sich in Afghanistan aufhaltenden Personen, unabh√§ngig von ihrer Religion.
Alkoholverkauf und Alkoholgenuss sind untersagt und stehen unter Strafe.

Homosexualit√§t und Transsexualit√§t sind gesellschaftlich ge√§chtet. Gleichgeschlechtliche und transsexuelle Handlungen sind durch Bestimmungen des afghanischen Rechts unter Strafe gestellt. √úber die Durchf√ľhrung von Strafverfahren wegen homosexueller und transsexueller Handlungen liegen keine Erkenntnisse vor. Heterosexuelle Handlungen au√üerhalb der Ehe sind ebenfalls strafbar.

Fotografieren von √∂ffentlichen Einrichtungen, Milit√§rgel√§nden, Flugh√§fen und H√§fen, Sicherheits- und Regierungsfahrzeugen, Polizisten und Sicherheitskr√§ften ist verboten und kann als Straftatbestand der Spionage gewertet und mit entsprechend langen Freiheitsstrafen belegt werden. Das Fotografierverbot gilt auch f√ľr Botschaftsgeb√§ude.



Medizinische Hinweise

Vor Reisen nach Afghanistan wird gewarnt.
Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notfällen oder Unfällen, kann im weiteren Landesteilen, insbesondere auch außerhalb der Hauptstadt Kabul, nicht gewährleistet werden.
Sollten dennoch Reisen nach Afghanistan unternommen werden, gelten folgende Empfehlungen:

Impfschutz
Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt die Standardimpfungen gem√§√ü dem aktuellen Impfkalender f√ľr Kinder und Erwachsene des Robert-Koch-Institutes (siehe: www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls zu vervollst√§ndigen. ¬†Dazu geh√∂ren f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und ggfs. Polio (Kinderl√§hmung), Masern, Mumps und R√∂teln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.

Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und gegen Polio (Kinderl√§hmung) empfohlen, falls die letzte Polio-Impfung mehr als 10 Jahre zur√ľck liegt; ¬†bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gef√§hrdung dar√ľber hinaus auch Impfungen gegen Typhus, Hepatitis B, Meningokokken und Tollwut.

Eine g√ľltige Impfung gegen Gelbfieber wird nur f√ľr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie- Gebiet gefordert (siehe http://ift.tt/XegSoK). Bei direkter Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.

Malaria
Die √úbertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles-M√ľcken. Unbehandelt verl√§uft insbesondere die gef√§hrliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen Europ√§ern h√§ufig t√∂dlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen nach dem Aufenthalt in Endemiegebieten ausbrechen. Die Beschwerden bei einer Malaria (Fieber, Sch√ľttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, u. a.) sind meist uncharakteristisch und von einer Grippe oder einer √§hnlichen Erkrankung nicht zu unterscheiden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung kann auch die Malaria tropica zuverl√§ssig behandelt werden, ohne dass es zu bleibenden Sch√§den oder Beschwerden kommt.

In den Monaten von April bis November besteht landesweit, au√üer in H√∂henlagen √ľber ca. 1800 Metern, ein √úbertragungsrisiko f√ľr Malariaerkrankungen. Dabei handelt es sich vor allem im Norden des Landes √ľberwiegend um die nur selten lebensbedrohliche, durch Plasmodium vivax verursachte, Malaria tertiana. Im S√ľden Afghanistans muss in circa 10-20% aller F√§lle mit der Malaria tropica gerechnet werden.

Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malariaerkrankung. Ein ausreichender Schutz vor Stechm√ľcken (Expositionsprophylaxe), insbesondere w√§hrend der D√§mmerung und nachts, ist der wichtigste Schutz vor einer Malariaerkrankung.

  • das Tragen langer, heller und gegen Insekten impr√§gnierter Bekleidung im Freien,
  • das konsequente Einreiben aller Hautfl√§chen mit einem geeigneten Repellent und
  • das Benutzen impr√§gnierter Moskitonetze w√§hrend der Nacht oder
  • der Aufenthalt in vor M√ľcken gesch√ľtzten R√§umen (Fliegengitter, Klimaanlagen)

vermindern das Risiko einer √úbertragung deutlich und sch√ľtzen auch vor seltenen Erkrankungen wie Phlebotomen-Fieber, (durch Stechm√ľcken √ľbertragen), Krim-Kongo-H√§morrhagischem Fieber und R√ľckfall-Fieber (beide durch Zecken √ľbertragen).

Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird im Allgemeinen nicht empfohlen (www.dtg.org ), kann aber gegebenenfalls in Einzelf√§llen und nach R√ľcksprache mit einem Tropenmediziner sinnvoll sein. Aufgrund der unsicheren Versorgungslage mit zuverl√§ssigen Medikamenten wird das Mitf√ľhren eines verschreibungspflichtigen Malariamittels zur so genannten Notfalltherapie empfohlen. Die individuelle Auswahl der Medikamente und m√∂gliche Nebenwirkungen beziehungsweise Unvertr√§glichkeiten mit anderen Medikamenten, m√ľssen entsprechend dem Reiseverlauf und pers√∂nlichen Umst√§nden mit einem Tropen- oder Reisemediziner vor Ausreise besprochen werden. Beim Auftreten von Fieber nach einem Aufenthalt in Afghanistan ist eine umgehende Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet immer notwendig.

Polio (Kinderlähmung)
Afghanistan gehört zu den wenigen Ländern weltweit, in denen noch Erkrankungen durch Polioviren gemeldet werden. Die Übertragung erfolgt durch fäkal verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Ein ausreichender Impfschutz wird dringend empfohlen. Der Polioimpfschutz ist nach einer Grundimmunisierung (zweimalige Injektion von Polio-Impfstoff  IPV) regulär zehn Jahre lang wirksam und sollte dann aufgefrischt werden.
Bei Ausreise aus Afghanistan und Einreise in ein Drittland, z.B. nach Indien, kann es sein, dass der Impfschutz gegen Polio (Kinderlähmung) aufgrund örtlicher Vorschriften bei allen Reisenden kontrolliert wird.

Durchfall- und Darmerkrankungen
H√§usliche und gewerbliche Abw√§sser werden im Allgemeinen unbehandelt √ľber offene Kan√§le in Oberfl√§chengew√§sser entsorgt. Diese sind daher meist stark mit f√§kalen Keimen und chemischen Schadstoffen kontaminiert, auch wenn sie in der landwirtschaftlichen Produktion verwendet werden. Durchfallerkrankungen sind √ľberall im Land ganzj√§hrig h√§ufig. Leitungswasser, auch in den St√§dten, hat keinesfalls Trinkwasserqualit√§t. Es wird empfohlen, nur originalverpacktes Trinkwasser in Flaschen zu konsumieren. F√ľr das Waschen von Obst und Gem√ľse oder zum Z√§hneputzen sollte ebenfalls nur Trinkwasser verwendet werden. Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungesch√§lter Produkte muss verzichtet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut durchgebraten worden sein. Das Infektionsrisiko f√ľr Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Am√∂ben, Lamblien und Wurmerkrankungen besteht landesweit. Allgemeine Hygienema√ünahmen wie regelm√§√üiges H√§ndewaschen oder Desinfektion der H√§nde nach dem Toilettengang und vor dem Essen sowie das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln, k√∂nnen die Gefahr einer Infektion verhindern.

Tollwut
Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelm√§√üig t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und √úbertragung einer Tollwut. Die notwendigen, medizinischen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in der Regel in Afghanistan nicht m√∂glich. Einen zuverl√§ssigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung vor einem Biss. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung f√ľr Reisen nach Afghanistan eine besondere Bedeutung zu. Sie sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen sein. Die auch nach einem Biss notwendige, unverz√ľgliche ‚ÄěAuffrischung‚Äú kann ggf. in einem Sanit√§tsposten der internationalen Truppen erfolgen.

Leishmaniose
Insbesondere die Haut-Leishmaniose (eine von Sandfliegen √ľbertragene, parasit√§re Erkrankung mit Hautver√§nderungen, die meist erst Wochen bis Monate nach dem Stich auftreten) ist in l√§ndlichen Gegenden weit verbreitet. Ma√ünahmen f√ľr einen zuverl√§ssigen M√ľckenschutz sollten deshalb dringend beachtet werden. Bei nicht heilenden Hautgeschw√ľren nach einem Aufenthalt in Afghanistan muss an die M√∂glichkeit einer Haut Leishmaniose gedacht werden.

Tuberkulose
Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich h√§ufiger als in Mitteleuropa vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen ist insbesondere die Gefahr einer resistenten Tuberkulose hoch. Das Tragen eines chirurgischen Mundschutzes sch√ľtzt nicht vor einer Ansteckung!

HIV/AIDS/Geschlechtskrankheiten
Durch sexuelle Kontakte, bei intraven√∂sem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen) und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis-B-Infektion. Landesweit wird eine hohe Durchseuchung der Bev√∂lkerung mit Hepatitis B beobachtet.

Grippe (Saisonale Influenza)
Die saisonalen Influenzaviren, einschlie√ülich der Influenza A/H1N1 (‚ÄěSchweinegrippe‚Äú), zirkulieren in Afghanistan in den Wintermonaten. Genauere Angaben zu den Erkrankungszahlen sind nicht bekannt. Ein Impfschutz empfiehlt sich bei den vom Robert-Koch-Institut angesprochenen Risikogruppen (siehe: www.rki.de).

Geographisch und klimatisch bedingte Erkrankungen
In den Sommermonaten kann es zu einer hohen Belastung der Luft durch Staub kommen. Besonders in den westlichen Landesteilen treten dann h√§ufig auch hei√üe Staubst√ľrme (‚ÄěShomal‚Äú) auf. Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD k√∂nnen sich dadurch erheblich verschlechtern. Auch die Augen sollten entsprechend gesch√ľtzt werden.

Die H√∂henkrankheit ist eine durch taktische Fehler bei der notwendigen H√∂henanpassung √ľber 2.300 m (z.B. durch zu raschen Aufstieg und √úberanstrengung) ausgel√∂ste, potentiell sehr gef√§hrliche Funktionsst√∂rung von Lunge und Gehirn. Erkranken k√∂nnen besonders auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, sowie Reisende, die bereits fr√ľher gro√üe H√∂hen und rasche Aufstiege ohne Probleme bew√§ltigt haben.

Vor Reisen in gro√üe H√∂hen (√ľber 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endg√ľltigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen h√∂henmedizinisch erfahrenen Arzt. Vor der Einnahme von Medikamenten zur Vorbeugung oder Behandlung der H√∂henkrankheit ohne Anweisung durch einen Arzt oder erfahrenen Bergf√ľhrer wird dringend gewarnt. Zivile Luftrettungsunternehmen f√ľr die Rettung aus Bergnot gibt es in Afghanistan nicht.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme K√§lte und unwegsames oder unbekanntes Gel√§nde bergen weitere Risiken f√ľr den Reisenden in gro√üer H√∂he. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschl√§ge kann es an gef√§hrdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Bergh√§ngen kommen.

Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend, eine Notfallversorgung mit funktionierender Rettungskette meist nicht existent. Auch in Kabul entspricht die medizinische Versorgung nicht immer europäischem Standard.

Die deutsche Botschaft in Kabul verf√ľgt zwar f√ľr dringende Notf√§lle √ľber eine Adressenliste von √Ąrzten in der Stadt, die aber aufgrund der Sicherheitslage besonders nachts nicht immer erreicht werden k√∂nnen.

Bei schweren Erkrankungen oder Verletzungen kann in Einzelf√§llen, soweit lokal vorhanden, ggf. eine erste Versorgung in einer Sanit√§tseinheit oder einem Feldlazarett der NATO-Truppen erfolgen. Da diese Einheiten jedoch in erster Linie f√ľr die Truppenangeh√∂rigen gedacht sind, sollte bei schweren Erkrankungen generell eine medizinische Evakuierung, zum Beispiel nach Indien oder nach Dubai, erwogen werden. Ein ausreichender und g√ľltiger Krankenversicherungsschutz einschlie√ülich einer Reiser√ľckholversicherung ist zwingend notwendig.

Die Versorgung mit zuverl√§ssigen Medikamenten und eine ununterbrochene K√ľhlkette sind h√§ufig nicht gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auf dem Land auch gef√§lschte Produkte statt ordnungsgem√§√ü zugelassener Medikamente verkauft werden. Reisende sollten regelm√§√üig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Afghanistan mitbringen und sich f√ľr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegen h√§ufig eingesetzte Antibiotika auf.

Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird dringend empfohlen (www.dtg.org oder www.frm-web.de). Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des hohen gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Afghanistan bewusst sein.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2rLBRQc

Afghanistan

Afghanistan: Reisewarnung

Stand 22.05.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 22.05.2017)

 

Letzte √Ąnderungen:
Aktuelle Hinweise 


 

Aktuelle Hinweise 

Bombenanschl√§ge, bewaffnete √úberf√§lle und Entf√ľhrungen geh√∂ren seit Jahren in allen Teilen von Afghanistan zum Angriffsspektrum der regierungsfeindlichen Kr√§fte. Sie richten sich auch gegen die Verb√ľndeten der afghanischen Regierung, darunter Deutschland, und deren Staatsangeh√∂rige.

¬†So fanden auch in den letzten Monaten mehrere schwere Anschl√§ge mit zahlreichen Opfern statt, darunter ein Anschlag auf eine Nicht-Regierungsorganisation, dem eine deutsche Staatsangeh√∂rige zum Opfer fiel. Das deutsche Generalkonsulat in Masar-e-Scharif, im Norden Afghanistans, wurde bei einem Angriff im November 2016 weitgehend zerst√∂rt. Dieser Anschlag kostete mindestens sechs Afghanen das Leben, √ľber 120 Menschen im Umfeld des Generalkonsulats wurden verletzt.



Landesspezifische Sicherheitshinweise ‚Äď Reisewarnung

Vor Reisen nach Afghanistan wird gewarnt.

Wer dennoch reist, muss sich der Gef√§hrdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte einschlie√ülich Entf√ľhrungen bewusst sein. Auch bei von professionellen Reiseveranstaltern organisierte Einzel- oder Gruppenreisen besteht unverminderte Gefahr, Opfer einer Gewalttat oder einer Entf√ľhrung zu werden.

F√ľr zwingend notwendige Reisen nach Afghanistan gilt: Der Aufenthalt in weiten Teilen des Landes bleibt gef√§hrlich. Jeder l√§ngerfristige Aufenthalt ist mit zus√§tzlichen Risiken behaftet. Bereits bei der Planung des Aufenthaltes sollten die Sicherheitslage und die daraus resultierenden Bewegungseinschr√§nkungen beachtet werden. Zudem sollte der Aufenthalt auf der Basis eines tragf√§higen professionellen Sicherheitskonzepts durchgef√ľhrt werden.

Es wird dringend dazu geraten, sich bei Reisen nach Afghanistan schon vor Abreise in die Krisenvorsorgeliste einzutragen.

Sicherheitslage
Wegen immer wieder und in vielen Landesteilen aufflammender K√§mpfe zwischen afghanischen Sicherheitskr√§ften und vor allem den Taliban, aber auch dem regionalen Ableger des sogenannten Islamischen Staats, ist die Sicherheitslage in gro√üen Teilen des Landes un√ľbersichtlich und nicht vorhersehbar. Reisende k√∂nnen daher jederzeit und ohne selbst beteiligt zu sein in lebensbedrohende Situationen geraten. Au√üerdem kann es landesweit zu Attentaten, √úberf√§llen, Entf√ľhrungen und anderen Gewaltverbrechen kommen.

Entf√ľhrungen
Immer wieder kommt es in Afghanistan zu Entf√ľhrungen ausl√§ndischer Staatsangeh√∂riger. Auch deutsche Staatsangeh√∂rige waren bereits betroffen. In ganz Afghanistan, auch in den St√§dten sowie in der Hauptstadt Kabul, besteht f√ľr Deutsche ein hohes Risiko, Opfer einer Entf√ľhrung oder eines Gewaltverbrechens zu werden. Allen Deutschen vor Ort wird zu gr√∂√ütm√∂glicher Vorsicht geraten. Es wird insbesondere davor gewarnt, an ungesicherten Orten zu √ľbernachten.

√úberlandfahrten
Von √úberlandfahrten wird dringend abgeraten. Wo solche zwingend stattfinden m√ľssen, sollten sie auch in vergleichsweise ruhigeren Landesteilen nur im Konvoi, nach M√∂glichkeit bewacht und mit professioneller Begleitung durchgef√ľhrt werden. Die Sicherheitslage auf der Strecke muss zeitnah zur Fahrt sorgf√§ltig abgekl√§rt werden.

Minengefahr
Afghanistan ist seit vielen Jahren Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen und gilt als eines der Länder mit hoher Gefährdung durch Landminen. Wanderungen und Überlandfahrten, insbesondere abseits befestigter Straßen, können daher lebensgefährlich sein und sollten dringend unterbleiben.
 

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt.

Konsularische Unterst√ľtzung f√ľr Deutsche kann nur in begrenztem Rahmen sowie ausschlie√ülich in der Hauptstadt Kabul durch die deutsche Botschaft geleistet werden. Im Regelfall ist eine Terminvereinbarung erforderlich.
Aufgrund der Sicherheitslage und der eingeschr√§nkten Bewegungs- und Kommunikationsm√∂glichkeiten ist es schwierig und gegebenenfalls unm√∂glich, vor Ort Hilfe f√ľr Deutsche in Not zu leisten.
 



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt.

F√ľr Reisen nach Afghanistan wird ein Reisepass ben√∂tigt und es besteht Visumpflicht. Visa m√ľssen vor der Einreise bei einer afghanischen Auslandsvertretung wie der Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan beantragt werden.

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan.



Besondere Zollvorschriften

Dem Ausw√§rtigen Amt liegen keine Hinweise auf besondere Zollvorschriften vor. Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie direkt bei der Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden. Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Bestimmungen

Die afghanischen Rechtsvorschriften gelten f√ľr alle sich in Afghanistan aufhaltenden Personen, unabh√§ngig von ihrer Religion.
Alkoholverkauf und Alkoholgenuss sind untersagt und stehen unter Strafe.

Homosexualit√§t und Transsexualit√§t sind gesellschaftlich ge√§chtet. Gleichgeschlechtliche und transsexuelle Handlungen sind durch Bestimmungen des afghanischen Rechts unter Strafe gestellt. √úber die Durchf√ľhrung von Strafverfahren wegen homosexueller und transsexueller Handlungen liegen keine Erkenntnisse vor. Heterosexuelle Handlungen au√üerhalb der Ehe sind ebenfalls strafbar.

Fotografieren von √∂ffentlichen Einrichtungen, Milit√§rgel√§nden, Flugh√§fen und H√§fen, Sicherheits- und Regierungsfahrzeugen, Polizisten und Sicherheitskr√§ften ist verboten und kann als Straftatbestand der Spionage gewertet und mit entsprechend langen Freiheitsstrafen belegt werden. Das Fotografierverbot gilt auch f√ľr Botschaftsgeb√§ude.

 



Medizinische Hinweise

Vor Reisen nach Afghanistan wird gewarnt.
Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notfällen oder Unfällen, kann im weiteren Landesteilen, insbesondere auch außerhalb der Hauptstadt Kabul, nicht gewährleistet werden.
Sollten dennoch Reisen nach Afghanistan unternommen werden, gelten folgende Empfehlungen:

Impfschutz
Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt die Standardimpfungen gem√§√ü dem aktuellen Impfkalender f√ľr Kinder und Erwachsene des Robert-Koch-Institutes (siehe: www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls zu vervollst√§ndigen. ¬†Dazu geh√∂ren f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und ggfs. Polio (Kinderl√§hmung), Masern, Mumps und R√∂teln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.

Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und gegen Polio (Kinderl√§hmung) empfohlen, falls die letzte Polio-Impfung mehr als 10 Jahre zur√ľck liegt; ¬†bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gef√§hrdung dar√ľber hinaus auch Impfungen gegen Typhus, Hepatitis B, Meningokokken und Tollwut.

Eine g√ľltige Impfung gegen Gelbfieber wird nur f√ľr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie- Gebiet gefordert (siehe http://ift.tt/XegSoK). Bei direkter Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.

Malaria
Die √úbertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles-M√ľcken. Unbehandelt verl√§uft insbesondere die gef√§hrliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen Europ√§ern h√§ufig t√∂dlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen nach dem Aufenthalt in Endemiegebieten ausbrechen. Die Beschwerden bei einer Malaria (Fieber, Sch√ľttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, u. a.) sind meist uncharakteristisch und von einer Grippe oder einer √§hnlichen Erkrankung nicht zu unterscheiden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung kann auch die Malaria tropica zuverl√§ssig behandelt werden, ohne dass es zu bleibenden Sch√§den oder Beschwerden kommt.

In den Monaten von April bis November besteht landesweit, au√üer in H√∂henlagen √ľber ca. 1800 Metern, ein √úbertragungsrisiko f√ľr Malariaerkrankungen. Dabei handelt es sich vor allem im Norden des Landes √ľberwiegend um die nur selten lebensbedrohliche, durch Plasmodium vivax verursachte, Malaria tertiana. Im S√ľden Afghanistans muss in circa 10-20% aller F√§lle mit der Malaria tropica gerechnet werden.

Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malariaerkrankung. Ein ausreichender Schutz vor Stechm√ľcken (Expositionsprophylaxe), insbesondere w√§hrend der D√§mmerung und nachts, ist der wichtigste Schutz vor einer Malariaerkrankung.

  • das Tragen langer, heller und gegen Insekten impr√§gnierter Bekleidung im Freien,
  • das konsequente Einreiben aller Hautfl√§chen mit einem geeigneten Repellent und
  • das Benutzen impr√§gnierter Moskitonetze w√§hrend der Nacht oder
  • der Aufenthalt in vor M√ľcken gesch√ľtzten R√§umen (Fliegengitter, Klimaanlagen)

vermindern das Risiko einer √úbertragung deutlich und sch√ľtzen auch vor seltenen Erkrankungen wie Phlebotomen-Fieber, (durch Stechm√ľcken √ľbertragen), Krim-Kongo-H√§morrhagischem Fieber und R√ľckfall-Fieber (beide durch Zecken √ľbertragen).

Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird im Allgemeinen nicht empfohlen (www.dtg.org ), kann aber gegebenenfalls in Einzelf√§llen und nach R√ľcksprache mit einem Tropenmediziner sinnvoll sein. Aufgrund der unsicheren Versorgungslage mit zuverl√§ssigen Medikamenten wird das Mitf√ľhren eines verschreibungspflichtigen Malariamittels zur so genannten Notfalltherapie empfohlen. Die individuelle Auswahl der Medikamente und m√∂gliche Nebenwirkungen beziehungsweise Unvertr√§glichkeiten mit anderen Medikamenten, m√ľssen entsprechend dem Reiseverlauf und pers√∂nlichen Umst√§nden mit einem Tropen- oder Reisemediziner vor Ausreise besprochen werden. Beim Auftreten von Fieber nach einem Aufenthalt in Afghanistan ist eine umgehende Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet immer notwendig.

Polio (Kinderlähmung)
Afghanistan gehört zu den wenigen Ländern weltweit, in denen noch Erkrankungen durch Polioviren gemeldet werden. Die Übertragung erfolgt durch fäkal verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Ein ausreichender Impfschutz wird dringend empfohlen. Der Polioimpfschutz ist nach einer Grundimmunisierung (zweimalige Injektion von Polio-Impfstoff  IPV) regulär zehn Jahre lang wirksam und sollte dann aufgefrischt werden.
Bei Ausreise aus Afghanistan und Einreise in ein Drittland, z.B. nach Indien, kann es sein, dass der Impfschutz gegen Polio (Kinderlähmung) aufgrund örtlicher Vorschriften bei allen Reisenden kontrolliert wird.

