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Irak: Reisewarnung

Irak

Irak: Reisewarnung

Stand 13.11.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 13.11.2017)

Letzte √Ąnderungen:
Aktuelle Hinweise

Aktuelle Hinweise

Am 12. November 2017 ereignete sich in der iranischen Provinz Kermanshah in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Irak ein Erdbeben der Stärke 7,3, das auch im Irak zahlreiche Todesopfer forderte und Sachschäden verursachte. Es ist mit Erdrutschen und Nachbeben in der Region zu rechnen.
Reisende werden gebeten, besonders umsichtig zu sein und den Anweisungen der lokalen Behörden Folge zu leisten, siehe auch Naturkatastrophen.

Ausreiseaufruf

Das Auswärtige Amt ruft angesichts der aktuellen Lage weiterhin zur sofortigen Ausreise aus folgenden Landesteilen des Irak auf:

Provinz Ninewa (Provinzhauptstadt Mossul)
Provinz Anbar (Provinzhauptstadt Ramadi)
Provinz Salah Al-Din (Provinzhauptstadt Tikrit)
Provinz Ta’mim (Provinzhauptstadt Kirkuk)
Provinz Diyala (Provinzhauptstadt Baqubah)

Auch f√ľr den Gro√üraum Bagdad und den Norden der Provinz Babel wird eine vor√ľbergehende Ausreise dringend empfohlen.

In der Folge des Unabhängigkeitsreferendums vom 25. September 2017 ist es zu Spannungen zwischen der kurdischen Regionalregierung und der irakischen Zentralregierung gekommen.
Der internationale Flugverkehr auf den Flugh√§fen der Region Kurdistan-Irak ist, auf Anweisung der zivilen Luftfahrtbeh√∂rde des Irak,¬†seit dem 29. September 2017 ausgesetzt. Betroffen hiervon sind die Flugh√§fen in Erbil und Sulaimaniyah. Das Generalkonsulat Erbil hat keine M√∂glichkeit sicherzustellen, dass eine regul√§re Reise von den Flugh√§fen der Region Kurdistan-Irak √ľber andere irakische Flugh√§fen erfolgen kann. Reisende sollten dies bei Ihren Planungen ber√ľcksichtigen und rechtzeitig Kontakt mit der Fluggesellschaft aufnehmen.

Nationale Fl√ľge innerhalb des Iraks sind nach aktuellem Stand nicht betroffen. Das Ausw√§rtige Amt weist darauf hin, dass eine Ein- und Ausreise √ľber irakische Flugh√§fen, (z.B. Bagdad) nur mit einem g√ľltigen Visum f√ľr den Irak m√∂glich ist. N√§heres im Abschnitt ‚ÄěEinreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige‚Äú.

Vor allem in den Provinzen Ta’mim (Provinzhauptstadt Kirkuk) und Ninewa (Provinzhauptstadt Mossul) kommt es zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen zentralirakischen Streitkräften und regional-kurdischen Peshmerga.

Die terroristische Organisation IS konnte zwar zuletzt zur√ľckgedr√§ngt werden, befindet sich aber weiterhin in Teilen der Provinzen Ninewa, Salah Al-Din und Anbar. Es muss dort weiterhin mit schweren Anschl√§gen und offenen bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen IS-Verb√ľndeten und den irakischen Sicherheitskr√§ften, regional-kurdischen Peschmerga, Milizen und auch mit US-Luftschl√§gen gerechnet werden.
In der Provinz Ta’mim kommt es regelmäßig zu Kämpfen zwischen terroristischen Gruppen und kurdischen Peschmerga.

Hinweis f√ľr die Region Kurdistan-Irak:
Wegen der aktuellen Lage im Nachgang zum Unabhängigkeitsreferendum und der weiterhin bestehenden Gefahr von Terroranschlägen, wird von nicht notwendigen Reisen in die Region abgeraten. 



Landesspezifische Sicherheitshinweise¬†‚Äď Reisewarnung

Vor Reisen nach Irak wird gewarnt. Dies gilt mit Einschr√§nkungen auch f√ľr die Region Kurdistan-Irak (Provinzen Dohuk, Erbil und Sulaymaniyah/Halabja).

Besonders gefährlich sind Reisen in die Provinzen Ninewa (Mossul, Grenze zu Syrien), Anbar, Salah Al-Din und Ta’mim, in den Großraum Bagdad sowie in den Norden der Provinz Babel.

In den von der terroristischen Organisation IS kontrollierten Teilen der Provinzen Ninewa und Salah Al-Din muss weiterhin mit schweren Anschl√§gen und offenen bewaffneten Auseinandersetzungen gerechnet werden. Diese Gef√§hrdungslage gilt ebenfalls f√ľr die Provinz Anbar und die Provinz Ta‚Äômim, sowie auch f√ľr die Provinz Diyala. Hinzu kommen aktuelle Auseinandersetzungen irakischer Streitkr√§fte und regional-kurdischer Peshmerga. Auch in Bagdad ist weiterhin mit schweren Anschl√§gen insbesondere auf irakische Sicherheitsinstitutionen und deren Angeh√∂rige, auf Ministerien, Hotels, √∂ffentliche Pl√§tze und religi√∂se Einrichtungen zu rechnen. Es besteht ein hohes Risiko von Entf√ľhrungen, auch f√ľr Ausl√§nder und die sie begleitenden Personen. Einzelne Abschnitte der Hauptstadt Bagdad werden von irakischen Sicherheitskr√§ften in besonderem Ma√üe gesichert, dazu z√§hlen die sogenannte Internationale Zone (ehemals Green Zone) und der Flughafen Bagdad International Airport, Anschl√§ge k√∂nnen aber auch dort nicht ausgeschlossen werden.

In der Provinz Basra im S√ľden des Landes kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu gewaltt√§tigen Auseinandersetzungen bewaffneter Gruppierungen. In Basra und den angrenzenden Provinzen besteht ebenfalls das Risiko von Entf√ľhrungen.

Grundlage jeder Reise, die entgegen dieser Reisewarnung durchgef√ľhrt wird, sollte ein tragf√§higes professionelles Sicherheitskonzept sein. Elemente eines professionellen Sicherheitskonzepts k√∂nnen insbesondere die Verwendung sondergesch√ľtzter Fahrzeuge, der Einsatz einer angemessenen Anzahl von Sicherheitskr√§ften sowie die fachliche Beratung durch Sicherheitspersonal nach Voraufkl√§rung und Planung der Fahrtrouten sein.

Die Region Kurdistan-Irak (Provinzen Dohuk, Erbil und Sulaymaniyah/Halabja) ist derzeit von den K√§mpfen in den westlichen und s√ľdlichen Nachbarprovinzen nicht unmittelbar betroffen. Die Sicherheitslage ist aber, aufgrund der derzeitigen Auseinandersetzungen in Folge des Unabh√§ngigkeitsreferendums vom 25. September 2017 sowie durch die N√§he zu den Provinzen mit IS-Pr√§senz, ‚Äď auch hier weiter angespannt. Wegen der anhaltend erh√∂hten Gefahr von Terroranschl√§gen wird von nicht notwendigen Reisen in die Region abgeraten.

Aufenthalte k√∂nnen in dieser Region nur nach sorgf√§ltiger Pr√ľfung der aktuellen √∂rtlichen Sicherheitslage und mit den dann jeweils notwendigen Sicherheitsma√ünahmen in Betracht gezogen werden. Zu Art und Umfang solcher Sicherheitsma√ünahmen k√∂nnen in der Regel der √∂rtliche Gastgeber oder einschl√§gige Beh√∂rden und Unternehmen praktische Hinweise geben.

Bei illegalem Grenz√ľbertritt zwischen der Region Kurdistan-Irak und den Nachbarstaaten, insbesondere Syrien, ist in der Region Kurdistan-Irak mit hohen Haftstrafen zu rechnen. F√ľr das √úberschreiten der erlaubten Aufenthaltsdauer in der Region Kurdistan-Irak werden hohe Geldstrafen erhoben.

Die deutschen Auslandsvertretungen können derzeit nur in äußerst begrenztem Rahmen konsularische Hilfe leisten. Auch die staatlichen Sicherheitsorgane können im Einzelfall keinen ausreichenden Schutz garantieren oder Hilfe leisten.

Die Sicherheitslage im gesamten Irak bleibt volatil. Die Zahl der terroristischen Anschläge vor allem im Nord- und Zentralirak ist seit Langem sehr hoch. Personen, die sich im Irak aufhalten, sollten Medienberichte aufmerksam verfolgen und alle Vorkehrungen treffen, um erforderlichenfalls kurzfristig ausreisen zu können.  Internationale Flugverbindungen sind derzeit gewährleistet.
Menschenansammlungen sind im ganzen Land unbedingt zu meiden.

Die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Bagdad ist grunds√§tzlich nur nach Terminvereinbarung f√ľr den Publikumsverkehr ge√∂ffnet. Die Botschaft befindet sich nicht in der sogenannten¬†Internationalen Zone. Aufgrund der Sicherheitslage und der eingeschr√§nkten Bewegungs- und Kommunikationsm√∂glichkeiten ist es schwierig und gegebenenfalls unm√∂glich, konsularische Hilfe zu leisten.

Auch das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Erbil kann nur eingeschränkt konsularische Hilfe leisten. Termine werden ebenfalls nur nach Vereinbarung wahrgenommen.

Die Botschaften der Bundesrepublik Deutschland in den Nachbarstaaten Iraks k√∂nnen Deutschen, die in Irak in eine Notlage geraten, erst ab dem jeweiligen Grenz√ľbergang konsularische Hilfe leisten.

Naturkatastrophen
Mit Erdbeben unterschiedlichen Ausmaßes muss insbesondere im Norden und Osten des Landes gerechnet werden. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben bietet das Geoforschungszentrum Potsdam.

Krisenvorsorgeliste
Es wird bei Reisen nach Irak empfohlen, möglichst schon vor Abreise mit dem Auswärtigen Amt bzw. unmittelbar mit der deutschen Botschaft Bagdad oder dem deutschen Generalkonsulat Erbil Kontakt aufzunehmen und sich mit den geplanten Reisedaten in die Krisenvorsorgeliste einzutragen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Vor Reisen nach Irak wird gewarnt.
Allgemeine Reiseinformationen liegen nicht vor.

 



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Vor Reisen nach Irak wird gewarnt.

Reisedokumente
Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente m√ľssen bei Einreise noch mindestens sechs Monate g√ľltig sein.

Visum
F√ľr Reisen nach Irak besteht Visumspflicht. Visa m√ľssen vor der Einreise bei einer irakischen Auslandsvertretung beantragt werden. Die Visumspflicht gilt f√ľr das gesamte irakische Staatsgebiet, also auch f√ľr die¬†Region Kurdistan-Irak.

N√§here Ausk√ľnfte erteilt die Botschaft der Republik Irak in Berlin.

Bei Einreise in die Region Kurdistan-Irak mit einem ausl√§ndischen Kfz ist es g√§ngige Praxis der kurdischen Beh√∂rden, den ausl√§ndischen Reisepass beim Zollamt des Grenz√ľbergangs einzubehalten und dar√ľber eine Bescheinigung auszuh√§ndigen. Diese Bescheinigung berechtigt nicht zum Aufenthalt in anderen Teilen Iraks. Bei Zuwiderhandlung ist mit einer Festnahme durch die irakischen Beh√∂rden zu rechnen. Der Pass wird erst bei der Wiederausfuhr des Kfz zur√ľckgegeben.



Medizinische Hinweise

Vor Reisen nach Irak wird gewarnt.

Impfschutz

Eine Gelbfieberimpfung ist bei Einreise aus Infektionsgebieten vorgeschrieben. Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Gelbfieberimpfung notwendig.

Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gem√§√ü aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und zu vervollst√§ndigen, siehe www.rki.de

Dazu geh√∂ren auch f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggfs.¬†auch gegen Polio (Kinderl√§hmung), Mumps, Masern, R√∂teln (MMR), Influenza und¬†Pneumokokken.

Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch die Impfung gegen Hepatitis B, Tollwut und Typhus empfohlen. 

Malaria und andere durch Insekten √ľbertragbare Erkrankungen

Seit einigen Jahren ist es nicht mehr zu autochtonen √úbertragungen von Malaria im Irak gekommen. Die sehr geringe Anzahl von gemeldeten Infektionen (ausschlie√ülich durch Plasmodium vivax) wurde durch Reisende aus Pakistan und Indien eingef√ľhrt Da aber die √ľbertragende Malariam√ľcke im Irak weiterhin vorkommt, besteht grunds√§tzlich die Gefahr der erneuten Einschleppung und Etablierung. In jedem Fall sollten, auch im Hinblick auf andere durch M√ľcken oder andere Insekten √ľbertragene Erkrankungen (z.B. Leishmaniose, Phlebotomus Fieber, Krim-Kongo-Haemorrhagisches Fieber) die allgemeinen Schutzma√ünahmen beachtet werden (z. B. Repellentien, Moskitonetz, lang√§rmlige Kleidung). Eine medikament√∂se Malariaprophylaxe sowie Stand-by-Medikation ist aktuell nicht notwendig.

HIV/ Aids

Die Pr√§valenz von HIV in der Bev√∂lkerung ist sehr gering . Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen) und Bluttransfusionen besteht trotzdem ein grunds√§tzliches Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.

Cholera und andere Durchfallerkrankungen

Cholera ist im Irak endemisch. Im Rahmen von Ausbr√ľchen kommt es mitunter zu mehreren tausend Erkrankungen, der letzte Ausbruch ereignete sich im Sommer 2015 (Umgebung Bagdad). Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene l√§sst sich das Risiko f√ľr die meisten Durchfallerkrankungen, auch Cholera, minimieren. Eine Impfung gegen Cholera wird daher nur in Ausnahmef√§llen notwendig sein! Auch viele andere Durchfallerreger treten vergleichsweise geh√§uft auf.

Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera vermeiden. Wenn Sie Ihre Gesundheit w√§hrend Ihres Aufenthaltes nicht gef√§hrden wollen, dann beachten Sie folgende grundlegende Hinweise: Ausschlie√ülich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser mit Kohlens√§ure, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes und abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrsp√ľlen und Z√§hneputzen wo m√∂glich Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: Kochen oder selber Sch√§len. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie m√∂glich mit Seife die H√§nde immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. H√§ndedesinfektion, wo angebracht, durchf√ľhren, ggf. Einmalhandt√ľcher verwenden.

Weitere Infektionskrankheiten

Bilharziose ist in einigen Regionen endemisch, dort S√ľ√üwasserkontakt meiden!
Hepatitis A, B, C, Echinokokkose und Tollwut können landesweit vorkommen. Zum Schutz vor cutaner Leishmaniose und des Krim-Kongo Haemorrhagisches Fieber sollten Maßnahmen zum Insektenschutz angewendet werden.

Neues Coronavirus (MERS-CoV)

Seit dem Sommer 2012 kommt es in L√§ndern der arabischen Halbinsel vereinzelt zu schweren Infektionen der Atemwege durch ein neues Coronavirus (MERS-CoV, die Abk√ľrzung f√ľr Middle East Respiratory Syndrome Corona Virus). Die meisten Erkrankungen wurden aus Saudi-Arabien bekannt. Wo genau und wie sich Menschen in verschiedenen L√§ndern anstecken k√∂nnen, ist noch unklar. Es gibt Hinweise, dass Kamele an der √úbertragung beteiligt sein k√∂nnten. Reisende sollten unn√∂tige Kontakte mit Tieren meiden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass es bei sehr engem Kontakt zu Erkrankten auch zu einer √úbertragung von Mensch zu Mensch kommen kann. Es gibt nach wie vor aber keinen Nachweis einer kontinuierlichen Mensch-zu-Mensch-√úbertragung.
Eine aktuelle Risikobewertung des Robert-Koch-Instituts (RKI) findet sich f√ľr Deutschland unter http://www.rki.de/ .

Medizinische Versorgung

Das Versorgungsniveau ist in weiten Landesteilen zurzeit weder technisch noch personell ausreichend. In der Hauptstadt Bagdad steht den diplomatischen Vertretungen das privat betreute Diplomatic Support Hospital zu Verf√ľgung (ehemaliges amerikanisches Milit√§rkrankenhaus). Zur Nutzung ist allerdings ein vorheriger Vertragsabschluss erforderlich. Als bestes privates einheimisches Krankenhaus kann das St. Raphael Krankenhaus genannt werden. Im Irak sind nicht alle Medikamente immer erh√§ltlich. Dauermedikationen daher in ausreichender Menge mitf√ľhren. Eine Ausnahme bilden die kurdischen Autonomiegebiete im Norden. Dort ist eine vergleichsweise bessere Versorgung gew√§hrleistet. Westeurop√§ischer Standard wird aber auch dort oft nicht erreicht. Eine Auslandskrankenversicherung mit R√ľckholoption im Notfall wird dringend empfohlen.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Auslandsreiseerfahrung haben; siehe auch www.dtg.org oder www.frm-web.de

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2yWaeMn

Iran

Iran: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 13.11.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 13.11.2017)

Letzte √Ąnderungen:
Aktuelle Hinweise

Aktuelle Hinweise

Am 12. November 2017 ereignete sich  in der Provinz Kermanshah nahe der Grenze zum Irak ein Erdbeben der Stärke 7,3, das zahlreiche Todesopfer forderte und Sachschäden verursachte. Es ist mit Erdrutschen und Nachbeben in der Region zu rechnen.
Reisende werden gebeten, besonders umsichtig zu sein und den Anweisungen der lokalen Behörden Folge zu leisten, siehe auch Naturkatastrophen.



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Reisende sollten während des Aufenthalts in Iran die aktuelle politische Lage aufmerksam verfolgen und unter anderem an folgenden Daten besondere Vorsicht walten lassen:
11. Februar ‚Äď Revolutionstag
14. Februar ‚Äď Jahrestag von Anti-Regierungsdemonstrationen
1. Oktober 2017 ‚Äď Ashura Fest¬†
04. November ‚Äď Besetzung der US-Botschaft
29. November ‚Äď √úbergriffe auf die britische Botschaft
07. Dezember ‚Äď sog. Studententag

Reisenden wird grundsätzlich empfohlen, die Entwicklung der Lage in den Medien zu verfolgen und Kundgebungen, Menschenansammlungen oder Demonstrationen weiträumig zu meiden. Insbesondere sollten Film- oder Tonaufnahmen von Demonstrationen, ihres Umfeldes oder von Polizisten/ Sicherheitskräften und öffentlichen Gebäuden unter allen Umständen vermieden werden, da dies als Spionagetätigkeit gewertet werden kann.

Der Gebrauch verschiedener Kommunikationsmedien ist regelmäßig nur eingeschränkt möglich. Sowohl Festnetzleitungen als auch Mobiltelefone sind häufig nicht erreichbar, auch Telefonverbindungen in ausländische Netze kommen nicht immer zustande. Zahlreiche Internetseiten und Kommunikationsapplikationen sind nicht oder nur eingeschränkt zugänglich, wie zum Beispiel Skype, Facebook oder verschiedene Email-Anbieter. Auch bekannte VPN’s und Proxys bieten kaum noch Zugang zum freien Internet.

Fotografieren und Filmen (auch mit Mobiltelefon) sollte insgesamt restriktiv und mit der gebotenen Sensibilit√§t gehandhabt werden. Es sind¬†F√§lle bekannt geworden, in denen Touristen Kameras abgenommen und sie vor√ľbergehend festgenommen wurden, da sie verd√§chtigt wurden, √∂ffentliche Geb√§ude oder Demonstrationen fotografiert zu haben. Ebenfalls abzusehen ist vom Versenden von Fotos oder Reiseberichten, die in irgendeiner Weise Bezug zu aktuellen politischen Entwicklungen haben. Gleiches gilt f√ľr SMS und Telefonate. Die entsprechende Kommunikation wird √ľberwacht und es sind F√§lle bekannt, bei denen ausl√§ndische Staatsangeh√∂rige aufgrund derartiger Kommunikation mit ihrem Heimatland angeklagt und verurteilt worden sind. Die Kommunikation im Inland und mit dem Ausland ist phasenweise sehr schwierig und nicht immer m√∂glich.

Iranischen B√ľrgern ist seit¬†Anfang 2010 der Kontakt zu zahlreichen westlichen Organisationen und Medien verboten. Iraner wurden zudem aufgefordert, keine Kontakte mit Ausl√§ndern, ausl√§ndischen Botschaften und mit ihnen zusammenarbeitenden Organisationen ‚Äě√ľber das normale Ma√ü‚Äú hinaus zu pflegen. In Einzelf√§llen wurden deutsche Staatsangeh√∂rige, die ihre Unterkunft in Iran √ľber soziale Netzwerke im Internet organisiert hatten, von den iranischen Beh√∂rden √ľberpr√ľft und um sofortige Ausreise gebeten. Reisende sollten dies bei der Wahl einer Unterkunft insbesondere bei ihnen pers√∂nlich unbekannten Gastgebern bedenken.

Terrorismus
In Iran kommt es, meistens in Minderheitenregionen, unregelmäßig zu Zwischenfällen mit terroristischem Hintergrund. Seit den Pariser Anschlägen vom November 2015 haben iranische Behörden die allgemeinen Sicherheitsmaßnahmen im Grenzbereich zu Irak und zu Pakistan, aber auch in der Hauptstadt Teheran, erhöht. Am 7. Juni 2017 ist es nichtsdestotrotz in Teheran zu Anschlägen auf das Parlamentsgebäude und auf das Mausoleum von Ayatollah Khomeini gekommen, die Todesopfer und Verletzte forderten.
Anschläge richteten sich bisher nicht gegen Ausländer oder Touristen. Reisende in Grenzregionen Irans zu Irak und zu Pakistan sollten grundsätzlich immer auch die jeweils aktuelle Lage in den Nachbarländern in Betracht ziehen.

In der Provinz Sistan-Belutschistan (S√ľdosten, Grenze zu Pakistan/Afghanistan) kommt es regelm√§√üig zu Konflikten zwischen iranischen Sicherheitskr√§ften und bewaffneten Gruppierungen. Die Bewegungsfreiheit ist eingeschr√§nkt und es gibt vermehrte Sicherheits- und Personenkontrollen. Wiederholt wurden Ausl√§nder in der Region festgehalten und l√§ngeren Verh√∂ren unterzogen. Eine Weiterreise war in manchen F√§llen nur noch mit iranischer Polizeieskorte m√∂glich. Dies geschah vor dem Hintergrund von seit Jahren h√§ufig auftretenden F√§llen bewaffneter Angriffe auf iranische¬† Sicherheitskr√§fte in der Region.

In der Provinz Kurdistan und der ebenfalls von Kurden bewohnten Provinz West-Aserbaidschan gibt es wiederholt Anschl√§ge gegen Sicherheitskr√§fte, lokale Repr√§sentanten der Justiz und des Klerus. In diesem Zusammenhang haben Sicherheitskr√§fte ihr Vorgehen gegen kurdische Separatistengruppen und Kontrollen mit Checkpoints noch einmal verst√§rkt. Seit M√§rz 2011 gab es in der Region wieder verst√§rkt bewaffnete Zusammenst√∂√üe zwischen iranischen Sicherheitskr√§ften und kurdischen Separatistenorganisationen wie¬†PJAK und DPIK, mit Todesopfern auf beiden Seiten. Insbesondere die Grenzregionen zum Irak und die Region um die Stadt Sardasht waren betroffen. Trotz eines im September 2011 vereinbarten Waffenstillstandes kam es¬†im Jahr 2015 und verst√§rkt im Sommer 2016¬†zu gewaltsamen Konflikten.¬†In bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen iranischen Sicherheitskr√§ften und Angeh√∂rigen der DPIK¬†am 6. und 7. September 2016 nahe der Stadt Sardasht wurden zehn Personen und drei Revolutionsgardisten get√∂tet. Seit Juni 2016 kam es in der Region zu mehreren derartigen Vorf√§llen. Bereits 2015 hatte es nahe der Stadt Khoy, im iranisch-t√ľrkischen Grenzgebiet (Provinz West-Aserbaidschan), Zusammenst√∂√üe mit mehreren Todesopfern gegeben.

Terrorismus in anderen Landesteilen:¬† Zu einer Bombenexplosion kam es am 12. April 2008 in einer Moschee in der s√ľdiranischen Stadt Shiraz. Am 15. April 2011 kam es anl√§sslich des sechsten Jahrestages der Niederschlagung der Proteste der arabischst√§mmigen Bev√∂lkerung gegen eine Politik der Iranisierung in der Provinz im Jahre 2005 zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskr√§ften und der arabischen Minderheit in Ahwaz und mehreren anderen St√§dten der Provinz (u. a. Hamidiyeh, Abadan, Khorramshahr). Dabei wurden mindestens¬†zw√∂lf Menschen get√∂tet und 20 verletzt. Seit 2015 kommt es nach iranischen Angaben in der Provinz Khuzestan und in anderen Landesteilen, auch in Teheran, wiederholt zu Verhaftungen von Personen, die mit dem sogenannten Islamischen Staat in Verbindung stehen und Terroranschl√§ge in Iran geplant haben sollen.

Reisen √ľber Land
Individualreisende sollten grundsätzlich vermeiden, allein nachts oder in einsamen Gebieten zu reisen. Es gab in der Vergangenheit einzelne Fälle von sexueller Belästigung Städten, daher sollten besonders allein reisende Frauen darauf achten, sich nicht in menschenleeren Gegenden, wie z.B. fernab der regelmäßig frequentierten Wanderrouten in den Bergen, aufzuhalten.

Von Reisen in den Osten der Provinz Kerman und Sistan-Belutschistan sowie in¬† die Grenzgebiete Irans mit Pakistan und Afghanistan wird dringend abgeraten. In diesen Gebieten besteht ein erhebliches Entf√ľhrungs- und Anschlagsrisiko. Dies betrifft insbesondere das Gebiet im Dreieck zwischen den St√§dten Zabol, Bam und Chabahar.¬†¬†Stabiler ist die Lage in der Hafenstadt Chabahar selbst, sofern der Luftweg f√ľr die Anreise genutzt wird. Es wird jedoch empfohlen, die aktuelle Entwicklung der Sicherheitslage aufmerksam zu verfolgen.

Von nicht notwendigen Individual- oder Trekkingreisen in die Kurdengebiete im Nordwesten Irans, insbesondere entlang der t√ľrkischen und irakischen Grenze, wird grunds√§tzlich abgeraten. Gelegentlich werden die Grenz√ľberg√§nge zur T√ľrkei und zum Irak geschlossen.

Es wird dringend davon abgeraten, auf dem Landweg, insbesondere mit dem Fahrrad oder Motorrad, nach Pakistan oder Afghanistan zu reisen. Auf der Strecke Zabul-Zahedan besteht ein √úberfall- und Entf√ľhrungsrisiko, auf der Strecke Kerman-Bam wurden nach Errichtung einer Stra√üensperre Reisende von Mitgliedern einer terroristischen Gruppierung erschossen.

F√ľr Afghanistan, Irak und die an Iran grenzende pakistanische Provinz Belutschistan bestehen Reisewarnungen.

Bootsexkursionen ‚Äď Besonderheiten in der ‚ÄěStra√üe von Hormuz‚Äú
Bei Bootsexkursionen vor der Westk√ľste der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und in die ‚ÄěStra√üe von Hormuz‚Äú wird dringend empfohlen, die Gew√§sser um die Inseln Abu Moussa, Greater Tumb und Lesser Tumb zu meiden. Die drei Inseln werden sowohl von den VAE als auch von Iran beansprucht und in Seekarten als zum jeweiligen Territorium geh√∂rend ausgewiesen. Ausl√§ndische Bootsbesatzungen, die sich den Inseln von VAE-Seite gen√§hert haben, sind von iranischer Seite unter dem Vorwurf der ‚ÄěVerletzung der iranischen Hoheitsgew√§sser und illegaler Einwanderung‚Äú festgenommen und zu Haftstrafen verurteilt worden.

Kriminalität
In Teheran kommt es gelegentlich zu Personenkontrollen durch vermeintliche Sicherheitsbeamte. Die Kontrolleure erweisen sich anschlie√üend als Trickbetr√ľger, welche z.B. nach erfolgter ‚ÄěKontrolle‚Äú die Geldb√∂rse oder deren Inhalt einbehalten. Es wird geraten, darauf zu bestehen, entsprechende Kontrollen lediglich im Hotel oder der n√§chstgelegenen Polizeistation durchf√ľhren zu lassen.
Wenn m√∂glich sollten P√§sse und Wertsachen im Hotelsafe deponiert und nur eine Kopie des Passes mitgef√ľhrt werden. Die Zahl der Diebst√§hle von P√§ssen, Geld und Taschen in Gesch√§ften und auf der Stra√üe (auch durch Motorradfahrer) nimmt ‚Äď ebenso wie die Zahl der Einbr√ľche in Wohnungen und H√§user ‚Äď zu. Besondere Umsicht ist hier geboten. Vorsicht ist auch bei von Fremden angebotenen S√ľ√üigkeiten/Keksen und (offenen) Getr√§nken geboten, da Diebe k.o.-Tropfen benutzen, um Touristen zu bet√§uben und auszurauben.

Die in Iran geltenden Gesetze und moralischen Wertvorstellungen sind unbedingt zu respektieren (siehe auch ‚ÄěBesondere strafrechtliche Vorschriften‚Äú).

Naturkatastrophen
Mit Erdbeben unterschiedlichen Ausmaßes muss in allen Teilen des Landes gerechnet werden. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben bietet das Geoforschungszentrum Potsdam.

Militärische Sperrgebiete
Obwohl bestimmte Stra√üen auf Karten unter Umst√§nden als befahrbar ausgewiesen sind, sollten Hinweisschilder auf milit√§rische Sperrgebiete unbedingt beachtet werden. Dies gilt insbesondere f√ľr die Strecke Semnan ‚Äď Mo‚ÄôAlleman ‚Äď Jandaq durch die W√ľste Dasht-e Kavir. Auch in der Grenzregion zum Irak und insbesondere in der Provinz Kurdestan gibt es zahlreiche Sperrgebiete, die in jedem Falle gemieden werden sollten.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Bei der Planung einer Reise nach Iran ist zu beachten, dass in einigen Regionen ein Sicherheitsrisiko besteht (siehe Sicherheitshinweise).

Arbeitsaufnahme (Monteure, Sportler, Geschäftsleute)
Jeder der sich mit einer Arbeitserlaubnis in Iran aufh√§lt, ben√∂tigt zur Ausreise ein Exitvisum, welches nur unter Vorlage einer Unbedenklichkeitsbest√§tigung des Finanzamtes und des Arbeitgebers durch die iranische Ausl√§nderpolizei ausgestellt wird. Der Deutschen Botschaft in Teheran sind mehrere F√§lle bekannt, in welchen deutschen Staatsangeh√∂rigen die Ausreise f√ľr einige Zeit auf Grund von Steuerr√ľckst√§nden oder sonstigen Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber verweigert wurde.
Bei der Unterzeichnung eines Arbeitsvertrages sollte der deutsche Arbeitnehmer deshalb unbedingt auf eine eindeutige Regelung zur Steuerpflicht achten. Aus dem Vertrag sollte hervorgehen, wer die Steuerlast zu tragen hat und auf welche Weise diese beglichen wird. Im Einzelfall kann die rechtzeitige Einschaltung eines Anwaltes hilfreich und sinnvoll sein.
Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass der Arbeitgeber rechtzeitig vor der geplanten Ausreise mit der Einleitung der Ausreiseformalitäten beginnt.

Geld/ Kreditkarten
Bislang aufgrund von Sanktionen ausgeschlossene iranische Banken k√∂nnen erst seit Mitte Januar 2016 wieder an das internationale Zahlungsverkehrssystem SWIFT angeschlossen werden. Derzeit gibt es noch keine verl√§sslichen √úberweisungswege im privaten Geldverkehr, die ausl√§ndische Touristen kurzfristig nutzen k√∂nnten. Reisende haben in Iran noch keinerlei M√∂glichkeiten Geld abzuheben oder sich anderweitig zu beschaffen. Eine Zahlung mit Kreditkarte ist nur in sehr seltenen Ausnahmef√§llen m√∂glich. Reisende sollten bei ihrer Urlaubsplanung deshalb unbedingt beachten, dass sie f√ľr ihren Aufenthalt in Iran gen√ľgend Bargeld bei sich f√ľhren. Bei Ein- und Ausreise sind mitgef√ľhrte Bargeldbetr√§ge mit einem Gegenwert von √ľber 5.000 USD anzumelden (siehe auch Zollvorschriften).

Devisen k√∂nnen bei der Einreise am Flughafen oder bei verschiedenen Banken und Wechselstuben zum Tageskurs in Rial umgetauscht werden. Der Bankenkurs unterscheidet sich¬†merklich vom Wechselstubenkurs. Ein R√ľcktausch von nicht ben√∂tigten Rialbetr√§gen ist in der Regel nicht oder nur mit erheblichem Kursverlust m√∂glich.

Flug-, Straßen- und Bahnverkehr
Alle internationalen Fl√ľge ab Teheran werden¬†nur¬†vom¬†Flughafen Imam Khomeini¬†abgewickelt. Der zentral gelegene Flughafen Mehrabad wird nur noch f√ľr nationale Fl√ľge genutzt.

Die Infrastruktur im Land ist gut. Es gibt ein ausgedehntes Linienflugnetz, mit dem alle größeren Städte des Landes zu erreichen sind. Es sind nur wenige Bahnverbindungen vorhanden. Das Straßennetz ist gut ausgebaut und es gibt viele inneriranische Busverbindungen.

Das Verhalten vieler Teilnehmer im Stra√üenverkehr ist unberechenbar, daher ist vor allem in Gro√üst√§dten erh√∂hte Vorsicht geboten. Die mangelhafte Wartung eines gro√üen Teils der Fahrzeuge (Beleuchtung, Bremsen, Reifen) stellen ein hohes Unfallrisiko dar. Autofahrten in die W√ľste sollten ausschlie√ülich in organisierten Gruppen von mehreren Gel√§ndefahrzeugen und in Begleitung eines lokalen F√ľhrers unternommen werden. Ein Navigationsger√§t sowie ein ausreichender Vorrat an Wasser, Nahrungsmitteln, Treibstoff und Ersatzteilen sind √ľberlebenswichtig.

Ramadan
Ramadan ist der islamische Fastenmonat, dessen Daten von Jahr zu Jahr variieren. In dieser Zeit religi√∂ser Besinnung gilt f√ľr Muslime ein Fastengebot, d.h. der Verzicht auf Speisen, Getr√§nke, Rauchen sowie z.B. sinnliche Gen√ľsse wie Parf√ľm, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Auch wenn die Fastenregeln nur f√ľr Muslime gelten (wobei Ausnahmen f√ľr Schwangere, Kranke, kleine Kinder und Reisende bestehen), sollten auch Nichtmuslime dem Fasten der Muslime mit Respekt begegnen und darauf achten, keine religi√∂sen Gef√ľhle zu verletzen. W√§hrend des Ramadans ist tags√ľber das Essen, Trinken und Rauchen in der √Ėffentlichkeit auch f√ľr Nichtmuslime verboten.

