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Pakistan

Pakistan: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)

Stand 21.07.2017
(UnverĂ€ndert gĂŒltig seit: 21.07.2017)

Letzte Änderungen:  
Aktuelle Hinweise
Einreisebestimmungen fĂŒr deutsche Staatsangehörige

 

 Aktuelle Hinweise

Es besteht weiterhin landesweit eine erhöhte Gefahr fĂŒr terroristische AnschlĂ€ge, insbesondere auf Ziele von religiöser Bedeutung (z.B. Sufi-Schreine, Moscheen) oder von hohem, sonstigem Symbolwert (insbesondere öffentliche GebĂ€ude und Einrichtungen).
Am 16. Februar 2017 kam es zu einem schweren Anschlag auf den Lal Shahbaz Qalandar-Schrein in der sĂŒdpakistanischen Stadt Sehwan, der jede Woche Tausende GlĂ€ubige anzieht. Es kam dabei zu zahlreichen Todesopfern und Verletzten. Zuvor kam es am 13. Februar 2017 in Lahore, im Norden des Landes, zu einer Bombenexplosion, die ebenfalls Todesopfer forderte.

Die pakistanischen SicherheitskrÀfte haben ihr Vorgehen gegen terroristische und extremistische KrÀfte im Land deutlich verschÀrft. Insbesondere die Operationen gegen Terroristen und Extremisten in Nord-Wasiristan halten an. Da vor diesem Hintergrund mit RacheanschlÀgen terroristischer Elemente im ganzen Land zu rechnen ist, sollte bei der Planung von Reisen nach Pakistan Sicherheitsaspekten besondere Beachtung geschenkt werden.



Landesspezifische Sicherheitshinweise / Teilreisewarnung

Vor Reisen nach Khyber-Pakhtunkhwa (ehemals Nordwestgrenzprovinz, NWFP), in die Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan (die sog. Federally Administered Tribal Areas, FATA) und nach Belutschistan wird gewarnt.

Landesweit besteht eine GefĂ€hrdung durch politisch-religiös motivierte Gewalttaten. Reisende sollten vor und wĂ€hrend der Reise nach Pakistan ortskundigen Rat zur Sicherheitslage am Reiseziel einholen. Außerdem sollte bei den pakistanischen Behörden oder ReisebĂŒros nachgefragt werden, welche Gegenden fĂŒr Touristen gesperrt sind. Reisende mĂŒssen im Übrigen mit regelmĂ€ĂŸigen Kontrollen, gelegentlich auch mit kurzfristig verfĂŒgten ReisebeschrĂ€nkungen rechnen.

GrundsĂ€tzlich sollten Reisende sich von  grĂ¶ĂŸeren Menschenansammlungen, politischen Demonstrationen,  und – insbesondere freitags und an hohen islamischen Feiertagen – von religiösen StĂ€tten, Prozessionen und Feierlichkeiten fernhalten. Gleiches gilt fĂŒr Einrichtungen von Armee und SicherheitskrĂ€ften. Beim Besuch von Einrichtungen mit internationalem Publikumsverkehr und bekannten Treffpunkten von AuslĂ€ndern wird zu besonderer Vorsicht geraten.

EntfĂŒhrungen

In Belutschistan, Khyber-Pakhtunkhwa und FATA besteht ein erhöhtes EntfĂŒhrungsrisiko.
Zuletzt wurden im Mai 2014 ein chinesischer Fahrradtourist in Khyber-Pakhtunkhwa und im MĂ€rz 2013 in Belutschistan zwei tschechische Touristinnen, die von Iran auf dem Landweg nach Pakistan eingereist waren, entfĂŒhrt. Auch in anderen Landesteilen (Lahore, SĂŒd-Punjab) ist es vor lĂ€ngerer Zeit zu EntfĂŒhrungen von AuslĂ€ndern gekommen.

Terrorismus

Die GefÀhrdung durch terroristische AnschlÀge seitens der Pakistanischen Taliban und mit den Taliban verbundener Gruppen, insbesondere SprengstoffanschlÀge und Selbstmordattentate, bleibt in Pakistan hoch.

Daneben besteht weiterhin die Gefahr religiös motivierter TerroranschlÀge durch radikale Gruppierungen, die sich vor allem gegen StreitkrÀfte, Sicherheitsdienste und Polizei sowie gegen religiöse StÀtten richten. Der regionale Schwerpunkt terroristischer AnschlÀge mit den meisten Opfern liegt in Khyber-Pakhtunkhwa, den Stammesgebieten FATA und in Belutschistan.

In den vergangenen Jahren kamen bei mehreren AnschlÀgen auf schiitische VerehrungsstÀtten und auf christliche Kirchen sowie auf Angehörige der religiösen Minderheit der Ismailiten zahlreiche Menschen ums Leben.

Ebenso gab es AnschlĂ€ge auf MĂ€rkte, Infrastruktureinrichtungen und öffentliche GebĂ€ude mit Todesopfern unter der Zivilbevölkerung, u.a. in Islamabad und Rawalpindi, am indisch-pakistanischen GrenzĂŒbergang Wagah bei Lahore sowie in Peshawar.

Karachi

In Karachi kommt es  zu innenpolitisch, religiös, ethnisch oder kriminell motivierten AnschlÀgen und zu Auseinandersetzungen terroristischer oder krimineller Gruppen mit SicherheitskrÀften.

GeschĂ€ftsreisen nach Karachi sollten mit Betreuung bzw. Begleitung ortskundiger lokaler Partner durchgefĂŒhrt werden. Entsprechend sollten z. B. Kurzaufenthalte von Wissenschaftlern und KĂŒnstler von lokalen UniversitĂ€ten, Forschungseinrichtungen oder dem Goethe-Institut betreut werden.

Vom Besuch abgelegener Stadtbezirke sollte abgesehen werden. Generell empfiehlt sich fĂŒr Besucher eine enge Abstimmung ihrer ReiseplĂ€ne mit den Partnern vor Ort oder mit dem deutschen Generalkonsulat in Karachi. Auch im inneren Sindh besteht eine GefĂ€hrdung durch hohe KriminalitĂ€t.

Reisen ĂŒber Land

Vor Reisen nach Khyber-Pakhtunkhwa (ehemals Nordwestgrenzprovinz NWFP), insbesondere nach Peshawar und in das Swat-Tal, sowie in die Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan (Federally Administered Tribal Areas, FATA), wird gewarnt.

Insbesondere in FATA kommt es weiter zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen dem MilitĂ€r und militanten Gruppen sowie gezielten MilitĂ€rschlĂ€gen gegen Unterschlupfe, Waffenlager, Trainingscenter und andere Einrichtungen militanter Gruppen. Weite Teile dieser Gebiete sind fĂŒr AuslĂ€nder gesperrt.

2014 wurden mehrmals Flugzeuge beim Landeanflug auf den Flughafen Peshawar von Unbekannten beschossen. Dabei kam eine Person ums Leben, zwei weitere wurden verletzt.
Es wird deshalb ausdrĂŒcklich davor gewarnt, auf dem Luftweg nach Peshawar zu reisen.

In Gilgit-Baltistan, den frĂŒheren Northern Areas, fĂŒhren Konflikte zwischen Schiiten und Sunniten gelegentlich zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. AuslĂ€nder waren bislang nicht Ziel dieser Gruppen, sie können aber bei Ausschreitungen gefĂ€hrdet werden.

Im Juni 2013 wurden in einem Basiscamp, das zum Nanga Parbat fĂŒhrt, zehn auslĂ€ndische Bergsteiger sowie ein pakistanischer Begleiter durch Terroristen ermordet. Seither wurden die Sicherheitsmaßnahmen der pakistanischen Regierung zum Schutz auslĂ€ndischer Touristen in der Region um den Nanga Parbat und in anderen Teilen von Gilgit-Baltistan deutlich verstĂ€rkt. Das AuswĂ€rtige Amt rĂ€t dazu, sich vor Reisen nach Gilgit-Baltistan bei den pakistanischen Reiseveranstaltern und Behörden umfassend ĂŒber die aktuelle Sicherheitslage zu informieren.

Reisen in den gebirgigen Norden Pakistans sollten aus SicherheitsgrĂŒnden bevorzugt auf dem Luftweg (FlughĂ€fen Gilgit und Skardu) durchgefĂŒhrt werden; allerdings können die Flugverbindungen kurzfristig wetterbedingt, z. T. ĂŒber mehrere Tage, ausfallen.

Vor Reisen nach Belutschistan wird gewarnt.
AufstĂ€ndische und separatistische KrĂ€fte greifen Infrastruktureinrichtungen und ArmeekrĂ€fte an und verĂŒben SprengstoffanschlĂ€ge. Armee und Luftwaffe gehen gegen die AufstĂ€ndischen vor. Im Grenzgebiet zu Iran operieren sunnitische anti-iranische AufstĂ€ndische. Auch AktivitĂ€ten afghanischer und pakistanischer Taliban werden in Belutschistan beobachtet. Daneben kommt es zu religiös motivierten AnschlĂ€gen, denen v. a. Schiiten zum Opfer fallen. In Quetta richten sich die AnschlĂ€ge vielfach gegen die Volksgruppe der Hazaras.

Die Grenzgebiete zu Afghanistan, Iran und Indien sind nicht oder nur mit offizieller Genehmigung zugĂ€nglich. Dies gilt auch fĂŒr den von Pakistan verwalteten Teil Kaschmirs (Azad Jammu and Kashmir) entlang der Waffenstillstandslinie (Line of Control, LoC) und fĂŒr weitere Regionen das Landes. Über Land Reisende sollten sich vorab bei den pakistanischen Behörden darĂŒber informieren, ob sie fĂŒr ihre Reiseroute oder ihr Reiseziel eine offizielle Genehmigung (Non-Objection-Certificate) beantragen mĂŒssen. In der jĂŒngeren Vergangenheit wurden Reisende, die sich ohne Genehmigung in solchen Gebieten aufhielten, wiederholt fĂŒr mehrere Tage in Haft genommen.

FĂŒr Afghanistan besteht eine Reisewarnung des AuswĂ€rtigen Amts.

Vor Ein- und Ausreisen ĂŒber die pakistanische Landgrenze mit Iran wird wegen der EntfĂŒhrungsgefahr im iranisch-pakistanischen Grenzgebiet und wegen der bestehenden Reisewarnung fĂŒr die Provinz Belutschistan ausdrĂŒcklich gewarnt.

Die Deutsche Botschaft Islamabad stellt keine Empfehlungsschreiben im Zusammenhang mit der Einholung von Visa fĂŒr die vorgenannten LĂ€nder aus. Entsprechende Visa sollten vor Reiseantritt bei den Auslandsvertretungen dieser LĂ€nder in Deutschland beschafft werden.

Der GrenzĂŒbergang nach Indien (Wagah/Atari zwischen Lahore und Amritsar) ist offen, ebenso wie die direkte Transitstrecke dorthin. Die Mitnahme eines Kfz bei der GrenzĂŒberquerung erfordert meist eine gesonderte Genehmigung. 

Deutsche Staatsangehörige werden gebeten, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Es wird auf die schwierige Sicherheitslage in Pakistan aufmerksam gemacht. NÀheres dazu und zu bestehenden ReisebeschrÀnkungen können Sie den Sicherheitshinweisen entnehmen.

In den meisten GroßstĂ€dten Pakistans gibt es Hotels, die hohe Sicherheitsstandards einhalten.

Hinsichtlich der Kleidung (z. B. keine Shorts und schulterfreie Kleidung) und des allgemeinen Verhaltens sollte auf örtliche Sitten und GebrĂ€uche geachtet werden. WĂ€hrend in den GroßstĂ€dten mitunter eine gegenĂŒber auslĂ€ndischen Gepflogenheiten tolerantere Haltung zu beobachten ist, muss insbesondere bei Reisen ĂŒber Land unbedingt auf angemessene Kleidung und angemessenes Auftreten geachtet werden, um der vielfach religiös-konservativen Grundeinstellung in der Bevölkerung Rechnung zu tragen.

Der islamische Fastenmonat Ramadan wird in weiten Teilen Pakistans streng eingehalten, was erhebliche Auswirkungen auf das öffentliche Leben hat. Im Ramadan sollte wĂ€hrend der Stunden des Tages, in denen die Bevölkerung das Fastengebot einhĂ€lt, unbedingt auf den Genuss von Speisen und GetrĂ€nken und auf das Rauchen in der Öffentlichkeit verzichtet werden.

Beim Umgang der Behörden mit auslĂ€ndischen Besuchern ist in letzter Zeit aus Misstrauen, aber auch zum Schutz der Reisenden, eine eher restriktive Auslegung und Anwendung der Regeln zu Aufenthalt und Bewegungsfreiheit im Land festzustellen. In solchen FĂ€llen können die deutschen Auslandsvertretungen nur sehr begrenzt auf die jeweils zustĂ€ndigen pakistanischen Behörden Einfluss nehmen. Sind berechtigte Sicherheitsbedenken der Behörden fĂŒr deren Haltung ausschlaggebend, so sollte dies generell respektiert werden



Einreisebestimmungen fĂŒr deutsche Staatsangehörige

Reisedokumente

Die Einreise ist fĂŒr deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

VorlÀufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

VorlÀufiger Personalausweis: nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen: Schwierigkeiten wegen israelischer Einreisestempel im Reisepass sind in letzter Zeit nicht mehr gemeldet worden.
KindereintrĂ€ge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr gĂŒltig. Jedes Kind benötigt ein eigenes Ausweisdokument.

Visum
Deutsche Reisende benötigen grundsĂ€tzlich ein pakistanisches Einreisevisum. Reisende, die kein Visum haben, werden an den FlughĂ€fen/Grenzen zurĂŒckgewiesen.
Ausnahmen (Visa on Arrival) fĂŒr GeschĂ€ftsleute mit Empfehlungsschreiben und Touristen, die ihre Reise bei bestimmten pakistanischen Reiseveranstaltern gebucht haben, sind weggefallen.

Einreisevisa fĂŒr Pakistan mĂŒssen in jedem Fall vor Reiseantritt bei der Botschaft der Islamischen Republik Pakistan in Berlin bzw. dem pakistanischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main beantragt werden. Informationen zur VerlĂ€ngerung von Visa in Pakistan sind erhĂ€ltlich beim pakistanischen Innenministerium.

Einreisebestimmungen fĂŒr deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig Ă€ndern, ohne dass das AuswĂ€rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder ĂŒber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.



Besondere Zollvorschriften

Dem AuswÀrtigen Amt liegen keine Hinweise auf besondere Zollvorschriften vor.

Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie direkt bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen fĂŒr Deutschland können Sie auf der Website des deutschen Zoll www.zoll.de ansehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Pakistan ist ein islamisches Land. Allerdings sind bisher keine FĂ€lle bekannt, in denen EU-BĂŒrger nach der Schariatsgesetzgebung (z.B. zu Körperstrafen) verurteilt worden sind. Straftaten wie Blasphemie (GotteslĂ€sterung), Ehebruch und Drogendelikte werden mit hohen GefĂ€ngnisstrafen, unter UmstĂ€nden mit der Todesstrafe, geahndet.

Seit Aufhebung des Todesstrafenmoratoriums im Dezember 2014 fĂŒr Terrorismus-StraftatbestĂ€nde und im MĂ€rz 2015 fĂŒr alle mit der Todesstrafe bewehrten StraftatbestĂ€nde, gab es bereits zahlreiche Hinrichtungen.

Die fĂŒr das VerhĂ€ltnis zwischen Mann und Frau geltenden Gesetze und Regeln sind unbedingt zu beachten. Über das im alltĂ€glichen Umgang Übliche hinausgehende Kontakte zwischen Nichtverheirateten können geahndet werden.

HomosexualitĂ€t gilt nach dem pakistanischen Strafgesetzbuch als „widernatĂŒrliche Handlung“ und ist strafbar. Das Strafmaß betrĂ€gt im Regelfall zwei bis zehn Jahre, in besonders schweren FĂ€llen bis zu lebenslanger Freiheitsstrafe. Es sind nur wenige Verurteilungen bekannt geworden, gesellschaftlich ist HomosexualitĂ€t in Pakistan jedoch nicht akzeptiert.
Der Genuss alkoholischer GetrĂ€nke in der Öffentlichkeit ist verboten. Es werden vermehrt Straßenkontrollen durchgefĂŒhrt.

Fotografieren von öffentlichen Einrichtungen, MilitĂ€rgelĂ€nden, FlughĂ€fen und HĂ€fen, Sicherheits- und Regierungsfahrzeugen etc. ist verboten, kann als Straftatbestand der Spionage gewertet und mit entsprechend langen Freiheitsstrafen belegt werden. Besonders fĂŒr Individualreisende besteht das Risiko, auch durch auffĂ€lliges Verhalten oder den Gebrauch von technisch höher entwickeltem GerĂ€t, wie GPS-GerĂ€ten, unter Spionageverdacht zu geraten. In diesem Zusammenhang wird bei Aufenthalten in der NĂ€he von Sicherheitsobjekten besondere ZurĂŒckhaltung empfohlen.



Medizinische Hinweise

Aktueller Hinweis zu Poliomyelitis (KinderlÀhmung)

Die WHO hat am 05. Mai 2014 Pakistan aufgefordert sicherzustellen, dass alle Reisenden, die das Land verlassen, ĂŒber ein gĂŒltiges internationales Impfzertifikat mit einer dokumentierten Poliomyelitis (KinderlĂ€hmung)-Impfung verfĂŒgen. Die Impfpflicht bleibt nach den jĂŒngsten Revisionen vom November 2014 und MĂ€rz 2015 weiter in Kraft. Sie gilt fĂŒr alle, die sich lĂ€nger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben. Die Impfung darf fĂŒr diese Bescheinigung nicht Ă€lter als 1 Jahr sein und soll spĂ€testens 4 Wochen vor Ausreise erfolgt sein. Bei kurzfristiger Ausreise reicht auch der Nachweis einer aktuell durchgefĂŒhrten Impfung. Die Polio-Schutzimpfungen sollen möglichst mit einem oralen Impfstoff (OPV) erfolgen, der jedoch in Deutschland nicht mehr verfĂŒgbar ist. Bei der Ausreise von AuslĂ€ndern werden Impfungen mit injizierbarem Impfstoff (IPV) akzeptiert. Wird die Impfung in Pakistan durchgefĂŒhrt, ist darauf zu achten, dass sie von einer staatlich autorisierten Stelle vorgenommen wird. Sie soll im internationalen Impfzertifikat (ggf. unter der Gelbfieberimpfung) als separate Impfung (auch bei Verwendung von Kombinationsimpfstoffen) und somit fĂŒr das Flughafenpersonal erkennbar in dem vorgesehen Feld eingetragen werden.

Die Pflichtimpfung bei Ausreise soll den Poliovirus-Export aus Pakistan in DrittlÀnder verhindern. Aber auch innerhalb Pakistans ist der Polio-Impfschutz dringend zu empfehlen. Auffrischimpfungen gegen Polio sind regulÀr 10 Jahre wirksam.

Impfschutz

Eine gĂŒltige Impfung gegen Gelbfieber wird nur fĂŒr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (siehe www.who.int). Bei direkter Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.

Das AuswĂ€rtige Amt empfiehlt die Standardimpfungen gemĂ€ĂŸ dem aktuellen Impfkalender des Robert-Koch-Institutes fĂŒr Kinder und Erwachsene (siehe: www.rki.de) anlĂ€sslich einer Reise zu ĂŒberprĂŒfen und gegebenenfalls zu vervollstĂ€ndigen. Dazu gehören fĂŒr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (KinderlĂ€hmung), ggf. auch gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.

Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer GefĂ€hrdung auch gegen Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Meningokokken-Meningitis ACWY und – bei Aufenthalten in der sĂŒdlichen Provinz Sindh – auch gegen Japanische Enzephalitis empfohlen.

Dengue Fieber

Dengue Fieber wird durch den Stich tagaktiver MĂŒcken ĂŒbertragen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein Hautausschlag kennzeichnen den Verlauf und können mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. In EinzelfĂ€llen können schwere VerlĂ€ufe mit ernsthaften GesundheitsschĂ€den oder Todesfolge auftreten. Es gibt keine Impfung gegen die Dengue-Viren. Eine sorgfĂ€ltige Expositionsprophylaxe tagsĂŒber, wie unten fĂŒr Malaria beschrieben, ist die beste Schutzmaßnahme. Dengue-Fieber kommt landesweit, besonders an den KĂŒsten und in den großen Zentren des Landes, wĂ€hrend und in den Monaten nach der Regenzeit bis in Höhen von circa 2.000 Metern vor. Davon sind die großen StĂ€dte nicht ausgenommen. Auch in Islamabad und Lahore waren in den letzten Jahren AusbrĂŒche zu verzeichnen.

Malaria

Unterhalb einer Höhe von 2.000 Metern besteht in Pakistan ganzjĂ€hrig ein mittleres Übertragungsrisiko fĂŒr Malaria mit saisonalen Schwankungen. Besonders wĂ€hrend und nach der Regenzeit steigen die Fallzahlen. Das Risiko nimmt von Norden nach SĂŒden zu und ist in der Indus-Tiefebene und im Sindh,  am höchsten. In circa einem Drittel der FĂ€lle handelt es sich um die potentiell lebensbedrohliche Malaria tropica.

Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles MĂŒcken.

Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate (insbesondere Malaria tertiana) nach dem Aufenthalt ausbrechen. Je nach Reiseprofil wird  neben der immer notwendigen Expositionsprophylaxe eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) empfohlen. Verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. MalaroneŸ, Doxycyclin, LariamŸ) sollten aus Deutschland mitgebracht werden.

Aufgrund der mĂŒckengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:

–          körperbedeckende helle, ggf. imprĂ€gnierte Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
–          tagsĂŒber (Dengue, Chikungunya), in den Abendstunden und nachts (Malaria) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
–          unter einem imprĂ€gnierten Moskitonetz zu schlafen.

HIV/AIDS/Geschlechtskrankheiten

Durch sexuelle Kontakte, bei intravenösem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder KanĂŒlen), durch TĂ€towierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grundsĂ€tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion.

Durchfall- und Darmerkrankungen

Leitungswasser kann mit fĂ€kalen Keimen  kontaminiert sein. Durchfallerkrankungen sind ĂŒberall im Land ganzjĂ€hrig hĂ€ufig. Leitungswasser, auch in den StĂ€dten, hat keine TrinkwasserqualitĂ€t. Es wird empfohlen, nur originalverpackte GetrĂ€nke in Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss grĂŒndlich abzukochen, zu filtern oder chemisch zu desinfizieren. Auf den Verzehr roher, ungekochter und ungeschĂ€lter Produkte sollte verzichtet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut durchgebraten worden sein. Allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmĂ€ĂŸiges HĂ€ndewaschen oder HĂ€ndedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln können die Gefahr einer Infektion vermindern.

Cholera tritt in Pakistan, vor allem nach Überschwemmungen auf, ist aber in aller Regel fĂŒr Reisende kein Problem. Eine Impfung gegen Cholera steht zur VerfĂŒgung, wird aber nicht generell empfohlen.

Polio (KinderlÀhmung)

Pakistan gehört zu den wenigen LĂ€ndern weltweit, in denen immer noch regelmĂ€ĂŸig Erkrankungen durch Polioviren gemeldet werden. Die Übertragung erfolgt durch fĂ€kal verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Ein ausreichender Impfschutz wird dringend empfohlen (siehe aktuellen Hinweis).

Tollwut

Bei der Tollwut handelt es sich um eine tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen ĂŒbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den SchleimhĂ€uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde. . Affen können ebenfalls Tollwut ĂŒbertragen und sollten niemals gefĂŒttert werden. Die notwendigen medizinischen Maßnahmen nach Bissverletzungen von Ungeimpften sind in Pakistan außerhalb der GroßstĂ€dte, z.B. auch auf den Trekkingrouten im Karakorum Gebirge, nicht immer möglich. ZuverlĂ€ssigen Schutz  bietet nur die Impfung vor einem Biss. Deshalb kommt einer vorbeugenden Tollwutimpfung fĂŒr Reisen nach Pakistan eine besondere Bedeutung zu. Die Impfserie sollte unbedingt vor Reiseantritt abgeschlossen sein.

Leishmaniasis

Insbesondere die Haut-Leishmaniasis (eine von Sandfliegen ĂŒbertragene, parasitĂ€re Erkrankung mit HautverĂ€nderungen, die meist erst Wochen bis Monate nach dem Stich auftreten und lange persistieren) ist in lĂ€ndlichen Gegenden verbreitet. Maßnahmen fĂŒr einen zuverlĂ€ssigen Insektenschutz tagsĂŒber sollte deshalb dringend beachtet werden. Bei nicht heilenden HautgeschwĂŒren nach einem Pakistan Aufenthalt muss an die Möglichkeit einer Haut-Leishmaniasis gedacht werden. Bei anhaltenden, unklaren FieberschĂŒben und MilzvergrĂ¶ĂŸerung kann auch die gefĂ€hrliche, generalisierte (sog. „viszerale“) Form vorliegen, die dann in einer tropenmedizinisch erfahrenen Klinik behandelt werden muss.

Tuberkulose

Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich hĂ€ufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch ĂŒber Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgemĂ€ĂŸe oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger.