Durchfall- und Darmerkrankungen
H√§usliche und gewerbliche Abw√§sser werden im Allgemeinen unbehandelt √ľber offene Kan√§le in Oberfl√§chengew√§sser entsorgt. Diese sind daher meist stark mit f√§kalen Keimen und chemischen Schadstoffen kontaminiert, auch wenn sie in der landwirtschaftlichen Produktion verwendet werden. Durchfallerkrankungen sind √ľberall im Land ganzj√§hrig h√§ufig. Leitungswasser, auch in den St√§dten, hat keinesfalls Trinkwasserqualit√§t. Es wird empfohlen, nur originalverpacktes Trinkwasser in Flaschen zu konsumieren. F√ľr das Waschen von Obst und Gem√ľse oder zum Z√§hneputzen sollte ebenfalls nur Trinkwasser verwendet werden. Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungesch√§lter Produkte muss verzichtet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut durchgebraten worden sein. Das Infektionsrisiko f√ľr Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Am√∂ben, Lamblien und Wurmerkrankungen besteht landesweit. Allgemeine Hygienema√ünahmen wie regelm√§√üiges H√§ndewaschen oder Desinfektion der H√§nde nach dem Toilettengang und vor dem Essen sowie das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln, k√∂nnen die Gefahr einer Infektion verhindern.

Tollwut
Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelm√§√üig t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und √úbertragung einer Tollwut. Die notwendigen, medizinischen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in der Regel in Afghanistan nicht m√∂glich. Einen zuverl√§ssigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung vor einem Biss. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung f√ľr Reisen nach Afghanistan eine besondere Bedeutung zu. Sie sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen sein. Die auch nach einem Biss notwendige, unverz√ľgliche ‚ÄěAuffrischung‚Äú kann ggf. in einem Sanit√§tsposten der internationalen Truppen erfolgen.

Leishmaniose
Insbesondere die Haut-Leishmaniose (eine von Sandfliegen √ľbertragene, parasit√§re Erkrankung mit Hautver√§nderungen, die meist erst Wochen bis Monate nach dem Stich auftreten) ist in l√§ndlichen Gegenden weit verbreitet. Ma√ünahmen f√ľr einen zuverl√§ssigen M√ľckenschutz sollten deshalb dringend beachtet werden. Bei nicht heilenden Hautgeschw√ľren nach einem Aufenthalt in Afghanistan muss an die M√∂glichkeit einer Haut Leishmaniose gedacht werden.

Tuberkulose
Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich h√§ufiger als in Mitteleuropa vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen ist insbesondere die Gefahr einer resistenten Tuberkulose hoch. Das Tragen eines chirurgischen Mundschutzes sch√ľtzt nicht vor einer Ansteckung!

HIV/AIDS/Geschlechtskrankheiten
Durch sexuelle Kontakte, bei intraven√∂sem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen) und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis-B-Infektion. Landesweit wird eine hohe Durchseuchung der Bev√∂lkerung mit Hepatitis B beobachtet.

Grippe (Saisonale Influenza)
Die saisonalen Influenzaviren, einschlie√ülich der Influenza A/H1N1 (‚ÄěSchweinegrippe‚Äú), zirkulieren in Afghanistan in den Wintermonaten. Genauere Angaben zu den Erkrankungszahlen sind nicht bekannt. Ein Impfschutz empfiehlt sich bei den vom Robert-Koch-Institut angesprochenen Risikogruppen (siehe: www.rki.de).

Geographisch und klimatisch bedingte Erkrankungen
In den Sommermonaten kann es zu einer hohen Belastung der Luft durch Staub kommen. Besonders in den westlichen Landesteilen treten dann h√§ufig auch hei√üe Staubst√ľrme (‚ÄěShomal‚Äú) auf. Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD k√∂nnen sich dadurch erheblich verschlechtern. Auch die Augen sollten entsprechend gesch√ľtzt werden.

Die H√∂henkrankheit ist eine durch taktische Fehler bei der notwendigen H√∂henanpassung √ľber 2.300 m (z.B. durch zu raschen Aufstieg und √úberanstrengung) ausgel√∂ste, potentiell sehr gef√§hrliche Funktionsst√∂rung von Lunge und Gehirn. Erkranken k√∂nnen besonders auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, sowie Reisende, die bereits fr√ľher gro√üe H√∂hen und rasche Aufstiege ohne Probleme bew√§ltigt haben.

Vor Reisen in gro√üe H√∂hen (√ľber 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endg√ľltigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen h√∂henmedizinisch erfahrenen Arzt. Vor der Einnahme von Medikamenten zur Vorbeugung oder Behandlung der H√∂henkrankheit ohne Anweisung durch einen Arzt oder erfahrenen Bergf√ľhrer wird dringend gewarnt. Zivile Luftrettungsunternehmen f√ľr die Rettung aus Bergnot gibt es in Afghanistan nicht.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme K√§lte und unwegsames oder unbekanntes Gel√§nde bergen weitere Risiken f√ľr den Reisenden in gro√üer H√∂he. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschl√§ge kann es an gef√§hrdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Bergh√§ngen kommen.

Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend, eine Notfallversorgung mit funktionierender Rettungskette meist nicht existent. Auch in Kabul entspricht die medizinische Versorgung nicht immer europäischem Standard.

Die deutsche Botschaft in Kabul verf√ľgt zwar f√ľr dringende Notf√§lle √ľber eine Adressenliste von √Ąrzten in der Stadt, die aber aufgrund der Sicherheitslage besonders nachts nicht immer erreicht werden k√∂nnen.

Bei schweren Erkrankungen oder Verletzungen kann in Einzelf√§llen, soweit lokal vorhanden, ggf. eine erste Versorgung in einer Sanit√§tseinheit oder einem Feldlazarett der NATO-Truppen erfolgen. Da diese Einheiten jedoch in erster Linie f√ľr die Truppenangeh√∂rigen gedacht sind, sollte bei schweren Erkrankungen generell eine medizinische Evakuierung, zum Beispiel nach Indien oder nach Dubai, erwogen werden. Ein ausreichender und g√ľltiger Krankenversicherungsschutz einschlie√ülich einer Reiser√ľckholversicherung ist zwingend notwendig.

Die Versorgung mit zuverl√§ssigen Medikamenten und eine ununterbrochene K√ľhlkette sind h√§ufig nicht gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auf dem Land auch gef√§lschte Produkte statt ordnungsgem√§√ü zugelassener Medikamente verkauft werden. Reisende sollten regelm√§√üig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Afghanistan mitbringen und sich f√ľr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegen h√§ufig eingesetzte Antibiotika auf.

Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird dringend empfohlen (www.dtg.org oder www.frm-web.de). Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des hohen gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Afghanistan bewusst sein.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2rIl9lc

from National Geographic News mehr auf http://ift.tt/2r7PRY3

Afghanistan

Afghanistan: Reisewarnung

Stand 19.05.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 19.05.2017)

 

Letzte √Ąnderungen:
Aktuelle Hinweise
Landesspezifische Sicherheitshinweise
Allgemeine Reiseinformationen
Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige
Besondere Zollvorschriften
Besondere strafrechtliche Bestimmungen 


 

Aktuelle Hinweise 

Bombenanschl√§ge, bewaffnete √úberf√§lle und Entf√ľhrungen geh√∂ren seit Jahren in allen Teilen von Afghanistan zum Angriffsspektrum der regierungsfeindlichen Kr√§fte. Sie richten sich auch gegen die Verb√ľndeten der afghanischen Regierung, darunter Deutschland, und deren Staatsangeh√∂rige.
In den letzten Monaten kam es u.a. zu folgenden Anschlägen:

Am 21. April 2017 fand ein Angriff auf das afghanische Armeelager ‚ÄěCamp Shaheen‚Äú in Masar-e Scharif statt; Opferzahlen sind noch nicht abschlie√üend gekl√§rt; bislang wird von √ľber 140 Toten und vielen Verletzten ausgegangen.

Am 8. M√§rz 2017 ver√ľbte die Terrorgruppe ISIS einen schweren Anschlag auf das Milit√§rkrankenhaus in Kabul, bei dem Dutzende Menschen ums Leben kamen.

Bei zwei offenbar koordinierten Anschlägen in der Nähe des afghanischen Parlaments sind am 10. Januar 2017 mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die Taliban haben sich zur Tat bekannt. Am gleichen Tag fand ein Anschlag auf den Gouverneur der afghanischen Provinz Kandahar statt. Unter den Opfern befanden sich auch Diplomaten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Am 10. November 2016 wurde das deutsche Generalkonsulat in Masar-e Scharif im Norden Afghanistans angegriffen und weitgehend zerst√∂rt; die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. Der Anschlag kostete mindestens sechs Afghanen das Leben, √ľber 120 Menschen im Umfeld des Generalkonsulats wurden verletzt.



Landesspezifische Sicherheitshinweise ‚Äď Reisewarnung

Vor Reisen nach Afghanistan wird gewarnt.

Wer dennoch reist, muss sich der Gef√§hrdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte einschlie√ülich Entf√ľhrungen bewusst sein. Auch bei von professionellen Reiseveranstaltern organisierte Einzel- oder Gruppenreisen besteht unverminderte Gefahr, Opfer einer Gewalttat oder einer Entf√ľhrung zu werden.

F√ľr zwingend notwendige Reisen nach Afghanistan gilt: Der Aufenthalt in weiten Teilen des Landes bleibt gef√§hrlich. Jeder l√§ngerfristige Aufenthalt ist mit zus√§tzlichen Risiken behaftet. Bereits bei der Planung des Aufenthaltes sollten die Sicherheitslage und die daraus resultierenden Bewegungseinschr√§nkungen beachtet werden. Zudem sollte der Aufenthalt auf der Basis eines tragf√§higen professionellen Sicherheitskonzepts durchgef√ľhrt werden.

Es wird dringend dazu geraten, sich bei Reisen nach Afghanistan schon vor Abreise in die Krisenvorsorgeliste einzutragen.

Sicherheitslage
Wegen immer wieder und in vielen Landesteilen aufflammender K√§mpfe zwischen afghanischen Sicherheitskr√§ften und vor allem den Taliban, aber auch dem regionalen Ableger des sogenannten Islamischen Staats, ist die Sicherheitslage in gro√üen Teilen des Landes un√ľbersichtlich und nicht vorhersehbar. Reisende k√∂nnen daher jederzeit und ohne selbst beteiligt zu sein in lebensbedrohende Situationen geraten. Au√üerdem kann es landesweit zu Attentaten, √úberf√§llen, Entf√ľhrungen und anderen Gewaltverbrechen kommen.

Entf√ľhrungen
Immer wieder kommt es in Afghanistan zu Entf√ľhrungen ausl√§ndischer Staatsangeh√∂riger. Auch deutsche Staatsangeh√∂rige waren bereits betroffen. In ganz Afghanistan, auch in den St√§dten sowie in der Hauptstadt Kabul, besteht f√ľr Deutsche ein hohes Risiko, Opfer einer Entf√ľhrung oder eines Gewaltverbrechens zu werden. Allen Deutschen vor Ort wird zu gr√∂√ütm√∂glicher Vorsicht geraten. Es wird insbesondere davor gewarnt, an ungesicherten Orten zu √ľbernachten.

√úberlandfahrten
Von √úberlandfahrten wird dringend abgeraten. Wo solche zwingend stattfinden m√ľssen, sollten sie auch in vergleichsweise ruhigeren Landesteilen nur im Konvoi, nach M√∂glichkeit bewacht und mit professioneller Begleitung durchgef√ľhrt werden. Die Sicherheitslage auf der Strecke muss zeitnah zur Fahrt sorgf√§ltig abgekl√§rt werden.

Minengefahr
Afghanistan ist seit vielen Jahren Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen und gilt als eines der Länder mit hoher Gefährdung durch Landminen. Wanderungen und Überlandfahrten, insbesondere abseits befestigter Straßen, können daher lebensgefährlich sein und sollten dringend unterbleiben.
 

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt.

Konsularische Unterst√ľtzung f√ľr Deutsche kann nur in begrenztem Rahmen sowie ausschlie√ülich in der Hauptstadt Kabul durch die deutsche Botschaft geleistet werden. Im Regelfall ist eine Terminvereinbarung erforderlich.
Aufgrund der Sicherheitslage und der eingeschr√§nkten Bewegungs- und Kommunikationsm√∂glichkeiten ist es schwierig und gegebenenfalls unm√∂glich, vor Ort Hilfe f√ľr Deutsche in Not zu leisten.
 



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt.

F√ľr Reisen nach Afghanistan wird ein Reisepass ben√∂tigt und es besteht Visumpflicht. Visa m√ľssen vor der Einreise bei einer afghanischen Auslandsvertretung wie der Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan beantragt werden.

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan.



Besondere Zollvorschriften

Dem Ausw√§rtigen Amt liegen keine Hinweise auf besondere Zollvorschriften vor. Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie direkt bei der Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden. Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Bestimmungen

Die afghanischen Rechtsvorschriften gelten f√ľr alle sich in Afghanistan aufhaltenden Personen, unabh√§ngig von ihrer Religion.
Alkoholverkauf und Alkoholgenuss sind untersagt und stehen unter Strafe.

Homosexualit√§t und Transsexualit√§t sind gesellschaftlich ge√§chtet. Gleichgeschlechtliche und transsexuelle Handlungen sind durch Bestimmungen des afghanischen Rechts unter Strafe gestellt. √úber die Durchf√ľhrung von Strafverfahren wegen homosexueller und transsexueller Handlungen liegen keine Erkenntnisse vor. Heterosexuelle Handlungen au√üerhalb der Ehe sind ebenfalls strafbar.

Fotografieren von √∂ffentlichen Einrichtungen, Milit√§rgel√§nden, Flugh√§fen und H√§fen, Sicherheits- und Regierungsfahrzeugen, Polizisten und Sicherheitskr√§ften ist verboten und kann als Straftatbestand der Spionage gewertet und mit entsprechend langen Freiheitsstrafen belegt werden. Das Fotografierverbot gilt auch f√ľr Botschaftsgeb√§ude.

 



Medizinische Hinweise

Vor Reisen nach Afghanistan wird gewarnt.
Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notfällen oder Unfällen, kann im weiteren Landesteilen, insbesondere auch außerhalb der Hauptstadt Kabul, nicht gewährleistet werden.
Sollten dennoch Reisen nach Afghanistan unternommen werden, gelten folgende Empfehlungen:

Impfschutz
Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt die Standardimpfungen gem√§√ü dem aktuellen Impfkalender f√ľr Kinder und Erwachsene des Robert-Koch-Institutes (siehe: www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls zu vervollst√§ndigen. ¬†Dazu geh√∂ren f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und ggfs. Polio (Kinderl√§hmung), Masern, Mumps und R√∂teln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.

Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und gegen Polio (Kinderl√§hmung) empfohlen, falls die letzte Polio-Impfung mehr als 10 Jahre zur√ľck liegt; ¬†bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gef√§hrdung dar√ľber hinaus auch Impfungen gegen Typhus, Hepatitis B, Meningokokken und Tollwut.

Eine g√ľltige Impfung gegen Gelbfieber wird nur f√ľr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie- Gebiet gefordert (siehe http://ift.tt/XegSoK). Bei direkter Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.

Malaria
Die √úbertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles-M√ľcken. Unbehandelt verl√§uft insbesondere die gef√§hrliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen Europ√§ern h√§ufig t√∂dlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen nach dem Aufenthalt in Endemiegebieten ausbrechen. Die Beschwerden bei einer Malaria (Fieber, Sch√ľttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, u. a.) sind meist uncharakteristisch und von einer Grippe oder einer √§hnlichen Erkrankung nicht zu unterscheiden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung kann auch die Malaria tropica zuverl√§ssig behandelt werden, ohne dass es zu bleibenden Sch√§den oder Beschwerden kommt.

In den Monaten von April bis November besteht landesweit, au√üer in H√∂henlagen √ľber ca. 1800 Metern, ein √úbertragungsrisiko f√ľr Malariaerkrankungen. Dabei handelt es sich vor allem im Norden des Landes √ľberwiegend um die nur selten lebensbedrohliche, durch Plasmodium vivax verursachte, Malaria tertiana. Im S√ľden Afghanistans muss in circa 10-20% aller F√§lle mit der Malaria tropica gerechnet werden.

Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malariaerkrankung. Ein ausreichender Schutz vor Stechm√ľcken (Expositionsprophylaxe), insbesondere w√§hrend der D√§mmerung und nachts, ist der wichtigste Schutz vor einer Malariaerkrankung.

  • das Tragen langer, heller und gegen Insekten impr√§gnierter Bekleidung im Freien,
  • das konsequente Einreiben aller Hautfl√§chen mit einem geeigneten Repellent und
  • das Benutzen impr√§gnierter Moskitonetze w√§hrend der Nacht oder
  • der Aufenthalt in vor M√ľcken gesch√ľtzten R√§umen (Fliegengitter, Klimaanlagen)

vermindern das Risiko einer √úbertragung deutlich und sch√ľtzen auch vor seltenen Erkrankungen wie Phlebotomen-Fieber, (durch Stechm√ľcken √ľbertragen), Krim-Kongo-H√§morrhagischem Fieber und R√ľckfall-Fieber (beide durch Zecken √ľbertragen).

Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird im Allgemeinen nicht empfohlen (www.dtg.org ), kann aber gegebenenfalls in Einzelf√§llen und nach R√ľcksprache mit einem Tropenmediziner sinnvoll sein. Aufgrund der unsicheren Versorgungslage mit zuverl√§ssigen Medikamenten wird das Mitf√ľhren eines verschreibungspflichtigen Malariamittels zur so genannten Notfalltherapie empfohlen. Die individuelle Auswahl der Medikamente und m√∂gliche Nebenwirkungen beziehungsweise Unvertr√§glichkeiten mit anderen Medikamenten, m√ľssen entsprechend dem Reiseverlauf und pers√∂nlichen Umst√§nden mit einem Tropen- oder Reisemediziner vor Ausreise besprochen werden. Beim Auftreten von Fieber nach einem Aufenthalt in Afghanistan ist eine umgehende Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet immer notwendig.

Polio (Kinderlähmung)
Afghanistan gehört zu den wenigen Ländern weltweit, in denen noch Erkrankungen durch Polioviren gemeldet werden. Die Übertragung erfolgt durch fäkal verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Ein ausreichender Impfschutz wird dringend empfohlen. Der Polioimpfschutz ist nach einer Grundimmunisierung (zweimalige Injektion von Polio-Impfstoff  IPV) regulär zehn Jahre lang wirksam und sollte dann aufgefrischt werden.
Bei Ausreise aus Afghanistan und Einreise in ein Drittland, z.B. nach Indien, kann es sein, dass der Impfschutz gegen Polio (Kinderlähmung) aufgrund örtlicher Vorschriften bei allen Reisenden kontrolliert wird.

Durchfall- und Darmerkrankungen
H√§usliche und gewerbliche Abw√§sser werden im Allgemeinen unbehandelt √ľber offene Kan√§le in Oberfl√§chengew√§sser entsorgt. Diese sind daher meist stark mit f√§kalen Keimen und chemischen Schadstoffen kontaminiert, auch wenn sie in der landwirtschaftlichen Produktion verwendet werden. Durchfallerkrankungen sind √ľberall im Land ganzj√§hrig h√§ufig. Leitungswasser, auch in den St√§dten, hat keinesfalls Trinkwasserqualit√§t. Es wird empfohlen, nur originalverpacktes Trinkwasser in Flaschen zu konsumieren. F√ľr das Waschen von Obst und Gem√ľse oder zum Z√§hneputzen sollte ebenfalls nur Trinkwasser verwendet werden. Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungesch√§lter Produkte muss verzichtet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut durchgebraten worden sein. Das Infektionsrisiko f√ľr Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Am√∂ben, Lamblien und Wurmerkrankungen besteht landesweit. Allgemeine Hygienema√ünahmen wie regelm√§√üiges H√§ndewaschen oder Desinfektion der H√§nde nach dem Toilettengang und vor dem Essen sowie das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln, k√∂nnen die Gefahr einer Infektion verhindern.

Tollwut
Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelm√§√üig t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und √úbertragung einer Tollwut. Die notwendigen, medizinischen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in der Regel in Afghanistan nicht m√∂glich. Einen zuverl√§ssigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung vor einem Biss. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung f√ľr Reisen nach Afghanistan eine besondere Bedeutung zu. Sie sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen sein. Die auch nach einem Biss notwendige, unverz√ľgliche ‚ÄěAuffrischung‚Äú kann ggf. in einem Sanit√§tsposten der internationalen Truppen erfolgen.

Leishmaniose
Insbesondere die Haut-Leishmaniose (eine von Sandfliegen √ľbertragene, parasit√§re Erkrankung mit Hautver√§nderungen, die meist erst Wochen bis Monate nach dem Stich auftreten) ist in l√§ndlichen Gegenden weit verbreitet. Ma√ünahmen f√ľr einen zuverl√§ssigen M√ľckenschutz sollten deshalb dringend beachtet werden. Bei nicht heilenden Hautgeschw√ľren nach einem Aufenthalt in Afghanistan muss an die M√∂glichkeit einer Haut Leishmaniose gedacht werden.

Tuberkulose
Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich h√§ufiger als in Mitteleuropa vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen ist insbesondere die Gefahr einer resistenten Tuberkulose hoch. Das Tragen eines chirurgischen Mundschutzes sch√ľtzt nicht vor einer Ansteckung!

HIV/AIDS/Geschlechtskrankheiten
Durch sexuelle Kontakte, bei intraven√∂sem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen) und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis-B-Infektion. Landesweit wird eine hohe Durchseuchung der Bev√∂lkerung mit Hepatitis B beobachtet.

Grippe (Saisonale Influenza)
Die saisonalen Influenzaviren, einschlie√ülich der Influenza A/H1N1 (‚ÄěSchweinegrippe‚Äú), zirkulieren in Afghanistan in den Wintermonaten. Genauere Angaben zu den Erkrankungszahlen sind nicht bekannt. Ein Impfschutz empfiehlt sich bei den vom Robert-Koch-Institut angesprochenen Risikogruppen (siehe: www.rki.de).

Geographisch und klimatisch bedingte Erkrankungen
In den Sommermonaten kann es zu einer hohen Belastung der Luft durch Staub kommen. Besonders in den westlichen Landesteilen treten dann h√§ufig auch hei√üe Staubst√ľrme (‚ÄěShomal‚Äú) auf. Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD k√∂nnen sich dadurch erheblich verschlechtern. Auch die Augen sollten entsprechend gesch√ľtzt werden.

Die H√∂henkrankheit ist eine durch taktische Fehler bei der notwendigen H√∂henanpassung √ľber 2.300 m (z.B. durch zu raschen Aufstieg und √úberanstrengung) ausgel√∂ste, potentiell sehr gef√§hrliche Funktionsst√∂rung von Lunge und Gehirn. Erkranken k√∂nnen besonders auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, sowie Reisende, die bereits fr√ľher gro√üe H√∂hen und rasche Aufstiege ohne Probleme bew√§ltigt haben.

Vor Reisen in gro√üe H√∂hen (√ľber 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endg√ľltigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen h√∂henmedizinisch erfahrenen Arzt. Vor der Einnahme von Medikamenten zur Vorbeugung oder Behandlung der H√∂henkrankheit ohne Anweisung durch einen Arzt oder erfahrenen Bergf√ľhrer wird dringend gewarnt. Zivile Luftrettungsunternehmen f√ľr die Rettung aus Bergnot gibt es in Afghanistan nicht.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme K√§lte und unwegsames oder unbekanntes Gel√§nde bergen weitere Risiken f√ľr den Reisenden in gro√üer H√∂he. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschl√§ge kann es an gef√§hrdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Bergh√§ngen kommen.

Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend, eine Notfallversorgung mit funktionierender Rettungskette meist nicht existent. Auch in Kabul entspricht die medizinische Versorgung nicht immer europäischem Standard.

Die deutsche Botschaft in Kabul verf√ľgt zwar f√ľr dringende Notf√§lle √ľber eine Adressenliste von √Ąrzten in der Stadt, die aber aufgrund der Sicherheitslage besonders nachts nicht immer erreicht werden k√∂nnen.

Bei schweren Erkrankungen oder Verletzungen kann in Einzelf√§llen, soweit lokal vorhanden, ggf. eine erste Versorgung in einer Sanit√§tseinheit oder einem Feldlazarett der NATO-Truppen erfolgen. Da diese Einheiten jedoch in erster Linie f√ľr die Truppenangeh√∂rigen gedacht sind, sollte bei schweren Erkrankungen generell eine medizinische Evakuierung, zum Beispiel nach Indien oder nach Dubai, erwogen werden. Ein ausreichender und g√ľltiger Krankenversicherungsschutz einschlie√ülich einer Reiser√ľckholversicherung ist zwingend notwendig.