W√§hrend des Ramadan ist mit Einschr√§nkungen im Alltag (z.B. tags√ľber Schlie√üung von Restaurants au√üerhalb der Hotels, reduzierte Arbeitszeiten bei Beh√∂rden) und mit erh√∂hter Sensibilit√§t in religi√∂sen Angelegenheiten sowie in Fragen der Respektierung islamischer Traditionen zu rechnen.



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente
Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente m√ľssen ab Einreise noch¬†sechs Monate g√ľltig sein.
Die Einreise oder die Beantragung eines Visums mit einem Pass, der einen israelischen Einreisestempel enthält, kann verweigert werden.

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. √úber diese Hinweise hinausgehende Fragen zu den Einreisebestimmungen m√ľssten Sie bitte direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate des Ziellandes erfragen. Nur dort k√∂nnen Sie eine rechtsverbindliche Auskunft erhalten.

Reisen nach Iran k√∂nnen sich gem√§√ü Gesetzesbeschluss des US-Kongresses vom 18.12.2015 zur √Ąnderung des Visa Waiver Programms auf sp√§tere Einreisen in die USA auswirken. Weitere Informationen dazu finden Sie unter¬†Reise- und Sicherheitshinweise USA.¬†

Visum
F√ľr die Einreise ist ein Visum erforderlich.

Bitte beachten Sie unbedingt, dass f√ľr nicht touristische Aufenthalte in Iran zwingend ein entsprechendes Visum beantragt werden muss (z. B. Journalistenvisum, Arbeitsvisum). Bei Versto√ü gegen die iranischen Einreisebestimmungen muss mit strafrechtlicher Verfolgung und unverh√§ltnism√§√üig hohen Strafen (u.a. mehrj√§hrige Freiheitsstrafen) gerechnet werden.

Bei √úberschreitung der G√ľltigkeit des Visums oder bei Verlust des Reisepasses ist mit erheblichen Schwierigkeiten zu rechnen. Die Geldstrafe, die Ausl√§ndern ohne g√ľltige Aufenthaltserlaubnis auferlegt wird, betr√§gt pro Tag 300.000,- Rial (ca. 7,50 ‚ā¨). Die Ausstellung eines Ausreisevisums durch die iranischen Beh√∂rden dauert im Einzelfall mehrere Tage bis Wochen.

Online-Visum (e-Visa) bei den iranischen Auslandsvertretungen in Deutschland
Die Botschaft der Islamischen Republik Iran in Berlin und die Generalkonsulate in Hamburg, Frankfurt am Main und M√ľnchen bieten seit Mai 2017 die M√∂glichkeit, ein Online-Visum (e-Visa) f√ľr die Einreise nach Iran zu beantragen. Die Geb√ľhren betragen je nach Reisezweck zwischen 40,- und 80,- Euro, die Bearbeitungszeit betr√§gt (au√üer f√ľr Pressevisa) 7 bis 14 Tage, gegen einen Aufschlag von 50% ist auch ein Express-Visum m√∂glich.

Visumerteilung am Flughafen
F√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige besteht weiterhin die M√∂glichkeit, bei der Einreise √ľber einen internationalen Flughafen ein zeitlich begrenztes, touristisches Einreisevisum¬†(bis zu 90 Tagen)¬†zu beantragen. Nach Erkenntnissen des Ausw√§rtigen Amts war die Visaerteilung am Flughafen in j√ľngerer Vergangenheit in der Regel unproblematisch. Es wird empfohlen, den Nachweis einer Krankenversicherung und eine Einladung, in der Name, Adresse und Telefonnummer des Einladers vermerkt ist, bzw. Hotelbuchungsbest√§tigung mitzuf√ľhren. Der Bearbeitungsprozess kann sich je nach Aufkommen √ľber einige Stunden hinziehen und eine Ablehnung des Visumantrags und R√ľckschiebung nach Deutschland kann nicht ausgeschlossen werden. Au√üerdem k√∂nnen bei Einreise erteilte Visa in der Regel nicht verl√§ngert werden. Reisenden wird deshalb empfohlen, rechtzeitig vor Reiseantritt ein Visum bei der zust√§ndigen iranischen Auslandsvertretung zu beantragen.

Seit Er√∂ffnung des neuen Internationalen Flughafen Imam Khomeni in Teheran sind mehrfach Beschwerden von Gesch√§ftsreisenden bekannt geworden. Wiederholt ist es in der Vergangenheit zu Komplikationen bei der Einreise und zu langen Wartezeiten gekommen. Trotz Vorlage eines Gesch√§ftsvisums wurden teilweise entweder ein Einladungsschreiben oder eine Hotelbuchungsbest√§tigung oder beides verlangt. Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt in jedem Fall die Mitf√ľhrung des Einladungsschreibens und einer Hotelbuchungsbest√§tigung bzw. der genauen Angabe der Aufenthaltsadresse in Iran.

Krankenversicherung
F√ľr die Dauer des Aufenthaltes in Iran ist eine iranische oder deutsche Unfall- und Krankenversicherung notwendig. Seit 23. September 2011 sind die iranischen Auslandsvertretungen verpflichtet, vor Ausstellung des Visums den Krankenversicherungsschutz zu √ľberpr√ľfen. Bereits bei Antragstellung des Visums in Deutschland ist deshalb das Bestehen einer entsprechenden Versicherung durch Vorlage eines Versicherungsvertrages nachzuweisen. Weitere Informationen k√∂nnen Reisende direkt bei der zust√§ndigen iranischen Auslandsvertretung erfragen.

Weiterreise nach Afghanistan und Pakistan
F√ľr Afghanistan, Irak und die an Iran grenzende pakistanische Provinz Belutschistan bestehen Reisewarnungen.
Die deutsche Botschaft in Teheran kann bei der Beantragung von Visa f√ľr die L√§nder Afghanistan und Irak sowie f√ľr Reisen nach Pakistan oder Indien auf dem Landweg durch die oben genannten Regionen keine Unterst√ľtzung gew√§hren. Nach Auskunft der pakistanischen Botschaft in Teheran k√∂nnen nur noch Visa an deutsche Staatsangeh√∂rige erteilt werden, die ihren Wohnsitz in Iran haben und im Besitz einer iranischen Aufenthaltserlaubnis sind. Weitere Informationen k√∂nnen Sie auf der Webseite der Botschaft nachlesen:¬†Botschaft Teheran¬†¬†

Grenz√ľberg√§nge f√ľr die Ein- und Ausreise
Ausl√§nder k√∂nnen √ľber die internationalen Flugh√§fen des Landes sowie aus der T√ľrkei (√úbergang Bazargan, Esendere), Aserbaidschan (√úberg√§nge Astara und Jolfa) und Turkmenistan (√úberg√§nge Badj-Giran, Sarakhs, Loftabad und Pol) und Armenien (√úbergang Nurduz-Mogri) ein- und ausreisen. Am √úbergang Mirjaveh / Pakistan ist besondere Vorsicht geboten (siehe Landesspezifische Sicherheitshinweise).

Grunds√§tzlich ist f√ľr Ausl√§nder der Grenz√ľbertritt aus der T√ľrkei auch bei Esendere und Sero (nahe Orumiyeh) m√∂glich, auch mit eigenem Kfz. Es gab jedoch F√§lle, in denen an diesen √úberg√§ngen Ausl√§ndern unter Verweis auf den in Bazargan m√∂glichen Grenz√ľbertritt die Einreise verweigert wurde. Der Grenz√ľbergang Kapik√∂y ist f√ľr mit dem Zug reisende Ausl√§nder (Verbindung Tabriz ‚Äď Van) ge√∂ffnet.

Alle Einreise-, Zoll- und Devisenformulare sollten sorgf√§ltig und genau ausgef√ľllt werden.¬†

Bitte achten Sie bei der Einreise √ľber den Land- oder Seeweg besonders darauf, dass ein Einreisestempel in Ihrem Pass angebracht wird. Wenn kein entsprechender Einreisestempel im Pass vorhanden ist, wird die Ausreise verweigert.

Einreise mit eigenem Auto ‚Äď Dieselfahrzeug
Zum jetzigen Zeitpunkt ist unklar, ob die Einreise mit dem eigenen Kraftfahrzeug nach Iran weiterhin m√∂glich ist. Vor einer Autoreise nach Iran sollten sich Reisende unbedingt bei der zust√§ndigen iranischen Auslandsvertretung informieren. Bisher war zur Einreise mit einem eigenen Kraftfahrzeug ein ‚ÄěCarnet de passage‚Äú erforderlich. Es sollte des Weiteren unbedingt darauf geachtet werden, dass ausreichender Versicherungsschutz f√ľr den gesamten Aufenthalt in Iran besteht.

Diesel ist nur an wenigen Tankstellen und nur au√üerhalb der Gro√üst√§dte erh√§ltlich, da in Iran keine privaten Diesel-Kfz gefahren werden. Die Qualit√§t des Diesels ist oft schlecht und manche Tankstellen verweigern den Verkauf an private, ausl√§ndische Kraftfahrer. In der Regel wird eine gesonderte Tankkarte ben√∂tigt, welche bereits bei Grenz√ľbertritt erworben werden sollte. Seit 2009 berichten deutsche Staatsangeh√∂rige vermehrt √ľber Probleme bei der Einreise mit einem Dieselfahrzeug nach Iran. Reisende sollten sich deshalb rechtzeitig vor der Reise √ľber die Voraussetzungen der Einreise mit einem Dieselfahrzeug bei den iranischen Beh√∂rden informieren.

Einreise von deutsch-iranischen Doppelstaatern
Reisende, die neben der deutschen auch die iranische Staatsangeh√∂rigkeit besitzen, werden vermehrt nach Einreise von den iranischen Sicherheitsbeh√∂rden √ľber den Grund ihres Auslandsaufenthaltes verh√∂rt. M√∂glich sind auch Passentzug und Verh√§ngung einer Ausreisesperre, sowie √úberpr√ľfung von Handys, Kamera und PC. Auch eine strafrechtliche Verfolgung von politischen Aktivit√§ten in Deutschland (z. B. Teilnahme an anti-iranischen Demonstrationen in Deutschland), bis hin zu Inhaftierung und Verurteilung in Iran, kann nicht ausgeschlossen werden.

Iranische Behörden behandeln Personen, die sowohl die deutsche wie auch die iranische Staatsangehörigkeit besitzen (sog. Doppelstaater), beim Aufenthalt in Iran ausschließlich als iranische Staatsangehörige. Dies bedeutet, dass diese Personen nur mit einem iranischen Reisepass, der bei Wohnsitz in Deutschland bei der zuständigen iranischen Auslandsvertretung zu beantragen ist, nach Iran ein- und wieder ausreisen können.

Wenn Zweifel bestehen, ob eine Person neben der deutschen auch die iranische Staatsangehörigkeit besitzt, sollte dies mit iranischen Behörden (Auslandsvertretungen) vor einer Reise nach Iran geklärt werden.

Nach iranischem Recht ist das Zusammenleben von Mann und Frau in einer ehe√§hnlichen Gemeinschaft ohne Eheschlie√üung strafbar. Doppelstaater, deren Ehe in Iran nicht anerkannt ist,¬†m√ľssen bei Einreise eventuell mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. F√ľr miteingereiste Kinder sind in diesem Fall in Iran iranische Geburtsurkunden und Reisep√§sse zu beantragen, bevor eine Ausreise erm√∂glicht wird. Dies kann mit nicht unerheblichen Schwierigkeiten und zeitlichen Verz√∂gerungen verbunden sein.

Die M√∂glichkeiten einer Unterst√ľtzung in Konsularangelegenheiten durch die Deutsche Botschaft bei doppelter Staatsangeh√∂rigkeit sind sehr beschr√§nkt. Unter anderem wird der Botschaft grunds√§tzlich keine konsularische Betreuung von inhaftierten deutsch-iranischen Staatsangeh√∂rigen gew√§hrt.

Zur Ausreise aus Iran ben√∂tigen deutsch-iranische Doppelstaater zwingend einen iranischen Reisepass. Sollte die G√ľltigkeit des iranischen Reisepasses abgelaufen oder der Reisepass von den iranischen Beh√∂rden eingezogen worden sein, ist eine Ausreise aus Iran erst nach Ausstellung eines neuen iranischen Reisepasses oder R√ľckgabe des iranischen Passes durch die iranischen Beh√∂rden m√∂glich. Der deutsche Reisepass allein berechtigt Doppelstaater nicht zur Ausreise aus Iran.
Zur Einreise nach Deutschland sollten reisende Doppelstaater zus√§tzlich einen g√ľltigen deutschen Reisepass mit sich f√ľhren. Auch der bis zu einem Jahr abgelaufene deutsche Reisepass und ein deutscher Personalausweis berechtigen zur Einreise nach Deutschland. F√ľr den Fall, dass Sie ohne g√ľltigen deutschen Reisepass ausreisen wollen, sollten Sie sich vor Antritt der Reise bei Ihrer Fluggesellschaft versichern, dass Ihnen die Mitreise auch mit einem Personalausweis oder ung√ľltigem Reisepass gestattet wird.

Wehrdienst f√ľr deutsch-iranische Doppelstaater
Mit Beginn des iranischen Kalenderjahres (21. M√§rz), in dem ein Mann 18 Jahre alt wird, wird er in Iran wehrpflichtig und muss einen aktiven Wehrdienst von 24 Monaten leisten.¬† Nach Erreichen des 50. Lebensjahres ist ein Mann vom Milit√§rdienst befreit; ggf. muss er jedoch bis zum 60. Lebensjahr Wehrdienst leisten. Es besteht die Pflicht, sich selbst zum Milit√§rdienst registrieren zu lassen (alle im Ausland lebenden Iraner m√ľssen von sich aus bei der f√ľr sie zust√§ndigen iranischen Auslandsvertretung ihre Registrierung vornehmen lassen). Auslandsiranern kann unter bestimmten Voraussetzungen einmal j√§hrlich eine Einreise nach Iran ohne Dienstverpflichtung gew√§hrt werden, Einzelheiten sind bei der zust√§ndigen iranischen Auslandsvertretung zu erfragen.

Bei Einreisen männlicher Doppelstaater wird darauf hingewiesen, dass diese bis zur Ableistung des Wehrdienstes in Iran (oder Erhalt einer Ausnahmegenehmigung) eine Ausreisesperre erhalten können.

Hinweise f√ľr deutsche Ehefrauen iranischer Staatsangeh√∂riger
Durch eine nach iranischem Recht rechtm√§√üige Eheschlie√üung mit einem Iraner erwirbt die deutsche Ehefrau automatisch die iranische Staatsangeh√∂rigkeit. ¬†Weiterf√ľhrende Hinweise zur Eheschlie√üung finden Sie auf der Homepage der Deutschen Botschaft Teheran.

Rechtsverbindliche Ausk√ľnfte zum Erwerb der iranischen Staatsangeh√∂rigkeit k√∂nnen nur die zust√§ndigen iranischen Beh√∂rden erteilen. In Einzelf√§llen kann es vorkommen, dass die iranischen Beh√∂rden bei der Einreise oder bei der Ausstellung des sog. Shenasnameh f√ľr die deutsche Ehefrau den deutschen Reisepass der Betroffenen einbehalten. In diesem Falle werden Sie gebeten, umgehend mit der Deutschen Botschaft Teheran Kontakt aufzunehmen. Die deutsche Staatsageh√∂rigkeit geht bei einem automatischen Staatsangeh√∂rigkeitserwerb nicht verloren. Gemeinsame Kinder erwerben durch Geburt sowohl die iranische Staatsangeh√∂rigkeit √ľber den Vater als auch die deutsche Staatsangeh√∂rigkeit √ľber die Mutter. Da die iranischen Beh√∂rden eine doppelte Staatsangeh√∂rigkeit grunds√§tzlich nicht akzeptieren, spielt die neben der iranischen bestehende deutsche Staatsangeh√∂rigkeit f√ľr sie keine Rolle. Ehefrau und Kinder werden in Iran ausschlie√ülich wie iranische Staatsangeh√∂rige behandelt.

Da nach iranischem Recht der Ehemann das Aufenthaltsbestimmungsrecht sowohl f√ľr seine Ehefrau als auch die gemeinsamen Kinder besitzt, bedeutet dies, dass der iranische Ehemann seiner Ehefrau und gemeinsamen Kindern die Ausreise verweigern kann. Um das Land wieder zu verlassen, ben√∂tigen Ehefrau und Kinder die Zustimmung ihres Ehemannes.

Da diese Konstellation in der Praxis h√§ufig vorkommt und zu erheblichen Schwierigkeiten f√ľhren kann, sollten sich insbesondere deutsch-iranische Frauen vor Einreise mit dieser Problematik befassen. Insbesondere f√ľr miteinreisende Kinder ist das Risiko einer m√∂glichen Ausreisesperre mit all ihren Konsequenzen sorgf√§ltig abzuw√§gen. Die Botschaft hat aufgrund der bestehenden iranischen Staatsangeh√∂rigkeit keine rechtliche M√∂glichkeit, die Beteiligten bei der Aufhebung der Ausreisesperre zu unterst√ľtzen.

Der iranische Ehemann kann eine Ausreisesperre verh√§ngen, solange nach iranischem Recht die Ehe fortbesteht. Dies ist auch nach einer au√üerhalb Irans erfolgten Scheidung m√∂glich, solange die ausl√§ndische Scheidung nicht offiziell von den iranischen Beh√∂rden registriert und in den Shenasnamehs (Personenstandsdokument) der Beteiligten eingetragen wurde. Eine Ausreise der Frau ist in diesem Fall bis zur Registrierung und Eintragung der Scheidung durch ein entsprechendes iranisches Gerichtsverfahren ohne Zustimmung des fr√ľheren Ehemanns nicht m√∂glich. Um eine Verz√∂gerung der R√ľckreise nach Deutschland aus diesem Grund zu vermeiden, ist es empfehlenswert, rechtzeitig vor einer Reise nach Iran die Registrierung der Scheidung bei einer iranischen Auslandsvertretung zu beantragen.

Bitte beachten Sie bei Eheschließungen mit Iran-Bezug auch die weitergehenden Informationen auf der Website der Deutschen Botschaft unter Info Ehe.



Besondere Zollvorschriften

Verboten ist die Einfuhr von Alkohol, Schweinefleisch und Publikationen, die das sehr strenge iranische Moralverständnis verletzen könnten.

Die Ein- und Ausfuhr von Bargeldbetr√§gen mit einem Gegenwert bis zu 5.000,- US$ ist nicht anmeldepflichtig. Dar√ľber hinaus gehende Betr√§ge m√ľssen bei der Einfuhr mithilfe eines Erkl√§rungsformulars angemeldet werden. Die Ausfuhr von Barmitteln, die den Gegenwert von 5.000,- US$ √ľbersteigen, ist nur m√∂glich, wenn die Einfuhrerkl√§rung oder ein entsprechender Bankbeleg o. √§. vorgelegt wird.

Bei der Ausreise darf jede Person einen bis zu sechs qm gro√üen und h√∂chstens 30 Jahre alten Teppich mit sich f√ľhren. Die Ausfuhr von Antiquit√§ten (Gegenst√§nde, die √§lter als 30 Jahre sind) ist nur mit einer Genehmigung der Organisation f√ľr Kulturerbe zul√§ssig. Unter Vorlage eines Flugtickets als Nachweis der Ausreise ist die Organisation f√ľr Kulturerbe der Provinz Teheran nach vorheriger Terminvereinbarung (Tel. +98 21 66702061 4, Durchwahl 212, Imam Khomeini Str., 30 Tir Str., Iran-Bastan-Museum) zu kontaktieren. Kaviar muss nachweislich mit Devisen erworben werden.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden. Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Alkoholgenuss ist untersagt. Frauen m√ľssen die islamischen Bekleidungsvorschriften einhalten. Es m√ľssen Arme und Beine bis zu Kn√∂cheln bzw. Handgelenken bedeckt sein. Ein Mantel muss mindestens knielang sein und soll die weiblichen K√∂rperformen verh√ľllen. Haare und Nacken m√ľssen durch ein Kopftuch bedeckt sein. Es werden¬†vermehrt Stra√üenkontrollen durchgef√ľhrt. M√§nner sollten keine kurzen Hosen tragen. An religi√∂sen Orten (Moscheen etc.) sollte au√üerdem lang√§rmelige Oberbekleidung getragen werden. Die f√ľr das Verh√§ltnis zwischen Mann und Frau geltenden Gesetze und Regeln sind unbedingt zu beachten. Kontakte zwischen Nichtverheirateten k√∂nnen geahndet werden (siehe auch Einreisebestimmungen).

Insbesondere bei √úbernachtungen bei iranischen Einzelpersonen oder Familien, deren Anschriften nicht bei Visabeantragung oder Einreise angegeben wurden, muss mit Passentzug und Gerichtsverfahren, beim Umgang mit iranischen Frauen oder M√§nnern in der √Ėffentlichkeit mit Polizeikontrollen gerechnet werden.

Homosexuelle Beziehungen sind strafbar. Das gleiche gilt f√ľr sonstige sexuelle Handlungen, sofern sie au√üerhalb der Ehe ausge√ľbt werden. Nach iranischem Verst√§ndnis unz√ľchtiges Verhalten wird streng geahndet; teilweise ist es mit der Todesstrafe bedroht.

Fotografieren von √∂ffentlichen Einrichtungen, Milit√§rgel√§nden, Flugh√§fen und H√§fen, Sicherheits- und Regierungsfahrzeugen, Polizisten und Sicherheitskr√§ften ist verboten, kann als Straftatbestand der Spionage gewertet und mit entsprechend langen Freiheitsstrafen belegt werden. Das Fotografierverbot gilt auch f√ľr Botschaftsgeb√§ude. Beim Fotografieren von Menschen ist gr√∂√üte Zur√ľckhaltung erforderlich.

Besonders f√ľr Individualreisende besteht das Risiko, durch auff√§lliges Verhalten oder Gebrauch von technisch h√∂her entwickeltem Ger√§t, wie GPS-Ger√§ten, unter Spionageverdacht zu geraten. Als Spionaget√§tigkeit kann ebenfalls die Benutzung oder auch nur die Einfuhr einer Drohne in bzw. nach Iran gewertet werden. In diesem Zusammenhang wird bei Aufenthalten in der N√§he von Sicherheitsobjekten besondere Zur√ľckhaltung empfohlen. Schon der blo√üe Aufenthalt in der N√§he von Milit√§r- oder Atomanlagen kann bereits zu schwerwiegenden Missverst√§ndnissen bis hin zu Spionagevorw√ľrfen f√ľhren. Aufenthalte in unmittelbarer N√§he von Standorten von Atomanlagen in Busher, Natanz, Qom sowie den entsprechenden Objekten in der Umgebung von Arak und Isfahan sind dementsprechend zu meiden.

Verstöße gegen das Artenschutzabkommen werden vom Umweltministerium streng verfolgt und können mit Haftstrafen bis zu drei Jahren belegt werden. Vor der Ausfuhr von Tieren jedweder Art wird gewarnt.

Handlungen, die nach westlichem Rechtsverständnis strafbar sind, werden auch in Iran gerichtlich geahndet. Die verhängten Strafen sind häufig sehr schwer und mit westlichem Rechtsverständnis oft nicht vereinbar.
Vergehen gegen das Bet√§ubungsmittelgesetz werden schon bei geringsten Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langj√§hrigen Gef√§ngnisstrafen geahndet. F√ľr schwere Drogendelikte, Mord, bewaffnete Raub√ľberf√§lle, schwere Finanzdelikte und gewisse andere Straftaten kann die Todesstrafe verh√§ngt werden. Die Haftbedingungen sind sehr hart.



Medizinische Hinweise

Impfschutz
Eine Impfung gegen Gelbfieber wird nur f√ľr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (siehe www.who.int).¬†F√ľr die¬†direkte Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.

Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gem√§√ü dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene (siehe: www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls zu vervollst√§ndigen. Dazu geh√∂ren f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderl√§hmung), ggf. auch gegen Masern, Mumps und R√∂teln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.

Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Meningokokken-Erkrankungen,Typhus und Tollwut empfohlen.

Malaria
Malaria kann im Iran landesweit, unterhalb einer H√∂he von 1.500 Metern, vorkommen. Die j√§hrlichen Fallzahlen sind aber nicht hoch, das Risiko ist damit gering. Im Norden des Landes ist eine √úbertragung von Juni bis September m√∂glich, im S√ľden von Mai bis September und an der K√ľste des Persischen Golfs ganzj√§hrig.

Die √úbertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles M√ľcken. Unbehandelt verl√§uft insbesondere die gef√§hrliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) manchmal t√∂dlich. Im S√ľdosten gehen 35 Prozent der Erkrankungen auf das Konto dieses Erregers. Ansonsten ist P. vivax (Malaria tertiana) vorherrschend.

Ein Schutz vor Stechm√ľcken (Expositionsprophylaxe), insbesondere w√§hrend der D√§mmerung und nachts, hilft zur Vermeidung einer Malariaerkrankung.

Empfohlen wird

  • das Tragen langer, heller und gegen Insekten impr√§gnierter Bekleidung im Freien,
  • das konsequente Einreiben exponierter Haut mit einem geeigneten Repellent und
  • das Benutzen impr√§gnierter Moskitonetze w√§hrend der Nacht oder
  • der Aufenthalt in M√ľcken-gesch√ľtzten R√§umen (Fliegengitter, Klimaanlagen)

Tags√ľber sch√ľtzen diese Ma√ünahmen auch vor anderen durch Stechm√ľcken √ľbertragenen Erkrankungen wie Phlebotomen Fieber, West Nil Fieber oder Krim-Kongo h√§morrhagischem Fieber. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird nicht generell empfohlen (www.dtg.org) und ist nur in Ausnahmef√§llen zu erw√§gen. Bei Fieber sollte, insbesondere im S√ľden des Landes, innerhalb von 24 Stunden ein Arzt aufgesucht werden, um eine Malaria ausschlie√üen zu k√∂nnen.

HIV/AIDS/Geschlechtskrankheiten
HIV/Aids kommt im Iran vor. Durch sexuelle Kontakte, bei intraven√∂sem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen), durch T√§towierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex, dringend empfohlen.

Durchfall- und Darmerkrankungen
Durchfallerkrankungen sind im Iran noch relativ weit verbreitet. Zur Prophylaxe wird empfohlen, nur originalverpackte Getr√§nke aus Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss gr√ľndlich abzukochen, zu filtern oder zu desinfizieren. Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungesch√§lter Produkte sollte verzichtet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart ¬†sein. Das Infektionsrisiko f√ľr Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Am√∂ben, Lamblien und Wurmerkrankungen, Hepatitis A und E besteht landesweit. Allgemeine Hygienema√ünahmen wie regelm√§√üiges H√§ndewaschen oder H√§ndedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln k√∂nnen die Gefahr einer Infektion vermindern.

Tollwut
Tollwut kommt im Iran vor. Das Virus wird am h√§ufigsten von Hunden √ľbertragen. Das Risiko ist in l√§ndlichem Gebiet gr√∂√üer als in den meisten St√§dten. Bei der Tollwut handelt es sich um eine fast immer t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Lecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Die aufw√§ndigen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind im Iran, au√üerhalb der Gro√üst√§dte, nicht immer m√∂glich. Zuverl√§ssigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung vor einem Biss. Die pr√§expositionelle Impfung ist daher f√ľr ¬†Reisen in den Iran besonders wichtig.

Leishmaniose
Insbesondere die Haut-Leishmaniose (eine von Sandfliegen √ľbertragene, parasit√§re Erkrankung mit Hautver√§nderungen, die meist erst Wochen bis Monate nach dem Stich auftreten und lange persistieren) ist in l√§ndlichen Gegenden verbreitet. Ma√ünahmen f√ľr einen zuverl√§ssigen M√ľckenschutz tags√ľber sollten deshalb dringend beachtet werden. Bei nicht heilenden Hautgeschw√ľren nach einem Iran Aufenthalt muss an die M√∂glichkeit einer Haut-Leishmaniose gedacht werden. Bei anhaltenden, unklaren Fiebersch√ľben und Milzvergr√∂√üerung kann auch die gef√§hrliche, generalisierte (sog. ‚Äěviszerale‚Äú) Form vorliegen, die dann in einer tropenmedizinisch erfahrenen Klinik behandelt werden muss.

Tuberkulose
Die Tuberkulose kommt landesweit noch h√§ufig vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen k√∂nnen resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger entstehen. Das Tragen eines chirurgischen Mundschutzes sch√ľtzt nicht vor einer Ansteckung!

Geographisch bedingte Erkrankungen
Iran ist derzeit ein eher seltenes Reiseziel f√ľr Trekkingtouristen und Bergsteiger. Bei Aufenthalten √ľber 2.300 Meter H√∂he kann es bei Einzelnen zu den verschiedenen Formen der H√∂henkrankheit kommen, wenn die graduelle Anpassung an die H√∂he missachtet wurde.

Die H√∂henkrankheit ist eine potentiell sehr gef√§hrliche Funktionsst√∂rung von Lunge und Gehirn. Erkranken k√∂nnen auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, auch solche, die bereits fr√ľher gro√üe H√∂hen und rasche Aufstiege ohne Probleme bew√§ltigt haben.

Weitere Gesundheitsgefahren
Das Unfallrisiko ist im Iran insbesondere bei √úberlandfahrten sehr hoch. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notf√§llen oder Unf√§llen, kann in weiten Landesteilen nicht gew√§hrleistet werden, ein zuverl√§ssig funktionierendes Rettungswesen ist auch in den St√§dten nicht √ľberall existent.

Medizinische Versorgung
Die spezialisierte, medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch nicht auf der H√∂he der Hauptstadt und nicht vergleichbar mit ¬†europ√§ischem Standard. Sprachbarrieren k√∂nnen gerade auf dem Land die Kommunikation erschweren. In Teheran ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem recht hohen Niveau m√∂glich. Auch bei schweren Erkrankungen muss deshalb nur selten eine medizinische Evakuierung ins Ausland, z.B. nach Dubai, oder eine sofortige Rapatriierung erwogen werden. Ein ausreichender Krankenversicherungsschutz, einschlie√ülich einer Reiser√ľckholversicherung, ist dennoch dringend notwendig. Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird empfohlen (www.dtg.org oder www.frm-web.de). Reisende sollten regelm√§√üig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge in den Iran mitbringen und sich f√ľr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Mitnahme einer Reiseapotheke, die nicht nur regelm√§√üig ben√∂tigte Arzneimittel, sondern auch Medikamente f√ľr g√§ngige Reiseerkrankungen beinhaltet, wird dringend empfohlen, da westliche Medikamente regelm√§√üig nicht zur Verf√ľgung stehen. Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise in den Iran bewusst sein.

Die Deutsche Botschaft in Teheran verf√ľgt f√ľr den Notfall √ľber eine Adressenliste von √Ąrzten und Krankenh√§usern in der Stadt.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle, einen Tropenmediziner oder einen Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie schon Erfahrung mit Reisen in die Tropen haben (siehe z. B.: www.dtg.org oder: www.frm-web.de).

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden, wichtigen Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbesondere bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige, eingehende, medizinische Beratung durch einen Reisemediziner/Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

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Irak: Reisewarnung

Irak

Irak: Reisewarnung

Stand 13.11.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 13.11.2017)

Letzte √Ąnderungen:
Aktuelle Hinweise

Aktuelle Hinweise

Am 12.11. ereignete sich in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Nordirak ein Erdbeben der Stärke 7,3 mit mehreren Todesopfern und Sachschäden.



Ausreiseaufruf

Das Auswärtige Amt ruft angesichts der aktuellen Lage weiterhin zur sofortigen Ausreise aus folgenden Landesteilen des Irak auf:

Provinz Ninewa (Provinzhauptstadt Mossul)
Provinz Anbar (Provinzhauptstadt Ramadi)
Provinz Salah Al-Din (Provinzhauptstadt Tikrit)
Provinz Ta’mim (Provinzhauptstadt Kirkuk)
Provinz Diyala (Provinzhauptstadt Baqubah)

Auch f√ľr den Gro√üraum Bagdad und den Norden der Provinz Babel wird eine vor√ľbergehende Ausreise dringend empfohlen.

In der Folge des Unabhängigkeitsreferendums vom 25. September 2017 ist es zu Spannungen zwischen der kurdischen Regionalregierung und der irakischen Zentralregierung gekommen.
Der internationale Flugverkehr auf ¬†den Flugh√§fen der Region Kurdistan-Irak ist, auf Anweisung der zivilen Luftfahrtbeh√∂rde des Irak,¬† seit dem 29.09.2017 ausgesetzt. ¬†Betroffen hiervon sind die Flugh√§fen in Erbil und Sulaimaniyah. Das Generalkonsulat Erbil hat keine M√∂glichkeit sicherzustellen, dass eine regul√§re Reise von den Flugh√§fen der Region Kurdistan-Irak √ľber andere irakische Flugh√§fen erfolgen kann. ¬†Reisende sollten dies bei Ihren Planungen ber√ľcksichtigen und rechtzeitig Kontakt mit der Fluggesellschaft aufnehmen.

Nationale Fl√ľge innerhalb des Iraks sind nach aktuellem Stand nicht betroffen. Das Ausw√§rtige Amt weist darauf hin, dass eine Ein- und Ausreise √ľber irakische Flugh√§fen, (z.B. Bagdad) nur mit einem g√ľltigen Visum f√ľr den Irak m√∂glich ist. N√§heres im Abschnitt ‚ÄěEinreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige‚Äú.

Vor allem in den Provinzen Ta’mim (Provinzhauptstadt Kirkuk) und Ninewa (Provinzhauptstadt Mossul) kommt es zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen zentralirakischen Streitkräften und regional-kurdischen Peshmerga.

Die terroristische Organisation IS konnte zwar zuletzt zur√ľckgedr√§ngt werden, befindet sich aber weiterhin in Teilen der Provinzen Ninewa, Salah Al-Din und Anbar. Es muss dort weiterhin mit schweren Anschl√§gen und offenen bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen IS-Verb√ľndeten und den irakischen Sicherheitskr√§ften, regional-kurdischen Peschmerga, Milizen und auch mit US-Luftschl√§gen gerechnet werden.
In der Provinz Ta’mim kommt es regelmäßig zu Kämpfen zwischen terroristischen Gruppen und kurdischen Peschmerga.