Chikungunya

Chikungunya wird durch den Stich tagaktiver MĂŒcken ĂŒbertragen. Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen kennzeichnen den Verlauf und können mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Chikungunya-Viren. Eine sorgfĂ€ltige Expositionsprophylaxe tagsĂŒber, wie oben fĂŒr Malaria beschrieben, ist die einzige mögliche Schutzmaßnahme. Chikungunya kommt zunehmend wĂ€hrend und unmittelbar nach der Regenzeit in der bevölkerungsreichen KĂŒstenregion um Karachi vor.

Japanische Enzephalitis

Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine EntzĂŒndung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven StechmĂŒcken ĂŒbertragen. Vor allem Schweine und Wasservögel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selbst krank zu werden. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber hĂ€ufig schwer und hinterlassen bleibende SchĂ€den oder enden tödlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb sind ein sorgfĂ€ltiger MĂŒckenschutz und gegebenenfalls eine vorbeugende Schutzimpfung besonders wichtig. Ein geringes Übertragungsrisiko fĂŒr JE besteht in Pakistan im Indusdelta und der Provinz Sindh, im SĂŒdosten des Landes.

Grippe (Saisonale Influenza)

Saisonale Influenzaviren, einschließlich der Influenza A/H1N1 („Schweinegrippe“), zirkulieren in Pakistan vor allem in den Wintermonaten. Ein Impfschutz empfiehlt sich bei den vom Robert-Koch-Institut angesprochenen Risikogruppen (siehe: www.rki.de). Persönliche Hygienemaßnahmen (HĂ€ndewaschen oder -desinfektion, EinmalhandtĂŒcher in öffentlichen Einrichtungen u .s. w.) und die vorbeugende Grippeschutzimpfung sind wichtige Maßnahmen zur VerhĂŒtung einer Infektion.

Geographisch bedingte Erkrankungen

Nordpakistan ist derzeit ein eher seltenes Reiseziel fĂŒr Trekkingtouristen. Bei Aufenthalten ĂŒber 2.300 Meter Höhe kann es vereinzelt und besonders bei Missachtung höhentaktischer GrundsĂ€tze, zu Anpassungsstörungen und zu den verschiedenen Formen der Höhenkrankheit kommen.

Die Höhenkrankheit ist eine potentiell sehr gefĂ€hrliche Funktionsstörung von Lunge und Gehirn. Erkranken können besonders auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, auch solche, die bereits frĂŒher große Höhen und rasche Aufstiege ohne Probleme bewĂ€ltigt haben. Zu TodesfĂ€llen kommt es, wenn FrĂŒhsymptome falsch gedeutet und Medikamente unvernĂŒnftig eingesetzt werden. Bestimmte Erkrankungen von Herz und Lungen erhöhen ebenfalls das Risiko, eine Höhenkrankheit zu erleiden.

Beschwerden, die Hinweise auf eine beginnende Höhenkrankheit geben können, sind Kopfschmerzen, MĂŒdigkeit, Desinteresse und Leistungsabfall. In diesem Fall ist Rast und Ruhe bis zur Beschwerdefreiheit geboten, ein weiterer Aufstieg verbietet sich. Treten u. a. Schlaflosigkeit, Sehstörungen, Schwindel, Gangunsicherheit, Atemnot oder Erbrechen auf, sollte unverzĂŒglich mit dem Abstieg begonnen werden – nie alleine, sondern immer in Begleitung. Das ist auch dann der Fall, wenn FrĂŒhsymptome innerhalb von 24-36 Stunden nicht vollstĂ€ndig verschwinden.

Vor Reisen in große Höhen (ĂŒber 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endgĂŒltigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen höhenmedizinisch erfahrenen Arzt. Von der Einnahme von Medikamenten zur Vorbeugung oder Behandlung der Höhenkrankheit ohne Anweisung eines Arztes oder eines erfahrenen BergfĂŒhrers wird  abgeraten. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergungsrisiko (z.B. eine Hubschrauber-Evakuierung) mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme KĂ€lte und unwegsames oder unbekanntes GelĂ€nde bergen weitere Risiken fĂŒr den Reisenden in großer Höhe. Durch Erdbeben oder anhaltende NiederschlĂ€ge kann es an gefĂ€hrdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen BerghĂ€ngen kommen.

FĂŒr die Hubschrauberrettung aus Bergnot gibt es in Pakistan nach Kenntnis der Botschaft keine zivilen Luftrettungsunternehmen, sondern lediglich die Möglichkeit einer Evakuierung durch das pakistanische MilitĂ€r, die sich sehr bĂŒrokratisch und zeitaufwĂ€ndig gestaltet. Die Alarmierung kann sich je nach Unfallort sehr verzögern.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist weiten Landesteilen unzureichend und entspricht medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch meist nicht europĂ€ischem Standard. Sprachbarrieren können gerade auf dem Land die Kommunikation erheblich erschweren. In Islamabad und Karachi ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem hohen Niveau und damit auch teuer. Ein ausreichender und gĂŒltiger Krankenversicherungsschutz einschließlich einer ReiserĂŒckholversicherung ist dringend notwendig. Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird empfohlen (www.dtg.org oder www.frm-web.de). Besonders chronisch kranke und behandlungsbedĂŒrftige Menschen mĂŒssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Pakistan bewusst sein.

Die Versorgung mit zuverlĂ€ssigen Medikamenten und eine ununterbrochene KĂŒhlkette sind nicht ĂŒberall gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch gefĂ€lschte Produkte verkauft werden. Reisende sollten regelmĂ€ĂŸig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Pakistan mitbringen und sich fĂŒr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Apotheken der großen Privatkliniken bieten ein breites Spektrum zuverlĂ€ssiger Medikamente an.

Die Deutsche Botschaft in Islamabad und das Generalkonsulat in Karachi verfĂŒgen fĂŒr den Notfall ĂŒber eine Adressenliste von Ärzten und KrankenhĂ€usern in der jeweiligen Stadt.

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden, wichtigen Hinweis:

 Eine GewĂ€hr fĂŒr die Richtigkeit und VollstĂ€ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung fĂŒr eventuell eintretende SchĂ€den kann nicht ĂŒbernommen werden. FĂŒr ihre Gesundheit bleiben sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • Zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbesondere bei lĂ€ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. FĂŒr kĂŒrzere Reisen, Einreisen aus DrittlĂ€ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhĂ€ngig von den individuellen VerhĂ€ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige, eingehende, medizinische Beratung durch einen Reisemediziner/Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmĂ€ĂŸig zu empfehlen;
  • trotz kurz mögliche BemĂŒhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfĂŒgbaren und als vertrauenswĂŒrdig eingeschĂ€tzten Informationen des AuswĂ€rtigen Amts. Eine GewĂ€hr fĂŒr die Richtigkeit und VollstĂ€ndigkeit sowie eine Haftung fĂŒr eventuell eintretende SchĂ€den kann nicht ĂŒbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unĂŒbersichtlich und können sich rasch Ă€ndern. Die Entscheidung ĂŒber die DurchfĂŒhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewĂ€hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit Ă€ndern, ohne dass das AuswĂ€rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zustĂ€ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das AuswĂ€rtige Amt rĂ€t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit RĂŒckholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten fĂŒr erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

from Reisehinweise des AuswÀrtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2twgxU3

TĂŒrkei

TĂŒrkei: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 21.07.2017
(UnverĂ€ndert gĂŒltig seit: 21.07.2017)

Letzte Änderungen:
Aktuelle Hinweise

Aktuelle Hinweise

Am frĂŒhen Morgen des 21. Juli 2017 ereignete sich in der ÄgĂ€is vor der SĂŒdwestkĂŒste der TĂŒrkei ein Erdbeben der StĂ€rke 6,2. Betroffen sind die Umgebung von Bodrum und die griechische Insel Kos. Es sind Opfer und SachschĂ€den zu verzeichnen. Der FĂ€hrverkehr nach Kos ist vorĂŒbergehend eingestellt.

Mit vorĂŒbergehenden BeeintrĂ€chtigungen der Infrastruktur und VerspĂ€tungen bei Luft- und FĂ€hrverkehr muss gerechnet werden. Reisenden wird empfohlen, sich gegebenenfalls mit ihren Reiseveranstaltern in Verbindung zu setzen sowie den Hinweisen und Empfehlungen der Behörden vor Ort Folge zu leisten.

Die innenpolitische Lage in der TĂŒrkei ist weiterhin angespannt. Es ist nicht auszuschließen, dass es zu vereinzelten Demonstrationen und Großveranstaltungen kommen kann.

Zuletzt waren in der TĂŒrkei in einigen FĂ€llen Deutsche von freiheitsentziehenden Maßnahmen betroffen, deren Grund oder Dauer nicht nachvollziehbar war. Hierbei wurde teilweise der konsularische Zugang entgegen völkerrechtlichen Verpflichtungen verweigert. Personen, die aus privaten oder geschĂ€ftlichen GrĂŒnden in die TĂŒrkei reisen, wird zu erhöhter Vorsicht geraten und empfohlen, sich auch bei kurzzeitigen Aufenthalten in die Krisenvorsorgeliste der Konsulate und der Botschaft einzutragen.  Die Auslandsvertretungen werden bei Festnahmen deutscher Staatsangehöriger nicht immer rechtzeitig unterrichtet, der Zugang fĂŒr die konsularische Betreuung wird nicht in allen FĂ€llen gewĂ€hrt. Seit Anfang 2017 wurde wiederholt deutschen Staatsangehörigen an den FlughĂ€fen in der TĂŒrkei die Einreise ohne Angabe genauer GrĂŒnde verweigert. Die betroffenen Personen mussten nach einer Wartezeit in Gewahrsam von mehreren Stunden ihre RĂŒckreise nach Deutschland antreten. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass ungeachtet des gesetzlichen Anspruchs deutscher Staatsangehöriger auf konsularischen Rat und Beistand, konsularischer Schutz gegenĂŒber hoheitlichen Maßnahmen der tĂŒrkischen Regierung und ihrer Behörden nicht in jedem Fall gewĂ€hrt werden kann, wenn der oder die Betroffene auch die tĂŒrkische Staatsangehörigkeit besitzt.

Nach dem gewaltsamen Putschversuch am 15.07.2016 hat die  tĂŒrkische Regierung in allen 81 Provinzen der TĂŒrkei den Notstand nach Art. 119 und 120 der tĂŒrkischen Verfassung und des Notstandgesetzes von 1983 ausgerufen. Dieser wurde erneut verlĂ€ngert und gilt zumindest bis zum 19. Oktober 2017 fort.

Auf dieser Grundlage können u.a. Ausgangssperren kurzfristig verhĂ€ngt, Durchsuchungen vorgenommen und allgemeine Personenkontrollen jederzeit durchgefĂŒhrt werden. Es kann im Einzelfall auch zu Festnahmen von Personen kommen, gegen die tĂŒrkische Behörden strafrechtlich vorgehen (etwa bei Verdacht auf Verbindungen zur sogenannten GĂŒlen-Bewegung, der verbotenen „Kurdischen Arbeiterpartei“ PKK oder tatsĂ€chlichen oder vermeintlichen terroristischen Straftaten ).

WĂ€hrend eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens kann u.a. die Ausreise untersagt werden. Unter den wĂ€hrend des Notstands geltenden Bestimmungen können VerdĂ€chtige auch bis zu 14 Tagen in Polizeigewahrsam genommen werden, bevor sie einem Haftrichter vorzufĂŒhren sind. Außerdem kann ihnen fĂŒr 24 Stunden jeglicher Kontakt zur Außenwelt verwehrt werden. Von diesen Maßnahmen, sowie von der Möglichkeit zur VerhĂ€ngung von Untersuchungshaft (nach tĂŒrkischem Recht von bis zu fĂŒnf Jahren möglich) im Anschluss an den Polizeigewahrsam, wird unter der Geltung des Notstands reger Gebrauch gemacht. Dabei genĂŒgen oft bereits geringe Verdachtsmomente.

In der TĂŒrkei ist es, insbesondere seit Mitte 2015, wiederholt zu terroristischen AnschlĂ€gen gekommen.
Es ist keinesfalls auszuschließen, dass terroristische Gruppierungen auch weiterhin versuchen werden, AnschlĂ€ge, insbesondere in den großen Metropolen, durchzufĂŒhren. Diese können sich auch gezielt gegen AuslĂ€nder richten.

Reisende sollten besonders aufmerksam sein und Menschenansammlungen und Orte, an denen sich regelmĂ€ĂŸig viele AuslĂ€nder aufhalten, möglichst meiden.

Reisenden wird ferner empfohlen, sich ĂŒber Medien und diese Reise- und Sicherheitshinweise zur weiteren Lageentwicklung informiert zu halten sowie engen Kontakt mit ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Fluglinie zu halten.

Im Reiseverkehr kann es weiterhin zu BeeintrÀchtigungen und insbesondere zu verstÀrkten Sicherheitskontrollen an den FlughÀfen kommen. 



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Terrorismus
Landesweit ist weiter mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen AnschlÀgen zu rechnen.

Der internationale Flughafen Istanbul AtatĂŒrk,  sowie wiederholt die InnenstĂ€dte von Istanbul und Ankara waren Ziele von AnschlĂ€gen mit hohen Opferzahlen, so zuletzt am 1. Januar 2017 der Nachtclub „Reina“ in Istanbul.

Die als terroristische Vereinigung gelistete „Kurdische Arbeiterpartei“ (PKK) sowie ihre Splittergruppe „Freiheitsfalken Kurdistans“ verĂŒben seit Mitte 2015 vor allem im SĂŒdosten der TĂŒrkei, aber auch in anderen Landesteilen wiederholt AnschlĂ€ge.

Aus den touristischen Reisezielen entlang der MittelmeerkĂŒste wurden bislang keine sicherheitsrelevanten Ereignisse gemeldet, bei denen auslĂ€ndische Touristen zu Schaden gekommen sind.

Die Sicherheitsvorkehrungen befinden sich landesweit auf hohem Niveau. Angesichts von AnschlĂ€gen terroristischer Gruppierungen auch gegen nicht-militĂ€rische Ziele muss aber in allen Teilen der TĂŒrkei grundsĂ€tzlich von einer terroristischen GefĂ€hrdung ausgegangen werden.

Deshalb wird Deutschen, die sich in der TĂŒrkei aufhalten oder dorthin reisen möchten, generell empfohlen, sich zur Sicherheitslage laufend, mittels dieser Reise- und Sicherheitshinweise sowie der Medienberichterstattung, informiert zu halten. Menschenansammlungen, auch auf öffentlichen PlĂ€tzen und vor touristischen Attraktionen sowie der Aufenthalt nahe Regierungs- und MilitĂ€reinrichtungen sollten gemieden werden.

In Folge des gescheiterten gewaltsamen Putschversuchs soll es vereinzelt zu aggressiven Übergriffen von AnhĂ€ngern politischer Lager gegen vermeintlich Andersdenkende kommen. Es wird dringend geraten, auf solche Eskalationen zu achten, sich umgehend zu entfernen und einen sicheren Ort aufzusuchen. Zudem sollte die Nutzung von Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennah- und Fernverkehrs auf das erforderliche Maß eingeschrĂ€nkt werden. Vorsicht ist auch geboten bei Zufallsbekanntschaften in Bars oder Restaurants.

Deutschen, die sich lÀngerfristig bzw. dauerhaft im Land aufhalten, wird ebenfalls empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen und die dort hinterlegten Kontaktdaten auf dem aktuellen Stand zu halten.

Generell wird geraten, den Anweisungen der tĂŒrkischen SicherheitskrĂ€fte Folge zu leisten.

Reisen ĂŒber Land
Auch bei Reisen ĂŒber Land wird zu besonderer Vorsicht geraten.
Das tĂŒrkische MilitĂ€r hat am 24. August 2016 mit militĂ€rischen Aktionen in Syrien begonnen.

Von Reisen in das Grenzgebiet der TĂŒrkei zu Syrien und Irak, insbesondere in die StĂ€dte Diyarbakır, Cizre, Silopi, Idil, YĂŒksekova und Nusaybin sowie generell in die Provinzen Mardin, ƞırnak und HakkĂąri wird dringend abgeraten.

In den Provinzen Hatay, Kilis, Gaziantep, ƞanlıurfa, Diyarbakır, Mardin, Batman, Bitlis, Bingöl, Siirt, MuƟ, Tunceli, ƞırnak, HakkĂąri und Van besteht ein erhöhtes Risiko fĂŒr Reisende. Alle nicht zwingend erforderlichen Reisen in diese Gebiete sollten vermieden werden. Es wird weiterhin zu grĂ¶ĂŸter Vorsicht geraten. Die aktuelle Berichterstattung in den Medien sollte aufmerksam verfolgt werden.

In den letzten Monaten wurden mehrfach „zeitweilige Sicherheitszonen“ eingerichtet und Ausgangssperren verhĂ€ngt, darunter in Cizre, Silopi, Nusaybin, in Stadtteilen von Diyarbakır und in Silvan. Sicherheitszonen und Ausgangssperren werden streng kontrolliert, das Betreten der Sicherheitszonen ist strikt verboten, eine Verletzung der Ausgangssperren kann im Falle von Kampfhandlungen lebensgefĂ€hrlich sein. Zur Einrichtung von Sicherheitszonen und VerhĂ€ngung von Ausgangssperren kam es bisher insbesondere im Gebiet sĂŒdöstlich von HakkĂąri entlang der Grenze zum Irak sowie in Diyarbakır und Umgebung sowie sĂŒdöstlich der Ortschaft Cizre (DreilĂ€ndereck TĂŒrkei – Syrien – Irak), aber auch in den Provinzen Gaziantep, Kilis, Urfa, HakkĂąri, Batman und Aǧrı.

Die tĂŒrkischen Behörden erteilen aus SicherheitsgrĂŒnden keine Erlaubnis mehr, den Berg Ararat zu besteigen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Die TĂŒrkei ist ein beliebtes Reiseland, das Touristen grundsĂ€tzlich herzlich und offen empfĂ€ngt. Wie auch in anderen UrlaubslĂ€ndern gibt es jedoch einige wichtige Punkte, die beachtet werden sollten, um einen sorglosen Aufenthalt verbringen zu können.

MilitÀrische Sperrgebiete, Sicherheitszonen und -einrichtungen
MilitĂ€rsperrgebiete sind nicht immer eindeutig gekennzeichnet und unterliegen Anpassungen. FĂŒr solche Bezirke gilt ein absolutes Verbot fĂŒr das Betreten und Fotografieren. Reisenden, die beabsichtigen, die entsprechenden Provinzen, in denen Sicherheitszonen und Sperrgebiete ausgewiesen sind, zu bereisen, wird geraten, vor Reiseantritt das fĂŒr ihren Wohnort zustĂ€ndige tĂŒrkische Generalkonsulat oder die tĂŒrkische Botschaft in Berlin zu kontaktieren, um dort nach der genauen, aktuellen Lage von Sperrgebieten und Sicherheitszonen in der bereisten Region zu fragen. Außerdem ist es empfehlenswert, sich wĂ€hrend der Reise tagesaktuell bei der örtlichen Jandarma oder der Polizei nach der Lage dieser Gebiete zu erkundigen. Von Reisen in bestimmte Gebiete im SĂŒdosten des Landes wird dringend abgeraten (s. Landesspezifische Sicherheitshinweise).

Zu beachten ist grundsĂ€tzlich, dass bezĂŒglich militĂ€rischer oder anderer der Sicherheit dienender Einrichtungen regelmĂ€ĂŸig ein Fotografier- bzw. Filmverbot besteht. Das gilt insbesondere fĂŒr Grenzanlagen. Auch wenn ein solches nicht ausdrĂŒcklich kenntlich gemacht ist, sollte im Zweifel eher von Foto- oder Filmaufnahmen absehen werden. Ganz besonders gilt dies in Grenzgebieten. Dort wird zu besonderer Vorsicht geraten.
Weisungen tĂŒrkischer SicherheitskrĂ€fte ist unbedingt Folge zu leisten.

Umgang mit sexuellen Minderheiten
HomosexualitĂ€t ist in der TĂŒrkei nicht strafbar. An der jĂ€hrlich stattfindenden Pride Parade in Istanbul nahmen bis 2014 mehrere zehntausend Menschen teil. 2015 und 2016 ist die Parade von den tĂŒrkischen Behörden jedoch untersagt worden.Es wird  auf VorfĂ€lle von Gewalt nicht-staatlicher Seite hingewiesen, bei denen es zu Übergriffen auf LGBTI Personen gekommen ist. Mit z.T. starken Vorurteilen gegenĂŒber dieser Personengruppe in der tĂŒrkischen Gesellschaft sollte deshalb gerechnet werden.

Zahlungsmittel
In vielen Gebieten der TĂŒrkei, selbst in grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten, ist es problematisch Reiseschecks einzulösen. Allerdings lĂ€sst sich mit einer deutschen EC-Karte in Verbindung mit der PIN an Geldautomaten problemlos Geld abheben (wenn beide mit dem Symbol „Maestro“ versehen sind).

Auch Kreditkarten werden als Zahlungsmittel akzeptiert. In den meisten FĂ€llen muss man dazu zusĂ€tzlich den Reisepass oder Personalausweis vorlegen. Unter Angabe der PIN kann man mit der Kreditkarte außerdem Geld bei Banken oder an entsprechend gekennzeichneten Automaten Bargeld abheben.

Taxi
GrundsĂ€tzlich bestimmt bei Taxifahrten der Taxameter den Preis, bei lĂ€ngeren Fahrten ist Handeln durchaus erlaubt. Bei viel GepĂ€ck wird z. T. ein Aufschlag verlangt. Besonders in Istanbul sollte man sich vorher ĂŒber den ungefĂ€hren Fahrpreis informieren, damit Taxifahrten nicht ungewollt zu kostspieligen Stadtrundfahrten werden. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass der Taxameter bei Fahrtantritt eingeschaltet wird. Die Hotels dienen hierbei als eine sichere Informationsquelle.

Straßenverkehr
Der tĂŒrkische Straßenverkehr, vor allen Dingen in den StĂ€dten, ist meist sehr lebhaft und dicht. Die Regeln der Straßenverkehrsordnung werden oft nicht eingehalten. Man sollte sich defensiv verhalten und sich nicht auf Auseinandersetzungen einlassen, da bei vermeintlichen oder tatsĂ€chlichen VerkehrsverstĂ¶ĂŸen aggressive Reaktionen anderer Autofahrer drohen können. 

Autofahrten nach Einbruch der Dunkelheit, auch auf grĂ¶ĂŸeren Verbindungsstraßen, sind mit erhöhten Gefahren verbunden, gerade auch im Hinblick auf die fehlende Beleuchtung, und sollten vermieden werden. Wer im Auto ĂŒbernachten möchte, sollte dazu einen bewachten Parkplatz oder Campingplatz aufsuchen.

Bei angebotenen Jeepsafaris sollten Anbieterfirmen und technischer Zustand der Fahrzeuge kritisch geprĂŒft werden, vor allem wenn die Reiseveranstalter keine GewĂ€hr ĂŒbernehmen. Die Jeeps sollten nur Personen fahren, die ĂŒber Erfahrung mit derartigen Fahrzeugtypen und Fahren auf off-road-Strecken verfĂŒgen.  

Bahnreisen
Die kĂŒrzlich eröffnete Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ankara und Istanbul wurde trotz Warnungen von Experten bereits fĂŒr den Zugverkehr geöffnet, ist jedoch bisher nicht völlig fertiggestellt. Deswegen besteht auf dieser Strecke derzeit noch ein erhöhtes Risiko von ZugausfĂ€llen und UnfĂ€llen.

Hinweise fĂŒr Menschen mit Behinderungen:
In der TĂŒrkei gibt es nur an wenigen Orten eine behindertengerechte Infrastruktur. Dies gilt auch fĂŒr öffentliche Einrichtungen. Der teilweise schlechte Zustand der Gehwege auch in GroßstĂ€dten kann die MobilitĂ€t von gehbehinderten Menschen deutlich einschrĂ€nken.

AusflĂŒge
Bei angebotenen AusflĂŒgen mit Werksbesichtigung und Kaufgelegenheiten sollten sich Reisende vorher erkundigen, wie lange diese Besuche dauern. Es besteht kein Kaufzwang. Gegen die mögliche AusĂŒbung von Druck durch Mitarbeiter der Unternehmen oder Reiseleiter sollten sich Reisende verwahren und ggf. spĂ€ter auch bei den Reiseveranstaltern beschweren.

Alkohol
Die tĂŒrkische Regulierungsbehörde fĂŒr Tabakwaren und Alkoholika (TAPDK) macht auf die Gefahr durch den Verzehr von gepanschtem Alkohol aufmerksam und empfiehlt, beim Kauf von Alkohol auf die Originalverpackung und Lizenzierung (TAPDK-Logo auf dem Flaschendeckel, unbeschĂ€digte, blau-tĂŒrkisfarbene Banderole) zu achten.

KriminalitÀt
Die TĂŒrkei zeichnet sich bislang als ein Land mit vergleichsweise gering ausgeprĂ€gter GewaltkriminalitĂ€t aus. In letzter Zeit waren jedoch auch Reisende Opfer von Gewaltverbrechen. Es wird deshalb besonders bei einem Aufenthalt an einsamen Orten und gemeinsamen Unternehmungen mit wenig bekannten Personen zu Vorsicht geraten.