Die Versorgung mit zuverl√§ssigen Medikamenten und eine ununterbrochene K√ľhlkette sind h√§ufig nicht gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auf dem Land auch gef√§lschte Produkte statt ordnungsgem√§√ü zugelassener Medikamente verkauft werden. Reisende sollten regelm√§√üig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Afghanistan mitbringen und sich f√ľr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegen h√§ufig eingesetzte Antibiotika auf.

Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird dringend empfohlen (www.dtg.org oder www.frm-web.de). Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des hohen gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Afghanistan bewusst sein.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2qEVmdS

Nepal

Nepal: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 17.05.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 17.05.2017)

Letzte √Ąnderungen:
Aktuelle Hinweise

Aktuelle Hinweise

Am 6. M√§rz 2017 kam es im Distrikt Saptari (√∂stliches Terai) zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten der United Democratic Madhesi Front (UDMF) und Sicherheitskr√§ften, die mehrere Todesopfer und zahlreiche Verletzte forderten. Die Sicherheitslage im Terai wird sich voraussichtlich im Hinblick auf die am 14. Mai und 14. Juni 2017 angek√ľndigten Lokalwahlen nicht entspannen und birgt weiteres Eskalationspotenzial. Gro√üfl√§chig angelegte Generalstreiks und auch gewaltt√§tige Protestaktionen sind nicht auszuschlie√üen. Bei Reisen in die √∂stlichen und westlichen Distrikte des Terai wird zu besonderer Vorsicht geraten. ¬†

Im Hinblick auf den zweiten Wahltag der Lokalwahlen am 14. Juni 2017 (Wahl in den Provinzen 1, 2, 5, und 7) kann es im Land zu Störungen kommen.
Reisenden wird an den Wahltagen und auch den Tagen davor und danach zu erhöhter Aufmerksamkeit geraten und empfohlen, größere Menschenansammlungen zu meiden.



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Bandhs/ Streiks
Grunds√§tzlich muss in Nepal jederzeit mit kurzfristig ausgerufenen ‚ÄěBandhs‚Äú (Zwangsstreiks jedweder Art), auch im Kathmandu-Tal, und Blockaden/Stra√üensperren gerechnet werden; manchmal werden diese auch gewaltsam durchgesetzt. Letzteres gilt auch f√ľr sog. Transportstreiks. Nach den bisherigen Erfahrungen k√∂nnen diese Protestaktionen das √∂ffentliche Leben empfindlich st√∂ren bzw. l√§hmen und zu gewaltt√§tigen Auseinandersetzungen mit Gefahr f√ľr Leib und Leben f√ľhren.

Sofern es die Sicherheitslage zul√§sst, bem√ľht sich das Nepal Tourism Board Shuttle-Busse zum Flughafen zu betreiben. N√§here Informationen dazu gibt die Touristenpolizei am jeweiligen Aufenthaltsort. Solche Shuttle-Busse sollen auch am Wahltag verkehren. Ebenso d√ľrfen mit Sondergenehmigungen Fahrzeuge verschiedener touristischer Einrichtungen verkehren. Hier sollte zuvor individuell abgekl√§rt werden, ob der Transport sichergestellt werden kann.

Es wird empfohlen, jegliche Demonstrationen und größere Menschenansammlungen zu meiden.

Während der Streiks sind Reisen auf dem Landwege nicht oder nur unter schwierigen Bedingungen möglich. Der Flugverkehr ist von den Bandhs in aller Regel nicht betroffen, evtl. aber der Zu- und Abgang zu den Flughäfen. Zu beachten ist, dass während der Ausgangssperren und Streiks teilweise keine Ambulanzfahrzeuge fahren, Krankenhausmitarbeiter nicht erreichbar sind und auch in Notfällen keine Hilfe durch die Botschaft geleistet werden kann.
Besonders im Terai ist mit Protestaktionen und gewaltsamen Auseinandersetzungen zu rechnen.

Reisen √ľber Land
In Folge des schweren Erdbebens vom 25. April 2015 sowie heftiger Nachbeben gibt es im ganzen Land weiterhin Infrastrukturschäden und unpassierbare Straßen. 

Die schwer betroffenen Distrikte (Gorkha, Kavrepalanchok, Dhading, Nuwakot, Rasuwa mit dem Trekkinggebiet Langtang, Sindupalchok, Dolakha, Ramechhap, Okhaldunga, Makwanpur und Sindhuli) sind durch Erdrutsche oder Gerölllawinen weiterhin teilweise schwer zugänglich. Bei Reisen in diese Gebiete ist daher besondere Vorsicht geboten.  

Reisenden wird empfohlen, sich vor Reisen nach Nepal bei ihrem Reiseveranstalter oder der √∂rtlichen Reiseleitung √ľber die Durchf√ľhrbarkeit der Reise zu informieren und w√§hrend eines Aufenthalts in Nepal die aktuelle √∂rtliche Medienberichterstattung zu verfolgen.

Infolge der nicht immer st√∂rungsfreien Kommunikation k√∂nnen sich in Notf√§llen erhebliche Schwierigkeiten ergeben, weil Hilfeleistungen nicht rechtzeitig organisiert werden k√∂nnen. Es wird darauf hingewiesen, dass Rettungsfl√ľge wetter- und tageszeitbedingt nicht immer rechtzeitig durchgef√ľhrt werden k√∂nnen und Rettungshubschrauber nicht in alle H√∂hen und Landesteile fliegen k√∂nnen.

Das Terai, s√ľdliches Grenzland zu Indien, war in den vergangenen Jahren oftmals Schauplatz von ¬†Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen politischen Gruppierungen und den Sicherheitskr√§ften. Anfang M√§rz 2017 ist es dort erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen auch mit Todesopfern gekommen.
Im Terai und anderen Gebieten, selbst in Kathmandu, waren in der Vergangenheit vereinzelt auch Fahrzeuge von Diplomaten und internationalen Organisationen Ziel von Angriffen. Gelegentlich wurden Ausländer bedroht.

An den Grenz√ľberg√§ngen zu Indien kann es auf Grund der instabilen politischen Situation sowohl auf nepalesischer als auch auf indischer Seite zu Verz√∂gerungen beim Grenz√ľbertritt kommen.

Kriminalität
Auf Grund der politischen Instabilität und der Unzuverlässigkeit des Rechtssystems ist eine steigende Gewaltbereitschaft und Kriminalität im ganzen Land feststellbar. In touristischen Regionen sind häufiger Taschendiebstähle vorgekommen, in abgelegeneren Gebieten auch durch vorbeifahrende Motorradfahrer.

In den vergangenen Jahren haben mehrere ausl√§ndische Touristinnen Vergewaltigungen in Thamel, dem Touristen-Viertel Kathmandus, sowie in den in Kathmandus s√ľdlicher Nachbarstadt Patan gelegenen Vierteln Sanepa und Jawalakhel angezeigt.¬†Frauen¬†wird deshalb empfohlen, nach Einbruch der Dunkelheit besonders vorsichtig und stets mit Begleitung unterwegs zu sein.

Kriminelle Organisationen und andere Gruppierungen erpressen in vielen Landesteilen nationale und internationale Organisationen, Gesch√§ftsleute und Einzelpersonen und setzen Forderungen teilweise mit Gewalt durch. Auch Trekking-Touristen sind gelegentlich Ziel derartiger ‚ÄěSpenden-Erpressungsversuche‚Äú. Ein ortskundiger F√ľhrer kann in solchen F√§llen deeskalierend wirken.¬†

Im Umgang mit staatlichen Sicherheitskräften ist zu beachten, dass in Nepal teils ein anderes Rechtsverständnis besteht. Nachgiebiges Auftreten wird daher angeraten.

Naturkatastrophen
Das Himalaya-Gebiet gilt insgesamt als stark erdbebengef√§hrdet. Im Falle eines schweren Erdbebens muss davon ausgegangen werden, dass medizinische Einrichtungen und generelle Notfallausstattungen √ľberlastet sind. Es wird daher empfohlen, sich vor Anreise mit den Verhaltensregeln f√ľr den Fall eines Erdbebens vertraut zu machen.

Während der von Juni bis Anfang Oktober andauernden Monsunzeit entstehen in ganz Nepal immer wieder Reisebehinderungen durch plötzlich auftretende Überschwemmungen (insbesondere im Grenzgebiet zu Indien) und Erdrutsche, die auch die Hauptreisewege betreffen können.

Hinweise f√ľr Trekking-Touren
Es wird dringend empfohlen, nicht alleine zu trekken. Die gesundheitlichen Risiken sind in den höher gelegenen Gebieten sehr hoch. Auch kam es in der Vergangenheit zu Übergriffen gegen allein reisende Trekker.
Weiterhin wird empfohlen, nur bekannte Routen zu begehen, in Gruppen zu bleiben, ausschlie√ülich seri√∂se Agenturen und F√ľhrer zu nutzen sowie vor Aufsuchen abgelegener Gebiete aktuelle Informationen √ľber die Sicherheitslage einzuholen. Dar√ľber hinaus sollten sich Reisende unter Angabe der Trekking-Route und der Versicherungsdaten bzw. der evtl. Mitgliedschaft in einer Rettungsfluggesellschaft unbedingt in der Krisenvorsorgeliste registrieren. Die Registrierung kann maximal zehn Tage vor der geplanten Reise vorgenommen werden.
Beim Trekking sollten Reisende die Risiken der H√∂henkrankheit nicht untersch√§tzen und¬†bei den ersten Anzeichen (√úbelkeit, Kopfschmerzen oder Atemnot) absteigen. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit kommt in der Regel jede Hilfe zu sp√§t. Ebenso ist zu bedenken, dass Helikopter-Rettungsfl√ľge wetter- und tageszeitbedingt nicht immer sofort durchgef√ľhrt werden k√∂nnen. Das Ausw√§rtige Amt verweist hierzu auf das Merkblatt zur H√∂henkrankheit.

Alle Trekker m√ľssen ein g√ľltiges TIMS-Certificate (Trekkers‚Äė Information Management System) vorweisen, das von den TIMS-Stellen des Nepal Tourism Board (NTP) bzw. der Trekking Agents Association of Nepal (TAAN) sowohl f√ľr Trekker, die mit einer Agentur reisen¬†als auch f√ľr Individual-Trekker¬†ausgestellt wird. Die Geb√ľhr muss¬†in nepalesischen Rupien entrichtet werden. Reiseagenturen, die diesen Verb√§nden nicht angeh√∂ren, m√ľssen die Zertifikate bei NTB bzw. TAAN einholen. Gelegentlich werden die Zertifikate von hilfsbereiten Vermittlern ausgef√ľllt. Da jeder Tourist f√ľr den Inhalt seiner Genehmigung selbst verantwortlich ist, gilt es, auf eine korrekte Ausf√ľllung zu achten. N√§here Informationen sind erh√§ltlich bei NTB, Tel. 00-977-1-422 57 09, E-mail: mediacenter@ntb.org.np¬†Die Trekking Geb√ľhren unterliegen laufenden Anpassungen.

Wiederholt kam es zu Erpressungen von Trekkern, die mit frei angeheuerten Tr√§gern ohne Versicherungsnachweise f√ľr die Tr√§ger unterwegs waren. Das Einschalten einer verl√§sslichen Reiseagentur und das Mitf√ľhren der entsprechenden Zahlungsnachweise beugen rechtlichen Schwierigkeiten vor.

Freiwilligendienste/Voluntourism-Aufenthalte
Bei der Aufnahme von Freiwilligendiensten (sogenannten Voluntourism) bei vermeintlich gemeinn√ľtzigen Organisationen wird zu einer gewissen Vorsicht geraten. Dies gilt insbesondere f√ľr T√§tigkeiten in Kinderheimen oder wenn dem Freiwilligen ein gr√∂√üerer Geldbetrag f√ľr seine Dienste in Rechnung gestellt werden soll. Es ist vermehrt vorgekommen, dass lokale oder internationale Nichtregierungs-Organisationen armutsrelevante Projekte zur eigenen Bereicherung vort√§uschen.

Es wird empfohlen, sich vor Abreise beim Hauptsitz der Organisation √ľber die Anstellungsbedingungen, die Art der Arbeit sowie die Versicherungsdeckung zu informieren. Zur Aufnahme einer Freiwilligenarbeit in Nepal muss eine Arbeitserlaubnis von den nepalesischen Beh√∂rden erteilt werden. Die Aus√ľbung dieser T√§tigkeiten mit einem Touristenvisum ist illegal und wird bestraft.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangeh√∂rigen wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu erm√∂glichen. Hier√ľber werden im Bedarfsfall Sicherheitshinweise versandt. Auch sollten dort Informationen zu m√∂glichen Ansprechpartnern in Deutschland sowie Angaben zur Mitgliedschaft bei einer Rettungsfluggesellschaft und die Reisekrankenversicherung hinterlegt werden. Insbesondere Reisenden, die nicht Teil einer Pauschalreisegruppe sind wird geraten, von dieser M√∂glichkeit Gebrauch zu machen. Pauschalreisende werden ggfs. √ľber die Reiseveranstalter √ľber die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Aufgrund von Schwierigkeiten mit der Stromversorgung gibt es landesweit das sogenannte ‚ÄěLoad shedding‚Äú, auch wenn dieses in den vergangenen Monaten stark zur√ľckgegangen ist.¬†Dies bedeutet t√§glich mehrere Stunden Stromabschaltungen, worunter das ganze Land, insbesondere die Industrie, leidet. Touristen sollten bedenken, dass Akkus nicht immer aufgeladen werden k√∂nnen.

Die zur√ľckliegenden Protestaktionen und Streiks in einigen Gebieten des Terais und der Blockierung einiger wichtiger Grenz√ľberg√§nge zu Indien, haben zeitweise eine Verknappung wichtiger Verbrauchsg√ľter wie Diesel, Benzin und Flaschengas bewirkt.

Bei Versorgungsengpässen sind auch öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser betroffen. Eine Versorgung im Notfall kann daher in Einzelfällen schwierig werden, da wichtige Medikamente knapp werden. Auch eine Rettung aus abgelegenen Gebieten mit Helikoptern kann aufgrund der unzureichenden Dieselvorräte und den Wetterbedingungen problematisch werden.

Verkehrsbedingungen
Bei Reisen √ľber Land muss mit den √ľblichen Behinderungen wegen unzureichender Infrastruktur gerechnet werden.
Die Flugsicherheit von inl√§ndisch und international operierenden nepalesischen Fluggesellschaften entspricht nicht europ√§ischen Sicherheitsstandards. Allen nepalesischen Luftfahrtunternehmen wurde mit Wirkung vom 05.12.2013 der Betrieb im europ√§ischen Luftraum untersagt, die sog. ‚Äěschwarze Liste‚Äú der EU ist einsehbar unter:
http://ec.europa.eu/.

Von Fahrten in normalen √úberlandbussen wird wegen der Vielzahl von Verkehrsunf√§llen, die h√§ufig den Tod s√§mtlicher Insassen zur Folge haben abgeraten. Bei Fahrten √ľber Land sollten ausschlie√ülich gekennzeichnete Touristenbusse benutzt werden.

Geldversorgung
Im Kathmandu-Tal besteht die M√∂glichkeit, sich √ľber Geldautomaten mit Bargeld zu versorgen. Die meisten Automaten akzeptieren EC-Maestro-Karten, Visa- und Master-Kreditkarten jeweils mit PIN.
Devisen können in allen größeren Städten problemlos getauscht werden. Traveler Cheques hingegen werden nicht mehr angenommen. Die indische Rupie ist in Nepal frei konvertierbar, allerdings werden Scheine nur bis max. 100 INR-Noten akzeptiert.



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente
Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente m√ľssen sechs Monate g√ľltig sein.
Kindereintr√§ge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr g√ľltig. Jedes Kind ben√∂tigt ein eigenes Ausweisdokument.

Visum
F√ľr die Einreise ben√∂tigt man ein Visum, das bei der Einreise an Grenz√ľbergangsstellen nach Nepal oder am Flughafen Kathmandu erteilt wird. Die Geb√ľhr f√ľr ein 30 Tage g√ľltiges Touristenvisum betr√§gt 40,- US$; ein Passfoto ist am Flughafen vorzulegen. Visageb√ľhren k√∂nnen auch in EUR oder anderen konvertiblen W√§hrungen bezahlt werden, die von der Bank am Flughafen zum Dollar-Tageskurs umgerechnet werden. Kinder unter zehn Jahren bezahlen keine Visageb√ľhr.

Reisende sollten direkt nach Erteilung pr√ľfen, ob das Visum tats√§chlich den gew√ľnschten Zeitraum umfasst. Ansonsten f√ľhrt dies zu Problemen bei der Ausreise, u.a. zu empfindlichen Strafgeb√ľhren, ohne deren Bezahlung keine Ausreise gew√§hrt wird.

Das Visum kann auch in Deutschland bei der nepalesischen Botschaft in Berlin sowie bei den nepalesischen Honorarkonsuln in Frankfurt, Hamburg, K√∂ln, M√ľnchen und Stuttgart beantragt werden. Dort sollte man sich die Einreisevorschriften im eigenen Interesse vor Antritt der Reise best√§tigen lassen. Auf Grund der langen Wartezeiten bei der Visumerteilung am Flughafen empfiehlt das Ausw√§rtige Amt die vorherige Einholung eines Visums. Neu ist die M√∂glichkeit, ein Visum zur Einreise √ľber den Tribhuvan-Flughafen vorab online unter http://ift.tt/1lDy26f ¬†zu beantragen. Zur Zuverl√§ssigkeit des Verfahrens liegen allerdings keine Erfahrungswerte vor.

Laut derzeitiger Auskunft der nepalesischen Einwanderungsbeh√∂rde soll die Visumserteilung bis zum Ende der G√ľltigkeit des Reisedokuments m√∂glich sein, in der Praxis r√§t die Deutsche Botschaft Kathmandu jedoch dazu, mit einem noch mindestens¬†sechs Monate g√ľltigen Pass zu reisen. Manchmal akzeptieren Fluggesellschaften Passagiere nicht, deren P√§sse in K√ľrze ablaufen.

Eine Registrierung oder Meldepflicht nach Einreise ist nicht vorgesehen.

Touristenvisa sind bis zu 150 Tagen verl√§ngerbar, sofern die zust√§ndigen Beh√∂rden die Voraussetzungen f√ľr eine Verl√§ngerung als gegeben betrachten.

Aufenthalte ohne oder mit abgelaufenen Visa f√ľhren zu empfindlichen Geld- und teilweise auch Gef√§ngnisstrafen.
Zur Aus√ľbung von Freiwilligendiensten in Nepal muss eine Arbeitserlaubnis von den nepalesischen Beh√∂rden erteilt werden. Die Aus√ľbung dieser T√§tigkeiten mit einem Touristenvisum ist illegal und wird bestraft. Dies gilt auch f√ľr medizinische Hilfsaktionen in Nepal (sog. Health Camps), welche zus√§tzlich grunds√§tzlich die Zustimmung des Nepal Medical Councils ben√∂tigen.

Aktuelle Visabestimmungen und Geb√ľhren sind auf der Website des Department of Immigration unter http://ift.tt/1FaQwpn zu finden ¬†oder k√∂nnen von der nepalesischen Botschaft in Berlin erfragt werden (http://ift.tt/1aEFZSH). Es wird geraten, die aktuellen Informationen vor Abreise zu pr√ľfen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t Reisenden, sich wegen Visa, die in Nepal f√ľr Drittl√§nder (z. B. f√ľr Indien) ben√∂tigt werden, nur direkt an die entsprechenden Botschaften zu wenden und sie nicht durch Reiseb√ľros oder andere Vermittler einholen zu lassen (Ausnahme: Gruppenvisa f√ľr Tibet). So vermeidet man die Eintragung eines gef√§lschten Visums, mit dem es schon bei der Ausreise aus Nepal zu Komplikationen kommen kann. Probleme bei Reisedokumenten, die Visa anderer Staaten enthalten gibt es nicht.¬†

Reisende, die √ľber Indien kommen und Nepal wieder nach Indien verlassen m√∂chten, sollten sich rechtzeitig √ľber die ge√§nderten indischen Visa-Vorschriften bei der/dem n√§chsten indischen Botschaft/Konsulat oder dem indischen Innenministerium informieren http://boi.gov.in/¬†¬†

Reisende, die Interesse an einer Weiterreise nach Tibet in der Volksrepublik China haben, informieren sich bitte vor der Einreise nach Nepal bei der chinesischen Botschaft in Deutschland oder Nepal √ľber die M√∂glichkeiten der Visumerteilung (z.B. Zust√§ndigkeiten, Bearbeitungszeiten, Geb√ľhren). Zu¬†beachten ist insbesondere, dass die Erteilung chinesischer Visa nicht das ganze Jahr √ľber erfolgt.¬†

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.



Besondere Zollvorschriften

Verbindliche Ausk√ľnfte zu Zollbestimmungen k√∂nnen lediglich die nepalesischen Auslandsvertretungen oder das nepalesische Finanzministerium www.customs.gov.np¬†geben. Vorbehaltlich dessen nachstehend die derzeit g√ľltigen Einfuhrbestimmungen.

Inhaber eines ausl√§ndischen Reisepasses, die nach Nepal einreisen oder aus Nepal ausreisen, d√ľrfen folgende Gegenst√§nde zollfrei ein- bzw. ausf√ľhren:

Bedarfsgegenst√§nde, sofern sie bei R√ľckkehr wieder ausgef√ľhrt werden

  • 1 gebrauchtes Fernglas
  • 1 gebrauchte Film- oder Videokamera (mit Abspielger√§t), 1 Fotoapparat, 1 Computer (werden vor Einfuhr in den Reisepass eingetragen)
  • 1 gebrauchte tragbare Musikanlage, 10 bespielte oder unbespielte Kassetten (werden vor Einfuhr in den Reisepass eingetragen)
  • gebrauchte Kleidung und Bettw√§sche, gebrauchte Haushaltsgegenst√§nde
  • 1 Kinderwagen und 1 Dreirad
  • 1 Set gebrauchte F√ľllfederhalter, 1 Set Filzstifte oder Bleistifte
  • 1 gebrauchte Armbanduhr

Folgende zur Berufsaus√ľbung bestimmte Gegenst√§nde

  • 1 Sortiment Zimmermannswerkzeug
  • gebrauchte √§rztliche Standardinstrumente f√ľr Haus√§rzte sowie gebrauchte Instrumente f√ľr den Bedarf jeweiliger Fach√§rzte
  • 1 Musikinstrument und notwendiges Zubeh√∂r f√ľr Musiker
  • Sportartikel f√ľr Sportler
  • Angel

Der Zolldirektor kann ausl√§ndischen Touristen die zollfreie Ein- und Ausfuhr anderer als der aufgez√§hlten mitgef√ľhrten Gegenst√§nde gestatten, sofern er dies f√ľr angemessen erachtet.

Zum Verbrauch bestimmte Gegenstände

  • 1 Flasche Spirituosen (bis 1,15 Liter) oder 12 Dosen Bier
  • 200 Zigaretten, 50 Zigarren, 250 g Tabak
  • 15 Filme f√ľr Fotoaufnahmen und 12 Rollen Film f√ľr Videoaufnahmen
  • Medikamente f√ľr den eigenen Bedarf f√ľr die Dauer des Aufenthaltes¬† (mit Ausnahme solcher, f√ľr die ein Einfuhrverbot besteht ‚Äď siehe http://ift.tt/1bCbbpK )
  • Nahrungsmittel inklusive Konservendosen bis zu einem Wert von NPR 1.000,-
  • frisches Obst bis zu einem Wert von NPR 1.000,-

¬†Ausfuhr von G√ľtern aus Nepal

  • Genehmigungsfrei ausgef√ľhrt werden d√ľrfen in Nepal hergestellte Produkte (mit Ausnahme solcher, f√ľr die ein Ausfuhrverbot besteht) bis zu dem Betrag in ausl√§ndischer W√§hrung, den der Tourist bei einer Bank oder bei einer staatlich autorisierten Wechselstube eingetauscht hat.
  • Bei der Ausfuhr von G√ľtern ist die Negativliste des nepalesischen Zolls zu gesch√ľtzten Kulturg√ľtern sowie zu Produkten von gesch√ľtzten Tier- und Pflanzenarten zu beachten. Diese ist unter http://ift.tt/1thBYft -> Banned, Quantitative Restriction and Permission on Export einsehbar.