Hinweis f√ľr die Region Kurdistan-Irak:
Wegen der aktuellen Lage im Nachgang zum Unabhängigkeitsreferendum und der weiterhin bestehenden Gefahr von Terroranschlägen, wird von nicht notwendigen Reisen in die Region abgeraten. 



Landesspezifische Sicherheitshinweise¬†‚Äď Reisewarnung

Vor Reisen nach Irak wird gewarnt. Dies gilt mit Einschr√§nkungen auch f√ľr die Region Kurdistan-Irak (Provinzen Dohuk, Erbil und Sulaymaniyah/Halabja).

Besonders gefährlich sind Reisen in die Provinzen Ninewa (Mossul, Grenze zu Syrien), Anbar, Salah Al-Din und Ta’mim, in den Großraum Bagdad sowie in den Norden der Provinz Babel.

In den von der terroristischen Organisation IS kontrollierten Teilen der Provinzen Ninewa und Salah Al-Din muss weiterhin mit schweren Anschl√§gen und offenen bewaffneten Auseinandersetzungen gerechnet werden. Diese Gef√§hrdungslage gilt ebenfalls f√ľr die Provinz Anbar und die Provinz Ta‚Äômim, sowie auch f√ľr die Provinz Diyala. Hinzu kommen aktuelle Auseinandersetzungen irakischer Streitkr√§fte und regional-kurdischer Peshmerga. Auch in Bagdad ist weiterhin mit schweren Anschl√§gen insbesondere auf irakische Sicherheitsinstitutionen und deren Angeh√∂rige, auf Ministerien, Hotels, √∂ffentliche Pl√§tze und religi√∂se Einrichtungen zu rechnen. Es besteht ein hohes Risiko von Entf√ľhrungen, auch f√ľr Ausl√§nder und die sie begleitenden Personen. Einzelne Abschnitte der Hauptstadt Bagdad werden von irakischen Sicherheitskr√§ften in besonderem Ma√üe gesichert, dazu z√§hlen die sogenannte Internationale Zone (ehemals Green Zone) und der Flughafen Bagdad International Airport, Anschl√§ge k√∂nnen aber auch dort nicht ausgeschlossen werden.

In der Provinz Basra im S√ľden des Landes kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu gewaltt√§tigen Auseinandersetzungen bewaffneter Gruppierungen. In Basra und den angrenzenden Provinzen besteht ebenfalls das Risiko von Entf√ľhrungen.

Grundlage jeder Reise, die entgegen dieser Reisewarnung durchgef√ľhrt wird, sollte ein tragf√§higes professionelles Sicherheitskonzept sein. Elemente eines professionellen Sicherheitskonzepts k√∂nnen insbesondere die Verwendung sondergesch√ľtzter Fahrzeuge, der Einsatz einer angemessenen Anzahl von Sicherheitskr√§ften sowie die fachliche Beratung durch Sicherheitspersonal nach Voraufkl√§rung und Planung der Fahrtrouten sein.

Die Region Kurdistan-Irak (Provinzen Dohuk, Erbil und Sulaymaniyah/Halabja) ist derzeit von den K√§mpfen in den westlichen und s√ľdlichen Nachbarprovinzen nicht unmittelbar betroffen. Die Sicherheitslage ist aber, aufgrund der derzeitigen Auseinandersetzungen in Folge des Unabh√§ngigkeitsreferendums vom 25. September 2017 sowie durch die N√§he zu den Provinzen mit IS-Pr√§senz, ‚Äď auch hier weiter angespannt. Wegen der anhaltend erh√∂hten Gefahr von Terroranschl√§gen wird von nicht notwendigen Reisen in die Region abgeraten.

Aufenthalte k√∂nnen in dieser Region nur nach sorgf√§ltiger Pr√ľfung der aktuellen √∂rtlichen Sicherheitslage und mit den dann jeweils notwendigen Sicherheitsma√ünahmen in Betracht gezogen werden. Zu Art und Umfang solcher Sicherheitsma√ünahmen k√∂nnen in der Regel der √∂rtliche Gastgeber oder einschl√§gige Beh√∂rden und Unternehmen praktische Hinweise geben.

Bei illegalem Grenz√ľbertritt zwischen der Region Kurdistan-Irak und den Nachbarstaaten, insbesondere Syrien, ist in der Region Kurdistan-Irak mit hohen Haftstrafen zu rechnen. F√ľr das √úberschreiten der erlaubten Aufenthaltsdauer in der Region Kurdistan-Irak werden hohe Geldstrafen erhoben.

Die deutschen Auslandsvertretungen können derzeit nur in äußerst begrenztem Rahmen konsularische Hilfe leisten. Auch die staatlichen Sicherheitsorgane können im Einzelfall keinen ausreichenden Schutz garantieren oder Hilfe leisten.

Die Sicherheitslage im gesamten Irak bleibt volatil. Die Zahl der terroristischen Anschläge vor allem im Nord- und Zentralirak ist seit Langem sehr hoch. Personen, die sich im Irak aufhalten, sollten Medienberichte aufmerksam verfolgen und alle Vorkehrungen treffen, um erforderlichenfalls kurzfristig ausreisen zu können.  Internationale Flugverbindungen sind derzeit gewährleistet.
Menschenansammlungen sind im ganzen Land unbedingt zu meiden.

Die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Bagdad ist grunds√§tzlich nur nach Terminvereinbarung f√ľr den Publikumsverkehr ge√∂ffnet. Die Botschaft befindet sich nicht in der sogenannten¬†Internationalen Zone. Aufgrund der Sicherheitslage und der eingeschr√§nkten Bewegungs- und Kommunikationsm√∂glichkeiten ist es schwierig und gegebenenfalls unm√∂glich, konsularische Hilfe zu leisten.
Auch das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Erbil kann nur eingeschränkt konsularische Hilfe leisten. Termine werden ebenfalls nur nach Vereinbarung wahrgenommen.
Die Botschaften der Bundesrepublik Deutschland in den Nachbarstaaten Iraks k√∂nnen Deutschen, die in Irak in eine Notlage geraten, erst ab dem jeweiligen Grenz√ľbergang konsularische Hilfe leisten.

Krisenvorsorgeliste
Es wird bei Reisen nach Irak empfohlen, möglichst schon vor Abreise mit dem Auswärtigen Amt bzw. unmittelbar mit der deutschen Botschaft Bagdad oder dem deutschen Generalkonsulat Erbil Kontakt aufzunehmen und sich mit den geplanten Reisedaten in die Krisenvorsorgeliste einzutragen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Vor Reisen nach Irak wird gewarnt.
Allgemeine Reiseinformationen liegen nicht vor.

 



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Vor Reisen nach Irak wird gewarnt.

Reisedokumente
Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente m√ľssen bei Einreise noch mindestens sechs Monate g√ľltig sein.

Visum
F√ľr Reisen nach Irak besteht Visumspflicht. Visa m√ľssen vor der Einreise bei einer irakischen Auslandsvertretung beantragt werden. Die Visumspflicht gilt f√ľr das gesamte irakische Staatsgebiet, also auch f√ľr die¬†Region Kurdistan-Irak.

N√§here Ausk√ľnfte erteilt die Botschaft der Republik Irak in Berlin.

Bei Einreise in die Region Kurdistan-Irak mit einem ausl√§ndischen Kfz ist es g√§ngige Praxis der kurdischen Beh√∂rden, den ausl√§ndischen Reisepass beim Zollamt des Grenz√ľbergangs einzubehalten und dar√ľber eine Bescheinigung auszuh√§ndigen. Diese Bescheinigung berechtigt nicht zum Aufenthalt in anderen Teilen Iraks. Bei Zuwiderhandlung ist mit einer Festnahme durch die irakischen Beh√∂rden zu rechnen. Der Pass wird erst bei der Wiederausfuhr des Kfz zur√ľckgegeben.



Medizinische Hinweise

Vor Reisen nach Irak wird gewarnt.

Impfschutz

Eine Gelbfieberimpfung ist bei Einreise aus Infektionsgebieten vorgeschrieben. Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Gelbfieberimpfung notwendig.

Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gem√§√ü aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und zu vervollst√§ndigen, siehe www.rki.de

Dazu geh√∂ren auch f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggfs.¬†auch gegen Polio (Kinderl√§hmung), Mumps, Masern, R√∂teln (MMR), Influenza und¬†Pneumokokken.

Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch die Impfung gegen Hepatitis B, Tollwut und Typhus empfohlen. 

Malaria und andere durch Insekten √ľbertragbare Erkrankungen

Seit einigen Jahren ist es nicht mehr zu autochtonen √úbertragungen von Malaria im Irak gekommen. Die sehr geringe Anzahl von gemeldeten Infektionen (ausschlie√ülich durch Plasmodium vivax) wurde durch Reisende aus Pakistan und Indien eingef√ľhrt Da aber die √ľbertragende Malariam√ľcke im Irak weiterhin vorkommt, besteht grunds√§tzlich die Gefahr der erneuten Einschleppung und Etablierung. In jedem Fall sollten, auch im Hinblick auf andere durch M√ľcken oder andere Insekten √ľbertragene Erkrankungen (z.B. Leishmaniose, Phlebotomus Fieber, Krim-Kongo-Haemorrhagisches Fieber) die allgemeinen Schutzma√ünahmen beachtet werden (z. B. Repellentien, Moskitonetz, lang√§rmlige Kleidung). Eine medikament√∂se Malariaprophylaxe sowie Stand-by-Medikation ist aktuell nicht notwendig.

HIV/ Aids

Die Pr√§valenz von HIV in der Bev√∂lkerung ist sehr gering . Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen) und Bluttransfusionen besteht trotzdem ein grunds√§tzliches Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.

Cholera und andere Durchfallerkrankungen

Cholera ist im Irak endemisch. Im Rahmen von Ausbr√ľchen kommt es mitunter zu mehreren tausend Erkrankungen, der letzte Ausbruch ereignete sich im Sommer 2015 (Umgebung Bagdad). Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene l√§sst sich das Risiko f√ľr die meisten Durchfallerkrankungen, auch Cholera, minimieren. Eine Impfung gegen Cholera wird daher nur in Ausnahmef√§llen notwendig sein! Auch viele andere Durchfallerreger treten vergleichsweise geh√§uft auf.

Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera vermeiden. Wenn Sie Ihre Gesundheit w√§hrend Ihres Aufenthaltes nicht gef√§hrden wollen, dann beachten Sie folgende grundlegende Hinweise: Ausschlie√ülich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser mit Kohlens√§ure, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes und abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrsp√ľlen und Z√§hneputzen wo m√∂glich Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: Kochen oder selber Sch√§len. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie m√∂glich mit Seife die H√§nde immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. H√§ndedesinfektion, wo angebracht, durchf√ľhren, ggf. Einmalhandt√ľcher verwenden.

Weitere Infektionskrankheiten

Bilharziose ist in einigen Regionen endemisch, dort S√ľ√üwasserkontakt meiden!
Hepatitis A, B, C, Echinokokkose und Tollwut können landesweit vorkommen. Zum Schutz vor cutaner Leishmaniose und des Krim-Kongo Haemorrhagisches Fieber sollten Maßnahmen zum Insektenschutz angewendet werden.

Neues Coronavirus (MERS-CoV)

Seit dem Sommer 2012 kommt es in L√§ndern der arabischen Halbinsel vereinzelt zu schweren Infektionen der Atemwege durch ein neues Coronavirus (MERS-CoV, die Abk√ľrzung f√ľr Middle East Respiratory Syndrome Corona Virus). Die meisten Erkrankungen wurden aus Saudi-Arabien bekannt. Wo genau und wie sich Menschen in verschiedenen L√§ndern anstecken k√∂nnen, ist noch unklar. Es gibt Hinweise, dass Kamele an der √úbertragung beteiligt sein k√∂nnten. Reisende sollten unn√∂tige Kontakte mit Tieren meiden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass es bei sehr engem Kontakt zu Erkrankten auch zu einer √úbertragung von Mensch zu Mensch kommen kann. Es gibt nach wie vor aber keinen Nachweis einer kontinuierlichen Mensch-zu-Mensch-√úbertragung.
Eine aktuelle Risikobewertung des Robert-Koch-Instituts (RKI) findet sich f√ľr Deutschland unter http://www.rki.de/ .

Medizinische Versorgung

Das Versorgungsniveau ist in weiten Landesteilen zurzeit weder technisch noch personell ausreichend. In der Hauptstadt Bagdad steht den diplomatischen Vertretungen das privat betreute Diplomatic Support Hospital zu Verf√ľgung (ehemaliges amerikanisches Milit√§rkrankenhaus). Zur Nutzung ist allerdings ein vorheriger Vertragsabschluss erforderlich. Als bestes privates einheimisches Krankenhaus kann das St. Raphael Krankenhaus genannt werden. Im Irak sind nicht alle Medikamente immer erh√§ltlich. Dauermedikationen daher in ausreichender Menge mitf√ľhren. Eine Ausnahme bilden die kurdischen Autonomiegebiete im Norden. Dort ist eine vergleichsweise bessere Versorgung gew√§hrleistet. Westeurop√§ischer Standard wird aber auch dort oft nicht erreicht. Eine Auslandskrankenversicherung mit R√ľckholoption im Notfall wird dringend empfohlen.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Auslandsreiseerfahrung haben; siehe auch www.dtg.org oder www.frm-web.de

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

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Iran

Iran: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 13.11.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 13.11.2017)

Letzte √Ąnderungen:
Aktuelle Hinweise

Aktuelle Hinweise

Am 12.11. ereignete sich in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Nordirak ein Erdbeben der Stärke 7,3 mit mehreren Todesopfern und Sachschäden.



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Reisende sollten während des Aufenthalts in Iran die aktuelle politische Lage aufmerksam verfolgen und unter anderem an folgenden Daten besondere Vorsicht walten lassen:
11. Februar ‚Äď Revolutionstag
14. Februar ‚Äď Jahrestag von Anti-Regierungsdemonstrationen
1. Oktober 2017 ‚Äď Ashura Fest¬†
04. November ‚Äď Besetzung der US-Botschaft
29. November ‚Äď √úbergriffe auf die britische Botschaft
07. Dezember ‚Äď sog. Studententag

Reisenden wird grundsätzlich empfohlen, die Entwicklung der Lage in den Medien zu verfolgen und Kundgebungen, Menschenansammlungen oder Demonstrationen weiträumig zu meiden. Insbesondere sollten Film- oder Tonaufnahmen von Demonstrationen, ihres Umfeldes oder von Polizisten/ Sicherheitskräften und öffentlichen Gebäuden unter allen Umständen vermieden werden, da dies als Spionagetätigkeit gewertet werden kann.

Der Gebrauch verschiedener Kommunikationsmedien ist regelmäßig nur eingeschränkt möglich. Sowohl Festnetzleitungen als auch Mobiltelefone sind häufig nicht erreichbar, auch Telefonverbindungen in ausländische Netze kommen nicht immer zustande. Zahlreiche Internetseiten und Kommunikationsapplikationen sind nicht oder nur eingeschränkt zugänglich, wie zum Beispiel Skype, Facebook oder verschiedene Email-Anbieter. Auch bekannte VPN’s und Proxys bieten kaum noch Zugang zum freien Internet.

Fotografieren und Filmen (auch mit Mobiltelefon) sollte insgesamt restriktiv und mit der gebotenen Sensibilit√§t gehandhabt werden. Es sind¬†F√§lle bekannt geworden, in denen Touristen Kameras abgenommen und sie vor√ľbergehend festgenommen wurden, da sie verd√§chtigt wurden, √∂ffentliche Geb√§ude oder Demonstrationen fotografiert zu haben. Ebenfalls abzusehen ist vom Versenden von Fotos oder Reiseberichten, die in irgendeiner Weise Bezug zu aktuellen politischen Entwicklungen haben. Gleiches gilt f√ľr SMS und Telefonate. Die entsprechende Kommunikation wird √ľberwacht und es sind F√§lle bekannt, bei denen ausl√§ndische Staatsangeh√∂rige aufgrund derartiger Kommunikation mit ihrem Heimatland angeklagt und verurteilt worden sind. Die Kommunikation im Inland und mit dem Ausland ist phasenweise sehr schwierig und nicht immer m√∂glich.

Iranischen B√ľrgern ist seit¬†Anfang 2010 der Kontakt zu zahlreichen westlichen Organisationen und Medien verboten. Iraner wurden zudem aufgefordert, keine Kontakte mit Ausl√§ndern, ausl√§ndischen Botschaften und mit ihnen zusammenarbeitenden Organisationen ‚Äě√ľber das normale Ma√ü‚Äú hinaus zu pflegen. In Einzelf√§llen wurden deutsche Staatsangeh√∂rige, die ihre Unterkunft in Iran √ľber soziale Netzwerke im Internet organisiert hatten, von den iranischen Beh√∂rden √ľberpr√ľft und um sofortige Ausreise gebeten. Reisende sollten dies bei der Wahl einer Unterkunft insbesondere bei ihnen pers√∂nlich unbekannten Gastgebern bedenken.

Terrorismus
In Iran kommt es, meistens in Minderheitenregionen, unregelmäßig zu Zwischenfällen mit terroristischem Hintergrund. Seit den Pariser Anschlägen vom November 2015 haben iranische Behörden die allgemeinen Sicherheitsmaßnahmen im Grenzbereich zu Irak und zu Pakistan, aber auch in der Hauptstadt Teheran, erhöht. Am 7. Juni 2017 ist es nichtsdestotrotz in Teheran zu Anschlägen auf das Parlamentsgebäude und auf das Mausoleum von Ayatollah Khomeini gekommen, die Todesopfer und Verletzte forderten.
Anschläge richteten sich bisher nicht gegen Ausländer oder Touristen. Reisende in Grenzregionen Irans zu Irak und zu Pakistan sollten grundsätzlich immer auch die jeweils aktuelle Lage in den Nachbarländern in Betracht ziehen.

In der Provinz Sistan-Belutschistan (S√ľdosten, Grenze zu Pakistan/Afghanistan) kommt es regelm√§√üig zu Konflikten zwischen iranischen Sicherheitskr√§ften und bewaffneten Gruppierungen. Die Bewegungsfreiheit ist eingeschr√§nkt und es gibt vermehrte Sicherheits- und Personenkontrollen. Wiederholt wurden Ausl√§nder in der Region festgehalten und l√§ngeren Verh√∂ren unterzogen. Eine Weiterreise war in manchen F√§llen nur noch mit iranischer Polizeieskorte m√∂glich. Dies geschah vor dem Hintergrund von seit Jahren h√§ufig auftretenden F√§llen bewaffneter Angriffe auf iranische¬† Sicherheitskr√§fte in der Region.

In der Provinz Kurdistan und der ebenfalls von Kurden bewohnten Provinz West-Aserbaidschan gibt es wiederholt Anschl√§ge gegen Sicherheitskr√§fte, lokale Repr√§sentanten der Justiz und des Klerus. In diesem Zusammenhang haben Sicherheitskr√§fte ihr Vorgehen gegen kurdische Separatistengruppen und Kontrollen mit Checkpoints noch einmal verst√§rkt. Seit M√§rz 2011 gab es in der Region wieder verst√§rkt bewaffnete Zusammenst√∂√üe zwischen iranischen Sicherheitskr√§ften und kurdischen Separatistenorganisationen wie¬†PJAK und DPIK, mit Todesopfern auf beiden Seiten. Insbesondere die Grenzregionen zum Irak und die Region um die Stadt Sardasht waren betroffen. Trotz eines im September 2011 vereinbarten Waffenstillstandes kam es¬†im Jahr 2015 und verst√§rkt im Sommer 2016¬†zu gewaltsamen Konflikten.¬†In bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen iranischen Sicherheitskr√§ften und Angeh√∂rigen der DPIK¬†am 6. und 7. September 2016 nahe der Stadt Sardasht wurden zehn Personen und drei Revolutionsgardisten get√∂tet. Seit Juni 2016 kam es in der Region zu mehreren derartigen Vorf√§llen. Bereits 2015 hatte es nahe der Stadt Khoy, im iranisch-t√ľrkischen Grenzgebiet (Provinz West-Aserbaidschan), Zusammenst√∂√üe mit mehreren Todesopfern gegeben.

Terrorismus in anderen Landesteilen:¬† Zu einer Bombenexplosion kam es am 12. April 2008 in einer Moschee in der s√ľdiranischen Stadt Shiraz. Am 15. April 2011 kam es anl√§sslich des sechsten Jahrestages der Niederschlagung der Proteste der arabischst√§mmigen Bev√∂lkerung gegen eine Politik der Iranisierung in der Provinz im Jahre 2005 zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskr√§ften und der arabischen Minderheit in Ahwaz und mehreren anderen St√§dten der Provinz (u. a. Hamidiyeh, Abadan, Khorramshahr). Dabei wurden mindestens¬†zw√∂lf Menschen get√∂tet und 20 verletzt. Seit 2015 kommt es nach iranischen Angaben in der Provinz Khuzestan und in anderen Landesteilen, auch in Teheran, wiederholt zu Verhaftungen von Personen, die mit dem sogenannten Islamischen Staat in Verbindung stehen und Terroranschl√§ge in Iran geplant haben sollen.

Reisen √ľber Land
Individualreisende sollten grundsätzlich vermeiden, allein nachts oder in einsamen Gebieten zu reisen. Es gab in der Vergangenheit einzelne Fälle von sexueller Belästigung Städten, daher sollten besonders allein reisende Frauen darauf achten, sich nicht in menschenleeren Gegenden, wie z.B. fernab der regelmäßig frequentierten Wanderrouten in den Bergen, aufzuhalten.

Von Reisen in den Osten der Provinz Kerman und Sistan-Belutschistan sowie in¬† die Grenzgebiete Irans mit Pakistan und Afghanistan wird dringend abgeraten. In diesen Gebieten besteht ein erhebliches Entf√ľhrungs- und Anschlagsrisiko. Dies betrifft insbesondere das Gebiet im Dreieck zwischen den St√§dten Zabol, Bam und Chabahar.¬†¬†Stabiler ist die Lage in der Hafenstadt Chabahar selbst, sofern der Luftweg f√ľr die Anreise genutzt wird. Es wird jedoch empfohlen, die aktuelle Entwicklung der Sicherheitslage aufmerksam zu verfolgen.

Von nicht notwendigen Individual- oder Trekkingreisen in die Kurdengebiete im Nordwesten Irans, insbesondere entlang der t√ľrkischen und irakischen Grenze, wird grunds√§tzlich abgeraten. Gelegentlich werden die Grenz√ľberg√§nge zur T√ľrkei und zum Irak geschlossen.

Es wird dringend davon abgeraten, auf dem Landweg, insbesondere mit dem Fahrrad oder Motorrad, nach Pakistan oder Afghanistan zu reisen. Auf der Strecke Zabul-Zahedan besteht ein √úberfall- und Entf√ľhrungsrisiko, auf der Strecke Kerman-Bam wurden nach Errichtung einer Stra√üensperre Reisende von Mitgliedern einer terroristischen Gruppierung erschossen.

F√ľr Afghanistan, Irak und die an Iran grenzende pakistanische Provinz Belutschistan bestehen Reisewarnungen.

Bootsexkursionen ‚Äď Besonderheiten in der ‚ÄěStra√üe von Hormuz‚Äú
Bei Bootsexkursionen vor der Westk√ľste der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und in die ‚ÄěStra√üe von Hormuz‚Äú wird dringend empfohlen, die Gew√§sser um die Inseln Abu Moussa, Greater Tumb und Lesser Tumb zu meiden. Die drei Inseln werden sowohl von den VAE als auch von Iran beansprucht und in Seekarten als zum jeweiligen Territorium geh√∂rend ausgewiesen. Ausl√§ndische Bootsbesatzungen, die sich den Inseln von VAE-Seite gen√§hert haben, sind von iranischer Seite unter dem Vorwurf der ‚ÄěVerletzung der iranischen Hoheitsgew√§sser und illegaler Einwanderung‚Äú festgenommen und zu Haftstrafen verurteilt worden.

Kriminalität
In Teheran kommt es gelegentlich zu Personenkontrollen durch vermeintliche Sicherheitsbeamte. Die Kontrolleure erweisen sich anschlie√üend als Trickbetr√ľger, welche z.B. nach erfolgter ‚ÄěKontrolle‚Äú die Geldb√∂rse oder deren Inhalt einbehalten. Es wird geraten, darauf zu bestehen, entsprechende Kontrollen lediglich im Hotel oder der n√§chstgelegenen Polizeistation durchf√ľhren zu lassen.
Wenn m√∂glich sollten P√§sse und Wertsachen im Hotelsafe deponiert und nur eine Kopie des Passes mitgef√ľhrt werden. Die Zahl der Diebst√§hle von P√§ssen, Geld und Taschen in Gesch√§ften und auf der Stra√üe (auch durch Motorradfahrer) nimmt ‚Äď ebenso wie die Zahl der Einbr√ľche in Wohnungen und H√§user ‚Äď zu. Besondere Umsicht ist hier geboten. Vorsicht ist auch bei von Fremden angebotenen S√ľ√üigkeiten/Keksen und (offenen) Getr√§nken geboten, da Diebe k.o.-Tropfen benutzen, um Touristen zu bet√§uben und auszurauben.

Die in Iran geltenden Gesetze und moralischen Wertvorstellungen sind unbedingt zu respektieren (siehe auch ‚ÄěBesondere strafrechtliche Vorschriften‚Äú).

Naturkatastrophen
Mit Erdbeben unterschiedlichen Ausmaßes muss in allen Teilen des Landes gerechnet werden. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben bietet das Geoforschungszentrum Potsdam.

Militärische Sperrgebiete
Obwohl bestimmte Stra√üen auf Karten unter Umst√§nden als befahrbar ausgewiesen sind, sollten Hinweisschilder auf milit√§rische Sperrgebiete unbedingt beachtet werden. Dies gilt insbesondere f√ľr die Strecke Semnan ‚Äď Mo‚ÄôAlleman ‚Äď Jandaq durch die W√ľste Dasht-e Kavir. Auch in der Grenzregion zum Irak und insbesondere in der Provinz Kurdestan gibt es zahlreiche Sperrgebiete, die in jedem Falle gemieden werden sollten.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Bei der Planung einer Reise nach Iran ist zu beachten, dass in einigen Regionen ein Sicherheitsrisiko besteht (siehe Sicherheitshinweise).

Arbeitsaufnahme (Monteure, Sportler, Geschäftsleute)
Jeder der sich mit einer Arbeitserlaubnis in Iran aufh√§lt, ben√∂tigt zur Ausreise ein Exitvisum, welches nur unter Vorlage einer Unbedenklichkeitsbest√§tigung des Finanzamtes und des Arbeitgebers durch die iranische Ausl√§nderpolizei ausgestellt wird. Der Deutschen Botschaft in Teheran sind mehrere F√§lle bekannt, in welchen deutschen Staatsangeh√∂rigen die Ausreise f√ľr einige Zeit auf Grund von Steuerr√ľckst√§nden oder sonstigen Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber verweigert wurde.
Bei der Unterzeichnung eines Arbeitsvertrages sollte der deutsche Arbeitnehmer deshalb unbedingt auf eine eindeutige Regelung zur Steuerpflicht achten. Aus dem Vertrag sollte hervorgehen, wer die Steuerlast zu tragen hat und auf welche Weise diese beglichen wird. Im Einzelfall kann die rechtzeitige Einschaltung eines Anwaltes hilfreich und sinnvoll sein.
Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass der Arbeitgeber rechtzeitig vor der geplanten Ausreise mit der Einleitung der Ausreiseformalitäten beginnt.

Geld/ Kreditkarten
Bislang aufgrund von Sanktionen ausgeschlossene iranische Banken k√∂nnen erst seit Mitte Januar 2016 wieder an das internationale Zahlungsverkehrssystem SWIFT angeschlossen werden. Derzeit gibt es noch keine verl√§sslichen √úberweisungswege im privaten Geldverkehr, die ausl√§ndische Touristen kurzfristig nutzen k√∂nnten. Reisende haben in Iran noch keinerlei M√∂glichkeiten Geld abzuheben oder sich anderweitig zu beschaffen. Eine Zahlung mit Kreditkarte ist nur in sehr seltenen Ausnahmef√§llen m√∂glich. Reisende sollten bei ihrer Urlaubsplanung deshalb unbedingt beachten, dass sie f√ľr ihren Aufenthalt in Iran gen√ľgend Bargeld bei sich f√ľhren. Bei Ein- und Ausreise sind mitgef√ľhrte Bargeldbetr√§ge mit einem Gegenwert von √ľber 5.000 USD anzumelden (siehe auch Zollvorschriften).

Devisen k√∂nnen bei der Einreise am Flughafen oder bei verschiedenen Banken und Wechselstuben zum Tageskurs in Rial umgetauscht werden. Der Bankenkurs unterscheidet sich¬†merklich vom Wechselstubenkurs. Ein R√ľcktausch von nicht ben√∂tigten Rialbetr√§gen ist in der Regel nicht oder nur mit erheblichem Kursverlust m√∂glich.

Flug-, Straßen- und Bahnverkehr
Alle internationalen Fl√ľge ab Teheran werden¬†nur¬†vom¬†Flughafen Imam Khomeini¬†abgewickelt. Der zentral gelegene Flughafen Mehrabad wird nur noch f√ľr nationale Fl√ľge genutzt.

Die Infrastruktur im Land ist gut. Es gibt ein ausgedehntes Linienflugnetz, mit dem alle größeren Städte des Landes zu erreichen sind. Es sind nur wenige Bahnverbindungen vorhanden. Das Straßennetz ist gut ausgebaut und es gibt viele inneriranische Busverbindungen.

Das Verhalten vieler Teilnehmer im Stra√üenverkehr ist unberechenbar, daher ist vor allem in Gro√üst√§dten erh√∂hte Vorsicht geboten. Die mangelhafte Wartung eines gro√üen Teils der Fahrzeuge (Beleuchtung, Bremsen, Reifen) stellen ein hohes Unfallrisiko dar. Autofahrten in die W√ľste sollten ausschlie√ülich in organisierten Gruppen von mehreren Gel√§ndefahrzeugen und in Begleitung eines lokalen F√ľhrers unternommen werden. Ein Navigationsger√§t sowie ein ausreichender Vorrat an Wasser, Nahrungsmitteln, Treibstoff und Ersatzteilen sind √ľberlebenswichtig.

Ramadan
Ramadan ist der islamische Fastenmonat, dessen Daten von Jahr zu Jahr variieren. In dieser Zeit religi√∂ser Besinnung gilt f√ľr Muslime ein Fastengebot, d.h. der Verzicht auf Speisen, Getr√§nke, Rauchen sowie z.B. sinnliche Gen√ľsse wie Parf√ľm, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Auch wenn die Fastenregeln nur f√ľr Muslime gelten (wobei Ausnahmen f√ľr Schwangere, Kranke, kleine Kinder und Reisende bestehen), sollten auch Nichtmuslime dem Fasten der Muslime mit Respekt begegnen und darauf achten, keine religi√∂sen Gef√ľhle zu verletzen. W√§hrend des Ramadans ist tags√ľber das Essen, Trinken und Rauchen in der √Ėffentlichkeit auch f√ľr Nichtmuslime verboten.

W√§hrend des Ramadan ist mit Einschr√§nkungen im Alltag (z.B. tags√ľber Schlie√üung von Restaurants au√üerhalb der Hotels, reduzierte Arbeitszeiten bei Beh√∂rden) und mit erh√∂hter Sensibilit√§t in religi√∂sen Angelegenheiten sowie in Fragen der Respektierung islamischer Traditionen zu rechnen.



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente
Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Reisedokumente m√ľssen ab Einreise noch¬†sechs Monate g√ľltig sein.
Die Einreise oder die Beantragung eines Visums mit einem Pass, der einen israelischen Einreisestempel enthält, kann verweigert werden.

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. √úber diese Hinweise hinausgehende Fragen zu den Einreisebestimmungen m√ľssten Sie bitte direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate des Ziellandes erfragen. Nur dort k√∂nnen Sie eine rechtsverbindliche Auskunft erhalten.

Reisen nach Iran k√∂nnen sich gem√§√ü Gesetzesbeschluss des US-Kongresses vom 18.12.2015 zur √Ąnderung des Visa Waiver Programms auf sp√§tere Einreisen in die USA auswirken. Weitere Informationen dazu finden Sie unter¬†Reise- und Sicherheitshinweise USA.¬†

Visum
F√ľr die Einreise ist ein Visum erforderlich.

Bitte beachten Sie unbedingt, dass f√ľr nicht touristische Aufenthalte in Iran zwingend ein entsprechendes Visum beantragt werden muss (z. B. Journalistenvisum, Arbeitsvisum). Bei Versto√ü gegen die iranischen Einreisebestimmungen muss mit strafrechtlicher Verfolgung und unverh√§ltnism√§√üig hohen Strafen (u.a. mehrj√§hrige Freiheitsstrafen) gerechnet werden.

Bei √úberschreitung der G√ľltigkeit des Visums oder bei Verlust des Reisepasses ist mit erheblichen Schwierigkeiten zu rechnen. Die Geldstrafe, die Ausl√§ndern ohne g√ľltige Aufenthaltserlaubnis auferlegt wird, betr√§gt pro Tag 300.000,- Rial (ca. 7,50 ‚ā¨). Die Ausstellung eines Ausreisevisums durch die iranischen Beh√∂rden dauert im Einzelfall mehrere Tage bis Wochen.

Online-Visum (e-Visa) bei den iranischen Auslandsvertretungen in Deutschland
Die Botschaft der Islamischen Republik Iran in Berlin und die Generalkonsulate in Hamburg, Frankfurt am Main und M√ľnchen bieten seit Mai 2017 die M√∂glichkeit, ein Online-Visum (e-Visa) f√ľr die Einreise nach Iran zu beantragen. Die Geb√ľhren betragen je nach Reisezweck zwischen 40,- und 80,- Euro, die Bearbeitungszeit betr√§gt (au√üer f√ľr Pressevisa) 7 bis 14 Tage, gegen einen Aufschlag von 50% ist auch ein Express-Visum m√∂glich.

Visumerteilung am Flughafen
F√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige besteht weiterhin die M√∂glichkeit, bei der Einreise √ľber einen internationalen Flughafen ein zeitlich begrenztes, touristisches Einreisevisum¬†(bis zu 90 Tagen)¬†zu beantragen. Nach Erkenntnissen des Ausw√§rtigen Amts war die Visaerteilung am Flughafen in j√ľngerer Vergangenheit in der Regel unproblematisch. Es wird empfohlen, den Nachweis einer Krankenversicherung und eine Einladung, in der Name, Adresse und Telefonnummer des Einladers vermerkt ist, bzw. Hotelbuchungsbest√§tigung mitzuf√ľhren. Der Bearbeitungsprozess kann sich je nach Aufkommen √ľber einige Stunden hinziehen und eine Ablehnung des Visumantrags und R√ľckschiebung nach Deutschland kann nicht ausgeschlossen werden. Au√üerdem k√∂nnen bei Einreise erteilte Visa in der Regel nicht verl√§ngert werden. Reisenden wird deshalb empfohlen, rechtzeitig vor Reiseantritt ein Visum bei der zust√§ndigen iranischen Auslandsvertretung zu beantragen.