Vorsicht vor Taschendieben ist besonders in der Großstadt Istanbul angezeigt. Die Zahl von StraßendiebstĂ€hlen, besonders in belebten Zonen, ist in Istanbul weiterhin hoch. Allgemein gilt, dass auf Taschen und Geldbörsen ĂŒberall da, wo Menschenmengen sind, besonders geachtet werden sollte. Vor allem im Stadtteil Beyoğlu wurden vermehrt BetrugsfĂ€lle bekannt, in denen Touristen unter einem Vorwand in einer Bar eingeladen und anschließend gezwungen wurden, zur Begleichung der extrem ĂŒberhöhten Rechnung eine grĂ¶ĂŸere Summe Bargeld von einem Geldautomaten abzuheben.

In Istanbul kommt es immer wieder zu PassdiebstĂ€hlen. Reisende sollten PĂ€sse bzw. Personalausweise aufgrund des Ausnahmezustands stets mit sich fĂŒhren und Kopien anfertigen.

Bei Zahlung mit Bank- oder Kreditkarten ist Vorsicht vor BetrĂŒgern geboten, die versuchen, unbemerkt die Bankkarte des Reisenden zu kopieren und den zugehörigen PIN-Code auszuspĂ€hen, um dann mit gefĂ€lschten Karten an Geldautomaten Geld abzuheben. Reisenden wird daher geraten, bei Zahlung ihre Bankkarte stets im Auge zu behalten und die Geheimnummer nur verdeckt einzugeben. Bei Benutzung von Bank- und Kreditkarten mit PIN-Code in Wechselstuben wird zu Vorsicht geraten.

Informationen der deutschen Botschaft Ankara zufolge sind deutsche TĂŒrkei-Urlauber nach ihrer RĂŒckkehr in das Bundesgebiet in letzter Zeit Opfer von BetrugsfĂ€llen geworden. Unter dem Vorwand einer fĂ€lligen SteuerrĂŒckzahlung oder einer GebĂŒhr fĂŒr einen Lotteriegewinn werden die Urlauber telefonisch zu einer GeldĂŒberweisung per Western Union Transfer in die TĂŒrkei veranlasst. Diese Aufforderungen entbehren jeglicher rechtlicher Grundlage. Das AuswĂ€rtige Amt empfiehlt, sich in solchen FĂ€llen vorab an die zustĂ€nden Polizeibehörden in Deutschland zu wenden.



Einreisebestimmungen fĂŒr deutsche Staatsangehörige

Reisedokumente
Die Einreise ist fĂŒr deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

VorlÀufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Ja

VorlÀufiger Personalausweis: grundsÀtzlich ja, EinschrÀnkungen s. u.

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Nicht möglich ist die Einreise in die TĂŒrkei mit einem von der Bundespolizei fĂŒr NotfĂ€lle ausgestellten Reiseausweis als Passersatz.
KindereintrĂ€ge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr gĂŒltig. Jedes Kind benötigt ein eigenes Ausweisdokument.

Empfehlungen
Die TĂŒrkei ist Vertragspartei des EuropĂ€ischen Übereinkommens ĂŒber die Regelung des Personenverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten des Europarates vom 13.12.1957.

Bei der Einreise kann der Reisepass, der vorlÀufige Reisepass, der Personalausweis oder der Kinderreisepass auch seit höchstens einem Jahr abgelaufen sein, nicht jedoch der vorlÀufige Personalausweis.
Dies gilt fĂŒr die folgenden GrenzĂŒbergĂ€nge:
– am griechisch-tĂŒrkischen GrenzĂŒbergang
– an den GrenzĂŒbergĂ€ngen in Istanbul, Izmir, Çanakkale, Muğla, Antalya, Mersin, Iskenderun und Aydın
– an den FlughĂ€fen YeƟilköy (Istanbul) und Esenboğa (Ankara).

Es kann jedoch bei der Ausreise aus der TĂŒrkei mit abgelaufenen Ausweisdokumenten, insbesondere an den Landgrenzen in Edirne und Ipsala, zu Problemen kommen. Reisenden wird empfohlen, sich bereits vor der Reise in die TĂŒrkei um gĂŒltige Ausweisdokumente zu kĂŒmmern.
Bei der Einreise mit dem vorlÀufigen Personalausweis hat es in der Vergangenheit ebenfalls Probleme gegeben, so dass die Einreise damit nicht weiter empfohlen werden kann.
Bei Einreise mit einem Reisepass muss dieses Dokument noch mindestens ĂŒber eine leere Seite verfĂŒgen.

In der Vergangenheit kam es zu ZurĂŒckweisungen an der Grenze, weil Eltern ohne gĂŒltige Einreisedokumente fĂŒr ihre Kinder einreisen wollten. In solchen FĂ€llen können auch die deutschen Auslandsvertretungen in der TĂŒrkei keine Abhilfe schaffen.
Reisenden wird empfohlen, sich stets ausweisen zu können.

Visum
Als Tourist kann man sich bis zu 90 Tage in einem Zeitraum von 180 Tagen visumfrei im Land aufhalten. KĂŒrzere, in diesen Zeitraum fallende Aufenthalte werden addiert. Damit soll die Rechtslage in der TĂŒrkei grundsĂ€tzlich der in Deutschland geltenden angepasst werden.
Die bisherige Praxis, nach einer eintĂ€gigen Ausreise einen erneuten Aufenthalt von 90 Tagen zu begrĂŒnden, ist seit dem 1. Februar 2012 nicht mehr möglich.

Personen, die sich bereits in der TĂŒrkei aufhalten und einen lĂ€ngeren Aufenthalt planen, können innerhalb von 90 Tagen nach Einreise vor Ort eine Aufenthaltserlaubnis beantragen. Dazu muss der Reisepass noch 60 Tage ĂŒber den beabsichtigten Aufenthalt hinaus gĂŒltig sein. Ist bereits vor Einreise ein Aufenthalt von mehr als 90 Tagen geplant, sollte bei einer tĂŒrkischen Auslandsvertretung ein entsprechendes Visum beantragt werden. Reisenden wird empfohlen, sich in Zweifelsfragen an die tĂŒrkischen Behörden, Konsulate oder RechtsanwĂ€lte zu wenden, insbesondere dann wenn hĂ€ufigere langfristige Aufenthalte in der TĂŒrkei beabsichtigt sind.

Deutsche Staatsangehörige, die in der Vergangenheit ein Visum zur Besteigung des Ararat eingeholt haben, benötigen fĂŒr einen darĂŒber hinausgehenden Aufenthalt in der TĂŒrkei eine Erlaubnis, die umgehend nach Ende der Bergtour bei der AuslĂ€nderpolizei der Sicherheitsdirektion der Provinz (Il Emniyet MĂŒdĂŒrlĂŒÄŸĂŒ) einzuholen ist.

Von Deutschland ausgestellte Reisedokumente oder Reiseausweise fĂŒr AuslĂ€nder anderer NationalitĂ€ten werden von der TĂŒrkei anerkannt. FĂŒr die Einreise in die TĂŒrkei wird jedoch ausnahmslos ein Visum benötigt, das vorab bei einem tĂŒrkischen Generalkonsulat einzuholen ist. TĂŒrkische Staatsangehörige sollten grundsĂ€tzlich mit einem tĂŒrkischen Pass reisen. Eine Einreise ist zwar möglich, die Ausreise aus der TĂŒrkei mit einem von deutschen Behörden ausgestellten Pass dagegen nicht immer.

Bei der Reise in die TĂŒrkei auf dem Landweg mĂŒssen auch die Einreisebestimmungen der TransitlĂ€nder beachtet werden. In Serbien sind seit dem 12.06.2010 eine Einreise und ein Aufenthalt bis zu 90 Tagen mit dem Bundespersonalausweis möglich.

Hinweise zur Einreise von MinderjÀhrigen
Besondere Vorschriften fĂŒr allein reisende MinderjĂ€hrige oder bei Reise mit nur einem sorgeberechtigten Elternteil gibt es nicht, solange ihre Ausreise aus Deutschland legal erfolgte.

Kinder tĂŒrkischer Eltern, die sowohl die deutsche als auch die tĂŒrkische Staatsangehörigkeit besitzen, benötigen zur Wiedereinreise nach Deutschland einen deutschen Kinderreisepass, Reisepass oder Personalausweis, der vor Abreise bei der zustĂ€ndigen deutschen Behörde beantragt werden muss.

Weiterreise in DrittlÀnder
GrundsĂ€tzlich ist das notwendige Visum fĂŒr eine Weiterreise in die Nachbarstaaten bereits vor der Abreise aus Deutschland bei den entsprechenden Auslandsvertretungen in Deutschland einzuholen. Eine Antragstellung bei den Konsulaten in der TĂŒrkei ist in der Regel nicht möglich.

FĂŒr Reisende, die ĂŒber die TĂŒrkei nach Afghanistan, Indien, Pakistan, Nigeria oder Tadschikistan reisen möchten, teilte das Gesundheitsministeriums der TĂŒrkei im Juli 2011 mit, dass aufgrund der hohen Anzahl an Polioerkrankungen (= KinderlĂ€hmung) in den entsprechenden LĂ€ndern der o. g. Personenkreis eine Dosis Schluckimpfung (zwei Tropfen) gegen Polio bei der Ausreise erhalten soll, sofern nicht bescheinigt werden kann, dass innerhalb des letzten Monats vor Reisebeginn eine solche Impfung bereits vorgenommen wurde. Wenn die Impfung abgelehnt wird, ist eine schriftliche ErklĂ€rung abzugeben. Eine Ablehnung der Impfung kann die Verweigerung der (Wieder)Einreise zur Folge haben.

Weiterreise nach Georgien
Die Reise von der TĂŒrkei nach Georgien ist nur mit einem gĂŒltigen Reisepass möglich.

Weiterreise in den Irak
Die Ausreise aus der TĂŒrkei in den Irak ist seit dem 01.07.2004 nur fĂŒr Inhaber eines fĂŒr Irak gĂŒltigen Visums möglich. In diesem Zusammenhang wird auf die Reisewarnung des AuswĂ€rtigen Amts fĂŒr Irak hingewiesen. Deutsche Staatsangehörige sind seit dem 01.07.2004 visumspflichtig.

Weiterreise nach Syrien
AnlĂ€sslich der aktuellen Situation in Syrien warnt das AuswĂ€rtige Amt ausdrĂŒcklich vor Reisen in dieses Land. Es wird auf die Reisewarnung des AuswĂ€rtigen Amts fĂŒr Syrien hingewiesen. Aktuellen Nachrichten zufolge hat die syrische Regierung im Grenzgebiet zwischen der TĂŒrkei und Syrien verstĂ€rkt Minen ausgelegt, um syrische Staatsangehörige an der Flucht in die TĂŒrkei zu hindern.

Es wird darauf hingewiesen, dass gerade im Grenzgebiet zwischen der TĂŒrkei und Syrien das Fotografieren strengstens verboten ist. Dies gilt auch fĂŒr vermeintlich harmlose Landschaftsaufnahmen.

Einreise in die TĂŒrkei aus LĂ€ndern, die nicht Mitgliedstaaten des Europarates sind
Die Einreise in die TĂŒrkei ist aus LĂ€ndern, die nicht Mitgliedstaaten des Europarats (wie z. B. Irak) sind, nur mit dem Reisepass möglich. 

Einreise mit dem PKW
Bei der Einreise in die TĂŒrkei mit dem Pkw ist die Vorlage eines Reisepasses nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Es wird aber dringend dazu geraten, den Reisepass mitzufĂŒhren, um bei eventueller Unkenntnis der Neuregelung vor Ort Probleme bei der Einreise zu vermeiden.

Der tĂŒrkische Zoll stellt ein Formular aus, in dem das Datum der spĂ€testen Wiederausfuhr festgelegt wird. Ein Überschreiten dieser individuell festgelegten Frist auch um nur einen Tag muss unbedingt vermieden werden, da anderenfalls erhebliche Geldstrafen, die den Wert des Fahrzeugs um ein Vielfaches ĂŒbersteigen können, und ein Strafverfahren drohen. Als Frist werden in der Regel 30 Tage eingetragen, auf Antrag auch bis zu 90 Tage.

Bitte beachten Sie, dass die grĂŒne Versicherungskarte nur im europĂ€ischen Teil der TĂŒrkei anerkannt wird. Beabsichtigen Sie mit dem Fahrzeug auch den asiatischen Teil zu bereisen, kann eine Versicherung an der Grenze fĂŒr die Dauer von mindestens 30 Tagen abgeschlossen werden. Die Kosten variieren je nach Versicherungsdauer und Fahrzeugtyp. Sinnvoll ist auch, sich bereits vor Antritt der Reise mit dem eigenen Versicherungsunternehmen in Verbindung zu setzen und prĂŒfen zu lassen, ob die Reise in den asiatischen Teil der TĂŒrkei nicht bereits in der eigenen Kfz-Versicherung enthalten ist oder gegen Aufpreis fĂŒr den Zeitraum inkludiert werden kann.

Falls der Halter des Fahrzeugs nicht identisch ist mit dem Reisenden, muss der Reisende/Fahrer ĂŒber eine Vollmacht des EigentĂŒmers verfĂŒgen, die bei einer tĂŒrkischen Auslandsvertretung in Deutschland ausgestellt oder beglaubigt sein sollte. Einzelheiten zum Verfahren klĂ€ren Sie bitte vor Abreise, um mehrtĂ€gige Wartezeiten an der Grenze zu vermeiden.

In der TĂŒrkei gilt fĂŒr Auto- und Motorradfahrer eine 0,5 Promillegrenze. FĂŒr das FĂŒhren von Lastkraftwagen, PKW mit AnhĂ€nger und Bussen (Fahrzeuge zur Personenbeförderung) gilt eine 0,0 Promillegrenze. Die Strafen bei Verkehrsdelikten wurden in jĂŒngster Zeit drastisch erhöht.

Einreisebestimmungen fĂŒr deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig Ă€ndern, ohne dass das AuswĂ€rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder ĂŒber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.



Besondere Zollvorschriften

FĂŒr Touristen gelten folgende Regeln: Die Einfuhr von Devisen in die TĂŒrkei ist unbegrenzt gestattet. Devisenausfuhr aus der TĂŒrkei ist bis zu einem Gesamtbetrag von 5.000,- US Dollar (US-$) oder Gegenwert in TL gestattet. Die beim Geldumtausch in der TĂŒrkei ausgehĂ€ndigte Quittung sollte unbedingt aufbewahrt werden, da sie bei einem RĂŒckumtausch von TL in eine auslĂ€ndische WĂ€hrung bei der Ausreise vorgelegt werden muss.

Reisende dĂŒrfen persönlichen Schmuck bis zu einem Gesamtwert von 15.000 US-$ ein- und ausfĂŒhren. Bei einem höheren Wert muss dieser bei der Einreise deklariert werden. Beim Kauf in der TĂŒrkei sind Nachweise bei der Ausfuhr erforderlich.

Im Übrigen dĂŒrfen folgende Waren bei Einreise in die TĂŒrkei pro Person mitgefĂŒhrt werden (gilt nicht fĂŒr Transitreisende):

Persönliche Habe
GegenstĂ€nde des persönlichen Gebrauchs inkl. medizinischer Artikel und Medikamente sowie Geschenkartikel bis zu einem Gesamtwert von 300,- Euro (€) dĂŒrfen zollfrei in die TĂŒrkei eingefĂŒhrt werden.

Reisemitbringsel
600 StĂŒck Zigaretten, 100 StĂŒck Zigarillos (max. 3 g/StĂŒck) oder 50 StĂŒck Zigarren, 250 g Zigarettentabak (inkl. 200 StĂŒck Zigarettenpapier), 250 g Pfeifentabak oder 200g Kautabak oder 200g blauer Tabak oder 50g Schnupftabak, 1 Liter GetrĂ€nke, die einen Alkoholgehalt ĂŒber 22% Alkohol enthalten, 1 Liter GetrĂ€nke, die einen Alkoholgehalt bis zu 22% Alkohol enthalten
(Reisende unter 18 Jahren dĂŒrfen die oben genannten GegenstĂ€nde nicht einfĂŒhren)

Eau de Cologne, Kölnisch Wasser, Lavendelwasser, ParfĂŒm, Essenz oder Lotionen (höchstens 600 ml Gesamtmenge) sowie fĂŒnf StĂŒcke Hautpflegemittel und Toilettenartikel, 1 kg Kaffee, 1 kg löslicher Kaffee, 1kg Tee, 1 kg Schokolade, 1 kg SĂŒĂŸigkeiten

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei dem Zollamt Ihres Ziellandes, z. B. www.gtb.gov.tr. Anfragen können in englischer oder französischer Sprache gestellt werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit, die tĂŒrkische Botschaft oder eines der tĂŒrkischen Generalkonsulate in Deutschland zu kontaktieren. Nur dort können Ihnen rechtsverbindliche AuskĂŒnfte gegeben werden.

Die oben genannten Angaben gelten fĂŒr die Einfuhr von Waren in die TĂŒrkei. Die Zollbestimmungen fĂŒr Deutschland können Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.

Informationen zu Hilfstransporten in die TĂŒrkei bzw. im Transitverkehr durch die TĂŒrkei in DrittlĂ€nder finden Sie unter Zollvorschriften.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Als allgemeiner Grundsatz gilt, dass in der TĂŒrkei unter Strafe steht, was auch in Deutschland verboten ist.

In der TĂŒrkei werden Drogendelikte besonders hart bestraft (10 – 20 Jahre GefĂ€ngnis fĂŒr Einfuhr, 6 – 12 Jahre GefĂ€ngnis fĂŒr Ausfuhr).

Ebenfalls hart geahndet (GefĂ€ngnisstrafe bis zu 10 Jahren) wird der Erwerb, Besitz und die Ausfuhr von „Kultur- und NaturgĂŒtern“, da diese als staatliches Eigentum gelten. Bei VerstĂ¶ĂŸen sind auch fĂŒr Touristen mehrere Monate Untersuchungshaft und hohe Kautionszahlungen (z. Zt. ca. 9.000,- €) gĂ€ngige Praxis, auch wenn es sich um AntiquitĂ€ten bzw. alt aussehende GegenstĂ€nde von vermeintlich geringem Wert handelt. In EinzelfĂ€llen wurden Haftstrafen verhĂ€ngt. Es wird daher nachdrĂŒcklich davor gewarnt, von HĂ€ndlern z. B. AntiquitĂ€ten, alte MĂŒnzen, Fossilien etc. anzukaufen oder selbst mitzunehmen. Polizei und Zollbehörden legen den Begriff “AntiquitĂ€ten” weit aus. Jeder bearbeitete Stein kann darunter fallen. Da es fĂŒr Reisende praktisch unmöglich ist, selbst zu erkennen, ob ein solcher Gegenstand als AntiquitĂ€t geschĂŒtzt ist, sollten Reisende, die ĂŒber keine entsprechende Genehmigung der zustĂ€ndigen tĂŒrkischen Behörden verfĂŒgen, generell Steine, MĂŒnzen, Fossilien und alt aussehende GegenstĂ€nde nicht in ihrem ReisegepĂ€ck auszufĂŒhren versuchen. GrundsĂ€tzlich besteht jedoch die Möglichkeit, bei den dem tĂŒrkischen Kulturministerium unterstehenden Museen und an einigen Zollstellen eine Ausfuhrgenehmigung einzuholen.

Die Einfuhr von Waffen und Schneidwerkzeug (auch Camping-Messer) ist ohne besondere Erlaubnis verboten.

Es wird dringend davon abgeraten, in der Öffentlichkeit politische Äußerungen gegen den tĂŒrkischen Staat zu machen bzw. Sympathie mit terroristischen Organisationen zu bekunden.



Medizinische Hinweise

Impfschutz
Es sind keine Impfungen bei Einreise vorgeschrieben.
Das AuswĂ€rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemĂ€ĂŸ aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes www.rki.de fĂŒr Kinder und Erwachsene anlĂ€sslich einer Reise zu ĂŒberprĂŒfen und zu vervollstĂ€ndigen. Dazu gehören auch fĂŒr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (KinderlĂ€hmung), Mumps, Masern Röteln (MMR), Influenza und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut und Typhus empfohlen. 

Malaria
Die TĂŒrkei ist nahezu malariafrei, vor allem die touristischen Regionen im SĂŒden und Westen des Landes. Nur in den Grenzregionen zu Syrien und Irak ist ein minimales Malariarisiko (Plasmodium vivax) von Mai bis Oktober nicht sicher auszuschließen.

Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-MĂŒcken. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis an den behandelnden Arzt auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig.

Krim-Kongo-HĂ€morrhagisches Fieber
Besonders in lĂ€ndlichen Gebieten treten gelegentlich FĂ€lle von Krim-Kongo-HĂ€morrhagischem Fieber auf, eine von Zecken ĂŒbertragene Viruserkrankung, die tödlich verlaufen kann.

Aufgrund der insektengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden in die Risikogebiete empfohlen:
– körperbedeckende Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
– in den Abendstunden und nachts Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
– ggf. unter einem Moskitonetz zu schlafen.

HIV / AIDS
Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder KanĂŒlen) und Bluttransfusionen besteht grundsĂ€tzlich ein Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen. Die HIV Inzidenz ist in der TĂŒrkei allerdings sehr gering (< 0,01 % der Bevölkerung).

Durchfallerkrankungen und Cholera
Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera vermeiden.  Wenn Sie Ihre Gesundheit wÀhrend Ihres Aufenthaltes nicht gefÀhrden wollen, dann beachten Sie folgende grundlegende Hinweise:
Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z. B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: kochen, schĂ€len oder desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die HĂ€nde, immer aber nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. HĂ€ndedesinfektion, wo angebracht, durchfĂŒhren, ggfs. EinmalhandtĂŒcher verwenden.

Medizinische Versorgung
Die Ă€rztlichen Behandlungsmöglichkeiten in den GroßstĂ€dten des Landes sowie in den touristischen Regionen sind in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Insbesondere die große Anzahl privater KrankenhĂ€user  bieten ein annĂ€hernd europĂ€isches Niveau. Die medizinische Versorgung in lĂ€ndlichen Gebieten ist vielfach mit Westeuropa nicht zu vergleichen und kann technisch, apparativ und hygienisch problematisch sein. Ein evtl. vorhandener gĂŒltiger Krankenversicherungsschutz (Auslandskrankenschein) ist oft nicht ausreichend. Es wird daher dringend angeraten, eine private Reisekrankenversicherung und eine zuverlĂ€ssige ReiserĂŒckholversicherung abzuschließen. Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs vor den heißen Temperaturen entsprechend geschĂŒtzt werden. Auch hierzu ist eine individuelle Beratung durch einen Tropenarzt bzw. Reisemediziner sinnvoll.

Bei EinfĂŒhrung von verschreibungspflichtigen Medikamenten fĂŒr den eigenen Bedarf ist es ratsam, eine Bescheinigung des verschreibenden Arztes mit sich zu fĂŒhren, die die medizinische Notwendigkeit bestĂ€tigt.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe z.B.: http://www.dtg.org/ oder http://www.frm-web.de/)

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine GewĂ€hr fĂŒr die Richtigkeit und VollstĂ€ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung fĂŒr eventuell eintretende SchĂ€den kann nicht ĂŒbernommen werden. FĂŒr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei lĂ€ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. FĂŒr kĂŒrzere Reisen, Einreisen aus DrittlĂ€ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhĂ€ngig von den individuellen VerhĂ€ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmĂ€ĂŸig zu empfehlen;
  • trotz grĂ¶ĂŸtmöglicher BemĂŒhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfĂŒgbaren und als vertrauenswĂŒrdig eingeschĂ€tzten Informationen des AuswĂ€rtigen Amts. Eine GewĂ€hr fĂŒr die Richtigkeit und VollstĂ€ndigkeit sowie eine Haftung fĂŒr eventuell eintretende SchĂ€den kann nicht ĂŒbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unĂŒbersichtlich und können sich rasch Ă€ndern. Die Entscheidung ĂŒber die DurchfĂŒhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewĂ€hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit Ă€ndern, ohne dass das AuswĂ€rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zustĂ€ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das AuswĂ€rtige Amt rĂ€t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit RĂŒckholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten fĂŒr erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

from Reisehinweise des AuswÀrtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2ugAuwF

TĂŒrkei

TĂŒrkei: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 20.07.2017
(UnverĂ€ndert gĂŒltig seit: 20.07.2017)

Letzte Änderungen:
Aktuelle Hinweise

Aktuelle Hinweise

Die innenpolitische Lage in der TĂŒrkei ist weiterhin angespannt. Es ist nicht auszuschließen, dass es zu vereinzelten Demonstrationen und Großveranstaltungen kommen kann.