Die Ausfuhr größerer, bei der Einreise nicht deklarierter Devisenbeträge ist strafbar.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Wird der Aufenthalt in Nepal nach Ablauf des Visums unerlaubt fortgesetzt, droht eine Geldstrafe von derzeit 2,- US-$ f√ľr jeden ohne Aufenthaltsgenehmigung in Nepal verbrachten Tag. Ab dem 31. Tag erh√∂ht sich der Tagessatz auf 3,- US-$, bei mehr als 90 Tagen auf 5,- US-$. Wird die Strafe nicht bezahlt, muss mit einer empfindlichen Haftstrafe gerechnet werden, bei der sich die Geldbu√üe nur alle drei Tage um etwa 1,- US-$ reduziert.

Dies sind unverbindliche Angaben, die ge√§ndert werden k√∂nnen, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon in Kenntnis gesetzt wird. Verbindliche Ausk√ľnfte sind bei der nepalesischen Botschaft oder der nepalesischen Einwanderungsbeh√∂rde (http://ift.tt/1FaQwpn) erh√§ltlich.

Nepalesische Polizei und Justiz verfolgen Drogendelikte konsequent. Bei Verstößen drohen lange Gefängnisstrafen.

Die Ausfuhr gr√∂√üerer, bei der Einreise nicht deklarierter Devisenbetr√§ge kann ebenfalls zu empfindlichen Geld- und Haftstrafen f√ľhren.

Homosexuelle Handlungen k√∂nnen gem√§√ü nepalesischem Strafrecht als ‚Äěunnat√ľrliche sexuelle Handlungen‚Äú interpretiert und mit bis zu einem Jahr Gef√§ngnis oder einer Geldstrafe von bis zu 5.000,- NRP geahndet¬†werden; es sind jedoch in den letzten Jahren keine F√§lle tats√§chlicher Strafverfolgung bekannt geworden.

Sexuelle Handlungen mit Minderjährigen sind ebenfalls verboten und werden neben einer empfindlichen Geldstrafe auch mit Haftstrafe geahndet. Es wird darauf hingewiesen, dass der Missbrauch von Kindern auch nach deutschem Recht strafbar ist und verfolgt wird, wenn diese Tat von Deutschen im Ausland begangen wird.



Medizinische Hinweise

Impfschutz
Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gem√§√ü dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene (siehe: www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls zu vervollst√§ndigen.
Dazu geh√∂ren f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderl√§hmung), ggf. auch gegen Masern Mumps und R√∂teln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.
Eine g√ľltige Impfung gegen Gelbfieber wird nur f√ľr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (siehe www.who.int). Bei direkter Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Tollwut und Japanische Enzephalitis empfohlen.

Cholera
In Nepal und besonders auch im Kathmandu-Tal registriert man bei Beginn des Monsuns eine Zunahme von Cholera-Erkrankungen. Das Infoblatt ‚ÄěCholera‚Äú informiert √ľber pers√∂nliche Vorsichtsma√ünahmen. Sie finden es unter den Merkbl√§ttern des Gesundheitsdienstes des Ausw√§rtigen Amtes.

Durchfall- und Darmerkrankungen
Durchfallerkrankungen sind √ľberall im Land ganzj√§hrig h√§ufig. Oberfl√§chengew√§sser k√∂nnen mit f√§kalen Keimen kontaminiert sein. Leitungswasser hat selbst in den St√§dten nicht immer Trinkwasserqualit√§t. Es wird empfohlen, nur originalverpackte Getr√§nke in Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss zu filtern, chemisch zu desinfizieren oder zu kochen. Trinkwasser aus den ACAP Filteranlagen entlang des Annapurna Treks gilt allgemein als sicher. F√ľr das Waschen von Obst und Gem√ľse oder zum Z√§hneputzen sollte ebenfalls nur aufbereitetes Trinkwasser verwendet werden.

Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungeschälter Produkte sollte verzichtet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart worden sein.

Das Infektionsrisiko f√ľr Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Am√∂ben, Lamblien und Wurmerkrankungen besteht landesweit. Allgemeine Hygienema√ünahmen wie regelm√§√üiges H√§ndewaschen oder H√§ndedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln k√∂nnen die Gefahr einer Infektion vermindern.

Dengue Fieber
Dengue Fieber wird durch den Stich tagaktiver M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein Hautausschlag kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. In Einzelf√§llen k√∂nnen schwere Verl√§ufe mit ernsthaften Gesundheitssch√§den oder Todesfolge auftreten. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Dengue Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe auch tags√ľber, wie unten f√ľr Malaria beschrieben, ist die einzige m√∂gliche Schutzma√ünahme. Dengue Fieber kommt besonders im S√ľden des Landes, w√§hrend und unmittelbar nach der Regenzeit auch in den mittleren Landesteilen bis in H√∂hen von circa 2000 Metern vor.

Japanische Enzephalitis
Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entz√ľndung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechm√ľcken √ľbertragen. Vor allem Schweine und Wasserv√∂gel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selbst krank zu werden. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber h√§ufig schwer und hinterlassen bleibende Sch√§den oder enden t√∂dlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb sind ein sorgf√§ltiger M√ľckenschutz und gegebenenfalls eine vorbeugende Schutzimpfung besonders wichtig. Ein √úbertragungsrisiko f√ľr JE besteht in Nepal in den s√ľdlichen Landesteilen, vereinzelt sind auch F√§lle im Kathmandu Tal aufgetreten.

Malaria
Die √úbertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles M√ľcken. Unbehandelt verl√§uft insbesondere die gef√§hrliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen Europ√§ern h√§ufig t√∂dlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen nach dem Aufenthalt in Endemiegebieten ausbrechen. Die Beschwerden bei einer Malaria (Fieber, Sch√ľttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, u. a.) sind meist uncharakteristisch und von einer Grippe oder einer √§hnlichen Erkrankung nicht zu unterscheiden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung kann auch die Malaria tropica zuverl√§ssig behandelt werden, ohne dass es zu bleibenden Sch√§den oder Beschwerden kommt.

Au√üer in H√∂henlagen √ľber ca. 2000 Meter besteht in Nepal ganzj√§hrig ein mittleres √úbertragungsrisiko f√ľr Malariaerkrankungen, besonders in den Sommermonaten von Mai bis Oktober. Das Risiko ist im s√ľdlichen Tiefland am h√∂chsten und nimmt nach Norden mit zunehmender H√∂he langsam ab. Dabei handelt es sich in ca. 70% um die nur selten lebensbedrohliche, durch Plasmodium vivax verursachte, Malaria tertiana. In ca. 30% muss aber mit Malaria tropica F√§llen gerechnet werden.

Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malariaerkrankung. Ein ausreichender Schutz vor Stechm√ľcken (Expositionsprophylaxe), insbesondere w√§hrend der D√§mmerung und nachts, ist der wichtigste Schutz vor einer Malariaerkrankung.

  • Das Tragen langer, heller und gegen Insekten impr√§gnierter Bekleidung im Freien,
  • das konsequente Einreiben aller Hautfl√§chen mit einem geeigneten Repellent und
  • das Benutzen impr√§gnierter Moskitonetze w√§hrend der Nacht oder
  • der Aufenthalt in M√ľcken-gesch√ľtzten R√§umen (Fliegengitter, Klimaanlagen)

vermindern das Risiko einer √úbertragung deutlich und sch√ľtzen auch vor anderen von Stechm√ľcken √ľbertragenen Erkrankungen wie Dengue Fieber und Japanischer Enzephalitis. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird nicht empfohlen (www.dtg.org) und ist nur in Ausnahmef√§llen zu erw√§gen. Aufgrund des Risikos in Nepal, gef√§lschte Medikamente zu erwerben, ist das Mitf√ľhren eines verschreibungspflichtigen Malariamittels zur so genannten Notfalltherapie angeraten. Die individuelle Auswahl des Medikaments und m√∂gliche Nebenwirkungen, beziehungsweise Unvertr√§glichkeiten mit anderen Medikamenten, m√ľssen entsprechend dem Reiseverlauf und pers√∂nlichen Umst√§nden mit einem Tropen- oder Reisemediziner vor Ausreise besprochen werden. Beim Auftreten von Fieber nach einem Aufenthalt in Nepal ist eine umgehende Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet immer notwendig.

HIV/AIDS/Geschlechtskrankheiten
Durch sexuelle Kontakte, bei intraven√∂sem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen), durch T√§towierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex dringend empfohlen und kann auch vor anderen sexuell √ľbertragbaren Krankheiten (Gonorrh√∂, Syphilis, Hepatitis B, u. a.) sch√ľtzen.

Tollwut
Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelm√§√üig t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und √úbertragung einer Tollwut. Affen k√∂nnen ebenfalls Tollwut √ľbertragen und sollten niemals gef√ľttert werden. Die notwendigen, medizinischen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in Nepal nicht immer m√∂glich. Einen zuverl√§ssigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung vor einem Biss. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung f√ľr Reisen nach Nepal eine besondere Bedeutung zu. Sie sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen sein. Die auch nach einem Biss notwendige, unverz√ľgliche ‚ÄěAuffrischung‚Äú kann dann ggf. vor Ort erfolgen.

Tuberkulose
Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich h√§ufiger als in Mitteleuropa vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente Tuberkuloseerreger auch in Nepal. Das Tragen eines chirurgischen Mundschutzes sch√ľtzt nicht vor einer Ansteckung.

Saisonale Influenza (Grippe)
Die saisonalen Influenzaviren, einschlie√ülich der neuen Influenza A/H1N1 (‚ÄěSchweinegrippe‚Äú), zirkulieren in Nepal in den Wintermonaten. Ein Impfschutz empfiehlt sich bei den vom Robert-Koch-Institut angesprochenen Risikogruppen (siehe: www.rki.de).

Geographisch bedingte Erkrankungen
Die H√∂henkrankheit ist eine durch taktische Fehler bei der notwendigen H√∂henanpassung √ľber 2.300 m (z.B. durch zu raschen Aufstieg und √úberanstrengung) ausgel√∂ste, potentiell sehr gef√§hrliche Funktionsst√∂rung von Lunge und Gehirn. Erkranken k√∂nnen besonders auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, auch solche, die bereits fr√ľher gro√üe H√∂hen und rasche Aufstiege ohne Probleme bew√§ltigt haben. Zu Todesf√§llen kommt es nicht selten, weil grundlegende Regeln missachtet, Fr√ľhsymptome falsch gedeutet und Medikamente unvern√ľnftig eingesetzt werden. Bestimmte Erkrankungen von Herz und Lungen erh√∂hen ebenfalls das Risiko, eine H√∂henkrankheit zu erleiden.

Beschwerden, die Hinweise auf eine beginnende H√∂henkrankheit geben k√∂nnen, sind: Kopfschmerzen, M√ľdigkeit, Desinteresse und Leistungsabfall. In diesem Fall ist Rast und Ruhe bis zur Beschwerdefreiheit geboten, ein weiterer Aufstieg verbietet sich. Treten u. a. Schlaflosigkeit, Sehst√∂rungen, Schwindel, Gangunsicherheit, Atemnot oder Erbrechen auf, sollte unverz√ľglich mit dem Abstieg begonnen werden ‚Äď nie alleine, sondern immer in Begleitung. Das ist auch dann der Fall, wenn Fr√ľhsymptome innerhalb von 24-36 Stunden nicht vollst√§ndig verschwinden.

Vor Reisen in gro√üe H√∂hen (√ľber 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endg√ľltigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen h√∂henmedizinisch erfahrenen Arzt. Vor der Einnahme von Medikamenten zur Vorbeugung oder Behandlung der H√∂henkrankheit ohne Anweisung eines Arztes oder eines erfahrenen Bergf√ľhrers wird dringend gewarnt. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergerisiko (z.B. eine Hubschrauber-Evakuierung) mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme K√§lte und unwegsames oder unbekanntes Gel√§nde bergen weitere Risiken f√ľr den Reisenden in gro√üer H√∂he. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschl√§ge kann es an gef√§hrdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Bergh√§ngen kommen.

Es gibt in Nepal mehrere zivile Luftrettungsunternehmen f√ľr die Hubschrauberrettung aus Bergnot. Witterungsbedingt sind die Flugger√§te aber nicht immer einsatzbereit. Die Alarmierung kann je nach Unfallort oft nur verz√∂gert erfolgen. Die Kosten√ľbernahme einer Rettung muss in jedem Fall vor dem Start der Rettungsaktion gekl√§rt sein und ist in der Regel zun√§chst vom Verungl√ľckten selbst zu tragen.

Weitere Gesundheitsgefahren
Technische √úberwachungen der Fahrzeuge, wie in Mitteleuropa √ľblich, werden in Nepal nicht regelm√§√üig durchgef√ľhrt, die allgemein verbindlichen Verkehrsregeln werden von der gro√üen Mehrheit der Fahrer missachtet. Schwere Verkehrsunf√§lle sind insbesondere bei √úberlandfahrten h√§ufig. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notf√§llen oder Unf√§llen, kann im weiteren Landesteilen nicht gew√§hrleistet werden, ein zuverl√§ssig funktionierendes Rettungswesen ist nicht existent. Bei der Wahl der Transportmittel und der Route sind Reisende daher gehalten, eine kritische Auswahl zu treffen und den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Defensives und vorausschauendes Fahren, angemessene Geschwindigkeit und gute Kenntnisse in der Ersten Hilfe k√∂nnen das Risiko eines schweren Unfalls mit bleibenden Gesundheitssch√§den reduzieren.

Patienten mit psychischen Erkrankungen wird dringend geraten, ihre Medikamente vor und w√§hrend einer Indienreise nicht abzusetzen. Eine psychiatrische und deutschsprachige Versorgung wie im Heimatland kann meist nicht gew√§hrleistet werden. Zudem versichern viele Reisekrankenversicherungen medizinische Leistungen bei psychischen Erkrankungen nicht. In solchen F√§llen ist oft auch ein spontaner Heimflug ausgeschlossen, da zahlreiche kommerzielle Fluglinien die Mitnahme labiler Patienten mit psychischen Erkrankungen ohne psychiatrische Begleitung ablehnen. Bitte besprechen Sie ggf. Ihre Reisepl√§ne ausf√ľhrlich mit ihrem behandelnden Arzt.

Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend und entspricht h√§ufig nicht europ√§ischem Standard. Eine ausreichende Grundversorgung besteht in Kathmandu und den g√§ngigen Touristenzielen, auch entlang der gro√üen Trekkingrouten. In Kathmandu ist die medizinische Versorgung in einzelnen Fachbereichen durchaus auch auf einem hohen Niveau. Bei schweren Erkrankungen muss deshalb ggf. eine medizinische Evakuierung, zum Beispiel nach Kathmandu oder weiter nach Indien erwogen werden. Ein ausreichender und g√ľltiger Krankenversicherungsschutz einschlie√ülich einer Reiser√ľckholversicherung ist dringend notwendig. Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird dringend empfohlen (www.dtg.org oder www.frm-web.de). Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Nepal bewusst sein.

Die Versorgung mit zuverl√§ssigen Medikamenten und eine ununterbrochene K√ľhlkette sind nicht immer gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch Fake-Produkte statt richtiger Medikamente verkauft werden. Reisende sollten regelm√§√üig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Nepal mitbringen und sich f√ľr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegen√ľber h√§ufig eingesetzten Antibiotika auf. Eine individuell angepasste Reiseapotheke ist nach R√ľcksprache mit einem Reisemediziner beim Reisen, insbesondere beim Trekking,¬†mitzuf√ľhren.

Die Deutsche Botschaft in Kathmandu verf√ľgt f√ľr den Notfall √ľber eine Adressenliste von √Ąrzten und Krankenh√§usern in der Stadt.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2pVQoY5

Myanmar

Myanmar: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 16.05.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 16.05.2017)

Letzte √Ąnderungen:
Redaktionelle √Ąnderungen



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Reisen im Land
In Teilen des Kachin State bzw. n√∂rdlichen Shan State werden weiterhin bewaffnete Konflikte zwischen Rebellenarmeen und dem myanmarischen Milit√§r ausgetragen, bei denen es auch zu Todesopfern kam. Viele Menschen sind auf der Flucht, Grenz√ľberg√§nge zu China wurden teilweise geschlossen.

In einigen Grenzregionen, in denen bewaffnete Rebellengruppen operieren (Teile des Chin State und der Sagaing Region, Teile der Shan, Mon, Kayin, Karen und Kayah States) bleibt die Lage angespannt. Besondere Vorsicht ist hier geboten. Ungekennzeichnete Minenfelder stellen eine zusätzliche Gefahr dar.

Es kommt immer wieder zu ethnisch motivierten Zusammenstößen im Rakhine State. Der Ausnahmezustand im gesamten Rakhine State wurde aufgehoben. In einigen Teilen bestehen jedoch abends Ausgangssperren.

Von Reisen in die oben genannten  Regionen wird derzeit abgeraten.

Flugverkehr
Die Sicherheit des zivilen Flugverkehrs innerhalb Myanmars kann im Einzelfall durch veraltetes bzw. mangelhaft gewartetes Flugger√§t lokaler Luftverkehrsgesellschaften beeintr√§chtigt sein. Die Chartergesellschaft FMI setzt neuerdings kleine, neubeschaffte D√ľsenflugzeuge ein, die √ľberwiegend von ausl√§ndischen Piloten geflogen werden.

Gefahren aufgrund politischer Spannungen
Politisch motivierte Gewalttaten k√∂nnen nicht ausgeschlossen werden. Immer wieder werden in Myanmar Sprengstoffanschl√§ge ver√ľbt, bei denen es auch zu Toten und Verletzten kommt.

Bei Demonstrationen in gr√∂√üeren St√§dten des Landes besteht stets die Gefahr, dass sie von Sicherheitskr√§ften gewaltsam aufgel√∂st werden. Daher wird empfohlen, sich von eventuellen Protestz√ľgen und Demonstrationen fernzuhalten. Auch zun√§chst friedliche Proteste k√∂nnen unvermittelt in gewaltt√§tigen Auseinandersetzungen enden.

Naturkatastrophen
Myanmar befindet sich in einer Region, in der mit Erd- und Seebeben gerechnet werden muss. In den K√ľstenregionen treten w√§hrend des Monsuns (Mai bis Oktober) Zyklone auf.

Während des Monsuns kann es im ganzen Land aufgrund starker Regenfälle zu Überschwemmungen und Unterbrechungen der Verkehrsverbindungen kommen. Insbesondere Landstraßen im Gebirge oder in der Nähe von Flussläufen, aber auch Bahnverbindungen, können tagelang unpassierbar sein.

Konsularischer Beistand
Die entsandten Besch√§ftigten der deutschen Botschaft in Myanmar unterliegen Beschr√§nkungen ihrer Bewegungsfreiheit im Land, die durch die myanmarische Regierung verf√ľgt wurden. Schneller konsularischer Beistand durch die deutsche Botschaft kann daher, aber auch wegen der unzureichenden Infrastruktur und Kommunikationseinrichtungen, au√üerhalb der touristischen Zentren nicht immer sichergestellt werden.

Deutschen Staatsangehörigen wird daher empfohlen, sich schon vor Antritt ihrer Reise in der Krisenvorsorgeliste zu registrieren, um eine schnelle Kontaktaufnahme in einem Notfall zu ermöglichen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten. 



Allgemeine Reiseinformationen

Reisen √ľber Land
Es bestehen staatliche Reisebeschr√§nkungen f√ľr die meisten Grenzgebiete, aber auch f√ľr andere Landesteile. Reisen in diese Gebiete sowie Ein- und Ausreisen auf dem Landweg erfordern besondere Reisegenehmigungen.

Es gibt eine geringe Anzahl von Grenz√ľbergangsstationen aus den Nachbarl√§ndern, die jedoch ohne vorherige Ank√ľndigung geschlossen werden k√∂nnen:

  • Tachilek (Shan-Staat) ‚Äď Mae Sai (n√∂rdliches Thailand)
  • Kaw Thoung (Thantharyi) ‚Äď Ranong (s√ľdliches Thailand)
  • Myawady (Kayin) ‚Äď Mae Sot (Thailand)
  • Hteekhee (Thantharyi) ‚Äď Phunaron (Thailand)

Reisende, die √ľber diese Grenz√ľberg√§nge einreisen, ben√∂tigen ein g√ľltiges Visum. Die Ausreise √ľber die internationalen Flugh√§fen Rangun, Mandalay und Naw Pyi Taw nach der Einreise √ľber Land ist zul√§ssig.

Die Grenz√ľberg√§nge

  • Muse (Shan-Staat) ‚Äď Ruili (China)
  • Tamu (Chin-Staat) ‚Äď Morei (Indien)

sind nur f√ľr Handel ge√∂ffnet, nicht f√ľr Touristen.

Ausnahmen bed√ľrfen staatlicher Genehmigung, die mindestens 14 Tage vorher zu beantragen ist. Selbst nach Erteilung von Ausnahmegenehmigungen ist es nicht auszuschlie√üen, dass die √∂rtlichen Beh√∂rden Schwierigkeiten bei der Ausreise bereiten. Vor illegalem Grenz√ľbertritt wird dringend gewarnt.

Es wird empfohlen zu pr√ľfen, inwieweit f√ľr Reisen in entfernte Landesteile eine Reisegenehmigung erforderlich ist. Ausl√§ndische Reisende, die ohne erforderliche Reisegenehmigung angetroffen werden, m√ľssen mit Haftstrafen rechnen.
Informationen zu Reisebeschr√§nkungen und zu eventuell erforderlichen Genehmigungen k√∂nnen beim staatlichen Reiseb√ľro Myanmar Travels and Tours (MTT), 118 Mahabandoola Garden Street, Kyauktada Township, Yangon, Tel. 0095-1-371286, 378376, 374281, 252859, Fax 0095-1-254417, E-Mail: mtt.mht@mptmail.net.mm, Internet: http://ift.tt/1gEUCNi, eingeholt werden

Stra√üensperren der Polizei, des Milit√§rs und anderer Beh√∂rden sind auf den √úberlandstra√üen an der Tagesordnung. Hotels und G√§steh√§user m√ľssen der Polizei die Passdaten ihrer √úbernachtungsg√§ste zur Verf√ľgung stellen. Reisende sind deshalb verpflichtet, ihren Reisepass st√§ndig bei sich zu f√ľhren. Es empfiehlt sich, zus√§tzlich eine Passkopie zu fertigen und diese getrennt vom Original aufzubewahren.

Flughafengeb√ľhr
F√ľr Inlandsfl√ľge betr√§gt die Flughafengeb√ľhr MMK 1000,-. Die Flughafengeb√ľhr ist in den Ticketpreisen enthalten. In Ausnahmef√§llen wird sie beim Check-in f√§llig. Es ist zu beachten, dass auch bei Inlandsfl√ľgen Passkontrollen stattfinden k√∂nnen.

F√ľhrerscheine
Deutsche und internationale F√ľhrerscheine werden in Myanmar nicht anerkannt.

Geld / Kreditkarten
Reisende sollten sich darauf einstellen, Zahlungen weiterhin in bar leisten zu m√ľssen. Mit Ausnahme weniger, gr√∂√üerer Hotels werden Reiseschecks als Zahlungsmittel nach wie vor nicht akzeptiert, und in diesen auch nur f√ľr eingebuchte G√§ste. Dagegen werden Kreditkarten zunehmend anerkannt, allerdings mit zuweilen hohen Geb√ľhren. Es werden¬† haupts√§chlich Kreditkarten der Fa. MASTERCARD und VISA (jeweils mit Geheimzahl) akzeptiert. EC-Karten (Maestro- /Cirruskarten) sollten vor Reiseantritt darauf gepr√ľft werden, ob sie in Myanmar einsetzbar sind. Nicht alle Banken haben ihre EC-Karten f√ľr Myanmar freigeschaltet.

Barabhebungen mit Kredit- oder EC- (Cirrus- oder Maestro-) Karten sind an zahlreichen ATM-Automaten landesweit m√∂glich. Die ATM Automaten befinden sich an vielen Superm√§rkten mit internationalem Warenangebot (z.B. ‚ÄěCity Mart‚Äú, ‚ÄěOcean Centre‚Äú), in gr√∂√üeren Hotels, auf internationalen Flugh√§fen und Touristenm√§rkten. Es wird weiterhin dringend empfohlen, ausreichend Barmittel mitzubringen.