Seit Er√∂ffnung des neuen Internationalen Flughafen Imam Khomeni in Teheran sind mehrfach Beschwerden von Gesch√§ftsreisenden bekannt geworden. Wiederholt ist es in der Vergangenheit zu Komplikationen bei der Einreise und zu langen Wartezeiten gekommen. Trotz Vorlage eines Gesch√§ftsvisums wurden teilweise entweder ein Einladungsschreiben oder eine Hotelbuchungsbest√§tigung oder beides verlangt. Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt in jedem Fall die Mitf√ľhrung des Einladungsschreibens und einer Hotelbuchungsbest√§tigung bzw. der genauen Angabe der Aufenthaltsadresse in Iran.

Krankenversicherung
F√ľr die Dauer des Aufenthaltes in Iran ist eine iranische oder deutsche Unfall- und Krankenversicherung notwendig. Seit 23. September 2011 sind die iranischen Auslandsvertretungen verpflichtet, vor Ausstellung des Visums den Krankenversicherungsschutz zu √ľberpr√ľfen. Bereits bei Antragstellung des Visums in Deutschland ist deshalb das Bestehen einer entsprechenden Versicherung durch Vorlage eines Versicherungsvertrages nachzuweisen. Weitere Informationen k√∂nnen Reisende direkt bei der zust√§ndigen iranischen Auslandsvertretung erfragen.

Weiterreise nach Afghanistan und Pakistan
F√ľr Afghanistan, Irak und die an Iran grenzende pakistanische Provinz Belutschistan bestehen Reisewarnungen.
Die deutsche Botschaft in Teheran kann bei der Beantragung von Visa f√ľr die L√§nder Afghanistan und Irak sowie f√ľr Reisen nach Pakistan oder Indien auf dem Landweg durch die oben genannten Regionen keine Unterst√ľtzung gew√§hren. Nach Auskunft der pakistanischen Botschaft in Teheran k√∂nnen nur noch Visa an deutsche Staatsangeh√∂rige erteilt werden, die ihren Wohnsitz in Iran haben und im Besitz einer iranischen Aufenthaltserlaubnis sind. Weitere Informationen k√∂nnen Sie auf der Webseite der Botschaft nachlesen:¬†Botschaft Teheran¬†¬†

Grenz√ľberg√§nge f√ľr die Ein- und Ausreise
Ausl√§nder k√∂nnen √ľber die internationalen Flugh√§fen des Landes sowie aus der T√ľrkei (√úbergang Bazargan, Esendere), Aserbaidschan (√úberg√§nge Astara und Jolfa) und Turkmenistan (√úberg√§nge Badj-Giran, Sarakhs, Loftabad und Pol) und Armenien (√úbergang Nurduz-Mogri) ein- und ausreisen. Am √úbergang Mirjaveh / Pakistan ist besondere Vorsicht geboten (siehe Landesspezifische Sicherheitshinweise).

Grunds√§tzlich ist f√ľr Ausl√§nder der Grenz√ľbertritt aus der T√ľrkei auch bei Esendere und Sero (nahe Orumiyeh) m√∂glich, auch mit eigenem Kfz. Es gab jedoch F√§lle, in denen an diesen √úberg√§ngen Ausl√§ndern unter Verweis auf den in Bazargan m√∂glichen Grenz√ľbertritt die Einreise verweigert wurde. Der Grenz√ľbergang Kapik√∂y ist f√ľr mit dem Zug reisende Ausl√§nder (Verbindung Tabriz ‚Äď Van) ge√∂ffnet.

Alle Einreise-, Zoll- und Devisenformulare sollten sorgf√§ltig und genau ausgef√ľllt werden.¬†

Bitte achten Sie bei der Einreise √ľber den Land- oder Seeweg besonders darauf, dass ein Einreisestempel in Ihrem Pass angebracht wird. Wenn kein entsprechender Einreisestempel im Pass vorhanden ist, wird die Ausreise verweigert.

Einreise mit eigenem Auto ‚Äď Dieselfahrzeug
Zum jetzigen Zeitpunkt ist unklar, ob die Einreise mit dem eigenen Kraftfahrzeug nach Iran weiterhin m√∂glich ist. Vor einer Autoreise nach Iran sollten sich Reisende unbedingt bei der zust√§ndigen iranischen Auslandsvertretung informieren. Bisher war zur Einreise mit einem eigenen Kraftfahrzeug ein ‚ÄěCarnet de passage‚Äú erforderlich. Es sollte des Weiteren unbedingt darauf geachtet werden, dass ausreichender Versicherungsschutz f√ľr den gesamten Aufenthalt in Iran besteht.

Diesel ist nur an wenigen Tankstellen und nur au√üerhalb der Gro√üst√§dte erh√§ltlich, da in Iran keine privaten Diesel-Kfz gefahren werden. Die Qualit√§t des Diesels ist oft schlecht und manche Tankstellen verweigern den Verkauf an private, ausl√§ndische Kraftfahrer. In der Regel wird eine gesonderte Tankkarte ben√∂tigt, welche bereits bei Grenz√ľbertritt erworben werden sollte. Seit 2009 berichten deutsche Staatsangeh√∂rige vermehrt √ľber Probleme bei der Einreise mit einem Dieselfahrzeug nach Iran. Reisende sollten sich deshalb rechtzeitig vor der Reise √ľber die Voraussetzungen der Einreise mit einem Dieselfahrzeug bei den iranischen Beh√∂rden informieren.

Einreise von deutsch-iranischen Doppelstaatern
Reisende, die neben der deutschen auch die iranische Staatsangeh√∂rigkeit besitzen, werden vermehrt nach Einreise von den iranischen Sicherheitsbeh√∂rden √ľber den Grund ihres Auslandsaufenthaltes verh√∂rt. M√∂glich sind auch Passentzug und Verh√§ngung einer Ausreisesperre, sowie √úberpr√ľfung von Handys, Kamera und PC. Auch eine strafrechtliche Verfolgung von politischen Aktivit√§ten in Deutschland (z. B. Teilnahme an anti-iranischen Demonstrationen in Deutschland), bis hin zu Inhaftierung und Verurteilung in Iran, kann nicht ausgeschlossen werden.

Iranische Behörden behandeln Personen, die sowohl die deutsche wie auch die iranische Staatsangehörigkeit besitzen (sog. Doppelstaater), beim Aufenthalt in Iran ausschließlich als iranische Staatsangehörige. Dies bedeutet, dass diese Personen nur mit einem iranischen Reisepass, der bei Wohnsitz in Deutschland bei der zuständigen iranischen Auslandsvertretung zu beantragen ist, nach Iran ein- und wieder ausreisen können.

Wenn Zweifel bestehen, ob eine Person neben der deutschen auch die iranische Staatsangehörigkeit besitzt, sollte dies mit iranischen Behörden (Auslandsvertretungen) vor einer Reise nach Iran geklärt werden.

Nach iranischem Recht ist das Zusammenleben von Mann und Frau in einer ehe√§hnlichen Gemeinschaft ohne Eheschlie√üung strafbar. Doppelstaater, deren Ehe in Iran nicht anerkannt ist,¬†m√ľssen bei Einreise eventuell mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. F√ľr miteingereiste Kinder sind in diesem Fall in Iran iranische Geburtsurkunden und Reisep√§sse zu beantragen, bevor eine Ausreise erm√∂glicht wird. Dies kann mit nicht unerheblichen Schwierigkeiten und zeitlichen Verz√∂gerungen verbunden sein.

Die M√∂glichkeiten einer Unterst√ľtzung in Konsularangelegenheiten durch die Deutsche Botschaft bei doppelter Staatsangeh√∂rigkeit sind sehr beschr√§nkt. Unter anderem wird der Botschaft grunds√§tzlich keine konsularische Betreuung von inhaftierten deutsch-iranischen Staatsangeh√∂rigen gew√§hrt.

Zur Ausreise aus Iran ben√∂tigen deutsch-iranische Doppelstaater zwingend einen iranischen Reisepass. Sollte die G√ľltigkeit des iranischen Reisepasses abgelaufen oder der Reisepass von den iranischen Beh√∂rden eingezogen worden sein, ist eine Ausreise aus Iran erst nach Ausstellung eines neuen iranischen Reisepasses oder R√ľckgabe des iranischen Passes durch die iranischen Beh√∂rden m√∂glich. Der deutsche Reisepass allein berechtigt Doppelstaater nicht zur Ausreise aus Iran.
Zur Einreise nach Deutschland sollten reisende Doppelstaater zus√§tzlich einen g√ľltigen deutschen Reisepass mit sich f√ľhren. Auch der bis zu einem Jahr abgelaufene deutsche Reisepass und ein deutscher Personalausweis berechtigen zur Einreise nach Deutschland. F√ľr den Fall, dass Sie ohne g√ľltigen deutschen Reisepass ausreisen wollen, sollten Sie sich vor Antritt der Reise bei Ihrer Fluggesellschaft versichern, dass Ihnen die Mitreise auch mit einem Personalausweis oder ung√ľltigem Reisepass gestattet wird.

Wehrdienst f√ľr deutsch-iranische Doppelstaater
Mit Beginn des iranischen Kalenderjahres (21. M√§rz), in dem ein Mann 18 Jahre alt wird, wird er in Iran wehrpflichtig und muss einen aktiven Wehrdienst von 24 Monaten leisten.¬† Nach Erreichen des 50. Lebensjahres ist ein Mann vom Milit√§rdienst befreit; ggf. muss er jedoch bis zum 60. Lebensjahr Wehrdienst leisten. Es besteht die Pflicht, sich selbst zum Milit√§rdienst registrieren zu lassen (alle im Ausland lebenden Iraner m√ľssen von sich aus bei der f√ľr sie zust√§ndigen iranischen Auslandsvertretung ihre Registrierung vornehmen lassen). Auslandsiranern kann unter bestimmten Voraussetzungen einmal j√§hrlich eine Einreise nach Iran ohne Dienstverpflichtung gew√§hrt werden, Einzelheiten sind bei der zust√§ndigen iranischen Auslandsvertretung zu erfragen.

Bei Einreisen männlicher Doppelstaater wird darauf hingewiesen, dass diese bis zur Ableistung des Wehrdienstes in Iran (oder Erhalt einer Ausnahmegenehmigung) eine Ausreisesperre erhalten können.

Hinweise f√ľr deutsche Ehefrauen iranischer Staatsangeh√∂riger
Durch eine nach iranischem Recht rechtm√§√üige Eheschlie√üung mit einem Iraner erwirbt die deutsche Ehefrau automatisch die iranische Staatsangeh√∂rigkeit. ¬†Weiterf√ľhrende Hinweise zur Eheschlie√üung finden Sie auf der Homepage der Deutschen Botschaft Teheran.

Rechtsverbindliche Ausk√ľnfte zum Erwerb der iranischen Staatsangeh√∂rigkeit k√∂nnen nur die zust√§ndigen iranischen Beh√∂rden erteilen. In Einzelf√§llen kann es vorkommen, dass die iranischen Beh√∂rden bei der Einreise oder bei der Ausstellung des sog. Shenasnameh f√ľr die deutsche Ehefrau den deutschen Reisepass der Betroffenen einbehalten. In diesem Falle werden Sie gebeten, umgehend mit der Deutschen Botschaft Teheran Kontakt aufzunehmen. Die deutsche Staatsageh√∂rigkeit geht bei einem automatischen Staatsangeh√∂rigkeitserwerb nicht verloren. Gemeinsame Kinder erwerben durch Geburt sowohl die iranische Staatsangeh√∂rigkeit √ľber den Vater als auch die deutsche Staatsangeh√∂rigkeit √ľber die Mutter. Da die iranischen Beh√∂rden eine doppelte Staatsangeh√∂rigkeit grunds√§tzlich nicht akzeptieren, spielt die neben der iranischen bestehende deutsche Staatsangeh√∂rigkeit f√ľr sie keine Rolle. Ehefrau und Kinder werden in Iran ausschlie√ülich wie iranische Staatsangeh√∂rige behandelt.

Da nach iranischem Recht der Ehemann das Aufenthaltsbestimmungsrecht sowohl f√ľr seine Ehefrau als auch die gemeinsamen Kinder besitzt, bedeutet dies, dass der iranische Ehemann seiner Ehefrau und gemeinsamen Kindern die Ausreise verweigern kann. Um das Land wieder zu verlassen, ben√∂tigen Ehefrau und Kinder die Zustimmung ihres Ehemannes.

Da diese Konstellation in der Praxis h√§ufig vorkommt und zu erheblichen Schwierigkeiten f√ľhren kann, sollten sich insbesondere deutsch-iranische Frauen vor Einreise mit dieser Problematik befassen. Insbesondere f√ľr miteinreisende Kinder ist das Risiko einer m√∂glichen Ausreisesperre mit all ihren Konsequenzen sorgf√§ltig abzuw√§gen. Die Botschaft hat aufgrund der bestehenden iranischen Staatsangeh√∂rigkeit keine rechtliche M√∂glichkeit, die Beteiligten bei der Aufhebung der Ausreisesperre zu unterst√ľtzen.

Der iranische Ehemann kann eine Ausreisesperre verh√§ngen, solange nach iranischem Recht die Ehe fortbesteht. Dies ist auch nach einer au√üerhalb Irans erfolgten Scheidung m√∂glich, solange die ausl√§ndische Scheidung nicht offiziell von den iranischen Beh√∂rden registriert und in den Shenasnamehs (Personenstandsdokument) der Beteiligten eingetragen wurde. Eine Ausreise der Frau ist in diesem Fall bis zur Registrierung und Eintragung der Scheidung durch ein entsprechendes iranisches Gerichtsverfahren ohne Zustimmung des fr√ľheren Ehemanns nicht m√∂glich. Um eine Verz√∂gerung der R√ľckreise nach Deutschland aus diesem Grund zu vermeiden, ist es empfehlenswert, rechtzeitig vor einer Reise nach Iran die Registrierung der Scheidung bei einer iranischen Auslandsvertretung zu beantragen.

Bitte beachten Sie bei Eheschließungen mit Iran-Bezug auch die weitergehenden Informationen auf der Website der Deutschen Botschaft unter Info Ehe.



Besondere Zollvorschriften

Verboten ist die Einfuhr von Alkohol, Schweinefleisch und Publikationen, die das sehr strenge iranische Moralverständnis verletzen könnten.

Die Ein- und Ausfuhr von Bargeldbetr√§gen mit einem Gegenwert bis zu 5.000,- US$ ist nicht anmeldepflichtig. Dar√ľber hinaus gehende Betr√§ge m√ľssen bei der Einfuhr mithilfe eines Erkl√§rungsformulars angemeldet werden. Die Ausfuhr von Barmitteln, die den Gegenwert von 5.000,- US$ √ľbersteigen, ist nur m√∂glich, wenn die Einfuhrerkl√§rung oder ein entsprechender Bankbeleg o. √§. vorgelegt wird.

Bei der Ausreise darf jede Person einen bis zu sechs qm gro√üen und h√∂chstens 30 Jahre alten Teppich mit sich f√ľhren. Die Ausfuhr von Antiquit√§ten (Gegenst√§nde, die √§lter als 30 Jahre sind) ist nur mit einer Genehmigung der Organisation f√ľr Kulturerbe zul√§ssig. Unter Vorlage eines Flugtickets als Nachweis der Ausreise ist die Organisation f√ľr Kulturerbe der Provinz Teheran nach vorheriger Terminvereinbarung (Tel. +98 21 66702061 4, Durchwahl 212, Imam Khomeini Str., 30 Tir Str., Iran-Bastan-Museum) zu kontaktieren. Kaviar muss nachweislich mit Devisen erworben werden.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden. Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Alkoholgenuss ist untersagt. Frauen m√ľssen die islamischen Bekleidungsvorschriften einhalten. Es m√ľssen Arme und Beine bis zu Kn√∂cheln bzw. Handgelenken bedeckt sein. Ein Mantel muss mindestens knielang sein und soll die weiblichen K√∂rperformen verh√ľllen. Haare und Nacken m√ľssen durch ein Kopftuch bedeckt sein. Es werden¬†vermehrt Stra√üenkontrollen durchgef√ľhrt. M√§nner sollten keine kurzen Hosen tragen. An religi√∂sen Orten (Moscheen etc.) sollte au√üerdem lang√§rmelige Oberbekleidung getragen werden. Die f√ľr das Verh√§ltnis zwischen Mann und Frau geltenden Gesetze und Regeln sind unbedingt zu beachten. Kontakte zwischen Nichtverheirateten k√∂nnen geahndet werden (siehe auch Einreisebestimmungen).

Insbesondere bei √úbernachtungen bei iranischen Einzelpersonen oder Familien, deren Anschriften nicht bei Visabeantragung oder Einreise angegeben wurden, muss mit Passentzug und Gerichtsverfahren, beim Umgang mit iranischen Frauen oder M√§nnern in der √Ėffentlichkeit mit Polizeikontrollen gerechnet werden.

Homosexuelle Beziehungen sind strafbar. Das gleiche gilt f√ľr sonstige sexuelle Handlungen, sofern sie au√üerhalb der Ehe ausge√ľbt werden. Nach iranischem Verst√§ndnis unz√ľchtiges Verhalten wird streng geahndet; teilweise ist es mit der Todesstrafe bedroht.

Fotografieren von √∂ffentlichen Einrichtungen, Milit√§rgel√§nden, Flugh√§fen und H√§fen, Sicherheits- und Regierungsfahrzeugen, Polizisten und Sicherheitskr√§ften ist verboten, kann als Straftatbestand der Spionage gewertet und mit entsprechend langen Freiheitsstrafen belegt werden. Das Fotografierverbot gilt auch f√ľr Botschaftsgeb√§ude. Beim Fotografieren von Menschen ist gr√∂√üte Zur√ľckhaltung erforderlich.

Besonders f√ľr Individualreisende besteht das Risiko, durch auff√§lliges Verhalten oder Gebrauch von technisch h√∂her entwickeltem Ger√§t, wie GPS-Ger√§ten, unter Spionageverdacht zu geraten. Als Spionaget√§tigkeit kann ebenfalls die Benutzung oder auch nur die Einfuhr einer Drohne in bzw. nach Iran gewertet werden. In diesem Zusammenhang wird bei Aufenthalten in der N√§he von Sicherheitsobjekten besondere Zur√ľckhaltung empfohlen. Schon der blo√üe Aufenthalt in der N√§he von Milit√§r- oder Atomanlagen kann bereits zu schwerwiegenden Missverst√§ndnissen bis hin zu Spionagevorw√ľrfen f√ľhren. Aufenthalte in unmittelbarer N√§he von Standorten von Atomanlagen in Busher, Natanz, Qom sowie den entsprechenden Objekten in der Umgebung von Arak und Isfahan sind dementsprechend zu meiden.

Verstöße gegen das Artenschutzabkommen werden vom Umweltministerium streng verfolgt und können mit Haftstrafen bis zu drei Jahren belegt werden. Vor der Ausfuhr von Tieren jedweder Art wird gewarnt.

Handlungen, die nach westlichem Rechtsverständnis strafbar sind, werden auch in Iran gerichtlich geahndet. Die verhängten Strafen sind häufig sehr schwer und mit westlichem Rechtsverständnis oft nicht vereinbar.
Vergehen gegen das Bet√§ubungsmittelgesetz werden schon bei geringsten Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langj√§hrigen Gef√§ngnisstrafen geahndet. F√ľr schwere Drogendelikte, Mord, bewaffnete Raub√ľberf√§lle, schwere Finanzdelikte und gewisse andere Straftaten kann die Todesstrafe verh√§ngt werden. Die Haftbedingungen sind sehr hart.



Medizinische Hinweise

Impfschutz
Eine Impfung gegen Gelbfieber wird nur f√ľr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (siehe www.who.int).¬†F√ľr die¬†direkte Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.

Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gem√§√ü dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene (siehe: www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls zu vervollst√§ndigen. Dazu geh√∂ren f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderl√§hmung), ggf. auch gegen Masern, Mumps und R√∂teln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.

Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Meningokokken-Erkrankungen,Typhus und Tollwut empfohlen.

Malaria
Malaria kann im Iran landesweit, unterhalb einer H√∂he von 1.500 Metern, vorkommen. Die j√§hrlichen Fallzahlen sind aber nicht hoch, das Risiko ist damit gering. Im Norden des Landes ist eine √úbertragung von Juni bis September m√∂glich, im S√ľden von Mai bis September und an der K√ľste des Persischen Golfs ganzj√§hrig.

Die √úbertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles M√ľcken. Unbehandelt verl√§uft insbesondere die gef√§hrliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) manchmal t√∂dlich. Im S√ľdosten gehen 35 Prozent der Erkrankungen auf das Konto dieses Erregers. Ansonsten ist P. vivax (Malaria tertiana) vorherrschend.

Ein Schutz vor Stechm√ľcken (Expositionsprophylaxe), insbesondere w√§hrend der D√§mmerung und nachts, hilft zur Vermeidung einer Malariaerkrankung.

Empfohlen wird

  • das Tragen langer, heller und gegen Insekten impr√§gnierter Bekleidung im Freien,
  • das konsequente Einreiben exponierter Haut mit einem geeigneten Repellent und
  • das Benutzen impr√§gnierter Moskitonetze w√§hrend der Nacht oder
  • der Aufenthalt in M√ľcken-gesch√ľtzten R√§umen (Fliegengitter, Klimaanlagen)

Tags√ľber sch√ľtzen diese Ma√ünahmen auch vor anderen durch Stechm√ľcken √ľbertragenen Erkrankungen wie Phlebotomen Fieber, West Nil Fieber oder Krim-Kongo h√§morrhagischem Fieber. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird nicht generell empfohlen (www.dtg.org) und ist nur in Ausnahmef√§llen zu erw√§gen. Bei Fieber sollte, insbesondere im S√ľden des Landes, innerhalb von 24 Stunden ein Arzt aufgesucht werden, um eine Malaria ausschlie√üen zu k√∂nnen.

HIV/AIDS/Geschlechtskrankheiten
HIV/Aids kommt im Iran vor. Durch sexuelle Kontakte, bei intraven√∂sem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen), durch T√§towierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex, dringend empfohlen.

Durchfall- und Darmerkrankungen
Durchfallerkrankungen sind im Iran noch relativ weit verbreitet. Zur Prophylaxe wird empfohlen, nur originalverpackte Getr√§nke aus Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss gr√ľndlich abzukochen, zu filtern oder zu desinfizieren. Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungesch√§lter Produkte sollte verzichtet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart ¬†sein. Das Infektionsrisiko f√ľr Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Am√∂ben, Lamblien und Wurmerkrankungen, Hepatitis A und E besteht landesweit. Allgemeine Hygienema√ünahmen wie regelm√§√üiges H√§ndewaschen oder H√§ndedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln k√∂nnen die Gefahr einer Infektion vermindern.

Tollwut
Tollwut kommt im Iran vor. Das Virus wird am h√§ufigsten von Hunden √ľbertragen. Das Risiko ist in l√§ndlichem Gebiet gr√∂√üer als in den meisten St√§dten. Bei der Tollwut handelt es sich um eine fast immer t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Lecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Die aufw√§ndigen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind im Iran, au√üerhalb der Gro√üst√§dte, nicht immer m√∂glich. Zuverl√§ssigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung vor einem Biss. Die pr√§expositionelle Impfung ist daher f√ľr ¬†Reisen in den Iran besonders wichtig.

Leishmaniose
Insbesondere die Haut-Leishmaniose (eine von Sandfliegen √ľbertragene, parasit√§re Erkrankung mit Hautver√§nderungen, die meist erst Wochen bis Monate nach dem Stich auftreten und lange persistieren) ist in l√§ndlichen Gegenden verbreitet. Ma√ünahmen f√ľr einen zuverl√§ssigen M√ľckenschutz tags√ľber sollten deshalb dringend beachtet werden. Bei nicht heilenden Hautgeschw√ľren nach einem Iran Aufenthalt muss an die M√∂glichkeit einer Haut-Leishmaniose gedacht werden. Bei anhaltenden, unklaren Fiebersch√ľben und Milzvergr√∂√üerung kann auch die gef√§hrliche, generalisierte (sog. ‚Äěviszerale‚Äú) Form vorliegen, die dann in einer tropenmedizinisch erfahrenen Klinik behandelt werden muss.

Tuberkulose
Die Tuberkulose kommt landesweit noch h√§ufig vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen k√∂nnen resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger entstehen. Das Tragen eines chirurgischen Mundschutzes sch√ľtzt nicht vor einer Ansteckung!

Geographisch bedingte Erkrankungen
Iran ist derzeit ein eher seltenes Reiseziel f√ľr Trekkingtouristen und Bergsteiger. Bei Aufenthalten √ľber 2.300 Meter H√∂he kann es bei Einzelnen zu den verschiedenen Formen der H√∂henkrankheit kommen, wenn die graduelle Anpassung an die H√∂he missachtet wurde.

Die H√∂henkrankheit ist eine potentiell sehr gef√§hrliche Funktionsst√∂rung von Lunge und Gehirn. Erkranken k√∂nnen auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, auch solche, die bereits fr√ľher gro√üe H√∂hen und rasche Aufstiege ohne Probleme bew√§ltigt haben.

Weitere Gesundheitsgefahren
Das Unfallrisiko ist im Iran insbesondere bei √úberlandfahrten sehr hoch. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notf√§llen oder Unf√§llen, kann in weiten Landesteilen nicht gew√§hrleistet werden, ein zuverl√§ssig funktionierendes Rettungswesen ist auch in den St√§dten nicht √ľberall existent.

Medizinische Versorgung
Die spezialisierte, medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch nicht auf der H√∂he der Hauptstadt und nicht vergleichbar mit ¬†europ√§ischem Standard. Sprachbarrieren k√∂nnen gerade auf dem Land die Kommunikation erschweren. In Teheran ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem recht hohen Niveau m√∂glich. Auch bei schweren Erkrankungen muss deshalb nur selten eine medizinische Evakuierung ins Ausland, z.B. nach Dubai, oder eine sofortige Rapatriierung erwogen werden. Ein ausreichender Krankenversicherungsschutz, einschlie√ülich einer Reiser√ľckholversicherung, ist dennoch dringend notwendig. Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird empfohlen (www.dtg.org oder www.frm-web.de). Reisende sollten regelm√§√üig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge in den Iran mitbringen und sich f√ľr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Mitnahme einer Reiseapotheke, die nicht nur regelm√§√üig ben√∂tigte Arzneimittel, sondern auch Medikamente f√ľr g√§ngige Reiseerkrankungen beinhaltet, wird dringend empfohlen, da westliche Medikamente regelm√§√üig nicht zur Verf√ľgung stehen. Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise in den Iran bewusst sein.

Die Deutsche Botschaft in Teheran verf√ľgt f√ľr den Notfall √ľber eine Adressenliste von √Ąrzten und Krankenh√§usern in der Stadt.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle, einen Tropenmediziner oder einen Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie schon Erfahrung mit Reisen in die Tropen haben (siehe z. B.: www.dtg.org oder: www.frm-web.de).

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden, wichtigen Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbesondere bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige, eingehende, medizinische Beratung durch einen Reisemediziner/Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

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Myanmar

Myanmar: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 10.11.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 10.11.2017)

Letzte √Ąnderungen:
Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Reisen im Land
In Teilen des Kachin State bzw. n√∂rdlichen Shan State werden weiterhin bewaffnete Konflikte zwischen Rebellenarmeen und dem myanmarischen Milit√§r ausgetragen, bei denen es auch zu Todesopfern kam. Viele Menschen sind auf der Flucht, Grenz√ľberg√§nge zu China wurden teilweise geschlossen.

In einigen Grenzregionen, in denen bewaffnete Rebellengruppen operieren (Teile des Chin State und der Sagaing Region, Teile der Shan, Mon, Kayin, Karen und Kayah States) bleibt die Lage angespannt. Besondere Vorsicht ist hier geboten. Ungekennzeichnete Minenfelder stellen eine zusätzliche Gefahr dar.

Es kommt im Rakhine State immer wieder zu ethnisch motivierten Zusammenstößen. Die touristischen Städte Ngapali, Mrauk U und Sittwe sind derzeit nicht betroffen. In einigen Teilen Rakhines bestehen jedoch Ausgangssperren. Der Aufenthalt in den Grenzregionen ist nur mit besonderer Genehmigung gestattet.

Von Reisen in die oben genannten Regionen wird derzeit abgeraten.

Flugverkehr
Die Sicherheit des zivilen Flugverkehrs innerhalb Myanmars kann im Einzelfall durch veraltetes bzw. mangelhaft gewartetes Fluggerät lokaler Luftverkehrsgesellschaften beeinträchtigt sein.

Gefahren aufgrund politischer Spannungen
Politisch motivierte Gewalttaten k√∂nnen nicht ausgeschlossen werden. Immer wieder werden in Myanmar Sprengstoffanschl√§ge ver√ľbt, bei denen es auch zu Toten und Verletzten kommt.

Bei Demonstrationen in gr√∂√üeren St√§dten des Landes besteht stets die Gefahr, dass sie von Sicherheitskr√§ften gewaltsam aufgel√∂st werden. Daher wird empfohlen, sich von eventuellen Protestz√ľgen und Demonstrationen fernzuhalten. Auch zun√§chst friedliche Proteste k√∂nnen unvermittelt in gewaltt√§tigen Auseinandersetzungen enden.

Naturkatastrophen
Myanmar befindet sich in einer Region, in der mit Erd- und Seebeben gerechnet werden muss. In den K√ľstenregionen treten w√§hrend des Monsuns (Mai bis Oktober) Zyklone auf. Reisende in dieser Zeit in dieser Region werden gebeten, die Hinweise zu Wirbelst√ľrmen im Ausland zu beachten.
Während des Monsuns kann es im ganzen Land zu Unterbrechungen der Verkehrsverbindungen kommen. Insbesondere Landstraßen im Gebirge oder in der Nähe von Flussläufen, aber auch Bahnverbindungen, können tagelang unpassierbar sein.

Konsularische Hilfe
Die entsandten Besch√§ftigten der deutschen Botschaft in Myanmar unterliegen Beschr√§nkungen ihrer Bewegungsfreiheit im Land, die durch die myanmarische Regierung verf√ľgt wurden. Schneller konsularischer Beistand durch die deutsche Botschaft kann daher, aber auch wegen der unzureichenden Infrastruktur und Kommunikationseinrichtungen, au√üerhalb der touristischen Zentren nicht immer sichergestellt werden.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich in der Krisenvorsorgeliste zu registrieren, um eine schnelle Kontaktaufnahme in einem Notfall zu ermöglichen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten. 



Allgemeine Reiseinformationen

Reisen √ľber Land
Es bestehen staatliche Reisebeschr√§nkungen f√ľr die meisten Grenzgebiete, aber auch f√ľr andere Landesteile. Reisen in diese Gebiete sowie Ein- und Ausreisen auf dem Landweg erfordern besondere Reisegenehmigungen.

Es gibt eine geringe Anzahl von Grenz√ľbergangsstationen aus den Nachbarl√§ndern, die jedoch ohne vorherige Ank√ľndigung geschlossen werden k√∂nnen:

  • Tachilek (Shan-Staat) ‚Äď Mae Sai (n√∂rdliches Thailand)
  • Kaw Thoung (Thantharyi) ‚Äď Ranong (s√ľdliches Thailand)
  • Myawady (Kayin) ‚Äď Mae Sot (Thailand)
  • Hteekhee (Thantharyi) ‚Äď Phunaron (Thailand)

Reisende, die √ľber diese Grenz√ľberg√§nge einreisen, ben√∂tigen ein g√ľltiges Visum. Die Ausreise √ľber die internationalen Flugh√§fen Rangun, Mandalay und Naw Pyi Taw nach der Einreise √ľber Land ist zul√§ssig.

Die Grenz√ľberg√§nge

  • Muse (Shan-Staat) ‚Äď Ruili (China)
  • Tamu (Chin-Staat) ‚Äď Morei (Indien)

sind nur f√ľr Handel ge√∂ffnet, nicht f√ľr Touristen.

Ausnahmen bed√ľrfen staatlicher Genehmigung, die mindestens 14 Tage vorher zu beantragen ist. Selbst nach Erteilung von Ausnahmegenehmigungen ist es nicht auszuschlie√üen, dass die √∂rtlichen Beh√∂rden Schwierigkeiten bei der Ausreise bereiten. Vor illegalem Grenz√ľbertritt wird dringend gewarnt.

Es wird empfohlen zu pr√ľfen, inwieweit f√ľr Reisen in entfernte Landesteile eine Reisegenehmigung erforderlich ist. Ausl√§ndische Reisende, die ohne erforderliche Reisegenehmigung angetroffen werden, m√ľssen mit Haftstrafen rechnen.
Informationen zu Reisebeschränkungen und zu eventuell erforderlichen Genehmigungen können beim Ministry of Hotels and Tourism of Myanmar eingeholt werden.

Stra√üensperren der Polizei, des Milit√§rs und anderer Beh√∂rden sind auf den √úberlandstra√üen an der Tagesordnung. Hotels und G√§steh√§user m√ľssen der Polizei die Passdaten ihrer √úbernachtungsg√§ste zur Verf√ľgung stellen. Reisende sind deshalb verpflichtet, ihren Reisepass st√§ndig bei sich zu f√ľhren. Es empfiehlt sich, zus√§tzlich eine Passkopie zu fertigen und diese getrennt vom Original aufzubewahren.

Flughafengeb√ľhr
F√ľr Inlandsfl√ľge betr√§gt die Flughafengeb√ľhr MMK 1000,-. Die Flughafengeb√ľhr ist in den Ticketpreisen enthalten. In Ausnahmef√§llen wird sie beim Check-in f√§llig. Es ist zu beachten, dass auch bei Inlandsfl√ľgen Passkontrollen stattfinden k√∂nnen.

F√ľhrerscheine
Deutsche und internationale F√ľhrerscheine werden in Myanmar nicht anerkannt.