Zuletzt waren in der TĂŒrkei in einigen FĂ€llen Deutsche von freiheitsentziehenden Maßnahmen betroffen, deren Grund oder Dauer nicht nachvollziehbar war. Hierbei wurde teilweise der konsularische Zugang entgegen völkerrechtlichen Verpflichtungen verweigert. Personen, die aus privaten oder geschĂ€ftlichen GrĂŒnden in die TĂŒrkei reisen, wird zu erhöhter Vorsicht geraten und empfohlen, sich auch bei kurzzeitigen Aufenthalten in die Krisenvorsorgeliste der Konsulate und der Botschaft einzutragen.  Die Auslandsvertretungen werden bei Festnahmen deutscher Staatsangehöriger nicht immer rechtzeitig unterrichtet, der Zugang fĂŒr die konsularische Betreuung wird nicht in allen FĂ€llen gewĂ€hrt. Seit Anfang 2017 wurde wiederholt deutschen Staatsangehörigen an den FlughĂ€fen in der TĂŒrkei die Einreise ohne Angabe genauer GrĂŒnde verweigert. Die betroffenen Personen mussten nach einer Wartezeit in Gewahrsam von mehreren Stunden ihre RĂŒckreise nach Deutschland antreten. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass ungeachtet des gesetzlichen Anspruchs deutscher Staatsangehöriger auf konsularischen Rat und Beistand, konsularischer Schutz gegenĂŒber hoheitlichen Maßnahmen der tĂŒrkischen Regierung und ihrer Behörden nicht in jedem Fall gewĂ€hrt werden kann, wenn der oder die Betroffene auch die tĂŒrkische Staatsangehörigkeit besitzt.

Nach dem gewaltsamen Putschversuch am 15.07.2016 hat die  tĂŒrkische Regierung in allen 81 Provinzen der TĂŒrkei den Notstand nach Art. 119 und 120 der tĂŒrkischen Verfassung und des Notstandgesetzes von 1983 ausgerufen. Dieser wurde erneut verlĂ€ngert und gilt zumindest bis zum 19. Oktober 2017 fort.

Auf dieser Grundlage können u.a. Ausgangssperren kurzfristig verhĂ€ngt, Durchsuchungen vorgenommen und allgemeine Personenkontrollen jederzeit durchgefĂŒhrt werden. Es kann im Einzelfall auch zu Festnahmen von Personen kommen, gegen die tĂŒrkische Behörden strafrechtlich vorgehen (etwa bei Verdacht auf Verbindungen zur sogenannten GĂŒlen-Bewegung, der verbotenen „Kurdischen Arbeiterpartei“ PKK oder tatsĂ€chlichen oder vermeintlichen terroristischen Straftaten ).

WĂ€hrend eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens kann u.a. die Ausreise untersagt werden. Unter den wĂ€hrend des Notstands geltenden Bestimmungen können VerdĂ€chtige auch bis zu 14 Tagen in Polizeigewahrsam genommen werden, bevor sie einem Haftrichter vorzufĂŒhren sind. Außerdem kann ihnen fĂŒr 24 Stunden jeglicher Kontakt zur Außenwelt verwehrt werden. Von diesen Maßnahmen, sowie von der Möglichkeit zur VerhĂ€ngung von Untersuchungshaft (nach tĂŒrkischem Recht von bis zu fĂŒnf Jahren möglich) im Anschluss an den Polizeigewahrsam, wird unter der Geltung des Notstands reger Gebrauch gemacht. Dabei genĂŒgen oft bereits geringe Verdachtsmomente.

In der TĂŒrkei ist es, insbesondere seit Mitte 2015, wiederholt zu terroristischen AnschlĂ€gen gekommen.
Es ist keinesfalls auszuschließen, dass terroristische Gruppierungen auch weiterhin versuchen werden, AnschlĂ€ge, insbesondere in den großen Metropolen, durchzufĂŒhren. Diese können sich auch gezielt gegen AuslĂ€nder richten.

Reisende sollten besonders aufmerksam sein und Menschenansammlungen und Orte, an denen sich regelmĂ€ĂŸig viele AuslĂ€nder aufhalten, möglichst meiden.

Reisenden wird ferner empfohlen, sich ĂŒber Medien und diese Reise- und Sicherheitshinweise zur weiteren Lageentwicklung informiert zu halten sowie engen Kontakt mit ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Fluglinie zu halten.

Im Reiseverkehr kann es weiterhin zu BeeintrÀchtigungen und insbesondere zu verstÀrkten Sicherheitskontrollen an den FlughÀfen kommen. 



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Terrorismus
Landesweit ist weiter mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen AnschlÀgen zu rechnen.

Der internationale Flughafen Istanbul AtatĂŒrk,  sowie wiederholt die InnenstĂ€dte von Istanbul und Ankara waren Ziele von AnschlĂ€gen mit hohen Opferzahlen, so zuletzt am 1. Januar 2017 der Nachtclub „Reina“ in Istanbul.

Die als terroristische Vereinigung gelistete „Kurdische Arbeiterpartei“ (PKK) sowie ihre Splittergruppe „Freiheitsfalken Kurdistans“ verĂŒben seit Mitte 2015 vor allem im SĂŒdosten der TĂŒrkei, aber auch in anderen Landesteilen wiederholt AnschlĂ€ge.

Aus den touristischen Reisezielen entlang der MittelmeerkĂŒste wurden bislang keine sicherheitsrelevanten Ereignisse gemeldet, bei denen auslĂ€ndische Touristen zu Schaden gekommen sind.

Die Sicherheitsvorkehrungen befinden sich landesweit auf hohem Niveau. Angesichts von AnschlĂ€gen terroristischer Gruppierungen auch gegen nicht-militĂ€rische Ziele muss aber in allen Teilen der TĂŒrkei grundsĂ€tzlich von einer terroristischen GefĂ€hrdung ausgegangen werden.

Deshalb wird Deutschen, die sich in der TĂŒrkei aufhalten oder dorthin reisen möchten, generell empfohlen, sich zur Sicherheitslage laufend, mittels dieser Reise- und Sicherheitshinweise sowie der Medienberichterstattung, informiert zu halten. Menschenansammlungen, auch auf öffentlichen PlĂ€tzen und vor touristischen Attraktionen sowie der Aufenthalt nahe Regierungs- und MilitĂ€reinrichtungen sollten gemieden werden.

In Folge des gescheiterten gewaltsamen Putschversuchs soll es vereinzelt zu aggressiven Übergriffen von AnhĂ€ngern politischer Lager gegen vermeintlich Andersdenkende kommen. Es wird dringend geraten, auf solche Eskalationen zu achten, sich umgehend zu entfernen und einen sicheren Ort aufzusuchen. Zudem sollte die Nutzung von Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennah- und Fernverkehrs auf das erforderliche Maß eingeschrĂ€nkt werden. Vorsicht ist auch geboten bei Zufallsbekanntschaften in Bars oder Restaurants.

Deutschen, die sich lÀngerfristig bzw. dauerhaft im Land aufhalten, wird ebenfalls empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen und die dort hinterlegten Kontaktdaten auf dem aktuellen Stand zu halten.

Generell wird geraten, den Anweisungen der tĂŒrkischen SicherheitskrĂ€fte Folge zu leisten.

Reisen ĂŒber Land
Auch bei Reisen ĂŒber Land wird zu besonderer Vorsicht geraten.
Das tĂŒrkische MilitĂ€r hat am 24. August 2016 mit militĂ€rischen Aktionen in Syrien begonnen.

Von Reisen in das Grenzgebiet der TĂŒrkei zu Syrien und Irak, insbesondere in die StĂ€dte Diyarbakır, Cizre, Silopi, Idil, YĂŒksekova und Nusaybin sowie generell in die Provinzen Mardin, ƞırnak und HakkĂąri wird dringend abgeraten.

In den Provinzen Hatay, Kilis, Gaziantep, ƞanlıurfa, Diyarbakır, Mardin, Batman, Bitlis, Bingöl, Siirt, MuƟ, Tunceli, ƞırnak, HakkĂąri und Van besteht ein erhöhtes Risiko fĂŒr Reisende. Alle nicht zwingend erforderlichen Reisen in diese Gebiete sollten vermieden werden. Es wird weiterhin zu grĂ¶ĂŸter Vorsicht geraten. Die aktuelle Berichterstattung in den Medien sollte aufmerksam verfolgt werden.

In den letzten Monaten wurden mehrfach „zeitweilige Sicherheitszonen“ eingerichtet und Ausgangssperren verhĂ€ngt, darunter in Cizre, Silopi, Nusaybin, in Stadtteilen von Diyarbakır und in Silvan. Sicherheitszonen und Ausgangssperren werden streng kontrolliert, das Betreten der Sicherheitszonen ist strikt verboten, eine Verletzung der Ausgangssperren kann im Falle von Kampfhandlungen lebensgefĂ€hrlich sein. Zur Einrichtung von Sicherheitszonen und VerhĂ€ngung von Ausgangssperren kam es bisher insbesondere im Gebiet sĂŒdöstlich von HakkĂąri entlang der Grenze zum Irak sowie in Diyarbakır und Umgebung sowie sĂŒdöstlich der Ortschaft Cizre (DreilĂ€ndereck TĂŒrkei – Syrien – Irak), aber auch in den Provinzen Gaziantep, Kilis, Urfa, HakkĂąri, Batman und Aǧrı.

Die tĂŒrkischen Behörden erteilen aus SicherheitsgrĂŒnden keine Erlaubnis mehr, den Berg Ararat zu besteigen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Die TĂŒrkei ist ein beliebtes Reiseland, das Touristen grundsĂ€tzlich herzlich und offen empfĂ€ngt. Wie auch in anderen UrlaubslĂ€ndern gibt es jedoch einige wichtige Punkte, die beachtet werden sollten, um einen sorglosen Aufenthalt verbringen zu können.

MilitÀrische Sperrgebiete, Sicherheitszonen und -einrichtungen
MilitĂ€rsperrgebiete sind nicht immer eindeutig gekennzeichnet und unterliegen Anpassungen. FĂŒr solche Bezirke gilt ein absolutes Verbot fĂŒr das Betreten und Fotografieren. Reisenden, die beabsichtigen, die entsprechenden Provinzen, in denen Sicherheitszonen und Sperrgebiete ausgewiesen sind, zu bereisen, wird geraten, vor Reiseantritt das fĂŒr ihren Wohnort zustĂ€ndige tĂŒrkische Generalkonsulat oder die tĂŒrkische Botschaft in Berlin zu kontaktieren, um dort nach der genauen, aktuellen Lage von Sperrgebieten und Sicherheitszonen in der bereisten Region zu fragen. Außerdem ist es empfehlenswert, sich wĂ€hrend der Reise tagesaktuell bei der örtlichen Jandarma oder der Polizei nach der Lage dieser Gebiete zu erkundigen. Von Reisen in bestimmte Gebiete im SĂŒdosten des Landes wird dringend abgeraten (s. Landesspezifische Sicherheitshinweise).

Zu beachten ist grundsĂ€tzlich, dass bezĂŒglich militĂ€rischer oder anderer der Sicherheit dienender Einrichtungen regelmĂ€ĂŸig ein Fotografier- bzw. Filmverbot besteht. Das gilt insbesondere fĂŒr Grenzanlagen. Auch wenn ein solches nicht ausdrĂŒcklich kenntlich gemacht ist, sollte im Zweifel eher von Foto- oder Filmaufnahmen absehen werden. Ganz besonders gilt dies in Grenzgebieten. Dort wird zu besonderer Vorsicht geraten.
Weisungen tĂŒrkischer SicherheitskrĂ€fte ist unbedingt Folge zu leisten.

Umgang mit sexuellen Minderheiten
HomosexualitĂ€t ist in der TĂŒrkei nicht strafbar. An der jĂ€hrlich stattfindenden Pride Parade in Istanbul nahmen bis 2014 mehrere zehntausend Menschen teil. 2015 und 2016 ist die Parade von den tĂŒrkischen Behörden jedoch untersagt worden.Es wird  auf VorfĂ€lle von Gewalt nicht-staatlicher Seite hingewiesen, bei denen es zu Übergriffen auf LGBTI Personen gekommen ist. Mit z.T. starken Vorurteilen gegenĂŒber dieser Personengruppe in der tĂŒrkischen Gesellschaft sollte deshalb gerechnet werden.

Zahlungsmittel
In vielen Gebieten der TĂŒrkei, selbst in grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten, ist es problematisch Reiseschecks einzulösen. Allerdings lĂ€sst sich mit einer deutschen EC-Karte in Verbindung mit der PIN an Geldautomaten problemlos Geld abheben (wenn beide mit dem Symbol „Maestro“ versehen sind).

Auch Kreditkarten werden als Zahlungsmittel akzeptiert. In den meisten FĂ€llen muss man dazu zusĂ€tzlich den Reisepass oder Personalausweis vorlegen. Unter Angabe der PIN kann man mit der Kreditkarte außerdem Geld bei Banken oder an entsprechend gekennzeichneten Automaten Bargeld abheben.

Taxi
GrundsĂ€tzlich bestimmt bei Taxifahrten der Taxameter den Preis, bei lĂ€ngeren Fahrten ist Handeln durchaus erlaubt. Bei viel GepĂ€ck wird z. T. ein Aufschlag verlangt. Besonders in Istanbul sollte man sich vorher ĂŒber den ungefĂ€hren Fahrpreis informieren, damit Taxifahrten nicht ungewollt zu kostspieligen Stadtrundfahrten werden. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass der Taxameter bei Fahrtantritt eingeschaltet wird. Die Hotels dienen hierbei als eine sichere Informationsquelle.

Straßenverkehr
Der tĂŒrkische Straßenverkehr, vor allen Dingen in den StĂ€dten, ist meist sehr lebhaft und dicht. Die Regeln der Straßenverkehrsordnung werden oft nicht eingehalten. Man sollte sich defensiv verhalten und sich nicht auf Auseinandersetzungen einlassen, da bei vermeintlichen oder tatsĂ€chlichen VerkehrsverstĂ¶ĂŸen aggressive Reaktionen anderer Autofahrer drohen können. 

Autofahrten nach Einbruch der Dunkelheit, auch auf grĂ¶ĂŸeren Verbindungsstraßen, sind mit erhöhten Gefahren verbunden, gerade auch im Hinblick auf die fehlende Beleuchtung, und sollten vermieden werden. Wer im Auto ĂŒbernachten möchte, sollte dazu einen bewachten Parkplatz oder Campingplatz aufsuchen.

Bei angebotenen Jeepsafaris sollten Anbieterfirmen und technischer Zustand der Fahrzeuge kritisch geprĂŒft werden, vor allem wenn die Reiseveranstalter keine GewĂ€hr ĂŒbernehmen. Die Jeeps sollten nur Personen fahren, die ĂŒber Erfahrung mit derartigen Fahrzeugtypen und Fahren auf off-road-Strecken verfĂŒgen.  

Bahnreisen
Die kĂŒrzlich eröffnete Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ankara und Istanbul wurde trotz Warnungen von Experten bereits fĂŒr den Zugverkehr geöffnet, ist jedoch bisher nicht völlig fertiggestellt. Deswegen besteht auf dieser Strecke derzeit noch ein erhöhtes Risiko von ZugausfĂ€llen und UnfĂ€llen.

Hinweise fĂŒr Menschen mit Behinderungen:
In der TĂŒrkei gibt es nur an wenigen Orten eine behindertengerechte Infrastruktur. Dies gilt auch fĂŒr öffentliche Einrichtungen. Der teilweise schlechte Zustand der Gehwege auch in GroßstĂ€dten kann die MobilitĂ€t von gehbehinderten Menschen deutlich einschrĂ€nken.

AusflĂŒge
Bei angebotenen AusflĂŒgen mit Werksbesichtigung und Kaufgelegenheiten sollten sich Reisende vorher erkundigen, wie lange diese Besuche dauern. Es besteht kein Kaufzwang. Gegen die mögliche AusĂŒbung von Druck durch Mitarbeiter der Unternehmen oder Reiseleiter sollten sich Reisende verwahren und ggf. spĂ€ter auch bei den Reiseveranstaltern beschweren.

Alkohol
Die tĂŒrkische Regulierungsbehörde fĂŒr Tabakwaren und Alkoholika (TAPDK) macht auf die Gefahr durch den Verzehr von gepanschtem Alkohol aufmerksam und empfiehlt, beim Kauf von Alkohol auf die Originalverpackung und Lizenzierung (TAPDK-Logo auf dem Flaschendeckel, unbeschĂ€digte, blau-tĂŒrkisfarbene Banderole) zu achten.

KriminalitÀt
Die TĂŒrkei zeichnet sich bislang als ein Land mit vergleichsweise gering ausgeprĂ€gter GewaltkriminalitĂ€t aus. In letzter Zeit waren jedoch auch Reisende Opfer von Gewaltverbrechen. Es wird deshalb besonders bei einem Aufenthalt an einsamen Orten und gemeinsamen Unternehmungen mit wenig bekannten Personen zu Vorsicht geraten.

Vorsicht vor Taschendieben ist besonders in der Großstadt Istanbul angezeigt. Die Zahl von StraßendiebstĂ€hlen, besonders in belebten Zonen, ist in Istanbul weiterhin hoch. Allgemein gilt, dass auf Taschen und Geldbörsen ĂŒberall da, wo Menschenmengen sind, besonders geachtet werden sollte. Vor allem im Stadtteil Beyoğlu wurden vermehrt BetrugsfĂ€lle bekannt, in denen Touristen unter einem Vorwand in einer Bar eingeladen und anschließend gezwungen wurden, zur Begleichung der extrem ĂŒberhöhten Rechnung eine grĂ¶ĂŸere Summe Bargeld von einem Geldautomaten abzuheben.

In Istanbul kommt es immer wieder zu PassdiebstĂ€hlen. Reisende sollten PĂ€sse bzw. Personalausweise aufgrund des Ausnahmezustands stets mit sich fĂŒhren und Kopien anfertigen.

Bei Zahlung mit Bank- oder Kreditkarten ist Vorsicht vor BetrĂŒgern geboten, die versuchen, unbemerkt die Bankkarte des Reisenden zu kopieren und den zugehörigen PIN-Code auszuspĂ€hen, um dann mit gefĂ€lschten Karten an Geldautomaten Geld abzuheben. Reisenden wird daher geraten, bei Zahlung ihre Bankkarte stets im Auge zu behalten und die Geheimnummer nur verdeckt einzugeben. Bei Benutzung von Bank- und Kreditkarten mit PIN-Code in Wechselstuben wird zu Vorsicht geraten.

Informationen der deutschen Botschaft Ankara zufolge sind deutsche TĂŒrkei-Urlauber nach ihrer RĂŒckkehr in das Bundesgebiet in letzter Zeit Opfer von BetrugsfĂ€llen geworden. Unter dem Vorwand einer fĂ€lligen SteuerrĂŒckzahlung oder einer GebĂŒhr fĂŒr einen Lotteriegewinn werden die Urlauber telefonisch zu einer GeldĂŒberweisung per Western Union Transfer in die TĂŒrkei veranlasst. Diese Aufforderungen entbehren jeglicher rechtlicher Grundlage. Das AuswĂ€rtige Amt empfiehlt, sich in solchen FĂ€llen vorab an die zustĂ€nden Polizeibehörden in Deutschland zu wenden.



Einreisebestimmungen fĂŒr deutsche Staatsangehörige

Reisedokumente
Die Einreise ist fĂŒr deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

VorlÀufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Ja

VorlÀufiger Personalausweis: grundsÀtzlich ja, EinschrÀnkungen s. u.

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Nicht möglich ist die Einreise in die TĂŒrkei mit einem von der Bundespolizei fĂŒr NotfĂ€lle ausgestellten Reiseausweis als Passersatz.
KindereintrĂ€ge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr gĂŒltig. Jedes Kind benötigt ein eigenes Ausweisdokument.

Empfehlungen
Die TĂŒrkei ist Vertragspartei des EuropĂ€ischen Übereinkommens ĂŒber die Regelung des Personenverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten des Europarates vom 13.12.1957.

Bei der Einreise kann der Reisepass, der vorlÀufige Reisepass, der Personalausweis oder der Kinderreisepass auch seit höchstens einem Jahr abgelaufen sein, nicht jedoch der vorlÀufige Personalausweis.
Dies gilt fĂŒr die folgenden GrenzĂŒbergĂ€nge:
– am griechisch-tĂŒrkischen GrenzĂŒbergang
– an den GrenzĂŒbergĂ€ngen in Istanbul, Izmir, Çanakkale, Muğla, Antalya, Mersin, Iskenderun und Aydın
– an den FlughĂ€fen YeƟilköy (Istanbul) und Esenboğa (Ankara).

Es kann jedoch bei der Ausreise aus der TĂŒrkei mit abgelaufenen Ausweisdokumenten, insbesondere an den Landgrenzen in Edirne und Ipsala, zu Problemen kommen. Reisenden wird empfohlen, sich bereits vor der Reise in die TĂŒrkei um gĂŒltige Ausweisdokumente zu kĂŒmmern.
Bei der Einreise mit dem vorlÀufigen Personalausweis hat es in der Vergangenheit ebenfalls Probleme gegeben, so dass die Einreise damit nicht weiter empfohlen werden kann.
Bei Einreise mit einem Reisepass muss dieses Dokument noch mindestens ĂŒber eine leere Seite verfĂŒgen.

In der Vergangenheit kam es zu ZurĂŒckweisungen an der Grenze, weil Eltern ohne gĂŒltige Einreisedokumente fĂŒr ihre Kinder einreisen wollten. In solchen FĂ€llen können auch die deutschen Auslandsvertretungen in der TĂŒrkei keine Abhilfe schaffen.
Reisenden wird empfohlen, sich stets ausweisen zu können.

Visum
Als Tourist kann man sich bis zu 90 Tage in einem Zeitraum von 180 Tagen visumfrei im Land aufhalten. KĂŒrzere, in diesen Zeitraum fallende Aufenthalte werden addiert. Damit soll die Rechtslage in der TĂŒrkei grundsĂ€tzlich der in Deutschland geltenden angepasst werden.
Die bisherige Praxis, nach einer eintĂ€gigen Ausreise einen erneuten Aufenthalt von 90 Tagen zu begrĂŒnden, ist seit dem 1. Februar 2012 nicht mehr möglich.

Personen, die sich bereits in der TĂŒrkei aufhalten und einen lĂ€ngeren Aufenthalt planen, können innerhalb von 90 Tagen nach Einreise vor Ort eine Aufenthaltserlaubnis beantragen. Dazu muss der Reisepass noch 60 Tage ĂŒber den beabsichtigten Aufenthalt hinaus gĂŒltig sein. Ist bereits vor Einreise ein Aufenthalt von mehr als 90 Tagen geplant, sollte bei einer tĂŒrkischen Auslandsvertretung ein entsprechendes Visum beantragt werden. Reisenden wird empfohlen, sich in Zweifelsfragen an die tĂŒrkischen Behörden, Konsulate oder RechtsanwĂ€lte zu wenden, insbesondere dann wenn hĂ€ufigere langfristige Aufenthalte in der TĂŒrkei beabsichtigt sind.

Deutsche Staatsangehörige, die in der Vergangenheit ein Visum zur Besteigung des Ararat eingeholt haben, benötigen fĂŒr einen darĂŒber hinausgehenden Aufenthalt in der TĂŒrkei eine Erlaubnis, die umgehend nach Ende der Bergtour bei der AuslĂ€nderpolizei der Sicherheitsdirektion der Provinz (Il Emniyet MĂŒdĂŒrlĂŒÄŸĂŒ) einzuholen ist.

Von Deutschland ausgestellte Reisedokumente oder Reiseausweise fĂŒr AuslĂ€nder anderer NationalitĂ€ten werden von der TĂŒrkei anerkannt. FĂŒr die Einreise in die TĂŒrkei wird jedoch ausnahmslos ein Visum benötigt, das vorab bei einem tĂŒrkischen Generalkonsulat einzuholen ist. TĂŒrkische Staatsangehörige sollten grundsĂ€tzlich mit einem tĂŒrkischen Pass reisen. Eine Einreise ist zwar möglich, die Ausreise aus der TĂŒrkei mit einem von deutschen Behörden ausgestellten Pass dagegen nicht immer.

Bei der Reise in die TĂŒrkei auf dem Landweg mĂŒssen auch die Einreisebestimmungen der TransitlĂ€nder beachtet werden. In Serbien sind seit dem 12.06.2010 eine Einreise und ein Aufenthalt bis zu 90 Tagen mit dem Bundespersonalausweis möglich.

Hinweise zur Einreise von MinderjÀhrigen
Besondere Vorschriften fĂŒr allein reisende MinderjĂ€hrige oder bei Reise mit nur einem sorgeberechtigten Elternteil gibt es nicht, solange ihre Ausreise aus Deutschland legal erfolgte.

Kinder tĂŒrkischer Eltern, die sowohl die deutsche als auch die tĂŒrkische Staatsangehörigkeit besitzen, benötigen zur Wiedereinreise nach Deutschland einen deutschen Kinderreisepass, Reisepass oder Personalausweis, der vor Abreise bei der zustĂ€ndigen deutschen Behörde beantragt werden muss.

Weiterreise in DrittlÀnder
GrundsĂ€tzlich ist das notwendige Visum fĂŒr eine Weiterreise in die Nachbarstaaten bereits vor der Abreise aus Deutschland bei den entsprechenden Auslandsvertretungen in Deutschland einzuholen. Eine Antragstellung bei den Konsulaten in der TĂŒrkei ist in der Regel nicht möglich.