US-Dollar-Noten der Serien vor 2000 werden nicht akzeptiert. Das Gleiche gilt f√ľr abgenutzte, besch√§digte, stark geknickte oder verschmutzte Noten. Es wird empfohlen, nur absolut neue, unbesch√§digte und glatte Dollarnoten mitzuf√ľhren. Auch wenn derzeit erneut der Versuch unternommen wird, den myanmarischen Kyat als Hauptzahlungsmittel zu etablieren, k√∂nnten¬† bestimmte Leistungen (u. a. Hotels, Inlandsfl√ľge, Zug- und Schiffsfahrscheine, Eintrittsgeb√ľhren) von Besuchern in US-Dollar zu bezahlen sein.

Der Euro wird zunehmend in Rangun zum Umtausch akzeptiert. Auch hier gilt, dass es sich vorzugsweise um ungebrauchte Banknoten handeln sollte. Der Geldumtausch (US-Dollar oder Euro -> Kyat) sollte in den Wechselstuben (‚ÄěMoney Change‚Äú), die an vielen Stellen der gr√∂√üeren St√§dte zu finden sind, stattfinden. Vom Umtausch bei Stra√üenh√§ndlern (z. B. auf dem Bogyoke Aung San Market) wird dringend abgeraten (Betr√ľgereien, schlechter Tauschkurs). Es bestehen, abh√§ngig von der Gr√∂√üe der Banknote, verschiedene Tauschkurse. 100 US-Dollar-Scheine erzielen den g√ľnstigsten Tauschkurs, 1 Dollar-Noten werden zu entsprechend schlechterem Kurs getauscht.

Kommunikationseinrichtungen
Die M√∂glichkeiten der Kommunikation mit dem Ausland sind stark st√∂ranf√§llig. Telefonverbindungen sind h√§ufig defekt oder √ľberlastet und internationale Ferngespr√§che sind sehr teuer. Roaming-Vereinbarungen deutscher Mobilfunkanbieter mit dem myanmarischen Netzbetreiber bestehen lediglich f√ľr einige ¬†deutsche Anbieter. Reisende sollten pr√ľfen, ob ihr Mobilfunk-Anbieter eine Roaming-Vereinbarung mit einem myanmarischen Anbieter hat. Prepaid- SIM-Karten der Anbieter TELENOR und OREDOO k√∂nnen an vielen Stellen in den gr√∂√üeren St√§dten ‚Äst auch am Flughafen Rangun ‚Äst preisg√ľnstig erworben werden. Das gleiche gilt f√ľr Prepaid-Karten der staatlichen Gesellschaft MPT. Die beiden erst genannten Mobilfunknetze k√∂nnen oft nur in den gro√üen St√§dten st√∂rungsfrei empfangen werden, w√§hrend MPT ein gr√∂√üeres, wenn auch nicht fl√§chendeckendes Netz unterh√§lt.

Grunds√§tzlich gilt: Au√üerhalb der gr√∂√üeren St√§dte ist in der Regel kaum Mobilfunkempfang m√∂glich. Mobiltelefone mit Prepaid-Karten¬† k√∂nnen am Flughafen Rangun angemietet werden. Sie m√ľssen dort auch wieder abgegeben werden. Es wird eine Kaution f√§llig, die sp√§ter mit den Geb√ľhren verrechnet wird. Internet-Caf√©s bestehen in gr√∂√üeren St√§dten. Gr√∂√üere Hotels verf√ľgen √ľber eigene, von G√§sten nutzbare E-Mail-Anschl√ľsse; die Kosten sind jedoch (insbesondere beim Versand gr√∂√üerer Dateien oder bei Downloads) sehr hoch. Die Download-Geschwindigkeit ist tags√ľber sehr gering. In den Nachtstunden k√∂nnen Downloads besser vorgenommen werden. Gegen Mindestverzehr bieten einige Restaurants und Hotels W-Lan-Verbindungen an.



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente
Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja, Lichtbild erforderlich

Anmerkungen:

Alle Reisedokumente m√ľssen sechs Monate √ľber das Ende der Reise hinaus g√ľltig sein.

Kindereintr√§ge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr g√ľltig. Jedes Kind ben√∂tigt ein eigenes Ausweisdokument.

Visum
F√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige besteht zur Einreise nach Myanmar Visumzwang. Visa werden von allen Auslandsvertretungen der Union Myanmar erteilt, z. B. der Botschaft in Berlin (Thielallee 19, 14195 Berlin, Tel. +49 30 2061570, Fax: +49 30 20615720, E-Mail: info@botschaft-myanmar.de , B√ľrozeiten: Mo. bis Fr. 09.30 bis 16.30 Uhr). Weitere Informationen zu Visumgeb√ľhren und Antragsverfahren k√∂nnen der Homepage der Botschaft www.meberlin.com entnommen werden.

Touristenvisa werden in der Regel nur f√ľr eine einmalige Ein- und Ausreise ausgestellt.

Bei Vorlage einer vollst√§ndigen Dokumentation zum Reisezweck k√∂nnen Gesch√§ftsleute Visa bei Einreise erhalten, sofern diese √ľber die internationalen Flugh√§fen Rangun und Mandalay erfolgt. N√§heres unter www.mip.gov.mm

Aufgrund der hohen Zahl zu bearbeitender Visaantr√§ge bei der Botschaft von Myanmar in Berlin werden telefonische oder E-Mail-Anfragen zum Stand einzelner Antr√§ge nur sehr eingeschr√§nkt beantwortet. Die Bearbeitung der Visumantr√§ge und die R√ľcksendung des Passes k√∂nnen mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Reisende sollten dieses bei der Reiseplanung entsprechend ber√ľcksichtigen.

Es besteht jedoch auch die M√∂glichkeit, ¬†Visa f√ľr Touristen und f√ľr Gesch√§ftsreisende elektronisch zu beantragen. Mit einer Wartezeit von durchschnittlich f√ľnf Tagen muss gerechnet werden.

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes



Besondere Zollvorschriften

Die Ein- und Ausfuhr ausl√§ndischer Devisen ist in unbegrenzter H√∂he zul√§ssig; ausl√§ndische Besucher m√ľssen jedoch Betr√§ge, die (insgesamt) den Gegenwert von USD 10.000 √ľbersteigen, deklarieren. Die Ein- und Ausfuhr der Landesw√§hrung Kyat ist nicht gestattet.

Tragbare Computer (z. B. Laptops oder Notebooks) k√∂nnen ohne vorherige Genehmigung eingef√ľhrt werden. Das Gleiche gilt f√ľr Mobiltelefone. Die Einfuhr und der Betrieb von Satellitentelefonen bed√ľrfen jedoch weiterhin der vorherigen Genehmigung durch das myanmarische Post & Telecommunications Department.

Einfuhrverbote bestehen u. a. f√ľr Waffen, pornographische Materialien, Spielkarten und Gegenst√§nde, die die Staatsflagge Myanmars und/oder das Bildnis Buddhas oder myanmarischer Pagoden zeigen. Die Abbildungen von myanmarischen Sehensw√ľrdigkeiten (Buddhas, Pagoden) auf Reisef√ľhrern sind unbedenklich.

Die Ausfuhr von Antiquit√§ten ist streng verboten. Zuwiderhandlungen k√∂nnen zu sofortiger Festnahme und mehrmonatiger Haft f√ľhren. Die Ausfuhr von Edelsteinen (sowohl ungeschliffen, als auch geschliffen und/oder gefasst), von Schmuck und Silber ist nur gegen Vorlage der Kaufquittung eines staatlich zugelassenen H√§ndlers zul√§ssig.

Nach dem Washingtoner Artenschutz√ľbereinkommen d√ľrfen bestimmte Tiere und Erzeugnisse daraus nicht in die Bundesrepublik Deutschland eingef√ľhrt werden. Dazu geh√∂ren zum Bespiel Schildkr√∂ten/ Schildpatt. N√§here Informationen k√∂nnen beim Bundesamt f√ľr Naturschutz und beim Zoll (http://ift.tt/1gEUCNo oder www.zoll.de) erlangt werden.

Ausnahmslos alle Reisegep√§ckst√ľcke werden bei Ein- und Ausreise, aber auch auf Inlandsfl√ľgen durchleuchtet und vereinzelt auch von Hand durchsucht.

Zollinformationen zur Einfuhr von Waren sind direkt bei der Botschaft des Ziellandes zu erhalten. Nur dort kann eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden. Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Kritik an der Regierung ist unter Umst√§nden strafbar und ausl√§ndische Besucher m√ľssen immer noch damit rechnen, √ľberwacht zu werden. Politische Bet√§tigung ist verboten. Ausl√§ndische Staatsangeh√∂rige sind bereits mehrfach wegen Verst√∂√üen gegen diese Bestimmungen inhaftiert und/oder ausgewiesen worden. In Einzelf√§llen wurden langj√§hrige Haftstrafen verh√§ngt.

Milit√§rische Einrichtungen, Uniformierte sowie strategisch bedeutende Infrastruktureinrichtungen wie Br√ľcken d√ľrfen nicht fotografiert werden.

Der Besitz schon geringer Mengen von Drogen, einschlie√ülich so genannter ‚Äěweicher Drogen‚Äú, wird mit langj√§hrigen Haftstrafen bestraft, in besonders schweren F√§llen kann die Todesstrafe verh√§ngt werden.

Myanmarische Vorstellungen zur Sexualmoral unterscheiden sich teilweise deutlich von denen in Europa oder anderen Ländern der Region.

Prostitution und der Besitz von pornographischen Materialien sind strafbar.  

Homosexualit√§t wird nicht ausdr√ľcklich im myanmarischen Strafrecht genannt, kann jedoch unter Art. 377 des Penal Code (‚ÄěUnnatural Offences‚Äú) verfolgt werden und zu einer bis zu lebensl√§nglichen Freiheitsstrafe f√ľhren. Tats√§chliche Verurteilungen sind bislang nicht bekannt geworden, zumal die buddhistische Kultur gegen√ľber diskret gef√ľhrten homosexuellen Beziehungen eine gewisse Toleranz aufweist. Ein offenerer Umgang mit Homosexualit√§t ist z.B. in Form von Foto-Ausstellungen in j√ľngster Zeit in Rangun erkennbar, ansonsten aber derzeit in Myanmar nicht m√∂glich.

Bei sexuellem Missbrauch von Kindern drohen langj√§hrige Haftstrafen. Dar√ľber hinaus werden solche Straftaten auch in Deutschland verfolgt.



Medizinische Hinweise

Impfschutz
Eine g√ľltige Impfung gegen Gelbfieber wird nur f√ľr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet gefordert (siehe www.who.int). Bei direkter Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften. Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt die Standardimpfungen gem√§√ü dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene (siehe www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und ggf. zu vervollst√§ndigen. Dazu geh√∂ren auch f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Mumps, Masern, R√∂teln (MMR),Influenza (Grippe) und Pneumokokken.

Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A und  Poliomvelitis (Kinderlähmung), bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut, Typhus und Japanische Enzephalitis empfohlen.

Dengue Fieber
Dengue Fieber wird durch den Stich haupts√§chlich tagaktiver, infizierter M√ľcken √ľbertragen. Eine Impfung oder Chemoprophylaxe ist nicht m√∂glich. Dengue Fieber tritt in Myanmar h√§ufig auf, vorwiegend w√§hrend der Regenperioden. Stadtgebiete sind oftmals stark betroffen, mit einem √úbertragungsrisiko ist aber landesweit zu rechnen. Konsequente Barrierema√ünahmen (Schutz vor M√ľckenstichen, s. u.) sind die einzig m√∂glichen Schutzma√ünahmen.

Zika-Virus-Infektion
Es gibt Hinweise, dass in S√ľdostasien das Zika-Virus seit etwa 40 Jahren zirkuliert. Aus den letzten zehn Jahren wurden Einzelf√§lle von Erkrankungen gemeldet, ohne dass bisher gr√∂√üere Ausbr√ľche bekannt geworden sind. Das Infektionsrisiko ist daher au√üerhalb von Ausbruchsituationen als minimal einzusch√§tzen. Zika-Virus-Infektionen verlaufen klinisch √§hnlich wie Dengue-Fieber, allerdings stellen sie f√ľr ungeborene Kinder eine Gefahr dar. Eine Impfung, eine Chemoprophylaxe oder eine spezifische Therapie stehen absehbar nicht zur Verf√ľgung. Auf eine ganzt√§gige, konsequente Anwendung pers√∂nlicher Schutzma√ünahmen zur Vermeidung von M√ľckenstichen sollte geachtet werden, siehe auch: Schutzma√ünahmen M√ľckenstiche .

Chikungunya-Fieber
Chikungunya Fieber ist analog zu Dengue eine durch den Stich infizierter M√ľcken √ľbertragene Viruserkrankung mit Fieber und vorrangig z. T. langanhaltenden Gelenkschmerzen, die in Myanmar immer wieder auftreten kann. Auch hier gibt es keine Schutzimpfung,

Japanische Enzephalitis
Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entz√ľndung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachaktiven Stechm√ľcken √ľbertragen. Vor allem Schweine und Wasserv√∂gel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selber zu erkranken. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber h√§ufig schwer und hinterlassen oft bleibende Sch√§den oder enden t√∂dlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb ist ein sorgf√§ltiger M√ľckenschutz (s.u.) und ggf. eine vorbeugende Schutzimpfung wichtig.

Malaria
In Myanmar besteht ganzj√§hrig ein Malariarisiko, verst√§rkt in den Regenperioden (M√§rz ‚Äď Dezember). Zunehmende Artemisinin-Resistenzen werden berichtet. Ein mittleres Risiko (h√∂her in der Regenzeit, geringer in der Trockenzeit) besteht vor allem im S√ľdosten (Karen, Kayah, Tenasserim, √∂stliches Shan), besonders im Grenzgebiet zu Thailand sowie im Westen (s√ľdwestliches Chin mit Grenzgebiet zu Bangladesch und Indien). Ein geringes Risiko besteht in den √ľbrigen Landesteilen. H√∂henlagen √ľber 1000m sowie die Stadtgebiete von Rangun und Mandalay gelten als malariafrei.

Die √úbertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-M√ľcken. Unbehandelt verl√§uft insbesondere die gef√§hrliche Malaria tropica (in Myanmar ca. 65% der F√§lle) bei nicht-immunen Europ√§ern h√§ufig t√∂dlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist eine schnelle Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig.

Neben der immer notwendigen Expositionsprophylaxe ist je nach Reiseprofil die Mitnahme einer Notfallselbsttherapie sinnvoll (siehe www.dtg.org). Hierf√ľr wird in Myanmar nur Atovaquon/Proguanil (z.B. Malarone¬ģ) empfohlen. ¬†Die Auswahl der Medikamente und deren pers√∂nliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unvertr√§glichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner/Reisemediziner besprochen werden.

Aufgrund der m√ľckengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:

  • k√∂rperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden), ¬†
  • tags√ľber (u.a.Dengue!) und in den Abendstunden und nachts (Malaria, Japanische Enzephalitis!) ¬†Insektenschutzmittel auf alle freien K√∂rperstellen wiederholt aufzutragen
  • ggf. unter einem impr√§gnierten Moskitonetz zu schlafen
  • m√∂glichst Aufenthalt in m√ľckengesch√ľtzten R√§umen (Fliegengitter, Klimaanlage)

HIV / Aids
HIV/AIDS ist mittlerweile auch in Myanmar, insbesondere in gr√∂√üeren St√§dten und in den Grenzgebieten, ein gravierendes Problem. Gef√§hrdet sind alle, die Infektionsrisiken eingehen: ungesch√ľtzte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen, T√§towierungen und Bluttransfusionen k√∂nnen ein lebensgef√§hrliches Risiko bergen. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.

Durchfallerkrankungen
Durchfallerkrankungen treten in Myanmar sehr häufig auf. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen vermeiden. Vereinzelte Cholerafälle treten vor allem in der Regenzeit auf und sind durch entsprechende Hygiene ebenfalls vermeidbar.

Einige Grundregeln
Ausschlie√ülich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrsp√ľlen und Z√§hneputzen Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmittel gilt: Kochen, Sch√§len oder Desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie m√∂glich mit Seife die H√§nde, immer aber nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. H√§ndedesinfektion, wo angebracht, durchf√ľhren, Einmalhandt√ľcher verwenden.

Tollwut
Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelm√§√üig t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und damit √úbertragung einer Tollwut. Die notwendigen medizinischen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in Myanmar nicht immer m√∂glich. Einen zuverl√§ssigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung f√ľr Reisen nach Myanmar eine besondere Bedeutung zu.

Aviäre Influenza
Auch in Myanmar treten immer wieder F√§lle der klassischen Gefl√ľgelpest (hochpathogene Form der avi√§ren Influenza, ‚ÄěVogelgrippe‚Äú) auf. Im November 2007 wurde erstmalig die Infektion eines Menschen best√§tigt, weitere F√§lle sind nicht bekannt.
Bitte beachten Sie auch die vom Bundesministerium f√ľr Ern√§hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ver√∂ffentlichte Information ‚ÄěHinweise an Reisende zur Vogelgrippe‚Äú unter www.bmelv.de.

Tuberkulose
Tuberkulose kommt landesweit wesentlich h√§ufiger als in Mitteleuropa vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente Tuberkuloseerreger.

Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch. Oft fehlen auch europ√§isch ausgebildete englisch-/franz√∂sischsprechende √Ąrzte. Ein ausreichender, weltweit g√ľltiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverl√§ssige Reiser√ľckholversicherung werden dringend empfohlen. Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs von den ¬†z. T. hohen Temperaturen gesch√ľtzt werden.

Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird dringend empfohlen (siehe z.B. www.dtg.org oder www.frm-web.de). Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Myanmar bewusst sein.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2rbCiq1

T√ľrkei

T√ľrkei: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 12.05.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 12.05.2017)

Letzte √Ąnderungen:
Redaktionelle √Ąnderungen

Aktuelle Hinweise

Am 16. April 2017 fand in der T√ľrkei eine Volksabstimmung √ľber Verfassungs√§nderungen statt. Es ist weiterhin nicht auszuschlie√üen, dass es zu vereinzelten Demonstrationen und Gro√üveranstaltungen kommen kann.
Reisenden wird daher empfohlen, sich von politischen Veranstaltungen und grundsätzlich von größeren Menschenansammlungen fernzuhalten.

Am 15. Juli 2016 kam es in der T√ľrkei zu einem gewaltsamen Putschversuch. Die t√ľrkische Regierung hat daraufhin in allen 81 Provinzen der T√ľrkei den Notstand nach Art. 119 und 120 der t√ľrkischen Verfassung und des Notstandgesetzes von 1983 ausgerufen. Dieser wurde erneut verl√§ngert und gilt zumindest bis zum 19. Juli 2017 fort.

Hiermit k√∂nnen u.a. Ausgangssperren kurzfristig verh√§ngt, Durchsuchungen vorgenommen und allgemeine Personenkontrollen jederzeit durchgef√ľhrt werden. Personen, gegen die t√ľrkische Beh√∂rden strafrechtlich vorgehen (etwa im Nachgang des Putschversuchs oder bei Verdacht auf Verbindungen zur sogenannten G√ľlen-Bewegung), kann u.a. die Ausreise untersagt werden. Die vorgenannten Ma√ünahmen k√∂nnen sich auch gegen Personen richten, die nicht die t√ľrkische Staatsangeh√∂rigkeit besitzen.

Im ersten Quartal 2017 wurde wiederholt deutschen Staatsangeh√∂rigen an den Flugh√§fen in der T√ľrkei die Einreise ohne Angabe genauer Gr√ľnde verweigert. Die betroffenen Personen mussten nach einer Wartezeit in Gewahrsam von mehreren Stunden ihre R√ľckreise nach Deutschland antreten.

In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass unbeachtlich des gesetzlichen Anspruchs deutscher Staatsangeh√∂riger auf konsularischen Rat und Beistand, konsularischer Schutz gegen√ľber hoheitlichen Ma√ünahmen der t√ľrkischen Regierung und ihrer Beh√∂rden nicht in jedem Fall gew√§hrt werden kann, wenn der oder die Betroffene auch die t√ľrkische Staatsangeh√∂rigkeit besitzt.

In der T√ľrkei ist es, insbesondere seit Mitte 2015, wiederholt zu terroristischen Anschl√§gen gekommen.
Es ist keinesfalls auszuschlie√üen, dass terroristische Gruppierungen auch weiterhin versuchen werden, Anschl√§ge, insbesondere in den gro√üen Metropolen, durchzuf√ľhren. Diese k√∂nnen sich auch gezielt gegen Ausl√§nder richten.

Reisende sollten besonders aufmerksam sein und Menschenansammlungen und Orte, an denen sich regelmäßig viele Ausländer aufhalten, möglichst meiden.
Reisenden wird ferner empfohlen, sich √ľber Medien und diese Reise- und Sicherheitshinweise zur weiteren Lageentwicklung informiert zu halten sowie engen Kontakt mit ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Fluglinie zu halten.
Im Reiseverkehr kann es weiterhin zu Beeinträchtigungen und insbesondere zu verstärkten Sicherheitskontrollen an den Flughäfen kommen. 



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Terrorismus
Landesweit ist weiter mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen zu rechnen.

Der internationale Flughafen Istanbul Atat√ľrk,¬† sowie wiederholt die Innenst√§dte von Istanbul und Ankara waren Ziele von Anschl√§gen mit hohen Opferzahlen, so zuletzt am 1. Januar 2017 der Nachtclub ‚ÄěReina‚Äú in Istanbul.

Die als terroristische Vereinigung gelistete ‚ÄěKurdische Arbeiterpartei‚Äú (PKK) sowie ihre Splittergruppe ‚ÄěFreiheitsfalken Kurdistans‚Äú ver√ľben seit Mitte 2015 vor allem im S√ľdosten der T√ľrkei, aber auch in anderen Landesteilen wiederholt Anschl√§ge.
Insbesondere in grenznahen Regionen und St√§dten im S√ľdosten des Landes muss mit l√§ngeren Ausgangssperren und bewaffneten Auseinandersetzungen gerechnet werden.

Aus den touristischen Reisezielen entlang der Mittelmeerk√ľste wurden bislang keine sicherheitsrelevanten Ereignisse gemeldet, bei denen ausl√§ndische Touristen zu Schaden gekommen sind.

Die Sicherheitsvorkehrungen befinden sich landesweit auf hohem Niveau. Angesichts von Anschl√§gen terroristischer Gruppierungen auch gegen nicht-milit√§rische Ziele muss aber in allen Teilen der T√ľrkei grunds√§tzlich von einer terroristischen Gef√§hrdung ausgegangen werden.

Deshalb wird Deutschen, die sich in der T√ľrkei aufhalten oder dorthin reisen m√∂chten, generell empfohlen, sich zur Sicherheitslage laufend, mittels dieser Reise- und Sicherheitshinweise sowie der Medienberichterstattung, informiert zu halten. Menschenansammlungen, auch auf √∂ffentlichen Pl√§tzen und vor touristischen Attraktionen sowie der Aufenthalt nahe Regierungs- und Milit√§reinrichtungen sollten gemieden werden.

In Folge des gescheiterten gewaltsamen Putschversuchs soll es vereinzelt zu aggressiven Übergriffen von Anhängern politischer Lager gegen vermeintlich Andersdenkende kommen. Es wird dringend geraten, auf solche Eskalationen zu achten, sich umgehend zu entfernen und einen sicheren Ort aufzusuchen. Zudem sollte die Nutzung von Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennah- und Fernverkehrs auf das erforderliche Maß eingeschränkt werden. Vorsicht ist auch geboten bei Zufallsbekanntschaften in Bars oder Restaurants.

Deutschen, die sich längerfristig bzw. dauerhaft im Land aufhalten, wird empfohlen, sich elektronisch in der Deutschenliste der deutschen Auslandsvertretung zu registrieren und die dort hinterlegten Kontaktdaten auf dem aktuellen Stand zu halten.
Auch bei kurzfristigen Aufenthalten in den Provinzen DiyarbakńĪr, Mardin, Batman, Bitlis, Bing√∂l, Siirt, MuŇü, Tunceli, ŇěńĪrnak, Hakk√Ęri und Van wird eine Registrierung nahe gelegt.
Generell wird geraten, den Anweisungen der t√ľrkischen Sicherheitskr√§fte Folge zu leisten.