Geld / Kreditkarten
Reisende sollten sich darauf einstellen, Zahlungen weiterhin in bar leisten zu m√ľssen. Mit Ausnahme weniger, gr√∂√üerer Hotels werden Reiseschecks als Zahlungsmittel nach wie vor nicht akzeptiert, und in diesen auch nur f√ľr eingebuchte G√§ste. Dagegen werden Kreditkarten zunehmend anerkannt, allerdings mit zuweilen hohen Geb√ľhren. Es werden¬† haupts√§chlich Kreditkarten der Fa. MASTERCARD und VISA (jeweils mit Geheimzahl) akzeptiert. EC-Karten (Maestro- /Cirruskarten) sollten vor Reiseantritt darauf gepr√ľft werden, ob sie in Myanmar einsetzbar sind. Nicht alle Banken haben ihre EC-Karten f√ľr Myanmar freigeschaltet.

Barabhebungen mit Kredit- oder EC- (Cirrus- oder Maestro-) Karten sind an zahlreichen ATM-Automaten landesweit m√∂glich. Die ATM Automaten befinden sich an vielen Superm√§rkten mit internationalem Warenangebot (z.B. ‚ÄěCity Mart‚Äú, ‚ÄěOcean Centre‚Äú), in gr√∂√üeren Hotels, auf internationalen Flugh√§fen und Touristenm√§rkten. Es wird weiterhin dringend empfohlen, ausreichend Barmittel mitzubringen.

US-Dollar-Noten der Serien vor 2000 werden nicht akzeptiert. Das Gleiche gilt f√ľr abgenutzte, besch√§digte, stark geknickte oder verschmutzte Noten. Es wird empfohlen, nur absolut neue, unbesch√§digte und glatte Dollarnoten mitzuf√ľhren. Auch wenn derzeit erneut der Versuch unternommen wird, den myanmarischen Kyat als Hauptzahlungsmittel zu etablieren, k√∂nnten¬† bestimmte Leistungen (u. a. Hotels, Inlandsfl√ľge, Zug- und Schiffsfahrscheine, Eintrittsgeb√ľhren) von Besuchern in US-Dollar zu bezahlen sein.

Der Euro wird zunehmend in Rangun zum Umtausch akzeptiert. Auch hier gilt, dass es sich vorzugsweise um ungebrauchte Banknoten handeln sollte. Der Geldumtausch (US-Dollar oder Euro -> Kyat) sollte in den Wechselstuben (‚ÄěMoney Change‚Äú), die an vielen Stellen der gr√∂√üeren St√§dte zu finden sind, stattfinden. Vom Umtausch bei Stra√üenh√§ndlern (z. B. auf dem Bogyoke Aung San Market) wird dringend abgeraten (Betr√ľgereien, schlechter Tauschkurs). Es bestehen, abh√§ngig von der Gr√∂√üe der Banknote, verschiedene Tauschkurse. 100 US-Dollar-Scheine erzielen den g√ľnstigsten Tauschkurs, 1 Dollar-Noten werden zu entsprechend schlechterem Kurs getauscht.

Kommunikationseinrichtungen
Die M√∂glichkeiten der Kommunikation mit dem Ausland sind stark st√∂ranf√§llig. Telefonverbindungen sind h√§ufig defekt oder √ľberlastet und internationale Ferngespr√§che sind sehr teuer. Roaming-Vereinbarungen deutscher Mobilfunkanbieter mit dem myanmarischen Netzbetreiber bestehen lediglich f√ľr einige ¬†deutsche Anbieter. Reisende sollten pr√ľfen, ob ihr Mobilfunk-Anbieter eine Roaming-Vereinbarung mit einem myanmarischen Anbieter hat. Prepaid- SIM-Karten der Anbieter TELENOR und OREDOO k√∂nnen an vielen Stellen in den gr√∂√üeren St√§dten ‚Äst auch am Flughafen Rangun ‚Äst preisg√ľnstig erworben werden. Das gleiche gilt f√ľr Prepaid-Karten der staatlichen Gesellschaft MPT. Die beiden erst genannten Mobilfunknetze k√∂nnen oft nur in den gro√üen St√§dten st√∂rungsfrei empfangen werden, w√§hrend MPT ein gr√∂√üeres, wenn auch nicht fl√§chendeckendes Netz unterh√§lt.

Grunds√§tzlich gilt: Au√üerhalb der gr√∂√üeren St√§dte ist in der Regel kaum Mobilfunkempfang m√∂glich. Mobiltelefone mit Prepaid-Karten¬† k√∂nnen am Flughafen Rangun angemietet werden. Sie m√ľssen dort auch wieder abgegeben werden. Es wird eine Kaution f√§llig, die sp√§ter mit den Geb√ľhren verrechnet wird. Internet-Caf√©s bestehen in gr√∂√üeren St√§dten. Gr√∂√üere Hotels verf√ľgen √ľber eigene, von G√§sten nutzbare E-Mail-Anschl√ľsse; die Kosten sind jedoch (insbesondere beim Versand gr√∂√üerer Dateien oder bei Downloads) sehr hoch. Die Download-Geschwindigkeit ist tags√ľber sehr gering. In den Nachtstunden k√∂nnen Downloads besser vorgenommen werden. Gegen Mindestverzehr bieten einige Restaurants und Hotels W-Lan-Verbindungen an.



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente
Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Alle Reisedokumente m√ľssen sechs Monate √ľber das Ende der Reise hinaus g√ľltig sein.

Von der Einreise mit einem als gestohlen/verloren gemeldetem und wieder aufgefundenem Reisedokument wird dringend abgeraten. Auch wenn die √∂rtliche deutsche Polizei bzw. Passbeh√∂rde die Fahndung nach diesem Dokument aufgehoben hat, besteht auch nach mehreren Monaten oder Jahren keine Garantie, dass diese Information auch an den Grenzkontrollstellen in Myanmar vorliegt. Dies f√ľhrt zur Verweigerung der Einreise und Verpflichtung zur sofortigen R√ľckreise, eine Einflussnahme durch die deutsche Botschaft in Rangun ist nicht m√∂glich.

Visum
Deutsche Staatsangeh√∂rige ben√∂tigen zur Einreise nach Myanmar ein Visum. Zust√§ndig f√ľr die Visumerteilung ist die Botschaft der Republik der Union Myanmar in Berlin.¬†
Touristenvisa werden in der Regel nur f√ľr eine einmalige Ein- und Ausreise ausgestellt.
Aufgrund der hohen Zahl zu bearbeitender Visaantr√§ge bei der Botschaft von Myanmar in Berlin werden telefonische oder E-Mail-Anfragen zum Stand einzelner Antr√§ge nur sehr eingeschr√§nkt beantwortet. Die Bearbeitung der Visumantr√§ge und die R√ľcksendung des Passes k√∂nnen mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Reisende sollten dieses bei der Reiseplanung entsprechend ber√ľcksichtigen.

Bei Vorlage einer vollst√§ndigen Dokumentation zum Reisezweck k√∂nnen Gesch√§ftsleute Visa bei Einreise (Visa-On-Arrival) erhalten, sofern diese √ľber die internationalen Flugh√§fen Rangun und Mandalay erfolgt.

Es besteht f√ľr Touristen und f√ľr Gesch√§ftsreisende auch die M√∂glichkeit, elektronisch ein Visum zu beantragen (eVisum). Mit einer Wartezeit von durchschnittlich f√ľnf Tagen muss gerechnet werden.

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes



Besondere Zollvorschriften

Die Ein- und Ausfuhr ausl√§ndischer Devisen ist in unbegrenzter H√∂he zul√§ssig; ausl√§ndische Besucher m√ľssen jedoch Betr√§ge, die (insgesamt) den Gegenwert von USD 10.000 √ľbersteigen, deklarieren. Die Ein- und Ausfuhr der Landesw√§hrung Kyat ist nicht gestattet.

Tragbare Computer (z. B. Laptops oder Notebooks) k√∂nnen ohne vorherige Genehmigung eingef√ľhrt werden. Das Gleiche gilt f√ľr Mobiltelefone. Die Einfuhr und der Betrieb von Satellitentelefonen bed√ľrfen jedoch weiterhin der vorherigen Genehmigung durch das myanmarische Post & Telecommunications Department.

Einfuhrverbote bestehen u. a. f√ľr Waffen, pornographische Materialien, Spielkarten und Gegenst√§nde, die die Staatsflagge Myanmars und/oder das Bildnis Buddhas oder myanmarischer Pagoden zeigen. Die Abbildungen von myanmarischen Sehensw√ľrdigkeiten (Buddhas, Pagoden) auf Reisef√ľhrern sind unbedenklich.

Die Ausfuhr von Antiquit√§ten ist streng verboten. Zuwiderhandlungen k√∂nnen zu sofortiger Festnahme und mehrmonatiger Haft f√ľhren. Die Ausfuhr von Edelsteinen (sowohl ungeschliffen, als auch geschliffen und/oder gefasst), von Schmuck und Silber ist nur gegen Vorlage der Kaufquittung eines staatlich zugelassenen H√§ndlers zul√§ssig.

Nach dem Washingtoner Artenschutz√ľbereinkommen d√ľrfen bestimmte Tiere und Erzeugnisse daraus nicht in die Bundesrepublik Deutschland eingef√ľhrt werden. Dazu geh√∂ren zum Bespiel Schildkr√∂ten/ Schildpatt. N√§here Informationen k√∂nnen beim Bundesamt f√ľr Naturschutz oder beim deutschen Zoll erlangt werden.

Ausnahmslos alle Reisegep√§ckst√ľcke werden bei Ein- und Ausreise, aber auch auf Inlandsfl√ľgen durchleuchtet und vereinzelt auch von Hand durchsucht.

Zollinformationen zur Einfuhr von Waren sind direkt bei der Botschaft des Ziellandes zu erhalten. Nur dort kann eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden. Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Kritik an der Regierung ist unter Umst√§nden strafbar und ausl√§ndische Besucher m√ľssen immer noch damit rechnen, √ľberwacht zu werden. Politische Bet√§tigung ist verboten. Ausl√§ndische Staatsangeh√∂rige sind bereits mehrfach wegen Verst√∂√üen gegen diese Bestimmungen inhaftiert und/oder ausgewiesen worden. In Einzelf√§llen wurden langj√§hrige Haftstrafen verh√§ngt.

Milit√§rische Einrichtungen, Uniformierte sowie strategisch bedeutende Infrastruktureinrichtungen wie Br√ľcken d√ľrfen nicht fotografiert werden.

Der Besitz schon geringer Mengen von Drogen, einschlie√ülich so genannter ‚Äěweicher Drogen‚Äú, wird mit langj√§hrigen Haftstrafen bestraft, in besonders schweren F√§llen kann die Todesstrafe verh√§ngt werden.

Myanmarische Vorstellungen zur Sexualmoral unterscheiden sich teilweise deutlich von denen in Europa oder anderen Ländern der Region.

Prostitution und der Besitz von pornographischen Materialien sind strafbar.  

Homosexualit√§t wird nicht ausdr√ľcklich im myanmarischen Strafrecht genannt, kann jedoch unter Art. 377 des Penal Code (‚ÄěUnnatural Offences‚Äú) verfolgt werden und zu einer bis zu lebensl√§nglichen Freiheitsstrafe f√ľhren. Tats√§chliche Verurteilungen sind bislang nicht bekannt geworden, zumal die buddhistische Kultur gegen√ľber diskret gef√ľhrten homosexuellen Beziehungen eine gewisse Toleranz aufweist. Ein offenerer Umgang mit Homosexualit√§t ist z.B. in Form von Foto-Ausstellungen in j√ľngster Zeit in Rangun erkennbar, ansonsten aber derzeit in Myanmar nicht m√∂glich.

Bei sexuellem Missbrauch von Kindern drohen langj√§hrige Haftstrafen. Dar√ľber hinaus werden solche Straftaten auch in Deutschland verfolgt.



Medizinische Hinweise

Impfschutz
Eine g√ľltige Impfung gegen Gelbfieber wird nur f√ľr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet gefordert (siehe www.who.int). Bei direkter Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften. ¬†

Es wird empfohlen, die Standardimpfungen gem√§√ü dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene (siehe www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und ggf. zu vervollst√§ndigen. Dazu geh√∂ren auch f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Mumps, Masern, R√∂teln (MMR), Pneumokokken und Influenza/ Grippe. Aktuell wird von einem Ausbruch der Schweinegrippe H1N1 berichtet, gegen die die Grippeimpfung ebenfalls sch√ľtzt.

Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A und  Poliomyelitis (Kinderlähmung), bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut, Typhus und Japanische Enzephalitis empfohlen.

Dengue-Fieber
Dengue-Fieber wird durch den Stich haupts√§chlich tagaktiver, infizierter M√ľcken √ľbertragen. Eine Impfung oder Chemoprophylaxe ist nicht m√∂glich. Dengue Fieber tritt in Myanmar h√§ufig auf, vorwiegend w√§hrend der Regenperioden. Stadtgebiete sind oftmals stark betroffen, mit einem √úbertragungsrisiko ist aber landesweit zu rechnen. Konsequente Barrierema√ünahmen (Schutz vor M√ľckenstichen, s. u.) sind die einzig m√∂glichen Schutzma√ünahmen.

Zika-Virus-Infektion
Es gibt Hinweise, dass in S√ľdostasien das Zika-Virus seit etwa 40 Jahren zirkuliert. Aus den letzten zehn Jahren wurden Einzelf√§lle von Erkrankungen gemeldet, ohne dass bisher gr√∂√üere Ausbr√ľche bekannt geworden sind. Das Infektionsrisiko ist daher au√üerhalb von Ausbruchsituationen als minimal einzusch√§tzen. Zika-Virus-Infektionen verlaufen klinisch √§hnlich wie Dengue-Fieber, allerdings stellen sie f√ľr ungeborene Kinder eine Gefahr dar. Eine Impfung, eine Chemoprophylaxe oder eine spezifische Therapie stehen absehbar nicht zur Verf√ľgung. Auf eine ganzt√§gige, konsequente Anwendung pers√∂nlicher Schutzma√ünahmen zur Vermeidung von M√ľckenstichen sollte geachtet werden, siehe auch: Schutzma√ünahmen M√ľckenstiche .

Chikungunya-Fieber
Chikungunya Fieber ist analog zu Dengue eine durch den Stich infizierter M√ľcken √ľbertragene Viruserkrankung mit Fieber und vorrangig z. T. langanhaltenden Gelenkschmerzen, die in Myanmar immer wieder auftreten kann. Auch hier gibt es keine Schutzimpfung,

Japanische Enzephalitis
Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entz√ľndung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachaktiven Stechm√ľcken √ľbertragen. Vor allem Schweine und Wasserv√∂gel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selber zu erkranken. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber h√§ufig schwer und hinterlassen oft bleibende Sch√§den oder enden t√∂dlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb ist ein sorgf√§ltiger M√ľckenschutz (s.u.) und ggf. eine vorbeugende Schutzimpfung wichtig.

Malaria
In Myanmar besteht ganzj√§hrig ein Malariarisiko, verst√§rkt in den Regenperioden (M√§rz ‚Äď Dezember). Zunehmende Artemisin-Resistenzen werden berichtet. Ein mittleres Risiko (h√∂her in der Regenzeit, geringer in der Trockenzeit) besteht vor allem im S√ľdosten (Karen, Kayah, Tenasserim, √∂stliches Shan), besonders im Grenzgebiet zu Thailand sowie im Westen (s√ľdwestliches Chin mit Grenzgebiet zu Bangladesch und Indien). Ein geringes Risiko besteht in den √ľbrigen Landesteilen. H√∂henlagen √ľber 1000m sowie die Stadtgebiete von Rangun und Mandalay gelten als malariafrei.

Die √úbertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-M√ľcken. Unbehandelt verl√§uft insbesondere die gef√§hrliche Malaria tropica (in Myanmar ca. 65% der F√§lle) bei nicht-immunen Europ√§ern h√§ufig t√∂dlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist eine schnelle Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig.

Neben der immer notwendigen Expositionsprophylaxe ist je nach Reiseprofil die Mitnahme einer Notfallselbsttherapie sinnvoll (siehe www.dtg.org). Hierf√ľr wird in Myanmar nur Atovaquon/Proguanil (z.B. Malarone¬ģ) empfohlen. ¬†Die Auswahl der Medikamente und deren pers√∂nliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unvertr√§glichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner/Reisemediziner besprochen werden.

Aufgrund der m√ľckengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:

  • k√∂rperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden), ¬†
  • tags√ľber (u.a.Dengue!) und in den Abendstunden und nachts (Malaria, Japanische Enzephalitis!) ¬†Insektenschutzmittel auf alle freien K√∂rperstellen wiederholt aufzutragen
  • ggf. unter einem impr√§gnierten Moskitonetz zu schlafen
  • m√∂glichst Aufenthalt in m√ľckengesch√ľtzten R√§umen (Fliegengitter, Klimaanlage)

HIV / Aids
HIV/AIDS ist mittlerweile auch in Myanmar, insbesondere in gr√∂√üeren St√§dten und in den Grenzgebieten, ein gravierendes Problem. Gef√§hrdet sind alle, die Infektionsrisiken eingehen: ungesch√ľtzte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen, T√§towierungen und Bluttransfusionen k√∂nnen ein lebensgef√§hrliches Risiko bergen. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.

Durchfallerkrankungen
Durchfallerkrankungen treten in Myanmar sehr häufig auf. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen vermeiden. Vereinzelte Cholerafälle treten vor allem in der Regenzeit auf und sind durch entsprechende Hygiene ebenfalls vermeidbar.

Einige Grundregeln
Ausschlie√ülich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrsp√ľlen und Z√§hneputzen Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmittel gilt: Kochen, Sch√§len oder Desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie m√∂glich mit Seife die H√§nde, immer aber nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. H√§ndedesinfektion, wo angebracht, durchf√ľhren, Einmalhandt√ľcher verwenden.

Tollwut
Bei der Tollwut handelt es sich um eine regelm√§√üig t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und damit √úbertragung einer Tollwut. Die notwendigen medizinischen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen eines Ungeimpften sind in Myanmar nicht immer m√∂glich. Einen zuverl√§ssigen Schutz vor der Erkrankung bietet die Impfung. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung f√ľr Reisen nach Myanmar eine besondere Bedeutung zu.

Aviäre Influenza
Auch in Myanmar treten immer wieder F√§lle der klassischen Gefl√ľgelpest (hochpathogene Form der avi√§ren Influenza, ‚ÄěVogelgrippe‚Äú) auf. Im November 2007 wurde erstmalig die Infektion eines Menschen best√§tigt, weitere F√§lle sind nicht bekannt.
Bitte beachten Sie auch die vom Bundesministerium f√ľr Ern√§hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ver√∂ffentlichte Information ‚ÄěHinweise an Reisende zur Vogelgrippe‚Äú unter www.bmelv.de.

Tuberkulose
Tuberkulose kommt landesweit wesentlich h√§ufiger als in Mitteleuropa vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente Tuberkuloseerreger.

Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch. Oft fehlen auch europ√§isch ausgebildete englisch-/franz√∂sischsprechende √Ąrzte. Ein ausreichender, weltweit g√ľltiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverl√§ssige Reiser√ľckholversicherung werden dringend empfohlen. Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs von den ¬†z. T. hohen Temperaturen gesch√ľtzt werden.

Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird dringend empfohlen (siehe z.B. www.dtg.org oder www.frm-web.de). Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Myanmar bewusst sein.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2zLyKzN

Indien

Indien: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 09.11.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 09.11.2017)

Letzte √Ąnderungen:
Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige
Besondere Zollvorschriften

Aktuelle Hinweise

Westbengalen
In der Region um Darjeeling, im Bundesstaat Westbengalen haben j√ľngst Auseinandersetzungen mit separatistischen Gruppen (Angeh√∂rige der ethnischen Gorkha) zu gewaltt√§tigen Demonstrationen und Einschr√§nkungen des √∂ffentlichen Lebens gef√ľhrt. Auch nach offizieller Beendigung des 100-t√§gigen Generalstreiks ist sporadisches, lokal begrenztes Aufflammen der Auseinandersetzungen nicht auszuschlie√üen.

Landesteil Kaschmir
Seit mehreren Monaten kommt es in Kaschmir bei Demonstrationen und Generalstreiks immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Teilweise wurden Ausgangssperren verhängt.
Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen in den Landesteil Kaschmir, einschließlich Srinagar, wird abgeraten.

Reisenden nach Darjeeling, Kalimpong und Umgebung sowie nach Kaschmir wird empfohlen, sich von Menschenansammlungen fernzuhalten, besondere Vorsicht walten zu lassen und sich unmittelbar vor und w√§hrend der Reise laufend √ľber die aktuelle Lage zu informieren und Hinweisen lokaler Beh√∂rden, auch bei Stra√üensperren, Folge zu leisten.

 



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Terrorismus
Die Sicherheitslage in Indien bleibt vor dem Hintergrund zahlreicher schwerer Terroranschläge in den letzten Jahren angespannt. Angesichts der terroristischen Gefahren wird landesweit zu besonderer Wachsamkeit geraten, insbesondere beim Besuch von Märkten und öffentlichen Plätzen, bei großen Menschenansammlungen sowie in der Nähe von Regierungsgebäuden und nationalen Wahrzeichen. Dies gilt insbesondere im zeitlichen Umfeld staatlicher und religiöser Feiertage sowie von Großereignissen. Es muss davon ausgegangen werden, dass insbesondere New Delhi und andere Metropolen des Landes im Fokus terroristischer Aktivitäten stehen. Die Anschläge der letzten Jahre bestätigen die Tendenz, dass auch touristisch frequentierte Orte zunehmend ins Visier der Terroristen geraten.

Allgemeine Kriminalität
Das Risiko, dem ausl√§ndische Reisende durch Gewaltkriminalit√§t ausgesetzt sind, ist in den touristisch erschlossenen Gebieten Indiens eher gering. Reisende sollten sich dennoch stets von Vorsicht leiten lassen. Situationsangemessenes und kulturbewusstes Verhalten empfiehlt sich vor dem Hintergrund der Berichte √ľber sexuelle √úbergriffe vor allem auch f√ľr alleinreisende Frauen.

Touristen in New Delhi und anderen indischen St√§dten werden gelegentlich von √∂rtlichen Reiseveranstaltern (vornehmlich im Stadtzentrum von New Delhi¬†‚ÄěConnaught Place‚Äú) mit aggressiven Verkaufsmethoden zum Kauf √ľberteuerter Reisen gen√∂tigt. Diese B√ľros geben sich regelm√§√üig als ‚Äěstaatlich anerkannt‚Äú aus, um besondere Qualit√§t und Reputation vorzugeben. √Ėrtliche Taxifahrer arbeiten mitunter mit diesen Veranstaltern zusammen und fahren Touristen gezielt dorthin, insbesondere direkt nach Ankunft am Flughafen in Delhi. Reisende sollten bei Reisebuchungen in indischen Reiseb√ľros besonders wachsam sein. Reisende, die in Bedr√§ngnis geraten, sollte auf unverz√ľgliche Kontaktaufnahme mit der lokalen Polizei (in Delhi die spezielle 24 Stunden operierende ‚ÄěTourist Police‚Äú, Notruf 100) bestehen.

Es wird darauf hingewiesen, dass¬†Touristen ‚Äď besonders in Rajasthan und Goa ‚Äď wiederholt Opfer¬†gut organisierter Trickbetr√ľger geworden sind, u. a. √ľber das Angebot lukrativer Juwelengesch√§fte.

Bundesstaat Jammu und Kaschmir (siehe auch aktuelle Hinweise)
Seit September 2016 kommt es wieder verst√§rkt zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen indischen und pakistanischen Truppen wie auch mit verschiedenen Separatistengruppen entlang der internationalen Grenze und der Waffenstillstandslinie (LoC) in Jammu und Kaschmir. Es wird empfohlen, vor Reisen in die Region aktuelle Informationen √ľber die Sicherheitslage einzuholen und den Anweisungen der lokalen Beh√∂rden Folge zu leisten.

Unbedingt erforderliche Reisen nach Srinagar sollten auf dem Luftweg erfolgen. Wegen der Gefahr terroristischer Gewalttaten und unvorhersehbaren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei bzw. Armee wird jedoch stets zu besonderer Vorsicht geraten. Unmittelbar vor und w√§hrend der Reise in den Landesteil Kaschmir sollten aktuelle Informationen √ľber die Sicherheits- und Infrastrukturlage eingeholt werden.¬†¬†

Der Kaschmirkonflikt hat in den vergangenen Jahrzehnten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskr√§ften und zu zahlreichen Bombenanschl√§gen mit vielen Todesopfern gef√ľhrt. Gegen Ausl√§nder gerichtete Einzelaktionen (auch Entf√ľhrungen) k√∂nnen in der gesamten Region nicht ausgeschlossen werden.

Landesteil Jammu
In Jammu ist die Sicherheitslage grundsätzlich stabil. Allerdings kann es auch hier zu unvorhersehbaren gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften kommen, sodass unmittelbar vor einer Reise nach Jammu aktuelle Informationen eingeholt und vor Ort größere Menschenansammlungen vermieden werden sollten.

Landesteil Ladakh
Trekkern wird dringend geraten, sich hinsichtlich der Auswahl der Trekkingrouten vor Ort von vertrauensw√ľrdigen und ortskundigen F√ľhrern beraten zu lassen. Generell wird dringend abgeraten, allein oder mit einem nicht ausgewiesenen F√ľhrer durch diese Gegenden zu trekken, per Autostopp zu reisen oder an einsamen Pl√§tzen zu zelten.
Wegen erheblicher Sicherheitsrisiken sollten in Ladakh die Grenzgebiete gemieden werden. In diesem Zusammenhang wird auf die Genehmigungspflicht von Reisen in grenznahe Gebiete durch die indischen Behörden verwiesen.

Nordosten
In den nord√∂stlichen¬† Bundesstaaten¬† Indiens ‚Äď (Arunachal Pradesh, Assam, Nagaland, Manipur, Meghalaya, Mizoram und Tripura) ‚Äst sind in einigen Regionen noch militante politische Gruppen und auch kriminelle Banden aktiv. Touristen sind zumindest bisher nicht Ziel¬†von Anschl√§gen und Entf√ľhrungen, k√∂nnen aber dennoch leicht in Gefahr geraten.

Bei Reisen in den Nordosten Indiens sollten sich Reisende daher auf sicherheitsbewusste, zuverl√§ssige lokale Partner (Reiseveranstalter, Hotels/Ressorts, Gesch√§ftspartner) verlassen und sich situationsgerecht verhalten. F√ľr einige Gebiete sind zus√§tzlich zum Visum Einreisegenehmigungen erforderlich. Es wird empfohlen, zur aktuellen Sicherheitslage und zu eventuellen besonderen Genehmigungserfordernissen kurz vor einer Reise in den Nordosten Indiens aktuelle Informationen, z. B. von lokalen Reiseveranstaltern, einzuholen.

Andere Regionen
Die Bundesstaaten Bihar, Jharkand, Chhattisgarh, der √§u√üerste S√ľdwesten von Orissa, der √§u√üerste Norden von Andhra Pradesh und der √§u√üerste Osten von Maharashtra verzeichnen ‚Äď insbesondere in l√§ndlichen Gebieten ‚Äď bewaffnete Aktivit√§ten einer militant-sozialrevolution√§ren maoistischen Bewegung, die in einzelnen Distrikten bis hin zur Aus√ľbung quasistaatlicher Gewalt gehen. Die Aktivit√§ten richteten sich bislang nicht gegen Ausl√§nder, in 2012 ist es jedoch zu einem Entf√ľhrungsfall gekommen. Auch Sabotageakte und Anschl√§ge auf das √∂ffentliche Eisenbahnnetz wurden in der Vergangenheit ver√ľbt. Generell wird dringend geraten, vor Reisen in die genannten Gebiete Informationen √ľber die Sicherheitslage einzuholen und touristische Aktivit√§ten nicht ohne ortskundige einheimische Begleitung durchzuf√ľhren.

Besondere Reisegenehmigungen werden u. a. f√ľr Teile von Sikkim, Arunachal Pradesh und f√ľr die Lakkadiven (Lakshadweep Islands) ben√∂tigt. Die Genehmigungen m√ľssen in Indien vor der Einreise in die genannten Staaten eingeholt werden. Die Genehmigungspflicht f√ľr Reisen nach Nagaland, Mizoram und die Andamanen wurde aufgehoben. Eine Registrierung nach Ankunft ist erforderlich. Die Inselgruppe der Nicobaren (Nicobar Islands) ist nach wie vor f√ľr Touristen nicht zug√§nglich. Informationen zu Reisegenehmigungen k√∂nnen bei den indischen Auslandsvertretungen in Deutschland eingeholt werden.

Naturkatastrophen
W√§hrend der Haupt-Monsunzeit (Juli bis September) l√∂sen starke Regenf√§lle besonders in den gebirgigen Teilen des Landes immer wieder √úberschwemmungen und Erdrutsche aus. Dadurch k√∂nnen Stra√üen zeitweise unpassierbar, Zugverbindungen unterbrochen oder einzelne Orte vor√ľbergehend nicht mehr zug√§nglich sein. Aktuelle amtliche Wetterwarnungen enth√§lt die Webseite des ¬†indischen meteorologischen Departments.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Die Lekt√ľre einschl√§giger Reisef√ľhrer mit spezifischen Verhaltensempfehlungen und der Sicherheitshinweise des Ausw√§rtigen Amts zu m√∂glichen Risiken f√ľr Reisende wird empfohlen.

Reisenden wird au√üerdem empfohlen, Kreditkarten mit sich zu f√ľhren, da es besonders in l√§ndlichen Bereichen zu Problemen bei der Bargeldversorgung kommen kann.

Es wird darauf hingewiesen, dass in Indien keine professionelle, private Infrastruktur f√ľr Nothilfe ‚Äď insbesondere f√ľr Such- und Bergungsaktionen bei Unf√§llen im Hochgebirge ‚Äď zur Verf√ľgung steht. Hilfsma√ünahmen m√ľssen b√ľrokratisch und zeitintensiv √ľber das Au√üenministerium und die milit√§rischen Einrichtungen eingeleitet werden.¬†

Leihmutterschaft
Wer erw√§gt, in Indien ein Kind durch eine Leihmutter austragen zu lassen, sollte folgende Hinweise beachten: Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Ein von einer verheirateten indischen Leihmutter geborenes biologisches Kind eines deutschen Staatsangeh√∂rigen hat keinen Anspruch auf einen deutschen Reisepass. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden (Aktenzeichen VG 23 L 79.11). Indien erteilt zudem keine Visa mehr an Ausl√§nder, die zur Durchf√ľhrung einer Leihmutterschaft einreisen wollen. Weitere Informationen sind in den¬†FAQ zur Leihmutterschaft zu finden.¬†



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente
Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen: ‚Äď

Visum
Deutsche Staatsangeh√∂rige ben√∂tigen f√ľr die Einreise nach Indien grunds√§tzlich ein Visum. Inhaber deutscher Reisep√§sse k√∂nnen unter bestimmten Voraussetzungen ein elektronisches Touristenvisum (e-Tourist Visa ‚Äď e-TV) erhalten. Das e-TV muss bis sp√§testens vier Tage vor dem geplanten Einreisedatum beantragt werden und berechtigt in den meisten F√§llen zur zweimaligen Einreise f√ľr einen Aufenthalt von bis zu 60 Tagen.
Auf der Homepage indianvisaonline sind die Voraussetzungen f√ľr ein elektronisches Touristenvisum aufgef√ľhrt. Dort kann das e-TV beantragt werden. In Einzelf√§llen soll es bei der Online-Bezahlung der e-TV zu Schwierigkeiten gekommen sein. Es wird deshalb empfohlen, sicherzustellen, dass die Zahlung tats√§chlich erfolgt ist. Reisende sind verpflichtet einen Ausdruck des e-TV mit sich zu f√ľhren.
Eine 24/7-Hotline f√ľr elektronische Touristenvisa ist telefonisch unter +91-11-2430 0666 oder per E-Mail √ľber indiatvoa@gov.in¬†eingerichtet.
Das e-TV wurde zus√§tzlich zu allen bereits bestehenden Visumskategorien eingef√ľhrt. Alle anderen Visa sind wie bisher bei der zust√§ndigen indischen Auslandsvertretung zu beantragen, Antragstellungen an der Grenze oder am Flughafen sind nicht m√∂glich.
Regul√§re Touristenvisa werden grunds√§tzlich mit einer G√ľltigkeitsdauer von¬†sechs Monaten ab dem Tag des Ausstellungsdatums ausgestellt, wobei in der Regel mehrmalige Einreisen m√∂glich sind (multiple entry visa).

Eine Verl√§ngerung der G√ľltigkeit des Touristenvisums nach Einreise ist nur in begr√ľndeten Ausnahme-/Notf√§llen durch das zust√§ndige √∂rtliche Foreigners‚Äô Regional Registration Office (FRRO) m√∂glich.

Bei einer beabsichtigten Gesamtaufenthaltsdauer von mehr als 6 Monaten oder sofern eine solche Auflage im indischen Visum (z. B. Arbeitsvisum) aufgef√ľhrt ist, besteht ‚Äď unabh√§ngig von der beabsichtigten Dauer des einzelnen Aufenthalts ‚Äď eine Registrierungspflicht beim √∂rtlich zust√§ndigen District Foreigners‚Äė Registration Office (FRO) bzw. beim Foreigners‚Äė Regional Registration Office (FRRO). Diese muss innerhalb von 14 Tagen nach der Ankunft wahrgenommen werden. Nichtregistrierung f√ľhrt regelm√§√üig dazu, dass der/die Betroffene am indischen Flughafen an der Ausreise gehindert wird und dann beim √∂rtlich zust√§ndigen FRRO eine gesonderte Ausreiseerlaubnis einholen muss, was zwangsl√§ufig eine mehrt√§gige Ausreiseverz√∂gerung mit sich bringt und bei geplanter Ausreise, z. B. von New Delhi, eine R√ľckreise an den letzten Aufenthaltsort erforderlich macht. Diese Formalit√§ten sind zudem sehr umst√§ndlich und f√ľhren regelm√§√üig zu substanziellen Problemen. Eine Einflussnahme der zust√§ndigen deutschen Auslandsvertretung ist in derartigen F√§llen erfahrungsgem√§√ü nicht m√∂glich. Bei Aufenthalt von mehr als 180 Tagen mit Business oder Employment Visa empfiehlt es sich, bei Abreise eine Steuerbescheinigung (Tax Clearance Certificate) mit sich zu f√ľhren, die erfahrungsgem√§√ü gelegentlich noch verlangt wird, obgleich dies nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben ist.

Auf der Website des indischen Innenministeriums sind nähere Angaben zum Thema Touristen- und Arbeitsvisa (FAQ Tourist Visa und FAQ Employment Visa) zu finden, siehe www.mha.nic.in und www.boi.gov.in.

Reisende, die nicht innerhalb der G√ľltigkeit des Visums ausreisen, m√ľssen mit einer Haftstrafe und mehrj√§hrigem Einreiseverbot rechnen.