FĂŒr Reisende, die ĂŒber die TĂŒrkei nach Afghanistan, Indien, Pakistan, Nigeria oder Tadschikistan reisen möchten, teilte das Gesundheitsministeriums der TĂŒrkei im Juli 2011 mit, dass aufgrund der hohen Anzahl an Polioerkrankungen (= KinderlĂ€hmung) in den entsprechenden LĂ€ndern der o. g. Personenkreis eine Dosis Schluckimpfung (zwei Tropfen) gegen Polio bei der Ausreise erhalten soll, sofern nicht bescheinigt werden kann, dass innerhalb des letzten Monats vor Reisebeginn eine solche Impfung bereits vorgenommen wurde. Wenn die Impfung abgelehnt wird, ist eine schriftliche ErklĂ€rung abzugeben. Eine Ablehnung der Impfung kann die Verweigerung der (Wieder)Einreise zur Folge haben.

Weiterreise nach Georgien
Die Reise von der TĂŒrkei nach Georgien ist nur mit einem gĂŒltigen Reisepass möglich.

Weiterreise in den Irak
Die Ausreise aus der TĂŒrkei in den Irak ist seit dem 01.07.2004 nur fĂŒr Inhaber eines fĂŒr Irak gĂŒltigen Visums möglich. In diesem Zusammenhang wird auf die Reisewarnung des AuswĂ€rtigen Amts fĂŒr Irak hingewiesen. Deutsche Staatsangehörige sind seit dem 01.07.2004 visumspflichtig.

Weiterreise nach Syrien
AnlĂ€sslich der aktuellen Situation in Syrien warnt das AuswĂ€rtige Amt ausdrĂŒcklich vor Reisen in dieses Land. Es wird auf die Reisewarnung des AuswĂ€rtigen Amts fĂŒr Syrien hingewiesen. Aktuellen Nachrichten zufolge hat die syrische Regierung im Grenzgebiet zwischen der TĂŒrkei und Syrien verstĂ€rkt Minen ausgelegt, um syrische Staatsangehörige an der Flucht in die TĂŒrkei zu hindern.

Es wird darauf hingewiesen, dass gerade im Grenzgebiet zwischen der TĂŒrkei und Syrien das Fotografieren strengstens verboten ist. Dies gilt auch fĂŒr vermeintlich harmlose Landschaftsaufnahmen.

Einreise in die TĂŒrkei aus LĂ€ndern, die nicht Mitgliedstaaten des Europarates sind
Die Einreise in die TĂŒrkei ist aus LĂ€ndern, die nicht Mitgliedstaaten des Europarats (wie z. B. Irak) sind, nur mit dem Reisepass möglich. 

Einreise mit dem PKW
Bei der Einreise in die TĂŒrkei mit dem Pkw ist die Vorlage eines Reisepasses nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Es wird aber dringend dazu geraten, den Reisepass mitzufĂŒhren, um bei eventueller Unkenntnis der Neuregelung vor Ort Probleme bei der Einreise zu vermeiden.

Der tĂŒrkische Zoll stellt ein Formular aus, in dem das Datum der spĂ€testen Wiederausfuhr festgelegt wird. Ein Überschreiten dieser individuell festgelegten Frist auch um nur einen Tag muss unbedingt vermieden werden, da anderenfalls erhebliche Geldstrafen, die den Wert des Fahrzeugs um ein Vielfaches ĂŒbersteigen können, und ein Strafverfahren drohen. Als Frist werden in der Regel 30 Tage eingetragen, auf Antrag auch bis zu 90 Tage.

Bitte beachten Sie, dass die grĂŒne Versicherungskarte nur im europĂ€ischen Teil der TĂŒrkei anerkannt wird. Beabsichtigen Sie mit dem Fahrzeug auch den asiatischen Teil zu bereisen, kann eine Versicherung an der Grenze fĂŒr die Dauer von mindestens 30 Tagen abgeschlossen werden. Die Kosten variieren je nach Versicherungsdauer und Fahrzeugtyp. Sinnvoll ist auch, sich bereits vor Antritt der Reise mit dem eigenen Versicherungsunternehmen in Verbindung zu setzen und prĂŒfen zu lassen, ob die Reise in den asiatischen Teil der TĂŒrkei nicht bereits in der eigenen Kfz-Versicherung enthalten ist oder gegen Aufpreis fĂŒr den Zeitraum inkludiert werden kann.

Falls der Halter des Fahrzeugs nicht identisch ist mit dem Reisenden, muss der Reisende/Fahrer ĂŒber eine Vollmacht des EigentĂŒmers verfĂŒgen, die bei einer tĂŒrkischen Auslandsvertretung in Deutschland ausgestellt oder beglaubigt sein sollte. Einzelheiten zum Verfahren klĂ€ren Sie bitte vor Abreise, um mehrtĂ€gige Wartezeiten an der Grenze zu vermeiden.

In der TĂŒrkei gilt fĂŒr Auto- und Motorradfahrer eine 0,5 Promillegrenze. FĂŒr das FĂŒhren von Lastkraftwagen, PKW mit AnhĂ€nger und Bussen (Fahrzeuge zur Personenbeförderung) gilt eine 0,0 Promillegrenze. Die Strafen bei Verkehrsdelikten wurden in jĂŒngster Zeit drastisch erhöht.

Einreisebestimmungen fĂŒr deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig Ă€ndern, ohne dass das AuswĂ€rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder ĂŒber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.



Besondere Zollvorschriften

FĂŒr Touristen gelten folgende Regeln: Die Einfuhr von Devisen in die TĂŒrkei ist unbegrenzt gestattet. Devisenausfuhr aus der TĂŒrkei ist bis zu einem Gesamtbetrag von 5.000,- US Dollar (US-$) oder Gegenwert in TL gestattet. Die beim Geldumtausch in der TĂŒrkei ausgehĂ€ndigte Quittung sollte unbedingt aufbewahrt werden, da sie bei einem RĂŒckumtausch von TL in eine auslĂ€ndische WĂ€hrung bei der Ausreise vorgelegt werden muss.

Reisende dĂŒrfen persönlichen Schmuck bis zu einem Gesamtwert von 15.000 US-$ ein- und ausfĂŒhren. Bei einem höheren Wert muss dieser bei der Einreise deklariert werden. Beim Kauf in der TĂŒrkei sind Nachweise bei der Ausfuhr erforderlich.

Im Übrigen dĂŒrfen folgende Waren bei Einreise in die TĂŒrkei pro Person mitgefĂŒhrt werden (gilt nicht fĂŒr Transitreisende):

Persönliche Habe
GegenstĂ€nde des persönlichen Gebrauchs inkl. medizinischer Artikel und Medikamente sowie Geschenkartikel bis zu einem Gesamtwert von 300,- Euro (€) dĂŒrfen zollfrei in die TĂŒrkei eingefĂŒhrt werden.

Reisemitbringsel
600 StĂŒck Zigaretten, 100 StĂŒck Zigarillos (max. 3 g/StĂŒck) oder 50 StĂŒck Zigarren, 250 g Zigarettentabak (inkl. 200 StĂŒck Zigarettenpapier), 250 g Pfeifentabak oder 200g Kautabak oder 200g blauer Tabak oder 50g Schnupftabak, 1 Liter GetrĂ€nke, die einen Alkoholgehalt ĂŒber 22% Alkohol enthalten, 1 Liter GetrĂ€nke, die einen Alkoholgehalt bis zu 22% Alkohol enthalten
(Reisende unter 18 Jahren dĂŒrfen die oben genannten GegenstĂ€nde nicht einfĂŒhren)

Eau de Cologne, Kölnisch Wasser, Lavendelwasser, ParfĂŒm, Essenz oder Lotionen (höchstens 600 ml Gesamtmenge) sowie fĂŒnf StĂŒcke Hautpflegemittel und Toilettenartikel, 1 kg Kaffee, 1 kg löslicher Kaffee, 1kg Tee, 1 kg Schokolade, 1 kg SĂŒĂŸigkeiten

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei dem Zollamt Ihres Ziellandes, z. B. www.gtb.gov.tr. Anfragen können in englischer oder französischer Sprache gestellt werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit, die tĂŒrkische Botschaft oder eines der tĂŒrkischen Generalkonsulate in Deutschland zu kontaktieren. Nur dort können Ihnen rechtsverbindliche AuskĂŒnfte gegeben werden.

Die oben genannten Angaben gelten fĂŒr die Einfuhr von Waren in die TĂŒrkei. Die Zollbestimmungen fĂŒr Deutschland können Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.

Informationen zu Hilfstransporten in die TĂŒrkei bzw. im Transitverkehr durch die TĂŒrkei in DrittlĂ€nder finden Sie unter Zollvorschriften.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Als allgemeiner Grundsatz gilt, dass in der TĂŒrkei unter Strafe steht, was auch in Deutschland verboten ist.

In der TĂŒrkei werden Drogendelikte besonders hart bestraft (10 – 20 Jahre GefĂ€ngnis fĂŒr Einfuhr, 6 – 12 Jahre GefĂ€ngnis fĂŒr Ausfuhr).

Ebenfalls hart geahndet (GefĂ€ngnisstrafe bis zu 10 Jahren) wird der Erwerb, Besitz und die Ausfuhr von „Kultur- und NaturgĂŒtern“, da diese als staatliches Eigentum gelten. Bei VerstĂ¶ĂŸen sind auch fĂŒr Touristen mehrere Monate Untersuchungshaft und hohe Kautionszahlungen (z. Zt. ca. 9.000,- €) gĂ€ngige Praxis, auch wenn es sich um AntiquitĂ€ten bzw. alt aussehende GegenstĂ€nde von vermeintlich geringem Wert handelt. In EinzelfĂ€llen wurden Haftstrafen verhĂ€ngt. Es wird daher nachdrĂŒcklich davor gewarnt, von HĂ€ndlern z. B. AntiquitĂ€ten, alte MĂŒnzen, Fossilien etc. anzukaufen oder selbst mitzunehmen. Polizei und Zollbehörden legen den Begriff “AntiquitĂ€ten” weit aus. Jeder bearbeitete Stein kann darunter fallen. Da es fĂŒr Reisende praktisch unmöglich ist, selbst zu erkennen, ob ein solcher Gegenstand als AntiquitĂ€t geschĂŒtzt ist, sollten Reisende, die ĂŒber keine entsprechende Genehmigung der zustĂ€ndigen tĂŒrkischen Behörden verfĂŒgen, generell Steine, MĂŒnzen, Fossilien und alt aussehende GegenstĂ€nde nicht in ihrem ReisegepĂ€ck auszufĂŒhren versuchen. GrundsĂ€tzlich besteht jedoch die Möglichkeit, bei den dem tĂŒrkischen Kulturministerium unterstehenden Museen und an einigen Zollstellen eine Ausfuhrgenehmigung einzuholen.

Die Einfuhr von Waffen und Schneidwerkzeug (auch Camping-Messer) ist ohne besondere Erlaubnis verboten.

Es wird dringend davon abgeraten, in der Öffentlichkeit politische Äußerungen gegen den tĂŒrkischen Staat zu machen bzw. Sympathie mit terroristischen Organisationen zu bekunden.



Medizinische Hinweise

Impfschutz
Es sind keine Impfungen bei Einreise vorgeschrieben.
Das AuswĂ€rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemĂ€ĂŸ aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes www.rki.de fĂŒr Kinder und Erwachsene anlĂ€sslich einer Reise zu ĂŒberprĂŒfen und zu vervollstĂ€ndigen. Dazu gehören auch fĂŒr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (KinderlĂ€hmung), Mumps, Masern Röteln (MMR), Influenza und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut und Typhus empfohlen. 

Malaria
Die TĂŒrkei ist nahezu malariafrei, vor allem die touristischen Regionen im SĂŒden und Westen des Landes. Nur in den Grenzregionen zu Syrien und Irak ist ein minimales Malariarisiko (Plasmodium vivax) von Mai bis Oktober nicht sicher auszuschließen.

Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-MĂŒcken. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis an den behandelnden Arzt auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig.

Krim-Kongo-HĂ€morrhagisches Fieber
Besonders in lĂ€ndlichen Gebieten treten gelegentlich FĂ€lle von Krim-Kongo-HĂ€morrhagischem Fieber auf, eine von Zecken ĂŒbertragene Viruserkrankung, die tödlich verlaufen kann.

Aufgrund der insektengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden in die Risikogebiete empfohlen:
– körperbedeckende Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
– in den Abendstunden und nachts Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
– ggf. unter einem Moskitonetz zu schlafen.

HIV / AIDS
Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder KanĂŒlen) und Bluttransfusionen besteht grundsĂ€tzlich ein Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen. Die HIV Inzidenz ist in der TĂŒrkei allerdings sehr gering (< 0,01 % der Bevölkerung).

Durchfallerkrankungen und Cholera
Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera vermeiden.  Wenn Sie Ihre Gesundheit wÀhrend Ihres Aufenthaltes nicht gefÀhrden wollen, dann beachten Sie folgende grundlegende Hinweise:
Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z. B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: kochen, schĂ€len oder desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die HĂ€nde, immer aber nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. HĂ€ndedesinfektion, wo angebracht, durchfĂŒhren, ggfs. EinmalhandtĂŒcher verwenden.

Medizinische Versorgung
Die Ă€rztlichen Behandlungsmöglichkeiten in den GroßstĂ€dten des Landes sowie in den touristischen Regionen sind in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Insbesondere die große Anzahl privater KrankenhĂ€user  bieten ein annĂ€hernd europĂ€isches Niveau. Die medizinische Versorgung in lĂ€ndlichen Gebieten ist vielfach mit Westeuropa nicht zu vergleichen und kann technisch, apparativ und hygienisch problematisch sein. Ein evtl. vorhandener gĂŒltiger Krankenversicherungsschutz (Auslandskrankenschein) ist oft nicht ausreichend. Es wird daher dringend angeraten, eine private Reisekrankenversicherung und eine zuverlĂ€ssige ReiserĂŒckholversicherung abzuschließen. Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs vor den heißen Temperaturen entsprechend geschĂŒtzt werden. Auch hierzu ist eine individuelle Beratung durch einen Tropenarzt bzw. Reisemediziner sinnvoll.

Bei EinfĂŒhrung von verschreibungspflichtigen Medikamenten fĂŒr den eigenen Bedarf ist es ratsam, eine Bescheinigung des verschreibenden Arztes mit sich zu fĂŒhren, die die medizinische Notwendigkeit bestĂ€tigt.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe z.B.: http://www.dtg.org/ oder http://www.frm-web.de/)

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine GewĂ€hr fĂŒr die Richtigkeit und VollstĂ€ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung fĂŒr eventuell eintretende SchĂ€den kann nicht ĂŒbernommen werden. FĂŒr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei lĂ€ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. FĂŒr kĂŒrzere Reisen, Einreisen aus DrittlĂ€ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhĂ€ngig von den individuellen VerhĂ€ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmĂ€ĂŸig zu empfehlen;
  • trotz grĂ¶ĂŸtmöglicher BemĂŒhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfĂŒgbaren und als vertrauenswĂŒrdig eingeschĂ€tzten Informationen des AuswĂ€rtigen Amts. Eine GewĂ€hr fĂŒr die Richtigkeit und VollstĂ€ndigkeit sowie eine Haftung fĂŒr eventuell eintretende SchĂ€den kann nicht ĂŒbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unĂŒbersichtlich und können sich rasch Ă€ndern. Die Entscheidung ĂŒber die DurchfĂŒhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewĂ€hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit Ă€ndern, ohne dass das AuswĂ€rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zustĂ€ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das AuswĂ€rtige Amt rĂ€t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit RĂŒckholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten fĂŒr erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

from Reisehinweise des AuswÀrtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2ubPR88

TĂŒrkei

TĂŒrkei: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 20.07.2017
(UnverĂ€ndert gĂŒltig seit: 20.07.2017)

Letzte Änderungen:
Aktuelle Hinweise

Aktuelle Hinweise

Die innenpolitische Lage in der TĂŒrkei ist weiterhin angespannt. Es ist nicht auszuschließen, dass es zu vereinzelten Demonstrationen und Großveranstaltungen kommen kann.

Zuletzt waren in der TĂŒrkei in einigen FĂ€llen Deutsche von freiheitsentziehenden Maßnahmen betroffen, deren Grund oder Dauer nicht nachvollziehbar war. Hierbei wurde teilweise der konsularische Zugang entgegen völkerrechtlichen Verpflichtungen verweigert. Personen, die aus privaten oder geschĂ€ftlichen GrĂŒnden in die TĂŒrkei reisen, wird zu erhöhter Vorsicht geraten und empfohlen, sich auch bei kurzzeitigen Aufenthalten in die Listen fĂŒr Deutsche im Ausland bei Konsulaten und der Botschaft einzutragen. Die Auslandsvertretungen werden bei Festnahmen deutscher Staatsangehöriger nicht immer rechtzeitig unterrichtet, der Zugang fĂŒr die konsularische Betreuung wird nicht in allen FĂ€llen gewĂ€hrt. Seit Anfang 2017 wurde wiederholt deutschen Staatsangehörigen an den FlughĂ€fen in der TĂŒrkei die Einreise ohne Angabe genauer GrĂŒnde verweigert. Die betroffenen Personen mussten nach einer Wartezeit in Gewahrsam von mehreren Stunden ihre RĂŒckreise nach Deutschland antreten. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass ungeachtet des gesetzlichen Anspruchs deutscher Staatsangehöriger auf konsularischen Rat und Beistand, konsularischer Schutz gegenĂŒber hoheitlichen Maßnahmen der tĂŒrkischen Regierung und ihrer Behörden nicht in jedem Fall gewĂ€hrt werden kann, wenn der oder die Betroffene auch die tĂŒrkische Staatsangehörigkeit besitzt.

Nach dem gewaltsamen Putschversuch am 15.07.2016 hat die  tĂŒrkische Regierung in allen 81 Provinzen der TĂŒrkei den Notstand nach Art. 119 und 120 der tĂŒrkischen Verfassung und des Notstandgesetzes von 1983 ausgerufen. Dieser wurde erneut verlĂ€ngert und gilt zumindest bis zum 19. Oktober 2017 fort.

Auf dieser Grundlage können u.a. Ausgangssperren kurzfristig verhĂ€ngt, Durchsuchungen vorgenommen und allgemeine Personenkontrollen jederzeit durchgefĂŒhrt werden. Es kann im Einzelfall auch zu Festnahmen von Personen kommen, gegen die tĂŒrkische Behörden strafrechtlich vorgehen (etwa bei Verdacht auf Verbindungen zur sogenannten GĂŒlen-Bewegung, der verbotenen „Kurdischen Arbeiterpartei“ PKK oder tatsĂ€chlichen oder vermeintlichen terroristischen Straftaten ).

WĂ€hrend eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens kann u.a. die Ausreise untersagt werden. Unter den wĂ€hrend des Notstands geltenden Bestimmungen können VerdĂ€chtige auch bis zu 14 Tagen in Polizeigewahrsam genommen werden, bevor sie einem Haftrichter vorzufĂŒhren sind. Außerdem kann ihnen fĂŒr 24 Stunden jeglicher Kontakt zur Außenwelt verwehrt werden. Von diesen Maßnahmen, sowie von der Möglichkeit zur VerhĂ€ngung von Untersuchungshaft (nach tĂŒrkischem Recht von bis zu fĂŒnf Jahren möglich) im Anschluss an den Polizeigewahrsam, wird unter der Geltung des Notstands reger Gebrauch gemacht. Dabei genĂŒgen oft bereits geringe Verdachtsmomente.

In der TĂŒrkei ist es, insbesondere seit Mitte 2015, wiederholt zu terroristischen AnschlĂ€gen gekommen.
Es ist keinesfalls auszuschließen, dass terroristische Gruppierungen auch weiterhin versuchen werden, AnschlĂ€ge, insbesondere in den großen Metropolen, durchzufĂŒhren. Diese können sich auch gezielt gegen AuslĂ€nder richten.

Reisende sollten besonders aufmerksam sein und Menschenansammlungen und Orte, an denen sich regelmĂ€ĂŸig viele AuslĂ€nder aufhalten, möglichst meiden.

Reisenden wird ferner empfohlen, sich ĂŒber Medien und diese Reise- und Sicherheitshinweise zur weiteren Lageentwicklung informiert zu halten sowie engen Kontakt mit ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Fluglinie zu halten.

Im Reiseverkehr kann es weiterhin zu BeeintrÀchtigungen und insbesondere zu verstÀrkten Sicherheitskontrollen an den FlughÀfen kommen. 



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Terrorismus
Landesweit ist weiter mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen AnschlÀgen zu rechnen.

Der internationale Flughafen Istanbul AtatĂŒrk,  sowie wiederholt die InnenstĂ€dte von Istanbul und Ankara waren Ziele von AnschlĂ€gen mit hohen Opferzahlen, so zuletzt am 1. Januar 2017 der Nachtclub „Reina“ in Istanbul.

Die als terroristische Vereinigung gelistete „Kurdische Arbeiterpartei“ (PKK) sowie ihre Splittergruppe „Freiheitsfalken Kurdistans“ verĂŒben seit Mitte 2015 vor allem im SĂŒdosten der TĂŒrkei, aber auch in anderen Landesteilen wiederholt AnschlĂ€ge.

Aus den touristischen Reisezielen entlang der MittelmeerkĂŒste wurden bislang keine sicherheitsrelevanten Ereignisse gemeldet, bei denen auslĂ€ndische Touristen zu Schaden gekommen sind.

Die Sicherheitsvorkehrungen befinden sich landesweit auf hohem Niveau. Angesichts von AnschlĂ€gen terroristischer Gruppierungen auch gegen nicht-militĂ€rische Ziele muss aber in allen Teilen der TĂŒrkei grundsĂ€tzlich von einer terroristischen GefĂ€hrdung ausgegangen werden.

Deshalb wird Deutschen, die sich in der TĂŒrkei aufhalten oder dorthin reisen möchten, generell empfohlen, sich zur Sicherheitslage laufend, mittels dieser Reise- und Sicherheitshinweise sowie der Medienberichterstattung, informiert zu halten. Menschenansammlungen, auch auf öffentlichen PlĂ€tzen und vor touristischen Attraktionen sowie der Aufenthalt nahe Regierungs- und MilitĂ€reinrichtungen sollten gemieden werden.

In Folge des gescheiterten gewaltsamen Putschversuchs soll es vereinzelt zu aggressiven Übergriffen von AnhĂ€ngern politischer Lager gegen vermeintlich Andersdenkende kommen. Es wird dringend geraten, auf solche Eskalationen zu achten, sich umgehend zu entfernen und einen sicheren Ort aufzusuchen. Zudem sollte die Nutzung von Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennah- und Fernverkehrs auf das erforderliche Maß eingeschrĂ€nkt werden. Vorsicht ist auch geboten bei Zufallsbekanntschaften in Bars oder Restaurants.

Deutschen, die sich lÀngerfristig bzw. dauerhaft im Land aufhalten, wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen und die dort hinterlegten Kontaktdaten auf dem aktuellen Stand zu halten.
Auch bei kurzfristigen Aufenthalten in den Provinzen Diyarbakır, Mardin, Batman, Bitlis, Bingöl, Siirt, MuƟ, Tunceli, ƞırnak, HakkĂąri und Van wird eine Eintragung nahe gelegt.
Generell wird geraten, den Anweisungen der tĂŒrkischen SicherheitskrĂ€fte Folge zu leisten.

Reisen ĂŒber Land
Auch bei Reisen ĂŒber Land wird zu besonderer Vorsicht geraten.
Das tĂŒrkische MilitĂ€r hat am 24. August 2016 mit militĂ€rischen Aktionen in Syrien begonnen.

Von Reisen in das Grenzgebiet der TĂŒrkei zu Syrien und Irak, insbesondere in die StĂ€dte Diyarbakır, Cizre, Silopi, Idil, YĂŒksekova und Nusaybin sowie generell in die Provinzen Mardin, ƞırnak und HakkĂąri wird dringend abgeraten.

In den Provinzen Hatay, Kilis, Gaziantep, ƞanlıurfa, Diyarbakır, Mardin, Batman, Bitlis, Bingöl, Siirt, MuƟ, Tunceli, ƞırnak, HakkĂąri und Van besteht ein erhöhtes Risiko fĂŒr Reisende. Alle nicht zwingend erforderlichen Reisen in diese Gebiete sollten vermieden werden. Es wird weiterhin zu grĂ¶ĂŸter Vorsicht geraten. Die aktuelle Berichterstattung in den Medien sollte aufmerksam verfolgt werden.

In den letzten Monaten wurden mehrfach „zeitweilige Sicherheitszonen“ eingerichtet und Ausgangssperren verhĂ€ngt, darunter in Cizre, Silopi, Nusaybin, in Stadtteilen von Diyarbakır und in Silvan. Sicherheitszonen und Ausgangssperren werden streng kontrolliert, das Betreten der Sicherheitszonen ist strikt verboten, eine Verletzung der Ausgangssperren kann im Falle von Kampfhandlungen lebensgefĂ€hrlich sein. Zur Einrichtung von Sicherheitszonen und VerhĂ€ngung von Ausgangssperren kam es bisher insbesondere im Gebiet sĂŒdöstlich von HakkĂąri entlang der Grenze zum Irak sowie in Diyarbakır und Umgebung sowie sĂŒdöstlich der Ortschaft Cizre (DreilĂ€ndereck TĂŒrkei – Syrien – Irak), aber auch in den Provinzen Gaziantep, Kilis, Urfa, HakkĂąri, Batman und Aǧrı.