Reisen √ľber Land
Auch bei Reisen √ľber Land wird zu besonderer Vorsicht geraten.
Das t√ľrkische Milit√§r hat am 24. August 2016 mit milit√§rischen Aktionen in Syrien begonnen.

Von Reisen in das Grenzgebiet der T√ľrkei zu Syrien und Irak, insbesondere in die St√§dte DiyarbakńĪr, Cizre, Silopi, Idil, Y√ľksekova und Nusaybin sowie generell in die Provinzen Mardin, ŇěńĪrnak und Hakk√Ęri wird dringend abgeraten.

In den Provinzen Hatay, Kilis, Gaziantep, ŇěanlńĪurfa, DiyarbakńĪr, Mardin, Batman, Bitlis, Bing√∂l, Siirt, MuŇü, Tunceli, ŇěńĪrnak, Hakk√Ęri und Van besteht ein erh√∂htes Risiko f√ľr Reisende. Alle nicht zwingend erforderlichen Reisen in diese Gebiete sollten vermieden werden. Es wird weiterhin zu gr√∂√üter Vorsicht geraten. Die aktuelle Berichterstattung in den Medien sollte aufmerksam verfolgt werden.

In den letzten Monaten wurden mehrfach ‚Äězeitweilige Sicherheitszonen‚Äú eingerichtet und Ausgangssperren verh√§ngt, darunter in Cizre, Silopi, Nusaybin, in Stadtteilen von DiyarbakńĪr und in Silvan. Sicherheitszonen und Ausgangssperren werden streng kontrolliert, das Betreten der Sicherheitszonen ist strikt verboten, eine Verletzung der Ausgangssperren kann im Falle von Kampfhandlungen lebensgef√§hrlich sein. Zur Einrichtung von Sicherheitszonen und Verh√§ngung von Ausgangssperren kam es bisher insbesondere im Gebiet s√ľd√∂stlich von Hakk√Ęri entlang der Grenze zum Irak sowie in DiyarbakńĪr und Umgebung sowie s√ľd√∂stlich der Ortschaft Cizre (Dreil√§ndereck T√ľrkei ‚Äď Syrien ‚Äď Irak), aber auch in den Provinzen Gaziantep, Kilis, Urfa, Hakk√Ęri, Batman und A«ßrńĪ.

Die t√ľrkischen Beh√∂rden erteilen aus Sicherheitsgr√ľnden keine Erlaubnis mehr, den Berg Ararat zu besteigen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Die T√ľrkei ist ein beliebtes Reiseland, das Touristen grunds√§tzlich herzlich und offen empf√§ngt. Wie auch in anderen Urlaubsl√§ndern gibt es jedoch einige wichtige Punkte, die beachtet werden sollten, um einen sorglosen Aufenthalt verbringen zu k√∂nnen.

Militärische Sperrgebiete, Sicherheitszonen und -einrichtungen
Milit√§rsperrgebiete sind nicht immer eindeutig gekennzeichnet und unterliegen Anpassungen. F√ľr solche Bezirke gilt ein absolutes Verbot f√ľr das Betreten und Fotografieren. Reisenden, die beabsichtigen, die entsprechenden Provinzen, in denen Sicherheitszonen und Sperrgebiete ausgewiesen sind, zu bereisen, wird geraten, vor Reiseantritt das f√ľr ihren Wohnort zust√§ndige t√ľrkische Generalkonsulat oder die t√ľrkische Botschaft in Berlin zu kontaktieren, um dort nach der genauen, aktuellen Lage von Sperrgebieten und Sicherheitszonen in der bereisten Region zu fragen. Au√üerdem ist es empfehlenswert, sich w√§hrend der Reise tagesaktuell bei der √∂rtlichen Jandarma oder der Polizei nach der Lage dieser Gebiete zu erkundigen. Von Reisen in bestimmte Gebiete im S√ľdosten des Landes wird dringend abgeraten (s. Landesspezifische Sicherheitshinweise).

Zu beachten ist grunds√§tzlich, dass bez√ľglich milit√§rischer oder anderer der Sicherheit dienender Einrichtungen regelm√§√üig ein Fotografier- bzw. Filmverbot besteht. Das gilt insbesondere f√ľr Grenzanlagen. Auch wenn ein solches nicht ausdr√ľcklich kenntlich gemacht ist, sollte im Zweifel eher von Foto- oder Filmaufnahmen absehen werden. Ganz besonders gilt dies in Grenzgebieten. Dort wird zu besonderer Vorsicht geraten.
Weisungen t√ľrkischer Sicherheitskr√§fte ist unbedingt Folge zu leisten.

Umgang mit sexuellen Minderheiten
Homosexualit√§t ist in der T√ľrkei nicht strafbar. An der j√§hrlich stattfindenden Pride Parade in Istanbul nahmen bis 2014 mehrere zehntausend Menschen teil. 2015 und 2016 ist die Parade von den t√ľrkischen Beh√∂rden jedoch untersagt worden.Es wird ¬†auf Vorf√§lle von Gewalt nicht-staatlicher Seite hingewiesen, bei denen es zu √úbergriffen auf LGBTI Personen gekommen ist. Mit z.T. starken Vorurteilen gegen√ľber dieser Personengruppe in der t√ľrkischen Gesellschaft sollte deshalb gerechnet werden.

Zahlungsmittel
In vielen Gebieten der T√ľrkei, selbst in gr√∂√üeren St√§dten, ist es problematisch Reiseschecks einzul√∂sen. Allerdings l√§sst sich mit einer deutschen EC-Karte in Verbindung mit der PIN an Geldautomaten problemlos Geld abheben (wenn beide mit dem Symbol ‚ÄěMaestro‚Äú versehen sind).

Auch Kreditkarten werden als Zahlungsmittel akzeptiert. In den meisten Fällen muss man dazu zusätzlich den Reisepass oder Personalausweis vorlegen. Unter Angabe der PIN kann man mit der Kreditkarte außerdem Geld bei Banken oder an entsprechend gekennzeichneten Automaten Bargeld abheben.

Taxi
Grunds√§tzlich bestimmt bei Taxifahrten der Taxameter den Preis, bei l√§ngeren Fahrten ist Handeln durchaus erlaubt. Bei viel Gep√§ck wird z. T. ein Aufschlag verlangt. Besonders in Istanbul sollte man sich vorher √ľber den ungef√§hren Fahrpreis informieren, damit Taxifahrten nicht ungewollt zu kostspieligen Stadtrundfahrten werden. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass der Taxameter bei Fahrtantritt eingeschaltet wird. Die Hotels dienen hierbei als eine sichere Informationsquelle.

Straßenverkehr
Der t√ľrkische Stra√üenverkehr, vor allen Dingen in den St√§dten, ist meist sehr lebhaft und dicht. Die Regeln der Stra√üenverkehrsordnung werden oft nicht eingehalten. Man sollte sich defensiv verhalten und sich nicht auf Auseinandersetzungen einlassen, da bei vermeintlichen oder tats√§chlichen Verkehrsverst√∂√üen aggressive Reaktionen anderer Autofahrer drohen k√∂nnen.¬†

Autofahrten nach Einbruch der Dunkelheit, auch auf gr√∂√üeren Verbindungsstra√üen, sind mit erh√∂hten Gefahren verbunden, gerade auch im Hinblick auf die fehlende Beleuchtung, und sollten vermieden werden. Wer im Auto √ľbernachten m√∂chte, sollte dazu einen bewachten Parkplatz oder Campingplatz aufsuchen.

Bei angebotenen Jeepsafaris sollten Anbieterfirmen und technischer Zustand der Fahrzeuge kritisch gepr√ľft werden, vor allem wenn die Reiseveranstalter keine Gew√§hr √ľbernehmen. Die Jeeps sollten nur Personen fahren, die √ľber Erfahrung mit derartigen Fahrzeugtypen und Fahren auf off-road-Strecken verf√ľgen.¬†¬†

Bahnreisen
Die k√ľrzlich er√∂ffnete Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ankara und Istanbul wurde trotz Warnungen von Experten bereits f√ľr den Zugverkehr ge√∂ffnet, ist jedoch bisher nicht v√∂llig fertiggestellt. Deswegen besteht auf dieser Strecke derzeit noch ein erh√∂htes Risiko von Zugausf√§llen und Unf√§llen.

Hinweise f√ľr Menschen mit Behinderungen:
In der T√ľrkei gibt es nur an wenigen Orten eine behindertengerechte Infrastruktur. Dies gilt auch f√ľr √∂ffentliche Einrichtungen. Der teilweise schlechte Zustand der Gehwege auch in Gro√üst√§dten kann die Mobilit√§t von gehbehinderten Menschen deutlich einschr√§nken.

Ausfl√ľge
Bei angebotenen Ausfl√ľgen mit Werksbesichtigung und Kaufgelegenheiten sollten sich Reisende vorher erkundigen, wie lange diese Besuche dauern. Es besteht kein Kaufzwang. Gegen die m√∂gliche Aus√ľbung von Druck durch Mitarbeiter der Unternehmen oder Reiseleiter sollten sich Reisende verwahren und ggf. sp√§ter auch bei den Reiseveranstaltern beschweren.

Alkohol
Die t√ľrkische Regulierungsbeh√∂rde f√ľr Tabakwaren und Alkoholika (TAPDK) macht auf die Gefahr durch den Verzehr von gepanschtem Alkohol aufmerksam und empfiehlt, beim Kauf von Alkohol auf die Originalverpackung und Lizenzierung (TAPDK-Logo auf dem Flaschendeckel, unbesch√§digte, blau-t√ľrkisfarbene Banderole) zu achten.

Kriminalität
Die T√ľrkei zeichnet sich bislang als ein Land mit vergleichsweise gering ausgepr√§gter Gewaltkriminalit√§t aus. In letzter Zeit waren jedoch auch Reisende Opfer von Gewaltverbrechen. Es wird deshalb besonders bei einem Aufenthalt an einsamen Orten und gemeinsamen Unternehmungen mit wenig bekannten Personen zu Vorsicht geraten.

Vorsicht vor Taschendieben ist besonders in der Gro√üstadt Istanbul angezeigt. Die Zahl von Stra√üendiebst√§hlen, besonders in belebten Zonen, ist in Istanbul weiterhin hoch. Allgemein gilt, dass auf Taschen und Geldb√∂rsen √ľberall da, wo Menschenmengen sind, besonders geachtet werden sollte. Vor allem im Stadtteil Beyońülu wurden vermehrt Betrugsf√§lle bekannt, in denen Touristen unter einem Vorwand in einer Bar eingeladen und anschlie√üend gezwungen wurden, zur Begleichung der extrem √ľberh√∂hten Rechnung eine gr√∂√üere Summe Bargeld von einem Geldautomaten abzuheben.

In Istanbul kommt es immer wieder zu Passdiebst√§hlen. Reisende sollten P√§sse bzw. Personalausweise aufgrund des Ausnahmezustands stets mit sich f√ľhren und Kopien anfertigen.

Bei Zahlung mit Bank- oder Kreditkarten ist Vorsicht vor Betr√ľgern geboten, die versuchen, unbemerkt die Bankkarte des Reisenden zu kopieren und den zugeh√∂rigen PIN-Code auszusp√§hen, um dann mit gef√§lschten Karten an Geldautomaten Geld abzuheben. Reisenden wird daher geraten, bei Zahlung ihre Bankkarte stets im Auge zu behalten und die Geheimnummer nur verdeckt einzugeben. Bei Benutzung von Bank- und Kreditkarten mit PIN-Code in Wechselstuben wird zu Vorsicht geraten.

Informationen der deutschen Botschaft Ankara zufolge sind deutsche T√ľrkei-Urlauber nach ihrer R√ľckkehr in das Bundesgebiet in letzter Zeit Opfer von Betrugsf√§llen geworden. Unter dem Vorwand einer f√§lligen Steuerr√ľckzahlung oder einer Geb√ľhr f√ľr einen Lotteriegewinn werden die Urlauber telefonisch zu einer Geld√ľberweisung per Western Union Transfer in die T√ľrkei veranlasst. Diese Aufforderungen entbehren jeglicher rechtlicher Grundlage. Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, sich in solchen F√§llen vorab an die zust√§nden Polizeibeh√∂rden in Deutschland zu wenden.



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente
Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Ja

Vorläufiger Personalausweis: grundsätzlich ja, Einschränkungen s. u.

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Nicht m√∂glich ist die Einreise in die T√ľrkei mit einem von der Bundespolizei f√ľr Notf√§lle ausgestellten Reiseausweis als Passersatz.
Kindereintr√§ge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr g√ľltig. Jedes Kind ben√∂tigt ein eigenes Ausweisdokument.

Empfehlungen
Die T√ľrkei ist Vertragspartei des Europ√§ischen √úbereinkommens √ľber die Regelung des Personenverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten des Europarates vom 13.12.1957.

Bei der Einreise kann der Reisepass, der vorläufige Reisepass, der Personalausweis oder der Kinderreisepass auch seit höchstens einem Jahr abgelaufen sein, nicht jedoch der vorläufige Personalausweis.
Dies gilt f√ľr die folgenden Grenz√ľberg√§nge:
‚Äď am griechisch-t√ľrkischen Grenz√ľbergang
‚Äď an den Grenz√ľberg√§ngen in Istanbul, Izmir, √áanakkale, Muńüla, Antalya, Mersin, Iskenderun und AydńĪn
‚Äď an den Flugh√§fen YeŇüilk√∂y (Istanbul) und Esenbońüa (Ankara).

Es kann jedoch bei der Ausreise aus der T√ľrkei mit abgelaufenen Ausweisdokumenten, insbesondere an den Landgrenzen in Edirne und Ipsala, zu Problemen kommen. Reisenden wird empfohlen, sich bereits vor der Reise in die T√ľrkei um g√ľltige Ausweisdokumente zu k√ľmmern.
Bei der Einreise mit dem vorläufigen Personalausweis hat es in der Vergangenheit ebenfalls Probleme gegeben, so dass die Einreise damit nicht weiter empfohlen werden kann.
Bei Einreise mit einem Reisepass muss dieses Dokument noch mindestens √ľber eine leere Seite verf√ľgen.

In der Vergangenheit kam es zu Zur√ľckweisungen an der Grenze, weil Eltern ohne g√ľltige Einreisedokumente f√ľr ihre Kinder einreisen wollten. In solchen F√§llen k√∂nnen auch die deutschen Auslandsvertretungen in der T√ľrkei keine Abhilfe schaffen.
Reisenden wird empfohlen, sich stets ausweisen zu können.

Visum
Als Tourist kann man sich bis zu 90 Tage in einem Zeitraum von 180 Tagen visumfrei im Land aufhalten. K√ľrzere, in diesen Zeitraum fallende Aufenthalte werden addiert. Damit soll die Rechtslage in der T√ľrkei grunds√§tzlich der in Deutschland geltenden angepasst werden.
Die bisherige Praxis, nach einer eint√§gigen Ausreise einen erneuten Aufenthalt von 90 Tagen zu begr√ľnden, ist seit dem 1. Februar 2012 nicht mehr m√∂glich.

Personen, die sich bereits in der T√ľrkei aufhalten und einen l√§ngeren Aufenthalt planen, k√∂nnen innerhalb von 90 Tagen nach Einreise vor Ort eine Aufenthaltserlaubnis beantragen. Dazu muss der Reisepass noch 60 Tage √ľber den beabsichtigten Aufenthalt hinaus g√ľltig sein. Ist bereits vor Einreise ein Aufenthalt von mehr als 90 Tagen geplant, sollte bei einer t√ľrkischen Auslandsvertretung ein entsprechendes Visum beantragt werden.¬†Reisenden wird empfohlen, sich in Zweifelsfragen an die t√ľrkischen Beh√∂rden, Konsulate oder Rechtsanw√§lte zu wenden, insbesondere dann wenn h√§ufigere langfristige Aufenthalte in der T√ľrkei beabsichtigt sind.

Deutsche Staatsangeh√∂rige, die in der Vergangenheit ein Visum zur Besteigung des Ararat eingeholt haben, ben√∂tigen f√ľr einen dar√ľber hinausgehenden Aufenthalt in der T√ľrkei eine Erlaubnis, die umgehend nach Ende der Bergtour bei¬†der Ausl√§nderpolizei der Sicherheitsdirektion der Provinz (Il Emniyet M√ľd√ľrl√ľńü√ľ) einzuholen ist.

Von Deutschland ausgestellte Reisedokumente oder Reiseausweise f√ľr Ausl√§nder anderer Nationalit√§ten werden von der T√ľrkei anerkannt. F√ľr die Einreise in die T√ľrkei wird jedoch ausnahmslos ein Visum ben√∂tigt, das vorab bei einem t√ľrkischen Generalkonsulat einzuholen ist. T√ľrkische Staatsangeh√∂rige sollten grunds√§tzlich mit einem t√ľrkischen Pass reisen. Eine Einreise ist zwar m√∂glich, die Ausreise aus der T√ľrkei mit einem von deutschen Beh√∂rden ausgestellten Pass dagegen nicht immer.

Bei der Reise in die T√ľrkei auf dem Landweg m√ľssen auch die Einreisebestimmungen der Transitl√§nder beachtet werden. In Serbien sind seit dem 12.06.2010 eine Einreise und ein Aufenthalt bis zu 90 Tagen mit dem Bundespersonalausweis m√∂glich.

Hinweise zur Einreise von Minderjährigen
Besondere Vorschriften f√ľr allein reisende Minderj√§hrige oder bei Reise mit nur einem sorgeberechtigten Elternteil gibt es nicht, solange ihre Ausreise aus Deutschland legal erfolgte.

Kinder t√ľrkischer Eltern, die sowohl die deutsche als auch die t√ľrkische Staatsangeh√∂rigkeit besitzen, ben√∂tigen zur Wiedereinreise nach Deutschland einen deutschen¬†Kinderreisepass, Reisepass oder Personalausweis, der vor Abreise bei der zust√§ndigen deutschen Beh√∂rde beantragt werden muss.

Weiterreise in Drittländer
Grunds√§tzlich ist das notwendige Visum f√ľr eine Weiterreise in die Nachbarstaaten bereits vor der Abreise aus Deutschland bei den entsprechenden Auslandsvertretungen in Deutschland einzuholen. Eine Antragstellung bei den Konsulaten in der T√ľrkei ist in der Regel nicht m√∂glich.

F√ľr Reisende, die √ľber die T√ľrkei nach Afghanistan, Indien, Pakistan, Nigeria oder Tadschikistan reisen m√∂chten, teilte das Gesundheitsministeriums der T√ľrkei im Juli 2011 mit, dass aufgrund der hohen Anzahl an Polioerkrankungen (= Kinderl√§hmung) in den entsprechenden L√§ndern der o. g. Personenkreis eine Dosis Schluckimpfung (zwei Tropfen) gegen Polio bei der Ausreise erhalten soll, sofern nicht bescheinigt werden kann, dass innerhalb des letzten Monats vor Reisebeginn eine solche Impfung bereits vorgenommen wurde. Wenn die Impfung abgelehnt wird, ist eine schriftliche Erkl√§rung abzugeben. Eine Ablehnung der Impfung kann die Verweigerung der (Wieder)Einreise zur Folge haben.

Weiterreise nach Georgien
Die Reise von der T√ľrkei nach Georgien ist nur mit einem g√ľltigen Reisepass m√∂glich.

Weiterreise in den Irak
Die Ausreise aus der T√ľrkei in den Irak ist seit dem 01.07.2004 nur f√ľr Inhaber eines f√ľr Irak g√ľltigen Visums m√∂glich. In diesem Zusammenhang wird auf die Reisewarnung des Ausw√§rtigen Amts f√ľr Irak hingewiesen. Deutsche Staatsangeh√∂rige sind seit dem 01.07.2004 visumspflichtig.

Weiterreise nach Syrien
Anl√§sslich der aktuellen Situation in Syrien warnt das Ausw√§rtige Amt ausdr√ľcklich vor Reisen in dieses Land.¬†Es wird auf die Reisewarnung des Ausw√§rtigen Amts f√ľr Syrien¬†hingewiesen. Aktuellen Nachrichten zufolge hat die syrische Regierung im Grenzgebiet zwischen der T√ľrkei und Syrien verst√§rkt Minen ausgelegt, um syrische Staatsangeh√∂rige an der Flucht in die T√ľrkei zu hindern.

Es wird darauf hingewiesen, dass gerade im Grenzgebiet zwischen der T√ľrkei und Syrien das Fotografieren strengstens verboten ist. Dies gilt auch f√ľr vermeintlich harmlose Landschaftsaufnahmen.

Einreise in die T√ľrkei aus L√§ndern, die nicht Mitgliedstaaten des Europarates sind
Die Einreise in die T√ľrkei ist aus L√§ndern, die nicht Mitgliedstaaten des Europarats (wie z. B. Irak) sind, nur mit dem Reisepass m√∂glich.¬†

Einreise mit dem PKW
Bei der Einreise in die T√ľrkei mit dem Pkw ist die Vorlage eines Reisepasses nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Es wird aber dringend dazu geraten, den Reisepass mitzuf√ľhren, um bei eventueller Unkenntnis der Neuregelung vor Ort Probleme bei der Einreise zu vermeiden.

Der t√ľrkische Zoll stellt ein Formular aus, in dem das Datum der sp√§testen Wiederausfuhr festgelegt wird. Ein √úberschreiten dieser individuell festgelegten Frist auch um nur einen Tag muss unbedingt vermieden werden, da anderenfalls erhebliche Geldstrafen, die den Wert des Fahrzeugs um ein Vielfaches √ľbersteigen k√∂nnen, und ein Strafverfahren drohen. Als Frist werden in der Regel 30 Tage eingetragen, auf Antrag auch bis zu 90 Tage.

Bitte beachten Sie, dass die gr√ľne Versicherungskarte nur im europ√§ischen Teil der T√ľrkei anerkannt wird. Beabsichtigen Sie mit dem Fahrzeug auch den asiatischen Teil zu bereisen, kann eine Versicherung an der Grenze f√ľr die Dauer von mindestens 30 Tagen abgeschlossen werden. Die Kosten variieren je nach Versicherungsdauer und Fahrzeugtyp. Sinnvoll ist auch, sich bereits vor Antritt der Reise mit dem eigenen Versicherungsunternehmen in Verbindung zu setzen und pr√ľfen zu lassen, ob die Reise in den asiatischen Teil der T√ľrkei nicht bereits in der eigenen Kfz-Versicherung enthalten ist oder gegen Aufpreis f√ľr den Zeitraum inkludiert werden kann.

Falls der Halter des Fahrzeugs nicht identisch ist mit dem Reisenden, muss der Reisende/Fahrer √ľber eine Vollmacht des Eigent√ľmers verf√ľgen, die bei einer t√ľrkischen Auslandsvertretung in Deutschland ausgestellt oder beglaubigt sein sollte. Einzelheiten zum Verfahren kl√§ren Sie bitte vor Abreise, um mehrt√§gige Wartezeiten an der Grenze zu vermeiden.

In der T√ľrkei gilt f√ľr Auto- und Motorradfahrer eine 0,5 Promillegrenze. F√ľr das F√ľhren von Lastkraftwagen, PKW mit Anh√§nger und Bussen (Fahrzeuge zur Personenbef√∂rderung) gilt eine 0,0 Promillegrenze. Die Strafen bei Verkehrsdelikten wurden in j√ľngster Zeit drastisch erh√∂ht.

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.



Besondere Zollvorschriften

F√ľr Touristen gelten folgende Regeln: Die Einfuhr von Devisen in die T√ľrkei ist unbegrenzt gestattet. Devisenausfuhr aus der T√ľrkei ist bis zu einem Gesamtbetrag von 5.000,- US Dollar (US-$) oder Gegenwert in TL gestattet. Die beim Geldumtausch in der T√ľrkei ausgeh√§ndigte Quittung sollte unbedingt aufbewahrt werden, da sie bei einem R√ľckumtausch von TL in eine ausl√§ndische W√§hrung bei der Ausreise vorgelegt werden muss.