Es kommt immer wieder vor, dass Pässe bei der Einreise von den Grenzbehörden nicht gestempelt werden. Bitte achten Sie unbedingt darauf, dass Sie einen Einreisestempel erhalten und verwahren Sie Ihren Reisepass sicher! Ohne Einreisestempel kommt es bei der Ausreise zu erheblichen Schwierigkeiten. Mehrtägige Verzögerungen durch Erwerb einer Ausreiseerlaubnis beim FRO und Ministry of Home Affairs (nur in Delhi) sind die Regel. Dies gilt auch im Fall eines Passverlustes während des Indienaufenthalts und der erforderlichen Erteilung eines Ersatzdokuments durch die zuständige deutsche Auslandsvertretung.

Immer wieder kommt es vor, dass Reisende ausgewiesen werden, weil ihre Aktivit√§ten in Indien (oft NGO-Arbeit) nach Auffassung der indischen Beh√∂rden nicht mit dem Status eines Touristenvisums vereinbar sind. Es wird empfohlen, konkret anlassbezogene Visa zu beantragen, z. B. Konferenzvisa oder Business/Employment/Entry (X) Visa f√ľr Freiwilligenarbeit.¬†

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.



Besondere Zollvorschriften

Devisen ab einem Betrag von 5000,- US-$ (bar oder Reiseschecks) sind bei der Einreise zu deklarieren. Auch andere hochwertige Gegenst√§nde (z. B. Videokameras) m√ľssen deklariert werden.

Die Einfuhr von Goldm√ľnzen und -barren sowie von Waffen ist streng verboten. F√ľr Ausl√§nder indischer Abstammung (PIO) gelten besondere Bestimmungen.

Die Ein- und Ausfuhr der indischen W√§hrung ist f√ľr verschiedene Personengruppen unterschiedlich geregelt. ¬†Verbindliche Informationen dazu k√∂nnen der Website der Reserve Bank of India entnommen werden:¬† http://www.rbi.org.in

Die Ausfuhr von Antiquitäten ist streng reglementiert. Genaue Informationen finden Sie unter http://ift.tt/2ykABqW

Die Einfuhr pornografischen Materials ist verboten.

Die Ausfuhr von gesch√ľtzten Tierh√§uten und Pflanzen ist verboten.

Bei einem Verstoß gegen Zollvorschriften drohen hohe Geldstrafen oder gar Verhaftung bei der Ausreise.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Der Besitz ‚Äď selbst kleinster Mengen ‚Äď Drogen ist verboten und wird mit hohen Haftstrafen geahndet. Dies gilt ebenso f√ľr die Ausfuhr von gesch√ľtzten Tierh√§uten und Pflanzen.

In den einzelnen indischen Bundesstaaten gelten unterschiedliche Vorschriften zu Alkoholkauf und -verzehr. So schwankt das Mindestalter f√ľr Alkoholverzehr z.B. zwischen 18 und 25 Jahren. Einige indische Bundesstaaten gestatten Alkohol ausschlie√ülich f√ľr medizinische Zwecke, in anderen ist eine spezielle Erlaubnis f√ľr den Kauf, Transport oder Verzehr von Alkohol erforderlich. Die Strafen bei Versto√ü gegen die jeweiligen Regelungen k√∂nnen teilweise sehr streng sein. Reisenden wird empfohlen, sich in den jeweiligen Bundesstaaten √ľber die geltenden Regelungen zu Alkoholkauf und -verzehr zu informieren.

Auch der illegale Aufenthalt in Indien ‚Äď ohne g√ľltigen Pass und /oder Aufenthaltserlaubnis, dazu z√§hlt auch die √úberschreitung des G√ľltigkeitszeitraums des Visums und die Verletzung der Registrierungspflicht (vgl. unter Einreisebestimmungen) ‚Äď kann mit langen Haftstrafen oder Geldstrafen geahndet werden. Ebenso ist der Aufenthalt ohne Genehmigung in Gebieten mit Genehmigungspflicht (protected and restricted areas) eine Straftat, die mit Haft geahndet wird. Dies gilt auch f√ľr einige touristisch interessante Gegenden u.a. in Ladakh und Sikkim oder auf den Andamanen.

Gem. ¬ß 377 des indischen Strafgesetzbuches ist homosexueller Geschlechtsverkehr strafbar (Urteil des Supreme Court vom 11.12.2013), die H√∂chststrafe betr√§gt lebenslange Freiheitsstrafe. Gleichgeschlechtliche Lebenspartner sollten in der √Ėffentlichkeit diskret und zur√ľckhaltend auftreten.¬†

Der Besitz und die Nutzung von Satellitentelefonen sind in Indien verboten und wird ebenfalls strafrechtlich geahndet. 



Medizinische Hinweise 

Aktueller medizinischer Hinweis
Zika-Virus-Infektion
Es gibt Hinweise, dass das Zika-Virus auch in Indien landesweit zirkuliert. 2016 und 2017 traten im Bundesstaat Gujarat erste Erkrankungen auf, wie die WHO im Mai 2017 bekannt gab. Gr√∂√üere Ausbr√ľche wurden nicht beobachtet. Das Infektionsrisiko ist daher f√ľr Reisende ‚Äď au√üerhalb von Ausbruchsituationen ‚Äď als gering einzusch√§tzen.
Zika-Virus-Infektionen verlaufen √§hnlich wie Dengue-Fieber. F√ľr ungeborene Kinder k√∂nnen sie aber eine besondere Gefahr darstellen. Eine Impfung, eine Chemoprophylaxe oder eine spezifische Therapie stehen absehbar nicht zur Verf√ľgung.
Auf eine ganzt√§gige konsequente Anwendung pers√∂nlicher Schutzma√ünahmen zur Vermeidung von M√ľckenstichen sollte geachtet werden, siehe auch: Schutzma√ünahmen M√ľckenstiche. Weitere Informationen zur Zika-Virus-Infektion finden Sie auf folgendem Merkblatt des Gesundheitsdienstes des Ausw√§rtigen Amts: Merkblatt Zika-Virus-Infektion

Impfschutz
Ab 1. M√§rz 2014 wird bei Einreise aus L√§ndern mit gemeldeten Polio Erkrankungen (Afghanistan, Nigeria und Pakistan; Stand 05.02.2014) und L√§ndern, in denen nachgewiesen wurde, dass dort Polioviren zirkulieren (√Ąthiopien, Kenia, Somalia und Syrien; Stand 05.02.2014) der Nachweis einer oralen Polioimpfung (fr√ľher: Schluckimpfung, heute: OPV), die nicht j√ľnger als sechs Wochen und nicht √§lter als ein Jahr sein darf, gefordert. Bei wiederholten Reisen ist die orale Polio Impfung ggf. j√§hrlich zu wiederholen. Ein Impfnachweis nach WHO-Standard ist mitzuf√ľhren.
Das indische Gesundheitsministerium f√ľhrte dazu kl√§rend aus, dass der Impfnachweis f√ľr Ausl√§nder, z. B. deutsche Staatsb√ľrger, die in den sieben polio-infizierten L√§ndern leben¬† und nach Indien reisen, nicht erforderlich ist. Genauso ist der Impfnachweis nicht erforderlich f√ľr Ausl√§nder, z. B. deutsche Staatsb√ľrger, die in Indien leben und in polio-infizierte L√§nder reisen (http://mohfw.nic.in/).

Eine g√ľltige Impfung gegen Gelbfieber wird nur f√ľr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (siehe www.who.int). Impfzeugnisse, die eine Impfung in den letzten zehn Jahren vor der Einreise bescheinigen, werden anerkannt. Bei direkter Einreise aus z. B. Deutschland besteht keine Impfnotwendigkeit gegen Gelbfieber.

Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gem√§√ü aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene (siehe www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls zu vervollst√§ndigen.¬†Dazu geh√∂ren auch f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderl√§hmung), ggf. auch Masern, Mumps, R√∂teln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis ACWY und Japanische Encephalitis empfohlen.   

Durchfall- und Darmerkrankungen
Durchfallerkrankungen sind √ľberall im Land ganzj√§hrig h√§ufig. Leitungswasser hat auch in St√§dten oft keine Trinkwasserqualit√§t. Es wird empfohlen, nur originalverpackte Getr√§nke in Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss antibakteriell zu filtern oder zu kochen. F√ľr das Waschen von Obst und Gem√ľse oder zum Z√§hneputzen sollte ebenfalls nur Trinkwasser verwendet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart sein.

Das Infektionsrisiko f√ľr Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Am√∂ben, Lamblien und Wurmerkrankungen, Hepatitis A und E besteht landesweit. Allgemeine Hygienema√ünahmen wie regelm√§√üiges H√§ndewaschen oder H√§ndedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln k√∂nnen die Gefahr einer Infektion vermindern.

Cholera
Cholera tritt in Indien immer wieder auf, ist in aller Regel und bei Beachtung der √ľblichen Hygieneregeln aber f√ľr Touristen keine Bedrohung. Eine Impfung gegen Cholera steht zur Verf√ľgung, wird aber nicht generell empfohlen.

Malaria
Die √úbertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles- M√ľcken. Unbehandelt verl√§uft insbesondere die gef√§hrliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen Europ√§ern h√§ufig t√∂dlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen nach dem Aufenthalt in Endemiegebieten ausbrechen. Die Beschwerden bei einer Malaria (Fieber, Sch√ľttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, u. a.) sind meist uncharakteristisch und von einer Grippe oder einer √§hnlichen Erkrankung nicht zu unterscheiden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung kann auch die Malaria tropica zuverl√§ssig behandelt werden, ohne dass es zu bleibenden Sch√§den oder Beschwerden kommt.

Au√üer in H√∂henlagen √ľber ca. 1500 Meter besteht in Indien ganzj√§hrig ein mittleres √úbertragungsrisiko f√ľr Malariaerkrankungen mit saisonalen Schwankungen: besonders in den Monaten w√§hrend und nach der Regenzeit steigen die Fallzahlen an. In Indien sind die gro√üen St√§dte davon nicht ausgenommen. Insbesondere in Mumbai und in Delhi waren in den letzten Jahren zunehmende Malaria Erkrankungen zu verzeichnen.

Das Risiko ist im Tiefland im Nordosten und im Bundesstaat Orissa am h√∂chsten und nimmt vom Norden und den zentralen Landesteilen nach S√ľden hin ab. Dabei handelt es sich landesweit in √ľber der H√§lfte der F√§lle um die potentiell lebensbedrohliche, durch Plasmodium falciparum verursachte, Malaria tropica.¬†

Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malariaerkrankung. Ein ausreichender Schutz vor Stechm√ľcken (Expositionsprophylaxe), insbesondere w√§hrend der D√§mmerung und nachts, ist der wichtigste Schutz vor einer Malariaerkrankung.¬†
· Das Tragen langer, heller und gegen Insekten imprägnierter Bekleidung im Freien,
· Das konsequente Einreiben aller Hautflächen mit einem geeigneten Repellent und
· Das Benutzen imprägnierter Moskitonetze während der Nacht oder
¬∑¬†Der Aufenthalt in M√ľcken-gesch√ľtzten R√§umen (Fliegengitter, Klimaanlagen)vermindern das Risiko einer √úbertragung deutlich und sch√ľtzen auch vor anderen stechm√ľcken√ľbertragenen Erkrankungen wie Dengue Fieber, Chikungunya und Japanischer Enzephalitis. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird nicht generell empfohlen (www.dtg.org) und ist nur in Ausnahmef√§llen zu erw√§gen. Aufgrund des Risikos in Indien, gef√§lschte Medikamente zu erwerben, ist das Mitf√ľhren eines verschreibungspflichtigen Malariamittels zur so genannten Notfalltherapie angeraten. Die individuelle Auswahl des Medikaments und m√∂gliche Nebenwirkungen, beziehungsweise Unvertr√§glichkeiten mit anderen Medikamenten, m√ľssen entsprechend dem Reiseverlauf und pers√∂nlichen Umst√§nden mit einem Tropen- oder Reisemediziner vor Ausreise besprochen werden. Beim Auftreten von Fieber nach einem Aufenthalt in Indien ist eine umgehende Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet immer notwendig.

Dengue Fieber
Dengue Fieber wird durch tagaktive M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein Hautausschlag kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. In Einzelf√§llen k√∂nnen schwere Verl√§ufe mit ernsthaften Gesundheitssch√§den oder Todesfolge auftreten. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Dengue Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe, wie oben f√ľr Malaria beschrieben, ist die einzige m√∂gliche Schutzma√ünahme.

Dengue Fieber kommt landesweit, besonders an den K√ľsten, aber auch in St√§dten und in H√∂henlagen bis ca. 1.500 Metern vor. W√§hrend und nach dem Monsun steigen die Fallzahlen. 2015 ist der Ausbruch in der Hauptstadt New Delhi deutlich st√§rker als in den Vorjahren.

Chikungunya
Chikungunya wird durch den Stich tagaktiver M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Chikungunya Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe, wie oben f√ľr Malaria beschrieben, ist die einzige m√∂gliche Schutzma√ünahme. Chikungunya kommt zunehmend w√§hrend und unmittelbar nach der Regenzeit und besonders in den bev√∂lkerungsreichen K√ľstengebieten und den gro√üen Metropolen vor.

Japanische Encephalitis
Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entz√ľndung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechm√ľcken √ľbertragen. Vor allem Schweine und Wasserv√∂gel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selbst krank zu werden. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber h√§ufig schwer und hinterlassen bleibende Sch√§den oder enden t√∂dlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb sind ein sorgf√§ltiger M√ľckenschutz und gegebenenfalls eine vorbeugende Schutzimpfung besonders wichtig. Ein geringes √úbertragungsrisiko f√ľr JE besteht in Indien landesweit, besonders auf dem Land. In den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Bihar kommt es immer wieder zum geh√§uften Auftreten von Enzephalitiden und Hirnhautentz√ľndungen, deren Ursache nicht immer eindeutig gekl√§rt werden kann und die verschiedenen Erregern zugeschrieben werden. 2011 kam es auch in New Delhi zu einem kleinen Ausbruch von JE, der mit Beginn des Winters abgeflaut ist.

Grippe (Saisonale Influenza)
Die saisonalen Influenzaviren, einschlie√ülich der neuen Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe), zirkulieren in Nordindien in den Wintermonaten. Im S√ľden sind Grippeviren in deutlich geringerer H√§ufigkeit ganzj√§hrig nachweisbar. 2010/2011 und 2014/2015 kam es zu einer H√§ufung von Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe) F√§llen, vor allem in Delhi und in den Bundesstaaten Haryana, Maharashtra, Andhra Pradesh, Gujarat und Rajastan.

Tollwut
Bei der Tollwut handelt es sich um eine t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde. Affen k√∂nnen ebenfalls Tollwut √ľbertragen und sollten niemals gef√ľttert werden. Die notwendigen, medizinischen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen bei Ungeimpften sind in Indien au√üerhalb der Gro√üst√§dte, z. B. auch auf den Trekkingrouten im Norden, nicht immer m√∂glich, eine ununterbrochene K√ľhlkette der Impfstoffe ist nicht √ľberall gew√§hrleistet. Zuverl√§ssigen Schutz vor Tollwut bietet die vorbeugende Impfung. Sie ist f√ľr Indienreisende besonders wichtig.

Tuberkulose
Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich h√§ufiger als in Mitteleuropa vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger.

HIV/ AIDS/Geschlechtskrankheiten
Durch sexuelle Kontakte, bei intraven√∂sem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen) durch T√§towierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex dringend empfohlen. In Indien ist in den letzten Jahren die Zahl der Infektionen haupts√§chlich durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr sprunghaft angestiegen.

Geographisch bedingte Erkrankungen
Nordindien ist ein beliebtes Reiseziel f√ľr Trekkingtouristen, die in gro√üe H√∂hen aufsteigen. Oft reicht die Zeit nicht f√ľr eine stufenweise H√∂henanpassung. Verschiedene Formen von akuter H√∂henkrankheit sind m√∂glich.

H√∂henkrankheit tritt besonders bei raschem Aufstieg auf √ľber 2.300 m auf. Sie kann zu potentiell sehr gef√§hrlichen Funktionsst√∂rung von Lunge und Gehirn f√ľhren. Erkranken k√∂nnen auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, selbst wenn sie fr√ľher gro√üe H√∂hen und rasche Aufstiege ohne Probleme bew√§ltigt haben. Todesf√§lle sind m√∂glich.

Beschwerden, die auf eine beginnende H√∂henkrankheit hinweisen k√∂nnen, sind: Kopfschmerzen, M√ľdigkeit, Desinteresse und Leistungsabfall. In diesem Fall ist Rast und Ruhe bis zur Beschwerdefreiheit geboten, ein weiterer Aufstieg verbietet sich. Treten u. a. Schlaflosigkeit, Sehst√∂rungen, Schwindel, Gangunsicherheit, Atemnot oder Erbrechen auf, sollte unverz√ľglich mit dem Abstieg begonnen werden ‚Äď nie alleine, sondern immer in Begleitung. Das ist auch dann der Fall, wenn Fr√ľhsymptome innerhalb von 24-36 Stunden nicht vollst√§ndig verschwinden.

Vor Reisen in gro√üe H√∂hen (√ľber 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endg√ľltigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen h√∂henmedizinisch erfahrenen Arzt, der vielleicht auch ein Medikament zur Vorbeugung verordnet. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergerisiko (z. B. eine Hubschrauber-Evakuierung) mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme K√§lte und unwegsames oder unbekanntes Gel√§nde bergen weitere Risiken f√ľr den Reisenden in gro√üer H√∂he. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschl√§ge kann es an gef√§hrdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Bergh√§ngen kommen.

F√ľr die Hubschrauberrettung aus Bergnot gibt es in Indien nach Kenntnis der deutschen Botschaft keine zivilen Luftrettungsunternehmen, sondern lediglich die M√∂glichkeit einer Evakuierung durch das indische Milit√§r, die sich sehr b√ľrokratisch und zeitaufw√§ndig gestaltet. Die Alarmierung kann je nach Unfallort oft nur sehr verz√∂gert erfolgen, die Benutzung von Satellitentelefonen ist in Indien strikt verboten. Es k√∂nnen trotz gro√üem Zeitdruck aufgrund einzuholender Genehmigungen diverser staatlicher Stellen vor allem am Wochenende mitunter mehrere Tage vergehen, bis ein Suchtrupp oder ein Helikopter dann einsatzbereit sind. Witterungsbedingt sind die Flugger√§te nicht immer einsatzbereit und k√∂nnen meist nur in einem sehr engen Zeitfenster fr√ľhmorgens starten. Die Kosten√ľbernahme einer Rettung muss in jedem Fall vor dem Start der Rettungsaktion gekl√§rt sein und ist in der Regel zun√§chst vom Verungl√ľckten selbst zu tragen. Eine individuell angepasste Reiseapotheke ist nach R√ľcksprache mit einem Reisemediziner beim Trekking immer mitzuf√ľhren.

Im S√ľden des Landes ist die Sonneneinstrahlung wegen der √Ąquatorn√§he besonders intensiv. ¬†Unangenehme und langfristig gef√§hrliche Sonnenbr√§nde sind h√§ufig. Auf einen guten Sonnenschutz und eine ausreichende Fl√ľssigkeitsaufnahme muss insbesondere bei Kindern und √§lteren Personen geachtet werden.

Gef√§hrliche Str√∂mungen f√ľhren an den K√ľsten immer wieder zu Badeunf√§llen. Warnungen an den Str√§nden sind unbedingt zu beachten. Kinder sollten an Str√§nden niemals unbeaufsichtigt spielen. Durch Tierkot verunreinigte Str√§nde bergen ein Infektionsrisiko f√ľr parasit√§re Hauterkrankungen (Larva migrans cutanea).

Weitere Gesundheitsgefahren
Technische √úberwachungen der Fahrzeuge, wie in Mitteleuropa √ľblich, werden in Indien nicht durchgef√ľhrt. Verkehrsregeln werden von der gro√üen Mehrheit der Fahrer missachtet. Schwere Verkehrsunf√§lle sind insbesondere bei √úberlandfahrten h√§ufig. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notf√§llen oder Unf√§llen, kann in weiten Landesteilen nicht gew√§hrleistet werden, ein zuverl√§ssig funktionierendes Rettungswesen ist auch in den St√§dten nicht √ľberall existent. Gehwege existieren h√§ufig nicht ¬†oder bergen erhebliche Unfallgefahren wie unerwartete Stolperfallen oder nicht gesicherte oder gekennzeichnete Baugruben.

Die Luftverschmutzung in den St√§dten hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. In Delhi und Kalkutta kommt es in den Wintermonaten au√üerdem zu einer hohen Belastung der Luft durch Verbrennungsr√ľckst√§nde und Qualm. Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD k√∂nnen sich dadurch erheblich verschlechtern.¬†

√úber die aktuellen Luftwerte kann man sich im Internet bzw. mittels Smartphone Apps informieren, bspw. auf http://ift.tt/2q9Zceo (Auflistung verschiedene Luftwerte Mess-Stationen in Indien) oder http://ift.tt/1vf5zNB (Mess-Stationen der Landesregierung von Delhi).

Patienten mit psychischen Erkrankungen wird dringend geraten, ihre Medikamente vor und w√§hrend einer Indienreise nicht abzusetzen. Eine psychiatrische und deutschsprachige Versorgung wie im Heimatland kann meist nicht gew√§hrleistet werden. Zudem versichern viele Reisekrankenversicherungen medizinische Leistungen bei psychischen Erkrankungen nicht! In solchen F√§llen ist oft auch ein spontaner Heimflug ausgeschlossen, da zahlreiche kommerzielle Fluglinien die Mitnahme labiler Patienten mit psychischen Erkrankungen ohne psychiatrische Begleitung ablehnen. Bitte besprechen Sie ggf. Ihre Reisepl√§ne ausf√ľhrlich mit ihrem behandelnden Arzt.

Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend und entspricht medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch meist nicht europ√§ischem Standard. Sprachbarrieren k√∂nnen gerade auf dem Land die Kommunikation erheblich erschweren. In den gro√üen St√§dten ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem hohen und sehr hohen Niveau und damit auch deutlich teurer. Zahlreiche Patienten aus der ganzen Welt kommen zu planbaren Behandlungen und Operationen ins Land. Bei schweren Erkrankungen muss deshalb ggf. eine medizinische Evakuierung in eine der gro√üen urbanen Kliniken erwogen werden. Dort ist es √ľblich, vor Behandlungsbeginn eine erhebliche Anzahlung zu leisten, was das Budget eines Reisenden bei schweren Erkrankungen und intensivpflichtigen Behandlungen oft sprengt. Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner pers√∂nlich¬† beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe Kontaktadressen z.B.: http://www.dtg.org/ oder http://www.frm-web.de/). Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Indien bewusst sein.

Die Versorgung mit zuverl√§ssigen Medikamenten und eine ununterbrochene K√ľhlkette sind nicht √ľberall gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch gef√§lschte Produkte statt richtiger Medikamente verkauft werden. Reisende sollten regelm√§√üig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Indien mitbringen und sich f√ľr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Apotheken der gro√üen Privatkliniken bieten ein breites Spektrum zuverl√§ssiger Medikamente an. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegen√ľber h√§ufig eingesetzten Antibiotika auf.

Die deutsche Botschaft in Neu Delhi und die Generalkonsulate in Bangalore, Chennai, Kalkutta und Mumbai verf√ľgen f√ľr den Notfall √ľber eine Adressenliste von √Ąrzten und Krankenh√§usern in der jeweiligen Stadt.

Bitte beachten Sie neben unseren generellen Haftungsausschluss den folgenden Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

Stand 09.11.2017

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2ymFTCc

from National Geographic News mehr auf http://ift.tt/2yPsnKo

Indien

Indien: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 02.10.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 02.10.2017)

Letzte √Ąnderungen:
Aktuelle Hinweise

Aktuelle Hinweise

Westbengalen
In der Region um Darjeeling, im Bundesstaat Westbengalen haben j√ľngst Auseinandersetzungen mit separatistischen Gruppen (Angeh√∂rige der ethnischen Gorkha) zu gewaltt√§tigen Demonstrationen und Einschr√§nkungen des √∂ffentlichen Lebens gef√ľhrt. Auch nach offizieller Beendigung des 100-t√§gigen Generalstreiks ist sporadisches, lokal begrenztes Aufflammen der Auseinandersetzungen nicht auszuschlie√üen.

Landesteil Kaschmir
Seit mehreren Monaten kommt es in Kaschmir bei Demonstrationen und Generalstreiks immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Teilweise wurden Ausgangssperren verhängt.
Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen in den Landesteil Kaschmir, einschließlich Srinagar, wird abgeraten.

Reisenden nach Darjeeling, Kalimpong und Umgebung sowie nach Kaschmir wird empfohlen, sich von Menschenansammlungen fernzuhalten, besondere Vorsicht walten zu lassen und sich unmittelbar vor und w√§hrend der Reise laufend √ľber die aktuelle Lage zu informieren und Hinweisen lokaler Beh√∂rden, auch bei Stra√üensperren, Folge zu leisten.

 



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Terrorismus
Die Sicherheitslage in Indien bleibt vor dem Hintergrund zahlreicher schwerer Terroranschläge in den letzten Jahren angespannt. Angesichts der terroristischen Gefahren wird landesweit zu besonderer Wachsamkeit geraten, insbesondere beim Besuch von Märkten und öffentlichen Plätzen, bei großen Menschenansammlungen sowie in der Nähe von Regierungsgebäuden und nationalen Wahrzeichen. Dies gilt insbesondere im zeitlichen Umfeld staatlicher und religiöser Feiertage sowie von Großereignissen. Es muss davon ausgegangen werden, dass insbesondere New Delhi und andere Metropolen des Landes im Fokus terroristischer Aktivitäten stehen. Die Anschläge der letzten Jahre bestätigen die Tendenz, dass auch touristisch frequentierte Orte zunehmend ins Visier der Terroristen geraten.

Allgemeine Kriminalität
Das Risiko, dem ausl√§ndische Reisende durch Gewaltkriminalit√§t ausgesetzt sind, ist in den touristisch erschlossenen Gebieten Indiens eher gering. Reisende sollten sich dennoch stets von Vorsicht leiten lassen. Situationsangemessenes und kulturbewusstes Verhalten empfiehlt sich vor dem Hintergrund der Berichte √ľber sexuelle √úbergriffe vor allem auch f√ľr alleinreisende Frauen.

Touristen in New Delhi und anderen indischen St√§dten werden gelegentlich von √∂rtlichen Reiseveranstaltern (vornehmlich im Stadtzentrum von New Delhi¬†‚ÄěConnaught Place‚Äú) mit aggressiven Verkaufsmethoden zum Kauf √ľberteuerter Reisen gen√∂tigt. Diese B√ľros geben sich regelm√§√üig als ‚Äěstaatlich anerkannt‚Äú aus, um besondere Qualit√§t und Reputation vorzugeben. √Ėrtliche Taxifahrer arbeiten mitunter mit diesen Veranstaltern zusammen und fahren Touristen gezielt dorthin, insbesondere direkt nach Ankunft am Flughafen in Delhi. Reisende sollten bei Reisebuchungen in indischen Reiseb√ľros besonders wachsam sein. Reisende, die in Bedr√§ngnis geraten, sollte auf unverz√ľgliche Kontaktaufnahme mit der lokalen Polizei (in Delhi die spezielle 24 Stunden operierende ‚ÄěTourist Police‚Äú, Notruf 100) bestehen.

Es wird darauf hingewiesen, dass¬†Touristen ‚Äď besonders in Rajasthan und Goa ‚Äď wiederholt Opfer¬†gut organisierter Trickbetr√ľger geworden sind, u. a. √ľber das Angebot lukrativer Juwelengesch√§fte.

Bundesstaat Jammu und Kaschmir (siehe auch aktuelle Hinweise)
Seit September 2016 kommt es wieder verst√§rkt zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen indischen und pakistanischen Truppen wie auch mit verschiedenen Separatistengruppen entlang der internationalen Grenze und der Waffenstillstandslinie (LoC) in Jammu und Kaschmir. Es wird empfohlen, vor Reisen in die Region aktuelle Informationen √ľber die Sicherheitslage einzuholen und den Anweisungen der lokalen Beh√∂rden Folge zu leisten.

Unbedingt erforderliche Reisen nach Srinagar sollten auf dem Luftweg erfolgen. Wegen der Gefahr terroristischer Gewalttaten und unvorhersehbaren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei bzw. Armee wird jedoch stets zu besonderer Vorsicht geraten. Unmittelbar vor und w√§hrend der Reise in den Landesteil Kaschmir sollten aktuelle Informationen √ľber die Sicherheits- und Infrastrukturlage eingeholt werden.¬†¬†

Der Kaschmirkonflikt hat in den vergangenen Jahrzehnten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskr√§ften und zu zahlreichen Bombenanschl√§gen mit vielen Todesopfern gef√ľhrt. Gegen Ausl√§nder gerichtete Einzelaktionen (auch Entf√ľhrungen) k√∂nnen in der gesamten Region nicht ausgeschlossen werden.

Landesteil Jammu
In Jammu ist die Sicherheitslage grundsätzlich stabil. Allerdings kann es auch hier zu unvorhersehbaren gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften kommen, sodass unmittelbar vor einer Reise nach Jammu aktuelle Informationen eingeholt und vor Ort größere Menschenansammlungen vermieden werden sollten.

Landesteil Ladakh
Trekkern wird dringend geraten, sich hinsichtlich der Auswahl der Trekkingrouten vor Ort von vertrauensw√ľrdigen und ortskundigen F√ľhrern beraten zu lassen. Generell wird dringend abgeraten, allein oder mit einem nicht ausgewiesenen F√ľhrer durch diese Gegenden zu trekken, per Autostopp zu reisen oder an einsamen Pl√§tzen zu zelten.
Wegen erheblicher Sicherheitsrisiken sollten in Ladakh die Grenzgebiete gemieden werden. In diesem Zusammenhang wird auf die Genehmigungspflicht von Reisen in grenznahe Gebiete durch die indischen Behörden verwiesen.

Nordosten
In den nord√∂stlichen¬† Bundesstaaten¬† Indiens ‚Äď (Arunachal Pradesh, Assam, Nagaland, Manipur, Meghalaya, Mizoram und Tripura) ‚Äst sind in einigen Regionen noch militante politische Gruppen und auch kriminelle Banden aktiv. Touristen sind zumindest bisher nicht Ziel¬†von Anschl√§gen und Entf√ľhrungen, k√∂nnen aber dennoch leicht in Gefahr geraten.

Bei Reisen in den Nordosten Indiens sollten sich Reisende daher auf sicherheitsbewusste, zuverl√§ssige lokale Partner (Reiseveranstalter, Hotels/Ressorts, Gesch√§ftspartner) verlassen und sich situationsgerecht verhalten. F√ľr einige Gebiete sind zus√§tzlich zum Visum Einreisegenehmigungen erforderlich. Es wird empfohlen, zur aktuellen Sicherheitslage und zu eventuellen besonderen Genehmigungserfordernissen kurz vor einer Reise in den Nordosten Indiens aktuelle Informationen, z. B. von lokalen Reiseveranstaltern, einzuholen.

Andere Regionen
Die Bundesstaaten Bihar, Jharkand, Chhattisgarh, der √§u√üerste S√ľdwesten von Orissa, der √§u√üerste Norden von Andhra Pradesh und der √§u√üerste Osten von Maharashtra verzeichnen ‚Äď insbesondere in l√§ndlichen Gebieten ‚Äď bewaffnete Aktivit√§ten einer militant-sozialrevolution√§ren maoistischen Bewegung, die in einzelnen Distrikten bis hin zur Aus√ľbung quasistaatlicher Gewalt gehen. Die Aktivit√§ten richteten sich bislang nicht gegen Ausl√§nder, in 2012 ist es jedoch zu einem Entf√ľhrungsfall gekommen. Auch Sabotageakte und Anschl√§ge auf das √∂ffentliche Eisenbahnnetz wurden in der Vergangenheit ver√ľbt. Generell wird dringend geraten, vor Reisen in die genannten Gebiete Informationen √ľber die Sicherheitslage einzuholen und touristische Aktivit√§ten nicht ohne ortskundige einheimische Begleitung durchzuf√ľhren.

Besondere Reisegenehmigungen werden u. a. f√ľr Teile von Sikkim, Arunachal Pradesh und f√ľr die Lakkadiven (Lakshadweep Islands) ben√∂tigt. Die Genehmigungen m√ľssen in Indien vor der Einreise in die genannten Staaten eingeholt werden. Die Genehmigungspflicht f√ľr Reisen nach Nagaland, Mizoram und die Andamanen wurde aufgehoben. Eine Registrierung nach Ankunft ist erforderlich. Die Inselgruppe der Nicobaren (Nicobar Islands) ist nach wie vor f√ľr Touristen nicht zug√§nglich. Informationen zu Reisegenehmigungen k√∂nnen bei den indischen Auslandsvertretungen in Deutschland eingeholt werden.

Naturkatastrophen
W√§hrend der Haupt-Monsunzeit (Juli bis September) l√∂sen starke Regenf√§lle besonders in den gebirgigen Teilen des Landes immer wieder √úberschwemmungen und Erdrutsche aus. Dadurch k√∂nnen Stra√üen zeitweise unpassierbar, Zugverbindungen unterbrochen oder einzelne Orte vor√ľbergehend nicht mehr zug√§nglich sein. Aktuelle amtliche Wetterwarnungen enth√§lt die Webseite des ¬†indischen meteorologischen Departments.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Die Lekt√ľre einschl√§giger Reisef√ľhrer mit spezifischen Verhaltensempfehlungen und der Sicherheitshinweise des Ausw√§rtigen Amts zu m√∂glichen Risiken f√ľr Reisende wird empfohlen.

Reisenden wird au√üerdem empfohlen, Kreditkarten mit sich zu f√ľhren, da es besonders in l√§ndlichen Bereichen zu Problemen bei der Bargeldversorgung kommen kann.