Die tĂŒrkischen Behörden erteilen aus SicherheitsgrĂŒnden keine Erlaubnis mehr, den Berg Ararat zu besteigen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Die TĂŒrkei ist ein beliebtes Reiseland, das Touristen grundsĂ€tzlich herzlich und offen empfĂ€ngt. Wie auch in anderen UrlaubslĂ€ndern gibt es jedoch einige wichtige Punkte, die beachtet werden sollten, um einen sorglosen Aufenthalt verbringen zu können.

MilitÀrische Sperrgebiete, Sicherheitszonen und -einrichtungen
MilitĂ€rsperrgebiete sind nicht immer eindeutig gekennzeichnet und unterliegen Anpassungen. FĂŒr solche Bezirke gilt ein absolutes Verbot fĂŒr das Betreten und Fotografieren. Reisenden, die beabsichtigen, die entsprechenden Provinzen, in denen Sicherheitszonen und Sperrgebiete ausgewiesen sind, zu bereisen, wird geraten, vor Reiseantritt das fĂŒr ihren Wohnort zustĂ€ndige tĂŒrkische Generalkonsulat oder die tĂŒrkische Botschaft in Berlin zu kontaktieren, um dort nach der genauen, aktuellen Lage von Sperrgebieten und Sicherheitszonen in der bereisten Region zu fragen. Außerdem ist es empfehlenswert, sich wĂ€hrend der Reise tagesaktuell bei der örtlichen Jandarma oder der Polizei nach der Lage dieser Gebiete zu erkundigen. Von Reisen in bestimmte Gebiete im SĂŒdosten des Landes wird dringend abgeraten (s. Landesspezifische Sicherheitshinweise).

Zu beachten ist grundsĂ€tzlich, dass bezĂŒglich militĂ€rischer oder anderer der Sicherheit dienender Einrichtungen regelmĂ€ĂŸig ein Fotografier- bzw. Filmverbot besteht. Das gilt insbesondere fĂŒr Grenzanlagen. Auch wenn ein solches nicht ausdrĂŒcklich kenntlich gemacht ist, sollte im Zweifel eher von Foto- oder Filmaufnahmen absehen werden. Ganz besonders gilt dies in Grenzgebieten. Dort wird zu besonderer Vorsicht geraten.
Weisungen tĂŒrkischer SicherheitskrĂ€fte ist unbedingt Folge zu leisten.

Umgang mit sexuellen Minderheiten
HomosexualitĂ€t ist in der TĂŒrkei nicht strafbar. An der jĂ€hrlich stattfindenden Pride Parade in Istanbul nahmen bis 2014 mehrere zehntausend Menschen teil. 2015 und 2016 ist die Parade von den tĂŒrkischen Behörden jedoch untersagt worden.Es wird  auf VorfĂ€lle von Gewalt nicht-staatlicher Seite hingewiesen, bei denen es zu Übergriffen auf LGBTI Personen gekommen ist. Mit z.T. starken Vorurteilen gegenĂŒber dieser Personengruppe in der tĂŒrkischen Gesellschaft sollte deshalb gerechnet werden.

Zahlungsmittel
In vielen Gebieten der TĂŒrkei, selbst in grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten, ist es problematisch Reiseschecks einzulösen. Allerdings lĂ€sst sich mit einer deutschen EC-Karte in Verbindung mit der PIN an Geldautomaten problemlos Geld abheben (wenn beide mit dem Symbol „Maestro“ versehen sind).

Auch Kreditkarten werden als Zahlungsmittel akzeptiert. In den meisten FĂ€llen muss man dazu zusĂ€tzlich den Reisepass oder Personalausweis vorlegen. Unter Angabe der PIN kann man mit der Kreditkarte außerdem Geld bei Banken oder an entsprechend gekennzeichneten Automaten Bargeld abheben.

Taxi
GrundsĂ€tzlich bestimmt bei Taxifahrten der Taxameter den Preis, bei lĂ€ngeren Fahrten ist Handeln durchaus erlaubt. Bei viel GepĂ€ck wird z. T. ein Aufschlag verlangt. Besonders in Istanbul sollte man sich vorher ĂŒber den ungefĂ€hren Fahrpreis informieren, damit Taxifahrten nicht ungewollt zu kostspieligen Stadtrundfahrten werden. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass der Taxameter bei Fahrtantritt eingeschaltet wird. Die Hotels dienen hierbei als eine sichere Informationsquelle.

Straßenverkehr
Der tĂŒrkische Straßenverkehr, vor allen Dingen in den StĂ€dten, ist meist sehr lebhaft und dicht. Die Regeln der Straßenverkehrsordnung werden oft nicht eingehalten. Man sollte sich defensiv verhalten und sich nicht auf Auseinandersetzungen einlassen, da bei vermeintlichen oder tatsĂ€chlichen VerkehrsverstĂ¶ĂŸen aggressive Reaktionen anderer Autofahrer drohen können. 

Autofahrten nach Einbruch der Dunkelheit, auch auf grĂ¶ĂŸeren Verbindungsstraßen, sind mit erhöhten Gefahren verbunden, gerade auch im Hinblick auf die fehlende Beleuchtung, und sollten vermieden werden. Wer im Auto ĂŒbernachten möchte, sollte dazu einen bewachten Parkplatz oder Campingplatz aufsuchen.

Bei angebotenen Jeepsafaris sollten Anbieterfirmen und technischer Zustand der Fahrzeuge kritisch geprĂŒft werden, vor allem wenn die Reiseveranstalter keine GewĂ€hr ĂŒbernehmen. Die Jeeps sollten nur Personen fahren, die ĂŒber Erfahrung mit derartigen Fahrzeugtypen und Fahren auf off-road-Strecken verfĂŒgen.  

Bahnreisen
Die kĂŒrzlich eröffnete Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ankara und Istanbul wurde trotz Warnungen von Experten bereits fĂŒr den Zugverkehr geöffnet, ist jedoch bisher nicht völlig fertiggestellt. Deswegen besteht auf dieser Strecke derzeit noch ein erhöhtes Risiko von ZugausfĂ€llen und UnfĂ€llen.

Hinweise fĂŒr Menschen mit Behinderungen:
In der TĂŒrkei gibt es nur an wenigen Orten eine behindertengerechte Infrastruktur. Dies gilt auch fĂŒr öffentliche Einrichtungen. Der teilweise schlechte Zustand der Gehwege auch in GroßstĂ€dten kann die MobilitĂ€t von gehbehinderten Menschen deutlich einschrĂ€nken.

AusflĂŒge
Bei angebotenen AusflĂŒgen mit Werksbesichtigung und Kaufgelegenheiten sollten sich Reisende vorher erkundigen, wie lange diese Besuche dauern. Es besteht kein Kaufzwang. Gegen die mögliche AusĂŒbung von Druck durch Mitarbeiter der Unternehmen oder Reiseleiter sollten sich Reisende verwahren und ggf. spĂ€ter auch bei den Reiseveranstaltern beschweren.

Alkohol
Die tĂŒrkische Regulierungsbehörde fĂŒr Tabakwaren und Alkoholika (TAPDK) macht auf die Gefahr durch den Verzehr von gepanschtem Alkohol aufmerksam und empfiehlt, beim Kauf von Alkohol auf die Originalverpackung und Lizenzierung (TAPDK-Logo auf dem Flaschendeckel, unbeschĂ€digte, blau-tĂŒrkisfarbene Banderole) zu achten.

KriminalitÀt
Die TĂŒrkei zeichnet sich bislang als ein Land mit vergleichsweise gering ausgeprĂ€gter GewaltkriminalitĂ€t aus. In letzter Zeit waren jedoch auch Reisende Opfer von Gewaltverbrechen. Es wird deshalb besonders bei einem Aufenthalt an einsamen Orten und gemeinsamen Unternehmungen mit wenig bekannten Personen zu Vorsicht geraten.

Vorsicht vor Taschendieben ist besonders in der Großstadt Istanbul angezeigt. Die Zahl von StraßendiebstĂ€hlen, besonders in belebten Zonen, ist in Istanbul weiterhin hoch. Allgemein gilt, dass auf Taschen und Geldbörsen ĂŒberall da, wo Menschenmengen sind, besonders geachtet werden sollte. Vor allem im Stadtteil Beyoğlu wurden vermehrt BetrugsfĂ€lle bekannt, in denen Touristen unter einem Vorwand in einer Bar eingeladen und anschließend gezwungen wurden, zur Begleichung der extrem ĂŒberhöhten Rechnung eine grĂ¶ĂŸere Summe Bargeld von einem Geldautomaten abzuheben.

In Istanbul kommt es immer wieder zu PassdiebstĂ€hlen. Reisende sollten PĂ€sse bzw. Personalausweise aufgrund des Ausnahmezustands stets mit sich fĂŒhren und Kopien anfertigen.

Bei Zahlung mit Bank- oder Kreditkarten ist Vorsicht vor BetrĂŒgern geboten, die versuchen, unbemerkt die Bankkarte des Reisenden zu kopieren und den zugehörigen PIN-Code auszuspĂ€hen, um dann mit gefĂ€lschten Karten an Geldautomaten Geld abzuheben. Reisenden wird daher geraten, bei Zahlung ihre Bankkarte stets im Auge zu behalten und die Geheimnummer nur verdeckt einzugeben. Bei Benutzung von Bank- und Kreditkarten mit PIN-Code in Wechselstuben wird zu Vorsicht geraten.

Informationen der deutschen Botschaft Ankara zufolge sind deutsche TĂŒrkei-Urlauber nach ihrer RĂŒckkehr in das Bundesgebiet in letzter Zeit Opfer von BetrugsfĂ€llen geworden. Unter dem Vorwand einer fĂ€lligen SteuerrĂŒckzahlung oder einer GebĂŒhr fĂŒr einen Lotteriegewinn werden die Urlauber telefonisch zu einer GeldĂŒberweisung per Western Union Transfer in die TĂŒrkei veranlasst. Diese Aufforderungen entbehren jeglicher rechtlicher Grundlage. Das AuswĂ€rtige Amt empfiehlt, sich in solchen FĂ€llen vorab an die zustĂ€nden Polizeibehörden in Deutschland zu wenden.



Einreisebestimmungen fĂŒr deutsche Staatsangehörige

Reisedokumente
Die Einreise ist fĂŒr deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

VorlÀufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Ja

VorlÀufiger Personalausweis: grundsÀtzlich ja, EinschrÀnkungen s. u.

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Nicht möglich ist die Einreise in die TĂŒrkei mit einem von der Bundespolizei fĂŒr NotfĂ€lle ausgestellten Reiseausweis als Passersatz.
KindereintrĂ€ge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr gĂŒltig. Jedes Kind benötigt ein eigenes Ausweisdokument.

Empfehlungen
Die TĂŒrkei ist Vertragspartei des EuropĂ€ischen Übereinkommens ĂŒber die Regelung des Personenverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten des Europarates vom 13.12.1957.

Bei der Einreise kann der Reisepass, der vorlÀufige Reisepass, der Personalausweis oder der Kinderreisepass auch seit höchstens einem Jahr abgelaufen sein, nicht jedoch der vorlÀufige Personalausweis.
Dies gilt fĂŒr die folgenden GrenzĂŒbergĂ€nge:
– am griechisch-tĂŒrkischen GrenzĂŒbergang
– an den GrenzĂŒbergĂ€ngen in Istanbul, Izmir, Çanakkale, Muğla, Antalya, Mersin, Iskenderun und Aydın
– an den FlughĂ€fen YeƟilköy (Istanbul) und Esenboğa (Ankara).

Es kann jedoch bei der Ausreise aus der TĂŒrkei mit abgelaufenen Ausweisdokumenten, insbesondere an den Landgrenzen in Edirne und Ipsala, zu Problemen kommen. Reisenden wird empfohlen, sich bereits vor der Reise in die TĂŒrkei um gĂŒltige Ausweisdokumente zu kĂŒmmern.
Bei der Einreise mit dem vorlÀufigen Personalausweis hat es in der Vergangenheit ebenfalls Probleme gegeben, so dass die Einreise damit nicht weiter empfohlen werden kann.
Bei Einreise mit einem Reisepass muss dieses Dokument noch mindestens ĂŒber eine leere Seite verfĂŒgen.

In der Vergangenheit kam es zu ZurĂŒckweisungen an der Grenze, weil Eltern ohne gĂŒltige Einreisedokumente fĂŒr ihre Kinder einreisen wollten. In solchen FĂ€llen können auch die deutschen Auslandsvertretungen in der TĂŒrkei keine Abhilfe schaffen.
Reisenden wird empfohlen, sich stets ausweisen zu können.

Visum
Als Tourist kann man sich bis zu 90 Tage in einem Zeitraum von 180 Tagen visumfrei im Land aufhalten. KĂŒrzere, in diesen Zeitraum fallende Aufenthalte werden addiert. Damit soll die Rechtslage in der TĂŒrkei grundsĂ€tzlich der in Deutschland geltenden angepasst werden.
Die bisherige Praxis, nach einer eintĂ€gigen Ausreise einen erneuten Aufenthalt von 90 Tagen zu begrĂŒnden, ist seit dem 1. Februar 2012 nicht mehr möglich.

Personen, die sich bereits in der TĂŒrkei aufhalten und einen lĂ€ngeren Aufenthalt planen, können innerhalb von 90 Tagen nach Einreise vor Ort eine Aufenthaltserlaubnis beantragen. Dazu muss der Reisepass noch 60 Tage ĂŒber den beabsichtigten Aufenthalt hinaus gĂŒltig sein. Ist bereits vor Einreise ein Aufenthalt von mehr als 90 Tagen geplant, sollte bei einer tĂŒrkischen Auslandsvertretung ein entsprechendes Visum beantragt werden. Reisenden wird empfohlen, sich in Zweifelsfragen an die tĂŒrkischen Behörden, Konsulate oder RechtsanwĂ€lte zu wenden, insbesondere dann wenn hĂ€ufigere langfristige Aufenthalte in der TĂŒrkei beabsichtigt sind.

Deutsche Staatsangehörige, die in der Vergangenheit ein Visum zur Besteigung des Ararat eingeholt haben, benötigen fĂŒr einen darĂŒber hinausgehenden Aufenthalt in der TĂŒrkei eine Erlaubnis, die umgehend nach Ende der Bergtour bei der AuslĂ€nderpolizei der Sicherheitsdirektion der Provinz (Il Emniyet MĂŒdĂŒrlĂŒÄŸĂŒ) einzuholen ist.

Von Deutschland ausgestellte Reisedokumente oder Reiseausweise fĂŒr AuslĂ€nder anderer NationalitĂ€ten werden von der TĂŒrkei anerkannt. FĂŒr die Einreise in die TĂŒrkei wird jedoch ausnahmslos ein Visum benötigt, das vorab bei einem tĂŒrkischen Generalkonsulat einzuholen ist. TĂŒrkische Staatsangehörige sollten grundsĂ€tzlich mit einem tĂŒrkischen Pass reisen. Eine Einreise ist zwar möglich, die Ausreise aus der TĂŒrkei mit einem von deutschen Behörden ausgestellten Pass dagegen nicht immer.

Bei der Reise in die TĂŒrkei auf dem Landweg mĂŒssen auch die Einreisebestimmungen der TransitlĂ€nder beachtet werden. In Serbien sind seit dem 12.06.2010 eine Einreise und ein Aufenthalt bis zu 90 Tagen mit dem Bundespersonalausweis möglich.

Hinweise zur Einreise von MinderjÀhrigen
Besondere Vorschriften fĂŒr allein reisende MinderjĂ€hrige oder bei Reise mit nur einem sorgeberechtigten Elternteil gibt es nicht, solange ihre Ausreise aus Deutschland legal erfolgte.

Kinder tĂŒrkischer Eltern, die sowohl die deutsche als auch die tĂŒrkische Staatsangehörigkeit besitzen, benötigen zur Wiedereinreise nach Deutschland einen deutschen Kinderreisepass, Reisepass oder Personalausweis, der vor Abreise bei der zustĂ€ndigen deutschen Behörde beantragt werden muss.

Weiterreise in DrittlÀnder
GrundsĂ€tzlich ist das notwendige Visum fĂŒr eine Weiterreise in die Nachbarstaaten bereits vor der Abreise aus Deutschland bei den entsprechenden Auslandsvertretungen in Deutschland einzuholen. Eine Antragstellung bei den Konsulaten in der TĂŒrkei ist in der Regel nicht möglich.

FĂŒr Reisende, die ĂŒber die TĂŒrkei nach Afghanistan, Indien, Pakistan, Nigeria oder Tadschikistan reisen möchten, teilte das Gesundheitsministeriums der TĂŒrkei im Juli 2011 mit, dass aufgrund der hohen Anzahl an Polioerkrankungen (= KinderlĂ€hmung) in den entsprechenden LĂ€ndern der o. g. Personenkreis eine Dosis Schluckimpfung (zwei Tropfen) gegen Polio bei der Ausreise erhalten soll, sofern nicht bescheinigt werden kann, dass innerhalb des letzten Monats vor Reisebeginn eine solche Impfung bereits vorgenommen wurde. Wenn die Impfung abgelehnt wird, ist eine schriftliche ErklĂ€rung abzugeben. Eine Ablehnung der Impfung kann die Verweigerung der (Wieder)Einreise zur Folge haben.

Weiterreise nach Georgien
Die Reise von der TĂŒrkei nach Georgien ist nur mit einem gĂŒltigen Reisepass möglich.

Weiterreise in den Irak
Die Ausreise aus der TĂŒrkei in den Irak ist seit dem 01.07.2004 nur fĂŒr Inhaber eines fĂŒr Irak gĂŒltigen Visums möglich. In diesem Zusammenhang wird auf die Reisewarnung des AuswĂ€rtigen Amts fĂŒr Irak hingewiesen. Deutsche Staatsangehörige sind seit dem 01.07.2004 visumspflichtig.

Weiterreise nach Syrien
AnlĂ€sslich der aktuellen Situation in Syrien warnt das AuswĂ€rtige Amt ausdrĂŒcklich vor Reisen in dieses Land. Es wird auf die Reisewarnung des AuswĂ€rtigen Amts fĂŒr Syrien hingewiesen. Aktuellen Nachrichten zufolge hat die syrische Regierung im Grenzgebiet zwischen der TĂŒrkei und Syrien verstĂ€rkt Minen ausgelegt, um syrische Staatsangehörige an der Flucht in die TĂŒrkei zu hindern.

Es wird darauf hingewiesen, dass gerade im Grenzgebiet zwischen der TĂŒrkei und Syrien das Fotografieren strengstens verboten ist. Dies gilt auch fĂŒr vermeintlich harmlose Landschaftsaufnahmen.

Einreise in die TĂŒrkei aus LĂ€ndern, die nicht Mitgliedstaaten des Europarates sind
Die Einreise in die TĂŒrkei ist aus LĂ€ndern, die nicht Mitgliedstaaten des Europarats (wie z. B. Irak) sind, nur mit dem Reisepass möglich. 

Einreise mit dem PKW
Bei der Einreise in die TĂŒrkei mit dem Pkw ist die Vorlage eines Reisepasses nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Es wird aber dringend dazu geraten, den Reisepass mitzufĂŒhren, um bei eventueller Unkenntnis der Neuregelung vor Ort Probleme bei der Einreise zu vermeiden.

Der tĂŒrkische Zoll stellt ein Formular aus, in dem das Datum der spĂ€testen Wiederausfuhr festgelegt wird. Ein Überschreiten dieser individuell festgelegten Frist auch um nur einen Tag muss unbedingt vermieden werden, da anderenfalls erhebliche Geldstrafen, die den Wert des Fahrzeugs um ein Vielfaches ĂŒbersteigen können, und ein Strafverfahren drohen. Als Frist werden in der Regel 30 Tage eingetragen, auf Antrag auch bis zu 90 Tage.

Bitte beachten Sie, dass die grĂŒne Versicherungskarte nur im europĂ€ischen Teil der TĂŒrkei anerkannt wird. Beabsichtigen Sie mit dem Fahrzeug auch den asiatischen Teil zu bereisen, kann eine Versicherung an der Grenze fĂŒr die Dauer von mindestens 30 Tagen abgeschlossen werden. Die Kosten variieren je nach Versicherungsdauer und Fahrzeugtyp. Sinnvoll ist auch, sich bereits vor Antritt der Reise mit dem eigenen Versicherungsunternehmen in Verbindung zu setzen und prĂŒfen zu lassen, ob die Reise in den asiatischen Teil der TĂŒrkei nicht bereits in der eigenen Kfz-Versicherung enthalten ist oder gegen Aufpreis fĂŒr den Zeitraum inkludiert werden kann.

Falls der Halter des Fahrzeugs nicht identisch ist mit dem Reisenden, muss der Reisende/Fahrer ĂŒber eine Vollmacht des EigentĂŒmers verfĂŒgen, die bei einer tĂŒrkischen Auslandsvertretung in Deutschland ausgestellt oder beglaubigt sein sollte. Einzelheiten zum Verfahren klĂ€ren Sie bitte vor Abreise, um mehrtĂ€gige Wartezeiten an der Grenze zu vermeiden.

In der TĂŒrkei gilt fĂŒr Auto- und Motorradfahrer eine 0,5 Promillegrenze. FĂŒr das FĂŒhren von Lastkraftwagen, PKW mit AnhĂ€nger und Bussen (Fahrzeuge zur Personenbeförderung) gilt eine 0,0 Promillegrenze. Die Strafen bei Verkehrsdelikten wurden in jĂŒngster Zeit drastisch erhöht.

Einreisebestimmungen fĂŒr deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig Ă€ndern, ohne dass das AuswĂ€rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder ĂŒber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.



Besondere Zollvorschriften

FĂŒr Touristen gelten folgende Regeln: Die Einfuhr von Devisen in die TĂŒrkei ist unbegrenzt gestattet. Devisenausfuhr aus der TĂŒrkei ist bis zu einem Gesamtbetrag von 5.000,- US Dollar (US-$) oder Gegenwert in TL gestattet. Die beim Geldumtausch in der TĂŒrkei ausgehĂ€ndigte Quittung sollte unbedingt aufbewahrt werden, da sie bei einem RĂŒckumtausch von TL in eine auslĂ€ndische WĂ€hrung bei der Ausreise vorgelegt werden muss.

Reisende dĂŒrfen persönlichen Schmuck bis zu einem Gesamtwert von 15.000 US-$ ein- und ausfĂŒhren. Bei einem höheren Wert muss dieser bei der Einreise deklariert werden. Beim Kauf in der TĂŒrkei sind Nachweise bei der Ausfuhr erforderlich.

Im Übrigen dĂŒrfen folgende Waren bei Einreise in die TĂŒrkei pro Person mitgefĂŒhrt werden (gilt nicht fĂŒr Transitreisende):

Persönliche Habe
GegenstĂ€nde des persönlichen Gebrauchs inkl. medizinischer Artikel und Medikamente sowie Geschenkartikel bis zu einem Gesamtwert von 300,- Euro (€) dĂŒrfen zollfrei in die TĂŒrkei eingefĂŒhrt werden.

Reisemitbringsel
600 StĂŒck Zigaretten, 100 StĂŒck Zigarillos (max. 3 g/StĂŒck) oder 50 StĂŒck Zigarren, 250 g Zigarettentabak (inkl. 200 StĂŒck Zigarettenpapier), 250 g Pfeifentabak oder 200g Kautabak oder 200g blauer Tabak oder 50g Schnupftabak, 1 Liter GetrĂ€nke, die einen Alkoholgehalt ĂŒber 22% Alkohol enthalten, 1 Liter GetrĂ€nke, die einen Alkoholgehalt bis zu 22% Alkohol enthalten
(Reisende unter 18 Jahren dĂŒrfen die oben genannten GegenstĂ€nde nicht einfĂŒhren)

Eau de Cologne, Kölnisch Wasser, Lavendelwasser, ParfĂŒm, Essenz oder Lotionen (höchstens 600 ml Gesamtmenge) sowie fĂŒnf StĂŒcke Hautpflegemittel und Toilettenartikel, 1 kg Kaffee, 1 kg löslicher Kaffee, 1kg Tee, 1 kg Schokolade, 1 kg SĂŒĂŸigkeiten

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei dem Zollamt Ihres Ziellandes, z. B. www.gtb.gov.tr. Anfragen können in englischer oder französischer Sprache gestellt werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit, die tĂŒrkische Botschaft oder eines der tĂŒrkischen Generalkonsulate in Deutschland zu kontaktieren. Nur dort können Ihnen rechtsverbindliche AuskĂŒnfte gegeben werden.

Die oben genannten Angaben gelten fĂŒr die Einfuhr von Waren in die TĂŒrkei. Die Zollbestimmungen fĂŒr Deutschland können Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.

Informationen zu Hilfstransporten in die TĂŒrkei bzw. im Transitverkehr durch die TĂŒrkei in DrittlĂ€nder finden Sie unter Zollvorschriften.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Als allgemeiner Grundsatz gilt, dass in der TĂŒrkei unter Strafe steht, was auch in Deutschland verboten ist.

In der TĂŒrkei werden Drogendelikte besonders hart bestraft (10 – 20 Jahre GefĂ€ngnis fĂŒr Einfuhr, 6 – 12 Jahre GefĂ€ngnis fĂŒr Ausfuhr).