Reisende d√ľrfen pers√∂nlichen Schmuck bis zu einem Gesamtwert von 15.000 US-$ ein- und ausf√ľhren. Bei einem h√∂heren Wert muss dieser bei der Einreise deklariert werden. Beim Kauf in der T√ľrkei sind Nachweise bei der Ausfuhr erforderlich.

Im √úbrigen d√ľrfen folgende Waren bei Einreise in die T√ľrkei pro Person mitgef√ľhrt werden (gilt nicht f√ľr Transitreisende):

Persönliche Habe
Gegenst√§nde des pers√∂nlichen Gebrauchs inkl. medizinischer Artikel und Medikamente sowie Geschenkartikel bis zu einem Gesamtwert von 300,- Euro (‚ā¨) d√ľrfen zollfrei in die T√ľrkei eingef√ľhrt werden.

Reisemitbringsel
600 St√ľck Zigaretten, 100 St√ľck Zigarillos (max. 3 g/St√ľck) oder 50 St√ľck Zigarren, 250 g Zigarettentabak (inkl. 200 St√ľck Zigarettenpapier), 250 g Pfeifentabak oder 200g Kautabak oder 200g blauer Tabak oder 50g Schnupftabak, 1 Liter Getr√§nke, die einen Alkoholgehalt √ľber 22% Alkohol enthalten, 1 Liter Getr√§nke, die einen Alkoholgehalt bis zu 22% Alkohol enthalten
(Reisende unter 18 Jahren d√ľrfen die oben genannten Gegenst√§nde nicht einf√ľhren)

Eau de Cologne, K√∂lnisch Wasser, Lavendelwasser, Parf√ľm, Essenz oder Lotionen (h√∂chstens 600 ml Gesamtmenge) sowie f√ľnf St√ľcke Hautpflegemittel und Toilettenartikel, 1 kg Kaffee, 1 kg l√∂slicher Kaffee, 1kg Tee, 1 kg Schokolade, 1 kg S√ľ√üigkeiten

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei dem Zollamt Ihres Ziellandes, z. B.¬†www.gtb.gov.tr. Anfragen k√∂nnen in englischer oder franz√∂sischer Sprache gestellt werden. Weiterhin besteht die M√∂glichkeit, die t√ľrkische Botschaft oder eines der t√ľrkischen Generalkonsulate in Deutschland zu kontaktieren. Nur dort k√∂nnen Ihnen¬†rechtsverbindliche Ausk√ľnfte gegeben werden.

Die oben genannten Angaben gelten f√ľr die Einfuhr von Waren in die T√ľrkei. Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.

Informationen zu Hilfstransporten in die T√ľrkei bzw. im Transitverkehr durch die T√ľrkei in Drittl√§nder finden Sie unter Zollvorschriften.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Als allgemeiner Grundsatz gilt, dass in der T√ľrkei unter Strafe steht, was auch in Deutschland verboten ist.

In der T√ľrkei werden Drogendelikte besonders hart bestraft (10 ‚Äď 20 Jahre Gef√§ngnis f√ľr Einfuhr, 6 ‚Äď 12 Jahre Gef√§ngnis f√ľr Ausfuhr).

Ebenfalls hart geahndet (Gef√§ngnisstrafe bis zu 10 Jahren) wird der Erwerb, Besitz und die Ausfuhr von ‚ÄěKultur- und Naturg√ľtern‚Äú, da diese als staatliches Eigentum gelten. Bei Verst√∂√üen sind auch f√ľr Touristen mehrere Monate Untersuchungshaft und hohe Kautionszahlungen (z. Zt. ca. 9.000,- ‚ā¨) g√§ngige Praxis, auch wenn es sich um Antiquit√§ten bzw. alt aussehende Gegenst√§nde von vermeintlich geringem Wert handelt. In Einzelf√§llen wurden Haftstrafen verh√§ngt. Es wird daher nachdr√ľcklich davor gewarnt, von H√§ndlern z. B. Antiquit√§ten, alte M√ľnzen, Fossilien etc. anzukaufen oder selbst mitzunehmen. Polizei und Zollbeh√∂rden legen den Begriff ‚ÄúAntiquit√§ten‚ÄĚ weit aus. Jeder bearbeitete Stein kann darunter fallen. Da es f√ľr Reisende praktisch unm√∂glich ist, selbst zu erkennen, ob ein solcher Gegenstand als Antiquit√§t gesch√ľtzt ist, sollten Reisende, die √ľber keine entsprechende Genehmigung der zust√§ndigen t√ľrkischen Beh√∂rden verf√ľgen, generell Steine, M√ľnzen, Fossilien und alt aussehende Gegenst√§nde nicht in ihrem Reisegep√§ck auszuf√ľhren versuchen. Grunds√§tzlich besteht jedoch die M√∂glichkeit, bei den dem t√ľrkischen Kulturministerium unterstehenden Museen und an einigen Zollstellen eine Ausfuhrgenehmigung einzuholen.

Die Einfuhr von Waffen und Schneidwerkzeug (auch Camping-Messer) ist ohne besondere Erlaubnis verboten.

Es wird dringend davon abgeraten, in der √Ėffentlichkeit politische √Ąu√üerungen gegen den t√ľrkischen Staat zu machen bzw. Sympathie mit terroristischen Organisationen zu bekunden.



Medizinische Hinweise

Impfschutz
Es sind keine Impfungen bei Einreise vorgeschrieben.
Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gem√§√ü aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes www.rki.de f√ľr Kinder und Erwachsene anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und zu vervollst√§ndigen. Dazu geh√∂ren auch f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (Kinderl√§hmung), Mumps, Masern R√∂teln (MMR), Influenza und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut und Typhus empfohlen. 

Malaria
Die T√ľrkei ist nahezu malariafrei, vor allem die touristischen Regionen im S√ľden und Westen des Landes. Nur in den Grenzregionen zu Syrien und Irak ist ein¬†minimales Malariarisiko (Plasmodium vivax) von Mai bis Oktober nicht sicher auszuschlie√üen.

Die √úbertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-M√ľcken. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis an den behandelnden Arzt auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig.

Krim-Kongo-Hämorrhagisches Fieber
Besonders in l√§ndlichen Gebieten treten gelegentlich F√§lle von Krim-Kongo-H√§morrhagischem Fieber auf, eine von Zecken √ľbertragene Viruserkrankung, die t√∂dlich verlaufen kann.

Aufgrund der insektengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden in die Risikogebiete empfohlen:
‚Äď k√∂rperbedeckende Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
‚Äď in den Abendstunden und nachts Insektenschutzmittel auf alle freien K√∂rperstellen wiederholt aufzutragen,
‚Äď ggf. unter einem Moskitonetz zu schlafen.

HIV / AIDS
Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen) und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich ein Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen. Die HIV Inzidenz ist in der T√ľrkei allerdings sehr gering (< 0,01 % der Bev√∂lkerung).

Durchfallerkrankungen und Cholera
Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera vermeiden.  Wenn Sie Ihre Gesundheit während Ihres Aufenthaltes nicht gefährden wollen, dann beachten Sie folgende grundlegende Hinweise:
Ausschlie√ülich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z. B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: kochen, sch√§len oder desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie m√∂glich mit Seife die H√§nde, immer aber nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. H√§ndedesinfektion, wo angebracht, durchf√ľhren, ggfs. Einmalhandt√ľcher verwenden.

Medizinische Versorgung
Die √§rztlichen Behandlungsm√∂glichkeiten in den Gro√üst√§dten des Landes sowie in den touristischen Regionen sind in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Insbesondere die gro√üe Anzahl privater Krankenh√§user¬† bieten ein ann√§hernd europ√§isches Niveau. Die medizinische Versorgung in l√§ndlichen Gebieten ist vielfach mit Westeuropa nicht zu vergleichen und kann technisch, apparativ und hygienisch problematisch sein. Ein evtl. vorhandener g√ľltiger Krankenversicherungsschutz (Auslandskrankenschein) ist oft nicht ausreichend. Es wird daher dringend angeraten, eine private Reisekrankenversicherung und eine zuverl√§ssige Reiser√ľckholversicherung abzuschlie√üen. Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs vor den hei√üen Temperaturen entsprechend gesch√ľtzt werden. Auch hierzu ist eine individuelle Beratung durch einen Tropenarzt bzw. Reisemediziner sinnvoll.

Bei Einf√ľhrung von verschreibungspflichtigen Medikamenten f√ľr den eigenen Bedarf ist es ratsam, eine Bescheinigung des verschreibenden Arztes mit sich zu f√ľhren, die die medizinische Notwendigkeit best√§tigt.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe z.B.: http://www.dtg.org/ oder http://www.frm-web.de/)

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2r7s8TP

Nepal

Nepal: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 11.05.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 11.05.2017)

Letzte √Ąnderungen:
Aktuelle Hinweise
Landesspezifische Sicherheitshinweise

Aktuelle Hinweise

Am 6. M√§rz 2017 kam es im Distrikt Saptari (√∂stliches Terai) zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten der United Democratic Madhesi Front (UDMF) und Sicherheitskr√§ften, die mehrere Todesopfer und zahlreiche Verletzte forderten. Die Sicherheitslage im Terai wird sich voraussichtlich im Hinblick auf die am 14. Mai und 14. Juni 2017 angek√ľndigten Lokalwahlen nicht entspannen und birgt weiteres Eskalationspotenzial. Gro√üfl√§chig angelegte Generalstreiks und auch gewaltt√§tige Protestaktionen sind nicht auszuschlie√üen. Bei Reisen in die √∂stlichen und westlichen Distrikte des Terai wird zu besonderer Vorsicht geraten. ¬†

Weiterhin ist f√ľr den ersten Wahltag (Wahl in den Provinzen 3,4 und 6), 14. Mai 2017 ein generelles Fahrverbot ausgesprochen worden. Nur Fahrzeugen mit Sondergenehmigung ist es an diesem Tag erlaubt, zu fahren. Gesch√§fte und Restaurants sollten aber grunds√§tzlich ge√∂ffnet sein.
Bis zum zweiten Wahltag am 14. Juni 2017 (Wahl in den Provinzen 1, 2, 5, und 7) kann es im Land zu Störungen kommen.
Reisenden wird an den Wahltagen und auch den Tagen davor und danach zu erhöhter Aufmerksamkeit geraten und empfohlen, größere Menschenansammlungen zu meiden.





Landesspezifische Sicherheitshinweise

Bandhs/ Streiks
Grunds√§tzlich muss in Nepal jederzeit mit kurzfristig ausgerufenen ‚ÄěBandhs‚Äú (Zwangsstreiks jedweder Art), auch im Kathmandu-Tal, und Blockaden/Stra√üensperren gerechnet werden; manchmal werden diese auch gewaltsam durchgesetzt. Letzteres gilt auch f√ľr sog. Transportstreiks. Nach den bisherigen Erfahrungen k√∂nnen diese Protestaktionen das √∂ffentliche Leben empfindlich st√∂ren bzw. l√§hmen und zu gewaltt√§tigen Auseinandersetzungen mit Gefahr f√ľr Leib und Leben f√ľhren.

Sofern es die Sicherheitslage zul√§sst, bem√ľht sich das Nepal Tourism Board Shuttle-Busse zum Flughafen zu betreiben. N√§here Informationen dazu gibt die Touristenpolizei am jeweiligen Aufenthaltsort. Solche Shuttle-Busse sollen auch am Wahltag verkehren. Ebenso d√ľrfen mit Sondergenehmigungen Fahrzeuge verschiedener touristischer Einrichtungen verkehren. Hier sollte zuvor individuell abgekl√§rt werden, ob der Transport sichergestellt werden kann.

Es wird empfohlen, jegliche Demonstrationen und größere Menschenansammlungen zu meiden.

Während der Streiks sind Reisen auf dem Landwege nicht oder nur unter schwierigen Bedingungen möglich. Der Flugverkehr ist von den Bandhs in aller Regel nicht betroffen, evtl. aber der Zu- und Abgang zu den Flughäfen. Zu beachten ist, dass während der Ausgangssperren und Streiks teilweise keine Ambulanzfahrzeuge fahren, Krankenhausmitarbeiter nicht erreichbar sind und auch in Notfällen keine Hilfe durch die Botschaft geleistet werden kann.
Besonders im Terai ist mit Protestaktionen und gewaltsamen Auseinandersetzungen zu rechnen.

Reisen √ľber Land
In Folge des schweren Erdbebens vom 25. April 2015 sowie heftiger Nachbeben gibt es im ganzen Land weiterhin Infrastrukturschäden und unpassierbare Straßen. 

Die schwer betroffenen Distrikte (Gorkha, Kavrepalanchok, Dhading, Nuwakot, Rasuwa mit dem Trekkinggebiet Langtang, Sindupalchok, Dolakha, Ramechhap, Okhaldunga, Makwanpur und Sindhuli) sind durch Erdrutsche oder Gerölllawinen weiterhin teilweise schwer zugänglich. Bei Reisen in diese Gebiete ist daher besondere Vorsicht geboten.  

Reisenden wird empfohlen, sich vor Reisen nach Nepal bei ihrem Reiseveranstalter oder der √∂rtlichen Reiseleitung √ľber die Durchf√ľhrbarkeit der Reise zu informieren und w√§hrend eines Aufenthalts in Nepal die aktuelle √∂rtliche Medienberichterstattung zu verfolgen.

Infolge der nicht immer st√∂rungsfreien Kommunikation k√∂nnen sich in Notf√§llen erhebliche Schwierigkeiten ergeben, weil Hilfeleistungen nicht rechtzeitig organisiert werden k√∂nnen. Es wird darauf hingewiesen, dass Rettungsfl√ľge wetter- und tageszeitbedingt nicht immer rechtzeitig durchgef√ľhrt werden k√∂nnen und Rettungshubschrauber nicht in alle H√∂hen und Landesteile fliegen k√∂nnen.

Das Terai, s√ľdliches Grenzland zu Indien, war in den vergangenen Jahren oftmals Schauplatz von ¬†Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen politischen Gruppierungen und den Sicherheitskr√§ften. Anfang M√§rz 2017 ist es dort erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen auch mit Todesopfern gekommen.
Im Terai und anderen Gebieten, selbst in Kathmandu, waren in der Vergangenheit vereinzelt auch Fahrzeuge von Diplomaten und internationalen Organisationen Ziel von Angriffen. Gelegentlich wurden Ausländer bedroht.

An den Grenz√ľberg√§ngen zu Indien kann es auf Grund der instabilen politischen Situation sowohl auf nepalesischer als auch auf indischer Seite zu Verz√∂gerungen beim Grenz√ľbertritt kommen.

Kriminalität
Auf Grund der politischen Instabilität und der Unzuverlässigkeit des Rechtssystems ist eine steigende Gewaltbereitschaft und Kriminalität im ganzen Land feststellbar. In touristischen Regionen sind häufiger Taschendiebstähle vorgekommen, in abgelegeneren Gebieten auch durch vorbeifahrende Motorradfahrer.

In den vergangenen Jahren haben mehrere ausl√§ndische Touristinnen Vergewaltigungen in Thamel, dem Touristen-Viertel Kathmandus, sowie in den in Kathmandus s√ľdlicher Nachbarstadt Patan gelegenen Vierteln Sanepa und Jawalakhel angezeigt.¬†Frauen¬†wird deshalb empfohlen, nach Einbruch der Dunkelheit besonders vorsichtig und stets mit Begleitung unterwegs zu sein.

Kriminelle Organisationen und andere Gruppierungen erpressen in vielen Landesteilen nationale und internationale Organisationen, Gesch√§ftsleute und Einzelpersonen und setzen Forderungen teilweise mit Gewalt durch. Auch Trekking-Touristen sind gelegentlich Ziel derartiger ‚ÄěSpenden-Erpressungsversuche‚Äú. Ein ortskundiger F√ľhrer kann in solchen F√§llen deeskalierend wirken.¬†

Im Umgang mit staatlichen Sicherheitskräften ist zu beachten, dass in Nepal teils ein anderes Rechtsverständnis besteht. Nachgiebiges Auftreten wird daher angeraten.

Naturkatastrophen
Das Himalaya-Gebiet gilt insgesamt als stark erdbebengef√§hrdet. Im Falle eines schweren Erdbebens muss davon ausgegangen werden, dass medizinische Einrichtungen und generelle Notfallausstattungen √ľberlastet sind. Es wird daher empfohlen, sich vor Anreise mit den Verhaltensregeln f√ľr den Fall eines Erdbebens vertraut zu machen.

Während der von Juni bis Anfang Oktober andauernden Monsunzeit entstehen in ganz Nepal immer wieder Reisebehinderungen durch plötzlich auftretende Überschwemmungen (insbesondere im Grenzgebiet zu Indien) und Erdrutsche, die auch die Hauptreisewege betreffen können.

Hinweise f√ľr Trekking-Touren
Es wird dringend empfohlen, nicht alleine zu trekken. Die gesundheitlichen Risiken sind in den höher gelegenen Gebieten sehr hoch. Auch kam es in der Vergangenheit zu Übergriffen gegen allein reisende Trekker.
Weiterhin wird empfohlen, nur bekannte Routen zu begehen, in Gruppen zu bleiben, ausschlie√ülich seri√∂se Agenturen und F√ľhrer zu nutzen sowie vor Aufsuchen abgelegener Gebiete aktuelle Informationen √ľber die Sicherheitslage einzuholen. Dar√ľber hinaus sollten sich Reisende unter Angabe der Trekking-Route und der Versicherungsdaten bzw. der evtl. Mitgliedschaft in einer Rettungsfluggesellschaft unbedingt in der Krisenvorsorgeliste registrieren. Die Registrierung kann maximal zehn Tage vor der geplanten Reise vorgenommen werden.
Beim Trekking sollten Reisende die Risiken der H√∂henkrankheit nicht untersch√§tzen und¬†bei den ersten Anzeichen (√úbelkeit, Kopfschmerzen oder Atemnot) absteigen. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit kommt in der Regel jede Hilfe zu sp√§t. Ebenso ist zu bedenken, dass Helikopter-Rettungsfl√ľge wetter- und tageszeitbedingt nicht immer sofort durchgef√ľhrt werden k√∂nnen. Das Ausw√§rtige Amt verweist hierzu auf das Merkblatt zur H√∂henkrankheit.

Alle Trekker m√ľssen ein g√ľltiges TIMS-Certificate (Trekkers‚Äė Information Management System) vorweisen, das von den TIMS-Stellen des Nepal Tourism Board (NTP) bzw. der Trekking Agents Association of Nepal (TAAN) sowohl f√ľr Trekker, die mit einer Agentur reisen¬†als auch f√ľr Individual-Trekker¬†ausgestellt wird. Die Geb√ľhr muss¬†in nepalesischen Rupien entrichtet werden. Reiseagenturen, die diesen Verb√§nden nicht angeh√∂ren, m√ľssen die Zertifikate bei NTB bzw. TAAN einholen. Gelegentlich werden die Zertifikate von hilfsbereiten Vermittlern ausgef√ľllt. Da jeder Tourist f√ľr den Inhalt seiner Genehmigung selbst verantwortlich ist, gilt es, auf eine korrekte Ausf√ľllung zu achten. N√§here Informationen sind erh√§ltlich bei NTB, Tel. 00-977-1-422 57 09, E-mail: mediacenter@ntb.org.np¬†Die Trekking Geb√ľhren unterliegen laufenden Anpassungen.

Wiederholt kam es zu Erpressungen von Trekkern, die mit frei angeheuerten Tr√§gern ohne Versicherungsnachweise f√ľr die Tr√§ger unterwegs waren. Das Einschalten einer verl√§sslichen Reiseagentur und das Mitf√ľhren der entsprechenden Zahlungsnachweise beugen rechtlichen Schwierigkeiten vor.

Freiwilligendienste/Voluntourism-Aufenthalte
Bei der Aufnahme von Freiwilligendiensten (sogenannten Voluntourism) bei vermeintlich gemeinn√ľtzigen Organisationen wird zu einer gewissen Vorsicht geraten. Dies gilt insbesondere f√ľr T√§tigkeiten in Kinderheimen oder wenn dem Freiwilligen ein gr√∂√üerer Geldbetrag f√ľr seine Dienste in Rechnung gestellt werden soll. Es ist vermehrt vorgekommen, dass lokale oder internationale Nichtregierungs-Organisationen armutsrelevante Projekte zur eigenen Bereicherung vort√§uschen.

Es wird empfohlen, sich vor Abreise beim Hauptsitz der Organisation √ľber die Anstellungsbedingungen, die Art der Arbeit sowie die Versicherungsdeckung zu informieren. Zur Aufnahme einer Freiwilligenarbeit in Nepal muss eine Arbeitserlaubnis von den nepalesischen Beh√∂rden erteilt werden. Die Aus√ľbung dieser T√§tigkeiten mit einem Touristenvisum ist illegal und wird bestraft.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangeh√∂rigen wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu erm√∂glichen. Hier√ľber werden im Bedarfsfall Sicherheitshinweise versandt. Auch sollten dort Informationen zu m√∂glichen Ansprechpartnern in Deutschland sowie Angaben zur Mitgliedschaft bei einer Rettungsfluggesellschaft und die Reisekrankenversicherung hinterlegt werden. Insbesondere Reisenden, die nicht Teil einer Pauschalreisegruppe sind wird geraten, von dieser M√∂glichkeit Gebrauch zu machen. Pauschalreisende werden ggfs. √ľber die Reiseveranstalter √ľber die Sicherheitslage im Reiseland informiert.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Aufgrund von Schwierigkeiten mit der Stromversorgung gibt es landesweit das sogenannte ‚ÄěLoad shedding‚Äú, auch wenn dieses in den vergangenen Monaten stark zur√ľckgegangen ist.¬†Dies bedeutet t√§glich mehrere Stunden Stromabschaltungen, worunter das ganze Land, insbesondere die Industrie, leidet. Touristen sollten bedenken, dass Akkus nicht immer aufgeladen werden k√∂nnen.

Die zur√ľckliegenden Protestaktionen und Streiks in einigen Gebieten des Terais und der Blockierung einiger wichtiger Grenz√ľberg√§nge zu Indien, haben zeitweise eine Verknappung wichtiger Verbrauchsg√ľter wie Diesel, Benzin und Flaschengas bewirkt.

Bei Versorgungsengpässen sind auch öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser betroffen. Eine Versorgung im Notfall kann daher in Einzelfällen schwierig werden, da wichtige Medikamente knapp werden. Auch eine Rettung aus abgelegenen Gebieten mit Helikoptern kann aufgrund der unzureichenden Dieselvorräte und den Wetterbedingungen problematisch werden.

Verkehrsbedingungen
Bei Reisen √ľber Land muss mit den √ľblichen Behinderungen wegen unzureichender Infrastruktur gerechnet werden.
Die Flugsicherheit von inl√§ndisch und international operierenden nepalesischen Fluggesellschaften entspricht nicht europ√§ischen Sicherheitsstandards. Allen nepalesischen Luftfahrtunternehmen wurde mit Wirkung vom 05.12.2013 der Betrieb im europ√§ischen Luftraum untersagt, die sog. ‚Äěschwarze Liste‚Äú der EU ist einsehbar unter:
http://ec.europa.eu/.

Von Fahrten in normalen √úberlandbussen wird wegen der Vielzahl von Verkehrsunf√§llen, die h√§ufig den Tod s√§mtlicher Insassen zur Folge haben abgeraten. Bei Fahrten √ľber Land sollten ausschlie√ülich gekennzeichnete Touristenbusse benutzt werden.

Geldversorgung
Im Kathmandu-Tal besteht die M√∂glichkeit, sich √ľber Geldautomaten mit Bargeld zu versorgen. Die meisten Automaten akzeptieren EC-Maestro-Karten, Visa- und Master-Kreditkarten jeweils mit PIN.
Devisen können in allen größeren Städten problemlos getauscht werden. Traveler Cheques hingegen werden nicht mehr angenommen. Die indische Rupie ist in Nepal frei konvertierbar, allerdings werden Scheine nur bis max. 100 INR-Noten akzeptiert.



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente
Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente m√ľssen sechs Monate g√ľltig sein.
Kindereintr√§ge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr g√ľltig. Jedes Kind ben√∂tigt ein eigenes Ausweisdokument.