Es wird darauf hingewiesen, dass in Indien keine professionelle, private Infrastruktur f√ľr Nothilfe ‚Äď insbesondere f√ľr Such- und Bergungsaktionen bei Unf√§llen im Hochgebirge ‚Äď zur Verf√ľgung steht. Hilfsma√ünahmen m√ľssen b√ľrokratisch und zeitintensiv √ľber das Au√üenministerium und die milit√§rischen Einrichtungen eingeleitet werden.¬†

Leihmutterschaft
Wer erw√§gt, in Indien ein Kind durch eine Leihmutter austragen zu lassen, sollte folgende Hinweise beachten: Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Ein von einer verheirateten indischen Leihmutter geborenes biologisches Kind eines deutschen Staatsangeh√∂rigen hat keinen Anspruch auf einen deutschen Reisepass. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden (Aktenzeichen VG 23 L 79.11). Indien erteilt zudem keine Visa mehr an Ausl√§nder, die zur Durchf√ľhrung einer Leihmutterschaft einreisen wollen. Weitere Informationen sind in den¬†FAQ zur Leihmutterschaft zu finden.¬†



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente
Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen: ‚Äď

Visum
Deutsche Staatsangeh√∂rige ben√∂tigen f√ľr die Einreise nach Indien grunds√§tzlich ein Visum. Inhaber deutscher Reisep√§sse k√∂nnen unter bestimmten Voraussetzungen ein elektronisches Touristenvisum (e-Tourist Visa ‚Äď e-TV) erhalten. Das e-TV muss bis sp√§testens vier Tage vor dem geplanten Einreisedatum beantragt werden und berechtigt in den meisten F√§llen zur zweimaligen Einreise f√ľr einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen.
Auf der Homepage indianvisaonline sind die Voraussetzungen f√ľr ein elektronisches Touristenvisum aufgef√ľhrt. Dort kann das e-TV beantragt werden. In Einzelf√§llen soll es bei der Online-Bezahlung der e-TV zu Schwierigkeiten gekommen sein. Es wird deshalb empfohlen, sicherzustellen, dass die Zahlung tats√§chlich erfolgt ist. Reisende sind verpflichtet einen Ausdruck des e-TV mit sich zu f√ľhren.
Eine 24/7-Hotline f√ľr elektronische Touristenvisa ist telefonisch unter +91-11-2430 0666 oder per E-Mail √ľber indiatvoa@gov.in¬†eingerichtet.
Das e-TV wurde zus√§tzlich zu allen bereits bestehenden Visumskategorien eingef√ľhrt. Alle anderen Visa sind wie bisher bei der zust√§ndigen indischen Auslandsvertretung zu beantragen, Antragstellungen an der Grenze oder am Flughafen sind nicht m√∂glich.
Regul√§re Touristenvisa werden grunds√§tzlich mit einer G√ľltigkeitsdauer von¬†sechs Monaten ab dem Tag des Ausstellungsdatums ausgestellt, wobei in der Regel mehrmalige Einreisen m√∂glich sind (multiple entry visa).

Eine Verl√§ngerung der G√ľltigkeit des Touristenvisums nach Einreise ist nur in begr√ľndeten Ausnahme-/Notf√§llen durch das zust√§ndige √∂rtliche Foreigners‚Äô Regional Registration Office (FRRO) m√∂glich.

Bei einer beabsichtigten Gesamtaufenthaltsdauer von mehr als 6 Monaten oder sofern eine solche Auflage im indischen Visum (z. B. Arbeitsvisum) aufgef√ľhrt ist, besteht ‚Äď unabh√§ngig von der beabsichtigten Dauer des einzelnen Aufenthalts ‚Äď eine Registrierungspflicht beim √∂rtlich zust√§ndigen District Foreigners‚Äė Registration Office (FRO) bzw. beim Foreigners‚Äė Regional Registration Office (FRRO). Diese muss innerhalb von 14 Tagen nach der Ankunft wahrgenommen werden. Nichtregistrierung f√ľhrt regelm√§√üig dazu, dass der/die Betroffene am indischen Flughafen an der Ausreise gehindert wird und dann beim √∂rtlich zust√§ndigen FRRO eine gesonderte Ausreiseerlaubnis einholen muss, was zwangsl√§ufig eine mehrt√§gige Ausreiseverz√∂gerung mit sich bringt und bei geplanter Ausreise, z. B. von New Delhi, eine R√ľckreise an den letzten Aufenthaltsort erforderlich macht. Diese Formalit√§ten sind zudem sehr umst√§ndlich und f√ľhren regelm√§√üig zu substanziellen Problemen. Eine Einflussnahme der zust√§ndigen deutschen Auslandsvertretung ist in derartigen F√§llen erfahrungsgem√§√ü nicht m√∂glich. Bei Aufenthalt von mehr als 180 Tagen mit Business oder Employment Visa empfiehlt es sich, bei Abreise eine Steuerbescheinigung (Tax Clearance Certificate) mit sich zu f√ľhren, die erfahrungsgem√§√ü gelegentlich noch verlangt wird, obgleich dies nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben ist.

Auf der Website des indischen Innenministeriums sind nähere Angaben zum Thema Touristen- und Arbeitsvisa (FAQ Tourist Visa und FAQ Employment Visa) zu finden, siehe www.mha.nic.in und www.boi.gov.in.

Reisende, die nicht innerhalb der G√ľltigkeit des Visums ausreisen, m√ľssen mit einer Haftstrafe und mehrj√§hrigem Einreiseverbot rechnen.

Es kommt immer wieder vor, dass Pässe bei der Einreise von den Grenzbehörden nicht gestempelt werden. Bitte achten Sie unbedingt darauf, dass Sie einen Einreisestempel erhalten und verwahren Sie Ihren Reisepass sicher! Ohne Einreisestempel kommt es bei der Ausreise zu erheblichen Schwierigkeiten. Mehrtägige Verzögerungen durch Erwerb einer Ausreiseerlaubnis beim FRO und Ministry of Home Affairs (nur in Delhi) sind die Regel. Dies gilt auch im Fall eines Passverlustes während des Indienaufenthalts und der erforderlichen Erteilung eines Ersatzdokuments durch die zuständige deutsche Auslandsvertretung.

Immer wieder kommt es vor, dass Reisende ausgewiesen werden, weil ihre Aktivit√§ten in Indien (oft NGO-Arbeit) nach Auffassung der indischen Beh√∂rden nicht mit dem Status eines Touristenvisums vereinbar sind. Es wird empfohlen, konkret anlassbezogene Visa zu beantragen, z. B. Konferenzvisa oder Business/Employment/Entry (X) Visa f√ľr Freiwilligenarbeit.¬†

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.



Besondere Zollvorschriften

Devisen ab einem Betrag von 5000,- US-$ (bar oder Reiseschecks) sind bei der Einreise zu deklarieren. Auch andere hochwertige Gegenst√§nde (z. B. Videokameras) m√ľssen deklariert werden.
Die Einfuhr von Goldm√ľnzen und -barren sowie von Waffen ist streng verboten. Ausl√§nder indischer Abstammung (NIO) k√∂nnen bis zu 10 kg Gold einf√ľhren, H√∂he der Zollabgaben 250,- INR per Gramm. Voraussetzung ist ein Mindestaufenthalt im Ausland von sechs Monaten.
Die Ein- und Ausfuhr der indischen Währung ist verboten. Grundsätzlich ist jedoch in Indien ansässigen Personen die Ein- und Ausfuhr von max. 5000,- INR gestattet.

Die Einfuhr pornografischen Materials ist verboten.

Die Ausfuhr von gesch√ľtzten Tierh√§uten und Pflanzen ist verboten; Verst√∂√üe werden mit hohen Geld- und Haftstrafen geahndet.

Bei einem Verstoß gegen Zollvorschriften droht Verhaftung bei der Ausreise.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Der Besitz ‚Äď selbst kleinster Mengen ‚Äď Drogen ist verboten und wird mit hohen Haftstrafen geahndet. Dies gilt ebenso f√ľr die Ausfuhr von gesch√ľtzten Tierh√§uten und Pflanzen.

In den einzelnen indischen Bundesstaaten gelten unterschiedliche Vorschriften zu Alkoholkauf und -verzehr. So schwankt das Mindestalter f√ľr Alkoholverzehr z.B. zwischen 18 und 25 Jahren. Einige indische Bundesstaaten gestatten Alkohol ausschlie√ülich f√ľr medizinische Zwecke, in anderen ist eine spezielle Erlaubnis f√ľr den Kauf, Transport oder Verzehr von Alkohol erforderlich. Die Strafen bei Versto√ü gegen die jeweiligen Regelungen k√∂nnen teilweise sehr streng sein. Reisenden wird empfohlen, sich in den jeweiligen Bundesstaaten √ľber die geltenden Regelungen zu Alkoholkauf und -verzehr zu informieren.

Auch der illegale Aufenthalt in Indien ‚Äď ohne g√ľltigen Pass und /oder Aufenthaltserlaubnis, dazu z√§hlt auch die √úberschreitung des G√ľltigkeitszeitraums des Visums und die Verletzung der Registrierungspflicht (vgl. unter Einreisebestimmungen) ‚Äď kann mit langen Haftstrafen oder Geldstrafen geahndet werden. Ebenso ist der Aufenthalt ohne Genehmigung in Gebieten mit Genehmigungspflicht (protected and restricted areas) eine Straftat, die mit Haft geahndet wird. Dies gilt auch f√ľr einige touristisch interessante Gegenden u.a. in Ladakh und Sikkim oder auf den Andamanen.

Gem. ¬ß 377 des indischen Strafgesetzbuches ist homosexueller Geschlechtsverkehr strafbar (Urteil des Supreme Court vom 11.12.2013), die H√∂chststrafe betr√§gt lebenslange Freiheitsstrafe. Gleichgeschlechtliche Lebenspartner sollten in der √Ėffentlichkeit diskret und zur√ľckhaltend auftreten.¬†

Der Besitz und die Nutzung von Satellitentelefonen sind in Indien verboten und wird ebenfalls strafrechtlich geahndet. 



Medizinische Hinweise 

Aktueller medizinischer Hinweis
Zika-Virus-Infektion
Es gibt Hinweise, dass das Zika-Virus auch in Indien landesweit zirkuliert. 2016 und 2017 traten im Bundesstaat Gujarat erste Erkrankungen auf, wie die WHO im Mai 2017 bekannt gab. Gr√∂√üere Ausbr√ľche wurden nicht beobachtet. Das Infektionsrisiko ist daher f√ľr Reisende ‚Äď au√üerhalb von Ausbruchsituationen ‚Äď als gering einzusch√§tzen.
Zika-Virus-Infektionen verlaufen √§hnlich wie Dengue-Fieber. F√ľr ungeborene Kinder k√∂nnen sie aber eine besondere Gefahr darstellen. Eine Impfung, eine Chemoprophylaxe oder eine spezifische Therapie stehen absehbar nicht zur Verf√ľgung.
Auf eine ganzt√§gige konsequente Anwendung pers√∂nlicher Schutzma√ünahmen zur Vermeidung von M√ľckenstichen sollte geachtet werden, siehe auch: Schutzma√ünahmen M√ľckenstiche. Weitere Informationen zur Zika-Virus-Infektion finden Sie auf folgendem Merkblatt des Gesundheitsdienstes des Ausw√§rtigen Amts: Merkblatt Zika-Virus-Infektion

Impfschutz
Ab 1. M√§rz 2014 wird bei Einreise aus L√§ndern mit gemeldeten Polio Erkrankungen (Afghanistan, Nigeria und Pakistan; Stand 05.02.2014) und L√§ndern, in denen nachgewiesen wurde, dass dort Polioviren zirkulieren (√Ąthiopien, Kenia, Somalia und Syrien; Stand 05.02.2014) der Nachweis einer oralen Polioimpfung (fr√ľher: Schluckimpfung, heute: OPV), die nicht j√ľnger als sechs Wochen und nicht √§lter als ein Jahr sein darf, gefordert. Bei wiederholten Reisen ist die orale Polio Impfung ggf. j√§hrlich zu wiederholen. Ein Impfnachweis nach WHO-Standard ist mitzuf√ľhren.
Das indische Gesundheitsministerium f√ľhrte dazu kl√§rend aus, dass der Impfnachweis f√ľr Ausl√§nder, z. B. deutsche Staatsb√ľrger, die in den sieben polio-infizierten L√§ndern leben¬† und nach Indien reisen, nicht erforderlich ist. Genauso ist der Impfnachweis nicht erforderlich f√ľr Ausl√§nder, z. B. deutsche Staatsb√ľrger, die in Indien leben und in polio-infizierte L√§nder reisen (http://mohfw.nic.in/).

Eine g√ľltige Impfung gegen Gelbfieber wird nur f√ľr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (siehe www.who.int). Impfzeugnisse, die eine Impfung in den letzten zehn Jahren vor der Einreise bescheinigen, werden anerkannt. Bei direkter Einreise aus z. B. Deutschland besteht keine Impfnotwendigkeit gegen Gelbfieber.

Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gem√§√ü aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene (siehe www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls zu vervollst√§ndigen.¬†Dazu geh√∂ren auch f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderl√§hmung), ggf. auch Masern, Mumps, R√∂teln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis ACWY und Japanische Encephalitis empfohlen.   

Durchfall- und Darmerkrankungen
Durchfallerkrankungen sind √ľberall im Land ganzj√§hrig h√§ufig. Leitungswasser hat auch in St√§dten oft keine Trinkwasserqualit√§t. Es wird empfohlen, nur originalverpackte Getr√§nke in Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss antibakteriell zu filtern oder zu kochen. F√ľr das Waschen von Obst und Gem√ľse oder zum Z√§hneputzen sollte ebenfalls nur Trinkwasser verwendet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart sein.

Das Infektionsrisiko f√ľr Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Am√∂ben, Lamblien und Wurmerkrankungen, Hepatitis A und E besteht landesweit. Allgemeine Hygienema√ünahmen wie regelm√§√üiges H√§ndewaschen oder H√§ndedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln k√∂nnen die Gefahr einer Infektion vermindern.

Cholera
Cholera tritt in Indien immer wieder auf, ist in aller Regel und bei Beachtung der √ľblichen Hygieneregeln aber f√ľr Touristen keine Bedrohung. Eine Impfung gegen Cholera steht zur Verf√ľgung, wird aber nicht generell empfohlen.

Malaria
Die √úbertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles- M√ľcken. Unbehandelt verl√§uft insbesondere die gef√§hrliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen Europ√§ern h√§ufig t√∂dlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen nach dem Aufenthalt in Endemiegebieten ausbrechen. Die Beschwerden bei einer Malaria (Fieber, Sch√ľttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, u. a.) sind meist uncharakteristisch und von einer Grippe oder einer √§hnlichen Erkrankung nicht zu unterscheiden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung kann auch die Malaria tropica zuverl√§ssig behandelt werden, ohne dass es zu bleibenden Sch√§den oder Beschwerden kommt.

Au√üer in H√∂henlagen √ľber ca. 1500 Meter besteht in Indien ganzj√§hrig ein mittleres √úbertragungsrisiko f√ľr Malariaerkrankungen mit saisonalen Schwankungen: besonders in den Monaten w√§hrend und nach der Regenzeit steigen die Fallzahlen an. In Indien sind die gro√üen St√§dte davon nicht ausgenommen. Insbesondere in Mumbai und in Delhi waren in den letzten Jahren zunehmende Malaria Erkrankungen zu verzeichnen.

Das Risiko ist im Tiefland im Nordosten und im Bundesstaat Orissa am h√∂chsten und nimmt vom Norden und den zentralen Landesteilen nach S√ľden hin ab. Dabei handelt es sich landesweit in √ľber der H√§lfte der F√§lle um die potentiell lebensbedrohliche, durch Plasmodium falciparum verursachte, Malaria tropica.¬†

Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malariaerkrankung. Ein ausreichender Schutz vor Stechm√ľcken (Expositionsprophylaxe), insbesondere w√§hrend der D√§mmerung und nachts, ist der wichtigste Schutz vor einer Malariaerkrankung.¬†
· Das Tragen langer, heller und gegen Insekten imprägnierter Bekleidung im Freien,
· Das konsequente Einreiben aller Hautflächen mit einem geeigneten Repellent und
· Das Benutzen imprägnierter Moskitonetze während der Nacht oder
¬∑¬†Der Aufenthalt in M√ľcken-gesch√ľtzten R√§umen (Fliegengitter, Klimaanlagen)vermindern das Risiko einer √úbertragung deutlich und sch√ľtzen auch vor anderen stechm√ľcken√ľbertragenen Erkrankungen wie Dengue Fieber, Chikungunya und Japanischer Enzephalitis. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird nicht generell empfohlen (www.dtg.org) und ist nur in Ausnahmef√§llen zu erw√§gen. Aufgrund des Risikos in Indien, gef√§lschte Medikamente zu erwerben, ist das Mitf√ľhren eines verschreibungspflichtigen Malariamittels zur so genannten Notfalltherapie angeraten. Die individuelle Auswahl des Medikaments und m√∂gliche Nebenwirkungen, beziehungsweise Unvertr√§glichkeiten mit anderen Medikamenten, m√ľssen entsprechend dem Reiseverlauf und pers√∂nlichen Umst√§nden mit einem Tropen- oder Reisemediziner vor Ausreise besprochen werden. Beim Auftreten von Fieber nach einem Aufenthalt in Indien ist eine umgehende Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet immer notwendig.

Dengue Fieber
Dengue Fieber wird durch tagaktive M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein Hautausschlag kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. In Einzelf√§llen k√∂nnen schwere Verl√§ufe mit ernsthaften Gesundheitssch√§den oder Todesfolge auftreten. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Dengue Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe, wie oben f√ľr Malaria beschrieben, ist die einzige m√∂gliche Schutzma√ünahme.

Dengue Fieber kommt landesweit, besonders an den K√ľsten, aber auch in St√§dten und in H√∂henlagen bis ca. 1.500 Metern vor. W√§hrend und nach dem Monsun steigen die Fallzahlen. 2015 ist der Ausbruch in der Hauptstadt New Delhi deutlich st√§rker als in den Vorjahren.

Chikungunya
Chikungunya wird durch den Stich tagaktiver M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Chikungunya Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe, wie oben f√ľr Malaria beschrieben, ist die einzige m√∂gliche Schutzma√ünahme. Chikungunya kommt zunehmend w√§hrend und unmittelbar nach der Regenzeit und besonders in den bev√∂lkerungsreichen K√ľstengebieten und den gro√üen Metropolen vor.

Japanische Encephalitis
Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entz√ľndung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechm√ľcken √ľbertragen. Vor allem Schweine und Wasserv√∂gel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selbst krank zu werden. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber h√§ufig schwer und hinterlassen bleibende Sch√§den oder enden t√∂dlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb sind ein sorgf√§ltiger M√ľckenschutz und gegebenenfalls eine vorbeugende Schutzimpfung besonders wichtig. Ein geringes √úbertragungsrisiko f√ľr JE besteht in Indien landesweit, besonders auf dem Land. In den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Bihar kommt es immer wieder zum geh√§uften Auftreten von Enzephalitiden und Hirnhautentz√ľndungen, deren Ursache nicht immer eindeutig gekl√§rt werden kann und die verschiedenen Erregern zugeschrieben werden. 2011 kam es auch in New Delhi zu einem kleinen Ausbruch von JE, der mit Beginn des Winters abgeflaut ist.

Grippe (Saisonale Influenza)
Die saisonalen Influenzaviren, einschlie√ülich der neuen Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe), zirkulieren in Nordindien in den Wintermonaten. Im S√ľden sind Grippeviren in deutlich geringerer H√§ufigkeit ganzj√§hrig nachweisbar. 2010/2011 und 2014/2015 kam es zu einer H√§ufung von Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe) F√§llen, vor allem in Delhi und in den Bundesstaaten Haryana, Maharashtra, Andhra Pradesh, Gujarat und Rajastan.

Tollwut
Bei der Tollwut handelt es sich um eine t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde. Affen k√∂nnen ebenfalls Tollwut √ľbertragen und sollten niemals gef√ľttert werden. Die notwendigen, medizinischen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen bei Ungeimpften sind in Indien au√üerhalb der Gro√üst√§dte, z. B. auch auf den Trekkingrouten im Norden, nicht immer m√∂glich, eine ununterbrochene K√ľhlkette der Impfstoffe ist nicht √ľberall gew√§hrleistet. Zuverl√§ssigen Schutz vor Tollwut bietet die vorbeugende Impfung. Sie ist f√ľr Indienreisende besonders wichtig.

Tuberkulose
Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich h√§ufiger als in Mitteleuropa vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger.

HIV/ AIDS/Geschlechtskrankheiten
Durch sexuelle Kontakte, bei intraven√∂sem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen) durch T√§towierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex dringend empfohlen. In Indien ist in den letzten Jahren die Zahl der Infektionen haupts√§chlich durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr sprunghaft angestiegen.

Geographisch bedingte Erkrankungen
Nordindien ist ein beliebtes Reiseziel f√ľr Trekkingtouristen, die in gro√üe H√∂hen aufsteigen. Oft reicht die Zeit nicht f√ľr eine stufenweise H√∂henanpassung. Verschiedene Formen von akuter H√∂henkrankheit sind m√∂glich.

H√∂henkrankheit tritt besonders bei raschem Aufstieg auf √ľber 2.300 m auf. Sie kann zu potentiell sehr gef√§hrlichen Funktionsst√∂rung von Lunge und Gehirn f√ľhren. Erkranken k√∂nnen auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, selbst wenn sie fr√ľher gro√üe H√∂hen und rasche Aufstiege ohne Probleme bew√§ltigt haben. Todesf√§lle sind m√∂glich.

Beschwerden, die auf eine beginnende H√∂henkrankheit hinweisen k√∂nnen, sind: Kopfschmerzen, M√ľdigkeit, Desinteresse und Leistungsabfall. In diesem Fall ist Rast und Ruhe bis zur Beschwerdefreiheit geboten, ein weiterer Aufstieg verbietet sich. Treten u. a. Schlaflosigkeit, Sehst√∂rungen, Schwindel, Gangunsicherheit, Atemnot oder Erbrechen auf, sollte unverz√ľglich mit dem Abstieg begonnen werden ‚Äď nie alleine, sondern immer in Begleitung. Das ist auch dann der Fall, wenn Fr√ľhsymptome innerhalb von 24-36 Stunden nicht vollst√§ndig verschwinden.

Vor Reisen in gro√üe H√∂hen (√ľber 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endg√ľltigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen h√∂henmedizinisch erfahrenen Arzt, der vielleicht auch ein Medikament zur Vorbeugung verordnet. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergerisiko (z. B. eine Hubschrauber-Evakuierung) mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme K√§lte und unwegsames oder unbekanntes Gel√§nde bergen weitere Risiken f√ľr den Reisenden in gro√üer H√∂he. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschl√§ge kann es an gef√§hrdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Bergh√§ngen kommen.

F√ľr die Hubschrauberrettung aus Bergnot gibt es in Indien nach Kenntnis der deutschen Botschaft keine zivilen Luftrettungsunternehmen, sondern lediglich die M√∂glichkeit einer Evakuierung durch das indische Milit√§r, die sich sehr b√ľrokratisch und zeitaufw√§ndig gestaltet. Die Alarmierung kann je nach Unfallort oft nur sehr verz√∂gert erfolgen, die Benutzung von Satellitentelefonen ist in Indien strikt verboten. Es k√∂nnen trotz gro√üem Zeitdruck aufgrund einzuholender Genehmigungen diverser staatlicher Stellen vor allem am Wochenende mitunter mehrere Tage vergehen, bis ein Suchtrupp oder ein Helikopter dann einsatzbereit sind. Witterungsbedingt sind die Flugger√§te nicht immer einsatzbereit und k√∂nnen meist nur in einem sehr engen Zeitfenster fr√ľhmorgens starten. Die Kosten√ľbernahme einer Rettung muss in jedem Fall vor dem Start der Rettungsaktion gekl√§rt sein und ist in der Regel zun√§chst vom Verungl√ľckten selbst zu tragen. Eine individuell angepasste Reiseapotheke ist nach R√ľcksprache mit einem Reisemediziner beim Trekking immer mitzuf√ľhren.

Im S√ľden des Landes ist die Sonneneinstrahlung wegen der √Ąquatorn√§he besonders intensiv. ¬†Unangenehme und langfristig gef√§hrliche Sonnenbr√§nde sind h√§ufig. Auf einen guten Sonnenschutz und eine ausreichende Fl√ľssigkeitsaufnahme muss insbesondere bei Kindern und √§lteren Personen geachtet werden.

Gef√§hrliche Str√∂mungen f√ľhren an den K√ľsten immer wieder zu Badeunf√§llen. Warnungen an den Str√§nden sind unbedingt zu beachten. Kinder sollten an Str√§nden niemals unbeaufsichtigt spielen. Durch Tierkot verunreinigte Str√§nde bergen ein Infektionsrisiko f√ľr parasit√§re Hauterkrankungen (Larva migrans cutanea).

Weitere Gesundheitsgefahren
Technische √úberwachungen der Fahrzeuge, wie in Mitteleuropa √ľblich, werden in Indien nicht durchgef√ľhrt. Verkehrsregeln werden von der gro√üen Mehrheit der Fahrer missachtet. Schwere Verkehrsunf√§lle sind insbesondere bei √úberlandfahrten h√§ufig. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notf√§llen oder Unf√§llen, kann in weiten Landesteilen nicht gew√§hrleistet werden, ein zuverl√§ssig funktionierendes Rettungswesen ist auch in den St√§dten nicht √ľberall existent. Gehwege existieren h√§ufig nicht ¬†oder bergen erhebliche Unfallgefahren wie unerwartete Stolperfallen oder nicht gesicherte oder gekennzeichnete Baugruben.

Die Luftverschmutzung in den St√§dten hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. In Delhi und Kalkutta kommt es in den Wintermonaten au√üerdem zu einer hohen Belastung der Luft durch Verbrennungsr√ľckst√§nde und Qualm. Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD k√∂nnen sich dadurch erheblich verschlechtern.¬†

√úber die aktuellen Luftwerte kann man sich im Internet bzw. mittels Smartphone Apps informieren, bspw. auf http://ift.tt/2q9Zceo (Auflistung verschiedene Luftwerte Mess-Stationen in Indien) oder http://ift.tt/1vf5zNB (Mess-Stationen der Landesregierung von Delhi).

Patienten mit psychischen Erkrankungen wird dringend geraten, ihre Medikamente vor und w√§hrend einer Indienreise nicht abzusetzen. Eine psychiatrische und deutschsprachige Versorgung wie im Heimatland kann meist nicht gew√§hrleistet werden. Zudem versichern viele Reisekrankenversicherungen medizinische Leistungen bei psychischen Erkrankungen nicht! In solchen F√§llen ist oft auch ein spontaner Heimflug ausgeschlossen, da zahlreiche kommerzielle Fluglinien die Mitnahme labiler Patienten mit psychischen Erkrankungen ohne psychiatrische Begleitung ablehnen. Bitte besprechen Sie ggf. Ihre Reisepl√§ne ausf√ľhrlich mit ihrem behandelnden Arzt.

Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend und entspricht medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch meist nicht europ√§ischem Standard. Sprachbarrieren k√∂nnen gerade auf dem Land die Kommunikation erheblich erschweren. In den gro√üen St√§dten ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem hohen und sehr hohen Niveau und damit auch deutlich teurer. Zahlreiche Patienten aus der ganzen Welt kommen zu planbaren Behandlungen und Operationen ins Land. Bei schweren Erkrankungen muss deshalb ggf. eine medizinische Evakuierung in eine der gro√üen urbanen Kliniken erwogen werden. Dort ist es √ľblich, vor Behandlungsbeginn eine erhebliche Anzahlung zu leisten, was das Budget eines Reisenden bei schweren Erkrankungen und intensivpflichtigen Behandlungen oft sprengt. Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner pers√∂nlich¬† beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe Kontaktadressen z.B.: http://www.dtg.org/ oder http://www.frm-web.de/). Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Indien bewusst sein.

Die Versorgung mit zuverl√§ssigen Medikamenten und eine ununterbrochene K√ľhlkette sind nicht √ľberall gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch gef√§lschte Produkte statt richtiger Medikamente verkauft werden. Reisende sollten regelm√§√üig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Indien mitbringen und sich f√ľr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Apotheken der gro√üen Privatkliniken bieten ein breites Spektrum zuverl√§ssiger Medikamente an. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegen√ľber h√§ufig eingesetzten Antibiotika auf.

Die deutsche Botschaft in Neu Delhi und die Generalkonsulate in Bangalore, Chennai, Kalkutta und Mumbai verf√ľgen f√ľr den Notfall √ľber eine Adressenliste von √Ąrzten und Krankenh√§usern in der jeweiligen Stadt.

Bitte beachten Sie neben unseren generellen Haftungsausschluss den folgenden Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

Stand 02.10.2017

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2x9GWZM

Wok ’n‘ Roll

Vier B√ľcher √ľbers Reisen und Kochen f√ľhren nach Indien, auf europ√§ische M√§rkte, auf Radwege zwischen London und Kapstadt und an die Seidenstra√üe.

from Reise ‚Äď SZ.de mehr auf http://ift.tt/2frBkPf

Indien

Indien: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 01.09.2017
(Unver√§ndert g√ľltig seit: 01.09.2017)

Letzte √Ąnderungen:
Aktuelle Hinweise

Aktuelle Hinweise

Westbengalen
In der Region um Darjeeling im Bundesstaat Westbengalen haben j√ľngst Auseinandersetzungen mit separatistischen Gruppen (Angeh√∂rige der ethnischen Gorkha) zu gewaltt√§tigen Demonstrationen und Einschr√§nkungen des √∂ffentlichen Lebens gef√ľhrt.

Landesteil Kaschmir
Seit mehreren Monaten kommt es in Kaschmir bei Demonstrationen und Generalstreiks immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Teilweise wurden Ausgangssperren verhängt.
Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen in den Landesteil Kaschmir, einschließlich Srinagar, wird abgeraten.

Reisenden nach Darjeeling, Kalimpong und Umgebung sowie nach Kaschmir wird empfohlen, sich von Menschenansammlungen fernzuhalten, besondere Vorsicht walten zu lassen und sich unmittelbar vor und w√§hrend der Reise laufend √ľber die aktuelle Lage zu informieren und Hinweisen lokaler Beh√∂rden, auch bei Stra√üensperren, Folge zu leisten.

 



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Terrorismus
Die Sicherheitslage in Indien bleibt vor dem Hintergrund zahlreicher schwerer Terroranschläge in den letzten Jahren angespannt. Angesichts der terroristischen Gefahren wird landesweit zu besonderer Wachsamkeit geraten, insbesondere beim Besuch von Märkten und öffentlichen Plätzen, bei großen Menschenansammlungen sowie in der Nähe von Regierungsgebäuden und nationalen Wahrzeichen. Dies gilt insbesondere im zeitlichen Umfeld staatlicher und religiöser Feiertage sowie von Großereignissen. Es muss davon ausgegangen werden, dass insbesondere New Delhi und andere Metropolen des Landes im Fokus terroristischer Aktivitäten stehen. Die Anschläge der letzten Jahre bestätigen die Tendenz, dass auch touristisch frequentierte Orte zunehmend ins Visier der Terroristen geraten.

Allgemeine Kriminalität
Das Risiko, dem ausl√§ndische Reisende durch Gewaltkriminalit√§t ausgesetzt sind, ist in den touristisch erschlossenen Gebieten Indiens eher gering. Reisende sollten sich dennoch stets von Vorsicht leiten lassen. Situationsangemessenes und kulturbewusstes Verhalten empfiehlt sich vor dem Hintergrund der Berichte √ľber sexuelle √úbergriffe vor allem auch f√ľr alleinreisende Frauen.

Touristen in New Delhi und anderen indischen St√§dten werden gelegentlich von √∂rtlichen Reiseveranstaltern (vornehmlich im Stadtzentrum von New Delhi¬†‚ÄěConnaught Place‚Äú) mit aggressiven Verkaufsmethoden zum Kauf √ľberteuerter Reisen gen√∂tigt. Diese B√ľros geben sich regelm√§√üig als ‚Äěstaatlich anerkannt‚Äú aus, um besondere Qualit√§t und Reputation vorzugeben. √Ėrtliche Taxifahrer arbeiten mitunter mit diesen Veranstaltern zusammen und fahren Touristen gezielt dorthin, insbesondere direkt nach Ankunft am Flughafen in Delhi. Reisende sollten bei Reisebuchungen in indischen Reiseb√ľros besonders wachsam sein. Reisende, die in Bedr√§ngnis geraten, sollte auf unverz√ľgliche Kontaktaufnahme mit der lokalen Polizei (in Delhi die spezielle 24 Stunden operierende ‚ÄěTourist Police‚Äú, Notruf 100) bestehen.

Es wird darauf hingewiesen, dass¬†Touristen ‚Äď besonders in Rajasthan und Goa ‚Äď wiederholt Opfer¬†gut organisierter Trickbetr√ľger geworden sind, u. a. √ľber das Angebot lukrativer Juwelengesch√§fte.

Bundesstaat Jammu und Kaschmir (siehe auch aktuelle Hinweise)
Seit September 2016 kommt es wieder verst√§rkt zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen indischen und pakistanischen Truppen wie auch mit verschiedenen Separatistengruppen entlang der internationalen Grenze und der Waffenstillstandslinie (LoC) in Jammu und Kaschmir. Es wird empfohlen, vor Reisen in die Region aktuelle Informationen √ľber die Sicherheitslage einzuholen und den Anweisungen der lokalen Beh√∂rden Folge zu leisten.

Unbedingt erforderliche Reisen nach Srinagar sollten auf dem Luftweg erfolgen. Wegen der Gefahr terroristischer Gewalttaten und unvorhersehbaren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei bzw. Armee wird jedoch stets zu besonderer Vorsicht geraten. Unmittelbar vor und w√§hrend der Reise in den Landesteil Kaschmir sollten aktuelle Informationen √ľber die Sicherheits- und Infrastrukturlage eingeholt werden.¬†¬†

Der Kaschmirkonflikt hat in den vergangenen Jahrzehnten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskr√§ften und zu zahlreichen Bombenanschl√§gen mit vielen Todesopfern gef√ľhrt. Gegen Ausl√§nder gerichtete Einzelaktionen (auch Entf√ľhrungen) k√∂nnen in der gesamten Region nicht ausgeschlossen werden.

Landesteil Jammu
In Jammu ist die Sicherheitslage grundsätzlich stabil. Allerdings kann es auch hier zu unvorhersehbaren gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften kommen, sodass unmittelbar vor einer Reise nach Jammu aktuelle Informationen eingeholt und vor Ort größere Menschenansammlungen vermieden werden sollten.

Landesteil Ladakh
Trekkern wird dringend geraten, sich hinsichtlich der Auswahl der Trekkingrouten vor Ort von vertrauensw√ľrdigen und ortskundigen F√ľhrern beraten zu lassen. Generell wird dringend abgeraten, allein oder mit einem nicht ausgewiesenen F√ľhrer durch diese Gegenden zu trekken, per Autostopp zu reisen oder an einsamen Pl√§tzen zu zelten.
Wegen erheblicher Sicherheitsrisiken sollten in Ladakh die Grenzgebiete gemieden werden. In diesem Zusammenhang wird auf die Genehmigungspflicht von Reisen in grenznahe Gebiete durch die indischen Behörden verwiesen.