Ebenfalls hart geahndet (GefĂ€ngnisstrafe bis zu 10 Jahren) wird der Erwerb, Besitz und die Ausfuhr von „Kultur- und NaturgĂŒtern“, da diese als staatliches Eigentum gelten. Bei VerstĂ¶ĂŸen sind auch fĂŒr Touristen mehrere Monate Untersuchungshaft und hohe Kautionszahlungen (z. Zt. ca. 9.000,- €) gĂ€ngige Praxis, auch wenn es sich um AntiquitĂ€ten bzw. alt aussehende GegenstĂ€nde von vermeintlich geringem Wert handelt. In EinzelfĂ€llen wurden Haftstrafen verhĂ€ngt. Es wird daher nachdrĂŒcklich davor gewarnt, von HĂ€ndlern z. B. AntiquitĂ€ten, alte MĂŒnzen, Fossilien etc. anzukaufen oder selbst mitzunehmen. Polizei und Zollbehörden legen den Begriff “AntiquitĂ€ten” weit aus. Jeder bearbeitete Stein kann darunter fallen. Da es fĂŒr Reisende praktisch unmöglich ist, selbst zu erkennen, ob ein solcher Gegenstand als AntiquitĂ€t geschĂŒtzt ist, sollten Reisende, die ĂŒber keine entsprechende Genehmigung der zustĂ€ndigen tĂŒrkischen Behörden verfĂŒgen, generell Steine, MĂŒnzen, Fossilien und alt aussehende GegenstĂ€nde nicht in ihrem ReisegepĂ€ck auszufĂŒhren versuchen. GrundsĂ€tzlich besteht jedoch die Möglichkeit, bei den dem tĂŒrkischen Kulturministerium unterstehenden Museen und an einigen Zollstellen eine Ausfuhrgenehmigung einzuholen.

Die Einfuhr von Waffen und Schneidwerkzeug (auch Camping-Messer) ist ohne besondere Erlaubnis verboten.

Es wird dringend davon abgeraten, in der Öffentlichkeit politische Äußerungen gegen den tĂŒrkischen Staat zu machen bzw. Sympathie mit terroristischen Organisationen zu bekunden.



Medizinische Hinweise

Impfschutz
Es sind keine Impfungen bei Einreise vorgeschrieben.
Das AuswĂ€rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemĂ€ĂŸ aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes www.rki.de fĂŒr Kinder und Erwachsene anlĂ€sslich einer Reise zu ĂŒberprĂŒfen und zu vervollstĂ€ndigen. Dazu gehören auch fĂŒr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Polio (KinderlĂ€hmung), Mumps, Masern Röteln (MMR), Influenza und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut und Typhus empfohlen. 

Malaria
Die TĂŒrkei ist nahezu malariafrei, vor allem die touristischen Regionen im SĂŒden und Westen des Landes. Nur in den Grenzregionen zu Syrien und Irak ist ein minimales Malariarisiko (Plasmodium vivax) von Mai bis Oktober nicht sicher auszuschließen.

Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles-MĂŒcken. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis an den behandelnden Arzt auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig.

Krim-Kongo-HĂ€morrhagisches Fieber
Besonders in lĂ€ndlichen Gebieten treten gelegentlich FĂ€lle von Krim-Kongo-HĂ€morrhagischem Fieber auf, eine von Zecken ĂŒbertragene Viruserkrankung, die tödlich verlaufen kann.

Aufgrund der insektengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden in die Risikogebiete empfohlen:
– körperbedeckende Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
– in den Abendstunden und nachts Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
– ggf. unter einem Moskitonetz zu schlafen.

HIV / AIDS
Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder KanĂŒlen) und Bluttransfusionen besteht grundsĂ€tzlich ein Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen. Die HIV Inzidenz ist in der TĂŒrkei allerdings sehr gering (< 0,01 % der Bevölkerung).

Durchfallerkrankungen und Cholera
Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera vermeiden.  Wenn Sie Ihre Gesundheit wÀhrend Ihres Aufenthaltes nicht gefÀhrden wollen, dann beachten Sie folgende grundlegende Hinweise:
Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z. B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: kochen, schĂ€len oder desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die HĂ€nde, immer aber nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. HĂ€ndedesinfektion, wo angebracht, durchfĂŒhren, ggfs. EinmalhandtĂŒcher verwenden.

Medizinische Versorgung
Die Ă€rztlichen Behandlungsmöglichkeiten in den GroßstĂ€dten des Landes sowie in den touristischen Regionen sind in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Insbesondere die große Anzahl privater KrankenhĂ€user  bieten ein annĂ€hernd europĂ€isches Niveau. Die medizinische Versorgung in lĂ€ndlichen Gebieten ist vielfach mit Westeuropa nicht zu vergleichen und kann technisch, apparativ und hygienisch problematisch sein. Ein evtl. vorhandener gĂŒltiger Krankenversicherungsschutz (Auslandskrankenschein) ist oft nicht ausreichend. Es wird daher dringend angeraten, eine private Reisekrankenversicherung und eine zuverlĂ€ssige ReiserĂŒckholversicherung abzuschließen. Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs vor den heißen Temperaturen entsprechend geschĂŒtzt werden. Auch hierzu ist eine individuelle Beratung durch einen Tropenarzt bzw. Reisemediziner sinnvoll.

Bei EinfĂŒhrung von verschreibungspflichtigen Medikamenten fĂŒr den eigenen Bedarf ist es ratsam, eine Bescheinigung des verschreibenden Arztes mit sich zu fĂŒhren, die die medizinische Notwendigkeit bestĂ€tigt.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe z.B.: http://www.dtg.org/ oder http://www.frm-web.de/)

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine GewĂ€hr fĂŒr die Richtigkeit und VollstĂ€ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung fĂŒr eventuell eintretende SchĂ€den kann nicht ĂŒbernommen werden. FĂŒr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei lĂ€ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. FĂŒr kĂŒrzere Reisen, Einreisen aus DrittlĂ€ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhĂ€ngig von den individuellen VerhĂ€ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmĂ€ĂŸig zu empfehlen;
  • trotz grĂ¶ĂŸtmöglicher BemĂŒhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfĂŒgbaren und als vertrauenswĂŒrdig eingeschĂ€tzten Informationen des AuswĂ€rtigen Amts. Eine GewĂ€hr fĂŒr die Richtigkeit und VollstĂ€ndigkeit sowie eine Haftung fĂŒr eventuell eintretende SchĂ€den kann nicht ĂŒbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unĂŒbersichtlich und können sich rasch Ă€ndern. Die Entscheidung ĂŒber die DurchfĂŒhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewĂ€hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit Ă€ndern, ohne dass das AuswĂ€rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zustĂ€ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das AuswĂ€rtige Amt rĂ€t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit RĂŒckholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten fĂŒr erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

from Reisehinweise des AuswÀrtigen Amts mehr auf http://ift.tt/2tJM5B5

Indien

Indien: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 17.07.2017
(UnverĂ€ndert gĂŒltig seit: 17.07.2017)

Letzte Änderungen:
Medizinische Hinweise

Aktuelle Hinweise

Westbengalen
In der Region um Darjeeling im Bundesstaat Westbengalen haben jĂŒngst Auseinandersetzungen mit separatistischen Gruppen (Angehörige der ethnischen Gorkha) zu gewalttĂ€tigen Demonstrationen und EinschrĂ€nkungen des öffentlichen Lebens gefĂŒhrt.

Landesteil Kaschmir
Seit mehreren Monaten kommt es in Kaschmir bei Demonstrationen und Generalstreiks immer wieder zu ZusammenstĂ¶ĂŸen zwischen Demonstranten und SicherheitskrĂ€ften. Teilweise wurden Ausgangssperren verhĂ€ngt.
Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen in den Landesteil Kaschmir, einschließlich Srinagar, wird abgeraten.

Reisenden nach Darjeeling, Kalimpong und Umgebung sowie nach Kaschmir wird empfohlen, sich von Menschenansammlungen fernzuhalten, besondere Vorsicht walten zu lassen und sich unmittelbar vor und wĂ€hrend der Reise laufend ĂŒber die aktuelle Lage zu informieren und Hinweisen lokaler Behörden, auch bei Straßensperren, Folge zu leisten.

 



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Terrorismus
Die Sicherheitslage in Indien bleibt vor dem Hintergrund zahlreicher schwerer TerroranschlĂ€ge in den letzten Jahren angespannt. Angesichts der terroristischen Gefahren wird landesweit zu besonderer Wachsamkeit geraten, insbesondere beim Besuch von MĂ€rkten und öffentlichen PlĂ€tzen, bei großen Menschenansammlungen sowie in der NĂ€he von RegierungsgebĂ€uden und nationalen Wahrzeichen. Dies gilt insbesondere im zeitlichen Umfeld staatlicher und religiöser Feiertage sowie von Großereignissen. Es muss davon ausgegangen werden, dass insbesondere New Delhi und andere Metropolen des Landes im Fokus terroristischer AktivitĂ€ten stehen. Die AnschlĂ€ge der letzten Jahre bestĂ€tigen die Tendenz, dass auch touristisch frequentierte Orte zunehmend ins Visier der Terroristen geraten.

Allgemeine KriminalitÀt
Das Risiko, dem auslĂ€ndische Reisende durch GewaltkriminalitĂ€t ausgesetzt sind, ist in den touristisch erschlossenen Gebieten Indiens eher gering. Reisende sollten sich dennoch stets von Vorsicht leiten lassen. Situationsangemessenes und kulturbewusstes Verhalten empfiehlt sich vor dem Hintergrund der Berichte ĂŒber sexuelle Übergriffe vor allem auch fĂŒr alleinreisende Frauen.

Touristen in New Delhi und anderen indischen StĂ€dten werden gelegentlich von örtlichen Reiseveranstaltern (vornehmlich im Stadtzentrum von New Delhi „Connaught Place“) mit aggressiven Verkaufsmethoden zum Kauf ĂŒberteuerter Reisen genötigt. Diese BĂŒros geben sich regelmĂ€ĂŸig als „staatlich anerkannt“ aus, um besondere QualitĂ€t und Reputation vorzugeben. Örtliche Taxifahrer arbeiten mitunter mit diesen Veranstaltern zusammen und fahren Touristen gezielt dorthin, insbesondere direkt nach Ankunft am Flughafen in Delhi. Reisende sollten bei Reisebuchungen in indischen ReisebĂŒros besonders wachsam sein. Reisende, die in BedrĂ€ngnis geraten, sollte auf unverzĂŒgliche Kontaktaufnahme mit der lokalen Polizei (in Delhi die spezielle 24 Stunden operierende „Tourist Police“, Notruf 100) bestehen.

Es wird darauf hingewiesen, dass Touristen – besonders in Rajasthan und Goa – wiederholt Opfer gut organisierter TrickbetrĂŒger geworden sind, u. a. ĂŒber das Angebot lukrativer JuwelengeschĂ€fte.

Bundesstaat Jammu und Kaschmir (siehe auch aktuelle Hinweise)
Seit September 2016 kommt es wieder verstĂ€rkt zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen indischen und pakistanischen Truppen wie auch mit verschiedenen Separatistengruppen entlang der internationalen Grenze und der Waffenstillstandslinie (LoC) in Jammu und Kaschmir. Es wird empfohlen, vor Reisen in die Region aktuelle Informationen ĂŒber die Sicherheitslage einzuholen und den Anweisungen der lokalen Behörden Folge zu leisten.

Unbedingt erforderliche Reisen nach Srinagar sollten auf dem Luftweg erfolgen. Wegen der Gefahr terroristischer Gewalttaten und unvorhersehbaren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei bzw. Armee wird jedoch stets zu besonderer Vorsicht geraten. Unmittelbar vor und wĂ€hrend der Reise in den Landesteil Kaschmir sollten aktuelle Informationen ĂŒber die Sicherheits- und Infrastrukturlage eingeholt werden.  

Der Kaschmirkonflikt hat in den vergangenen Jahrzehnten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und SicherheitskrĂ€ften und zu zahlreichen BombenanschlĂ€gen mit vielen Todesopfern gefĂŒhrt. Gegen AuslĂ€nder gerichtete Einzelaktionen (auch EntfĂŒhrungen) können in der gesamten Region nicht ausgeschlossen werden.

Landesteil Jammu
In Jammu ist die Sicherheitslage grundsĂ€tzlich stabil. Allerdings kann es auch hier zu unvorhersehbaren gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und SicherheitskrĂ€ften kommen, sodass unmittelbar vor einer Reise nach Jammu aktuelle Informationen eingeholt und vor Ort grĂ¶ĂŸere Menschenansammlungen vermieden werden sollten.

Landesteil Ladakh
Trekkern wird dringend geraten, sich hinsichtlich der Auswahl der Trekkingrouten vor Ort von vertrauenswĂŒrdigen und ortskundigen FĂŒhrern beraten zu lassen. Generell wird dringend abgeraten, allein oder mit einem nicht ausgewiesenen FĂŒhrer durch diese Gegenden zu trekken, per Autostopp zu reisen oder an einsamen PlĂ€tzen zu zelten.
Wegen erheblicher Sicherheitsrisiken sollten in Ladakh die Grenzgebiete gemieden werden. In diesem Zusammenhang wird auf die Genehmigungspflicht von Reisen in grenznahe Gebiete durch die indischen Behörden verwiesen.

Nordosten
In den nordöstlichen  Bundesstaaten  Indiens – (Arunachal Pradesh, Assam, Nagaland, Manipur, Meghalaya, Mizoram und Tripura) –  sind in einigen Regionen noch militante politische Gruppen und auch kriminelle Banden aktiv. Touristen sind zumindest bisher nicht Ziel von AnschlĂ€gen und EntfĂŒhrungen, können aber dennoch leicht in Gefahr geraten.

Bei Reisen in den Nordosten Indiens sollten sich Reisende daher auf sicherheitsbewusste, zuverlĂ€ssige lokale Partner (Reiseveranstalter, Hotels/Ressorts, GeschĂ€ftspartner) verlassen und sich situationsgerecht verhalten. FĂŒr einige Gebiete sind zusĂ€tzlich zum Visum Einreisegenehmigungen erforderlich. Es wird empfohlen, zur aktuellen Sicherheitslage und zu eventuellen besonderen Genehmigungserfordernissen kurz vor einer Reise in den Nordosten Indiens aktuelle Informationen, z. B. von lokalen Reiseveranstaltern, einzuholen.

Andere Regionen
Die Bundesstaaten Bihar, Jharkand, Chhattisgarh, der Ă€ußerste SĂŒdwesten von Orissa, der Ă€ußerste Norden von Andhra Pradesh und der Ă€ußerste Osten von Maharashtra verzeichnen – insbesondere in lĂ€ndlichen Gebieten – bewaffnete AktivitĂ€ten einer militant-sozialrevolutionĂ€ren maoistischen Bewegung, die in einzelnen Distrikten bis hin zur AusĂŒbung quasistaatlicher Gewalt gehen. Die AktivitĂ€ten richteten sich bislang nicht gegen AuslĂ€nder, in 2012 ist es jedoch zu einem EntfĂŒhrungsfall gekommen. Auch Sabotageakte und AnschlĂ€ge auf das öffentliche Eisenbahnnetz wurden in der Vergangenheit verĂŒbt. Generell wird dringend geraten, vor Reisen in die genannten Gebiete Informationen ĂŒber die Sicherheitslage einzuholen und touristische AktivitĂ€ten nicht ohne ortskundige einheimische Begleitung durchzufĂŒhren.

Besondere Reisegenehmigungen werden u. a. fĂŒr Teile von Sikkim, Arunachal Pradesh und fĂŒr die Lakkadiven (Lakshadweep Islands) benötigt. Die Genehmigungen mĂŒssen in Indien vor der Einreise in die genannten Staaten eingeholt werden. Die Genehmigungspflicht fĂŒr Reisen nach Nagaland, Mizoram und die Andamanen wurde aufgehoben. Eine Registrierung nach Ankunft ist erforderlich. Die Inselgruppe der Nicobaren (Nicobar Islands) ist nach wie vor fĂŒr Touristen nicht zugĂ€nglich. Informationen zu Reisegenehmigungen können bei den indischen Auslandsvertretungen in Deutschland eingeholt werden.

Naturkatastrophen
WĂ€hrend der Haupt-Monsunzeit (Juli bis September) lösen starke RegenfĂ€lle besonders in den gebirgigen Teilen des Landes immer wieder Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Dadurch können Straßen zeitweise unpassierbar, Zugverbindungen unterbrochen oder einzelne Orte vorĂŒbergehend nicht mehr zugĂ€nglich sein. Aktuelle amtliche Wetterwarnungen enthĂ€lt die Webseite des  indischen meteorologischen Departments.

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird grundsÀtzlich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.



Allgemeine Reiseinformationen

Die LektĂŒre einschlĂ€giger ReisefĂŒhrer mit spezifischen Verhaltensempfehlungen und der Sicherheitshinweise des AuswĂ€rtigen Amts zu möglichen Risiken fĂŒr Reisende wird empfohlen.

Reisenden wird außerdem empfohlen, Kreditkarten mit sich zu fĂŒhren, da es besonders in lĂ€ndlichen Bereichen zu Problemen bei der Bargeldversorgung kommen kann.

Es wird darauf hingewiesen, dass in Indien keine professionelle, private Infrastruktur fĂŒr Nothilfe – insbesondere fĂŒr Such- und Bergungsaktionen bei UnfĂ€llen im Hochgebirge – zur VerfĂŒgung steht. Hilfsmaßnahmen mĂŒssen bĂŒrokratisch und zeitintensiv ĂŒber das Außenministerium und die militĂ€rischen Einrichtungen eingeleitet werden. 

Leihmutterschaft
Wer erwĂ€gt, in Indien ein Kind durch eine Leihmutter austragen zu lassen, sollte folgende Hinweise beachten: Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Ein von einer verheirateten indischen Leihmutter geborenes biologisches Kind eines deutschen Staatsangehörigen hat keinen Anspruch auf einen deutschen Reisepass. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden (Aktenzeichen VG 23 L 79.11). Indien erteilt zudem keine Visa mehr an AuslĂ€nder, die zur DurchfĂŒhrung einer Leihmutterschaft einreisen wollen. Weitere Informationen sind in den FAQ zur Leihmutterschaft zu finden. 



Einreisebestimmungen fĂŒr deutsche Staatsangehörige

Reisedokumente
Die Einreise ist fĂŒr deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

VorlÀufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

VorlÀufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja, mit Foto

Anmerkungen: KindereintrĂ€ge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr gĂŒltig. Jedes Kind benötigt ein eigenes Ausweisdokument.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen fĂŒr die Einreise nach Indien grundsĂ€tzlich ein Visum. Inhaber deutscher ReisepĂ€sse können unter bestimmten Voraussetzungen ein elektronisches Touristenvisum (e-Tourist Visa – e-TV) erhalten. Das e-TV muss bis spĂ€testens vier Tage vor dem geplanten Einreisedatum beantragt werden und berechtigt in den meisten FĂ€llen zur zweimaligen Einreise fĂŒr einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen.

Auf der Homepage indianvisaonline sind die Voraussetzungen fĂŒr ein elektronisches Touristenvisum aufgefĂŒhrt. Dort kann das e-TV beantragt werden. In EinzelfĂ€llen soll es bei der Online-Bezahlung der e-TV zu Schwierigkeiten gekommen sein. Es wird deshalb empfohlen, sicherzustellen, dass die Zahlung tatsĂ€chlich erfolgt ist. Reisende sind verpflichtet einen Ausdruck des e-TV mit sich zu fĂŒhren.

Eine 24/7-Hotline fĂŒr elektronische Touristenvisa ist telefonisch unter +91-11-2430 0666 oder per E-Mail ĂŒber indiatvoa@gov.in eingerichtet.

Das e-TV wurde zusĂ€tzlich zu allen bereits bestehenden Visumskategorien eingefĂŒhrt. Alle anderen Visa sind wie bisher bei der zustĂ€ndigen indischen Auslandsvertretung zu beantragen, Antragstellungen an der Grenze oder am Flughafen sind nicht möglich.

RegulĂ€re Touristenvisa werden grundsĂ€tzlich mit einer GĂŒltigkeitsdauer von sechs Monaten ab dem Tag des Ausstellungsdatums ausgestellt, wobei in der Regel mehrmalige Einreisen möglich sind (multiple entry visa).

Eine VerlĂ€ngerung der GĂŒltigkeit des Touristenvisums nach Einreise ist nur in begrĂŒndeten Ausnahme-/NotfĂ€llen durch das zustĂ€ndige örtliche Foreigners’ Regional Registration Office (FRRO) möglich.

Bei einer beabsichtigten Gesamtaufenthaltsdauer von mehr als 6 Monaten oder sofern eine solche Auflage im indischen Visum (z. B. Arbeitsvisum) aufgefĂŒhrt ist, besteht – unabhĂ€ngig von der beabsichtigten Dauer des einzelnen Aufenthalts – eine Registrierungspflicht beim örtlich zustĂ€ndigen District Foreigners‘ Registration Office (FRO) bzw. beim Foreigners‘ Regional Registration Office (FRRO). Diese muss innerhalb von 14 Tagen nach der Ankunft wahrgenommen werden. Nichtregistrierung fĂŒhrt regelmĂ€ĂŸig dazu, dass der/die Betroffene am indischen Flughafen an der Ausreise gehindert wird und dann beim örtlich zustĂ€ndigen FRRO eine gesonderte Ausreiseerlaubnis einholen muss, was zwangslĂ€ufig eine mehrtĂ€gige Ausreiseverzögerung mit sich bringt und bei geplanter Ausreise, z. B. von New Delhi, eine RĂŒckreise an den letzten Aufenthaltsort erforderlich macht. Diese FormalitĂ€ten sind zudem sehr umstĂ€ndlich und fĂŒhren regelmĂ€ĂŸig zu substanziellen Problemen. Eine Einflussnahme der zustĂ€ndigen deutschen Auslandsvertretung ist in derartigen FĂ€llen erfahrungsgemĂ€ĂŸ nicht möglich. Bei Aufenthalt von mehr als 180 Tagen mit Business oder Employment Visa empfiehlt es sich, bei Abreise eine Steuerbescheinigung (Tax Clearance Certificate) mit sich zu fĂŒhren, die erfahrungsgemĂ€ĂŸ gelegentlich noch verlangt wird, obgleich dies nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben ist.

Auf der Website des indischen Innenministeriums sind nÀhere Angaben zum Thema Touristen- und Arbeitsvisa (FAQ Tourist Visa und FAQ Employment Visa) zu finden, siehe www.mha.nic.in und www.boi.gov.in.

Reisende, die nicht innerhalb der GĂŒltigkeit des Visums ausreisen, mĂŒssen mit einer Haftstrafe und mehrjĂ€hrigem Einreiseverbot rechnen.

Es kommt immer wieder vor, dass PÀsse bei der Einreise von den Grenzbehörden nicht gestempelt werden. Bitte achten Sie unbedingt darauf, dass Sie einen Einreisestempel erhalten und verwahren Sie Ihren Reisepass sicher! Ohne Einreisestempel kommt es bei der Ausreise zu erheblichen Schwierigkeiten. MehrtÀgige Verzögerungen durch Erwerb einer Ausreiseerlaubnis beim FRO und Ministry of Home Affairs (nur in Delhi) sind die Regel. Dies gilt auch im Fall eines Passverlustes wÀhrend des Indienaufenthalts und der erforderlichen Erteilung eines Ersatzdokuments durch die zustÀndige deutsche Auslandsvertretung.

Immer wieder kommt es vor, dass Reisende ausgewiesen werden, weil ihre AktivitĂ€ten in Indien (oft NGO-Arbeit) nach Auffassung der indischen Behörden nicht mit dem Status eines Touristenvisums vereinbar sind. Es wird empfohlen, konkret anlassbezogene Visa zu beantragen, z. B. Konferenzvisa oder Business/Employment/Entry (X) Visa fĂŒr Freiwilligenarbeit. 

Einreisebestimmungen fĂŒr deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig Ă€ndern, ohne dass das AuswĂ€rtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder ĂŒber diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.



Besondere Zollvorschriften

Devisen ab einem Betrag von 5000,- US-$ (bar oder Reiseschecks) sind bei der Einreise zu deklarieren. Auch andere hochwertige GegenstĂ€nde (z. B. Videokameras) mĂŒssen deklariert werden.
Die Einfuhr von GoldmĂŒnzen und -barren sowie von Waffen ist streng verboten. AuslĂ€nder indischer Abstammung (NIO) können bis zu 10 kg Gold einfĂŒhren, Höhe der Zollabgaben 250,- INR per Gramm. Voraussetzung ist ein Mindestaufenthalt im Ausland von sechs Monaten.
Die Ein- und Ausfuhr der indischen WÀhrung ist verboten. GrundsÀtzlich ist jedoch in Indien ansÀssigen Personen die Ein- und Ausfuhr von max. 5000,- INR gestattet.

Die Einfuhr pornografischen Materials ist verboten.

Die Ausfuhr von geschĂŒtzten TierhĂ€uten und Pflanzen ist verboten; VerstĂ¶ĂŸe werden mit hohen Geld- und Haftstrafen geahndet.