Visum
F√ľr die Einreise ben√∂tigt man ein Visum, das bei der Einreise an Grenz√ľbergangsstellen nach Nepal oder am Flughafen Kathmandu erteilt wird. Die Geb√ľhr f√ľr ein 30 Tage g√ľltiges Touristenvisum betr√§gt 40,- US$; ein Passfoto ist am Flughafen vorzulegen. Visageb√ľhren k√∂nnen auch in EUR oder anderen konvertiblen W√§hrungen bezahlt werden, die von der Bank am Flughafen zum Dollar-Tageskurs umgerechnet werden. Kinder unter zehn Jahren bezahlen keine Visageb√ľhr.

Reisende sollten direkt nach Erteilung pr√ľfen, ob das Visum tats√§chlich den gew√ľnschten Zeitraum umfasst. Ansonsten f√ľhrt dies zu Problemen bei der Ausreise, u.a. zu empfindlichen Strafgeb√ľhren, ohne deren Bezahlung keine Ausreise gew√§hrt wird.

Das Visum kann auch in Deutschland bei der nepalesischen Botschaft in Berlin sowie bei den nepalesischen Honorarkonsuln in Frankfurt, Hamburg, K√∂ln, M√ľnchen und Stuttgart beantragt werden. Dort sollte man sich die Einreisevorschriften im eigenen Interesse vor Antritt der Reise best√§tigen lassen. Auf Grund der langen Wartezeiten bei der Visumerteilung am Flughafen empfiehlt das Ausw√§rtige Amt die vorherige Einholung eines Visums. Neu ist die M√∂glichkeit, ein Visum zur Einreise √ľber den Tribhuvan-Flughafen vorab online unter http://ift.tt/1lDy26f ¬†zu beantragen. Zur Zuverl√§ssigkeit des Verfahrens liegen allerdings keine Erfahrungswerte vor.

Laut derzeitiger Auskunft der nepalesischen Einwanderungsbeh√∂rde soll die Visumserteilung bis zum Ende der G√ľltigkeit des Reisedokuments m√∂glich sein, in der Praxis r√§t die Deutsche Botschaft Kathmandu jedoch dazu, mit einem noch mindestens¬†sechs Monate g√ľltigen Pass zu reisen. Manchmal akzeptieren Fluggesellschaften Passagiere nicht, deren P√§sse in K√ľrze ablaufen.

Eine Registrierung oder Meldepflicht nach Einreise ist nicht vorgesehen.

Touristenvisa sind bis zu 150 Tagen verl√§ngerbar, sofern die zust√§ndigen Beh√∂rden die Voraussetzungen f√ľr eine Verl√§ngerung als gegeben betrachten.

Aufenthalte ohne oder mit abgelaufenen Visa f√ľhren zu empfindlichen Geld- und teilweise auch Gef√§ngnisstrafen.
Zur Aus√ľbung von Freiwilligendiensten in Nepal muss eine Arbeitserlaubnis von den nepalesischen Beh√∂rden erteilt werden. Die Aus√ľbung dieser T√§tigkeiten mit einem Touristenvisum ist illegal und wird bestraft. Dies gilt auch f√ľr medizinische Hilfsaktionen in Nepal (sog. Health Camps), welche zus√§tzlich grunds√§tzlich die Zustimmung des Nepal Medical Councils ben√∂tigen.

Aktuelle Visabestimmungen und Geb√ľhren sind auf der Website des Department of Immigration unter http://ift.tt/1FaQwpn zu finden ¬†oder k√∂nnen von der nepalesischen Botschaft in Berlin erfragt werden (http://ift.tt/1aEFZSH). Es wird geraten, die aktuellen Informationen vor Abreise zu pr√ľfen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t Reisenden, sich wegen Visa, die in Nepal f√ľr Drittl√§nder (z. B. f√ľr Indien) ben√∂tigt werden, nur direkt an die entsprechenden Botschaften zu wenden und sie nicht durch Reiseb√ľros oder andere Vermittler einholen zu lassen (Ausnahme: Gruppenvisa f√ľr Tibet). So vermeidet man die Eintragung eines gef√§lschten Visums, mit dem es schon bei der Ausreise aus Nepal zu Komplikationen kommen kann. Probleme bei Reisedokumenten, die Visa anderer Staaten enthalten gibt es nicht.¬†

Reisende, die √ľber Indien kommen und Nepal wieder nach Indien verlassen m√∂chten, sollten sich rechtzeitig √ľber die ge√§nderten indischen Visa-Vorschriften bei der/dem n√§chsten indischen Botschaft/Konsulat oder dem indischen Innenministerium informieren http://boi.gov.in/¬†¬†

Reisende, die Interesse an einer Weiterreise nach Tibet in der Volksrepublik China haben, informieren sich bitte vor der Einreise nach Nepal bei der chinesischen Botschaft in Deutschland oder Nepal √ľber die M√∂glichkeiten der Visumerteilung (z.B. Zust√§ndigkeiten, Bearbeitungszeiten, Geb√ľhren). Zu¬†beachten ist insbesondere, dass die Erteilung chinesischer Visa nicht das ganze Jahr √ľber erfolgt.¬†

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.



Besondere Zollvorschriften

Verbindliche Ausk√ľnfte zu Zollbestimmungen k√∂nnen lediglich die nepalesischen Auslandsvertretungen oder das nepalesische Finanzministerium www.customs.gov.np¬†geben. Vorbehaltlich dessen nachstehend die derzeit g√ľltigen Einfuhrbestimmungen.

Inhaber eines ausl√§ndischen Reisepasses, die nach Nepal einreisen oder aus Nepal ausreisen, d√ľrfen folgende Gegenst√§nde zollfrei ein- bzw. ausf√ľhren:

Bedarfsgegenst√§nde, sofern sie bei R√ľckkehr wieder ausgef√ľhrt werden

  • 1 gebrauchtes Fernglas
  • 1 gebrauchte Film- oder Videokamera (mit Abspielger√§t), 1 Fotoapparat, 1 Computer (werden vor Einfuhr in den Reisepass eingetragen)
  • 1 gebrauchte tragbare Musikanlage, 10 bespielte oder unbespielte Kassetten (werden vor Einfuhr in den Reisepass eingetragen)
  • gebrauchte Kleidung und Bettw√§sche, gebrauchte Haushaltsgegenst√§nde
  • 1 Kinderwagen und 1 Dreirad
  • 1 Set gebrauchte F√ľllfederhalter, 1 Set Filzstifte oder Bleistifte
  • 1 gebrauchte Armbanduhr

Folgende zur Berufsaus√ľbung bestimmte Gegenst√§nde

  • 1 Sortiment Zimmermannswerkzeug
  • gebrauchte √§rztliche Standardinstrumente f√ľr Haus√§rzte sowie gebrauchte Instrumente f√ľr den Bedarf jeweiliger Fach√§rzte
  • 1 Musikinstrument und notwendiges Zubeh√∂r f√ľr Musiker
  • Sportartikel f√ľr Sportler
  • Angel

Der Zolldirektor kann ausl√§ndischen Touristen die zollfreie Ein- und Ausfuhr anderer als der aufgez√§hlten mitgef√ľhrten Gegenst√§nde gestatten, sofern er dies f√ľr angemessen erachtet.

Zum Verbrauch bestimmte Gegenstände

  • 1 Flasche Spirituosen (bis 1,15 Liter) oder 12 Dosen Bier
  • 200 Zigaretten, 50 Zigarren, 250 g Tabak
  • 15 Filme f√ľr Fotoaufnahmen und 12 Rollen Film f√ľr Videoaufnahmen
  • Medikamente f√ľr den eigenen Bedarf f√ľr die Dauer des Aufenthaltes¬† (mit Ausnahme solcher, f√ľr die ein Einfuhrverbot besteht ‚Äď siehe http://ift.tt/1bCbbpK )
  • Nahrungsmittel inklusive Konservendosen bis zu einem Wert von NPR 1.000,-
  • frisches Obst bis zu einem Wert von NPR 1.000,-

¬†Ausfuhr von G√ľtern aus Nepal

  • Genehmigungsfrei ausgef√ľhrt werden d√ľrfen in Nepal hergestellte Produkte (mit Ausnahme solcher, f√ľr die ein Ausfuhrverbot besteht) bis zu dem Betrag in ausl√§ndischer W√§hrung, den der Tourist bei einer Bank oder bei einer staatlich autorisierten Wechselstube eingetauscht hat.
  • Bei der Ausfuhr von G√ľtern ist die Negativliste des nepalesischen Zolls zu gesch√ľtzten Kulturg√ľtern sowie zu Produkten von gesch√ľtzten Tier- und Pflanzenarten zu beachten. Diese ist unter http://ift.tt/1thBYft -> Banned, Quantitative Restriction and Permission on Export einsehbar.

Die Ausfuhr größerer, bei der Einreise nicht deklarierter Devisenbeträge ist strafbar.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Wird der Aufenthalt in Nepal nach Ablauf des Visums unerlaubt fortgesetzt, droht eine Geldstrafe von derzeit 2,- US-$ f√ľr jeden ohne Aufenthaltsgenehmigung in Nepal verbrachten Tag. Ab dem 31. Tag erh√∂ht sich der Tagessatz auf 3,- US-$, bei mehr als 90 Tagen auf 5,- US-$. Wird die Strafe nicht bezahlt, muss mit einer empfindlichen Haftstrafe gerechnet werden, bei der sich die Geldbu√üe nur alle drei Tage um etwa 1,- US-$ reduziert.

Dies sind unverbindliche Angaben, die ge√§ndert werden k√∂nnen, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon in Kenntnis gesetzt wird. Verbindliche Ausk√ľnfte sind bei der nepalesischen Botschaft oder der nepalesischen Einwanderungsbeh√∂rde (http://ift.tt/1FaQwpn) erh√§ltlich.

Nepalesische Polizei und Justiz verfolgen Drogendelikte konsequent. Bei Verstößen drohen lange Gefängnisstrafen.

Die Ausfuhr gr√∂√üerer, bei der Einreise nicht deklarierter Devisenbetr√§ge kann ebenfalls zu empfindlichen Geld- und Haftstrafen f√ľhren.

Homosexuelle Handlungen k√∂nnen gem√§√ü nepalesischem Strafrecht als ‚Äěunnat√ľrliche sexuelle Handlungen‚Äú interpretiert und mit bis zu einem Jahr Gef√§ngnis oder einer Geldstrafe von bis zu 5.000,- NRP geahndet¬†werden; es sind jedoch in den letzten Jahren keine F√§lle tats√§chlicher Strafverfolgung bekannt geworden.

Sexuelle Handlungen mit Minderjährigen sind ebenfalls verboten und werden neben einer empfindlichen Geldstrafe auch mit Haftstrafe geahndet. Es wird darauf hingewiesen, dass der Missbrauch von Kindern auch nach deutschem Recht strafbar ist und verfolgt wird, wenn diese Tat von Deutschen im Ausland begangen wird.



Medizinische Hinweise

Impfschutz
Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gem√§√ü dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene (siehe: www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls zu vervollst√§ndigen.
Dazu geh√∂ren f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderl√§hmung), ggf. auch gegen Masern Mumps und R√∂teln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.
Eine g√ľltige Impfung gegen Gelbfieber wird nur f√ľr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (siehe www.who.int). Bei direkter Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Tollwut und Japanische Enzephalitis empfohlen.

Cholera
In Nepal und besonders auch im Kathmandu-Tal registriert man bei Beginn des Monsuns eine Zunahme von Cholera-Erkrankungen. Das Infoblatt ‚ÄěCholera‚Äú informiert √ľber pers√∂nliche Vorsichtsma√ünahmen. Sie finden es unter den Merkbl√§ttern des Gesundheitsdienstes des Ausw√§rtigen Amtes.

Durchfall- und Darmerkrankungen
Durchfallerkrankungen sind √ľberall im Land ganzj√§hrig h√§ufig. Oberfl√§chengew√§sser k√∂nnen mit f√§kalen Keimen kontaminiert sein. Leitungswasser hat selbst in den St√§dten nicht immer Trinkwasserqualit√§t. Es wird empfohlen, nur originalverpackte Getr√§nke in Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss zu filtern, chemisch zu desinfizieren oder zu kochen. Trinkwasser aus den ACAP Filteranlagen entlang des Annapurna Treks gilt allgemein als sicher. F√ľr das Waschen von Obst und Gem√ľse oder zum Z√§hneputzen sollte ebenfalls nur aufbereitetes Trinkwasser verwendet werden.

Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungeschälter Produkte sollte verzichtet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart worden sein.

Das Infektionsrisiko f√ľr Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Am√∂ben, Lamblien und Wurmerkrankungen besteht landesweit. Allgemeine Hygienema√ünahmen wie regelm√§√üiges H√§ndewaschen oder H√§ndedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln k√∂nnen die Gefahr einer Infektion vermindern.

Dengue Fieber
Dengue Fieber wird durch den Stich tagaktiver M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein Hautausschlag kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. In Einzelf√§llen k√∂nnen schwere Verl√§ufe mit ernsthaften Gesundheitssch√§den oder Todesfolge auftreten. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Dengue Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe auch tags√ľber, wie unten f√ľr Malaria beschrieben, ist die einzige m√∂gliche Schutzma√ünahme. Dengue Fieber kommt besonders im S√ľden des Landes, w√§hrend und unmittelbar nach der Regenzeit auch in den mittleren Landesteilen bis in H√∂hen von circa 2000 Metern vor.

Japanische Enzephalitis
Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entz√ľndung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechm√ľcken √ľbertragen. Vor allem Schweine und Wasserv√∂gel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selbst krank zu werden. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber h√§ufig schwer und hinterlassen bleibende Sch√§den oder enden t√∂dlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb sind ein sorgf√§ltiger M√ľckenschutz und gegebenenfalls eine vorbeugende Schutzimpfung besonders wichtig. Ein √úbertragungsrisiko f√ľr JE besteht in Nepal in den s√ľdlichen Landesteilen, vereinzelt sind auch F√§lle im Kathmandu Tal aufgetreten.

Malaria
Die √úbertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles M√ľcken. Unbehandelt verl√§uft insbesondere die gef√§hrliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen Europ√§ern h√§ufig t√∂dlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen nach dem Aufenthalt in Endemiegebieten ausbrechen. Die Beschwerden bei einer Malaria (Fieber, Sch√ľttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, u. a.) sind meist uncharakteristisch und von einer Grippe oder einer √§hnlichen Erkrankung nicht zu unterscheiden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung kann auch die Malaria tropica zuverl√§ssig behandelt werden, ohne dass es zu bleibenden Sch√§den oder Beschwerden kommt.

Au√üer in H√∂henlagen √ľber ca. 2000 Meter besteht in Nepal ganzj√§hrig ein mittleres √úbertragungsrisiko f√ľr Malariaerkrankungen, besonders in den Sommermonaten von Mai bis Oktober. Das Risiko ist im s√ľdlichen Tiefland am h√∂chsten und nimmt nach Norden mit zunehmender H√∂he langsam ab. Dabei handelt es sich in ca. 70% um die nur selten lebensbedrohliche, durch Plasmodium vivax verursachte, Malaria tertiana. In ca. 30% muss aber mit Malaria tropica F√§llen gerechnet werden.

Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malariaerkrankung. Ein ausreichender Schutz vor Stechm√ľcken (Expositionsprophylaxe), insbesondere w√§hrend der D√§mmerung und nachts, ist der wichtigste Schutz vor einer Malariaerkrankung.

  • Das Tragen langer, heller und gegen Insekten impr√§gnierter Bekleidung im Freien,
  • das konsequente Einreiben aller Hautfl√§chen mit einem geeigneten Repellent und
  • das Benutzen impr√§gnierter Moskitonetze w√§hrend der Nacht oder
  • der Aufenthalt in M√ľcken-gesch√ľtzten R√§umen (Fliegengitter, Klimaanlagen)

vermindern das Risiko einer √úbertragung deutlich und sch√ľtzen auch vor anderen von Stechm√ľcken √ľbertragenen Erkrankungen wie Dengue Fieber und Japanischer Enzephalitis. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird nicht empfohlen (www.dtg.org) und ist nur in Ausnahmef√§llen zu erw√§gen. Aufgrund des Risikos in Nepal, gef√§lschte Medikamente zu erwerben, ist das Mitf√ľhren eines verschreibungspflichtigen Malariamittels zur so genannten Notfalltherapie angeraten. Die individuelle Auswahl des Medikaments und m√∂gliche Nebenwirkungen, beziehungsweise Unvertr√§glichkeiten mit anderen Medikamenten, m√ľssen entsprechend dem Reiseverlauf und pers√∂nlichen Umst√§nden mit einem Tropen- oder Reisemediziner vor Ausreise besprochen werden. Beim Auftreten von Fieber nach einem Aufenthalt in Nepal ist eine umgehende Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet immer notwendig.

HIV/AIDS/Geschlechtskrankheiten
Durch sexuelle Kontakte, bei intraven√∂sem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen), durch T√§towierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex dringend empfohlen und kann auch vor anderen sexuell √ľbertragbaren Krankheiten (Gonorrh√∂, Syphilis, Hepatitis B, u. a.) sch√ľtzen.

Tollwut
Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelm√§√üig t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und √úbertragung einer Tollwut. Affen k√∂nnen ebenfalls Tollwut √ľbertragen und sollten niemals gef√ľttert werden. Die notwendigen, medizinischen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in Nepal nicht immer m√∂glich. Einen zuverl√§ssigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung vor einem Biss. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung f√ľr Reisen nach Nepal eine besondere Bedeutung zu. Sie sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen sein. Die auch nach einem Biss notwendige, unverz√ľgliche ‚ÄěAuffrischung‚Äú kann dann ggf. vor Ort erfolgen.

Tuberkulose
Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich h√§ufiger als in Mitteleuropa vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente Tuberkuloseerreger auch in Nepal. Das Tragen eines chirurgischen Mundschutzes sch√ľtzt nicht vor einer Ansteckung.

Saisonale Influenza (Grippe)
Die saisonalen Influenzaviren, einschlie√ülich der neuen Influenza A/H1N1 (‚ÄěSchweinegrippe‚Äú), zirkulieren in Nepal in den Wintermonaten. Ein Impfschutz empfiehlt sich bei den vom Robert-Koch-Institut angesprochenen Risikogruppen (siehe: www.rki.de).

Geographisch bedingte Erkrankungen
Die H√∂henkrankheit ist eine durch taktische Fehler bei der notwendigen H√∂henanpassung √ľber 2.300 m (z.B. durch zu raschen Aufstieg und √úberanstrengung) ausgel√∂ste, potentiell sehr gef√§hrliche Funktionsst√∂rung von Lunge und Gehirn. Erkranken k√∂nnen besonders auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, auch solche, die bereits fr√ľher gro√üe H√∂hen und rasche Aufstiege ohne Probleme bew√§ltigt haben. Zu Todesf√§llen kommt es nicht selten, weil grundlegende Regeln missachtet, Fr√ľhsymptome falsch gedeutet und Medikamente unvern√ľnftig eingesetzt werden. Bestimmte Erkrankungen von Herz und Lungen erh√∂hen ebenfalls das Risiko, eine H√∂henkrankheit zu erleiden.

Beschwerden, die Hinweise auf eine beginnende H√∂henkrankheit geben k√∂nnen, sind: Kopfschmerzen, M√ľdigkeit, Desinteresse und Leistungsabfall. In diesem Fall ist Rast und Ruhe bis zur Beschwerdefreiheit geboten, ein weiterer Aufstieg verbietet sich. Treten u. a. Schlaflosigkeit, Sehst√∂rungen, Schwindel, Gangunsicherheit, Atemnot oder Erbrechen auf, sollte unverz√ľglich mit dem Abstieg begonnen werden ‚Äď nie alleine, sondern immer in Begleitung. Das ist auch dann der Fall, wenn Fr√ľhsymptome innerhalb von 24-36 Stunden nicht vollst√§ndig verschwinden.

Vor Reisen in gro√üe H√∂hen (√ľber 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endg√ľltigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen h√∂henmedizinisch erfahrenen Arzt. Vor der Einnahme von Medikamenten zur Vorbeugung oder Behandlung der H√∂henkrankheit ohne Anweisung eines Arztes oder eines erfahrenen Bergf√ľhrers wird dringend gewarnt. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergerisiko (z.B. eine Hubschrauber-Evakuierung) mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme K√§lte und unwegsames oder unbekanntes Gel√§nde bergen weitere Risiken f√ľr den Reisenden in gro√üer H√∂he. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschl√§ge kann es an gef√§hrdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Bergh√§ngen kommen.

Es gibt in Nepal mehrere zivile Luftrettungsunternehmen f√ľr die Hubschrauberrettung aus Bergnot. Witterungsbedingt sind die Flugger√§te aber nicht immer einsatzbereit. Die Alarmierung kann je nach Unfallort oft nur verz√∂gert erfolgen. Die Kosten√ľbernahme einer Rettung muss in jedem Fall vor dem Start der Rettungsaktion gekl√§rt sein und ist in der Regel zun√§chst vom Verungl√ľckten selbst zu tragen.

Weitere Gesundheitsgefahren
Technische √úberwachungen der Fahrzeuge, wie in Mitteleuropa √ľblich, werden in Nepal nicht regelm√§√üig durchgef√ľhrt, die allgemein verbindlichen Verkehrsregeln werden von der gro√üen Mehrheit der Fahrer missachtet. Schwere Verkehrsunf√§lle sind insbesondere bei √úberlandfahrten h√§ufig. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notf√§llen oder Unf√§llen, kann im weiteren Landesteilen nicht gew√§hrleistet werden, ein zuverl√§ssig funktionierendes Rettungswesen ist nicht existent. Bei der Wahl der Transportmittel und der Route sind Reisende daher gehalten, eine kritische Auswahl zu treffen und den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Defensives und vorausschauendes Fahren, angemessene Geschwindigkeit und gute Kenntnisse in der Ersten Hilfe k√∂nnen das Risiko eines schweren Unfalls mit bleibenden Gesundheitssch√§den reduzieren.

Patienten mit psychischen Erkrankungen wird dringend geraten, ihre Medikamente vor und w√§hrend einer Indienreise nicht abzusetzen. Eine psychiatrische und deutschsprachige Versorgung wie im Heimatland kann meist nicht gew√§hrleistet werden. Zudem versichern viele Reisekrankenversicherungen medizinische Leistungen bei psychischen Erkrankungen nicht. In solchen F√§llen ist oft auch ein spontaner Heimflug ausgeschlossen, da zahlreiche kommerzielle Fluglinien die Mitnahme labiler Patienten mit psychischen Erkrankungen ohne psychiatrische Begleitung ablehnen. Bitte besprechen Sie ggf. Ihre Reisepl√§ne ausf√ľhrlich mit ihrem behandelnden Arzt.

Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend und entspricht h√§ufig nicht europ√§ischem Standard. Eine ausreichende Grundversorgung besteht in Kathmandu und den g√§ngigen Touristenzielen, auch entlang der gro√üen Trekkingrouten. In Kathmandu ist die medizinische Versorgung in einzelnen Fachbereichen durchaus auch auf einem hohen Niveau. Bei schweren Erkrankungen muss deshalb ggf. eine medizinische Evakuierung, zum Beispiel nach Kathmandu oder weiter nach Indien erwogen werden. Ein ausreichender und g√ľltiger Krankenversicherungsschutz einschlie√ülich einer Reiser√ľckholversicherung ist dringend notwendig. Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird dringend empfohlen (www.dtg.org oder www.frm-web.de). Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Nepal bewusst sein.

Die Versorgung mit zuverl√§ssigen Medikamenten und eine ununterbrochene K√ľhlkette sind nicht immer gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch Fake-Produkte statt richtiger Medikamente verkauft werden. Reisende sollten regelm√§√üig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Nepal mitbringen und sich f√ľr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegen√ľber h√§ufig eingesetzten Antibiotika auf. Eine individuell angepasste Reiseapotheke ist nach R√ľcksprache mit einem Reisemediziner beim Reisen, insbesondere beim Trekking,¬†mitzuf√ľhren.

Die Deutsche Botschaft in Kathmandu verf√ľgt f√ľr den Notfall √ľber eine Adressenliste von √Ąrzten und Krankenh√§usern in der Stadt.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2q6uMvh

Ältere Artikel »