Nordosten
In den nord√∂stlichen¬† Bundesstaaten¬† Indiens ‚Äď (Arunachal Pradesh, Assam, Nagaland, Manipur, Meghalaya, Mizoram und Tripura) ‚Äst sind in einigen Regionen noch militante politische Gruppen und auch kriminelle Banden aktiv. Touristen sind zumindest bisher nicht Ziel¬†von Anschl√§gen und Entf√ľhrungen, k√∂nnen aber dennoch leicht in Gefahr geraten.

Bei Reisen in den Nordosten Indiens sollten sich Reisende daher auf sicherheitsbewusste, zuverl√§ssige lokale Partner (Reiseveranstalter, Hotels/Ressorts, Gesch√§ftspartner) verlassen und sich situationsgerecht verhalten. F√ľr einige Gebiete sind zus√§tzlich zum Visum Einreisegenehmigungen erforderlich. Es wird empfohlen, zur aktuellen Sicherheitslage und zu eventuellen besonderen Genehmigungserfordernissen kurz vor einer Reise in den Nordosten Indiens aktuelle Informationen, z. B. von lokalen Reiseveranstaltern, einzuholen.

Andere Regionen
Die Bundesstaaten Bihar, Jharkand, Chhattisgarh, der √§u√üerste S√ľdwesten von Orissa, der √§u√üerste Norden von Andhra Pradesh und der √§u√üerste Osten von Maharashtra verzeichnen ‚Äď insbesondere in l√§ndlichen Gebieten ‚Äď bewaffnete Aktivit√§ten einer militant-sozialrevolution√§ren maoistischen Bewegung, die in einzelnen Distrikten bis hin zur Aus√ľbung quasistaatlicher Gewalt gehen. Die Aktivit√§ten richteten sich bislang nicht gegen Ausl√§nder, in 2012 ist es jedoch zu einem Entf√ľhrungsfall gekommen. Auch Sabotageakte und Anschl√§ge auf das √∂ffentliche Eisenbahnnetz wurden in der Vergangenheit ver√ľbt. Generell wird dringend geraten, vor Reisen in die genannten Gebiete Informationen √ľber die Sicherheitslage einzuholen und touristische Aktivit√§ten nicht ohne ortskundige einheimische Begleitung durchzuf√ľhren.

Besondere Reisegenehmigungen werden u. a. f√ľr Teile von Sikkim, Arunachal Pradesh und f√ľr die Lakkadiven (Lakshadweep Islands) ben√∂tigt. Die Genehmigungen m√ľssen in Indien vor der Einreise in die genannten Staaten eingeholt werden. Die Genehmigungspflicht f√ľr Reisen nach Nagaland, Mizoram und die Andamanen wurde aufgehoben. Eine Registrierung nach Ankunft ist erforderlich. Die Inselgruppe der Nicobaren (Nicobar Islands) ist nach wie vor f√ľr Touristen nicht zug√§nglich. Informationen zu Reisegenehmigungen k√∂nnen bei den indischen Auslandsvertretungen in Deutschland eingeholt werden.

Naturkatastrophen
W√§hrend der Haupt-Monsunzeit (Juli bis September) l√∂sen starke Regenf√§lle besonders in den gebirgigen Teilen des Landes immer wieder √úberschwemmungen und Erdrutsche aus. Dadurch k√∂nnen Stra√üen zeitweise unpassierbar, Zugverbindungen unterbrochen oder einzelne Orte vor√ľbergehend nicht mehr zug√§nglich sein. Aktuelle amtliche Wetterwarnungen enth√§lt die Webseite des ¬†indischen meteorologischen Departments.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Die Lekt√ľre einschl√§giger Reisef√ľhrer mit spezifischen Verhaltensempfehlungen und der Sicherheitshinweise des Ausw√§rtigen Amts zu m√∂glichen Risiken f√ľr Reisende wird empfohlen.

Reisenden wird au√üerdem empfohlen, Kreditkarten mit sich zu f√ľhren, da es besonders in l√§ndlichen Bereichen zu Problemen bei der Bargeldversorgung kommen kann.

Es wird darauf hingewiesen, dass in Indien keine professionelle, private Infrastruktur f√ľr Nothilfe ‚Äď insbesondere f√ľr Such- und Bergungsaktionen bei Unf√§llen im Hochgebirge ‚Äď zur Verf√ľgung steht. Hilfsma√ünahmen m√ľssen b√ľrokratisch und zeitintensiv √ľber das Au√üenministerium und die milit√§rischen Einrichtungen eingeleitet werden.¬†

Leihmutterschaft
Wer erw√§gt, in Indien ein Kind durch eine Leihmutter austragen zu lassen, sollte folgende Hinweise beachten: Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Ein von einer verheirateten indischen Leihmutter geborenes biologisches Kind eines deutschen Staatsangeh√∂rigen hat keinen Anspruch auf einen deutschen Reisepass. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden (Aktenzeichen VG 23 L 79.11). Indien erteilt zudem keine Visa mehr an Ausl√§nder, die zur Durchf√ľhrung einer Leihmutterschaft einreisen wollen. Weitere Informationen sind in den¬†FAQ zur Leihmutterschaft zu finden.¬†



Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige

Reisedokumente
Die Einreise ist f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige mit folgenden Dokumenten m√∂glich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen: ‚Äď

Visum
Deutsche Staatsangeh√∂rige ben√∂tigen f√ľr die Einreise nach Indien grunds√§tzlich ein Visum. Inhaber deutscher Reisep√§sse k√∂nnen unter bestimmten Voraussetzungen ein elektronisches Touristenvisum (e-Tourist Visa ‚Äď e-TV) erhalten. Das e-TV muss bis sp√§testens vier Tage vor dem geplanten Einreisedatum beantragt werden und berechtigt in den meisten F√§llen zur zweimaligen Einreise f√ľr einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen.
Auf der Homepage indianvisaonline sind die Voraussetzungen f√ľr ein elektronisches Touristenvisum aufgef√ľhrt. Dort kann das e-TV beantragt werden. In Einzelf√§llen soll es bei der Online-Bezahlung der e-TV zu Schwierigkeiten gekommen sein. Es wird deshalb empfohlen, sicherzustellen, dass die Zahlung tats√§chlich erfolgt ist. Reisende sind verpflichtet einen Ausdruck des e-TV mit sich zu f√ľhren.
Eine 24/7-Hotline f√ľr elektronische Touristenvisa ist telefonisch unter +91-11-2430 0666 oder per E-Mail √ľber indiatvoa@gov.in¬†eingerichtet.
Das e-TV wurde zus√§tzlich zu allen bereits bestehenden Visumskategorien eingef√ľhrt. Alle anderen Visa sind wie bisher bei der zust√§ndigen indischen Auslandsvertretung zu beantragen, Antragstellungen an der Grenze oder am Flughafen sind nicht m√∂glich.
Regul√§re Touristenvisa werden grunds√§tzlich mit einer G√ľltigkeitsdauer von¬†sechs Monaten ab dem Tag des Ausstellungsdatums ausgestellt, wobei in der Regel mehrmalige Einreisen m√∂glich sind (multiple entry visa).

Eine Verl√§ngerung der G√ľltigkeit des Touristenvisums nach Einreise ist nur in begr√ľndeten Ausnahme-/Notf√§llen durch das zust√§ndige √∂rtliche Foreigners‚Äô Regional Registration Office (FRRO) m√∂glich.

Bei einer beabsichtigten Gesamtaufenthaltsdauer von mehr als 6 Monaten oder sofern eine solche Auflage im indischen Visum (z. B. Arbeitsvisum) aufgef√ľhrt ist, besteht ‚Äď unabh√§ngig von der beabsichtigten Dauer des einzelnen Aufenthalts ‚Äď eine Registrierungspflicht beim √∂rtlich zust√§ndigen District Foreigners‚Äė Registration Office (FRO) bzw. beim Foreigners‚Äė Regional Registration Office (FRRO). Diese muss innerhalb von 14 Tagen nach der Ankunft wahrgenommen werden. Nichtregistrierung f√ľhrt regelm√§√üig dazu, dass der/die Betroffene am indischen Flughafen an der Ausreise gehindert wird und dann beim √∂rtlich zust√§ndigen FRRO eine gesonderte Ausreiseerlaubnis einholen muss, was zwangsl√§ufig eine mehrt√§gige Ausreiseverz√∂gerung mit sich bringt und bei geplanter Ausreise, z. B. von New Delhi, eine R√ľckreise an den letzten Aufenthaltsort erforderlich macht. Diese Formalit√§ten sind zudem sehr umst√§ndlich und f√ľhren regelm√§√üig zu substanziellen Problemen. Eine Einflussnahme der zust√§ndigen deutschen Auslandsvertretung ist in derartigen F√§llen erfahrungsgem√§√ü nicht m√∂glich. Bei Aufenthalt von mehr als 180 Tagen mit Business oder Employment Visa empfiehlt es sich, bei Abreise eine Steuerbescheinigung (Tax Clearance Certificate) mit sich zu f√ľhren, die erfahrungsgem√§√ü gelegentlich noch verlangt wird, obgleich dies nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben ist.

Auf der Website des indischen Innenministeriums sind nähere Angaben zum Thema Touristen- und Arbeitsvisa (FAQ Tourist Visa und FAQ Employment Visa) zu finden, siehe www.mha.nic.in und www.boi.gov.in.

Reisende, die nicht innerhalb der G√ľltigkeit des Visums ausreisen, m√ľssen mit einer Haftstrafe und mehrj√§hrigem Einreiseverbot rechnen.

Es kommt immer wieder vor, dass Pässe bei der Einreise von den Grenzbehörden nicht gestempelt werden. Bitte achten Sie unbedingt darauf, dass Sie einen Einreisestempel erhalten und verwahren Sie Ihren Reisepass sicher! Ohne Einreisestempel kommt es bei der Ausreise zu erheblichen Schwierigkeiten. Mehrtägige Verzögerungen durch Erwerb einer Ausreiseerlaubnis beim FRO und Ministry of Home Affairs (nur in Delhi) sind die Regel. Dies gilt auch im Fall eines Passverlustes während des Indienaufenthalts und der erforderlichen Erteilung eines Ersatzdokuments durch die zuständige deutsche Auslandsvertretung.

Immer wieder kommt es vor, dass Reisende ausgewiesen werden, weil ihre Aktivit√§ten in Indien (oft NGO-Arbeit) nach Auffassung der indischen Beh√∂rden nicht mit dem Status eines Touristenvisums vereinbar sind. Es wird empfohlen, konkret anlassbezogene Visa zu beantragen, z. B. Konferenzvisa oder Business/Employment/Entry (X) Visa f√ľr Freiwilligenarbeit.¬†

Einreisebestimmungen f√ľr deutsche Staatsangeh√∂rige k√∂nnen sich kurzfristig √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder √ľber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.



Besondere Zollvorschriften

Devisen ab einem Betrag von 5000,- US-$ (bar oder Reiseschecks) sind bei der Einreise zu deklarieren. Auch andere hochwertige Gegenst√§nde (z. B. Videokameras) m√ľssen deklariert werden.
Die Einfuhr von Goldm√ľnzen und -barren sowie von Waffen ist streng verboten. Ausl√§nder indischer Abstammung (NIO) k√∂nnen bis zu 10 kg Gold einf√ľhren, H√∂he der Zollabgaben 250,- INR per Gramm. Voraussetzung ist ein Mindestaufenthalt im Ausland von sechs Monaten.
Die Ein- und Ausfuhr der indischen Währung ist verboten. Grundsätzlich ist jedoch in Indien ansässigen Personen die Ein- und Ausfuhr von max. 5000,- INR gestattet.

Die Einfuhr pornografischen Materials ist verboten.

Die Ausfuhr von gesch√ľtzten Tierh√§uten und Pflanzen ist verboten; Verst√∂√üe werden mit hohen Geld- und Haftstrafen geahndet.

Bei einem Verstoß gegen Zollvorschriften droht Verhaftung bei der Ausreise.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen f√ľr Deutschland k√∂nnen Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Der Besitz ‚Äď selbst kleinster Mengen ‚Äď Drogen ist verboten und wird mit hohen Haftstrafen geahndet. Dies gilt ebenso f√ľr die Ausfuhr von gesch√ľtzten Tierh√§uten und Pflanzen.

In den einzelnen indischen Bundesstaaten gelten unterschiedliche Vorschriften zu Alkoholkauf und -verzehr. So schwankt das Mindestalter f√ľr Alkoholverzehr z.B. zwischen 18 und 25 Jahren. Einige indische Bundesstaaten gestatten Alkohol ausschlie√ülich f√ľr medizinische Zwecke, in anderen ist eine spezielle Erlaubnis f√ľr den Kauf, Transport oder Verzehr von Alkohol erforderlich. Die Strafen bei Versto√ü gegen die jeweiligen Regelungen k√∂nnen teilweise sehr streng sein. Reisenden wird empfohlen, sich in den jeweiligen Bundesstaaten √ľber die geltenden Regelungen zu Alkoholkauf und -verzehr zu informieren.

Auch der illegale Aufenthalt in Indien ‚Äď ohne g√ľltigen Pass und /oder Aufenthaltserlaubnis, dazu z√§hlt auch die √úberschreitung des G√ľltigkeitszeitraums des Visums und die Verletzung der Registrierungspflicht (vgl. unter Einreisebestimmungen) ‚Äď kann mit langen Haftstrafen oder Geldstrafen geahndet werden. Ebenso ist der Aufenthalt ohne Genehmigung in Gebieten mit Genehmigungspflicht (protected and restricted areas) eine Straftat, die mit Haft geahndet wird. Dies gilt auch f√ľr einige touristisch interessante Gegenden u.a. in Ladakh und Sikkim oder auf den Andamanen.

Gem. ¬ß 377 des indischen Strafgesetzbuches ist homosexueller Geschlechtsverkehr strafbar (Urteil des Supreme Court vom 11.12.2013), die H√∂chststrafe betr√§gt lebenslange Freiheitsstrafe. Gleichgeschlechtliche Lebenspartner sollten in der √Ėffentlichkeit diskret und zur√ľckhaltend auftreten.¬†

Der Besitz und die Nutzung von Satellitentelefonen sind in Indien verboten und wird ebenfalls strafrechtlich geahndet. 



Medizinische Hinweise 

Aktueller medizinischer Hinweis
Zika-Virus-Infektion
Es gibt Hinweise, dass das Zika-Virus auch in Indien landesweit zirkuliert. 2016 und 2017 traten im Bundesstaat Gujarat erste Erkrankungen auf, wie die WHO im Mai 2017 bekannt gab. Gr√∂√üere Ausbr√ľche wurden nicht beobachtet. Das Infektionsrisiko ist daher f√ľr Reisende ‚Äď au√üerhalb von Ausbruchsituationen ‚Äď als gering einzusch√§tzen.
Zika-Virus-Infektionen verlaufen √§hnlich wie Dengue-Fieber. F√ľr ungeborene Kinder k√∂nnen sie aber eine besondere Gefahr darstellen. Eine Impfung, eine Chemoprophylaxe oder eine spezifische Therapie stehen absehbar nicht zur Verf√ľgung.
Auf eine ganzt√§gige konsequente Anwendung pers√∂nlicher Schutzma√ünahmen zur Vermeidung von M√ľckenstichen sollte geachtet werden, siehe auch: Schutzma√ünahmen M√ľckenstiche. Weitere Informationen zur Zika-Virus-Infektion finden Sie auf folgendem Merkblatt des Gesundheitsdienstes des Ausw√§rtigen Amts: Merkblatt Zika-Virus-Infektion

Impfschutz
Ab 1. M√§rz 2014 wird bei Einreise aus L√§ndern mit gemeldeten Polio Erkrankungen (Afghanistan, Nigeria und Pakistan; Stand 05.02.2014) und L√§ndern, in denen nachgewiesen wurde, dass dort Polioviren zirkulieren (√Ąthiopien, Kenia, Somalia und Syrien; Stand 05.02.2014) der Nachweis einer oralen Polioimpfung (fr√ľher: Schluckimpfung, heute: OPV), die nicht j√ľnger als sechs Wochen und nicht √§lter als ein Jahr sein darf, gefordert. Bei wiederholten Reisen ist die orale Polio Impfung ggf. j√§hrlich zu wiederholen. Ein Impfnachweis nach WHO-Standard ist mitzuf√ľhren.
Das indische Gesundheitsministerium f√ľhrte dazu kl√§rend aus, dass der Impfnachweis f√ľr Ausl√§nder, z. B. deutsche Staatsb√ľrger, die in den sieben polio-infizierten L√§ndern leben¬† und nach Indien reisen, nicht erforderlich ist. Genauso ist der Impfnachweis nicht erforderlich f√ľr Ausl√§nder, z. B. deutsche Staatsb√ľrger, die in Indien leben und in polio-infizierte L√§nder reisen (http://mohfw.nic.in/).

Eine g√ľltige Impfung gegen Gelbfieber wird nur f√ľr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (siehe www.who.int). Impfzeugnisse, die eine Impfung in den letzten zehn Jahren vor der Einreise bescheinigen, werden anerkannt. Bei direkter Einreise aus z. B. Deutschland besteht keine Impfnotwendigkeit gegen Gelbfieber.

Das Ausw√§rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gem√§√ü aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes f√ľr Kinder und Erwachsene (siehe www.rki.de) anl√§sslich einer Reise zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls zu vervollst√§ndigen.¬†Dazu geh√∂ren auch f√ľr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderl√§hmung), ggf. auch Masern, Mumps, R√∂teln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis ACWY und Japanische Encephalitis empfohlen.   

Durchfall- und Darmerkrankungen
Durchfallerkrankungen sind √ľberall im Land ganzj√§hrig h√§ufig. Leitungswasser hat auch in St√§dten oft keine Trinkwasserqualit√§t. Es wird empfohlen, nur originalverpackte Getr√§nke in Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss antibakteriell zu filtern oder zu kochen. F√ľr das Waschen von Obst und Gem√ľse oder zum Z√§hneputzen sollte ebenfalls nur Trinkwasser verwendet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart sein.

Das Infektionsrisiko f√ľr Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Am√∂ben, Lamblien und Wurmerkrankungen, Hepatitis A und E besteht landesweit. Allgemeine Hygienema√ünahmen wie regelm√§√üiges H√§ndewaschen oder H√§ndedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln k√∂nnen die Gefahr einer Infektion vermindern.

Cholera
Cholera tritt in Indien immer wieder auf, ist in aller Regel und bei Beachtung der √ľblichen Hygieneregeln aber f√ľr Touristen keine Bedrohung. Eine Impfung gegen Cholera steht zur Verf√ľgung, wird aber nicht generell empfohlen.

Malaria
Die √úbertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles- M√ľcken. Unbehandelt verl√§uft insbesondere die gef√§hrliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen Europ√§ern h√§ufig t√∂dlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen nach dem Aufenthalt in Endemiegebieten ausbrechen. Die Beschwerden bei einer Malaria (Fieber, Sch√ľttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, u. a.) sind meist uncharakteristisch und von einer Grippe oder einer √§hnlichen Erkrankung nicht zu unterscheiden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung kann auch die Malaria tropica zuverl√§ssig behandelt werden, ohne dass es zu bleibenden Sch√§den oder Beschwerden kommt.

Au√üer in H√∂henlagen √ľber ca. 1500 Meter besteht in Indien ganzj√§hrig ein mittleres √úbertragungsrisiko f√ľr Malariaerkrankungen mit saisonalen Schwankungen: besonders in den Monaten w√§hrend und nach der Regenzeit steigen die Fallzahlen an. In Indien sind die gro√üen St√§dte davon nicht ausgenommen. Insbesondere in Mumbai und in Delhi waren in den letzten Jahren zunehmende Malaria Erkrankungen zu verzeichnen.

Das Risiko ist im Tiefland im Nordosten und im Bundesstaat Orissa am h√∂chsten und nimmt vom Norden und den zentralen Landesteilen nach S√ľden hin ab. Dabei handelt es sich landesweit in √ľber der H√§lfte der F√§lle um die potentiell lebensbedrohliche, durch Plasmodium falciparum verursachte, Malaria tropica.¬†

Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malariaerkrankung. Ein ausreichender Schutz vor Stechm√ľcken (Expositionsprophylaxe), insbesondere w√§hrend der D√§mmerung und nachts, ist der wichtigste Schutz vor einer Malariaerkrankung.¬†
· Das Tragen langer, heller und gegen Insekten imprägnierter Bekleidung im Freien,
· Das konsequente Einreiben aller Hautflächen mit einem geeigneten Repellent und
· Das Benutzen imprägnierter Moskitonetze während der Nacht oder
¬∑¬†Der Aufenthalt in M√ľcken-gesch√ľtzten R√§umen (Fliegengitter, Klimaanlagen)vermindern das Risiko einer √úbertragung deutlich und sch√ľtzen auch vor anderen stechm√ľcken√ľbertragenen Erkrankungen wie Dengue Fieber, Chikungunya und Japanischer Enzephalitis. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird nicht generell empfohlen (www.dtg.org) und ist nur in Ausnahmef√§llen zu erw√§gen. Aufgrund des Risikos in Indien, gef√§lschte Medikamente zu erwerben, ist das Mitf√ľhren eines verschreibungspflichtigen Malariamittels zur so genannten Notfalltherapie angeraten. Die individuelle Auswahl des Medikaments und m√∂gliche Nebenwirkungen, beziehungsweise Unvertr√§glichkeiten mit anderen Medikamenten, m√ľssen entsprechend dem Reiseverlauf und pers√∂nlichen Umst√§nden mit einem Tropen- oder Reisemediziner vor Ausreise besprochen werden. Beim Auftreten von Fieber nach einem Aufenthalt in Indien ist eine umgehende Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet immer notwendig.

Dengue Fieber
Dengue Fieber wird durch tagaktive M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein Hautausschlag kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. In Einzelf√§llen k√∂nnen schwere Verl√§ufe mit ernsthaften Gesundheitssch√§den oder Todesfolge auftreten. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Dengue Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe, wie oben f√ľr Malaria beschrieben, ist die einzige m√∂gliche Schutzma√ünahme.

Dengue Fieber kommt landesweit, besonders an den K√ľsten, aber auch in St√§dten und in H√∂henlagen bis ca. 1.500 Metern vor. W√§hrend und nach dem Monsun steigen die Fallzahlen. 2015 ist der Ausbruch in der Hauptstadt New Delhi deutlich st√§rker als in den Vorjahren.

Chikungunya
Chikungunya wird durch den Stich tagaktiver M√ľcken √ľbertragen. Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen kennzeichnen den Verlauf und k√∂nnen mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Chikungunya Viren. Eine sorgf√§ltige Expositionsprophylaxe, wie oben f√ľr Malaria beschrieben, ist die einzige m√∂gliche Schutzma√ünahme. Chikungunya kommt zunehmend w√§hrend und unmittelbar nach der Regenzeit und besonders in den bev√∂lkerungsreichen K√ľstengebieten und den gro√üen Metropolen vor.

Japanische Encephalitis
Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine Entz√ľndung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven Stechm√ľcken √ľbertragen. Vor allem Schweine und Wasserv√∂gel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selbst krank zu werden. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber h√§ufig schwer und hinterlassen bleibende Sch√§den oder enden t√∂dlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb sind ein sorgf√§ltiger M√ľckenschutz und gegebenenfalls eine vorbeugende Schutzimpfung besonders wichtig. Ein geringes √úbertragungsrisiko f√ľr JE besteht in Indien landesweit, besonders auf dem Land. In den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Bihar kommt es immer wieder zum geh√§uften Auftreten von Enzephalitiden und Hirnhautentz√ľndungen, deren Ursache nicht immer eindeutig gekl√§rt werden kann und die verschiedenen Erregern zugeschrieben werden. 2011 kam es auch in New Delhi zu einem kleinen Ausbruch von JE, der mit Beginn des Winters abgeflaut ist.

Grippe (Saisonale Influenza)
Die saisonalen Influenzaviren, einschlie√ülich der neuen Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe), zirkulieren in Nordindien in den Wintermonaten. Im S√ľden sind Grippeviren in deutlich geringerer H√§ufigkeit ganzj√§hrig nachweisbar. 2010/2011 und 2014/2015 kam es zu einer H√§ufung von Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe) F√§llen, vor allem in Delhi und in den Bundesstaaten Haryana, Maharashtra, Andhra Pradesh, Gujarat und Rajastan.

Tollwut
Bei der Tollwut handelt es sich um eine t√∂dlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen √ľbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltr√∂pfchen auf den Schleimh√§uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde. Affen k√∂nnen ebenfalls Tollwut √ľbertragen und sollten niemals gef√ľttert werden. Die notwendigen, medizinischen Ma√ünahmen nach Bissverletzungen bei Ungeimpften sind in Indien au√üerhalb der Gro√üst√§dte, z. B. auch auf den Trekkingrouten im Norden, nicht immer m√∂glich, eine ununterbrochene K√ľhlkette der Impfstoffe ist nicht √ľberall gew√§hrleistet. Zuverl√§ssigen Schutz vor Tollwut bietet die vorbeugende Impfung. Sie ist f√ľr Indienreisende besonders wichtig.

Tuberkulose
Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich h√§ufiger als in Mitteleuropa vor. Die √úbertragung erfolgt von Mensch zu Mensch √ľber Tr√∂pfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgem√§√üe oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger.

HIV/ AIDS/Geschlechtskrankheiten
Durch sexuelle Kontakte, bei intraven√∂sem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder Kan√ľlen) durch T√§towierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grunds√§tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex dringend empfohlen. In Indien ist in den letzten Jahren die Zahl der Infektionen haupts√§chlich durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr sprunghaft angestiegen.

Geographisch bedingte Erkrankungen
Nordindien ist ein beliebtes Reiseziel f√ľr Trekkingtouristen, die in gro√üe H√∂hen aufsteigen. Oft reicht die Zeit nicht f√ľr eine stufenweise H√∂henanpassung. Verschiedene Formen von akuter H√∂henkrankheit sind m√∂glich.

H√∂henkrankheit tritt besonders bei raschem Aufstieg auf √ľber 2.300 m auf. Sie kann zu potentiell sehr gef√§hrlichen Funktionsst√∂rung von Lunge und Gehirn f√ľhren. Erkranken k√∂nnen auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, selbst wenn sie fr√ľher gro√üe H√∂hen und rasche Aufstiege ohne Probleme bew√§ltigt haben. Todesf√§lle sind m√∂glich.

Beschwerden, die auf eine beginnende H√∂henkrankheit hinweisen k√∂nnen, sind: Kopfschmerzen, M√ľdigkeit, Desinteresse und Leistungsabfall. In diesem Fall ist Rast und Ruhe bis zur Beschwerdefreiheit geboten, ein weiterer Aufstieg verbietet sich. Treten u. a. Schlaflosigkeit, Sehst√∂rungen, Schwindel, Gangunsicherheit, Atemnot oder Erbrechen auf, sollte unverz√ľglich mit dem Abstieg begonnen werden ‚Äď nie alleine, sondern immer in Begleitung. Das ist auch dann der Fall, wenn Fr√ľhsymptome innerhalb von 24-36 Stunden nicht vollst√§ndig verschwinden.

Vor Reisen in gro√üe H√∂hen (√ľber 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endg√ľltigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen h√∂henmedizinisch erfahrenen Arzt, der vielleicht auch ein Medikament zur Vorbeugung verordnet. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergerisiko (z. B. eine Hubschrauber-Evakuierung) mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme K√§lte und unwegsames oder unbekanntes Gel√§nde bergen weitere Risiken f√ľr den Reisenden in gro√üer H√∂he. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschl√§ge kann es an gef√§hrdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Bergh√§ngen kommen.

F√ľr die Hubschrauberrettung aus Bergnot gibt es in Indien nach Kenntnis der deutschen Botschaft keine zivilen Luftrettungsunternehmen, sondern lediglich die M√∂glichkeit einer Evakuierung durch das indische Milit√§r, die sich sehr b√ľrokratisch und zeitaufw√§ndig gestaltet. Die Alarmierung kann je nach Unfallort oft nur sehr verz√∂gert erfolgen, die Benutzung von Satellitentelefonen ist in Indien strikt verboten. Es k√∂nnen trotz gro√üem Zeitdruck aufgrund einzuholender Genehmigungen diverser staatlicher Stellen vor allem am Wochenende mitunter mehrere Tage vergehen, bis ein Suchtrupp oder ein Helikopter dann einsatzbereit sind. Witterungsbedingt sind die Flugger√§te nicht immer einsatzbereit und k√∂nnen meist nur in einem sehr engen Zeitfenster fr√ľhmorgens starten. Die Kosten√ľbernahme einer Rettung muss in jedem Fall vor dem Start der Rettungsaktion gekl√§rt sein und ist in der Regel zun√§chst vom Verungl√ľckten selbst zu tragen. Eine individuell angepasste Reiseapotheke ist nach R√ľcksprache mit einem Reisemediziner beim Trekking immer mitzuf√ľhren.

Im S√ľden des Landes ist die Sonneneinstrahlung wegen der √Ąquatorn√§he besonders intensiv. ¬†Unangenehme und langfristig gef√§hrliche Sonnenbr√§nde sind h√§ufig. Auf einen guten Sonnenschutz und eine ausreichende Fl√ľssigkeitsaufnahme muss insbesondere bei Kindern und √§lteren Personen geachtet werden.

Gef√§hrliche Str√∂mungen f√ľhren an den K√ľsten immer wieder zu Badeunf√§llen. Warnungen an den Str√§nden sind unbedingt zu beachten. Kinder sollten an Str√§nden niemals unbeaufsichtigt spielen. Durch Tierkot verunreinigte Str√§nde bergen ein Infektionsrisiko f√ľr parasit√§re Hauterkrankungen (Larva migrans cutanea).

Weitere Gesundheitsgefahren
Technische √úberwachungen der Fahrzeuge, wie in Mitteleuropa √ľblich, werden in Indien nicht durchgef√ľhrt. Verkehrsregeln werden von der gro√üen Mehrheit der Fahrer missachtet. Schwere Verkehrsunf√§lle sind insbesondere bei √úberlandfahrten h√§ufig. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei Notf√§llen oder Unf√§llen, kann in weiten Landesteilen nicht gew√§hrleistet werden, ein zuverl√§ssig funktionierendes Rettungswesen ist auch in den St√§dten nicht √ľberall existent. Gehwege existieren h√§ufig nicht ¬†oder bergen erhebliche Unfallgefahren wie unerwartete Stolperfallen oder nicht gesicherte oder gekennzeichnete Baugruben.

Die Luftverschmutzung in den St√§dten hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. In Delhi und Kalkutta kommt es in den Wintermonaten au√üerdem zu einer hohen Belastung der Luft durch Verbrennungsr√ľckst√§nde und Qualm. Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD k√∂nnen sich dadurch erheblich verschlechtern.¬†

√úber die aktuellen Luftwerte kann man sich im Internet bzw. mittels Smartphone Apps informieren, bspw. auf http://ift.tt/2q9Zceo (Auflistung verschiedene Luftwerte Mess-Stationen in Indien) oder http://ift.tt/1vf5zNB (Mess-Stationen der Landesregierung von Delhi).

Patienten mit psychischen Erkrankungen wird dringend geraten, ihre Medikamente vor und w√§hrend einer Indienreise nicht abzusetzen. Eine psychiatrische und deutschsprachige Versorgung wie im Heimatland kann meist nicht gew√§hrleistet werden. Zudem versichern viele Reisekrankenversicherungen medizinische Leistungen bei psychischen Erkrankungen nicht! In solchen F√§llen ist oft auch ein spontaner Heimflug ausgeschlossen, da zahlreiche kommerzielle Fluglinien die Mitnahme labiler Patienten mit psychischen Erkrankungen ohne psychiatrische Begleitung ablehnen. Bitte besprechen Sie ggf. Ihre Reisepl√§ne ausf√ľhrlich mit ihrem behandelnden Arzt.

Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend und entspricht medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch meist nicht europ√§ischem Standard. Sprachbarrieren k√∂nnen gerade auf dem Land die Kommunikation erheblich erschweren. In den gro√üen St√§dten ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem hohen und sehr hohen Niveau und damit auch deutlich teurer. Zahlreiche Patienten aus der ganzen Welt kommen zu planbaren Behandlungen und Operationen ins Land. Bei schweren Erkrankungen muss deshalb ggf. eine medizinische Evakuierung in eine der gro√üen urbanen Kliniken erwogen werden. Dort ist es √ľblich, vor Behandlungsbeginn eine erhebliche Anzahlung zu leisten, was das Budget eines Reisenden bei schweren Erkrankungen und intensivpflichtigen Behandlungen oft sprengt. Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner pers√∂nlich¬† beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe Kontaktadressen z.B.: http://www.dtg.org/ oder http://www.frm-web.de/). Besonders chronisch kranke und behandlungsbed√ľrftige Menschen m√ľssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Indien bewusst sein.

Die Versorgung mit zuverl√§ssigen Medikamenten und eine ununterbrochene K√ľhlkette sind nicht √ľberall gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch gef√§lschte Produkte statt richtiger Medikamente verkauft werden. Reisende sollten regelm√§√üig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Indien mitbringen und sich f√ľr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Apotheken der gro√üen Privatkliniken bieten ein breites Spektrum zuverl√§ssiger Medikamente an. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegen√ľber h√§ufig eingesetzten Antibiotika auf.

Die deutsche Botschaft in Neu Delhi und die Generalkonsulate in Bangalore, Chennai, Kalkutta und Mumbai verf√ľgen f√ľr den Notfall √ľber eine Adressenliste von √Ąrzten und Krankenh√§usern in der jeweiligen Stadt.

Bitte beachten Sie neben unseren generellen Haftungsausschluss den folgenden Hinweis:

Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. F√ľr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei l√§ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. F√ľr k√ľrzere Reisen, Einreisen aus Drittl√§ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes k√∂nnen Abweichungen gelten;
  • immer auch abh√§ngig von den individuellen Verh√§ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelm√§√üig zu empfehlen;
  • trotz gr√∂√ütm√∂glicher Bem√ľhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie k√∂nnen weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer v√∂llig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verf√ľgbaren und als vertrauensw√ľrdig eingesch√§tzten Informationen des Ausw√§rtigen Amts. Eine Gew√§hr f√ľr die Richtigkeit und Vollst√§ndigkeit sowie eine Haftung f√ľr eventuell eintretende Sch√§den kann nicht √ľbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft un√ľbersichtlich und k√∂nnen sich rasch √§ndern. Die Entscheidung √ľber die Durchf√ľhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgew√§hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften k√∂nnen sich zudem jederzeit √§ndern, ohne dass das Ausw√§rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zust√§ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Ausw√§rtige Amt r√§t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit R√ľckholversicherung, abzuschlie√üen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten f√ľr erforderlich werdende Hilfsma√ünahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

Stand 01.09.2017

from Reisehinweise des Auswärtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2eq8ePI

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