Bei einem Verstoß gegen Zollvorschriften droht Verhaftung bei der Ausreise.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen fĂŒr Deutschland können Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.



Besondere strafrechtliche Vorschriften

Der Besitz – selbst kleinster Mengen – Drogen ist verboten und wird mit hohen Haftstrafen geahndet. Dies gilt ebenso fĂŒr die Ausfuhr von geschĂŒtzten TierhĂ€uten und Pflanzen.

In den einzelnen indischen Bundesstaaten gelten unterschiedliche Vorschriften zu Alkoholkauf und -verzehr. So schwankt das Mindestalter fĂŒr Alkoholverzehr z.B. zwischen 18 und 25 Jahren. Einige indische Bundesstaaten gestatten Alkohol ausschließlich fĂŒr medizinische Zwecke, in anderen ist eine spezielle Erlaubnis fĂŒr den Kauf, Transport oder Verzehr von Alkohol erforderlich. Die Strafen bei Verstoß gegen die jeweiligen Regelungen können teilweise sehr streng sein. Reisenden wird empfohlen, sich in den jeweiligen Bundesstaaten ĂŒber die geltenden Regelungen zu Alkoholkauf und -verzehr zu informieren.

Auch der illegale Aufenthalt in Indien – ohne gĂŒltigen Pass und /oder Aufenthaltserlaubnis, dazu zĂ€hlt auch die Überschreitung des GĂŒltigkeitszeitraums des Visums und die Verletzung der Registrierungspflicht (vgl. unter Einreisebestimmungen) – kann mit langen Haftstrafen oder Geldstrafen geahndet werden. Ebenso ist der Aufenthalt ohne Genehmigung in Gebieten mit Genehmigungspflicht (protected and restricted areas) eine Straftat, die mit Haft geahndet wird. Dies gilt auch fĂŒr einige touristisch interessante Gegenden u.a. in Ladakh und Sikkim oder auf den Andamanen.

Gem. § 377 des indischen Strafgesetzbuches ist homosexueller Geschlechtsverkehr strafbar (Urteil des Supreme Court vom 11.12.2013), die Höchststrafe betrĂ€gt lebenslange Freiheitsstrafe. Gleichgeschlechtliche Lebenspartner sollten in der Öffentlichkeit diskret und zurĂŒckhaltend auftreten. 

Der Besitz und die Nutzung von Satellitentelefonen sind in Indien verboten und wird ebenfalls strafrechtlich geahndet. 



Medizinische Hinweise 

Aktueller medizinischer Hinweis

Zika-Virus-Infektion

Es gibt Hinweise, dass das Zika-Virus auch in Indien landesweit zirkuliert. 2016 und 2017 traten im Bundesstaat Gujarat erste Erkrankungen auf, wie die WHO im Mai 2017 bekannt gab. GrĂ¶ĂŸere AusbrĂŒche wurden nicht beobachtet. Das Infektionsrisiko ist daher fĂŒr Reisende – außerhalb von Ausbruchsituationen – als gering einzuschĂ€tzen.

Zika-Virus-Infektionen verlaufen Ă€hnlich wie Dengue-Fieber. FĂŒr ungeborene Kinder können sie aber eine besondere Gefahr darstellen. Eine Impfung, eine Chemoprophylaxe oder eine spezifische Therapie stehen absehbar nicht zur VerfĂŒgung.

Auf eine ganztĂ€gige konsequente Anwendung persönlicher Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von MĂŒckenstichen sollte geachtet werden, siehe auch: Schutzmaßnahmen MĂŒckenstiche. Weitere Informationen zur Zika-Virus-Infektion finden Sie auf folgendem Merkblatt des Gesundheitsdienstes des AuswĂ€rtigen Amts: Merkblatt Zika-Virus-Infektion

Impfschutz
Ab 1. MĂ€rz 2014 wird bei Einreise aus LĂ€ndern mit gemeldeten Polio Erkrankungen (Afghanistan, Nigeria und Pakistan; Stand 05.02.2014) und LĂ€ndern, in denen nachgewiesen wurde, dass dort Polioviren zirkulieren (Äthiopien, Kenia, Somalia und Syrien; Stand 05.02.2014) der Nachweis einer oralen Polioimpfung (frĂŒher: Schluckimpfung, heute: OPV), die nicht jĂŒnger als sechs Wochen und nicht Ă€lter als ein Jahr sein darf, gefordert. Bei wiederholten Reisen ist die orale Polio Impfung ggf. jĂ€hrlich zu wiederholen. Ein Impfnachweis nach WHO-Standard ist mitzufĂŒhren.

Das indische Gesundheitsministerium fĂŒhrte dazu klĂ€rend aus, dass der Impfnachweis fĂŒr AuslĂ€nder, z. B. deutsche StaatsbĂŒrger, die in den sieben polio-infizierten LĂ€ndern leben  und nach Indien reisen, nicht erforderlich ist. Genauso ist der Impfnachweis nicht erforderlich fĂŒr AuslĂ€nder, z. B. deutsche StaatsbĂŒrger, die in Indien leben und in polio-infizierte LĂ€nder reisen (http://mohfw.nic.in/).

Eine gĂŒltige Impfung gegen Gelbfieber wird nur fĂŒr die Einreise aus einem Gelbfieber-Endemie Gebiet gefordert (siehe www.who.int). Impfzeugnisse, die eine Impfung in den letzten zehn Jahren vor der Einreise bescheinigen, werden anerkannt. Bei direkter Einreise aus z. B. Deutschland besteht keine Impfnotwendigkeit gegen Gelbfieber.

Das AuswĂ€rtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemĂ€ĂŸ aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes fĂŒr Kinder und Erwachsene (siehe www.rki.de) anlĂ€sslich einer Reise zu ĂŒberprĂŒfen und gegebenenfalls zu vervollstĂ€ndigen. Dazu gehören auch fĂŒr Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (KinderlĂ€hmung), ggf. auch Masern, Mumps, Röteln (MMR) und gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken.
Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer GefÀhrdung auch gegen Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis ACWY und Japanische Encephalitis empfohlen.   

Durchfall- und Darmerkrankungen
Durchfallerkrankungen sind ĂŒberall im Land ganzjĂ€hrig hĂ€ufig. Leitungswasser hat auch in StĂ€dten oft keine TrinkwasserqualitĂ€t. Es wird empfohlen, nur originalverpackte GetrĂ€nke in Flaschen oder Dosen zu konsumieren oder Wasser vor dem Genuss antibakteriell zu filtern oder zu kochen. FĂŒr das Waschen von Obst und GemĂŒse oder zum ZĂ€hneputzen sollte ebenfalls nur Trinkwasser verwendet werden. Fleisch sollte vor dem Verzehr ebenfalls gut gegart sein.

Das Infektionsrisiko fĂŒr Salmonellen-, Shigellen- und Typhuserkrankungen, Amöben, Lamblien und Wurmerkrankungen, Hepatitis A und E besteht landesweit. Allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmĂ€ĂŸiges HĂ€ndewaschen oder HĂ€ndedesinfektion nach dem Toilettengang und vor dem Essen und das Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln können die Gefahr einer Infektion vermindern.

Cholera
Cholera tritt in Indien immer wieder auf, ist in aller Regel und bei Beachtung der ĂŒblichen Hygieneregeln aber fĂŒr Touristen keine Bedrohung. Eine Impfung gegen Cholera steht zur VerfĂŒgung, wird aber nicht generell empfohlen.

Malaria
Die Übertragung der Malaria erfolgt durch den Stich blutsaugender nachtaktiver Anopheles- MĂŒcken. Unbehandelt verlĂ€uft insbesondere die gefĂ€hrliche Malaria tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum) bei nicht-immunen EuropĂ€ern hĂ€ufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen nach dem Aufenthalt in Endemiegebieten ausbrechen. Die Beschwerden bei einer Malaria (Fieber, SchĂŒttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, u. a.) sind meist uncharakteristisch und von einer Grippe oder einer Ă€hnlichen Erkrankung nicht zu unterscheiden. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung kann auch die Malaria tropica zuverlĂ€ssig behandelt werden, ohne dass es zu bleibenden SchĂ€den oder Beschwerden kommt.

Außer in Höhenlagen ĂŒber ca. 1500 Meter besteht in Indien ganzjĂ€hrig ein mittleres Übertragungsrisiko fĂŒr Malariaerkrankungen mit saisonalen Schwankungen: besonders in den Monaten wĂ€hrend und nach der Regenzeit steigen die Fallzahlen an. In Indien sind die großen StĂ€dte davon nicht ausgenommen. Insbesondere in Mumbai und in Delhi waren in den letzten Jahren zunehmende Malaria Erkrankungen zu verzeichnen.

Das Risiko ist im Tiefland im Nordosten und im Bundesstaat Orissa am höchsten und nimmt vom Norden und den zentralen Landesteilen nach SĂŒden hin ab. Dabei handelt es sich landesweit in ĂŒber der HĂ€lfte der FĂ€lle um die potentiell lebensbedrohliche, durch Plasmodium falciparum verursachte, Malaria tropica. 

Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malariaerkrankung. Ein ausreichender Schutz vor StechmĂŒcken (Expositionsprophylaxe), insbesondere wĂ€hrend der DĂ€mmerung und nachts, ist der wichtigste Schutz vor einer Malariaerkrankung. 
· Das Tragen langer, heller und gegen Insekten imprÀgnierter Bekleidung im Freien,
· Das konsequente Einreiben aller HautflÀchen mit einem geeigneten Repellent und
· Das Benutzen imprÀgnierter Moskitonetze wÀhrend der Nacht oder
· Der Aufenthalt in MĂŒcken-geschĂŒtzten RĂ€umen (Fliegengitter, Klimaanlagen)vermindern das Risiko einer Übertragung deutlich und schĂŒtzen auch vor anderen stechmĂŒckenĂŒbertragenen Erkrankungen wie Dengue Fieber, Chikungunya und Japanischer Enzephalitis. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (Chemoprophylaxe) wird nicht generell empfohlen (www.dtg.org) und ist nur in AusnahmefĂ€llen zu erwĂ€gen. Aufgrund des Risikos in Indien, gefĂ€lschte Medikamente zu erwerben, ist das MitfĂŒhren eines verschreibungspflichtigen Malariamittels zur so genannten Notfalltherapie angeraten. Die individuelle Auswahl des Medikaments und mögliche Nebenwirkungen, beziehungsweise UnvertrĂ€glichkeiten mit anderen Medikamenten, mĂŒssen entsprechend dem Reiseverlauf und persönlichen UmstĂ€nden mit einem Tropen- oder Reisemediziner vor Ausreise besprochen werden. Beim Auftreten von Fieber nach einem Aufenthalt in Indien ist eine umgehende Vorstellung beim Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet immer notwendig.

Dengue Fieber
Dengue Fieber wird durch tagaktive MĂŒcken ĂŒbertragen. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein Hautausschlag kennzeichnen den Verlauf und können mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. In EinzelfĂ€llen können schwere VerlĂ€ufe mit ernsthaften GesundheitsschĂ€den oder Todesfolge auftreten. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Dengue Viren. Eine sorgfĂ€ltige Expositionsprophylaxe, wie oben fĂŒr Malaria beschrieben, ist die einzige mögliche Schutzmaßnahme.

Dengue Fieber kommt landesweit, besonders an den KĂŒsten, aber auch in StĂ€dten und in Höhenlagen bis ca. 1.500 Metern vor. WĂ€hrend und nach dem Monsun steigen die Fallzahlen. 2015 ist der Ausbruch in der Hauptstadt New Delhi deutlich stĂ€rker als in den Vorjahren.

Chikungunya
Chikungunya wird durch den Stich tagaktiver MĂŒcken ĂŒbertragen. Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen kennzeichnen den Verlauf und können mit den Beschwerden einer Malaria oder Grippe verwechselt werden. Es gibt keine Impfung und keine wirksamen Medikamente gegen die Chikungunya Viren. Eine sorgfĂ€ltige Expositionsprophylaxe, wie oben fĂŒr Malaria beschrieben, ist die einzige mögliche Schutzmaßnahme. Chikungunya kommt zunehmend wĂ€hrend und unmittelbar nach der Regenzeit und besonders in den bevölkerungsreichen KĂŒstengebieten und den großen Metropolen vor.

Japanische Encephalitis
Bei der Japanischen Enzephalitis (JE) handelt es sich um eine EntzĂŒndung des Gehirns, die von Viren verursacht wird. Diese werden von nachtaktiven StechmĂŒcken ĂŒbertragen. Vor allem Schweine und Wasservögel sind mit dem Virus infiziert, ohne dabei selbst krank zu werden. Erkrankungen beim Menschen sind eher selten, verlaufen dann aber hĂ€ufig schwer und hinterlassen bleibende SchĂ€den oder enden tödlich. Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen die JE Viren. Deshalb sind ein sorgfĂ€ltiger MĂŒckenschutz und gegebenenfalls eine vorbeugende Schutzimpfung besonders wichtig. Ein geringes Übertragungsrisiko fĂŒr JE besteht in Indien landesweit, besonders auf dem Land. In den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Bihar kommt es immer wieder zum gehĂ€uften Auftreten von Enzephalitiden und HirnhautentzĂŒndungen, deren Ursache nicht immer eindeutig geklĂ€rt werden kann und die verschiedenen Erregern zugeschrieben werden. 2011 kam es auch in New Delhi zu einem kleinen Ausbruch von JE, der mit Beginn des Winters abgeflaut ist.

Grippe (Saisonale Influenza)
Die saisonalen Influenzaviren, einschließlich der neuen Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe), zirkulieren in Nordindien in den Wintermonaten. Im SĂŒden sind Grippeviren in deutlich geringerer HĂ€ufigkeit ganzjĂ€hrig nachweisbar. 2010/2011 und 2014/2015 kam es zu einer HĂ€ufung von Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe) FĂ€llen, vor allem in Delhi und in den Bundesstaaten Haryana, Maharashtra, Andhra Pradesh, Gujarat und Rajastan.

Tollwut
Bei der Tollwut handelt es sich um eine tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird, welche mit dem Speichel infizierter Tiere oder Menschen ĂŒbertragen werden (durch Biss, Belecken verletzter Hautareale oder Speicheltröpfchen auf den SchleimhĂ€uten von Mund, Nase und Augen). Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde. Affen können ebenfalls Tollwut ĂŒbertragen und sollten niemals gefĂŒttert werden. Die notwendigen, medizinischen Maßnahmen nach Bissverletzungen bei Ungeimpften sind in Indien außerhalb der GroßstĂ€dte, z. B. auch auf den Trekkingrouten im Norden, nicht immer möglich, eine ununterbrochene KĂŒhlkette der Impfstoffe ist nicht ĂŒberall gewĂ€hrleistet. ZuverlĂ€ssigen Schutz vor Tollwut bietet die vorbeugende Impfung. Sie ist fĂŒr Indienreisende besonders wichtig.

Tuberkulose
Die Tuberkulose kommt landesweit wesentlich hĂ€ufiger als in Mitteleuropa vor. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch ĂŒber Tröpfcheninfektion oder enge Kontakte. Durch unsachgemĂ€ĂŸe oder abgebrochene Behandlungen gibt es zunehmend resistente und multiresistente Tuberkuloseerreger.

HIV/ AIDS/Geschlechtskrankheiten
Durch sexuelle Kontakte, bei intravenösem Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen oder KanĂŒlen) durch TĂ€towierungen oder Piercings und Bluttransfusionen besteht grundsĂ€tzlich das Risiko einer HIV- und einer Hepatitis B Infektion. Die Benutzung von Kondomen wird deshalb insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften und kommerziellem Sex dringend empfohlen. In Indien ist in den letzten Jahren die Zahl der Infektionen hauptsĂ€chlich durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr sprunghaft angestiegen.

Geographisch bedingte Erkrankungen
Nordindien ist ein beliebtes Reiseziel fĂŒr Trekkingtouristen, die in große Höhen aufsteigen. Oft reicht die Zeit nicht fĂŒr eine stufenweise Höhenanpassung. Verschiedene Formen von akuter Höhenkrankheit sind möglich.

Höhenkrankheit tritt besonders bei raschem Aufstieg auf ĂŒber 2.300 m auf. Sie kann zu potentiell sehr gefĂ€hrlichen Funktionsstörung von Lunge und Gehirn fĂŒhren. Erkranken können auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, selbst wenn sie frĂŒher große Höhen und rasche Aufstiege ohne Probleme bewĂ€ltigt haben. TodesfĂ€lle sind möglich.

Beschwerden, die auf eine beginnende Höhenkrankheit hinweisen können, sind: Kopfschmerzen, MĂŒdigkeit, Desinteresse und Leistungsabfall. In diesem Fall ist Rast und Ruhe bis zur Beschwerdefreiheit geboten, ein weiterer Aufstieg verbietet sich. Treten u. a. Schlaflosigkeit, Sehstörungen, Schwindel, Gangunsicherheit, Atemnot oder Erbrechen auf, sollte unverzĂŒglich mit dem Abstieg begonnen werden – nie alleine, sondern immer in Begleitung. Das ist auch dann der Fall, wenn FrĂŒhsymptome innerhalb von 24-36 Stunden nicht vollstĂ€ndig verschwinden.

Vor Reisen in große Höhen (ĂŒber 2.300 m) empfiehlt sich deshalb vor der endgĂŒltigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen höhenmedizinisch erfahrenen Arzt, der vielleicht auch ein Medikament zur Vorbeugung verordnet. Eine Reisekrankenversicherung, die das Bergerisiko (z. B. eine Hubschrauber-Evakuierung) mit abdeckt, ist unbedingt empfohlen.

Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme KĂ€lte und unwegsames oder unbekanntes GelĂ€nde bergen weitere Risiken fĂŒr den Reisenden in großer Höhe. Durch Erdbeben oder anhaltende NiederschlĂ€ge kann es an gefĂ€hrdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen BerghĂ€ngen kommen.

FĂŒr die Hubschrauberrettung aus Bergnot gibt es in Indien nach Kenntnis der deutschen Botschaft keine zivilen Luftrettungsunternehmen, sondern lediglich die Möglichkeit einer Evakuierung durch das indische MilitĂ€r, die sich sehr bĂŒrokratisch und zeitaufwĂ€ndig gestaltet. Die Alarmierung kann je nach Unfallort oft nur sehr verzögert erfolgen, die Benutzung von Satellitentelefonen ist in Indien strikt verboten. Es können trotz großem Zeitdruck aufgrund einzuholender Genehmigungen diverser staatlicher Stellen vor allem am Wochenende mitunter mehrere Tage vergehen, bis ein Suchtrupp oder ein Helikopter dann einsatzbereit sind. Witterungsbedingt sind die FluggerĂ€te nicht immer einsatzbereit und können meist nur in einem sehr engen Zeitfenster frĂŒhmorgens starten. Die KostenĂŒbernahme einer Rettung muss in jedem Fall vor dem Start der Rettungsaktion geklĂ€rt sein und ist in der Regel zunĂ€chst vom VerunglĂŒckten selbst zu tragen. Eine individuell angepasste Reiseapotheke ist nach RĂŒcksprache mit einem Reisemediziner beim Trekking immer mitzufĂŒhren.

Im SĂŒden des Landes ist die Sonneneinstrahlung wegen der ÄquatornĂ€he besonders intensiv.  Unangenehme und langfristig gefĂ€hrliche SonnenbrĂ€nde sind hĂ€ufig. Auf einen guten Sonnenschutz und eine ausreichende FlĂŒssigkeitsaufnahme muss insbesondere bei Kindern und Ă€lteren Personen geachtet werden.

GefĂ€hrliche Strömungen fĂŒhren an den KĂŒsten immer wieder zu BadeunfĂ€llen. Warnungen an den StrĂ€nden sind unbedingt zu beachten. Kinder sollten an StrĂ€nden niemals unbeaufsichtigt spielen. Durch Tierkot verunreinigte StrĂ€nde bergen ein Infektionsrisiko fĂŒr parasitĂ€re Hauterkrankungen (Larva migrans cutanea).

Weitere Gesundheitsgefahren
Technische Überwachungen der Fahrzeuge, wie in Mitteleuropa ĂŒblich, werden in Indien nicht durchgefĂŒhrt. Verkehrsregeln werden von der großen Mehrheit der Fahrer missachtet. Schwere VerkehrsunfĂ€lle sind insbesondere bei Überlandfahrten hĂ€ufig. Eine ausreichende medizinische Versorgung, gerade bei NotfĂ€llen oder UnfĂ€llen, kann in weiten Landesteilen nicht gewĂ€hrleistet werden, ein zuverlĂ€ssig funktionierendes Rettungswesen ist auch in den StĂ€dten nicht ĂŒberall existent. Gehwege existieren hĂ€ufig nicht  oder bergen erhebliche Unfallgefahren wie unerwartete Stolperfallen oder nicht gesicherte oder gekennzeichnete Baugruben.

Die Luftverschmutzung in den StĂ€dten hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. In Delhi und Kalkutta kommt es in den Wintermonaten außerdem zu einer hohen Belastung der Luft durch VerbrennungsrĂŒckstĂ€nde und Qualm. Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD können sich dadurch erheblich verschlechtern. 

Über die aktuellen Luftwerte kann man sich im Internet bzw. mittels Smartphone Apps informieren, bspw. auf http://ift.tt/2q9Zceo (Auflistung verschiedene Luftwerte Mess-Stationen in Indien) oder http://ift.tt/1vf5zNB (Mess-Stationen der Landesregierung von Delhi).

Patienten mit psychischen Erkrankungen wird dringend geraten, ihre Medikamente vor und wĂ€hrend einer Indienreise nicht abzusetzen. Eine psychiatrische und deutschsprachige Versorgung wie im Heimatland kann meist nicht gewĂ€hrleistet werden. Zudem versichern viele Reisekrankenversicherungen medizinische Leistungen bei psychischen Erkrankungen nicht! In solchen FĂ€llen ist oft auch ein spontaner Heimflug ausgeschlossen, da zahlreiche kommerzielle Fluglinien die Mitnahme labiler Patienten mit psychischen Erkrankungen ohne psychiatrische Begleitung ablehnen. Bitte besprechen Sie ggf. Ihre ReiseplĂ€ne ausfĂŒhrlich mit ihrem behandelnden Arzt.

Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend und entspricht medizinisch, hygienisch, technisch und organisatorisch meist nicht europĂ€ischem Standard. Sprachbarrieren können gerade auf dem Land die Kommunikation erheblich erschweren. In den großen StĂ€dten ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem hohen und sehr hohen Niveau und damit auch deutlich teurer. Zahlreiche Patienten aus der ganzen Welt kommen zu planbaren Behandlungen und Operationen ins Land. Bei schweren Erkrankungen muss deshalb ggf. eine medizinische Evakuierung in eine der großen urbanen Kliniken erwogen werden. Dort ist es ĂŒblich, vor Behandlungsbeginn eine erhebliche Anzahlung zu leisten, was das Budget eines Reisenden bei schweren Erkrankungen und intensivpflichtigen Behandlungen oft sprengt. Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich  beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben (siehe Kontaktadressen z.B.: http://www.dtg.org/ oder http://www.frm-web.de/). Besonders chronisch kranke und behandlungsbedĂŒrftige Menschen mĂŒssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Indien bewusst sein.

Die Versorgung mit zuverlĂ€ssigen Medikamenten und eine ununterbrochene KĂŒhlkette sind nicht ĂŒberall gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch gefĂ€lschte Produkte statt richtiger Medikamente verkauft werden. Reisende sollten regelmĂ€ĂŸig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Indien mitbringen und sich fĂŒr die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Die Apotheken der großen Privatkliniken bieten ein breites Spektrum zuverlĂ€ssiger Medikamente an. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegenĂŒber hĂ€ufig eingesetzten Antibiotika auf.

Die deutsche Botschaft in Neu Delhi und die Generalkonsulate in Bangalore, Chennai, Kalkutta und Mumbai verfĂŒgen fĂŒr den Notfall ĂŒber eine Adressenliste von Ärzten und KrankenhĂ€usern in der jeweiligen Stadt.

Bitte beachten Sie neben unseren generellen Haftungsausschluss den folgenden Hinweis:

Eine GewĂ€hr fĂŒr die Richtigkeit und VollstĂ€ndigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung fĂŒr eventuell eintretende SchĂ€den kann nicht ĂŒbernommen werden. FĂŒr Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei lĂ€ngeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. FĂŒr kĂŒrzere Reisen, Einreisen aus DrittlĂ€ndern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhĂ€ngig von den individuellen VerhĂ€ltnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmĂ€ĂŸig zu empfehlen;
  • trotz grĂ¶ĂŸtmöglicher BemĂŒhungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfĂŒgbaren und als vertrauenswĂŒrdig eingeschĂ€tzten Informationen des AuswĂ€rtigen Amts. Eine GewĂ€hr fĂŒr die Richtigkeit und VollstĂ€ndigkeit sowie eine Haftung fĂŒr eventuell eintretende SchĂ€den kann nicht ĂŒbernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unĂŒbersichtlich und können sich rasch Ă€ndern. Die Entscheidung ĂŒber die DurchfĂŒhrung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewĂ€hlte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit Ă€ndern, ohne dass das AuswĂ€rtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zustĂ€ndigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das AuswĂ€rtige Amt rĂ€t dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit RĂŒckholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten fĂŒr erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

Stand 17.07.2017

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